Tage oder Stunden

Deux jours à tuer (2008), FR
Laufzeit 84 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 30.04.2009

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7.8 Kritiker
3 Bewertungen
Skala 0 bis 10
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von Jean Becker, mit Albert Dupontel und Marie-Josée Croze

Antoine Méliot, 42 Jahre alt, kann mit sich zufrieden sein – eine schöne Frau, zwei bezaubernde Kinder, echte Freunde, auf die er sich jederzeit verlassen kann, ein erfülltes Berufsleben, ein hübsches Haus in einem Pariser Vorort und genügend Geld. Eines Tages jedoch zerstört er all das an einem einzigen Wochenende: sein Glück, seine Familie, seine Freunde, seine Karriere. Keiner versteht, warum. Die berühmte Midlife-Crisis? Ein Anfall von Wahnsinn?

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Kritiken (2) — Film: Tage oder Stunden

Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

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8.5Ausgezeichnet

Erst in den letzten Minuten enthüllt der Film schließlich seine wahren Absichten, die Antoines Verhalten und Entscheidungen rückblickend in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

Obgleich diese Wende wohl kalkuliert ist und die Handlung auf sie wie auf einen schwarzen Punkt zusteuert, ist man als Zuschauer nicht wirklich vorbereitet auf das, was „Tage oder Stunden“ in letzter Konsequenz beschreibt. Das Ende, das in einem anderen Kontext leicht zu einer manipulativen, inhaltsleeren Geste verkommen könnte, setzt ein dickes Ausrufezeichen hinter Antoines Geschichte. Der wiederum hat die Maske des Zynikers zu diesem Zeitpunkt längst abgenommen. Was genau dahinter zum Vorschein kommt, das sei an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: In jedem Fall bricht es einem das Herz, wenn ganz zum Schluss Serge Reggiani sein „Le Temps Qui Reste“ vorträgt und so einen in sich stimmigen Film auf unverwechselbare Art abrundet.

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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...

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7.5Sehenswert

Aber Verbitterung und Zynismus werden bei Becker nicht das letzte Wort behalten. Antoine darf kein Scheusal bleiben. Die Wahrheiten, mit denen er Familie und Freunde konfrontiert, sind nicht unwiderruflich, der Schandfleck, den er auf ihnen hinterlässt, ist nicht untilgbar. Es ist nurmehr eine Oberfläche, die er angreift, tiefere Abgründe bleiben schonungsvoll unangetastet. Denn sogleich bricht für Becker die Zeit der Erklärungen an, die ihm gar nicht offenkundig genug sein können. [...]
Dies ist freilich nicht die letzte Volte, die die Tragik schlägt, um den unfreiwilligen Misanthropen Antoine endgültig zu entlasten. Sie zu verraten, schickt sich nicht, wenngleich sie keine wirkliche Überraschung bereithält. Beckers Dramaturgie der revidierten Gewissheiten ist letztlich eine der Beschwichtigung: Antoine ist eine Figur, die am Ende nicht geläutert werden muss, sondern bedauert werden darf.

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Kommentare (7) — Film: Tage oder Stunden

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Kill_Diether

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

84 Min. sind ungewohnt kurz. Reicht hier aber, denn nichts ist überflüssig. Somit ist das Drama flott und mit Spannung anzusehen. Unterhaltsam ist hier fehl am Platz, obwohl gerade die erste Hälfte wunderbar abgedreht komisch erscheint. Daraus resultiert die Frage: "Was ist so komisch daran, wenn einer schlicht und direkt, offen und ehrlich ist?"

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Leila57

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Das könnte mir gefallen.


Kill_Diether

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Ja, denke schon. Es dreht sich halt alles um einen französischen Mann mittleren Alters. Sag mal Bescheid, wenn du ihn gesehen hast.


veron

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Absolut sehenswerter Film mit einem sehr guten Albert Dupontel, dem man seine Rolle zu 100% abnimmt. Ende hab ich so nicht vorausgesehen, daher umso beeindruckender.

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dbeutner

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Bewertung6.5Ganz gut

Überraschend? Nach exakt 28 Minuten Spielzeit habe ich das genaue Ende vorhergesagt. Der Film übertreibt seine keineswegs völlig uninteressante Grundidee leider maßlos, so dass der sehr bemühte "Twist" nicht nur extrem früh greifbar wird, sondern auch die Szenen bis dahin teilweise so dermaßen neben der Realität liegen, dass es nur noch schmerzt. Und, wie gesagt, der Grundgedanke ist ja nicht abwegig, aber er hätte eben sehr viel feinfühliger umgesetzt werden müssen - zumal das Verhalten des Protagonisten eben einen fetten Widerspruch in sich trug, der auch sinnfrei war. Dazu kommt, dass die Hauptrollen zwar gut, die Nebenrollen allerdings im Wesentlich mit B- und C-Riege besetzt waren, die auch vor einer ordentlichen Kamera dennoch hilflos aussahen.

Insgesamt daher enttäuschend, und nicht in Ansätzen an die Qualitäten von "Dialog mit meinem Gärtner" anknüpfend - wenn ich teilweise auch den Cast in die Kritik explizit mit einbeziehe, so ist es wohl im Wesentlichen die Romanvorlage, die hier einfach um drei Klassen schlechter war.

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annaberlin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Stimmungsvolles, sehr gut gespieltes französisches Drama mit einer überraschenden Auflösung. Jean Becker versteht es, eine Geschichte mitten aus dem Leben zu inszenieren (auch wenn das Verhalten der Hauptfigur wohl keinem Zuschauer erklärlich ist).

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Schinkmeister

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein guter Film, wobei ich das Handeln von Antoine nicht nachvollziehen kann. Ich meine nicht einmal sein zynisches Benehmen während des Filmes, sondern sein Handeln zum Schluss, wodurch er das Vorangegangen unsinnig macht.

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maslobojew

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die Auflösung fand ich schon überraschend, aber auch schade.
Das alles läd auf alle Fälle zum Nachdenken ein.
(Vorsicht, ich verrate jetzt den Plot!)
Muss ich auch erst dem Tod ins Auge sehen, bevor ich mir eingestehen kann, das Leben verpasst zu haben?
Und wieso dann im sozialen Bereich Amok laufen? Wenn es soweit mal gekommen ist, könnte ich mich doch eigentlich auch zurücklehnen und die letzten Tage oder Stunden ruhiger angehen - ohne alles völlig zu vergretzen. Den Vatter oder sonst wen aufsuchen oder sonst was nachholen kann ich ja trotzdem. Aber die Hauptfigur hier ist eben eher zynisch veranlagt und steht wie unter Dauerschock.
Gut gemachter, amüsanter Film und kann zum Nachdenken anregen.

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mister mo

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein toller Film - was anfängt wie ein Amoklauf der besonderen Art, mit seinen Beleidigung, seinem Zynismus und seier Verachtung, lässt Albert Dupontel, der sich so langsam Bekanntheit im französischen Film verschafft hat, am Ende bei seinem Vater landen, einem alten Einsiedler, dessen einzige Beschäftigung das Fliegenfischen ist - dies wird letztlich auch zum großen Knackpunkt des Films.
Je weniger man über den Streifen weiß, desto höher ist das Sehvergnügen - auf ganzer Breite ein empfehlenswerter Film!

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