Take Shelter - Ein Sturm zieht auf - Kritik

US 2011 Laufzeit 125 Minuten, FSK 12, Drama, Thriller, Kinostart 22.03.2012

  • 6 .5

    Spitzen-Thematik, ich liebe ja Filme, die von einer subtilen Bedrohungssituation leben. Dazu wirklich sehr sehenswerte schauspielerische Leistungen, z.B. Shannons Gesichtsausdruck während seines Ausrasters auf Nachbars Party. Auch das Mimikspiel von Chastain ist bemerkenswert. Sie ist wohl eine der wenigen Schauspielerinnen, die noch so etwas wie Leben im Gesicht haben. Leider hat mich die Spannung in dem Film nicht so ganz gepackt, die Bedrohung konnte ich nicht wirklich spüren. Stattdessen waren mir viele Szenen etwas zu in die Länge gestreckt, etwa die Situatuon im Bunker, was den Nervenkitzel dann immer wieder unterbrochen hat. Das Ende war ziemlich gut so, wie es ist und setzte nochmal eins obendrauf.

    • 8 .5

      „You think I'm crazy? Well, listen up, there's a storm coming like nothing you've ever seen, and not a one of you is prepared for it.“

      Ich gebe >Take Shelter< 8.5 Punkte, genauso wie >Auge um Auge< und >Die Jagd<. Alle drei Filme sind Dramen, alle drei Filme sind Arthouse-Kino, alle drei Filme haben mich absolut vom Hocker gehauen, aber alle drei Filme sind an den Kassen gefloppt.
      Ist das nicht merkwürdig?
      Ich möchte einmal beschreiben, wie ich >Take Shelter< erlebt habe.
      Jeff Nichols hat meiner Meinung nach ein audiovisuelles Meisterwerk erschaffen. Er weiß es gekonnt die Töne in den richtigen Momenten schweigen zu lassen und kreiert große Bilder, die auf einer anderen Ebene doch so zerbrechlich klein sind, dass der Mikrokosmos des Protagonisten Curtis darin schimmert. Dazu wählt er einen oscarreifen Soundtrack, der das Geheimnisvolle und Beunruhigende ausgezeichnet transportiert.
      Und wer ist nun dieser Curtis? Prophet oder Psychopath? Michael Shannon nahm mich auf eine aufwühlende Reise mit, die durch sein Leben und seine Gedanken, durch seine Psychose und seine Ängste, aber auch durch seine Liebe und Vergangenheit führte. Was dieser Darsteller hier auf die Leinwand bringt, gehört definitiv zu den besten Leistungen, die ich jemals bestaunen durfte. Ich teilte den gesamten Film über seine Anspannung und litt mit ihm. Seine Performance geht mir unter die Haut.
      Wenn ich dieses Filmerlebnis mit dem vergleiche, was ich in den letzten Jahren im Kino betrachten musste, dann werde ich nachdenklich. Denn langsam beginne ich mich zu fragen, warum sich niemand traut größere Werbekampagnen für Filme wie >Take Shelter< aufzulegen. Wieso setzen Produzenten kein Vertrauen in innovative und fantasievolle Regisseure und ihre mutigen Projekte, obwohl sie es eigentlich sind, die unsere Leidenschaft für den Film und seine Geschichten ausmachen? Stattdessen schafft es jemand wie Brett Ratner ständig neue Filme herauszubringen. Ich kann nicht anders, als dieses Tatsache zu bedauern.
      Ich mag zwar auch Köpfe wie Michael Bay, die ihr Handwerk verstehen und Schauwerte präsentieren, aber ansonsten finde ich dort nur heiße Luft, nicht wahr?. Die einzige emotionale Regung im normalen Kino entsteht meistens, wenn der 3D Effekt Kopfschmerzen oder der Griff ins Portemonnaie Existenzängste hervorruft. >Take Shelter< hätte mich im Kino höchstens 6 Euro gekostet und dafür Unterhaltung für mein ganzes Wesen geboten. Bei einem heutigen 0815-Blockbuster bezahle ich, wenn alles normal läuft, 12 Euro, um mein Gehirn am Tresen gegen Popcorn einzutauschen und verarscht zu werden. Dann beobachte ich sabbernd schlechte Schauspieler, die typische Hans-Zimmer-Bombast-Keule für die Ohren und ein Farbfeuerwerk in bester Computer-Spiel-Manier. Reboot, Superhelden, Spin-Off, Sequel, Prequel, das ganze Zeug. Und auch, wenn mich diese Filme unterhalten, so beweist mir >Take Shelter< am heutigen Abend wieder einmal, dass ein Werk dieser Sorte die Bezeichnung Kino mehr verdient als das Meiste, was sich heute so bezeichnen lässt.
      In diesem Sinne wünsche ich uns allen bereits viel Freude an >Fast and the Furious 7-10<, >Transformers 5: Apokalypse für das Gehirn<, >Beverly Hills Cop 4< und den nächsten 30 Marvel-Filmen.

      Fazit: Zurück zum Positiven. Der einzige Grund, weshalb ich keine 10 Punkte vergebe, ist mein persönlicher Geschmack und die Liste an Filmen, die ich lieber mag.
      An >Take Shelter< gibt es ansonsten rein gar nichts auszusetzen. Der Streifen ist perfekt vom ersten bis zum letzten Schnitt. Er hat mich emotional gefesselt und grandios unterhalten. Er ist ein vielschichtiges Stück Arthouse-Kino, was sicherlich mehr Leute erstaunen würde, wenn sie davon Wind bekämen.

      3
      • 10

        Was für ein Film!
        Ich mochte Michael Shannon ja schon immer ( sag mir bitte jemand einen Film in dem er nicht überzeugen konnte, ich kenne keine) , aber hier übertrifft er alle bisherigen Darstellungen die er bisher abgeliefert hat und mausert sich zu einem lieblingsSchauspieler von mir.
        Auch der Rest des Cast, bis zur kleinsten Nebenrolle hat mich 100% überzeugt.
        Das Drehbuch ist einfach fantastisch und der Plot ist sehr ausgeklügelt.
        Die ruhige erzahlweise spannt eine Netz des Unbehagens, das immer mehr Spannung aufbaut, über den Film.
        dramatisch, irre und nie langweilig.
        Curtis handelt vollkommen nachvollziehbar und versucht seinem" Problem" auf die Spur zukommen.
        mehr sei hier nicht verraten.
        in keinster Weise übertrieben,
        sondern immer hart an der Realität.
        jetzt muss ich nochmal durchatmen,
        und werde mir am Sonntag einen ähnlichen Film anschauen, den ich vor Jahren im Kino sah, um diese beiden MeisterWerke zu vergleichen.
        Welcher das ist?
        ohne etwas von Take Shelter zu Spoilern kann ich das leider nicht sagen.
        MUST SEE MOVIE!

        2
        • 9 .5

          Im Endeffekt geht es um die Entscheidung für die Partnerschaft. Für eine Partnerschaft in der alles möglich ist. Die Gefahren gehen dann nicht mehr von der Partnerschaft aus, sondern finden außerhalb von Dieser statt. Gemeinsam werden die Gefahren bewältigt und gemeinsam wird in die Zukunft geschaut.
          Intensiv. Bildgewaltig. Nichols. Shannon. Unterm Strich hinterlässt dieser großartige Film mich sehr hoffnungsvoll.

          1
          • 9 .5

            Ich habe nicht viel im Vorfeld erwartet. Take Shelter ist ein kleiner Independend Arthouse Film, den ich mir nur wegen Michael Shannon (Boardwalk Empire) und Jessica Chastain (The Help) ansehen wollte. Auch gleich die Warnung vorweg : Der Film ist sehr sehr sehr ruhig und fernab des Maintreams. Trotzdem könnte man das ganze in einem Satz zusammenfassen : Das Ding ist ein gottverdammtes Meisterwerk!

            Der Film besteht fast nur aus Dialogen und Bildern aber gerade erst bei solchen Filmen zeigt sich wahre Schauspielkunst. Michael Shannon spielt Curtis der von Alpträumen über eine Naturkatastrophe geplagt wird und deswegen ein Schutzbunker baut. Doch er wird immer wahnsinniger und paranoider und obwohl er seine Frau und taub stumme Tochter beschützen will, distanziert er sich immer mehr von ihnen. Schauspielerisch ist das hier auf dem höchsten Niveau! Nicht nur Michael Shannon spielt totale Weltklasse auch Jessica Chastain ist zum niederknien und sie hat auch keine Scheue sich mit ihrem wunderschönen Gesicht auch ungeschminkt vor die Kamera zu setzen. Sie hat derzeit großes Potenzial meine neue Lieblingsschauspielerin zu werden. Alle spielen hier so unfassbar echt, dass ich nie irgendeine Glaubwürdigkeit anzweifeln könnte.

            Fazit : Ein brillant gespieltes Meisterwerk, dass aber nur für Leute geeignet ist, die sich auf sehr ruhige Filme einlassen können. Hier wird zudem dem Zuschauer nicht alles vorgekaut. Gerade nach dem völlig irren Ende muss man sich als Zuschauer selbst Gedanken machen wie man das Gesehene zu verstehen hat. So kreiert man ein Meisterwerk!

            9,5/10

            4
            • 7

              Ich habe das Making Of gesehen, war begeistert - und habe etwas völlig anderes erwartet. Ich sage nur so viel, das Thema war doch weitaus beklemmender als erwartet, und die Hauptfigur ab und zu wirklich unangenehm. Der Film ist aber trotzdem nicht schlecht, die Effekte stellenweise einmalig und Tornados sind prinzipiell ein Pluspunkt. Insgesamt sehr sehenswert.

              • 4

                Shannon und Chastain sind toll, das Script ist mäßig und der Schluss macht alles kaput.
                Ibaah....

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                • 9

                  Grossartig! Michael Shannon spielt grandios.

                  1
                  • 7

                    Diese Mischung aus Katastrophenfilm und Mystery-/Psychothriller macht atmosphärisch schon einiges her. Da ist es zweitrangig, ob der jüngste Sturm nur Bestandteil eines Albtraumes ist oder der Realität entspricht. Diese ständige Unwissenheit über die weiteren Geschehnisse und die persönliche Entwicklung, die Michael Shannon als Curtis hier erlebt, sorgen für ungemein beklemmende Momente. Michael Shannons schauspielerische Leistung, aber auch Jessica Chastains Auftritt sind hierbei sicher nicht ganz unschuldig.

                    „Take Shelter“ wählt vermutlich bewusst keine Erklärungen und lässt einiges an Fragen offen. Auch damit sorgt Jeff Nichols für den richtigen Mystery-Faktor. Doch es bleibt für mich so auch ein wenig das Unverständnis darüber, warum Curtis auch in seinen wachen, klaren Momenten die Entscheidungen auf Basis seiner Träume und Visionen trifft und diese auch nicht zu widerrufen bereit ist, obwohl dort ansonsten ein gestandener und vernünftiger Zeitgenosse präsentiert wird. Schizophrenie, Realitätsverlust, Verwirrtheit oder tatsächlich Überzeugung vom Eintreffen seiner Visionen, Nicholls begründet dieses nicht und lässt für mich so leider einen etwas störenden Beigeschmack stehen.

                    3
                    • 8

                      Mysteriös, stark gespielt, schön bebildert, spannend und dramatisch. Ein bisschen was zum Grübeln gibt's gratis dazu. Mehr muss und sollte man eigentlich nicht wissen, wenn man sich Take Shelter anschauen möchte. Daher spreche ich eine klare Empfehlung für dieses kleine, feine Machwerk aus und schweige nun.

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                      • 8

                        » You think I'm crazy? Well, listen up, there's a storm coming like nothing you've ever seen, and not a one of you is prepared for it. «

                        Wind. Er ist kalt, nervig, verwüstet unsere Haare, hebt die Kleider, heult, schreit, pfeift, stürmt und zerstört. Im Sommer sind wir froh für die angenehmen Brisen oder wenn wir im Auto sitzen und sich der Wind in unseren Haaren und herausgestreckten Händen wie die pure Freiheit anfühlt. Im Herbst verachten wir ihn, er bringt Regen, zerstört die Regenschirme und weht die Blätter wie kleine Tornados hin und her. Im Winter ist er ganz grässlich, denn er ist noch kälter, noch rauer und friert unsere Wangen ein, schmeißt uns den eventuell vorhandenen Schnee ins Gesicht. Und im Frühling dann ist er wieder friedlich, lässt die jungen, grünen Blätter in den Bäumen rascheln, die Blumen neigen sich sanft hin und her. Wind ist notwendig, mal nervig, mal schön und solange er es dabei belässt auch akzeptiert. Doch manchmal erhebt er sich und schreit und kreischt und pfeift und lässt Äste fallen, Ampeln wackeln, Bäume umstürzen, Stromleitungen herunter krachen, deckt Häuser ab, wirbelt und tobt, lässt Wellen sich erheben und facht das Feuer an, anstatt es auszupusten. Der Wind wird zum Sturm und schon sitzt so manch einer nervös in der Wohnung, lauscht und hofft, dass es bald vorbei ist. Natur macht Angst, wenn sie zur Gewalt wird. Ja auch Regen und Vögel können unser Herz stocken lassen, wenn ihn ihnen diese unerklärliche Bedrohung zu sehen ist.
                        Wenn ich "Take Shelter" mit nur einem Gefühl beschreiben dürfte, wäre es diese dumpfe Nervosität, die ich empfinde, wenn der Wind mal wieder so stark weht, dass man sich gegen ihn stemmen muss, um vorwärtszukommen oder wenn die Ampeln und Stromkabel wieder so heftig wackeln, dass ich meinen Blick kaum von ihnen lösen kann oder der Strom ausfällt und man nur im Haus sitzt und hört wie der Wind an den Rolladen reißt und schreit und kreischt wie ein wildes Tier. Wenn ich noch ein zweites Gefühl hinzunehmen dürfte, dann wäre es dieses ängstliche, aber auch erleichterte Gefühl, dass ich als Kind immer gefühlt habe, wenn wir uns bei starken Wind stehend zurück gelehnt und so getan haben, als würde der Wind uns tragen, bis wir dann das Gleichgewicht verloren haben oder der Wind nachließ.
                        Meiner Meinung nach hat "Take Shelter" ganz viel mit Gefühl zu tun. Zu fühlen, wie Curtis immer einen Tick paranoider wird und mit ihm diese dumpfe Bedrohlichkeit zu fühlen. Schon fast zu fühlen, wie der Wind einem um die Nase weht. Die Angst in seinen Alpträumen zu fühlen. Und seine Erleichterung. Seine Wut, weil ihn niemand versteht, weil er sich selber nicht versteht. Die Verwirrtheit von Samantha zu spüren, weil ihr Mann so anders ist und andersartige Dinge tut. Ihre Erleichterung zu spüren, wenn sie die Wahrheit rausfindet, wenn sie ihm verzeiht und er seine Angst bekämpft. Und schlussendlich nach dem Film immer noch diese Gefühle zu fühlen, in einem vermengt zu einem kleinen Tornado. Ein Film, der einem das Atmen beschwert, nach dem man nicht aufatmen kann, aber durchatmen muss, weil der Wind draußen immer noch weht.

                        http://planetofpictures.blogspot.de/2014/02/take-shelter-us-2011-jeff-nichols-ein.html

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                        • 4 .5

                          Ärgerlicher Psycho Quatsch!

                          • 5 .5

                            Eines gleich mal vorweg: Die geringe Punktzahl ist keine Kritik an Shannons Leistung. Er ist schlichtweg atemberaubend und hätte allein 10 Punkte verdient. Meine Kritik lässt also die Schauspielleistungen außen vor, denn außer Shannon macht auch Chastain ihre Sache großartig, die hier mal wieder ihr unfassbares Potenzial an eine nichtssagende Rolle in einem nichtssagenden Film vergeudet. Wenigstens ist der Film hier nicht so ekelhaft daneben wie The Tree of Life oder The Help, er ist eher belanglos wie Mama. Es wird mal Zeit, dass sie eine wirklich große Rolle in einem wirklich großen Film spielt wie es mit Zero Dark Thirty schon fast der Fall war und Shannon verdient sowieso einen Starstatus.
                            Wirklich schlecht find ich den Film hier nicht, nur verstehe ich den Hype ihn nicht und was über die üblichen Paranoia Dramen heraus erzählt, auch wenn ich die Geschichte sehr vielversprechend fand. Es würde vielleicht helfen, wenn Nichols es schaffen würde, mal eine Einstellung länger als eine halbe Sekunde zu halten, dann hätte es auch etwas weniger von ARD-Vorabendprogramm gehabt.
                            Es gab auch großartige Szene, etwa wenn Shannon mit seiner Mutter spricht oder neben seiner Frau im Bett einen Anfall bekommt (Hammer!!!!). Generell ist der Film immer ganz bei sich, wenn er Shannon dabei beobachtet wie er Panik schiebt. Die Auseinandersetzung mit seinem Kumpel auf der Nachbarschaftsparty hätte genial sein können, wurde es dann leider doch nicht, so wie generell recht viele Szenen in dem Film ein großes Potenzial mitbrachten, das dann schnell verpuffte. Die letzte halbe Stunde ist dafür dann aber ganz, ganz großes Kino.
                            Die Nebenfiguren standen meistens irgendwie nur so rum, die Tochter hatte überhaupt keinen Charakter und wenn in einem Film jemand mitspielt, der auch in The blind side rumlungerte, ist das auf jeden Fall ein Armutszeugnis (gilt selbst für großartige Filme wie Gravity).
                            Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich Traumsequenzen nicht ausstehen kann (sofern sie nicht von Chris Nolan oder Rob Zombie inszeniert wurden).

                            • 8

                              S.Y.M.B.O.L.I.K.³ und ein wie immer fantastischer Shannon.

                              Wirklich sehr toller und beeindruckender Film für viel Aufmerksamkeit, der dann aber viel zurückgibt.

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                              • 8 .5

                                Stell dir vor, ein alles vernichtender Sturm wird aufziehen und kein Mensch will auf dich hören. Nur weil du davon geträumt hast. In "Take Shelter" ergeht es dem Protagonisten Curtis jedenfalls ähnlich. Der Bauarbeiter und Familienvater wird wiederholt von Albträumen geplagt, in denen ihm, seiner Frau und Tochter, ja der ganzen Welt, Schreckliches zustößt. Das apokalyptische Bild des Höllensturms treibt ihn dazu an, einen Schutzkeller zu bauen. Den geliebten Hund loszuwerden oder die Arbeit zu vernachlässigen. Curtis wird zunehmend manischer und erscheint seiner Frau, Freunden und Familie bald als die größere Gefahr als irgendeine Wetter-Katastrophe.

                                "Take Shelter" ist vieles. Ein Drama, ein Psycho-Thriller und ein Katastrophenfilm. Ohne bombastische Zerstörungsorgien wohlgemerkt. Sorry, aber diesen Zahn müssen wir uns ziehen lassen. Die Antizipation des Schrecklichen ist hier Trumpf. Die beängstigenden Verhaltensweisen der Hauptfigur sind es, worauf es wirklich ankommt. Dienen sie als perfektes Spiegelbild für das Unverständnis der Umgebung, die Furcht der eigenen Familie von ihrem Geliebten. Und mit jeder Vision auch unterschwellig als Indiz für das Ausmaß der nahenden Katastrophe. Wenn sie denn kommt, denn "Take Shelter" gelingt es mit unverfrorener Leichtigkeit, uns Zuschauer in der Ungewissheit zu lassen. Wir fragen uns mit der Zeit selbst, ob dies nun ein Film über einen Propheten oder einen gemeingefährlichen Spinner ist. Eine Parade-Rolle für Michael Shannon. Gegen den kommt seine Film-Gattin Jessica Chastain zwar bestens an, jedoch Shannon beweist als fehlgeleiteter oder auserkorener Fanatiker abermals sein unheimliches Talent. Der Mann wirkt auf mich immer so, als verfüge er nur über einen Gesichtsausdruck und trotzdem schüttelt er mich jedes Mal durch. Das mag subtilste Schauspielkunst sein oder Minimal Acting, Michael Shannon ist einer, mit dem wirklich gerechnet werden muss. Weil er immer so verlässlich, wie auch überraschend auftritt.

                                In "Take Shelter" zeigt sich das in den Momenten der puren Panik. Wenn Curtis mit seiner Tochter im Arm vor dem Untergang davonrennt. Wenn er in einer harmlosen Szene, wie der eines Frühstück-Tisches, Beklemmung verspürt und merklich auszuticken droht. Shannon dreht hier ständig am Rad. Lässt uns wissen, dass er eine Feder auf dem permanenten Sprung im Kopf hat, die eine unkontrollierbare Reaktion auslösen könnte. Und dabei doch die scheinbar berechtigte Frage aufwirft: Was, wenn er doch recht hat?

                                Dies ist vielleicht der größte Treffer von "Take Shelter". Ein mehr als interessanter Indie-Film zu sein, der mehrere intensive wie spannende Genres in sich vereint. Der die finale Antwort so gekonnt, wie möglich aufschiebt und lieber mit einem packenden Drama konfrontiert, das die Auswüchse von Überzeugung und Wahnvorstellung schildert. Auf dem Weg dahin aber auch deswegen zu einem echten Horrorfilm wird. Unterschwellig natürlich. Unaufgeregt aufgeregt, stark gespielt und irgendwie auch nur verstörend. Ein echter Hingucker also.

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                                • 7 .5

                                  "Take Shelter" kommt sehr glaubhaft und gut inszeniert rüber, weswegen er einen an den richtigen Stellen packt und in seinen Bann zieht. Den Schauspielern gelingt es, die Intention des Films für die Zuschauer greifbar zu machen, indem sie ihnen einen tiefen Einblick in ihr emotionales Chaos gewähren, allen voran natürlich Michael Shannon. Ein sehr sehenswerter, fesselnder, gut besetzter und sogar etwas beklemmender Film, dessen Spannung stetig steigt.

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                                  • 8 .5

                                    Sehnswerter Film kann ich nur empfehlen ! Klasse Story und gute Schauspieler vorhanden!

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                                    • 8 .5

                                      ES WIRD EINEN STURM GEBEN! EINEN WIE IHR IHN NOCH NIEMALS ERLEBT HABT! UND NICHT EINER VON EUCH IST DARAUF VORBEREITET!
                                      Michael Shannon und Jessica Chastain ganz großes Kino. Ich behaupte mal sogar das das die beste Performance ist die Shannon hier abgeliefert hat, nur seine Rolle als "Iceman" kann da vielleicht noch mithalten. Fazit: Spannender apokalypse Thrillerdrama mit einem zutrefflichen Top Soundtrack.

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                                      • 10

                                        Dieser Film ist eine der strahlendsten Drama/Psycho-Perlen auf dem Markt. Die Intensität und die Ruhe in diesem Meisterwerk lässt einem baff vor dem TV sitzen. Wie der Untertitel schon sagt: "ein Sturm zieht auf", so ist auch das Gefühl während den knapp 2 Stunden Laufzeit. Der Film beruhigt den Zuschauer aber auf eine kurioserweise wühlt er diesen auch auf. Man ist kribblig aber auch gelassen, man erlebt den Film in einer Zwiespalt welche vor cineastischer Schönheit sprudelt. Ich beäuge 2-stündige Machwerke vielfach kritisch, da meistens einfach zu wenig Inhalt resp. Füllmaterial vorhanden ist. Aber diesen Film würde ich auch noch nach 4 Stunden ertragen. Einfach ein Meisterwerk mit ausgezeichneter schauspielerischen Leistung (vorallem Michael Shannon). Der Film ist nicht vorhersehbar, obwohl man dies zuerst denkt. Er lässt dem Zuschauer immer wieder Interpretationsfreiheiten und dies ist auch mi tunter ein Grund weshalb mir der Streifen so gefällt.
                                        Fazit: Für Dramafans als auch für Fans von starker Bildsprache sowie von Fans von psychischen Krankheiten ein absolutes Muss.
                                        Btw: Vielleicht nicht direkt zu vergleichen aber "Take Shelter" gefiel mir besser als bspw. "The Tree of Life".

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                                        • 8 .5

                                          Ein Film nach meinem Geschmack!

                                          • 10

                                            Epic! Michael Shannon spielt unglaublich. Speziell die Szene mit dem Schlüssel im Bunker mit der Musik im Hintergrund und das grandiose Finale haben mich umgehauen. Ein absoluter Ausnahmefilm. Love it! Masterpiece!

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                                            • 8

                                              In einer amerikanischen Kleinstadt bekommt ein normaler Bürger eines Tages schreckliche Visionen. Er glaubt, dass schon sehr bald ein großer Sturm aufziehen wird und scheint mehr und mehr seinen Verstand zu verlieren...
                                              Jessica Chastain überzeugt in diesem starken psychologischen Drama wie immer als besorgte Ehefrau und Mutter. Doch eigentlich ist der Film eine reine One-Man-Show von Ausnahmedarsteller Michael Shannon. Wenn ich da an die Szene bei der Nachbarschaftsfeier oder auch diverse andere Szenen denke...wow. Wirklich eine famose und beängstigend gute Vorstellung von ihm. Auch das Drehbuch und die Inszenierung sind mehr als gelungen. Der ruhig erzählte Film kommt in seinen knapp 2 Stunden zwar nicht ganz ohne Längen aus, dafür wird man kurz darauf aber immer wieder durch starke Momente entschädigt. Das atemberaubende Ende setzt dem vorher Gesehenen nochmal die Krone auf, toll!
                                              Mit "Take Shelter" ist Regisseur Jeff Nichols ein verstörendes und eindringliches Drama um das schwierige Thema Schizophrenie gelungen, sehr intensiv und herausragend gespielt!

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                                              • 5

                                                Das übertrieben irrationale Verhalten des Haupcharakters "Curtis LaForche", zerstört für mich die im Grunde gute Grundthematik des Filmes, und lässt sie zu unglaubwürdiger Effekthascherei verkommen.

                                                • 6

                                                  Also gepackt hat er mich nicht und so verliert sich die Erinnerung ...

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                                                    Was soll man groß zu diesem Film sagen?
                                                    Er weiß ein wenig Spannung aufzubauen, hat ein schön gemeines Ende, ist aber im allgemeinen ziemlich langweilig. Das Einzige, was einen dazu anstößt, den Film bis zum Ende durchzuziehen (während er sich in Familienproblemen verliert), ist, dass man sich erhofft, es kommt noch irgendwie DER Burner. Der bleibt aber aus.

                                                    Es ist kein miserabler Film, aber er hat meine Erwartungen bei weitem nicht erfüllt. Es wurde gut geschauspielert, der psychisches "Verfall" und die Paranoia des Protagonisten wurde wunderbar verkörpert und dargestellt, aber die Story zieht sich unnötig. Und das Ende ist einfach vorhersehbar und nichts Innovatives, wie die schlecht animierten Vogelschwärme. Ich fühlte mich nicht allzu gut unterhalten.

                                                    Demnach: Mittelmaß, 5 Punkte.

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