Streik

Стачка (1925), Laufzeit 82 Minuten, Drama

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7.5
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von Sergei M. Eisenstein, mit Maksim Shtraukh und I. Ivanov

Die Arbeiterschaft einer Fabrik während der Zarenzeit wird angesichts geringer Löhne und schlechter Arbeitsbedingungen unruhig. Die Fabrikleitung versucht die Lage unter Kontrolle zu halten, indem sie Spione und Agenten in die Reihen der Arbeiterschaft einschleust. Nachdem sich ein des Diebstahls bezichtigter Arbeiter erhängt hat, bricht der Arbeitskampf los.


Cast & Crew


Kommentar — Film: Streik


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phoenix409

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wenn ich mir Eisenstein's STREIK so ansehe, wundere ich mich ehrlich gesagt, warum er im Schatten der POTEMKIN so untergegangen ist. Um einiges raffinierter und gewiefter ist er hier in seinem Handwerk, seinem Schnitt, seinen (Sinn-)Bildern, Kontrasten, Motiven, so viel intensiver in seiner Inszenierung und Wirkung, dass es mir schwer fällt zu glauben, dass dies Eisenstein's erster Langfilm war. Ursprünglich als Teil eines Großwerks über den Aufstieg der marxistisch-leninistischen Ordnung geplant, blieb STREIK durch die Kontrolle der sowjetischen Zensur jedoch der einzige Teil, der es zu einer Veröffentlichung brachte. Wären die weiteren Teile von ebenso fiebriger Wucht, ich hätte sie mir gerne auch noch angesehen.

Eisenstein's Botschaft der Revolution, die Auflehnung der Arbeitergesellschaft gegen die Obrigkeit, empfand ich hier als deutlich gelungener und mitreißender, die Umsetzung gleichzeitig weniger plakativ und übersättigt als im Folgewerk POTEMKIN. Wie auch in jenem Meilenstein wird hier ein Einzelner, der dem System zum Opfer fällt und stirbt, zum Sinnbild der Revolution und für seine wütenden Kollegen der letzte Tropfen im überlaufenden Fass. Eisenstein zeigt hier zwar die Figuren des Proletariats schablonenhaft als selbstgefällige, ignorante Schmierlappen, die sich nur um den eigenen Wohlstand kümmern, lässt die Arbeiter dagegen aber nicht als reine Helden da stehen. Der Streik hat Folgen, sie haben fortan mit ihren hungernden Familien, mit Spionage und Verfolgung zu kämpfen. Eisenstein zeigt sie nicht als Gewinner, aber als Fordernde im Recht.

Ein besonderes Plus an Dichte erhält der Film durch die Klanggestaltung des französischen Komponisten Pierre Jodlowski, die Hand in Hand mit dem tobenden Schnitt funktioniert. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich diese Fassung mal ansehen. Sie wurde 2011 auf arte ausgestrahlt, Infos zum DVD-Release gibt es u.a. hier:
http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/11/11/eisensteins-streik-in-neuer-ausgabe/

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phoenix409

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Danke für den Tipp. Ich wühle mich seit Méliès grad chronologisch durch dieses und jenes, 1929 kommt also auch noch dran. Losgelöst davon, mein Favorit der russischen Montage war bisher Vertov's MAN WITH THE MOVIE CAMERA. Wie schätzt du A Cottage On Dartmoor da im Verhältnis ein?


Filmsuechtiger

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Vertovs Film habe ich noch nicht gesehen. Eine bessere Stummfilmmontage als bei A Cottage On Dartmoor aber auch noch nicht. :-)