Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen - Kritik

US 2012 Laufzeit 106 Minuten, FSK 0, Drama, Fantasyfilm, Abenteuerfilm, Komödie, Kinostart 05.04.2012

Setze Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen auf die Merkliste und wir sorgen dafür, dass du keine News zum Film mehr verpasst!

Was moviepilot noch bietet: Mach die TOUR.
Melde dich an!

Setze Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen auf die Merkliste und wir sorgen dafür, dass du keine News zum Film mehr verpasst!
Auf Merkliste

Kritiken (26) — Film: Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen

Arthur A.: www.filmfutter.com

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Spieglein, Spieglein ist ein durchaus unterhaltsames Märchenabenteuer mit einer blassen Heldin, aber einer umso besser aufgelegten Julia Roberts in der Rolle der bösen Königin.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

stuforcedyou: Die Drei Muscheln, Moviebre...

Kommentar löschen
3.0Schwach

[...] „Spieglein, Spieglein“ ist erneut der Beweis dafür, dass Regisseur Tarsem Singh ein visuelles Genie ist, aber das Narrative liegt ihm einfach nicht. Egal ob „The Cell“, „The Fall“, „Krieg der Götter“ oder jetzt „Spieglein, Spieglein“, seine Filme sind anorganische Werke. Hübsch anzusehen, aber ohne einen Funken Leben und bei seiner Schneewittchen-Adaption kommt noch etwas Schlimmeres hinzu, denn durch die Kühle der Künstlichkeit geht die Essenz der Geschichte, die jeder seit Kindertagen kennt, verloren: das Märchenhafte.

Kritik im Original 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Joone44

Antwort löschen

Ist der eigentlich schon in den Videotheken?


stuforcedyou

Antwort löschen

Offiziell am 4. September, aber meine hatte ihn schon.


sushi25: movie-fan.de

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Eine wunderbar selbstironische J. Roberts, eine zweifelhafte Umsetzung der Zwerge (wer kam beispielsweise auf die Idee mit Che Guevara, Napoleon etc. ...?) wobei die Idee mit den Stelzen sehr nett war, ein wildes Gemisch von Kostümen-das an die besten Zeiten des Cinecitta-Historienschinken-Kostüm-Mischmasch erinnert, das ganze ergibt ein etwas unausgegorenes Ganzes, das leider dadurch etwas holpert.

Kommentar gefällt mir Antworten

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Es stimmt also: Die Vermutung Tarsem könnte mit dem richtigen Drehbuch und seinem unbestreitbaren visuellen Talent mal einen guten Film abliefern. Mirror, Mirror ist der Film der Brothers Grimm hätte sein sollen: Visuell beeindruckend, mit schrägem Humor, Zwergen und trotz hyperkitschigem Look tatsächlich nie ernsthaft kitschig. Der Humor ist größtenteils doppelbödig erwachsen, ohne Kinder völlig vor den Kopf zu stoßen.

Julia Roberts macht einen guten Job als Witch-Bitch, auch wenn sie nicht an die Boshaftigkeit einer Michelle Pfeiffer rankommt. Lilly Collins als Snow ist genau die richtige Mischung aus Selbstbewusstsein und Charme, Nathan Lane ist eh immer sehenswert. Armie Hammer ist ein herrlicher Trottelprinz und die Zwerge sind mindestens so weird und witzig wie in Time Bandits, von dem der Film einiges an Inspiration übernommen hat.

Das der Story zum Ende hin etwas die Luft ausgeht und der Showdown irgendwo im Nichts verpufft, geschenkt, denn eine Bollywood-Tanznummer im Abspann rettet dieses knuffig-fluffige Märchen und sorgt dafür, dass man gut gelaunt das Kino verlässt.

8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Bandrix: City of Cinema

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

„Spieglein Spieglein“ führt Regisseur Tarsem Singh in für ihn eher unbekannte Gefilde.
Hiermit bietet er uns keine brutale Schlachtplatte wie in „Krieg der Götter“ oder vor lauter Fantasie überbordende Leinwandgemälde, wie in „The Fall“.
Nein.
Was wir hier zu sehen bekommen ist Familienunterhaltung ohne Brutalitäten, ohne Effektbombast oder sonstigen Schnickschnack für den ich Singh eigentlich liebe.
Mit Effekten hält er sich hierbei sehr zurück, nur in wenigen Szenen spiegelt sich sein visuelles Talent wieder.
Das soll aber nicht heißen, dass „Spieglein Spieglein“ nicht trotzdem ein Augenschmaus geworden ist.
In seinem neuesten Film setzt er aber viel mehr auf prächtige und ausgefallene Kostüme und herrlich gebaute Sets.
Die Darsteller fühlen sich in dieser Märchenwelt auffallend wohl. Sogar Julia Roberts, die ich sonst nicht leiden kann, passt hervorragend in die Rolle der bösen Stiefmutter.
Mit viel Witz spielt sie die fiese Königin und man merkt ihr an, dass es ihr absolut gefallen hat von ihren öden RomComs wegzukommen. Sie ist auch für die meisten Lacher und Schmunzler verantwortlich.
Lilly Colins als Schneewitchen ist süß und mit Engagement bei der Sache, auch wenn sie gegen Roberts keine Chance hat. Auch der restliche Cast gibt sich keine Blöße und verbreitet Spaß.
Klischees gibt es hierbei haufenweise, jedoch schert sich der Film einen feuchten Kehricht darum.
Was bleibt ist eine überaus erfrischende Neuauflage des Märchenklassikers, der etwas zu zahm, aber kindgerecht zu unterhalten weiß.
Nichts großes, aber völlig sehenswert.

PS: Der Bollywoodsong am Ende des Abspanns ist jedoch trotzdem einfach nur grauenhaft.

12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Rukus

Antwort löschen

10 Punkte für das P.S.! ;p


Matthias Pasler: Movie Maze Matthias Pasler: Movie Maze

Kommentar löschen
5.5Geht so

Die eine oder andere Idee in Spieglein Spieglein mag durchaus kreativ sein, der eine oder andere Witz auch tatsächlich lustig, aber wirklich gutgelaunt ist man bei Schneewittchens abschließender Bollywood-Performance nicht, und wenn sie noch so lange glücklich leben.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

I.Reicher: der Standard I.Reicher: der Standard

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Die schnellen, treffsicheren Dialoge schlagen die Brücke zur Gegenwart. In ihrer Formelhaftigkeit persiflieren sie Coachingphrasen, in Anspielungen werden Bezüge zur äußeren Wirklichkeit hergestellt - "too small to fail", lautet etwa ein Leitspruch der Zwergenökonomie. Ein kurzweiliger, harmloser Spaß fürs lange Osterwochenende.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Daniel Sander: Spiegel Online Daniel Sander: Spiegel Online

Kommentar löschen
3.0Schwach

Nach dem kurzen Aufflackern von Spaß und Energie wechselt der Film abrupt die Perspektive und schlägt sich lieber auf die Seite von Schneewittchen. Und, oh Gott, was für eine abgrundtief langweilige Person das hier doch ist. Die Haut wie Schnee, das Haar wie Ebenholz, die Persönlichkeit einer Gießkanne.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Lars Tuncay: Filmtabs, Intro Lars Tuncay: Filmtabs, Intro

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Mit viel Witz und Phantasie unterziehen Tarsem und die Autoren Melissa Wallack und Jason Keller in Spieglein Spieglein die bekannte Mär einer angenehmen Frischzellenkur, ohne den Geist der Vorlage zu verraten.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

V. Robrahn: Filmszene.de V. Robrahn: Filmszene.de

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Es lässt sich nicht verhehlen, dass der muntere Spaß nur eine gewisse Zeitlang erfrischend wirkt, bevor es dann doch ein wenig zu viel und ermüdend wird mit dem belanglosen Rumgeblödel. Letztlich ist der Film von Tarsem Singh leider ein ganzes Stück zu brav geraten um wirklich zu beeindrucken.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

A. Sterneborg: epd film A. Sterneborg: epd film

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Das oft arg schwülstig anmutende Kunstwollen früherer Filme von Tarsem Singh löst sich hier perfekt im symbolträchtigen Prunk opulenter Märchenwelten auf, in einer überbordenden Orgie der Farben und Formen in Ausstattung und Kostümen. Mit einer Fülle optischer Einfälle und origineller Ideen ist Spieglein, Spieglein die aufmüpfigste Neuinterpretation klassischer Märchenwelten seit Dreamworks’ Shrek.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

H.-U. Pönack: Deutschlandradio H.-U. Pönack: Deutschlandradio

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Spieglein Spieglein kann sich in seiner charmant-witzigen, kulinarisch-bildergewaltigen Naiv-Kost schön unterhaltsam sehen wie schmackhaft-feinironisch hören lassen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

R2-D2: Mann beisst Film

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Tarsem Singh konnte einem altbekannten Märchen seinen eigenen Stempel aufdrücken und liefert mit "SPIEGLEIN SPIEGLEIN" eine prachtvolle Variante einer in die Jahre gekommenen Erzählung ab, die hier gehörig entstaubt und vor allem als Fest für die Augen aufbereitet wurde. Julia Roberts als böse Königin liefert jede einzelne ihrer vor wunderbarstem Sarkasmus nur so strotzenden Zeilen genau auf dem Punkt ab und macht aus dem Film eine als Märchen getarnte schwarze Komödie. Besonders ins Auge fällt die opulente Ausstattung, allen voran die grandiosen Kostüme der leider inzwischen verstorbenen Eiko Ishioka. Lediglich die Bollywood-Nummer passt nicht ins Gesamtbild, kann aber als kleine Spielerei geduldet werden. So wird der Film zu einem kunterbunten Erlebnis, das zugegeben mitunter recht albern, aber nie überzogen wirkt.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders

Kommentar löschen
0.0Hassfilm

Wer kam eigentlich auf die Idee diesem Film grünes Licht zu geben? “Spieglein, Spieglein” ist der Versuch das klassische Märchen einmal anders zu interpretieren, der leider Missglückt ist. Julia Roberts ist ein Totalausfall, die Effekte sind unterirdisch und die Dialoge einfach nur kitschig schlecht. Und der Film schafft es immer dann, wenn man gerade meint schlechter kann es nicht werden, noch einmal eine Nummer übler zu werden. Also: Macht einen ganz großen Bogen um diesen Film. Eurer Geldbeutel und eure Freizeit werden es euch danken.

Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

mondnacht112

Antwort löschen

ein wenig übertrieben gesprochen der hier hat mehr als z.b. Snowwiht and the Hunthman und der is dagegen ein flopp^^


CINEMAN.ch

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

Wo demnächst Snow White and the Huntsman auf eine düstere Action-Variante des vielleicht berühmtesten Märchens aller Zeiten setzt, entpuppt sich Mirror Mirror von Tarsem Singh als waschechte Komödie. Das ist angesichts der bisherigen Filme des Regisseurs eine überraschende Genre-Entscheidung, die zudem nicht recht aufgeht. Denn weder scheint er sich dort auf der Suche nach dem richtigen Timing besonders wohlzufühlen, noch kann er seine visuellen Stärken optimal zur Geltung bringen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Luiz Vasquez: Kino Kino Luiz Vasquez: Kino Kino

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Spieglein, Spieglein ist einfach hinreißend, von der liebevoll animierten Vorgeschichte bis zum großen Bollywood-Finale.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Spieglein Spieglein ist ein prächtiges Phantasiespiel für deine Augen und ein Flipperspiel für deinen Geist, da die Handlungselemente wie wild herumrollen und zusammenprallen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Tarsem Singh gibt seiner neuen Version des Märchens frechen Humor, eine verschrobene Empfindsamkeit und ein wahrhaft bezauberndes Aussehen.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Steve Persall: St. Petersburg Times Steve Persall: St. Petersburg Times

Kommentar löschen
5.0Geht so

Flach und poliert zu sein sind gute Bedingungen für einen Spiegel, nicht aber für einen Film. Phantasie gibt es in Fülle in Spieglein Spieglein, aber keine Magie. Der Film ist eine Grimmig enttäuschende Version des Schneewittchen-Märchens.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Justin Chang: Variety Justin Chang: Variety

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

Spieglein Spieglein ist ein knallbunter Windbeutel an Film, der seine Heldin halbherzig als Schwert schwingenge Proto-Feministin aufstellt, letztlich aber genauso den gleichen Fehler hat wie Julia Roberts' böse Königin: Der Film kümmert sich nicht wirklich um andere Dinge als sein hübsches Aussehen.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Sigmund

Antwort löschen

...also ein echter Singh.


alexandra seitz: Berliner Zeitung, tip, ray ... alexandra seitz: Berliner Zeitung, tip, ray ...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Wie von Tarsem Singh nicht anders zu erwarten, ist Mirror Mirror über die Maßen opulent in Szene gesetzt. [...] Ein angemessen märchenhafter, doch nie aufdringlicher Rahmen für eine wilde Fabel, wie sie sich dereinst hinter den sieben Bergen zugetragen haben mag.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Annekatrin Liebisch: Radio Köln Annekatrin Liebisch: Radio Köln

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Das Konzept Nachwuchsförderung scheitert im Fall Schneewittchen kläglich: Julia Roberts reißt jede Szene an sich, sobald sie auf der Leinwand zu sehen ist - und das ist sie oft. Die kreativsten Einstellungen und witzigsten Wortgefechte schusterte Tarsem Singh ihr zu, war er sich der größten Stärke seines Films doch bestens bewusst.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Petra Schrackmann: Outnow.ch Petra Schrackmann: Outnow.ch

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Spieglein Spieglein ist ein schön inszeniertes Märchenabenteuer, in dem die Prinzessin stark und kämpferisch, die Königin herrlich böse und der Prinz gleichzeitig sexy und lächerlich sein darf. Freche Dialoge, tolle Stunts und eine grossartige Zwergenbande sorgen für kurzweilige Unterhaltung.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Richard Lammel: DVD-Forum.at Richard Lammel: DVD-Forum.at

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Ich bin mir nicht sicher, ob mich Spieglein Spieglein mehr an einen geglückten Disney oder ein wenig an einem ebensolchen Monty Python Film erinnert. Es ist wohl ein wenig von Beidem, die gepaart mit den Eigenständigkeiten des Filmemachers, eine unterhaltende Symbiose von Allem ergibt.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

F. Kleiner: Film-Dienst.de F. Kleiner: Film-Dienst.de

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Singhs Kino ist einmal mehr vor allem ein Kino der visuellen Attraktionen, und seine Lust an surrealen, zeichenhaft überhöhten Kostümen und Räumen findet im Märchenfilm eine wunderbare Spielwiese.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Edward Nigma: CinemaForever

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

"It's not a wrinkle... it's a crinkle."

2005 drehte der „Fear and Loathing in Las Vegas“-Regisseur Terry Gilliam einen sehr speziellen Film über die Gebrüder Grimm. Diese waren in seiner Version weniger Sprachwissenschaftler als abgebrühte Trickbetrüger, die es alsbald mit vielen Figuren der grimmschen Märchenwelt aufnehmen mussten. Zugunsten des Unterhaltungswertes scherte sich Gilliam wenig um die literarischen Vorlagen und kreierte einen unterhaltsamen Märchen-Actioner. Dieses Konzept findet inzwischen reichlich Nachahmer, und so erwarten uns in nächster Zeit einige actionlastige Märchen-Neuerzählungen, die mit ihren Vorlagen kaum noch etwas gemein haben. Neben einer Hexenjagd mit Hänsel und Gretel in „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“, die 2013 schwer bewaffnet die Wälder auf der Suche nach finsteren alten Damen durchstreifen, erwarten uns gleich zwei neue Schneewittchen-Adaptionen. Zum einen „Snow White & The Huntsman“ von Rupert Sanders, der die Zuschauer mit brachialer Gewalt und eindrucksvollen Bilderwelten in die Kinosäle locken will, und zum andern „Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen" von Tarsem Singh („The Fall“), der sich hier zum ersten Mal als familienfreundlicher Regisseur versucht. Singh verzichtet diesmal auf die für ihn üblichen bedeutungsschweren Bilderorgien, glücklicherweise muss man sagen, denn so konnte ein Märchen-Abenteuer ohne Anspruch, dafür mit großem Unterhaltungswert entstehen.

Es ist nicht leicht, ein ganzes Königreich zu regieren. Das muss auch die böse Königin (Julia Roberts) feststellen, die durch ihr extravagantes Leben ein ganzes Königreich an den Rand des Bankrotts geführt hat. Um Geld aufzutreiben, beschließt die Königin den reichen Königssohn Andrew Alcott von Valencia (Armie Hammer) zu ehelichen, und dabei scheint es ihr egal, ob dieser nun will oder nicht. Doch die Königin hat ihre Rechnung ohne ihre Stieftochter Schneewittchen (Lily Collins) gemacht, denn statt an der Königin zeigt sich Prinz Alcott eher an der bezaubernden Schneewittchen interessiert, eine Entwicklung, die die Königin gar nicht gutheißen kann. Doch kampflos gibt sich die raffgierige Monarchin sicher nicht geschlagen…

Eigentlich wollen wir doch alle ein bisschen böse sein, oder? Und genau deswegen schlägt unser Herz manchmal doch für den Film-Schurken, obwohl zumeist alle Hoffnung vergebens ist. Wer will denn schon zum x-ten Mal sehen, wie der goldene Recke auf edlem Ross die Prinzessin aus den Fängen des Drachen/bösen Zauberers rettet? Viel mehr Spaß macht es da doch, wenn plötzlich der Antagonist zur Figur des allgemeinen Interesses gemacht wird und man das (in Märchen) vorherbestimmte Scheitern in all seiner Tragik und aus nächster Nähe miterleben kann. Auch „Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“ rückt man einen echten Bösewicht ins Rampenlicht: Die böse Königin aus Schneewittchen! Perfekt in Szene gesetzt wird dieses egoistische, skrupellose und hinterhältige Frauenzimmer von einer glänzend aufspielenden Julia Roberts, die hier ihr Good-Girl-Image mal so richtig auf die Schippe nimmt und ganz nebenbei noch ihren langjährigen Kampf gegen den Schönheitswahn in Hollywood augenzwinkernd fortführt. Leider haben sich die Drehbuchautoren Melissa Wallack und Jason Keller („Machine Gun Preacher“) scheinbar nicht getraut diesem herrlich überzeichneten Charakter einen ganzen Film zu widmen und so rückt – wie sollte es auch anders sein - nach und nach immer mehr Schneewittchen in den Vordergrund.

Doch langweilig wird die Geschichte dadurch noch lange nicht. Allein Tarsem Singhs gewohnt brillante Optik und die opulenten Kostüme sind schon das Eintrittsgeld wert. Besonders der Maskenball im Schloss gehört zu den besten Szenen im ganzen Film. Die detailverliebten Tierkostüme versetzen einen in ungläubiges Staunen und sorgen zudem noch für ausgelassene Heiterkeit, denn wann sieht man schon mal einen Adligen mit einer überdimensionierten Spinne auf dem Kopf Walzer tanzen?

Wider erwarten entpuppt sich auch der Schneewittchen-Handlungsstrang als ungemein unterhaltsam. Mit Lily Collins („The Blinde Side“) hat Tarsem Singh rein optisch gesehen einen wahren Glücksgriff gelandet, denn die junge Schauspielerin scheint ihrer literarischen Vorlage wahrlich aus dem Gesicht geschnitten. Das war dann aber auch schon alles, was sie mit der grimmschen Königstochter gemein hat, denn Collins gibt hier ein schlagfertiges und vor allem emanzipiertes Schneewittchen, das auch vor Waffengewalt nicht zurückschreckt. Zwar schafft es die Schauspielerin nicht immer als toughe Schneewittchen-Variante zu überzeugen, doch im romantischen Zusammenspiel mit dem überaus charmanten Armie Hammer („J.Edgar“), der hier den (fast) perfekten Bilderbuchprinzen Andrew Alcott von Valencia abgibt, weiß letztendlich auch Collins zu begeistern.

Die eigentlichen Helden in „Spieglein Spieglein" sind jedoch ohne Zweifel die sieben Zwerge. Diese haben inzwischen dem Bergbau abgeschworen und versuchen sich nun als Scheinriesen und Wegelagerer und entpuppen sich als wahre Stimmungskanonen. Auch wenn keiner der Zwerge eine wirkliche Persönlichkeit besitzt, verbreitet die Truppe eine so ausgelassene Stimmung, dass man als Zuschauer gerne bei dieser munteren Runde mitmischen würde. Diese Truppe ist so ursympathisch, dass man ihnen gerne noch mehr Leinwandzeit zugestanden hätte. Wer weiß, vielleicht schaffen es die sieben Zwerge in einem eigenen Spin-Off sich endlich aus dem Schatten von Schneewittchen zu lösen, verdient hätten sie es schon lange.

Fazit: Tarsem Singhs Ausflug in die grimmsche Märchenwelt kann durch wunderbar aufgelegte Schauspieler, eine gewohnt großartige Optik und die coolste Zwergentruppe seit den Time Bandits begeistern.

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten


Kommentare (113) — Film: Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen


Sortierung

DutchSchaefer

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Nachdem ich sehr geringe Erwartungen an dem Film hatte, wurde ich größenteils überraschend gut unterhalten. Was Visuelles angeht, hat Regisseur Tarsem Singh einiges drauf, was dem Film einen schönen Stil verleiht. Besonders die Ausstattung ist sehr gut gelungen. Noch dazu hat der Film einige nette Einfälle und setzt die Schneewittchen-Geschichte auf seine ganz eigene Art um. Anders als befürchtet, ist der Film wenig kitschig und ist insgesamt ziemlich unterhaltsam, da er auch einen ganz guten Humor hat. Highlight des Films ist wohl Julia Roberts, die als böse Königin einen guten Job macht und sichtbaren Spaß an der Rolle hatte.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Borke

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Eine humorvolle Interpretation von Schneewitchen.
Leider hat der Humor, trotz ein paar guter Ideen, nicht so wirklich zünden wollen. Man kann ihn durchaus mal ansehen, sollte aber nicht zu viel erwarten.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

HulktopF

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

fängt interessant an, hat schräge ansätze, ist aber in der ausführung etwas halbherzig..

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

TheEighthHorcrux

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Frische, interessante Neuinterpretation des Märchens, optisch sehr ansprechend und mit Julia Roberts als perfekt witzige Verkörperung der fiesen Königin.
Einziger Minuspunkt für mich ist, dass der Film teilweise eher als Kinderfilm rüberkommt.
Trotzdem witzig und sehenswert und garantiert besser als der Schrott aus dem gleichen Jahr, in dem Kristen Stewart mitspielt.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Clamio

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Zum Einmal anschauen reicht es.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Martin Oberndorf

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schneewittchen - #whiteedition

Ja, ich habe mich kurzerhand entschlossen, mir die beiden großen Schneewittchenverfilmungen aus 2012 zu besorgen. So im direkten Vergleich also.
Immerhin: zwei in meinen Augen begnadete Schauspielerinnen in der Rolle der bösen Königin, die Trailer beider Werke sahen großartig aus und nichts deutete daraufhin, dass mir die Werke missfallen könnten.
Also... hier kommt mein Kommentar zum ersten, nämlich "Spieglein Spieglein".
...
Da ist sie also, die hellere, aufmunterndere, fröhlichere und lieblichere Version des Märchens.
Als Schneewittchen: Lily Collins
Als böse Königin: Julia Roberts

Schneewittchen wird von ihrer Stiefmutter, der bösen Königin, gefangen gehalten und darf selbst an ihrem 18. Geburtstag ihren Raum nicht verlassen. Die Königin selbst hat jedoch ebenfalls zu kämpfen: ihr Jugendwahn macht ihr schwer zu schaffen. Sie ist nicht mehr die Jüngste, doch durch Kosmetik, prunkvolle (und viel zu enge) Kleider und dem richtigen, jungen Mann an der Seite kann man gekonnt tricksen. Es handelt sich ja auch nur um "Fältchen". Leider leidet das Volk sehr unter dem ausschweifenden Lebensstil der Königin, als dass es in Form von Steuern dafür blechen muss und selbst der Armut verfallen ist. Doch auch das reicht nicht: man kann es drehen und wenden wie man will - der Palast ist pleite!
Es gibt nur eine Lösung: die Königin muss einen reichen Prinzen heiraten. Der Traumgatte hat allerdings nur Augen für Schneewittchen, die zusammen mit den diebischen Zwergen nur am Wohle des Volks interessiert ist...

"Ihr seid garnicht so ein jämmerlicher Waschlappen wie ich immer geglaubt habe."
"Das ist das netteste, was ihr je zu mir gesagt habt."

"Spieglein Spieglein" hält sich zum Einen an das Originalmärchen, in Form der Grundsituation, der Figuren (mit Ausnahme des Jägers) und der bekanntesten Szenen und Zitate verändert aber einige Ansätze, parodiert die Geschichte und dreht einige Szenen gänzlich um, um einen anderen Storyverlauf zu erschaffen.
Dabei bleibt "Spieglein Spieglein" stets sehr kindgerecht, als dass eventuelle bedrohliche und düstere Szenen nie ausgeschlachtet werden und immer mit überdeutlichem Humor gespickt sind, zumeist ist der Film aber hell und fröhlich. Es gibt immer wieder pazifistische Botschaften, sowie Anregungen, das Richtige zu tun.
Der Humor und die Bildsprache sind auch kindgerecht, sodass der Film auch für einen Abend mit der ganzen Familie bestens geeignet ist.

Eines fällt sofort auf, nachdem der Film eingelegt wurde: ATEMBERAUBENDE Kostüme und Kulissen. Die Gewänder in diesem Film nicht nur märchenhaft sondern einfach wunderschön, selbst, wenn man auf so etwas normalerweise garnicht so achtet.
Ansonsten:
Eine wirklich fantastisch besetzte Julia Roberts, der die Rolle auf den Leib geschneidert scheint.
Ihre Performance wirkt stellenweise sehr selbstironisch, da auch sie weiß, dass die hübsch ist, aber allmählich zu altern beginnt. Ihre Rolle ist in dieser Art aber so komödiantisch überzeichnet, dass es unheimlich viel Spaß macht, ihr zuzusehen, wie sie immer wieder versucht, sich hübsch zu profilieren und Schneewittchen kleinzureden.
Diese ist übrigens auch toll besetzt, da Lily Collins sowohl optisch als auch von ihrer Ausstrahlung her die Lieblichkeit und Güte ihrer Figur perfekt verkörpert und sich somit als echter Glücksgriff herausstellt.

Wo "Spieglein Spieglein" ungemein punkten kann, ist, dass er trotz seines oftmals ironischen Humors stets zauberhaft bleibt.
Vorwiegend handelt es sich um eine Märchenverfilmung, dann um eine Komödie.
Dabei ist der Film aufwändig und liebevoll gestaltet, sodass er groß und klein Spaß macht.
Eine gewisse Affinität für kindliche Macharten schadet aber nicht.
Gerade bei Märchen kommt das in meinen Augen wunderbar an.
Es macht einfach unheimlich viel Spaß, dieser kleinen, unheimlich sympathischen Welt um Schneewittchen zuzusehen, wie sie sich entwickelt. Als Erwachsener und Kind.
Da braucht es keine klugen, philosophischen Ansätze, keine Brutalität, keinen Ernst.
Da lässt man sich einfach in diese traumhafte Welt fallen und sich von all dem Zauber fesseln. Dann hat man auch eine wunderbare Zeit!

"Spieglein Spieglein" ist ein Film, der einfach unheimlich süß, witzig und unterhaltsam ist, und auch das Potenzial hat, eines meiner liebsten Feel-Good-Movies zu werden.

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten

psychobasti

Antwort löschen

Schöner Kommentar. :) Ich glaub den schau ich mir nochmal an, hat mir beim ersten mal schon gut gefallen (7 Punkte) und vor allem besser als Snow White and the Huntsman.


Martin Oberndorf

Antwort löschen

Danke sehr!
Dann tu das! Ist sicher ein Filn von der Spate "Kann man immer wieder gucken"
SWATHM fand ich aber auch große Klasse.
Sogar noch etwas besser als den (ich steh auf solche Fantasyspektakel und Charlize Theron spielte göttlich).


sacheria

Kommentar löschen

Ich hab jetzt den Trailer von Spieglein Spieglein gesehen und muss sagen, dass es eigentlich ganz ansprechend aussah. In wiefern kann ich bei dem Film einen Bezug auf Maleficent ziehen? Ist diese Verfilmung besser gemacht? Wie abweichend ist der Film von der wahren Geschichte? Also wie viel Märchenreiz geht hier verloren oder wird tatsächlich dazu gewonnen?

Lg Manu

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

JokerReviews

Kommentar löschen
Bewertung3.0Schwach

"Spieglein, Spieglein" kam im gleichen Jahr wie "Snow White and the Huntsman" heraus, welchen ich unfassbar enttäuschend fand. Also war ich ganz optimistisch, dass mir zumindest diese Schneewittchen Neuinterpretation gefallen könnte. Erst mal positiv zu erwähnen ist, dass man hier nicht so wahnsinnig war und Kristen Stewart als Schneewittchen besetzt hat (was kommt als nächstes Justin Bieber als He-Man?). Leider wars das fast schon mit den Lobeshymnen, denn auch wenn ich es immer noch nicht ganz fassen kann muss ich knallhart sagen, dass ich Spieglein Spieglein richtig richtig schlecht fand und Snow White and the Huntsman sogar noch unterbietet.

Schneewittchen lebt gefangen im Schloß bei ihrer bösen Stiefmutter, der Königin. Eines Tages soll sie umgebracht werden doch ihr potenzieller Mörder lässt sie laufen. Und so landet sie bei den 7 Zwergen, mit denen sie sich nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell anfreundet. Schnell stellt sie fest, dass die Königin nicht nur sie sondern auch das ganze Volk schlecht behandelt hat und so schließt sie sich den Zwergen an und wird eine tapfere Diebin. Allerdings werden nur die Reichen beklaut und das Geld wird unters Volk gebracht.

Ich habe absolut nichts gegen Reboots, Neu - und Eigeninterpretationen, aber man sollte bei solchen Werken zumindest minimal erkennen können worauf das Werk ursprünglich basiert. Hier ist nichts davon zu spüren, das Originalwerk wird völlig durch den Kakao gezogen aber leider fast schon auf unfreiwillige Art. Der Film versucht auf biegen und brechen witzig zu sein und wiederholt sogar oft die selben Scherze was sehr an den Nerven zerrt. Durch diese absurden Albernheiten kann der Film auch nicht bei den ernsten Momenten überzeugen. Achja und wer schon immer eine total grauenhafte Bollywood Nummer in einem Schneewittchen Film sehen wollte ist hier genau richtig.

Die Schauspieler agieren ebenfalls auf unterem Niveau. Lily Collins, Tochter von Phil Collins, ist zwar optisch wunder wunderschön aber was nützt das wenn man nicht schauspielern kann? Man merkt fast schon, dass sie sich irgendwie nicht wohl fühlt in ihrer Rolle und völlig monoton und frei von Emotionen agiert. Aber die größte Sauerei war Julia Roberts als böse Königin, schon so ein Widerspruch in sich wie ich finde. Roberts versagt in der Rolle komplett und spielt so schlecht und spricht mit einem so schlechten und gezwungene Akzent, dass sie für mich eine größten Fehlbesetzungen überhaupt in diesem Film ist. Immerhin waren die 7 Zwerge auf Ok-Level und auch der 3minütige Überraschungsauftritt eines Game of Thrones Stars war praktisch besser als der gesamte Film.

Fazit : Fürs 11 Uhr Programm im Kinder-TV ist der Film vielleicht richtig. Kostüme und Optik sind nett, aber der Film an sich ist ein katastrophaler Fehlschlag und scheitert praktisch in allem was er gerne sein will. Lange habe ich keine so schlechte Märchen Adaption gesehen und ich bin froh, dass es dieses Jahr Maleficent gab der uns gezeigt hat wie man so einen Film richtig macht. Disney übernehmen sie!

3/10

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

lirgg1991

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ich find diese Version von Schneewittchen toll. Es muss nicht immer alles exakt wie die Vorlage sein. Die Zwerge habe ich zum brüllen komisch gefunden! Für Kinder vielleicht etwas ungeeignet.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

hallidalli

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Annehmbarer bunter Film der sich leider auf wenige Kulissen/Landschaften beschränkt die dann ärgerlicherweise auch noch aus den Computern kommen!!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

mikkean

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Die gute alte Mär von Schneewittchen, jetzt mal ganz anders. Als gigantomanisches, kunterbuntes Zuckerwatten-Augen-Bonbon. Mit Julia Roberts, die durch die Kulissen stampfen darf und als böse Königin Jugendwahn und Geldknappheit zu trotzen versucht. Lily "Genau-die-Tochter-von-dem-Phil" Collins als gutherziges Schneewittchen, das eigentlich naiv und weltfremd sein müsste, dann aber doch ziemlich schlitzohrig daherkommt. Und auch die sieben Zwerge sind nicht mehr im Diamanten-Abbau-Geschäft, sondern verdingen sich als akrobatisch begabte Räuber.

Alles klar? Na wunderbar. "Spieglein Spieglein" möchte der etwas andere Märchenfilm sein, mehr als eine Disney-Real-Version. Dafür fährt Regisseur Tarsem Singh einiges auf. Wie immer zeigt sich dabei, dass Singh zu den visuell begabtesten Filmemachern Hollywoods gehört. Sein Snow White sieht klasse aus und erinnert mit seiner Fülle an Details an Tim Burtons "Charlie Und Die Schokoladenfabrik". Weil auch Singh in die Vollen geht, dabei leider am fundamentalen Kleister vermissen lässt, der optische und inhaltliche Reize zusammenhält.

So ist seine Schneewittchen-Version ein vergnüglicher Film, bei dem vor allem Julia Roberts in ihrem Beauty-Boot-Camp amüsiert oder Nathan Lane als ihr Speichellecker. Die Spitzen bleiben jedoch eher kindgerecht, weswegen der Film dann auch insgesamt für die ganze Familie gemeint ist. Am besten aber bei den kleinen Zuschauern funktioniert. Wir Größeren dürfen oder müssen halt immer fragen, ob die eine oder andere Entwicklung (Schneewittchen rasche Wandlung zur ausgebufften Freibeuterin an Land, die gesamte Magie) besser als Parodie oder als niedliche Naivität funktioniert.

Im direkten Vergleich zum Konkurrenten "Snow White And The Huntsman" (den ich immer noch als herrlichen Quatsch mit verdeckten Qualitäten erachte), ist Tarsem Singh vielleicht die optisch schlüssigere Version gelungen. Ein Märchenfilm, der sich ganz wie ein Märchen anfühlt und keine unnötigen Anleihen heranzieht, um sich aufzumotzen. Als eben jenes Märchen ist die Erzählweise aber auch zielstrebig engstirnig. Vorhersehbare, harmlose Gags werden einer satirischen Betrachtung bevorzugt (Kinder-)Augen dürfen funkeln, indem sämtliche dunklen Elemente abgeschwächt werden. Interessanterweise erinnert mich "Spieglein Spieglein" oft an die unterschätzte Schneewittchen-Variante mit Sigourney Weaver. Nur war diese konsequent karg, erwachsener und zeigte die böse Königin teilweise als Opfer des unbarmherzigen Wettrennens mit der Jugend.

Dass sich davon sogar nichts in "Spieglein Spieglein" findet, ist natürlich kein Verbrechen. Der Film widmet sich ganz seinen optischen Vorzügen und bleibt damit ganz dem Motto der bösen Königin: Die Oberfläche ist alles, was zählt.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

AmeliaPond

Antwort löschen

Den mochte ich gerne.Schon allein weil er sich traut so bunt zu sein,wo doch dunkel und bierernst gerade angesagt ist. :)


mikkean

Antwort löschen

Optisch ist er erste Sahne, Oberliga der Märchenfilme. Die Zwergentruppe gefiel mir besonders. Aber auch Julia Roberts ist ein Volltreffer, weil sie solchen Spaß beid er Sache hat. Ich verstehe aber auch, dass viele den Film als unentschlossen auffassen. Will er nun ganz kindgerecht sein oder hätten ein paar erwachsenere Verweise reingepasst. Auf jeden fall ziehe "Spieglein Spieglein" den neuesten Märchen-Versionen der ARD vor. Bereitet mir mehr Freude :)


Zuckerspinne

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Spieglein Spieglein ist nett.
Das Setting ist "nett", die Kleider sind "nett", die Story ist ganz "nett", die böse Königin ist viel zu "nett" und Schneewittchen, oder hier auch Schneechen genannt, ist leider auch nur ganz "nett".

Es ist alles ganz ok. Aber eben, ihr ahnt es sicher schon, alles ist irgendwie nur ganz "nett".
Wenn man nichts erwartet, wird man "nett" unterhalten und das war's dann auch schon.

Übrigens fand ich Julia Roberts gar nicht mal so gut. Sie wirkte auf mich, nun, wie Julia Roberts. Nicht wie die böse Königin, dafür war sie zu, ja wirklich, viel zu "nett".

Eine richtig böse Königin, lehrt einem das fürchten und gibt auch nicht so schnell auf.
Für mich war ja Sigourney Weaver die beste, böse Königin. Obwohl ich Charlize Theron auch toll fand.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Filmfan30

Kommentar löschen
Bewertung3.0Schwach

Spieglein, Spieglein an der Wand, was ist die schlechteste Schneewittchen-Verfilmung im Hollywood-Land?

The Huntsman konnt' den Titel nicht kriegen, so bringt Lilly Collins die Unterhaltung zum Erliegen. Schreckliche Kostüme, kitschige Handlung, vom klassischen Märchen zur Fantasyschnulze, welch' Wandlung! Einzig Roberts reißt es raus, damit es etwas besser wird, der Graus. Bleibt bei Disney, seid so gscheit, da gibt sich zwar Zeichentrick das Geleit, aber dennoch sind die Zwerger netter, Schneewittchen hübscher und die Handlung besser.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

Filmfan30

Antwort löschen

Ich glaub, die haben beim Produzieren Koks genommen. Ich stelle mir das so vor: Produzent nimmt ne Nase voll. "Weiß wie Schnee....Ah, super Idee, machen wir einen Schneewittchen-Film und geben ihr den Spitznamen Schneechen." - "Weiß wie Schnee, Augenbrauen so schwarz wie Ebenholz...." - "Ja, aber der Prinz soll schon der totale Loser sein." - "Na sicher, kein Mann soll besser dargestellt werden als wir." Noch ne Nase voll. :-))


JokerReviews

Antwort löschen

Also da fand ich es viel absurder Kristen Stewart als Schneewittchen zu besetzen.


KwesiKulture

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Mhhhh, da freut man sich mal auf eine moderne Version eines Klassikers und nachdem "Snow White & the Huntsman" als blöde, stumpfe Actionversion verschrien war, dachte ich mir, als Sonntagabend-Unterhaltung kann das ganze ja nur besser funktionieren, als eben genannte, zur selben Zeit konkurrierende Version des Märchen. Leider weit gefehlt:

Kitschig, übertrieben, knallig und weichgezeichnet kam das alles daher. Julia Roberts als sonst so respektable Schauspielerin mochte mich bis auf ein paar Szenen absolut nicht packen und wirre Ideen, ein fehlender roter Faden und ein mehr als blasser Prinz ließen mich verzweifeln, irgendwie meinen Halt oder Emotionen in der Verfilmung zu finden. Zumal mich diese Version der "Sieben Zwerge" einfach kalt gelassen und fast eher verärgert hat, dank ihrer Job-Wahl. Bei allem Wunsch nach Abwechslung und Eigenständigkeit wäre da ein wenig mehr Tradition besser gekommen, vor allem, weil man sich gegenüber "Snow White & the Huntsman" super als Familien-Realfilm-Version des klassischen Disney-Films am Markt hätte platzieren können.

Alles in allem ein paar Schmunzler und ein/zwei Lacher, die den Film aber nicht über die 5,5-Grenze heben können. Und bitte: Natürlichkeit ist schön und Lily Collins ist wirklich hübsch, aber ein wenig Zupfen der doch sehr massiven Augenbrauen wäre nicht gerade "unnatürlich" und fake, wenn sie im Film manchmal eh schon nach Porzellan aussieht.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Dr.Bobo

Kommentar löschen
Bewertung2.0Ärgerlich

Oh Gott -.- Die Gebrüder Grimm würden sich im Grab umdrehen nachdem sie diesen Schund gesehen hätten !
- Klischeehaft
- Viel zu überdreht
- Hässliche Kulissen + Kostüme
- Vorhersehbare Story
- Das Ende war grausam
Das einzige was etwas Spaß gemacht hat war Julia Roberts die echt gut als böse König war, Sean Bean und es gab ein oder zwei schöne Einfälle. Da doch lieber zum x-ten mal Zeichentrick-Schneewittchen !

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

el_presidente87

Kommentar löschen
Bewertung3.0Schwach

Außer Julia Roberts, einigen wenigen netten Einfällen und der durchaus sehenswerten Ausstattung hat dieser Märchenverschnitt nichts bieten. Viele Gags zünden nicht und der Film ist insgesamt ziemlich öde!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Spike1990

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

"Spieglein, Spieglein.." ist ein nettes und kurzweiliges Fantasy-Märchen. Julia Roberts mimt die intrigante Stiefmutter hingebungsvoll, aber mit Selbstironie. Sean Bean hat als gütiger und gerechter König zwar nur 2 Minuten Screentime, er war aber dennoch in der Lage seiner kleinen Rolle Gewicht zu verleihen.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

TerminatorCHRIS

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Also ich bin eher positiv überrascht worden. Eine ganz solide Intepretation mit vielen Pointen und Wendungen, die zum größten Teil in der Geschichte gepasst haben. Auch die Kostüme sprechen für diesen unkoventionellen Märchenfilm.
Kleine Kritik: Der Titel "Mirror, Mirror" passt überhaupt nicht. Den Spiegel sieht man sehr selten.
(vgkm. 25.04.11)

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

joker99

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

1 Punkt für Julia Roberts
1 Punkt für die netten Kostüme
2 Punkte für Schneewittchens Augenbrauen

uuuuund jeweils 0,2143 Punkte für jeden der Zwerge.

Insgesamt ein netter, vorhersehbarer Sonntagabendfilm, mit einer amüsanten Roberts, netter Kullise aus der Rechnerretorte, die wohl noch ein paar Konzeptzeichnungen aus Burtons "Alice im Wunderland" über hatten und einem paar mächtiger Augenbrauen. Kann man sehen, muss man aber nicht. Ich tendiere zu Zweiterem.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

abendrot

Kommentar löschen
Bewertung2.0Ärgerlich

Die besten Darsteller in diesem Film sind die Raupen, die Lily Collins' Augenbrauen spielen. Ist ja auch kaum möglich, dort nicht hinzugucken. Julia Roberts ist für die Rolle der zynischen Stiefmutter eigentlich wie geschaffen, aber es nützt wenig, wenn sonst niemand im Film ein ebenbürtiges Charisma besitzt und das ganze somit zu einer Art One-Man-Show gerät. Da Schneewittchen ihre klassisch-unselbstständige Brave-Mädchen Rolle beibehält, bildet sie einfach kein keckes Gegengewicht zur abgehobenen Stiefmama. Der Plot ist ein kitschiges Knallbonbon und in der gesamten Erzählstruktur fehlt ein roter Faden.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten


Deine Meinung zum Film Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen