Stealing Shakespeare

Stealing Shakespeare (2010),
Laufzeit 50 Minuten, Dokumentarfilm

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Stealing Shakespeare - Bild 4394719
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mit David Tennant

BBC-Dokumentation über Raymond Scott, der plötzlich mit einer lange verschollenen, da gestohlenen First Folio-Ausgabe Shakespeares in den USA auftauchte, und daraufhin diverse Experten, das FBI und englische Ermittlungsbehörden beschäftigte.

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Bewertung7.5Sehenswert

Man glaubt es existieren derzeit noch 228 Ausgaben von Shakespeares First Folio, dem neben der King James Bible wohl wichtigstem Buch englischer Sprache. Damals kostete es ein Pfund, heute ist eines dieser Bücher allein mehrere Millionen wert.

1998 wurde die Ausgabe der Durham University in England gestohlen. Zehn Jahre später tauchte ein Mann, wie sich herausstellte, nachdem zahlreiche Experten weitere Experten befragt hatten, mit eben dieser Ausgabe ausgerechnet in der Folger Shakespeare Library in Washington D.C. auf, welche die größte Sammlung dieses Buchs ihr eigen nennt.

Raymond Scott behauptete sich nicht besonders auszukennen und auf Kuba in Besitz dieses alten Buchs gelangt zu sein. Ermittlungen belegen anderes.

Diese neue und wirklich unterhaltsame BBC-Doku, erzählt von David Tennant, beschreibt den Fall und "belohnt" gleichzeitig Scott, dem scheinbar nichts wichtiger ist als seine 15 Minuten Ruhm. Einerseits lässt sie ihn groß und dramatisch seine Geschichte und seine Sicht der Dinge erzählen, andererseits lässt sie genau dabei die Leine lang genug, damit er sich selbst an ihr erhängen kann.

Scott als exzentrisch zu beschreiben wäre eine Untertreibung. Der Titel "Stealing Shakespeare" legt nahe, er habe das Buch geklaut. Das konnte nicht bewiesen werden, und von dieser Anklage wurde er vor etwas über einem Monat freigesprochen. Wegen Hehlerei und Verschiebens gestohlener Ware ins Ausland wurde er jedoch schuldig gesprochen und ging dafür gestern, am 02. August 2010, für jeweils sechs und zwei Jahre ins Gefängnis. Noch schlimmer als all das finde ich jedoch, dass das Buch unglaublich beschädigt wurde, u.a. wurde der Einband komplett abgerissen, und da sich das Buch wohl tatsächlich zehn Jahre in seinem Besitz befand, war er daran sicher nicht unbeteiligt.

"Passing sentence, Judge Richard Lowden said: 'You are to some extent a fantasist and have to some degree a personality disorder and you have been an alcoholic. It is clear that from the (psychiatric) report you are not suffering from any mental disorder.' Judge Lowden said that Scott had either deliberately damaged the book himself or was party to its damage. He added: 'It would be regarded by many as priceless but to you it was definitely at a very big price and you went to very great lengths for that price.' […] He declined to give any evidence in his defence during his three-week trial."
http://www.bbc.co.uk/news/uk-england-wear-10838480

Das Folio befindet sich nun wieder in der Universität von Durham.

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