Swiss Army Man - Kritik

Swiss Army Man

US · 2016 · Laufzeit 97 Minuten · FSK 12 · Komödie, Abenteuerfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 8

    Jetzt muss ich immer weinen, wenn ich pupse.

    • 7 .5

      [...] Der IMDb lässt sich entnehmen, dass Paul Dano in einem Interview gesagt hat, er wolle die Rolle in "Swiss Army Man" übernehmen, nachdem er die Synopsis zum Film gelesen hatte, die da lautete " the first fart makes you laugh and the last fart makes you cry." und tatsächlich fasst das nicht nur den Film durchaus trefflich zusammen (auch wenn ich mir das im Vorfeld nicht habe vorstellen können), sondern erklärt auch den Reiz des Projekts, das so ziemlich allen Konventionen zuwider läuft und selbstredend gerade dadurch so reizvoll wird. So mutet der von Dan Kwan und Daniel Scheinert geschriebene und inszenierte Film zunächst wie ein typischer Sundance-Filmfestival-Vertreter an, hat jedoch gerade dort die Zuschauer in Scharen aus dem Saal vergrault, was natürlich auf den ersten Blick nicht für den Film zu sprechen scheint, doch ist es auch ein Erlebnis in Etappen und auch ich habe kurzzeitig gefremdelt, als Daniel Radcliffe als Leiche an Land gespült wird und sich in scheinbar nicht enden wollenden Flatulenzen ergeht, die einerseits der Figur des von Paul Dano gespielten Hank den Selbstmord verleiden, ihm alsbald darauf wiederum als Antrieb dienen, um auf der Leiche "reitend" über das Meer zu sausen. [...]

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      • 3 .5

        Daniel Radcliffe in der Rolle seines Lebens. :D

        Unentwegt versucht der Film Sentimentalität durch Vulgäres aufzulockern was gänzlich scheitert und ersteres eigentlich nur noch verschlimmert. Außerdem passiert 90 Minuten das Gleiche in Endlosschleife. Beispielsweise schnelle Cuts mit Musik, vorzugsweise am Lagerfeuer um das Publikum etwas anzuheizen und sich von dem Film vereinnahmen zu lassen, was natürlich in dieser Häufigkeit eher abkühlt. Außerdem ist der Ansatz schrecklich langweilig einen Behinderten, ein Kind, oder wie hier, eine Leiche zu nehmen, um durch die Naivität geleitet über gesellschaftliche Konventionen zu sprechen. Wären zwei Intellektuelle auf der Leinwand würden vielleicht interessante und nicht ganz offensichtliche Erkenntnisse vorgeschlagen werden, so etwas gibt es in diesem Film nicht. Sonst passiert in diesem Film öfters etwas Unerwartetes, worauf Dano überreagiert um sich daraufhin erneut zu entschuldigen, wobei die Reaktion auf billige Lacher abzielt, ebenso wie alle Performances. Ja, zu Beginn ist Radcliffes Gesicht ganz amüsant, doch nicht in der tausendsten Einstellung. Aber der Film ist sich ja selbst für das Sitcomklischee der Musikhörenden Person zu schade, die die im Hintergrund kämpfenden Männer nicht mitbekommt. Sonst wird noch etwas das Sentimentale gemimt, indem man möglichst oft das Gespräch auf "Home" lenkt, was dann gemeinsam mit den Gags den Film ausmacht, Gags wie einer kurzen Entschleunigung mit "witzigen" Gesichtern, kurz bevor man einen Hang oder von einer Baumkrone herunterfällt.

        Fazit: Unkonventionelle Idee mit der absolut ordinärst möglichen Umsetzung, vielleicht der bisher schlechteste Film dieses Jahr.

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        • 7
          Dergestalt 27.07.2017, 10:13 Geändert 27.07.2017, 10:15

          Schön, dass ein äußerst verqueres Indie-Filmchen wie dieses nicht auf irgendeinem Genrefilmfest oder als Direct-to-DVD-Release versauern, sondern auf breiter Ebene in die Kinos kommen durfte. Schön ebenfalls, dass Daniel Radcliffe seinen Siegeszug als neu erwachter Underdog des Indie-Kinos nach "Horns" fortsetzt und hier eine der sicher skurrilsten Rollen der Filmgeschichte spielen darf. Die Grundidee ist überhaupt so simpel wie genial und wird vom Film mit äußerster Freude und Detailverliebtheit zelebriert. Eine Multifunktionsleiche, die irgendwie keine Leiche ist. All die Unwägbarkeiten und Unsicherheiten spielt der Film mutig aus und geht leichterhand gegen die Realität an. Da wird auch ein karibisches Inselparadies fließend zum Urzeitwald, zur nordamerikanischen Nachbarschaft. Im Kern bleibt "Swiss Army Man" dennoch eine typische Außenseiterkomödie mit ihren bekannten Figuren, Zuspitzungen und Konflikten. Nichts Neues: Das Abseitige wird für eine Humanitätsparabel verbraten. Schnell wird also klar, dass die skurrilen Dialoge auf das Leben, das Menschliche verweisen, der Film also etwas erzählen will. Schade natürlich für die freie Kunst, dass viele sonderbare Szenen so einem großen, dann doch äußerst rationalen Ziel untergeordnet werden. Und gerade zum Schluss spart der Film auch nicht mit deutlichem Pathos. Im Idealfall ist das auf wilde Weise unentschlossen und "genre-defying", manchmal wirkt der Versuch, abgedreht und zugleich bodenständig zu sein, wie bereits in Radcliffes "Horns", auch schlicht anstrengend und forciert. So richtig will man den Hund eben nicht von der Leine lassen.
          Die teils großartig dichte Atmosphäre des Films gibt den sonderbaren Ideen aber dennoch den richtigen Drall. Da wird das Gesumme der Figuren etwa zum Soundteppich des Films und zum Soundtrack, der mit melodischen Folkanleihen und Stimmexperimenten sowohl ohrenschmeichelnd als auch außergewöhnlich ist. Und nicht zuletzt sind die buntfarbigen, fließend montierten Bilder ein schöner Nachhall der Ideenfreudigkeit des Films. Das Ausgefallene ist letztlich doch das Kraftvollste und das, was uns einzigartig und am Leben hält. Mag man abgedroschen finden, "Swiss Army Man" aber findet die Kraft, etwas Eindringliches draus zu machen.

          11
          • 7

            Wenn das nicht mal etwas anderes ist.

            2
            • 8 .5

              Ich muss sagen, "Swiss Army Man" gehört auf jeden Fall zu den besten (?) oder zumindest zu den beachtenswertesten Filmen von denen, die ich in diesem Jahr sehen durfte.
              Makaber. Humorvoll. Auf der Metaebene tieftraurig. Hoffnungsvoll. Künstlerisch-philosophisch. Manchmal eklig. Und vor allem surreal.
              Swiss Army Man ist ein Ausflug in ein Abenteuer, das viele Fragen offen und ebenso viel Interpretationsspielraum zulässt. Was ist echt, was sind aus der Verzweiflung heraus geborene Halluzinationen? Darf man an diesem Film eigentlich mit den gewöhnlichen Normen messen oder ist das kontraproduktiv? Eine banale pseudophilosophische Erfahrung mit humorösen Anleihen aus der analen Phase oder eine komplexe Parabel, die den Surrealismus als Mittel zum Zweck verwendet?

              Das muss wohl jeder im Endeffekt selbst entscheiden. Fakt ist, dieser Film ist was anderes, was besonderes. Ob im positiven oder negativen, bleibt dem Einzelnen überlassen - Handwerklich großartig umgesetzt und schön gespielt. Auf seine ungewöhnliche Art sogar ein Feelgood-Movie.
              Man sollte ihn auf jeden Fall mal gesehen haben!

              4
              • 10

                Selten so schöne Worte über die Magie des Masturbierens gehört.

                1
                • 5

                  Die Magie des schrägen Films hat mich einfach nicht erreicht. Dafür bekommen aber die schönen Bilder und die Darsteller einen Daumen hoch.

                  3
                  • 2 .5
                    xiudt 07.07.2017, 08:23 Geändert 07.07.2017, 08:31

                    Sorry, diesem Film konnte ich persönlich gar nichts abgewinnen.
                    Mir war das Ganze zu absurd, zu lächerlich, zu unlogisch, um irgendein Gefühl für die Handlung oder die Charaktere zu entwickeln.
                    Schade, hatte mich eigentlich auf den Film gefreut, umso grösser ist nun die Enttäuschung.

                    2
                    • 7

                      Eine sympathische und äußerst witzige Buddydramödie über einen schüchternen, vereinsamten und in der Wildnis verlorenen Mann (Paul Dano) und eine sprechende Leiche mit "Schweizer-Taschenmesser-Fähigkeiten" (Daniel Radcliffe), die sich gegenseitig das Leben erklären und beibringen, warum das Leben lebenswert ist.

                      Bisher habe ich Filme mit Daniel Radcliffe abseits von Harry Potter gemieden, weil er für mich so sehr mit der Figur verwachsen ist, dass ich in seinen anderen Rollen nur den Zaubererjungen gesehen habe. Hier hat mich Radcliffe allerdings wahrlich überrascht! Erfolgreich streift er seinen Potter-Schatten ab und erweckt diese Leiche im wahrsten Sinne des Wortes zum Leben, ich bin gerade zudem geneigt zu sagen, dass er damit seine Rolle als Harry Potter sogar noch übertrifft. Was zugegeben jedoch auch nicht so schwierig ist^^

                      Das Ende des Films hat mich leider etwas zwiegespalten zurückgelassen. Zum Einen bin ich froh darüber, dass sich die beiden Regisseure nicht für ein kitschiges Happy End sondern für ein bittersüßes Ende entschieden haben, zum Anderen fällt das Finale teilweise sehr übertrieben und pathetisch aus, was so gar nicht zum ruhigen und unaufgeregten Rest passen will. Dies schenkt meine Bewertung leider etwas herab.

                      8
                      • 7 .5

                        Die größte und faszinierendste Scheisse, die ich je gesehen habe.

                        1
                        • 7 .5

                          MP Hintergrund-Info: "...Auf dem Sundance Film Festival, wo Swiss Army Man im Januar 2016 seine Premiere feierte, sorgte der Indie-Film vor allem deshalb für Aufsehen, weil so mancher abgestoßener Zuschauer das Kino vorzeitig verließ...".
                          Ja, da ist manch unappetitliches dabei und viel schräges Zeug sowieso. Doch das dient als Gerüst, wie auch die Leiche Manny, für gute philosophische Fragen und Kritik an der sauber-oberflächlichen Wegwerfgesellschaft.

                          • 6

                            Eine furzende Leiche (Daniel Radcliffe) und ein Mann auf einer einsamen Insel (Paul Dano). Nie im Leben hätte ich gedacht einen solchen Satz mal schreiben zu müssen. Trotzdem zog mich dieser Satz beinahe ins nächstgelegen Arthouse, um meine Neugier zu stillen. Doch meine Zweifel an der Umsetzung dieser skurrilen Geschichte und den zwei Hauptdarstellern, die mir bisher in keinem Film so richtig gefielen, liessen mich nicht vor die grosse Leinwand. Kaum sah ich dieses Werk aber im Regal, griff ich gleich zu und führte ihn mir in kürzester Zeit zu Gemüte.

                            Ohne Erwartungen sah ich also einem Mann zu, wie er mit einer (dauer-) furzenden Leiche sprach, die am Strand angeschwemmt wurde. Die natürlichen Winde fingen schnell an zu nerven und trotzdem ertappte ich mich beim schmunzeln, weil man es kaum mehr übertreiben konnte.
                            Die ersten paar Minuten machten mir keine grosse Freude, die Schauspieler spielten zwar deutlich besser als erwartet (vor allem Radcliffe), es wurde aber weder ein Spannungsaufbau geboten, noch versprachen die nächsten Minuten ein grosses Potential an Überraschungen. Wohin dieser Film aber führen sollte, machte mich Neugierig und ich blieb am Ball.
                            Eine kuriose Szene jagte die nächste und verwirrte mich zusätzlich. Selbstverständlich begann ich den Film immer mehr zu verstehen und kam mit der Kernaussage gut klar, trotzdem zog er mich nicht in seinen Bann und ich konnte mit dem Charakter von Paul Dano nicht mitleiden. Nicht unbedingt Fehlbesetzt, aber dieser Mann hat in dieser Rolle keine positive Wirkung auf mich.

                            So zog sich der Streifen weiter hin und machte mich nicht richtig glücklich. Als positiv erachtete ich weiterhin die Idee, die Kulisse und einen interessanten Daniel Radcliffe. Der Humor konnte bei mir nicht Punkten. Dieser war zu oft über dem Limit und wirkte Pubertär. Der Zündstoff, um dem Film mehr Punkte zu geben, fehlte bis zum Schluss. Es wurde ein Film, der für meinen Geschmack, zu lange dauerte. Hätte er doch bloss ein paar Szenen vorher aufgehört. Das Ende blieb auf dem Niveau des ganzen Werkes; immer einen ticken zu viel! Und somit blieb ich fasziniert, von einer wunderbar skurrilen Idee und einer gewissen Enttäuschung, auf meinem Sofa sitzen und sah mir den Abspann (mit einem sehr passenden Song) an.

                            Das ganze bitte nochmals in ernst, dramatischer und mit überzeugenderen (reiferen) Schauspielern und der Film bekommt eine sehr gute Note von mir. Somit bleibt mir nichts anderes übrig als Punkte für die Idee, die Kulisse, dem skurrilen / mutigen Drehbuch, einem überraschend guten Radcliffe, einer erdrückenden Atmosphäre und einem fast geglückten Schluss zu geben.

                            • 8 .5

                              So absurd. So toll. Montage.

                              • 8 .5

                                Der Film geht als skurrilster, makaberster, traurigster und doch hoffnungsvoller Film in die Filmhistorie ein. Selten einen besseren Toten als Radcliffe gesehen. Der Film lässt nichts aus, was einen nicht selbst mal beschäftigt hat. Vom kleinen steifen P in der Hose, bis zur Vereinsamung der Menschen in der heutigen Zeit, und Ihrem Konsum mit dem sie selbst die einsamsten Orte in Müllkippen verwandeln. Wer mir bei dem Film mit Logik ankommt, sollte sich BITTE die Mühe machen und einfach mal sein Hirn einschalten. Denken bei Filmen ist schwer, aber sollte doch möglich sein. Denn der Film dreht sich nicht um einen Schiffbrüchigen an sich, sondern um einen Verlorenen mitten in der besiedelten Welt. Quasi ein Schiffbrüchiger unter uns. Davon gibt es viele. Keine Freunde. Eltern, die einen nicht so akzeptieren wie man ist, keinen Freund, oder Freundin. Niemanden, mit dem man Kontakt haben kann. Und dann taucht in dieser geistigen Verwirrtheit ein Toter auf...............Mir hat der Film extrem gut gefallen, weil er mal anders ist. Gut den unter der Gürtellinie Humor hätte man stellenweise ein wenig runter drehen können, aber gestört hat es mich jetzt nicht. Paul Dano spielt hier überragend und beiden Akteuren hat es anscheinend sehr viel Spaß gemacht an diesem kleinen und doch großen Film mitzuspielen. Und so kann jeder den Film interpretieren wie er möchte, denn der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

                                7
                                • 8 .5

                                  Harry Potter als nicht ganz tote Leiche, die einem auf einer einsamen Insel Gestrandeten quasi als Freitag zur Seite gestellt wird und ihm sogar dabei „hilft“ von der Insel zu entkommen. Ziemlich schräg und das scheint auch die Hauptintention des Films zu sein, denn inklusive dem Ende gibt es eigentlich nichts, was irgendwie logisch wäre. Macht aber nichts, das Schräge ist herrlich konsequent und wenn man nicht zu viel hinterfragt, sondern sich einfach unterhalten lässt, dann bekommt man genau das: gute Unterhaltung!

                                  • 9 .5

                                    Ich will nicht sagen, dass das ein Meilenstein der Filmgeschichte sei. Aber ich persönlich fand den Film sehr gelungen, tolle Drehorte, tolles Schauspiel und eine abgedrehte, nicht alltägliche Story.

                                    Irgendwie halt einfach funny.

                                    • 3 .5

                                      Ein Film übers Furzen.

                                      • Markbln 21.05.2017, 12:07 Geändert 21.05.2017, 12:22

                                        Sowas kann man nur mit herausragenden Schauspielern drehen. Paul Dano gehört nicht dazu. Abgebrochen...

                                        • 8

                                          Ein kleiner schräger, skuriler, liebenswerter und sensibler Film. K(F)urz ein Juwel.

                                          • 8 .5

                                            Und wir verscharren unsere Toten sechs Fuß unter der Erde?
                                            Welch eine Verschwendung!
                                            Sie können uns noch so viel geben...

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                                            • 8 .5
                                              Ch4rger 13.05.2017, 23:22 Geändert 13.05.2017, 23:24

                                              Swiss Army Man ist abgedreht, skurril, abartig und unglaublich lustig. Den Bewertungen zufolge scheiden sich an diesem Streifen die Geister aber meinen Geschmack hat er vollends getroffen einfach weil er so anders und einzigartig ist. Punktlandung

                                              • 8 .5
                                                Leinzi 30.04.2017, 23:47 Geändert 30.04.2017, 23:48

                                                Da sehe ich gestern diese abartig skurrile und wahnsinnig kreative Perle von einem Buddy-Abenteuer und werde den Soundtrack nicht mehr los
                                                ...
                                                https://www.youtube.com/watch?v=VrYCAHIccc8 (hier der da)
                                                ...
                                                und dann sehe bzw. höre ich eben einen Teil dieser Hornbach-Werbung
                                                ...
                                                https://www.youtube.com/watch?v=ZtYvcUPqQEA
                                                ...
                                                und jetzt komme ich aus dem Lachen nicht mehr heraus. xD

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                                                • 5 .5

                                                  Ich weiß auch nicht, dann doch lieber immer Ärger mit bernie... Vlt hab ich ihn aber auch einfach nicht verstanden...

                                                  • 6

                                                    Es gibt in Swiss Army Man einige sehr schöne feinfühlige Momente. Und dann gibt es noch ein Haufen Sachen, die das genaue Gegenteil davon sind.

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