Stephen Kings Es - Kritik

It

US · 1990 · Laufzeit 192 Minuten · FSK 16 · Horrorfilm, Drama, Thriller
  • 7 .5

    Kritiker reduzieren Tommy Lee Wallace Verfilmung wird gerne auf die fulminanten Auftritte von Tim Curry als Pennywise-Inkarnation von Es reduziert. Und auch wenn seine Auftritte ganz klar zu den schaurigen Highlights gehören, hat die TV-Adaption von Stephen Kings Meisterwerk weit mehr zu bieten. Trotz zahlreichen Kürzungen fängt Wallace den charakteroreintierten Ansatz der Vorlage ein, indem er sich Zeit für die einzelnen Charaktere nimmt. Sie schaffen die Grundlage dafür, dass die Auftritte des namenlosen Bösen erst richtig zur Geltung kommen. Indem wir die Charaktere ernst nehmen, können wir auch ihre Ängst ernstnehmen.

    Inszenatorisch wirkt das ganze nach über 25 Jahren natürlich etwas angestaubt, bewegt sich mit Sugesstivschnitten und einige Planfahrten aber immernoch meilenweit über der üblichen TV-Standardkost der beginnenden 1990er-Jahre.

    "Es" beschert mir auch heute noch Gänsehaut und das muss die geplante Neu-Interpretation erstmal hinbekommen. Ich bin freudig gespannt.

    • 6 .5

      Solider Horrorstreifen, der Clowns nicht gut dastehen lässt, mir waren sie immer schon suspekt, wenn ich diesen Film als Kind gesehen hätte, wäre er sicher höher bewertet worden.
      Tim Curry spielt hier hervorragend, kriegt man richtig Angst, bin mal gespannt auf die Neuinterpretierung nächstes Jahr.

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      • 5

        Trotz einer Laufzeit von drei Stunden muss der Film die Dramaturgie des Romans opfern: In beinahe jeder Szene lässt Stephen Kings ES in irgendeiner Form das Böse auf seine Protagonisten los und wirkt dabei recht atemlos und letztlich zu uninspiriert, weil die Zwischentöne des Romans fehlen. Zudem [...]

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        • 8
          movievictim 28.08.2016, 08:25 Geändert 28.08.2016, 08:39

          Gute bis sehr gute Schockeffekte, prima Schauspieler.
          Wir sehen in Rückblenden, wie es Erwachsenen in ihrer Jugendzeit erging und welch traumatische Ereignisse sie gemeinsam haben.
          Immer aktuell, leider: Mobbing unter Kindern.
          Die Kinderdarsteller fand ich sehr gut ausgesucht, jedes Kind war eine echte Type.
          Bei all dem Horror gibt es aber auch viel zu lachen, manches Mal wurde es mir warm ums Herz.
          Die musikalische Untermalung ist erste Sahne.

          Und über allem steht Clown Pennywise, das personifizierte Böse.

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          • 6 .5

            Der Film kommt ans Buch nicht ran, ist aber trotzdem eine der besseren King-Verfilmungen. Kann mich noch gut erinnern das der Trailer in den 90ern immer schön im Nachmittagsprogramm von Sat.1 lief, mit Pennywise im Gulli, das war als Kind schon echt hart.

            Als ich mich dann Jahre später endlich getraut hab, der erste Teil der TV-Fassung ist wirklich stark und gruselig, wenn es dann im zweien Teil auf das schon im Buch typisch verhunzte King-Ende zugeht wirds dann merklich schwächer, nicht nur wegen der überschaubar guten Animationstechnik dieser Zeit.

            Aber er ist zweifellos im Gedächtnis geblieben.

            • 7
              sachsenkrieger 09.08.2016, 22:59 Geändert 09.08.2016, 23:00


              Um es mal kurz zu machen, war ES einer der Romane Kings, die mich am meisten beeindruckt haben. Das tat nicht nur der Horror, der einen während des Lesens völlig unvermeidlich in Angstzustände versetzt, sondern auch die herzerwärmende Geschichte um den "Club der sieben glücklichen Verlierer". Diese wunderbare Ode, dieses Epos an eine bedingungslose, kompromisslose Freundschaft, wie wohl nicht nur ich, sie niemals kennenlernen durfte. 7 Freunde, 7 Außenseiter, 7 Kinder, die sich allem entgegenstellen, das den Ort ihrer Kindheit, zu zerstören droht. Sie stellen sich den eigenen Ängsten, stellen sich der Interesselosigkeit, der Apathie und Hoffnungslosigkeit ihrer Umgebung entgegen, um nicht von dem Grauen aus der Tiefe, irgendwann einer nach dem anderen aufgefressen zu werden. Das Böse in Derry, der tollwütige Clown, die äonenalte Spinne im Netz. Das sind all die Dinge, die ein Ort wie Derry, der sinnbildlich für alle menschlichen Ansiedlungen steht, tief in seinem Inneren, im Untergrund verbirgt. Und immer mal wieder, alle 30 Jahre, einmal in jeder Generation, bricht der Damm, läuft das Fass aus Neid, Gier und Hass über und es kommt zu einer Serie an Untaten. Die unter dem Clownskostüm lauernde Spinne ... das kann jeder von uns werden.

              Das Buch eines von Kings stärksten und magischsten. Der Film mit 180 Minuten viel zu kurz, um dem über 1500 Seiten starken Buch gerecht zu werden. Trotzdem ist Tommy Lee Wallace ein anständiger Film gelungen, der besonders viel Wert auf die hervorragende Charakterzeichnung des Buches legt. Besonders die Kinderrollen, sind hervorragend besetzt und so macht zumindest mir, der erste Teil des Films wesentlich mehr Spaß. Zum Ende hin, kommt leider wieder einmal, die damals noch ernüchternd schlechte CGI zum Tragen. Wirklich gruselig wird es eigentlich auch zu keinem Zeitpunkt. Da empfiehlt es sich doch eher, sich das Buch zu schnappen, mitten in der Nacht in den Keller zu gehen, um sich dann den ganzen Schinken, mit der flackernden Taschenlampe in den zitternden Fingern, vorm leise tropfenden Wasserhahn der Waschküche durchzulesen. Kein Meisterwerk, aber eine Meßlatte, die eine Neuverfilmung erst einmal überspringen muss...

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              • 4

                Ziemlich lieblos gedrehte, schlecht besetzte (John-Boy!) Verfilmung.
                Die Punkte gibts nur für das - empfehlenswerte - Buch, das ist purer Horror.

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                • 8

                  Dieser Film hat meine Kindheit zerstört mit 8 das erste mal gesehen weiß bis heute nicht wirklich warum aber seit diesem Film habe ich panische angst vor Clowns in Erwachsenen alter hab ich mir den nochmal angeschaut da fand ich ihn dann nicht mehr ganz so schlimm aber angst vor Clowns hab ich immer noch Dank pennywise

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                  • 9

                    ich hasse Clowns und Duschabflüsse sind mir einfach suspekt...hab ich mit 11 das erstemal gesehn und abneigungen sind erhalten geblieben...ansonsten toller Film, wobei teil zwei (inder fernsehversion) deutlich verliert..(ist aber im Buch der selbe Fall)....das ist Horror.

                    • 6 .5
                      LuxLisbon 03.06.2016, 13:31 Geändert 20.06.2016, 12:50

                      Habe jetzt erst mitbekommen, daß ES neu verfilmt wird. *Hurra Als Teenie habe ich das Buch verschlungen, den Film fand ich aber eher mittelmäßig, wobei ich das erste Drittel Super fand.
                      Stephen King Verfilmungen haben ja oft den Nachteil, daß sie sich ZU sehr an die Romanvorlage halten und den Zuschauer zu wenig Interpretationsraum geben. Das war ja auch ein Grund warum, King Kubriks "Shining" nicht mochte, obwohl diese mit Abstand die beste Verfilmung war.
                      Nun - harren wir der Dinge & seien wir gespannt.

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                      • 9

                        Stephen King's It

                        Ich glaube beinahe jeder hat seine eigene Geschichte zu Stephen Kings Es, so auch ich, welche ich euch ganz unnarzistisch auf den Bildschirm brennen möchte:

                        Es war ein lauer Sommerabend, ich war zarte 8 Jahre alt und meine Eltern hatten Freunde zu Besuch. Auf meine kindliche Art rupfte ich wie üblich meinen Barbiepuppen die Haare aus und bastelte an einem Vogelhäuschen für das Spatzenpärrchen auf unserem Balkon. Fernsehen war zu der Zeit nicht so meins, ich besaß kein TV. Ich hörte mir alte Beatles Platten von meinem Pa an und erfreute mich meine unschuldigen Jugend. Irgendwann empfand ich eine rege Müdigkeit und ging ins Bad um meine drei letzten Milchzähne zu putzen und mein Nachthemdchen anzuziehen.
                        Noch ein Kuss für Ma und Pa und dann zu Den Drei ??? einschlafen, oja welch Wonne.
                        Ich ahnte nicht, dass der folgende Moment mein Leben für immer in eine Ecke lenken würde, welche mich bis heute nicht loslässt.
                        Die Freunde meiner Eltern hatten Videokassetten dabei, denn der Rekorder musste ja eingeweiht werden. Aus heutiger Sicht: danke Marco und Irene!
                        Ich öffnete die Tür zum Wohnzimmer. Zwei der insgesamt sechs Besucher standen auf dem Balkon und rauchten, was ich damals ziemlich widerlich fand und was ich auch mehrfach durch plakatives Husten und genervtes Krächzen zum Ausdruck brachte.
                        Meine Eltern saßen auf dem Sofa und tranken mit den beiden anderen Rotwein zu heiteren Gesprächen und Käsehäppchen.
                        Ich ging zu meinem Papa und drückte ihn, danach zu meiner Ma und drückte sie.
                        Dann sagte "Onkel Marco" etwas angesäuselt unter den amüsierten Augen seiner ebenfalls angesäuselten und reichlich zugekleisterten Frau: Komm doch mal zu mir kleines, ich möchte dir etwas Wichtiges mit auf den Weg geben. Er deutete auf den Fernseher: Das passiert wenn du von Fremden Süßigkeiten annimmst oder mit ihnen mitgehst.
                        Auf dem Bildschirm flimmerte ein großer, bös drein blickender Clown mit spitzen Raffzähnen der aus der Kanalisation nach einem kleinen Jungen im gelben Regenmantel griff und augenscheinlich versuchte ihn zu sich hinunter zu ziehen. Der kleine Junge schrie und der Clown wiederholte immer wieder: Sie fliegen!
                        Oh gott! Was war das?
                        Völlig paralysiert und geschockt lief ich wortlos in mein Zimmer, den Clown vor Augen und das Kreischen in den Ohren.
                        Ich schlüpfte unter die Decke, alle Lichter an und versuchte mich mit den Drei ??? abzulenken. Aber nicht einmal der gläserne Hund im Swimmingpool vermochte mir meine Angst zu nehmen.

                        Eine knappe Woche später kam ein Polizist, wie ich nicht wusste ein Freund meines Vaters auf mich zu und wollte mich auf dem Heimweg von der Schule nachhause begleiten. Zu dieser Zeit gab es in unserem Teil von Berlin einige Kindesentführungen. Ich brüllte ihn an er solle mir bitte nicht den Arm ausreißen und mich dann in sein Loch ziehen und rannte weg. Der arme Kerl erzählte später, man hätte ihn festgehalten und zur Wache bringen wollen ehe er erklären konnte wer es sei und was er eigentlich im Sinn hatte als er das verstörte Balg ansprach, dass plötzlich wie eine Furie mit wirbelnden Armen davon lief.

                        Erst mit zwölf fasste ich mir ein Herz und kurierte diese Angst vor Horrorfilmen indem ich mir Armee der Finsternis gefühlt 1000mal in Dauerschleife ansah. Vor Clowns hab ich immer noch Angst aber Pennywise steht mittlerweile als limitierte Actionfigur in meinem Wohnzimmer und ich grüße ihn ab und an.

                        Meine Eltern sind immer noch mit Marco und Irene befreundet aber Marco wurde von mir der Onkel-Titel aberkannt. Ich denke er kommt drüber hinweg.

                        Nun ja als ich mich dann endlich mit 13 traute ES zu sehen, war ich einfach Stolz.
                        Daher fällt meine Bewertung wohl auch ein wenig höher aus.

                        Auf Pennywise: Den Auslöser einer schweren Zeit und dem Grund einer langsam hoch gewachsenen Leidenschaft.

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                        • 10

                          10 Punkte
                          Warum?

                          Als ich ein Kind war, habe ich das Cover gesehen, das Cover alleine hat mir als Kind und auch noch als Teenager ausgereicht um mir schlaflose Nächte zu bereiten
                          Hatte wirklich Angst, noch bevor ich den Film gesehen habe

                          Film selber war im 1. Abschnitt sehr sehr sehr gut, auch die Charaktere waren gut gespielt, sympathisch, gut gezeichnet etc. etc.
                          2. Abschnitt fiel deutlich ab

                          Aber nichtsdestotrotz gibt es keinen Film der mich wohl stärker beschäftigt hat als der hier
                          Deshalb glatte 10

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                          • 7 .5

                            Für einen 90er-Jahre-TV-Film recht cool und eine unvergessliche Darbietung von Tim Curry in diesem Horror-Klassiker!

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                            • 8

                              Nur für die erste Hälfte als sie Kinder waren, die zweite, die in der Gegenwart spielt fand ich eher schlecht. Hätts auch echt besser gefunden, wenn Es am Ende in seiner Clownerscheinung erschienen wäre und nicht als diese blöde Riesenspinne.

                              Hab das Buch übrigens nie gelesen, war mir einfach zu dick.

                              • 5

                                Ja. Naja. Ein Film, über dessen Qualität man lange und ausgiebig diskutieren könnte. Wirklich gut ist er keinesfalls, dafür wird zu vieles aus Kings Vorlage ausgelassen, die Schockeffekte sind heutzutage lachhaft und das Finale lässt sämtlichen Tiefgang, den der Roman aufweist, vermissen. Das die Verfilmung dann trotzdem mehr oder weniger überzeugt, liegt an der grandiosen Leistung Tim Currys als Pennywise. Ansonsten eher eine schwache Verfilmung, die für einen netten Horrorabend reicht, für mehr aber auch nicht. Wer sich wirklich gruseln will, sollte das (eigentlich unverfilmbare) Meisterwerk von Stephen King lesen.

                                • 7 .5

                                  Kommt nicht ans Buch ran,aber könnte die beste Verfilmung von King sein.

                                  • 7

                                    Clowns fand ich schon immer creepy, nach diesem Film weiß ich auch warum. Damals mit unschuldigen 13 auf VHS gesehen und hinterher richtig verstört gewesen, ist er das heute nicht mehr in dem Maße. Definitiv eine der besten Stephen King Verfilmungen.

                                    • 5

                                      ich hab mich getraut...aber doch nur 5 points!

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                                      • 9
                                        cycloo77 11.02.2016, 03:28 Geändert 11.02.2016, 03:29

                                        Für mich ganz sicher eine der besten Stephen King Verfilmungen und ganz sicher auch einer der Besten Fernsehfilme überhaupt.

                                        Als ich damals -Es- zum ersten mal sah, hat mich seine beängstigend bedrohliche Atmosphäre sofort gepackt, PENNYWISE hat mir damals schon die eine oder andere Nacht micht Licht einschlafen eingebracht.
                                        Aber das war es mir wert, denn der Film ist großartig.

                                        Selbst heute fast 26 Jahre später, ist der Film immer noch unglaublich fesselnd und die Atmosphäre packt einen immer noch sofort.

                                        Tolle Figurenzeichnung, sehr gute Cast und ich liebe einfach diesen Kleinstadt Lokalkolorid wie hier in Derry.

                                        Ein phantastischer Horrorfilm auch ohne das LKW Ladungen Kunstblut vergossen wird!

                                        "Du wirst sterben wenn du es versuchen solltest" - Es (Pennywise)

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                                        • 6 .5
                                          Wurfmaul 19.01.2016, 03:12 Geändert 19.01.2016, 03:18

                                          Das war "Es" also... nach drei Stunden.

                                          Erst einmal ein großes Lob an die Kinder, die im Vergleich zu ihren erwachsenen "Ich´s" wirklich eine schauspielerische Leistung abgeliefert haben.

                                          Der einzige Nicht-Kind Schauspieler, der mich bei diesem 1990er Horrorfilmklassiker überzeugen konnte war Tim Curry, der schon als Frankenfurter in der "Rocky Horror Picture Show" bewies, dass ihm schrille Rollen einfach richtig gut stehen.

                                          Die Verkleidung sowie Currys unverkennbares Gesicht tragen ihren Rest zur Verwandlung in den unheimlichen "Clown" Pennywise bei.

                                          Zur Story (Spoileralarm!):

                                          Eine Stephen Kingverfilmung eben. Eine Gruppe guter Freunde, die sich seit ihrer Kindheit aus den Augen verloren haben, kommen auf Grund eines mysteriösen Mordes wieder zusammen... wobei... nein... zusammen kommen sie nicht wirklich. Es wird nur erinnert an die Kindheit und der Entschluss gefasst, wieder nach... wie kann es anders sein Maine zu reisen... es wurde ja ein Pakt geschlossen... so was verbindet.

                                          Der Film lässt sich seeeeehhhhhhr viel Zeit um jeden einzelnen der (un)coolen Truppe genau zu beschreiben. Die Geschichte wird immer klarer, bis plötzlich das Ende so aprupt da ist, dass ich mir im ersten Moment einfach nur dachte: "WAS BITTE? WIESO?!! Wo ist die zweite Disc....ist jetz etwa die erste Hälfte um?!!!"

                                          Das Ende ist nicht unbedingt mein Ende, wenngleich es durchaus eine gewiße Reaktion in mir hervorruft.... wenn auch nicht unbedingt eine zufriedenstellende.

                                          Es ist schon spät und ich will hier nicht die ganze Nacht schreiben, der Film ist eh ohnehin lange genug... und da wär ich schon bei einem großen Kritikpunkt.
                                          Der Film hätte ruhig auch in zwei Stunden erzählt werden können. Was noch?
                                          Wie schon oben erwähnt, Erwachsene flop, Kinder top, Pennywise auch überzeugend und zur Geschichte... mir gefiel es zu sehen wie die Versagergruppe miteinander auch eine schöne Zeit erleben, abgesehen von dem kinderfressenden, albtraumzaubernden Monster. Stephen King´s "Es" ist ein Horrorfilm der sich mit einem Abenteuerfilm paart und dabei ein sehenswertes Baby zeugt, dass durchaus eine Sichtung wert ist...

                                          That´s "IT"

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                                          • 10

                                            Der obligatorische, weil zum Film akzessorische Vergleich mit dem Buch gleich vorweg: ES zu verfilmen, ist verdammt schwierig. Das war es damals 1990 und wäre es heute auch noch, wenn man denn nun endlich den Arsch hochkriegen würde. Ich finde, das Buch ist ein episches Jahrundertwerk. Ob man es denn überhaupt angemessen verfilmen kann, sei mal dahingestellt; aber ich behaupte, dass Grundvoraussetzung eine Serie sein sollte. Da reicht aber das Format der "Miniserie" mit 180 Minuten ebenso wenig wie ein Kinomehrteiler. Wir haben das goldene Zeitalter der Serien; und ES hätte eine verdammt gute Chance, sofern man es nicht so gegen die Wand führe wie bei UNDER THE DOME; aber da sehe ich nicht allzu schwarz. ES bietet genug Stoff für zwei bis drei Staffeln.
                                            Bis dahin bleibt es aber erstmal bei den zwei mal 90 Minuten aus den 90ern. Und bei allem, was weggelassen wurde (werden musste), hat der Film aber eines geschafft: die Stimmung des Buches zu übertragen. All die Atmosphäre, das Unbehagen, Zeitgefühl der Geschichte, (bedingtermaßen) die Zeichnung der Charaktere, aber auch der Subtext des Buches finden sich im Film wieder.
                                            Man muss betonen, dass bei dem, was die Geschichte eigentlich hergibt, diese Tatsache ein Trost ist. Vice versa sei das Buch, ob man den Film kennt (aber gerade dann) oder nicht, ganz unbedingt zu empfehlen; denn letztlich ist der Film nur eine deutlich entschärfte Kurzzusammenfassung, das Buch in allen Belangen die Superlative zum Film.

                                            Die grobe Handlung des Buches wurde übernommen; dementsprechend dreht sich der Film um die sieben Charaktere, die sich mit dem Schrecken des Kinder fressenden Monsters Es konfrontiert sehen, dem sie sich zwar stellen, aber nicht überwinden können, sodass er sie Jahre später einholt, um sie, inzwischen erwachsen, erneut herauszufordern.
                                            Der Film springt dankenswerterweise zwischen den beiden Zeitebenen - Kindheit und Gegenwart - hin und her, denn auf diese Weise zeigt der Film zum Einen wunderbar, wie prägend die Kindheit eines jeden Menschen ist und zum Anderen, und das ist die Hauptaussage der Geschichte, wie wichtig es ist, sich den Problemen, die das Leben bereithält, zu stellen und zu bewältigen.
                                            Jeder der sieben Hauptcharaktere sieht sich konfrontiert mit Schicksalen des Lebens. Neben vielen körperlichen Makeln, die für sich bereits die Kindheit schwierig machen können (z.B. Dickleibigkeit, Stottern, Asthma) und der Tyrannei von Obrigkeiten, die anhand der Figur des Schulhaudraufs Henry Bowers dargestellt wird, stehen noch größere Schrecken im Mittelpunkt der Geschichte. Da ist der Verlust eines Familienmitglieds und die Angst vor dem Zusammenbrechen der Familie (Bill). Der Tod des Bruders brennt ein so tiefes Loch in das Sicherungsnetz des Lebens, das die Familie darstellt, dass es droht, zu reißen: Bill muss befürchten, auch zu sterben, indem er seinen Platz in der Familie verliert. Denn der Verlustschmerz schwächt seine Eltern letztlich so sehr, dass ihnen die Kraft fehlt, für ihn überhaupt noch Mutter und Vater zu sein. In Bens Geschichte manifestiert sich das Schicksal der körperlichen Unzulänglichkeit und vor allem, ohne Vaterfigur zu sein, an der man sich orienterien und an der man selbst wachsen kann. Beverlys Schicksal, Armut und (deutlich gravierender) autoritäre und gewaltsame Erziehung, und Eddies, Überfürsorglichkeit, stellen krasse Gegensätze dar, doch ist auch den beiden gemeinsam, dass sie die Kindheit auf eine harte Probe stellen. In "Es" manifestieren sich diese Identitätsängste; "Es" ist die Metapher für diese Schrecken der Kindheit. Die Kinder können Es nicht gänzlich besiegen und so holt die Vergangenheit sie wieder ein oder anders: Man kann seinem Schicksal nicht entkommen. Das sieht man wunderbar an Beverly, die mit einem Mann zusammen ist, der vom Habitus ganz ihr Vater ist. Und auch Ben ist seinen Problemen nicht entkommen, denn selbst großer Erfolg vermag seine Selbstzweifel nicht zu zerstreuen und so bleibt stets die Gefahr, an ihnen zu scheitern (Was gewissermaßen mit der Tatsache, dass Ben einsam ist und in oberflächlichen Affären und Alkohol Zuflucht sucht, schon geschehen ist). Überhaupt sind - bis auf Mike - alle sehr erfolgreich, doch ändert das nichts daran, nicht wirklich im Leben angekommen zu sein. Das zeigt sich insbesondere in einer Szene in der Gegenwart, als ihnen allen gemeinsam bewusst wird, dass sie zwar berufliche Siegertypen sind, privat allerdings mehr oder weniger gescheitert sind. Entweder haben sie gar keine Familie und sind entsprechend unzufrieden (siehe Ben, aber auch Eddie: zwar hat der eine Familie, die aber ist noch immer seine beherrschende Mutter; darüberhinaus ist er noch Jungfrau) oder aber es mag mit Nachwuchs nicht klappen. Das hört sich zunächst nicht wirklich gescheitert an, aber Stans Werdegang belehrt uns eines Besseren: Er will sich ein durch und durch bürgerliches Leben aufbauen, doch sind ihm die dazu gehörenden Kinder nicht vergönnt. Es ist egal, welchen Lebensweg sich die Figuren aussuchen, sie kommen nicht wirklich ans Ziel.
                                            Dieses Dilemma wird ihnen nach und nach bewusst, als sie sich aufgrund einer Nachricht von Es (Es hinterlässt an einem seiner Tatorte ein Foto von Bills Bruder) wieder zusammenfinden. Ihre nicht bewältigte Vergangenheit bremst sie aus. Sie finden heraus, dass es nur einen Weg gibt, aus diesem Loch herauszukommen, nämlich sich den Schrecken der Vergangenheit und damit sich selbst zu stellen.
                                            Um diesen Subtext transportieren zu können und nicht zu ersticken, bedurfte es einer Erzählweise, die trotz des Fantastischen, das Es verkörpert, ruhig bleibt. Und das ist dem Film gelungen. Seine besten Momente hat er, wenn der Film seine Figuren über Es (und also metaphorisch gesehen über sich selbst) reflektieren lässt. Denn dann ist der Film "ganz Buch".
                                            Aber auch an der Oberfläche der Geschichte hat man mit dem Film einen Gewinn. Zwar beugt man sich gerade zum Ende hin allzu sehr filmischer Konventionen und gibt dem Film damit ein Stück Beliebigkeit, aber letztlich hat man auch astreinen Horror mit Blut, Schrecken und Angst (für die Angst sorgt Tim Curry mit der wunderbar schauderhaften Darstellung des "Es" in Form des Clowns Pennywise). Der Film nutzt zudem die beste Form der Angsterzeugung: Unbehagen durch den Bruch mit der Norm. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich Gemeinschaftsduschen sehe: Duschköpfe, die meterweit aus der Wand kommen, um einen zu verfolgen, das ist doch krank. Und manchmal putze ich mir abends die Zähne und hoffe, dass ich nicht auf einmal Stimmen aus dem Abfluss des Waschbeckens höre. Die Klimax ist natürlich Pennywise. Der Clown - im Grunde der Inbegriff der Freude - als tötendes Monster, das mit leuchtenden Augen und Rasiermessern als Zähnen aus dem Gully heraus nach einem greift.

                                            Großes Kino!

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                                              Niho 22.12.2015, 22:11 Geändert 22.12.2015, 22:13

                                              Stephen King - Verfilmungen nehmen in der Welt der Filme wohl immer eine Sonderstellung ein. Die verschiedenen Werke schwanken dabei von äußerst negativ bis absolut herausragend. "Es", als eine der bekanntesten Verfilmungen (wahrscheinlich, weil es auch eines seiner bekanntesten Bücher ist), siedelt sich letztendlich irgendwo im Mittelfeld dieser Skala an. Überraschenderweise finden sich dennoch viele Gemeinsamkeiten mit der Vorlage, die ich für einen sehr guten Roman halte, aber nicht für den besten King. So bietet der Film wie das Buch eine sehr gute erste Hälfte, wobei man auch hier schon merkt, dass das Medium Film überhaupt gar nicht zur Inszenierung einer 1500-seitigen Vorlage geeignet ist, egal ob nun Szenen ausgelassen, deren Anordnung durcheinander getauscht oder "nur" stark gekürzt werden. Das Konzept von "Es" als Film verhindert also von Anfang an, dass man die Charaktere gut zeichnen könnte, was widerum dazu führen würde, dass man als Zuschauer mit den Figuren mitfiebert. Im Buch ist es beispielsweise auch nicht schlimm, wenn man jedes Detail über die Lebensgeschichten der Hauptfiguren erfährt, während es hier eben nicht funktioniert, weil man gar nicht die Zeit hat, etwas über sie zu erfahren. Da ändert dann auch die Tatsache, dass man die Protagonisten mit passenden und guten Schauspielern besetzt hat, nichts mehr. "Es" kämpft leider über mal kürzere, ab und an auch über längere Strecken mit einem Mangel an Spannung, was aber teilweise auch im Buch so war, wenn auch nicht so auffällig.
                                              Vereinzelt werden auch neue, aber sehr kurze Szenen in den Handlungsverlauf eingebunden. Diese dienen dabei aber mehr der Ergänzung und Fokussierung auf Pennywise als einem Ausbau der Geschichte. Mit Pennywise kommt man zu einem der nächsten Probleme des Films: Im Buch als facettenhafte, unheimliche Personifikation des Bösen dargestellt, verzerrt Tim Curry sie im Film zur bloßen Klamauk-Figur, die mit feinfühligem Grusel nichts mehr gemein hat. Ja, DIESE Rolle spielt er durchaus gut. Die Rolle, die allerdings Es ist, hat nichts mit ihm zu tun.
                                              Zugegeben, an einigen Stellen ist die Inszenierung wirklich gut gelungen, beispielsweise bei den Momenten in der Kanalisation. Das bleibt allerdings auch nur solange so, wie man nicht mit vollkommen übertriebenen und billigen Effekten versucht, den Film schockierender zu machen. Überhaupt fragt man sich, was "Es" nun zu einem Horrofilm machen soll. Man kann "Es" dennoch nicht aberkennen, dass die Geschichte über bestimmte Teile auch fasziniert und damit unterhält, aber aus dieser Vorlage hätte man mehr rausholen können. Beispielsweise endet der Handlungsstrang in der Vergangenheit schon nach der ersten Hälfte, was storytechnisch durchaus als großer Fehler zu sehen ist, vor allem wenn danach noch einmal vereinzelte Szenen wiederholt werden, bei denen nicht so recht klar wird, warum. Immerhin kann man ebenso wenig abstreiten, dass der Film an ein paar Stellen noch relativ innovativ ist.
                                              Vom Ende habe ich schlussendlich nicht einmal viel erwartet, da ich es schon im Buch als schrecklich überzogen und inhaltsleer, also insgesamt sehr seltsam empfand, was letztendlich zu einer Trübung des Gesamtwerkes führte. In dieser Hinsicht haben sich meine Erwartungen ungefähr bestätigt, da der Film hier ähnliche Darstellungen an den Tag legte.

                                              Fazit: Mittelmäßige Verfilmung, die teilweise die gleichen Schwächen wie das Buch aufzeigt, eben nur noch einmal verstärkt, obwohl man den Machern nicht vorwerfen kann, sie hätten es nicht wenigstens versucht. Zusammenfassend bleibt die Erkenntnis, dass "Es" nicht als Film geeignet ist. Als Serienadaption hätte man da definitiv mehr Chancen, etwas mehr aus dem Buch heraus zu kitzeln.

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                                                Schade drum, es scheint als könne man Kings Werke kaum verfilmen.

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                                                  petsematary 13.12.2015, 12:48 Geändert 13.12.2015, 12:49

                                                  Ich bin ein großer Fan von Stephen King und seiner Bücher. Naja, der meisten zumindest. Anfang der 90er habe ich "Es" gesehen und war begeistert. Dann habe ich das Buch gelesen. Old swedishman, was für ein Unterschied. Der film umfasst ca. hundert Seiten des Romans. Und der hat über 800 Din A4 Seiten.Außerdem konnte ich mich mit den Charakteren im Buch absolut identifizieren, was im Film leider nicht der Fall war. Alles klar? Also, an alle da draussen, die den Film gesehen aber das Buch nicht gelesen haben. Kauft euch das Buch oder leiht es euch aus und dann viel Spass.

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                                                    Clowns sind ja gar nicht meins. Tim Curry als Pennywise ist somit für mich der absolute Horror. Das diabolische Grinsen von dem Kerl überdeckt noch nicht einmal 1 Tonne weisse Schminke. Die Story ist ein wenig langatmig und es dauert bis der Film in die Gänge kommt. Ich finde das, wie bekannt, ja eher positiv. Leider hat mich ES nicht gepackt. Selbst das Buch gehörte nie zu meinen King Favoriten. Aber dieser Drecks Clown ist in meinem Hirn. Er wohnt da. Er lacht und bläst Ballons auf. Und er will mich fressen. Ich hasse Clowns und Pennywise ist schuld daran. Alles in Allem sollte man ES gesehen haben, nur um seine Horrorfilm Sammlung Clowns mässig abgearbeitet zu haben.

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