Take Shelter - Ein Sturm zieht auf - Kritik

US 2011 Laufzeit 125 Minuten, FSK 12, Drama, Thriller, Kinostart 22.03.2012

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Kritiken (30) — Film: Take Shelter - Ein Sturm zieht auf

_Garfield: Blogbusters

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7.5Sehenswert

Trotz oberflächlicher Parallelen zum zeitnah gestarteten „Melancholia“, erweist sich Jeff Nichols' zweiter Langfilm sowohl als höchst eigenständiges Werk, als auch – gerade in Anbetracht tagespolitischer Gegenwart – als der interessantere Film. Und im Grunde ist „Take Shelter“ - obwohl natürlich unbeabsichtigt – die bessere Antwort auf von Trier's aufgeblasenes Weltuntergangs-Szenario. Inszenatorischer Wichtigtuerei setzt Nichols nämlich ein pointiertes und gesellschaftliche Ängste kongenial transferierendes Skript entgegen. Vor dem Hintergrund scheinbaren Wahnsinns, psychischer Fehlentwicklungen und persönlicher Katastrophe, die jedoch genauso gut zur wirklichen Naturkatastrophe geraten könnte, verhandelt Nichols immer wieder ganz reelle Ängste. Ängste, die unter dem Zusammenspiel der drastisch reduzierten Inszenierung, dem fantastischen Soundtrack und vor allem einer erneuten Glanzleistung Michael Shannon's auf einmal ganz unmittelbar werden und schlussendlich die Frage aufwerfen, welche Katastrophe denn nun tatsächlich die verheerendere sei. Zwischen finanziellem Ruin und psychischer Bewährungsprobe oszilliert der Film gekonnt zwischen den Genres und lässt die zentralen Fragen, nämlich jene nach getäuschter Wahrnehmung oder akuter Bedrohung, Jahrhundertsturm oder Lachnummer bis zum großartig arrangierten Finale bestehen. Ein Finale, das schließlich auch eine ganz konkrete Reflektion des eigenen Lebens ermöglicht: Denn die Lösung unserer Probleme liegt immer auch in der Gemeinschaft.

Kritik im Original 23 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

_Garfield

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Okay. :)


johnboy1979

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Die fiesen Worte zum "Meisterwerk" Melancholia bestätige ich mal. ;)

Btw.: Schöner comment!


Movienerd: Movienerd.de Movienerd: Movienerd.de

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8.0Ausgezeichnet

Der erste Engel blies seine Posaune. Da fielen Hagel und Feuer, die mit Blut vermischt waren, auf das Land. Da verbrannte ein Drittel des Landes, ein Drittel der Bäume und alles grüne Gras. (Offenbarung 8, 7)

„Angst entsteht dann, wenn du etwas zu verlieren hast,” sagt Regisseur Jeff Nichols. Im Sommer 2008, als er begann Take Shelter zu schreiben, war er von einer unbestimmten Angst geplagt, nicht unähnlich seiner Hauptfigur. Für Curtis ist diese Angst, die sich zunächst in seinen Träumen und langsam in seinem Alltag einnistet als mächtiger, apokalyptischer Sturm manifestiert. Die Grenze zwischen Traum und Wahn verschwimmt, ebenso die zwischen Symptom und Vorahnung.

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Flibbo: Wie ist der Film?

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7.0Sehenswert

[...] Es sind nicht die Bilder, es sind das eindringlich gespielte Leid und die Rätselhaftigkeit, womit „Take Shelter“ bannt – mal etwas anderes unter dem Deckmantel der Naturkatastrophe, welche natürlich nur eine Metapher darstellt. Leider fällt die Metapher sehr grob und schwammig aus, soll sie doch lediglich die allgemeinen Ängste der (amerikanischen) Mittelschicht im familiären Alltag widerspiegeln und für Zusammenhalt plädieren. Ansonsten konzentriert sich Regisseur und Autor Jeff Nichols in seinem erst zweiten Spielfilm lieber auf bewährtes Suspense-Kino. [...]

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kobbi88: Die Drei Muscheln

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7.0Sehenswert

Insgesamt eine sehr beklemmende und gute Story. Anfangs fesselte mich der Film ungemein, leider tun sich nach einiger Zeit ein paar Längen zu viel auf. Gegen Ende wird die Story aber wieder dichter und packender
Der Cast macht durch die Bank weg eine hervorragende Figur. Vor allem in die Figur Curtis (Michael Shannon) kann man sich schön hineinversetzen, wobei „schön“ in Hinblick auf Curtis’ Zustand nicht unbedingt das passende Wort ist. Er ist von Visionen und Alpträumen geplagt, hat Angst um seine Familie, Angst vor dem Versagen, Angst vor der Natur. Aber als Ernährer und Verantwortlicher der Familie will er trotzdem Stärke symbolisieren, sich nichts anmerken lassen. Diesen Zwiespalt stellt Shannon einfach weltklasse dar. Und man versteht ihn. Man glaubt es ihm. Und man kann ihn verstehen obwohl natürlich kaum jemand solche Erfahrungen selbst schon erlebt hat.
Der äußerst sparsame und minimalistische Einsatz von Musik unterstützt die mysteriöse und unheimliche Stimmung ungemein, auch die Geräusche und viele Phasen der Stille fügen sich perfekt ein.
Sehr guter Film, der von Anfang bis Ende konsequent linear erzählt wird und so die pessimistische Weltsicht wunderbar unterstreicht.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Medienjournal: Medienjournal-Blog.de

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8.5Ausgezeichnet

[...] Ganz langsam entzieht sich Shannons Curtis der Realität und driftet mehr und mehr in seine scheinbar prophetischen Traumwelten, die gleichsam an inszenatorischer Intensität ihresgleichen suchen. Regisseur und Drehbuchautor Nichols inszeniert diese Vorkommnisse so behutsam und elegant, dass sich zu keinem Zeitpunkt erschließen lässt, dass ein nahendes Unheil kurz bevorsteht bis zu dem Punkt, an dem die unwirklichen Erlebnisse sich Bahn schlagen und dem Zuschauer klar wird, dass es sich nicht um die Realität handeln kann. Curtis handelt dabei trotz seines geistig desolaten Zustands nicht kopflos sondern durchaus selbstreflexiv und zieht auch die Möglichkeit in Betracht, wie seine Mutter damals an Schizophrenie erkrankt zu sein. Dennoch tut er sich merklich schwer, seine Frau oder auch seinen besten Freund ins Vertrauen zu ziehen und bemüht sich, der Lage allein Herr zu werden. [...]

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ChristiansFoyer: Cellurizon.de

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9.0Herausragend

[...]»Fear… Fear attracts the fearful. The strong. The weak. The innocent. The corrupt. Fear… Fear is my ally.« Nicht etwa ein Auszug der düsteren Poesie Edgar Allan Poes, sondern Voiceover des Darth Maul/One Truth-TV Spots zu „Star Wars Episode I“ und wohl mit das hintergründigste, das irgendetwas rund um die Prequel-Trilogie von sich gegeben hat. Aber was hat ein schillernd-verschenkter Lichtsäbelschurke mit Jeff Nichols‘ ruhigem Psychodrama „Take Shelter“ zu tun? Not much, und dennoch die Wahrheit der Worte dieses Spots. Die Angst schreckt vor niemandem zurück und „Take Shelter“ ist ein suggestionsstarker, mehrdeutiger und umfassender Film über das Thema Angst und ihre Formen und Ausprägungen, ihren Weg, den sie sich aus dem Verstand heraus in Herz und Handeln bahnt, ihre Dornen, die sie tief in Bewusstsein und Seele treibt und ein Leben aus seinen stabil und wetterfest geglaubten Fundamenten reißt. Ein Sturm als Vorbote kataklysmischer Veränderung, ein Schutzbunker als Enge eines in sich gefangenen Geistes, Liebe und Freundschaft als Furcht vor der Verdammnis und Hoffnung zugleich. „Take Shelter“, so viel kann man vorwegnehmen, ist einer der besten Filme diesen Jahres, ein psychologisches Drama intensivster Art, verstrickt mit nadelspitzen Horrorelementen und vorgetragen von herausragenden Schauspielern.

Einen ganzen Korb voll elementarer und existenzialistischer Ängste schnallt Autor und Regisseur Nichols seinem Hauptdarsteller Michael Shannon um[...]: die Phantomschmerzen der Wirtschaftskrise, der drohende Verlust von Hab und Gut, das ausbeuterische Gesundheitssystem (fast $50, die Curtis für ein einfaches Beruhigungsmedikament zuzahlen muss), und dazu die usual suspects der keep the people frightened-Show, die Angst vor Terror und infektiöser Verseuchung. Das alles heruntergebrochen auf das Leben eines einzigen Mannes, eines Familienvaters, der im ländlichen Ohio versucht, seine Lieben zu versorgen. „Take Shelter“ ist ein arrangierter Film, die Punkte mit der gehörlosen Tochter, dem Paar, das sich gegenseitig die Körperlichkeit ihrer Ehe zu entziehen, zu verwehren scheint, mit der schizophrenen Mutter im betreuten Wohnheim, dem Ausleihen von Arbeitsgerätschaften zum Ausbau des Schutzbunkers und die Konsequenzen daraus – diese Punkte sind präzise und planvoll gesetzt, um Curtis LaForche Manifestation und möglicher Ursprung seiner Ängste zu sein und um die Fährtenkarte für den Zuschauer zu legen: hat der Mann grausame prophetische Visionen, die sich bewahrheiten werden, ist er der Noah des US-amerikanischen Nordostens, oder ein Erbopfer der Anlagen seiner Mutter…?[...]

[...]Am Schluss lässt „Take Shelter“ vieles offen, wagt ein Ende, dem man ungläubig hinterherschaut, als plötzlich die Credits über den Bildschirm rollen, ein Ende, das man für einen billigen Twist halten mag, dem aber wie ein guter Lynch nur interpretativ, nicht endgültig nahe gekommen werden kann. Es ist ein Ende, das (imo) seine Hauptfigur(en) in einen Moment der Hoffnung entlässt, auch wenn es überhaupt nicht danach aussieht. Kein gewagter Schluss um des gewagt Seins wegen, kein Shyamalan’scher Augenöffner und Storyumkrempler, sondern einfach der imaginäre Sonnenstrahl am wolkenverhangenen Verstandshorizont des Curtis LaForche. Mehr zu verraten wäre gespoilert und sicher kann man das ganz anders sehen, den Film vielleicht sogar durch dieses Ende als missraten bezeichnen – für mich hat es „Take Shelter“ (zugegebenermaßen nach einer Nacht drüber schlafen) noch größer gemacht, nachdem ich unmittelbar danach zunächst meine Fußböden im ratlosen Auf- und Abwandern ein bißchen dünner gelaufen hatte. Wie auch immer: „Take Shelter“ ist ein, wenn auch deutlich arrangierter, herausragender und –fordernder Film über innerste Ängste und deren äußerliche Einflüsse, von Michael Shannon, Jessica Chastain, David Wingos Score und einer Ruhe getragen, die tiefer greifen, als jedes effektgewaltige Katastrophenszenario oder die Art von Ängsten, mit denen schreiendes, folterndes und monströses Horrorkino so gerne spielt.[...]

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CINEMAN.ch

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8.0Ausgezeichnet

Curtis (Michael Shannon) wird von apokalyptischen Visionen heimgesucht, die er vor seiner Familie verbirgt. Der einfache Bauarbeiter fürchtet sich um die unmittelbare Zukunft und seine Familie. Er fängt an zu buddeln, baut einen Erdbunker und erwartet einen apokalyptischen Sturm. Freunde, Kollegen und die Nachbarn zweifeln an seinem Verstand. Auch seine Frau und die taube Tochter sind verunsichert. - Jeff Nichols' unspektakuläres Drama besticht durch seine bedrohliche Schlichtheit und Alltäglichkeit.

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P. Bühler: Berliner Zeitung, fluter P. Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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9.5Herausragend

In Take Shelter sieht man, wie ein Mensch vor unseren Augen zerbricht. Es wäre Wahnsinn und würde Shannons phänomenale Leistung schmälern, Curtis für gesund zu halten. Doch jede Krankheit hat auch ihre gesellschaftlichen Ursachen. Mehr will Nichols eigentlich gar nicht sagen. Oder doch? Das letzte Bild ist geeignet, jede mühsam errungene Aussage zu diesem Film noch einmal umzupflügen, ihn von innen heraus zu zerstören, man kann jedenfalls lange darüber diskutieren.

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Andreas Fischer: Radio Köln Andreas Fischer: Radio Köln

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9.5Herausragend

Take Shelter ist der spannendste, rätselhafteste und brisanteste Film des Jahres. Ein Meisterwerk, dem der atemberaubende Hauptdarsteller Michael Shannon ein markantes Gesicht gibt - in seiner denkwürdigen Performance ist er gespenstisch und warmherzig zugleich.

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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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8.0Ausgezeichnet

Was aus Curtis’ Perspektive verständlich wirkt, ist aus der Sicht der Frau völlig bescheuert und verantwortungslos. Die beiden Perspektiven halten sich bis zum sehr schön offenen Ende spannend die Waage. Ein toller Film von Regisseur und Autor Jeff Nichols, dessen Vorgänger „Shotgun Stories“ aus 2007 leider nie in deutsche Kinos kam.

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M. Semenowicz: Filmszene.de M. Semenowicz: Filmszene.de

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8.0Ausgezeichnet

Einzig etwas Straffung hätte dem Film gut getan, denn die Szenen entwickeln sich manchmal in einem wahren Schneckentempo, eine Kürzung um 15-20 Minuten hätte den Zuschauer weniger ermüdet und doch den gleichen Effekt wie diese Fassung haben können.

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Florian Lieb: moviemaze.de Florian Lieb: moviemaze.de

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8.0Ausgezeichnet

Nichols erschafft mit Take Shelter ein Psychodrama auf mehreren Ebenen als ver(sinn-)bildlichtes Kino über die Angst.

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Martin Thomson: Schnitt Martin Thomson: Schnitt

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9.0Herausragend

Take Shelter ist wie ein kohärenter Körper, der zugleich mit leise rasselnden Lungenflügeln die Folgen der Wirtschaftskrise atmet. Eine Parabel auf die Angst des weißen Kleinbürgers vor dem Kontrollverlust genauso, wie die Beschreibung eines im Sterben liegenden Amerikas ohne Aussicht auf Heilung.

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H.-U. Pönack: Deutschlandradio H.-U. Pönack: Deutschlandradio

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7.5Sehenswert

"Take Shelter", also "Zuflucht", ist ein erstklassiges atmosphärisches Psychodrama und eine packende Filmmetapher für die vorhandene amerikanische Unruhe in der Mittelschicht. Ein grandioser Schauspieler-Film.

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Katja Nicodemus: NDR Katja Nicodemus: NDR

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8.0Ausgezeichnet

Was ist das für ein Sturm, vor dem sich Curtis so sehr fürchtet? Die Klugheit von "Take Shelter" besteht darin, diese Frage nicht eindeutig zu beantworten. Ob die Katastrophe im Kopf des Helden oder in der Wirklichkeit droht, macht nämlich keinen Unterschied, weil die Antwort nichts an der Bedrohung ändern würde.

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Tobias Martin: BR Tobias Martin: BR

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6.0Ganz gut

„Ein Sturm zieht auf“ ist beklemmend und düster. Sehr gekonnt wird der Wahn von Curtis LaForge in Szene gesetzt, und wie seine Umwelt darunter zu leiden hat. Nur mit der ganz und gar verhunzten Schlussszene macht Regisseur Jeff Nichols seinem Film einen Strich durch die Rechnung.

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A. Busche: der Freitag A. Busche: der Freitag

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5.0Geht so

Take Shelter greift dieses Unbehagen auf, verzettelt sich aber zusehends in profanen Schockeffekten.

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Cristina Nord: taz Cristina Nord: taz

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7.0Sehenswert

Wie der Film das Psychodrama seines Protagonisten entfaltet und um Elemente des Horrorfilms ergänzt, ist bemerkenswert, ebenso wie das, was Michael Shannon, als Darsteller auf selbstquälerische Typen kapriziert, aus seiner Figur herausholt

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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8.0Ausgezeichnet

Oberflächlich gelassen, wirkt Michael Shannon auf den zweiten Blick zum Zerreißen gespannt, schließlich bedrohlich. Sein Gesicht ist das eigentliche Epizentrum des Films.

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Christoph Huber: Die Presse Christoph Huber: Die Presse

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7.5Sehenswert

Nichols will weniger Weltenschau als Thriller-Spannung mit schleichender Verstörung und metaphysischen Anklängen. Die Krankheit seines Helden ist die Krankheit einer Gesellschaft am Abgrund.

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Daniel Sander: Spiegel Online Daniel Sander: Spiegel Online

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8.5Ausgezeichnet

Es ist leicht, Take Shelter als amerikanische Metapher zu lesen für ein tief verunsichertes Land, in dem Propheten wie Glenn Beck vor dem baldigen Untergang warnen und Paranoia vor dem Ungewissen schüren, während andere genau diese Paranoia für die eigentliche Gefahr halten. Das kann man so sehen. Man kann "Take Shelter" aber auch einfach verdammt spannend finden.

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Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

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7.0Sehenswert

[...] In der Unklarheit einer sich anbahnenden Natur- oder eben doch vielleicht nur inneren Katastrophe erinnert "Take Shelter" sehr konkret an den zeitnahen "Melancholia", der sich im aktuellen Kino der apokalyptischen Entwürfe (Next: Abel Ferraras "4:44 – Last Day on Earth") vielleicht nicht zufällig als ein filmischer Zwilling herausstellt. Wenn Curtis LaForche um die Existenz seiner Familie bangen muss, weil die panische Furcht ihn auch noch in den finanziellen Ruin zu treiben droht, wird die Vorstellung vom nahenden Ende plötzlich ganz greifbar. Dem intimen Depressionssog Lars von Triers fügt Jeff Nichols noch die zerstörerischen Angstkräfte unserer Gegenwart hinzu: Weltuntergang und Wirtschaftskrise, Wahn und Wirklichkeit – da hilft dann vielleicht tatsächlich nur noch der Rückzug in den eigenen finsteren Schutzbunker.

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Mr Vincent Vega

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<3


der cineast

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Tz.


Oceanic6: CinemaForever

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8.0Ausgezeichnet

"You think I'm crazy? Well, listen up, there's a storm coming like nothing you've ever seen, and not a one of you is prepared for it."

Die letzten Jahre haben viele Filme hervorgebracht, welche sich mit den Nachwirkungen von 9/11 oder der Finanzkrise beschäftigen. Die meisten davon sind entweder von zu viel US-Pathos geprägt oder werden von Szenen verdorben, welche unsere Tränendrüsen attackieren, anstatt sich mit den wahren Problemen dieser zwei Jahrhundertereignisse auseinanderzusetzen. Erst vor kurzem wollte man uns mit "Extrem laut und unglaublich nah" einbläuen, dass uns mit aufgesetztem Gefühlskino Aufklärung vermittelt werden kann. Leider weit gefehlt. Nun präsentiert uns Jeff Nichols mit "Take Shelter" sein erst zweites Werk in Spielfilmlänge und verpasst dem Zuschauer einen unerbittlichen Schlag in die Magengrube. Dabei lässt er die Vergangenheit ruhen und setzt sich stattdessen mit der ungewissen Zukunft eines Individuums, welches für die Allgemeinheit steht, auseinander.

Curtis LaForche (Michael Shannon) hat alles, was er sich gewünscht hat. Er führt ein erfülltes Leben mit seiner Frau Samantha (Jessica Chastain) und seiner Tochter Hannah. Er hat ein geregeltes Einkommen, ein eigenes Haus und einen Freund, mit dem er über vieles sprechen kann. Das einzige, was er noch in den Griff bekommen muss, ist sich mit seiner taubstummen Tochter zu verständigen. Dafür besucht er regelmäßig Seminare. Von einem Tag auf den anderen wird er allerdings von Albträumen gequält, die sich dermaßen realistisch anfühlen, so dass er sogar eines Tages in seinem durchnässten Bett aufwacht. Vor seiner Frau verheimlicht er diese Träume, in der Hoffnung, sie mögen bald wieder verschwinden. Das ist leider nicht der Fall und irgendwann glaubt er, dass seine Träumen eine Botschaft enthalten. Er beginnt einen aufkommenden Sturm wahrzunehmen.

Der Sturm steht an dieser Stelle für vieles. Ängste, Ungewissheit, Tod, Verzweiflung, es ist eine Metapher für die eine Sache, welche unsere moderne Gesellschaft fürchtet: Unser geordnetes Leben könnte sich eines Tages ohne Vorwarnung in ein Chaos verwandeln. Erkennt man erst einmal die sozialkritischen Einflüsse in "Take Shelter", so versteht man Curtis scheinbare Krankheit, die vielleicht doch keine ist, sondern nur ein Sinnbild für die Ängste in jedem von uns. Ob Curtis unter eine psychischen Krankheit leidet oder seine Vorahnungen berechtigt sind, wird glücklicherweise trotzdem offen gelassen und so ergibt sich viel Interpretationsspielraum, in dem der Zuschauer Emotionen entwickeln und über das Gesehene nachdenken kann. Was ist, wenn unsere schlechten Träume zur Realität werden? Bauen wir dann auch einen Luftschutzkeller wie Curtis? Wahrscheinlich nicht, aber wir werden auch versuchen, Zuflucht vor der unbekannten Gefahr zu finden.

Sehr schön verdeutlicht der Film auch die Bedeutung von Familienzugehörigkeit und Freundschaft und wie wichtig es ist, eine soziale Absicherung zu besitzen. Ja, der Film spielt dabei hier und da mit Klischees, aber die grausamen Bilder, mit Hilfe dessen Jeff Nichols diese Thematik präsentiert, machen den Film zu einem Horrorerlebnis. Finsternis, Monster, Albträume, Tornados, jeder Mensch hat andere Ängste und die werden nicht nur mit der grandiosen Kameraarbeit verdeutlicht, sondern vor allem durch Michael Shannons nuanciertes und vielseitiges Schauspiel, welches unfassbar authentisch daherkommt und jedem Zuschauer ein anderes Gefühl und andere Blickwinkel eröffnen dürfte. Auch die Dialoge sind ganz große Klasse und machen die ganze Situation noch realistischer. Der Soundtrack und die Chemie zwischen Shannon und Chastain verpassen dem Film letztendlich den letzten Feinschliff und machen aus "Take Shelter" ein Kunstwerk der Emotionen, welches ultra-depressiv ist, jedoch auch immer wieder Optimismus aufleuchten lässt. Man muss nur danach suchen.

Fazit: Jeff Nichols fordert sein Publikum, vor allem aufgrund der sehr trägen Erzählweise, welche die Authentizität zwar unterstützt, aber teils doch zu übertrieben langatmig ist. Weniger wäre hier mehr gewesen. Trotzdem, der Film ist ehrlich und spielt dermaßen gekonnt mit den tiefsten Ängsten der Gesellschaft, so dass einem immer wieder der Atem stockt. Allerdings habt ihr bis dahin noch nicht das Ende gesehen und dieses Finale setzt dem zuvor Gesehenen die Krone auf. Das ist die Arbeit eines zukünftigen Meisters.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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7.5Sehenswert

Regisseur Jeff Nichols entwickelt seinen Thriller "Take Shelter" dicht und konsequent aus der Perspektive seines Protagonisten, wobei lange Zeit in der Schwebe bleibt, ob dieser nun psychisch krank oder ein Hellseher ist. Realität und Wahn verwischen zusehends. Der Film erinnert unweigerlich an Andrej Tarkowskijs Meisterwerk "Opfer", in dem ebenfalls ein apokalyptisches Schreckensszenario Rätsel aufgibt.

Immer mehr entfremdet sich Curtis von sener Familie und verliert sich in seinen Obsessionen. Und so wie Tarkowskijs bildgewaltiges Epos 1987 metaphorisch auf die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl anspielt, spiegelt sich in diesem Psychogramm eines amerikanischen Durchschnittsbürgers der Seelenzustand einer ganzen Nation: Die USA sind traumatisiert, erschüttert und gelähmt von der Finanzkrise und den Terroranschlägen vom 11. September. Außerdem legt Nichols den Finger in die Wunde des amerikanischen Sozialsystems: Am Beispielt von Curtis zeigt der "Take Shelter", wie brutal einer aus der Mitte der Gesellschaft von heute auf morgen abstürzen kann, wenn er seinen Job und damit auch seine Krankenversicherung verliert.

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Joe Morgenstern: Wall Street Journal Joe Morgenstern: Wall Street Journal

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9.0Herausragend

Take Shelter ist nicht die Art von Film, die man sich zum entspannen oder zur Unterhaltung anschaut. Er ist letzendlich ein trostloser und eng umgrenzter Film, aber darin auch bemerkenswert. Er ist der Beweis, dass Nichols bereit für viel größere Projekte ist.

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A.O. Scott: New York Times A.O. Scott: New York Times

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8.5Ausgezeichnet

Take Shalter ist ein stiller aber unnachgiebiger Blick auf die versteckten (und weniger versteckten) Teufel, welche die amerikanische Gesellschaft derzeit terrorisieren. Es ist ein Horrorfilm, der dir nicht durch Monsterbilder den Schlaf rauben wird, sondern mit einem wohlbekannten Grauen.

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Justin Chang: Variety Justin Chang: Variety

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8.0Ausgezeichnet

Ein rauschhafter Thriller, der dadurch funktioniert, dass sein Gefühl des Unwohlseins tief in uns sein Echo findet. Mit Take Shelter kann Regisseur und Drehbuchautor Jeff Nichols sein Image des kompromisslosen Nachwuchs-Filmemachers, das er bereits in Shotgun Stories gezeigt hat, noch verstärken.

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Peter Travers: Rolling Stone Peter Travers: Rolling Stone

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7.5Sehenswert

Ich schreibe nicht viel über Take Shelter, umso besser könnt ihr euch in seine düstere Poesie und seine geheimnisvolle Handlung fallen lassen. Nichols spielt ein Verwirrspiel, aber sein Film ist einzigartig und unvergesslich.

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Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

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9.0Herausragend

Take Shelter ist ein angsteinflößender Thriller, der nicht auf Special-Effects oder Spielereien beruht, sondern auf dem Grauen, das sich langsam im ganzen Land ausbreitet: Die guten Tage sind bald vorbei.

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Richard Lammel: DVD-Forum.at Richard Lammel: DVD-Forum.at

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9.0Herausragend

Wäre er ein wenig kürzer [...], könnte Take Shelter noch eindringlicher und intensiver verspürt werden. Aber dies ist tatsächlich nur ein quengeln auf hohem Niveau. Immerhin ist dieser Thriller einer, der mit einem glatten „Sehr gut“ zu bewerten ist.

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Kommentare (169) — Film: Take Shelter - Ein Sturm zieht auf


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Markbln

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Bewertung4.0Uninteressant

Shannon und Chastain sind toll, das Script ist mäßig und der Schluss macht alles kaput.
Ibaah....

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jollyroger

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:)
Bin ich ja auch!


spanky

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He, der Shannon ist so gut, das muss für 6 reichen!


Kai_Asmus

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Bewertung9.0Herausragend

Grossartig! Michael Shannon spielt grandios.

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kronenhummer

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Bewertung7.0Sehenswert

Diese Mischung aus Katastrophenfilm und Mystery-/Psychothriller macht atmosphärisch schon einiges her. Da ist es zweitrangig, ob der jüngste Sturm nur Bestandteil eines Albtraumes ist oder der Realität entspricht. Diese ständige Unwissenheit über die weiteren Geschehnisse und die persönliche Entwicklung, die Michael Shannon als Curtis hier erlebt, sorgen für ungemein beklemmende Momente. Michael Shannons schauspielerische Leistung, aber auch Jessica Chastains Auftritt sind hierbei sicher nicht ganz unschuldig.

„Take Shelter“ wählt vermutlich bewusst keine Erklärungen und lässt einiges an Fragen offen. Auch damit sorgt Jeff Nichols für den richtigen Mystery-Faktor. Doch es bleibt für mich so auch ein wenig das Unverständnis darüber, warum Curtis auch in seinen wachen, klaren Momenten die Entscheidungen auf Basis seiner Träume und Visionen trifft und diese auch nicht zu widerrufen bereit ist, obwohl dort ansonsten ein gestandener und vernünftiger Zeitgenosse präsentiert wird. Schizophrenie, Realitätsverlust, Verwirrtheit oder tatsächlich Überzeugung vom Eintreffen seiner Visionen, Nicholls begründet dieses nicht und lässt für mich so leider einen etwas störenden Beigeschmack stehen.

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Baumkopf Holzfaust

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Funktioniert gut zusammen mit "The grey - unter Wölfen"


Zwiebel88

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mysteriös, stark gespielt, schön bebildert, spannend und dramatisch. Ein bisschen was zum Grübeln gibt's gratis dazu. Mehr muss und sollte man eigentlich nicht wissen, wenn man sich Take Shelter anschauen möchte. Daher spreche ich eine klare Empfehlung für dieses kleine, feine Machwerk aus und schweige nun.

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pischti

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@Murray

Hast Du schon "Dämonisch" mit McConau-gay ^^ gesehen? Ein richtig guter, leider viel zu unbekannter, Mysterythriller.


Murray

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Jopp. Fand den zwar sehr vorhersehbar aber trotzdem ganz spannend.
Muss den mal noch bewerten. Danke für's reminden. ;)


Audreyfan

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

» You think I'm crazy? Well, listen up, there's a storm coming like nothing you've ever seen, and not a one of you is prepared for it. «

Wind. Er ist kalt, nervig, verwüstet unsere Haare, hebt die Kleider, heult, schreit, pfeift, stürmt und zerstört. Im Sommer sind wir froh für die angenehmen Brisen oder wenn wir im Auto sitzen und sich der Wind in unseren Haaren und herausgestreckten Händen wie die pure Freiheit anfühlt. Im Herbst verachten wir ihn, er bringt Regen, zerstört die Regenschirme und weht die Blätter wie kleine Tornados hin und her. Im Winter ist er ganz grässlich, denn er ist noch kälter, noch rauer und friert unsere Wangen ein, schmeißt uns den eventuell vorhandenen Schnee ins Gesicht. Und im Frühling dann ist er wieder friedlich, lässt die jungen, grünen Blätter in den Bäumen rascheln, die Blumen neigen sich sanft hin und her. Wind ist notwendig, mal nervig, mal schön und solange er es dabei belässt auch akzeptiert. Doch manchmal erhebt er sich und schreit und kreischt und pfeift und lässt Äste fallen, Ampeln wackeln, Bäume umstürzen, Stromleitungen herunter krachen, deckt Häuser ab, wirbelt und tobt, lässt Wellen sich erheben und facht das Feuer an, anstatt es auszupusten. Der Wind wird zum Sturm und schon sitzt so manch einer nervös in der Wohnung, lauscht und hofft, dass es bald vorbei ist. Natur macht Angst, wenn sie zur Gewalt wird. Ja auch Regen und Vögel können unser Herz stocken lassen, wenn ihn ihnen diese unerklärliche Bedrohung zu sehen ist.
Wenn ich "Take Shelter" mit nur einem Gefühl beschreiben dürfte, wäre es diese dumpfe Nervosität, die ich empfinde, wenn der Wind mal wieder so stark weht, dass man sich gegen ihn stemmen muss, um vorwärtszukommen oder wenn die Ampeln und Stromkabel wieder so heftig wackeln, dass ich meinen Blick kaum von ihnen lösen kann oder der Strom ausfällt und man nur im Haus sitzt und hört wie der Wind an den Rolladen reißt und schreit und kreischt wie ein wildes Tier. Wenn ich noch ein zweites Gefühl hinzunehmen dürfte, dann wäre es dieses ängstliche, aber auch erleichterte Gefühl, dass ich als Kind immer gefühlt habe, wenn wir uns bei starken Wind stehend zurück gelehnt und so getan haben, als würde der Wind uns tragen, bis wir dann das Gleichgewicht verloren haben oder der Wind nachließ.
Meiner Meinung nach hat "Take Shelter" ganz viel mit Gefühl zu tun. Zu fühlen, wie Curtis immer einen Tick paranoider wird und mit ihm diese dumpfe Bedrohlichkeit zu fühlen. Schon fast zu fühlen, wie der Wind einem um die Nase weht. Die Angst in seinen Alpträumen zu fühlen. Und seine Erleichterung. Seine Wut, weil ihn niemand versteht, weil er sich selber nicht versteht. Die Verwirrtheit von Samantha zu spüren, weil ihr Mann so anders ist und andersartige Dinge tut. Ihre Erleichterung zu spüren, wenn sie die Wahrheit rausfindet, wenn sie ihm verzeiht und er seine Angst bekämpft. Und schlussendlich nach dem Film immer noch diese Gefühle zu fühlen, in einem vermengt zu einem kleinen Tornado. Ein Film, der einem das Atmen beschwert, nach dem man nicht aufatmen kann, aber durchatmen muss, weil der Wind draußen immer noch weht.

http://planetofpictures.blogspot.de/2014/02/take-shelter-us-2011-jeff-nichols-ein.html

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Scipio

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Bewertung4.5Uninteressant

Ärgerlicher Psycho Quatsch!

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Gabster

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Bewertung5.5Geht so

Eines gleich mal vorweg: Die geringe Punktzahl ist keine Kritik an Shannons Leistung. Er ist schlichtweg atemberaubend und hätte allein 10 Punkte verdient. Meine Kritik lässt also die Schauspielleistungen außen vor, denn außer Shannon macht auch Chastain ihre Sache großartig, die hier mal wieder ihr unfassbares Potenzial an eine nichtssagende Rolle in einem nichtssagenden Film vergeudet. Wenigstens ist der Film hier nicht so ekelhaft daneben wie The Tree of Life oder The Help, er ist eher belanglos wie Mama. Es wird mal Zeit, dass sie eine wirklich große Rolle in einem wirklich großen Film spielt wie es mit Zero Dark Thirty schon fast der Fall war und Shannon verdient sowieso einen Starstatus.
Wirklich schlecht find ich den Film hier nicht, nur verstehe ich den Hype ihn nicht und was über die üblichen Paranoia Dramen heraus erzählt, auch wenn ich die Geschichte sehr vielversprechend fand. Es würde vielleicht helfen, wenn Nichols es schaffen würde, mal eine Einstellung länger als eine halbe Sekunde zu halten, dann hätte es auch etwas weniger von ARD-Vorabendprogramm gehabt.
Es gab auch großartige Szene, etwa wenn Shannon mit seiner Mutter spricht oder neben seiner Frau im Bett einen Anfall bekommt (Hammer!!!!). Generell ist der Film immer ganz bei sich, wenn er Shannon dabei beobachtet wie er Panik schiebt. Die Auseinandersetzung mit seinem Kumpel auf der Nachbarschaftsparty hätte genial sein können, wurde es dann leider doch nicht, so wie generell recht viele Szenen in dem Film ein großes Potenzial mitbrachten, das dann schnell verpuffte. Die letzte halbe Stunde ist dafür dann aber ganz, ganz großes Kino.
Die Nebenfiguren standen meistens irgendwie nur so rum, die Tochter hatte überhaupt keinen Charakter und wenn in einem Film jemand mitspielt, der auch in The blind side rumlungerte, ist das auf jeden Fall ein Armutszeugnis (gilt selbst für großartige Filme wie Gravity).
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich Traumsequenzen nicht ausstehen kann (sofern sie nicht von Chris Nolan oder Rob Zombie inszeniert wurden).

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vanilla

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Schade, dass er dir nicht so gefallen hat. Mich hat er voll überzeugt, auch wenn es ein sehr ruhiger und intimer Film ist.


Gabster

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Hatte eigentlich auch damit gerechnet, dass er mir gefällt :D naja, vielleicht waren meine Erwartungen auch etwas zu hoch.


Medardus

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

S.Y.M.B.O.L.I.K.³ und ein wie immer fantastischer Shannon.

Wirklich sehr toller und beeindruckender Film für viel Aufmerksamkeit, der dann aber viel zurückgibt.

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mikkean

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Stell dir vor, ein alles vernichtender Sturm wird aufziehen und kein Mensch will auf dich hören. Nur weil du davon geträumt hast. In "Take Shelter" ergeht es dem Protagonisten Curtis jedenfalls ähnlich. Der Bauarbeiter und Familienvater wird wiederholt von Albträumen geplagt, in denen ihm, seiner Frau und Tochter, ja der ganzen Welt, Schreckliches zustößt. Das apokalyptische Bild des Höllensturms treibt ihn dazu an, einen Schutzkeller zu bauen. Den geliebten Hund loszuwerden oder die Arbeit zu vernachlässigen. Curtis wird zunehmend manischer und erscheint seiner Frau, Freunden und Familie bald als die größere Gefahr als irgendeine Wetter-Katastrophe.

"Take Shelter" ist vieles. Ein Drama, ein Psycho-Thriller und ein Katastrophenfilm. Ohne bombastische Zerstörungsorgien wohlgemerkt. Sorry, aber diesen Zahn müssen wir uns ziehen lassen. Die Antizipation des Schrecklichen ist hier Trumpf. Die beängstigenden Verhaltensweisen der Hauptfigur sind es, worauf es wirklich ankommt. Dienen sie als perfektes Spiegelbild für das Unverständnis der Umgebung, die Furcht der eigenen Familie von ihrem Geliebten. Und mit jeder Vision auch unterschwellig als Indiz für das Ausmaß der nahenden Katastrophe. Wenn sie denn kommt, denn "Take Shelter" gelingt es mit unverfrorener Leichtigkeit, uns Zuschauer in der Ungewissheit zu lassen. Wir fragen uns mit der Zeit selbst, ob dies nun ein Film über einen Propheten oder einen gemeingefährlichen Spinner ist. Eine Parade-Rolle für Michael Shannon. Gegen den kommt seine Film-Gattin Jessica Chastain zwar bestens an, jedoch Shannon beweist als fehlgeleiteter oder auserkorener Fanatiker abermals sein unheimliches Talent. Der Mann wirkt auf mich immer so, als verfüge er nur über einen Gesichtsausdruck und trotzdem schüttelt er mich jedes Mal durch. Das mag subtilste Schauspielkunst sein oder Minimal Acting, Michael Shannon ist einer, mit dem wirklich gerechnet werden muss. Weil er immer so verlässlich, wie auch überraschend auftritt.

In "Take Shelter" zeigt sich das in den Momenten der puren Panik. Wenn Curtis mit seiner Tochter im Arm vor dem Untergang davonrennt. Wenn er in einer harmlosen Szene, wie der eines Frühstück-Tisches, Beklemmung verspürt und merklich auszuticken droht. Shannon dreht hier ständig am Rad. Lässt uns wissen, dass er eine Feder auf dem permanenten Sprung im Kopf hat, die eine unkontrollierbare Reaktion auslösen könnte. Und dabei doch die scheinbar berechtigte Frage aufwirft: Was, wenn er doch recht hat?

Dies ist vielleicht der größte Treffer von "Take Shelter". Ein mehr als interessanter Indie-Film zu sein, der mehrere intensive wie spannende Genres in sich vereint. Der die finale Antwort so gekonnt, wie möglich aufschiebt und lieber mit einem packenden Drama konfrontiert, das die Auswüchse von Überzeugung und Wahnvorstellung schildert. Auf dem Weg dahin aber auch deswegen zu einem echten Horrorfilm wird. Unterschwellig natürlich. Unaufgeregt aufgeregt, stark gespielt und irgendwie auch nur verstörend. Ein echter Hingucker also.

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Casinorbi

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Bewertung7.5Sehenswert

"Take Shelter" kommt sehr glaubhaft und gut inszeniert rüber, weswegen er einen an den richtigen Stellen packt und in seinen Bann zieht. Den Schauspielern gelingt es, die Intention des Films für die Zuschauer greifbar zu machen, indem sie ihnen einen tiefen Einblick in ihr emotionales Chaos gewähren, allen voran natürlich Michael Shannon. Ein sehr sehenswerter, fesselnder, gut besetzter und sogar etwas beklemmender Film, dessen Spannung stetig steigt.

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KleeneFilmMaus

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sehnswerter Film kann ich nur empfehlen ! Klasse Story und gute Schauspieler vorhanden!

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Altai

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

ES WIRD EINEN STURM GEBEN! EINEN WIE IHR IHN NOCH NIEMALS ERLEBT HABT! UND NICHT EINER VON EUCH IST DARAUF VORBEREITET!
Michael Shannon und Jessica Chastain ganz großes Kino. Ich behaupte mal sogar das das die beste Performance ist die Shannon hier abgeliefert hat, nur seine Rolle als "Iceman" kann da vielleicht noch mithalten. Fazit: Spannender apokalypse Thrillerdrama mit einem zutrefflichen Top Soundtrack.

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MOVIE...FAN

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Dieser Film ist eine der strahlendsten Drama/Psycho-Perlen auf dem Markt. Die Intensität und die Ruhe in diesem Meisterwerk lässt einem baff vor dem TV sitzen. Wie der Untertitel schon sagt: "ein Sturm zieht auf", so ist auch das Gefühl während den knapp 2 Stunden Laufzeit. Der Film beruhigt den Zuschauer aber auf eine kurioserweise wühlt er diesen auch auf. Man ist kribblig aber auch gelassen, man erlebt den Film in einer Zwiespalt welche vor cineastischer Schönheit sprudelt. Ich beäuge 2-stündige Machwerke vielfach kritisch, da meistens einfach zu wenig Inhalt resp. Füllmaterial vorhanden ist. Aber diesen Film würde ich auch noch nach 4 Stunden ertragen. Einfach ein Meisterwerk mit ausgezeichneter schauspielerischen Leistung (vorallem Michael Shannon). Der Film ist nicht vorhersehbar, obwohl man dies zuerst denkt. Er lässt dem Zuschauer immer wieder Interpretationsfreiheiten und dies ist auch mi tunter ein Grund weshalb mir der Streifen so gefällt.
Fazit: Für Dramafans als auch für Fans von starker Bildsprache sowie von Fans von psychischen Krankheiten ein absolutes Muss.
Btw: Vielleicht nicht direkt zu vergleichen aber "Take Shelter" gefiel mir besser als bspw. "The Tree of Life".

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Bango

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Film nach meinem Geschmack!

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sneak12

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Epic! Michael Shannon spielt unglaublich. Speziell die Szene mit dem Schlüssel im Bunker mit der Musik im Hintergrund und das grandiose Finale haben mich umgehauen. Ein absoluter Ausnahmefilm. Love it! Masterpiece!

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Hartigan85

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

In einer amerikanischen Kleinstadt bekommt ein normaler Bürger eines Tages schreckliche Visionen. Er glaubt, dass schon sehr bald ein großer Sturm aufziehen wird und scheint mehr und mehr seinen Verstand zu verlieren...
Jessica Chastain überzeugt in diesem starken psychologischen Drama wie immer als besorgte Ehefrau und Mutter. Doch eigentlich ist der Film eine reine One-Man-Show von Ausnahmedarsteller Michael Shannon. Wenn ich da an die Szene bei der Nachbarschaftsfeier oder auch diverse andere Szenen denke...wow. Wirklich eine famose und beängstigend gute Vorstellung von ihm. Auch das Drehbuch und die Inszenierung sind mehr als gelungen. Der ruhig erzählte Film kommt in seinen knapp 2 Stunden zwar nicht ganz ohne Längen aus, dafür wird man kurz darauf aber immer wieder durch starke Momente entschädigt. Das atemberaubende Ende setzt dem vorher Gesehenen nochmal die Krone auf, toll!
Mit "Take Shelter" ist Regisseur Jeff Nichols ein verstörendes und eindringliches Drama um das schwierige Thema Schizophrenie gelungen, sehr intensiv und herausragend gespielt!

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Deathpool

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Ich freue mich über deinen Kommi und deine Bewertung.
Jetzt werde ich ihn auf jeden Fall ansehen.
Danke mei Dude


KleeneFilmMaus

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Werde den Film am Wochenende mir ansehen bin echt gespannt, so wie du ihn beschreibst muß er echt toll sein !


JimiAntiloop

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Bewertung5.0Geht so

Das übertrieben irrationale Verhalten des Haupcharakters "Curtis LaForche", zerstört für mich die im Grunde gute Grundthematik des Filmes, und lässt sie zu unglaubwürdiger Effekthascherei verkommen.

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Baumkopf Holzfaust

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Ausgehend von der Prämisse, dass man heute absolut niemandem mehr das kleinste bisschen Vertrauen entgegen bringen kann, ist sein Verhalten alles andere als irrational. So sehe ich das.


JimiAntiloop

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Es geht nicht um sein allgemeines Misstrauen und den Rettungsbunkerfilm den er schiebt. Nur bleiben seine Beweggründe des Mistrauens gegenüber seiner geliebten Frau so im Dunkeln und werden zu keiner Zeit dramaturgisch erwähnt, dass es reine Effekthascherei bleibt und das finde ich bei der komplexen Thematik einfach zu wenig.


JimSommer

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Bewertung6.0Ganz gut

Also gepackt hat er mich nicht und so verliert sich die Erinnerung ...

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kay.fleeks

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Bewertung5.0Geht so

Was soll man groß zu diesem Film sagen?
Er weiß ein wenig Spannung aufzubauen, hat ein schön gemeines Ende, ist aber im allgemeinen ziemlich langweilig. Das Einzige, was einen dazu anstößt, den Film bis zum Ende durchzuziehen (während er sich in Familienproblemen verliert), ist, dass man sich erhofft, es kommt noch irgendwie DER Burner. Der bleibt aber aus.

Es ist kein miserabler Film, aber er hat meine Erwartungen bei weitem nicht erfüllt. Es wurde gut geschauspielert, der psychisches "Verfall" und die Paranoia des Protagonisten wurde wunderbar verkörpert und dargestellt, aber die Story zieht sich unnötig. Und das Ende ist einfach vorhersehbar und nichts Innovatives, wie die schlecht animierten Vogelschwärme. Ich fühlte mich nicht allzu gut unterhalten.

Demnach: Mittelmaß, 5 Punkte.

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DiFichiano

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wow, was für ein langer, zäher Film! Aber die Spannung wird sehr gut stetig aufgebaut. Ich will nicht viele Worte verlieren, jeder sollte diesen Film auf jeden Fall gesehen haben. Ich war kurz davor enttäuscht zu sein, weil ich dachte er hört so auf wie ich es nicht wollte, aber dann ging er noch ein wenig weiter und ich bekam genau das Ende, welches ich mir von Anfang an gewünscht hatte. Knüppelhart

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Deine Meinung zum Film Take Shelter - Ein Sturm zieht auf