Sunshine - Kritik

Sunshine

GB/US · 2007 · Laufzeit 107 Minuten · FSK 12 · Science Fiction-Film, Thriller, Katastrophenfilm · Kinostart
  • 10
    FrancisYorkMorgan 04.12.2016, 21:11 Geändert 04.12.2016, 22:13

    - - through the surface of the sun - -

    Der große Stanley Kubrik sagte mal, dass er gerne den Film "Eraserhead", von David Lynch, gemacht hätte. Nun, bei so manchem Film denke ich das auch ab und an, auch wenn ich natürlich kein Filmemacher bin.

    ***

    Logbucheintrag 53626. Mein Name ist Francis York Morgan und ich bin der Captain der Icarus IV. Unsere Mission war einfach, doch ein nicht geplanter und ruckartiger Zwischenfall sollte uns alle auf die schlimmst mögliche Probe stellen. Es war schon dunkel an diesem Sonntag im Herbst und die Crew, bestehend aus meiner besseren Hälfte und den beiden Zwergen, bereitete das Abendbrot in der Küche vor. Wir ahnten nichts, die Maschinen liefen einwandfrei, der Kurs war stabil und auch von der leckeren Cocktail Sauce war noch jede Menge da. Doch als wir saßen, begann der flackernd taumelnde Horror. Funken flogen, der Geschmack in unseren Mündern wurde taub und dann war es kalt. Die Decken in der Küche sind knapp 2,90m hoch. Das war bei den vorherigen Icarus Modellen anders und dieser Umstand, diese `höhere´ Macht sollte uns alle belasten, uns an die Grenzen der fühlbaren Realität bringen. Gegen 18 Uhr mitteldeutscher Zeitrechnung flackerte das Oberlicht in der wichtigsten Ecke unseres Raumschiffs. Die Icarus IV strauchelte und in der Küche gingen die Lichter aus. Es wurden sofort böse und zappelnde Zungen laut.

    "Blahblah, der schlecht angezogene Captain wollte unbedingt 15 Cent bei den Glühbirnen sparen, blahblah."

    Die nächsten Crewmitglieder hatten Angst vor Geistern, vor dem Weltraum, vor den Aliens. Da draußen im All hört dich niemand wegen Glühbirnen meckern. Ich selbst bewahrte die Ruhe. Als Captain muss man immer eine ruhige und absolut gegenwärtige Ausstrahlung wahren, um das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit aufrecht zu erhalten. Ich fürchtete mich ebenfalls vor anstehenden Dingen in diesem Moment, beispielsweise vor den nächsten Folgen der neuen Gilmore Girls Staffel, aber ich blieb ruhig, ließ mir nichts anmerken, wog die Möglichkeiten ab und redete allen gut zu. Leider verletzte ich die Dienstvorschrift "1234 Eckstein, alles muss versteckt sein". Ein schlimmes Vergehen zur Dienstzeit. Deshalb der entblätternde wie vorliegende Bericht. Ich trank schon einige Schlückchen Bier, konnte aber eine angezettelte Meuterei unter den Verwandten verhindern und erstickte Aufstände im dunklen Keim. Doch falls dies ein richterliches Nachspiel hat, möchte ich dies anmerken.

    Wir trennten uns im oberen Deck der Icarus IV und suchten nach brauchbaren Teilen. Die letzte Hoffnung unseres Familienidylls. Wir suchten alles glühende Material in der Wohnung zusammen. Am Ende, in den letzten Winkeln unseres Raumschiffes waren sie verborgen. Tief in der Spieleschublade, hinter zig Kartenspielen und buntem Klimbim fanden wir zwei Glühbirnen. Die letzte Hoffnung an diesem Sonntagabend, dunkel und kalt. Keiner wollte im extremen Licht eines Baustellenstrahlers dinieren...

    ***

    Spoiler inside. Die Sonne stirbt, ihr Licht und die lebensspendende Wärme ebbt dahin. Eine kleine Crew fliegt mit einem Raumschiff zur Sonne? An diesem Schiff klebt eine Atombombe, um die Sonne wieder in ihren habitablen Wohlfühlfaktor zu hieven, aber die erste Icarus verschwand vor einigen Jahren. Nun fliegt die zweite Ausgabe der Icarus zur Sonne und soll es richten. Nun ja. Am besten, ich falle gleich mal mit der Tür ins Haus. Sunshine hat eine dünne(dumme) und ziemlich unrealistische(schwachsinnige) Prämisse, gibt sich ansonsten aber durchaus realistisch und ist eben viel mehr `Science´ als `Fiction´ - oder so ähnlich. Das träumerische Finale mal dahin gestellt. Trotzdem tat ich mich nie schwer mit diesem Film. Ich sah ihn, erkannte die offensichtlichen Schwachpunkte in der Geschichte selbst und dennoch - es gibt für mich nur diesen einen Film, wenn es um den Raum außerhalb unserer blauen und vielfältigen Erde geht. Sunshine hat für mich ALLES, was eine Trip ins kalte und scheinbar unendliche Vakuum braucht. Tausendsassa Danny Boyle agiert ja nach wie vor auf allen Bühnen, in allen Genres und der hat es auch drauf. Egal ob Trainspotting, Slumdog Millionaire, 28 Days Later - die Regie ist Danny Boyle's Anker. Dafür gab es zurecht auch einige Oscars(Slumdog Millionaire) und auf einen Abend, bei dem ein filmischer Langspieler von ihm im Player rotiert, nun, da kommt immer etwas herum.

    Sunshine ist vielleicht sein Meisterstück. Ein Film, der tatsächlich gemacht werden wollte. Interessant finde ich den Fakt, dass man lediglich ein Budget von 40 Millionen Dollar(ein vielfaches weniger als manch anderern Genrebrüdern) im Schiff hatte. Schaut man bei Sunshine lediglich unter die technische Haube, muss man schon erstaunt das Cappy ziehen. Ein visuelles Meisterstück, wahrlich. Die Rettung der Sonne, die dämliche Prämisse - großartig gebannt, spielerisch und elegant geschnitten. Sowohl der Raum, das Schiff, die Planeten und die Sonne selbst. Akzente und WTF Momente ohne Ende. Von vorne bis hinten ein Filet. Der Knack im Budget liegt sicher auch bei den Schauspielern begraben. Sicher, Chris "Captain America" Evans wäre heute kein Schnäppchen mehr, aber ansonsten ist der Cast einwandfrei, spielt über die Ecken des Scripts und ist vor allem frei von Stars. Dennoch, alles famose Leistungen. Gerade Cillian Murphy, Rose Byrne oder auch der wandlungsfähige Cliff Curtis türmen sich in den oberflächlichen Ecken und punkten auf der `JETZT und HIER´-Ebene. Ein Konflikt.

    Menschlich könnte man dem Film vorwerfen, dass die Figuren nicht diese gewisse, kitzelnde und kribbelnde Tiefe haben, wie sie ein "Interstellar" oder "Gravity" inne hält. Das ist für mich selbst(und vermutlich nur für mich) ein großer Pluspunkt, denn so wirkt das Charisma der Darsteller weit über den schmachtenden oder emotional verkasperten Momenten. Nicht so bei Sunshine. Dieses Meisterstück der situativen Gruppendynamik ist außerordentlich strukturiert und für mich immer eine Reise wert. Der kleine Knick zur Erde wird gewahrt, aber keiner redet über die Liebe oder rollt sich zu einem symbolischen Fötus zusammen. Gerade wenn man solch einen Film nochmal sehen will, ist das in meinen Augen nur überflüssiger Ballast. Viele kreiden ja auch den Bruch gegen Ende an. Vom ruhigen und langsam vor sich hin pulsierenden SciFi Kriecher, wandelt Sunshine hier und da auch ins Horror Genre ab. Erinnerungen an den sehr starken "Event Horizon" werden da wach, aber mir gefällt die optisch verzerrte Lösung, die Boyle hier anstrebte und auch die FSK 12 ist in ein zwei Momenten doch streitbar. Was soll's.

    Das Herzstück? Es sind viele Teile, die ein Ganzes bilden. Bei mir ist es zum einen der famose Score.

    https://www.youtube.com/watch?v=_0UJk4EUzB0

    Für sich selbst schon ein Erlebnis ohne Vergleich. Aber in Verbindung mit der punktuellen Regie, mit dem Traum hinter den Zeilen des Autors. Die kleinen Härchen an den Armen wandern empor. Ein Wahnsinn, den nicht mal Hans Zimmer(auch das sehe wohl nur ich so) toppen konnte. Sunshine ist intimer, er ist mit Fehlern behaftet, mit der Tapsigkeit und dem Irrsinn des menschlichen Glaubens. Keiner redet über Liebe und doch - doch ist dieser Link und die damit verbundene Filmszene absolutes Gold. Bewegte Bilder, der tanzende Surround Sound. Cillian Murphy und sein schwerer Gang im goldenen `Taucheranzug´, der Sprung zur Bombe, die Schwerelosigkeit, der Sprung in die Sonne selbst, der Ausgang ungewiss. Die Härchen wandern und stehen steil, die Wimpern zittern und der Puls rast. Das Licht unserer Sonne schneidet und schiebt sich über die Linien. Die Sichel am Rande, die Flut über dem Horizont, der Irrglaube des Glaubens. Der Horror als Kür. Kühn und wehmütig, tapfer und wirr. Die flirrende Bildgewalt. Ein Film, der wirklich gemacht werden wollte.

    Der Weg war das Ziel UND der Anfang. Das wird erst dann klar, wenn man die Audiokommentare(wahlweise nur als dt. UT) zuschaltet. Im ersten Kommentar redet Danny Boyle mit unvergleichlicher Inbrunst über die Produktion und die Hürden, über die Effekte und die Wirkung. Großes Kommentarkino. Im zweiten Kommentar spricht Dr. Brian Cox(nicht der Schauspieler) über die Wissenschaft hinter dem Film selbst und berichtet mit einer herrlich lockeren Art über seine Kontakte mit dem Drehbuchautor Alex Garland. Und ja, auch Dr. Brian Cox stellt die Glaubwürdigkeit stark in Frage, spricht aber auch viele andere Dinge an, die höchst faszinierend und auch sehr authentisch sind. Ich kann mich oft gar nicht entscheiden , welchen UT-Kommentar ich mitlaufen lasse, da beide so leidenschaftlich und ein absolutes Plus sind.

    ***

    ...und da stand ich, zog das kleinste Streichholz und machte mich auf den Weg nach oben. Die einzige Leiter auf der Icarus IV ist alt. So alt, wie die Erfindung der traditionellen Leiter selbst. Meine Trainingshose hielt am Bund und meine schlimm zerfranzten Sicherheitshausschühchen wackelten an meinen Füßen auf und ab. Ich machte mich auf den Weg und die Crew hielt dem Druck im schlecht ausgeleuchteten Raum stand. Ein Smartphone leuchtete mir den Weg und Sprosse für Sprosse erklomm ich den hölzernen Wipfel. Das Ende und unseres Lebens. Ich hatte beide Glühbirnen auf die oberste Sprosse dieser maroden, braunen und verschlierten Leiter gelegt. Es war unsere letzte Hoffnung. Gegen 18 Uhr 10 setzte ich den rechten Fuß auf die Leiter. Die Scharniere und Nieten, die Schrauben und Verschlüsse hatten enorm viel Spielraum. Dreckig, wackelig und an den Fußenden der Leiter knirschten die Holzsplitter. Und ich stieg hinauf. Schritt für Schritt.

    *Flap Flap*, machten die löchrigen Hausschuhe. Weiter und weiter, die Fassung der Lampe in Sicht.

    Als ich oben ankam, hörte ich lautstarkes Bedenken von unten, schlimmes Geplapper. Die klapprige Leiter wurmte auf dem Lenolium der Icarus IV und das sanfte Wohl dieses Abends lag in meinen Händen. Ich drehte die Birne langsam in die Fassung. Die alte Birne quietschte und ein feiner Nebel aus weißem Sternenstaub rieselte auf mich herab und brachte mich beinahe ins schwanken. Die Scharniere, die Nieten und Schrauben rieben und kniffen sich selbst, doch ich richtete mich wieder auf. Meine dünne Sicherheitshausschühchen verschoben den Halt zwischen den Sprossen und meinen ungelenken Füßen, doch die Hoffnung keimte in uns allen. Werden wir es schaffen? Ich reichte die alte und kaputte Birne nach unten, nahm die neue Birne und setzte an, schraubte und schraubte. Die metallene Fassungen rieben und eine leiser Funke glühte auf, das Licht flammte in elektrischen Zuckungen durch den Raum. Die Icarus IV hatte es wieder geschafft. Unter meiner Leitung haben wir den Problemen getrotzt, die aber auch immer am Sonntagabend auftreten und der `Kontakt´ nach draußen, in die weiten der Baumärkte, abgerissen vor sich hin qualmt. Die Crew und ich. Wir hatten es wieder geschafft.

    Die Sonne, das Licht und das Leben. Gerne hätte ich zu diesen Film etwas beigetragen, ihn gemacht. Egal was. Irgendwas hätte ich gerne mit einbringen wollen. Ich hätte sogar die Glühbirnen am Set gewechselt. 10 through the sunlight...

    12
    • 5 .5

      Hat mich Jetzt nicht gerade vom Hocker gehauen.....
      Der Film macht optisch eine unfassbar gute Figur, da gibt es Bilder zu sehen die sind einfach nur atemberaubend.
      Das reicht allerdings bei weitem nicht um einen guten Film zu machen.
      Die Story absolut nichtssagend, Umsetzung aufgrund dämlicher Dialoge mehr als gescheitert und dann wo ist bitte die Charakterentwicklung geblieben????
      Absolute Fehlanzeige.....
      Konnte weder mitfühlen, noch hat mich der Film emotional getroffen.
      Alles was bleibt sind fantastische Bilder mit guten Schauspielern in einem sehr schlechten Drehbuch.

      18
      • 7 .5

        Filme dieser Art werden viel zu selten gemacht. Dieser hier, strahlt eine schöne und subtile Mystifizierung der Sonne aus. Einem Stern so nahe zu kommen muss einfach sehr komplizierte fast schon religiöse Gedanken verursachen.

        Zum augenscheinlich polarisierendem Ende: Je näher die Crew dem "Sonnen-inneren" kommt desto "verrückter" wird das ganze. Am Ende ist es dann mehr und mehr Fantasterei. Zwar kursieren im Netz die ein oder anderen Theorien dazu aber dies bleibt am Ende dann doch dem Zuschauer überlassen für wie ernst er das ganze nimmt.

        Gute Science Fiction war im Kino schon immer schwer zu kriegen, also nehmen was man kriegen kann oder !? Fragwürdiges Ende hin oder her.

        • 6

          Dürfte sich ziemlich mit der Bewertung decken, die ich damals beim Kinostart gegeben habe, interessante Ansätze, sehr beeindruckender Score, der den Film in den besten Szenen grandios unterstreicht. Aber leider auch ziemlich öde Charaktere , nervige Dialoge, Längen und die Wendungen gegen Ende waren auch nicht 100 Prozentig stimmig.

          • 5 .5

            Chance vertan, schade. Die ersten ca. 70 Minuten beginnen recht vielversprechend und wecken Hoffnungen auf einen mindfuckartiges Ende. Was sich jedoch im Schlussdrittel abspielt, spottet jeder Beschreibung. Ich will hier nicht unnötig spoilern, deshalb gehe ich nicht weiter auf die Handlung ein. Aber nach dem recht guten Beginn hätte ich schon einen etwas ambitionierteren Schluss erwartet - auch wenn ich schon vorgewarnt war, dass er nicht besonders gut sein würde...

            Auf der Habenseite kann der Film dafür seine düstere Atmosphäre sowie wie durch die Bank guten (und größtenteils mittlerweile auch sehr namhaften) Darsteller verbuchen. Alles in Allem ist "Sunshine" ganz okay, recht viel mehr aber auch nicht.

            • 0

              ***SPOILER***
              Ich halte Danny Boyle für einen fähigen guten Regisseur, jedoch bei SUNSHINE hat er voll in die Scheiße gegriffen. Ich kann mich noch erinnern, wie ich angepisst ich nach dem Film aus dem Kino gegangen bin. An sich war der Film für's Genre, für's Production Design, für die Visuals und das Casting nicht schlecht, jedoch war der Schluß des Filmes derart unsinnig und grenzdebil, dass es einem alles andere vorher madig gemacht hat. Schade! Aber defnitiv nicht zu empfehlen!

              3
              • 9

                Mein Fazit:

                Ein atemberaubender Film, ich kann es nur so sagen. Die Story ist sowohl originell als auch realitätsbezogen. Das ausgerechnet Alex Garland das Drehbuch geschrieben hat, hat bei mir ein erstauntes „Oh“ entgleiten lassen.

                Von Anfang an spielt der Film im All. Die Special Effects, die Computer-Animation und die Idee und Ausstattung (inklusive des liebevoll sprechenden Computers) sind so optimal abgestimmt, das ich überhaupt keinen Zweifel daran habe, das es tatsächlich mal so sein könnte. Als der Board-Computer selbstständig die Kontrolle über das Schiff nahm, mußte ich bei dem darauffolgenden Dialog zwischen Computer und Crew schmunzeln. Ein sehr eigensinniges System *smile*

                Die Schauspieler sind bis auf zwei (Chris Evans und Cillian Murphy) gänzlich unbekannt. Dennoch zeigen sie alle eine Top-Leistung und ich bin mir sicher, das dieser Dreh selbst für erfahrene Schauspieler eine große Herausforderung gewesen wäre. Toll umgesetzt, die Geschichte!

                Aber es gibt auch ein paar Kritikpunkte. Ich persönlich denke, das Menschen mit psychischen Störungen sehr wohl überlegen sollten, sich diesen Film anzusehen. Denn er fordert auch vom Zuschauer einiges ab. Die visuellen Effekte können -meiner Meinung nach- bei einem labilen Menschen schon Anfälle auslösen! Und zwischendurch wirkte die Geschichte etwas unglaubhaft. Es verlief dann ins Unnatürliche, wobei der Rest des Films authentisch wirkte!

                Alles in allem ein tolles Kino-Erlebnis.

                Anmerkung: Die Rezension stammt vom 03.04.2008.

                • 3

                  Ja ja ... "Event Horizon" lässt grüßen.

                  • 7

                    Gerade eben angeschaut den Streifen.
                    Ich muss sagen dass mir der Film bis zu dem Moment, als Herr Strong die Bühne betritt, eigentlich locker ne 8+ -Wertung wert gewesen wäre... Aber diesen Bruch in der Storyline empfand ich als zu krass und irgendwie passt er auch nicht so wirklich zum Filmaufbau bis dahin.....Erinnert echt zu arg an Event Horizon - leider . Soll jetzt echt nicht bös klingen, Event H. ist ein sehr guter Film, aber Sunshine hat einen völlig anderen Ansatz und irgendwie passt es mit dem "geläuterten" Strong gegen Ende halt net so ganz.....Meine Meinung.
                    Ansonsten fand ich die Besetzung sehr passend und visuell ist der Streifen sehr, sehr gelungen und hoch beeindruckend, wie ich finde. Im Kino war der Film sicherlich ziemlich atemberaubend.....Dafür hab ich den Mist mal studiert - und jetzt gammel ich hier auf der Erde rum... ;-))))

                    Grüße aus dem schwarzen Wald,
                    thorfynn aka Heavy aka Michael

                    1
                    • 3 .5

                      Das war ja wohl nichts. 'The Core' trifft 'Event Horizon'.

                      *Spoiler*

                      Oder mit anderen Worten, beknackte Handlung ohne Zuhilfenahme von Logik oder Physik trifft gegen Ende auf einen verrückten irren mit (scheinbar) übermenschlichen Kräften, der den Untergang aller will. Na toll. Charaktere werden angerissen, handeln zutiefst irrational und unmotiviert, dann sind sie tot und man weiß auch nich, was das gerade sollte. Schade, dabei hatte der Film ganz gut angefangen, war sich dann aber leider völlig The Core mäßig für keinen Quatsch zu schade. Aber wenigstens den Zünder noch rechtzeitig aktiviert, bevor man in die Sonne fliegt, damit spaltbares Material an einen Ort gelangt, der seine Energie aus Kernfusion generiert. Naja gut.

                      • 7 .5

                        Leider wirkt der Film gegen Ende etwas...überzogen. Starke Bilder, ein guter Soundtrack, ein überzeugender Cast und viel Spannung. Leider wurde auch viel Potential verspielt.

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                        • 6 .5

                          Auf der Sonne sind die Strahlebatterien alle. Also fliegen die letzten Helden los, um mit allem radioaktiven Material, was auf der Erde rumlag, nochmal Feuer in der Sonne zu machen. Sieben Jahre zuvor ist schon einmal ein Häuflein der Aufrechten mit gleichem Ziel losgeflogen, aber leider verschütt' gegangen. Ein schöner Raumfahrtfilm, mit viel Licht und Radau, dämlicher Handlung mit einigen hübschen Episoden. Manchmal verselbständigen sich die Effekte ein wenig. SPOILER: Bei den Schlusssequenzen kommt der amerikanische Honigmann durch. Schöne Bilder über physikalischen Humbug.

                          2
                          • 6
                            TheMadHatter 04.12.2015, 11:08 Geändert 04.12.2015, 11:57

                            "Sunshine"
                            (Achtung Spoiler!)

                            Die Sonne stirbt und die Erde ist in einer Art Eiszeit gefangen. Ein mutiges Team von Wissenschaftlern und Astronauten begibt sich auf die lange Reise zur Sonne in einem Raumschiff, im Gepäck eine gigantische Atombombe, die das Fusionsfeuer der Sonne neu entfachen und die Erde retten soll.
                            An sich eine interessante Ausgangslage. Optisch gesehen ist der Film toll umgesetzt: man bekommt die eisige, leere Welt des Alls, die eingesperrte Crew in ihrem Raumschiff und die gewaltige Sonne, die alles in den Schatten stellt, zu sehen.
                            Die Stimmung ist teilweise recht düster und wird von einem passenden Soundtrack gut unterstützt. Wissenschaftlich gesehen hat der Film leider einige Mängel aufzuweisen.
                            Was mich auch noch ein Bisschen gestört hat, war, das die ganze Mission von vorne herein sehr improvisiert und etwas unprofessionell wirkt. Immerhin sollen an Bord einige der besten Köpfe der Wissenschaft sein. Dafür verhalten sie sich in Stresssituationen aber ziemlich panisch und leichtsinnig.
                            Insgesamt aber ein spannender Film mit ein paar (für die Crew) überraschenden (für den Zuschauer recht vorhersehbaren) Wendungen.

                            Cillian Murphy überzeugt in der Hauptrolle, doch manchmal hätte ich mir noch mehr Emotionen in seiner Darstellung gewünscht. Er wirkt schon am Anfang ziemlich pessimistisch und leicht phlegmatisch. Aber das sollte vermutlich auch so werden.

                            Bewertung: 6/10 (ganz gut)

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                            • 1

                              ??? Also wenn dass ein Film ist, weiss ich nicht, was ich bislang gesehen habe :-(

                              • 7 .5

                                Sunshine ist für das relativ geringe Budget ein ziemlicher Beeindruckender Eintrag ins Sci-Fi-Genre. Ein vielseitiger Direktor und talentierte Schauspieler zeigen wie eine solche Extreme Situation auf die Psyche drücken kann, unterstrichen von einem tollen Soundtrack. Die Effekte sehen wunderschön aus und brauchen sich nicht vor Riesen-Blockbustern zu verstecken.
                                Das Szenario und die Charakter wirken allen glaubhaft, sodass man wirklich gefesselt ist. Das Alles nimmt allerdings eine scharfe Wendung in der letzten halben Stunde als plötzlich ein so idiotischer Plot Twist passiert, dass man mein meint man schaue gerade einen anderen Film. Die Kamera und seltsame Filter stören dabei auch.
                                Faszinierender Sci-Fi-Film, der sich nicht vor großen Genrekollegen verstecken muss, aber mit sehr schwachem 3. Akt.

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                                • 7

                                  ich kann mich an keinen anderen film erinnern der so stark verläuft, und dann kurz vor ende sich so krass selbst nach unten zieht.
                                  habe den film mit meiner mutter geguckt, gegen ende dann in meinem kopf: "hab ich was verpasst? habe ich ne szene geguckt aber sofort wieder komplett vergessen?hatte ich einen schlaganfall?.." , 5 sekunden später fragt meine mutter mich orginal: " hab ich was verpasst?.:"

                                  wären filme superhelden, wäre sunshine hulk mit amputierten füssen.

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                                  • 8 .5

                                    Wirklich guter Film.

                                    • 7

                                      *VORSICHT: SPOILER*

                                      Optisch, akkustisch und auch thematisch Top-Science/Fiction, ohne Frage. Aber leider stimmt so einiges bei der Logik nicht so ganz. Es soll die Welt gerettet werden, aber das Wissenschaftler- und Astronautenteam verhält sich in viel zu vielen Krisenmomenten derart unprofessionell, dass die Frage durchaus berechtigt ist, welcher geistiger Tiefflieger für deren Rekrutierung verantwortlich ist. Einige Katastrophen im Film werden ja garadezu von den Figuren selbst meist sehr leichtfertig herbei provoziert.

                                      Beispiele:
                                      - Ein Crewmitglied bemerkt, dass bei der Winkeländerung zur Schattengewinnung einige Schiffsteile von der Sonne verbrannt werden könnten, worauf die Pilotin einfach so sagt, die werden doch eh nicht gebraucht. Also wenn ich Millionen Km weit weg von der Erde in Sonnennähe im Weltall schwebe, möchte ich schon in einem voll funktionsfähigen und unbeschädigten Schiff fliegen wollen. Die Pilotin rechtfertigt diese Entscheidung, indem sie soviel wie MÖGLICH Schatten gewinnen wolle. Klüger wäre es wohl gewesen, woviel Schatten wie NÖTIG zu gewinnen und dafür das Schiff unbeschädigt zu halten.

                                      - Das dabei durch die Hitzeerzeugung im Schiff der überlebenswichtige Sauerstoff-garten abfackelt vernimmt man erst, als es schon längst zu spät ist. Ja haben die keinen Feuermelder im Gewächshaus? An dieser Stelle möchte Michelle Yeoh die Schleusen zu dem voll in Flammen stehenden Garten öffnen lassen und gefährdet so die anderen Schiffssegmente und Menschenleben. Den Typ, der ihr das untersagt nennt sie dankenswerterweise ein Arschloch.

                                      - Das weltrettende Schiff scheint überhaupt geradzu zu Sabotage einzuladen. Keiner kommt auf die Idee, die Verbindungsschleuse zu IKARUS I zu beaufsichtigen oder zumindet über ein Alarmsystem zu sichern. Sie kann einfach mal so gesprengt werden. Die vier Besatzungmitglieder, die zu IKARUS I übergegangen sind haben natürlich keine Raumanzüge angezogen und schauen in die Röhre.

                                      - Keiner stellt sich die Frage, warum die Schleuse explodiert ist. Scheinbar ist das normal, wenn man sie benutzt.

                                      - Nachdem auf IKARUS I eine Aufzeichnung des offensichtlich wahnsinnig gewordenen Captains gefunden wurde, kommt niemand auf die Idee, dass dieser vielleicht noch am Leben sein könnte. Immerhin hat das Schiff ja noch ein voll funktionierendes Lebenserhaltungssystem samt voll blühenden Sauerstoffgarten.

                                      - Michelle Yeoh bemerkt, dass der Sauerstoff für die Mission noch reichen könnte, würde nur eines der fünf überlebenden Crewmitglieder zuvor sterben. Als man unmittelbar darauf den zur Exekution vorgesehenen Crewmen mit aufgeschnittenen Pulsadern auffindet, stellt sich keiner die Frage, warum der Computer den Sauerstoffverbrauch immer noch für fünf Personen berechnet hat. Sogar bei mir ist an dieser Stelle sofort ein Licht angegangen. Aber bei den Wissenschaftlern vergeht erst einmal kostbare Zeit bis Capa drauf kommt.

                                      - Natürlich informiert Capa keinen der Anderen über seinen Verdacht, so das diese allein und völlig unvorbereitet auf den irren Widersacher stoßen. Tolles Teamverhalten.

                                      Weil ich ein Science/Fiction-Fan bin und ich auch bloße Versuche für intelligentes SiFi-Kino positiv dotiere, gebe ich SUNSHINE noch gnädige 7 Punkte, mein Mauszeiger hat aber zuvor schon sehr lange auf 6 bis 6.5 verweilt.

                                      3
                                      • 6 .5

                                        Optisch gesehen ist dieser Film erste Sahne. Wirklich tolle Effekte und beeindruckende Bilder machen dieses Werk von Danny Boyle zu einem Erlebnis. Bis zu einem gewissen Punkt hat mir die Story auch gefallen. Genauso wie Cillian Murphy, Chris Evans und Michelle Yeoh die hier als Raumfahrer überzeugen. Nur leider nimmt der Film in der letzten halben Stunde einige Wendungen mit denen ich mich nicht so recht anfreunden konnte. Es scheint als wurde die eigentlich gute Story nicht richtig zuende gedacht. Weshalb der Film aufgrund des weniger gelungenen Endes nicht der ganz große Wurf ist.

                                        10
                                        • 5 .5

                                          Ei ei ei.. ei ei eieiei..
                                          Für mich, Physik und Logik liebend, ist allein schon der Aufhänger Haar sträuben!!..
                                          So toll und drastisch die Optik ist - so ist die Logik das genaue Gegenteil..

                                          Kleines Beispiel mit spuren von *SPOILER* ..

                                          - auf der Erkenntnis von dem Team das sie einen töten müssen, um genügend Sauerstoff zu haben um die Bombe abzuwerfen, wird festgestellt dass das wahrscheinlich ebenso dem ersten Team ergangen sein muss..
                                          Nur irgendwie wird hier die Tatsache weggelassen, dass das alte Schiff eine florierende Flora in der Herstellung von Sauerstoff besitzt.. lol

                                          Genauso schlecht ist, das nicht wirklich gezeigt wird was nun mit XOXO passiert und so - bei der Öffnung, wo ihm die Japanerin ins Visier knallt..

                                          *SPOILER ENDE*

                                          Allein schon die idiotische Idee, das eine Bombe die verbrauchte Energie/Rohstoff wieder auffüllt - ist eigentlich schon mit ner Himbeere zu belohnen..

                                          So ein Schmarn...

                                          • 8
                                            dfm 04.09.2015, 12:49 Geändert 04.09.2015, 14:06

                                            Sehr bildgewaltiger, actionreicher Si-Fi Streifen. Die Effekte sind meiner Meinung nach der Hammer.

                                            Der Anfang des Films ist noch eher gemächlich, aber dann geht´s richtig los. Schade das ich den Streifen nicht im Kino gesehen habe, da wirken die Effekte sicher noch 10 mal besser.

                                            Mir war er dann aber gegen Ende hin fast zu hektisch muss ich sagen. Darum gute 8 von 10 Punkten.

                                            • 6 .5

                                              Die Sonne, der Licht und Wärmespender unserer geliebten Mutter Erde droht zu verglühen. Die Crew der Icarus II macht sich auf, einen allerletzten verzweifelten Versuch zu starten, das Leben auf dem ihrigen Heimatplaneten eine Zukunft zu gewährleisten. Dabei ereignen sich unglückliche Ereignisse, die den Erfolg dieser Mission in Frage stellen ...
                                              Doch nicht nur das Gelingen der Mission wird hier in Frage gestellt sondern auch
                                              der durchgehend aufrechte Unterhaltungswert.
                                              Zu Beginn baut Regisseur Danny Boyle eine hervorragenden Grundstimmung auf,
                                              die den Blick des Zusehers vorerst wie hypnotisiert auf den Bildschirm starren lässt.
                                              Der Film startet äusserst viel versprechend, stumpft im Verlauf aber doch gewaltig ab. Hauptproblem ist hierbei die Flut von Effekten, die zunehmend auf das Publikum hereinbricht. Diese sind durchaus sehenswert ausgefallen aber in ihrer Fülle doch zu viel des Guten sodas sie die bis dato tolle Atmosphäre erdrücken, da diese der aufkommenden Bilderflut nicht mehr viel entgegen zusetzen hat. Auch der Cast, der bis dahin sehr überzeugend agiert, fällt dem zum Opfer den mit den Charakteren gefühlsmässig mit zu gehen fällt fortan schwer, was dem Gesamtkonstrukt einen spürbaren Bruch beifügt.
                                              Hinzu kommt das Boyle im letzten Drittel dann versucht, Horrorelemente mit ein zubringen, die das eigentlichen Ziel der Handlung immer mehr nach hinten drängen und das eigentliche Vorhaben zunehmend verheizen.
                                              Erstklassig hingegen ist der Score. Passend und sehr stimmig schafft dieser es, den Zuseher bei der Stange zuhalten. Ohne diesen hätte sich dieser Film bei mir wohl spätestens im letzten Abschnitt in die Bedeutungslosigkeit verabschiedet was schade gewesen wäre denn...
                                              Das Finale hat mich aus meiner etwas schläfrigen Lage wieder wach geküsst denn dieses reisst dann doch wieder einiges heraus und bringt die Mission zu einem dann doch versöhnlichen Abschluss.

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                                              • 9
                                                The_Hitcher 14.07.2015, 22:28 Geändert 14.07.2015, 22:28

                                                Ein verdammt spanender, dramatischer, bombastischer und SCHÖNER Sci-Fi-Film! Mit einem einfach perfekt harmonierenden Soundtrack!

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                                                • 7

                                                  Vorhersage: 7.0
                                                  Bewertung: 7.0
                                                  Unterhaltsamer Science Fiction-Film mit guter Atmosphäre.

                                                  • 5 .5

                                                    Wer die üblichen Verdächtigen aus Drehbuchschreiber Alex Garlands Feder kennt ("28 Days Later"; "Ex_Machina"), der weiß um die minimalistische Prämisse, mit dem seine Filme für gewöhnlich beginnen, was sich dann auch größtenteils durch den kompletten Film zieht. Alles wirkt auf den kleinsten Nenner gebracht (und das ist nicht negativ gemeint), Ausschweifungen gibt es kaum. Sie fühlen sich wie Kammerspiele auf mehreren Ebenen an und "Sunshine" aus dem Jahr 2007, unter der Regie von Danny Boyle, fügt sich nahtlos in dieses Schema ein.

                                                    Die Sonne stirbt. Die Crew der Ikarus II hat nur einen Auftrag: Nahe genug an der Sonne sollen sie eine atomare Bombe zur Detonation bringen, welche die Sonne, bzw. einen daraus resultierenden neuen Stern, von neuem erstrahlen lassen soll. Die letzte Chance der Menschheit, die sich auf der Erde einem solaren Winter ausgesetzt sieht und ihrem Ende nahe ist.

                                                    Audiovisuell ist "Sunshine" eine Wucht. Daran lässt sich nur schwer rütteln. Wer einmal die wunderschöne Sonne im Film gesehen hat, der sollte sich eigentlich genauso fühlen wie Searle (Cliff Curtis), der von diesem Anblick förmlich angezogen wird. Diese Bilder strahlen eine Ruhe aus. Selbst in hektischen Momenten bleibt sie entspannt, lässt sich vom Geschehen nicht ablenken. Dabei umschmiegen John Murphys sowie Underworlds ruhige, aber auch elektrisierende Klänge die Bilder in perfektem Maße, vermitteln in ihrer Musik Aussichtslosigkeit und doch Hoffnung. Sie sind ein intensives Erlebnis, was unter die Haut geht. Einfach wunderschön.

                                                    Weniger schön empfand ich allerdings den kompletten Rest des Films. Die Besetzung lässt dabei kaum Wünsche offen, vom immer gern gesehenen Cillian Murphy über Hiroyuki Sanada, von Chris Evans zu Michelle Yeoh. Und doch schaffte es kaum einer, mich fernab der schönen Bilder mit seiner Art zu fesseln. Außer Sanada und Murphy erschienen sie mir allesamt unsympathisch und viel zu klischeehaft, es nicht wert, um sie auf dieser immer heikler werdenden Mission zu bangen. Was ich allerdings dem Drehbuch ankreiden muss. Statt mich an die Hand zu nehmen, ließen mich Garland und Boyle im Regen stehen und lediglich dabei zusehen, wie eine denkwürdige Entscheidung nach der anderen gefällt wurde. Abgeholt wurde ich von ihnen als Zuschauer höchstens in den letzten Augenblicken noch einmal.
                                                    "Sunshine" ist ja beileibe kein inhaltsloser Science-Fiction Film. Von Hoffnung und Aufopferungsbereitschaft zur Zeit des nahenden Endes aller, über das Finale, was mich zu einiger Selbstreflexion brachte. Und doch… konnte mich das Geschehen selbst nicht in seinen Bann ziehen. Die Dramaturgie verebbte, weil kein Bezug zu den Figuren vorhanden war, die dunkle angespannte Atmosphäre wurde für ein actionlastiges und unnötig konventionell gehaltenes Finale geopfert, welches den Film viel zu früh und viel zu schnell selbst aus den Angeln hob. Der philosophische Gedanke dahinter mag zwar lobenswert sein, aber an der Umsetzung hakte es im direkten Vergleich doch gewaltig. Plötzlich sieht sich der Zuschauer mit einem experimentellen Schnittgewitter konfrontiert, was den Schluss vom restlichen Film abheben lässt und sich dem selbst angeschlagenen Grundton nicht fügen will, von der plötzlichen Action ganz zu schweigen.
                                                    Genau das ist etwas, was man von Alex Garland kennt: Einen gemächlichen Einstieg, der dann von einem unpassend aufbrausenden Finale übertüncht wird. War 2002 in "28 Days Later" schon nicht anders, ist auch drei, beziehungsweise fünf Jahre später in "Sunshine" nicht anders. "Bei Ex_Machina" hingegen war es bemerkbar, wie er sich selbst zügelt um sich in seinem Plot nicht zu überschlagen, was sein Regiedebüt wie aus einem Guss erscheinen ließ. So etwas wäre hier nur allzu begrüßenswert gewesen.

                                                    "Sunshine" verfügt, wie man es von Danny Boyle gewohnt ist, über eine audiovisuelle Wucht der man sich nur schwer entziehen kann. Leider sorgen die Klemmbrettfiguren sowie das große Finale für Unmut, was den Film selbst zu einem sperrigen und leidlich unschönen Spektakel verkommen lässt, was höchstens im letzten Augenblick das zeigt, was es hätte werden können.

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