Starkey

Divorcing Jack (1998), GB/IE
Laufzeit 110 Minuten, FSK 16, Thriller, Komödie, Kinostart 10.06.1999

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von David Caffrey, mit David Thewlis und Rachel Griffiths

Dan Starkey, Kolumnist bei einer Belfaster Zeitung und mit Herz und Seele Bier- und Whiskeytrinker, gerät zwischen alle Fronten: von einem Tag sind die Katholiken, die Protestanten und die Polizei hinter ihm her, und das alles, weil er wegen eines Mordes gesucht wird, den er gar nicht begangen hat.

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Kommentare (2) — Film: Starkey

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Sonse

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Bewertung7.5Sehenswert

"Divorcing Jack" ist Hitchcocks "39 Steps" als schwarze Komödie in Nordirland. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Colin Bateman liefert David Caffrey ein sehenswertes Spielfilmdebüt ab.

In einem fiktiven, weil unabhängigen Nordirland soll der Premierminister gewählt werden. Dan Starkey, sardonischer Journalist mit Hang zu Hochprozentigem ("When I was 8 years old, I woke up in the middle of the night and found my brother pissing on my typewriter. I decided then and there that there was something wonderful about alcohol"), soll sich mit einem amerikanischen Kollegen um die Berichterstattung kümmern. Er vögelt die Falsche und hat sogleich zwei Leichen am Hals. Seine Frau verlässt ihn, er bekommt mit dem charismatisch-schmierigen, designierten Premier Probleme und nicht nur die Polizei, sondern auch der gefürchtete Terrorist Keegan ist schon bald auf seinen Fersen...

Wer einen Film über die nordirischen "Troubles" sucht, ist hier falsch. "Divorcing Jack" ist eine unterhaltsame Mischung aus einer bizarren, schwarzen Komödie und einem Mann-auf-der-Flucht-Thriller mit einem Schuss Politsatire. Es dauert ein klein wenig zu lang, bis der Film Fahrt auf nimmt. Den uneinheitlichen Ton hätte Caffrey besser ausbalancieren müssen, so schwankt man hier zwischen Witzen und Dramatik - brutalen Morden, deren Opfer mit zu großer Leichtigkeit weggewischt werden - umher. Das Skript macht dennoch Spaß und man folgt Starkeys Flucht und Suche nach Antworten besonders gern, dank der tollen Schauspieler.

Allen voran bleibt einem sicher Rachel Griffiths' (die sieht man auch viel zu selten) Krankenschwester/strippende Nonne in Erinnerung. Robert Lindsay (Politiker Brinn) und Jason Isaacs (Terrorist Keegan) müssen ebenfalls lobend erwähnt werden.

Fünf Jahre nach seinem fulminanten Auftritt in "Naked" ist Starkey Thewlis' nächste Hauptrolle. Warum hat das solange gedauert? Warum folgten auch danach keine weiteren großen Rollen und er wurde in kleinen Parts in oft vergessenswerten Filmen verschwendet? Na, ich ahne es schon... Wie ich diese entsetzlich langweiligen gesellschaftlichen Schönheitskonventionen verachte, wer nicht durch die Schablone passt, wird aussortiert. Ich kann so manche Klone schon gar nicht mehr auseinanderhalten... Bitte gebt dem Mann bessere Rollen. Da geht sicher auch noch mehr als der fiese Spötter und das gutherzige Wrack... Denn hier ist er wieder ausgezeichnet und angenehm anders.

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doctorgonzo

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Bewertung9.5Herausragend

Toller Film, ausgehend von der typisch nordirischen Problematik. Sehr schön, wie Starkey, toll gespielt von David Thewlis (wohl den meisten bekannt als Professor Lupin in "Harry Potter und der Gefangene von Askaban),der in immer größere Schwierigkeiten gerät. Herrliche, gut entwickelte und sich entwickelnde Charaktere, eine mitreißend dynamische Geschichte, ein gesundes Maß an Action (ohne Computereffekte!), und typisch britisch: schwarzer Humor. Lobend zu erwähnen ist auch noch Jason Isaacs, der als Hauptantagonist von Starkey glänzt. Ein netter Nebengag ist der Kurzauftritt von Danny Dyer als gelangweiltem Postangestellten. Fazit: Ein ganz feiner Film, über Gauner, Gangster, Politiker und den Nordirland-Konflikt.

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