Take Shelter - Ein Sturm zieht auf - Kritik

Take Shelter

US · 2011 · Laufzeit 125 Minuten · FSK 12 · Drama, Thriller, Katastrophenfilm · Kinostart
  • 8

    Ausgezeichnet.Spannend.

    • 8

      TAKE SHELTER ist ein brilliant gespieltes, tief berührendes und beeindruckendes psychologisches Drama, das von den ersten Minuten an durch eine dichte, beklemmende Atmosphäre und eine absolut fesselnde Story überzeugt.
      Besonders hervorzuheben sind auch die schauspielerischen Leistungen von Jessica Chastain und vor allem Michael Shannon, der hier einfach meisterhaft aufspielt. Auch der ruhige, atmosphärische Score und die Kameraarbeit, sowie die optischen Effekte haben mich sehr beeindruckt.
      Kurz: TAKE SHELTER ist ein beinahe perfektes Drama, eine einzigartige Filmperle, die einen auch nach der Sichtung noch beschäftigt.

      2
      • 8 .5

        Intensives Drama mit einem sehr intensiven Ende.

        • 8 .5

          Wundervolle atmosphärische Filmperle die mit einer fesselnden Bildersprache in die unausweichliche Katastrophe führt.
          Hier diktieren nicht die Spezial Effekte den Film, sondern die Bilder und die Schauspieler.
          Psychologisches Seelendrama mit einem überwältigenden Michael Shannon, sein Spiel hier ist herrausragend.
          Die unbehaglich Musik rundet das ganze zur Genze ab.
          Eine Cineasten Perle!

          8
          • 6

            Der Spannungsaufbau in der ersten Stunde ist sehr gut mit einigen Schockmomenten.Danach flacht es doch sehr ab.Die Auflösung kommt leider auch etwas zu spät und lässt einen mit der Frage allein,was mit der Familie passiert.Die Haupt Aussage des Films ist wohl einfach nur,dass man seinem Schicksal nicht entgehen kann,auch wenn man es teilweise im Traum sieht.

            • 7 .5

              Stimmiger und vorallem sehr stimmungsvoller Film. Kommt ruhig daher und zieht einen dennoch in seinen Bann.
              Die Schlusssequenz ist extrem gut. Toller Film!

              • 8

                Wunderbar harmonischer Film, diese Ruhe und Gelassenheit war sehr angenehm, wenig Wörter umso mehr Ausdruck, hat mich an Western erinnert.

                1
                • 0 .5

                  Der Sturm in meiner Hose ist sogar gewaltiger als der im Film.

                  2
                  • 9

                    Vorhersage: 6.5
                    Bewertung: 9.0
                    Eigentlich überhaupt nicht mein Genre, aber dennoch grandioser Film! Intensiv gespielt, spannend, bedrohlich und überraschend!

                    1
                    • 5
                      Srics213 16.10.2015, 20:52 Geändert 16.10.2015, 20:52

                      Take Shelter(2011)

                      Spoiler Inside...

                      Prolog

                      Mai. Die Sonne scheint, der Golf von Mexico verströmt sein warmes Wasser gen Norden und kalte Tiefdruckgebiete strömen ihre Winde gegen das warme Tropenhoch...ein Sturm zieht auf...

                      Film

                      Curtis(Michael Sahnnon) ist ein liebevoller Vater. Zusammen mit seiner Frau Smantha(Jessica Chastain) und seiner tauben Tochter Hannah(Tove Stewart) lebt er bescheiden, aber glücklich auf dem Lande. Das Geld ist meistens knapp, die Kurse für seine Tochter nicht billig und auf der großen Baustelle von Cutis' Firma lief es auch schon mal besser. Da plagen ihn plötzlich Visionen und schreckliche Träume. Dreht Curtis langsam durch, bei seiner Mutter wurde vor Jahren Schizophrenie diagnostiziert, oder steckt hinter dem drohenden Unheil vielleicht doch mehr...

                      Regisseur und Autor Jeff Nichols schafft es mit seinem schmalen Budget sehr gekonnt, den Zuschauer über die gesamte Laufzeit ein wirkliches Unbehagen zu bereiten. Die Kamera, immer dicht an Michael Sahnnon, bannt wirklich unheimliche Bilderfluten auf den Schirm. Auch der gekonnte Einsatz von Surroundeffekten reißt den Zuschauer immer wieder aus dem elegischen Alptraum. Visonen? Wirklichkeit? Die Antwort bleibt bis zum Schluss im dunkeln.

                      Darstellerisch kann sich das Drama wirklich sehen lassen. Michael Shannon fährt zu absoluter Hochform auf und lässt uns an sehr minimalen Gesten und auch den eine oder anderen Ausbruch seiner Figur teilhaben. Auch die kometenhaft aufgestiegene Jessica Chastain bewies hiermit endgültig, dass sie nicht umsonst eine der meist gesehenen Darstellerinnen dieser Tage ist.

                      Was letztendlich stört - und den Film dadurch zu einer herben Enttäuschung werden lässt - ist die Substanz und der Salto am Ende. Was Curtis Figur hier durchmacht lässt sich nicht so einfach mit diesem hier gezeigten Finale wegbügeln. Selbst bei einer zweiten Sichtung und langem grübeln, dürfte der Kenner von derartigen Filmen nur all zu gut Wissen wie der Hase läuft. In jedem Szenario wäre das genaue Gegenteil dieses sehr zerfahrenen Finales das bessere, weil passendere. Man kann sich, aufgrund der sehr guten Regie durchaus vorstellen, wie eine gelungene Endsequenz wohl ausgesehen hätte. Was Nichols hier abliefert ist so nicht brauchbar. Wiederschauwert? Gering.

                      Epilog

                      Was bleibt ist ein hervorragend inszeniertes Mystery Drama, mit grandiosem Cast und einigen wirklich rührenden Momenten. Der Kern der Geschichte zieht sich allerdings hier und da sehr und die Auflösung des ganzen, kann als höchst unbefriedigend gewertet werden. Apropos auflösen. Den bewohnern dieser unberechenbaren Ecke der Welt ist es sicher recht, wenn sich ein drohendes, alles vernichtendes Unwetter abwendet oder wieder auflöst. Dem Zuschauer ausgeklügelter Psychothriller nützt es aber überhaupt nichts, wenn sich ein Sturm vor dem Höhepunkt einfach im Nichts versiebt. Im doppelten Sinne sehr schade...5

                      5
                      • 7 .5

                        Sehr ruhiges und vieldeutiges Katastrophen-Kino, mit einem grandiosen Michael Shannon in der Hauptrolle, der als liebender Vater und Vertreter der Mittelschicht allmählich den Verstand zu verlieren scheint. „Take Shelter“ ist ein Film, der einen am Ende mit mehr Fragen zurücklässt, als er beantwortet. Ist Curtis LaForge geisteskrank oder hat er nun wirklich Visionen? Ist dies die Apokalypse oder schlicht Einbildung? Fakt ist, dass der Film definitiv mehr als einen Lösungsansatz parat hält und auch nach den zwei Stunden noch reges Diskussionspotential bietet. Und entgegen vieler Meinungen, zeichnet sich „Take Shelter“ gerade durch seine langsame Erzählweise aus, welche die Spannung umso mehr verstärkt. Man braucht Zeit, um sich in die Psyche des Protagonisten hinzuversetzen, ihn kennen zu lernen. Dabei beschränkt sich der Film fast ausschließlich auf die Familie, was eine unglaubliche Nähe zu den Charakteren und ihren Problemen aufbaut. „Take Shelter“ bleibt ein Katastrophenfilm der anderen Art, das Psychogramm eines verstörten Mannes, der sowohl sich, als auch seine Familie langsam zu verlieren droht.

                        6
                        • 4

                          Ein Mann kauft in einer Art amerikanischem Praktiker einen Luftschutzbunker. Am Ende ist er irgendwie doch nicht verrückt. Langweiliger Film, typisch amerikanische Landleute (Meine Freundin hätte mich gehauen, wenn ich so einen patriarchalischen Mist abziehe), viel Zeit in den langatmigen Dialogszenen die Küchentapeten zu studieren. Vorhersage: 7,7. Seltsam, hat mich wohl auf dem falschen Fuß erwischt.

                          1
                          • 9
                            loveissuicide 23.07.2015, 22:40 Geändert 23.07.2015, 22:43

                            Der Weg hinein in den Wahnsinn wird sowohl drehbuchtechnisch, als auch schauspielerisch großartig umgesetzt. Die Spielzeit wird für die langsame, aber stetige Verschlimmerung des geistigen Zustands von Curtis optimal ausgenutzt. Wie so oft in solchen Fällen gehen Freundschaften zu Bruch, man verliert den Job, es kommen die finanziellen Probleme, aber ich fand es schön, dass hier die Familie zusammenhält. Ist in ähnlichen Filmen ja nicht immer der Fall. Das Ende ist eigentlich gar nicht offen oder fragezeichenbehaftet, sondern eindeutig traurig und pessimistisch, was Curtis' Gesundheitszustand betrifft. Für die Stimmung vorm TV war es übrigens sehr positiv, dass bei mir grad ein Sommergewitter drübergezogen ist :-)

                            1
                            • 8

                              Meisterhaft gespielt und präzise inszeniert funktioniert Jeff Nichols’ Film gleichermaßen als vielschichtiges Porträt eines Mannes am Rande des Wahnsinns und als atmosphärische Erzählung über die amerikanische Provinz des Mittelwestens. [Kai Mihm]

                              • 9
                                ju.ku.750 21.06.2015, 15:52 Geändert 21.06.2015, 23:19

                                "You've got a good life, Curtis. I think that's the best compliment you can give a man; take a look at his life and say, 'That's good."
                                --Dewart

                                Doch trotz dieser guten Worte hat Curtis Albträume, Vision von einem mächtigen Sturm, der alles verändern wird. Dabei weiß er nicht, ob seine Visionen real sind, oder nur Auswüchse eines psychisch Kranken, wie es bei seiner Mutter der Fall war.

                                "Take Shelter" ist in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnlicher Film. Wenn man an Katastrophenfilme denkt, hat man sofort CGI- Bilder von zerstörten Städten im Sinn. Doch diese Effekthascherei hat dieser Film nicht nötig. Er zieht einen auch so vom allerersten Moment an intensiv in seinen Bann und lässt einen bis zum Schluss nicht mehr los. Er überlässt die Bühne den Darstellern und beschränkt sich ganz auf die paar Traumszenen und das kontinuierlich gesteigerte Gefühl von Panik und Unbehagen. Durch das Eintauchen in die Psyche von Curtis wird man mit der Zeit genauso paranoid wie er, sodass man bis zum Ende nicht weiß, ob man gerade einen Endzeit-Thriller oder ein Psychodrama sieht.

                                An dieser Stelle muss ich mal ein Loblied auf Michael Shennon anstimmen. Wie dieser begnadete Schauspieler die Rolle des Curtis verkörpert, ist schlicht genial. Ihm dabei zuzusehen, wie er um seine geistige Gesundheit ringt, wie er psychologische Beratung sucht, und gleichzeitig doch den Bunker für seine Familie baut, weil er ihn bauen muss, ist schlicht herzzerreißend. Das liegt vor allem an seinem ungewöhnlichen, ausdrucksstarken Gesicht und stechenden Augen, mit denen er gleichzeitig ein bohrendes Gefühl der Unruhe und tiefe Entschlossenheit vermitteln kann. Er zieht einen sofort in einen Strudel aus Panik und Verzweiflung, sodass man irgendwann nicht mehr weiß, ob man Angst um Curtis haben soll oder vor ihm.

                                Genauso wie Micheal Shennon weiß man einfach bis zum Schluss nicht, was einen erwartet. Ist er nun Prophet oder doch ein Spinner? Davon sollte sich jeder selbst in diesem stark gespielten und endlos faszinierenden FIlm überzeugen. Das grandiose Finale lässt jedenfalls keine Wünsche offen!

                                12
                                • 10
                                  Mekridi 19.06.2015, 03:22 Geändert 21.06.2015, 16:22

                                  Take Shelter (2011)

                                  Ein-Wort Bewertung : Danke!

                                  Mehr-Wort Bewertung:

                                  Einer dieser Filme für die ich gerne in der Nacht um kurz vor halb 3 nochmals aufstehe, um ein paar mehr als verdiente "Hirn/Gefühl-Zeilen" zu hinterlassen.

                                  "HÖRT MAL GUT ZU! ES WIRD EINEN STURM GEBEN, EINEN WIE IHR IHN NOCH NIE ERLEBT HABT, UND NICHT EINER VON EUCH IST DARAUF VORBEREITET ..." (Curtis)

                                  Tja, und ich war so rein gar nicht auf die Intensität dieses Filmes vorbereitet ... Deswegen hat er mich wohl auch so überraschend "getroffen", sagen wir schwer emotional "angefahren", frontal ... ohne Abbremsung ... und so ein Truck kann verdammt groß sein ! Der Fahrer? Michael Shannon in der Rolle des Curtis ... immer schlimmer werdende Visionen und Alpträume plagen ihn, eine Katastrophe bahnt sich an, ein "ALLES" vernichtender "tornadoesker" Sturm wird kommen, ihm ALLES wegnehmen ... "ALLES" sind seine mehr als geliebte Frau Samantha (Jessica Chastain) und vor allem seine taube kleine Tochter Hannah (Tova Stewart) ... Curtis Arbeitskollegen Dewart (Shea Whigman) gesellt sich zudem, sehr angenehm zurückhaltend und dennoch spürbar, in diesen "Irrsinns"- Film und hilft dem "visionären" (Alp-)Traum-Geplagten fortan im Garten einen Luftschutzbunker zu errichten ... nie war es spannender (ob des weiteren Verlaufs der Geschichte) und gleichzeitig schmerzhafter (ob der Sache an sich) einer Baggerschaufel beim Ausheben eines Erdlochs zuzuschauen ... unfassbare Bilderfluten ... Wahn und Wahnsinn umklammern alles ... Hals voller Klöße, Bauch voller Grummeln, Tränen in (den) Säcken, 2 Stunden lang, brutalste Emotionen, Empathieinhaber stoßen an Gefühls-Grenzen und zwar an beiden (emotionalen und kognitiven) "Fronten" ... Score passt sich mehr als an, brachial wenns sein muss, zurückhaltend und subtil wenn es erforderlich ist, gleiches gilt für Curtis ... ein perfekter Zusammenschluß aus Wahnsinn, Liebe und purer Angst, mimisch am Limit ... Curtis steht am Strassenrand, beobachtet ein Gewitter, Dunkelheit breitet sich aus, Himmel voller Blitze ... er wünscht sich so sehr das nicht nur er dies sieht ... Schnitt! ... sturmlos...ein Garagentor öffnet sich langsam und bildschirmfüllend, dahinter Curtis, Sonnenlicht flutet langsam die Garage ... kurze Momente der Hoffnung, die kurz darauf wieder auf das Übelste niedergeknüppelt werden ... Curtis Auftritt beim Nachbarschaftsessen wird niemals vergessen ... die mimische Urgewalt Michael Shannon ... was für Blicke, Szenen und "Bilder" .... Landschaften ... "Himmelsgesichter" ... Melancholie ... Schmerzen ... Liebe... Trauer ... tiefste, "mehrseitige" Verlustängste machen sich breit und breiter ... raumfüllend schmerzfühlend ... "langweilig mittendrin/ zu lang" so las Ich, öffne die Augen und noch mehr dein Herz sag Ich ... Stille und Dialogarmut sind zwar gegeben, mehr Worte oder Handlung bedarf es aber nicht, mehr Spannung bedarf es aber nicht, alles auf den Punkt ... Bild, Ton und Kopf reichen ... vollkommen ... "wenig" und doch so immens viel...Wert ... 2Stunden ging dieser Schmerz? ... wie im (fürchterlichen) nie enden wollenden SlowMotion-Fluge .... Vögel am Himmel ... Kopfkino läuft auf Hochtouren ... doofes Ende? ich fand es genau richtig: Kopfkino-Sahnehaube drauf, fertig ... mit den Nerven ... jetzt runterfahren ... alles!

                                  Gute Nacht und :

                                  "...SCHLAFT GUT IN EUREN BETTEN, DENN WENN ES TATSÄCHLICH PASSIERT, ...WIRD ES DAS LETZTE MAL GEWESEN SEIN!" (Curtis)

                                  Großer Regisseur, große Schauspieler, großer Film, große Note:

                                  Knüppelharte 10/10

                                  11
                                  • 8

                                    Es gibt Filme, die mit einem minimalen Budget ein Ergebnis auf die Beine stellen, das so toll ist, dass man an den Fähigkeiten jeglicher Filmemacher zweifeln muss, die mit mehr Geld weniger hinbekommen. Jeff Nichols […] inszeniert einen Film, dessen hauptsächliches Merkmal heutzutage leider sehr rar geworden ist, was der Grund ist, weshalb man es so zu schätzen weiß: Subtilität. Passend ist es, dass er sich einen halbwegs bekannten Hauptdarsteller (aus „Boardwalk Empire“) holt, der die introvertierte Verbissenheit und Furcht, ja das Introvertierte generell, meisterhaft darstellen kann. Michael Shannon ist eine Wucht und Hauptbestandteil des zweiten großen Merkmales des Films; es ist ein Film, in dem Schauspieler schauspielern dürfen. […] Der „Untergang der Welt“ im Film wird nie wirklich bestätigt. Es ist bloß Curtis, der ihn prophezeit, fürchtet und vielleicht sogar ein bisschen herbeisehnt. Es würde vieles vereinfachen und ihm wenigstens eine der größten Fragen beantworten, die er sein Leben lang herumschleppen musste. „Hast du den Verstand verloren?“ fragt seine Frau Samantha. Eine Antwort bleibt er ihr schuldig. Jeff Nichols zeigt einen verdammt ruhigen Film, der dem Zuschauer jedoch niemals Ruhe gewährt. Nein, man ist stets am Zappeln, am Rande des Sitzes. Die Füße kalt, die Handflächen feucht, der Verstand stets am Verarbeiten der Sorge um das, was noch kommen mag. […] „Take Shelter“ ist in seiner schleichenden Konsequenz ein erbarmungsloses und todtrauriges Stück Film geworden, dessen Kraft dem Zuschauer gar nicht bewusst wird, bis alles ein Ende findet. Jeff Nichols inszeniert weniger die Natur, als wie die Natur selbst und überzeugt mit einer Atmosphäre, die ihresgleichen sucht und in in ihrer allumfassenden aber nicht auffälligen Kraft. […]

                                    18
                                    • 4 .5
                                      ovau 02.03.2015, 18:40 Geändert 02.03.2015, 20:29

                                      Ich bin ja eigentlich Fan von Filmen, die Dinge offen und dem Zuschauer Raum für eine eigene Interpretation lassen. Leider passt hier die eine Hälfte nicht zur anderen.

                                      Der Film dauert 125 Minuten. Die ersten 100 davon sind grandios und für mich eine 8-9. Die letzten 25 Minuten machen dann leider alles kaputt und sind leider nur eine ärgerliche 2-3.

                                      EDIT: Eigentlich macht das Ende sogar nicht nur alles kaputt, sondern lässt mich sogar frustriert zurück, da ich mich vom Film getäuscht fühle. Zu viele Szenen in den ersten drei Vierteln deuten auf eine andere Filmrealität hin, als einen das Finale dann letztendlich glaubhaft machen will.

                                      2
                                      • 6 .5

                                        ACHTUNG, ENTHÄLT SPOILER!

                                        "Take Shelter" ist für mich ein Paradebeispiel dafür was passiert, wenn man mit falschen Erwartungen an einem Film herangeht. Ich erwartete einen Mysteryfilm wie ihn M. Night Shymalan gemacht hatte, also etwas in der Traditon von "Unbreakable" oder auch eine düstere Variante von Spielbergs "Unheimliche Begegnung der dritten Art."
                                        Leider ist der Film weder das eine noch das andere, sondern ein sehr ruhiges, unspektakuläres Psychodrama, ohne eine Spur Mystery. Zwar bleibt es dem Zuschauer überlassen, ob der Sturm, der am Ende aufzieht "echt" ist, aber das reicht nicht um den Film zu retten.
                                        Trotzdem würde ich "Take Shelter" nicht pauschal als schlecht bezeichnen. Die Leistungen der Schauspieler sind ausnahmslos überragend. Und die durchaus originelle Art wie die Verlustängste des Durchschnittsamerikaners kommentiert wurde, hat auch was. Trotzdem hätte mir der Film besser gefallen, wenn er ein waschechter Thriller gewesen wäre, bei dem sich die Bedrohung durch den Sturm sich am Ende als real herausstellt.
                                        Der Film ist etwas für Fans des ruhigen Charakterdramas und nicht des rätselhaften Mysterythrillers und für diese auch absolut empfehlenswert. Für alle anderen eher nicht.

                                        1
                                        • 8
                                          Leveler 05.02.2015, 01:34 Geändert 05.02.2015, 01:34

                                          SPOILER ALERT!

                                          Genialer Film, sehr bedrückend stellenweise und ein genialer Michael Shannon.
                                          Es ist schön zu sehen, dass Eli und Van Alden es doch noch geschafft haben ein wenig länger zu leben als Nucky ;-)

                                          • 5 .5

                                            Kann man sich einmal, oder ein paar Jahre später noch ein weiteres mal anschauen. Der größte Brüller ist "Take Shelter" jetzt für meinen Geschmack nicht, aber sehenswert. Die Schaupieler waren ok. Hintergrundmusik, ach joaaa...da fehlte etwas Pfeffer.
                                            Die Idee war auf jeden Fall ganz nett. Alpträume von einer Katastrophe, und ein paranoider Vater, der.......stop......Spoilergefahr ;-)
                                            Die DVD als Beileger zu einer Zeitschrift zu holen, hat sich aber dennoch gelohnt. Zehn, Fünfzehn Euro hätte ich aber nicht ausgegeben.

                                            • 7 .5
                                              Niotq 07.01.2015, 21:38 Geändert 07.01.2015, 21:39

                                              "Take Shelter" war aus irgendeinem Grund lange Zeit meinem Radar entronnen, und dass ich den Film nun doch zu Gesicht bekommen habe, hat er zum Gutteil dem DVD-Klappentext zu verdanken, der mich deshalb faszinierte, weil er gar nicht so wirklich durchblicken ließ, worum es denn überhaupt genau geht. Es gibt einen Sturm, und es gibt einen Mann mit visionshaften Alpträumen, der seine Familie davor beschützen möchte, das konnte ich dem Text noch entnehmen. Ich beschloss den Film ohne Zusatzinformation zu sichten - meine Vermutung war etwas Apokalyptisches (ich weiß gar nicht so richtig, warum man hier "Melancholia"-Vergleiche bemüht), dem aber nicht nur Zerstörungskraft, sondern auch eine große symbolische Aufladung oder etwas auf eine ähnliche Art Mysteriöses innewohnt. In einer der ersten Szenen sagt der Hauptcharakter dann zu einem Kollegen, seine Frau würde sich wohl nie auf einen Dreier einlassen. Ich fühlte mich ob der Machart wohltuend im Dunkeln gelassen, weil ich nicht genau wusste, ob eine Sehnsucht dahintersteckt, oder ob das nur ein kleiner Spaß war. Vielleicht eine Sezierung einer komplexen Ehepaarbeziehung? Ich finde es sehr faszinierend, wie falsch ich doch mit all dem allen lag.

                                              Schließlich kommt der Film mit weniger vom Zuseher auszufüllenden Unbestimmtheitsstellen aus als erwartet, der Sturm ist nicht sonderlich viel mehr als ein Sturm, und vor der Kulisse eines subtil dräuenden Unheils geht es im Endeffekt schlicht um... Schizophrenie. Ein für mich ungemein interessantes Thema, das sicherlich heikles Terrain ist, aber ein sehr berührendes Gesamtprodukt abgeben kann, wenn man einigermaßen mit Feinsinnigkeit zu Werke geht. Die überzeugendsten Filme zu diesem Thema waren für mich bislang das Psychogramm "Clean, Shaven" im fragilen Krimikorsett, und dann wohl noch "Das weiße Rauschen", in dem Daniel Brühl bewies, dass er nicht gänzlich zu Unrecht in gefühlt jeder zweiten deutschen Filmproduktion seit "Goodbye Lenin" zu sehen ist.

                                              "Take Shelter" handelt von dem Familienvater Curtis, der langsam aber sicher in einen psychischen Ausnahmezustand abgleitet, als er Alpträume von einem Sturm bekommt, vor dem er seine Frau und seine gehörlose Tochter fortan schützen möchte. Dieser langsame Abstieg vom funktionierenden Glied der Gesellschaft zu einem Weltuntergangspropheten (großartig die Szene beim Lion's-Club-Benefizessen) finde ich persönlich sehr überzeugend, weil sie wirklich nur mit Nuancen anfängt, die durch besagte Träume hervorgerufen werden. Irgendwann merkt dann die Ehefrau, dass da etwas absolut nicht stimmen kann, und schließlich wird das Ganze noch ziemlich akut und scheußlich. Das ist bemerkenswert lebensnah, wozu auch die mehr als tadellosen Schauspieler beitragen, und mit großem Feingefühl gemacht.

                                              Vielleicht liegt es daran, dass mich der Film wie schon ausgeführt thematisch so anspricht, aber ich glaube, selbst ohne dieses Interesse könnte ich kaum nachvollziehen, wie man "Take Shelter" wie so einige Amazon-Rezensenten zum Beispiel sterbenslangweilig finden kann, und sei es auch, weil man eigentlich einen Thriller oder Katastrophenfilm erwartet hat und kein latent behäbiges Psychogramm. Ist es nicht gelegentlich auch sehr schön festzustellen, dass ein Film den Erwartungen, die man vor dem Konsum noch hegte, völlig zuwiderläuft? Ich habe mit diesem Film einen Beweis gefunden, dass es manchmal doch am besten ist, möglichst wenig über einen Film zu wissen. Ich bin kein notorischer Trailerverweigerer, habe allerdings sehr viel Verständnis für solche Leute.

                                              Jedenfalls ist "Take Shelter" ein sehr berührendes und ausgesprochen schön gefilmtes Werk über Geisteskrankheiten und was sie aus den Betroffenen und deren Angehörigen machen, wie auch ein Film, der eine diffuse Bedrohung, der sich der Hauptcharakter ausgesetzt sieht, sehr schön einzufangen und zu vermitteln versteht und am Ende punktemäßig annähernd zu den beiden obigen Beispielen aufschließen kann. Bravo.

                                              3
                                              • 6 .5

                                                Hab mir mehr Action erhofft...ziemlich lahm.

                                                • 6 .5

                                                  Spitzen-Thematik, ich liebe ja Filme, die von einer subtilen Bedrohungssituation leben. Dazu wirklich sehr sehenswerte schauspielerische Leistungen, z.B. Shannons Gesichtsausdruck während seines Ausrasters auf Nachbars Party. Auch das Mimikspiel von Chastain ist bemerkenswert. Sie ist wohl eine der wenigen Schauspielerinnen, die noch so etwas wie Leben im Gesicht haben. Leider hat mich die Spannung in dem Film nicht so ganz gepackt, die Bedrohung konnte ich nicht wirklich spüren. Stattdessen waren mir viele Szenen etwas zu in die Länge gestreckt, etwa die Situatuon im Bunker, was den Nervenkitzel dann immer wieder unterbrochen hat. Das Ende war ziemlich gut so, wie es ist und setzte nochmal eins obendrauf.

                                                  • 8 .5

                                                    „You think I'm crazy? Well, listen up, there's a storm coming like nothing you've ever seen, and not a one of you is prepared for it.“

                                                    Ich gebe >Take Shelter< 8.5 Punkte, genauso wie >Auge um Auge< und >Die Jagd<. Alle drei Filme sind Dramen, alle drei Filme sind Arthouse-Kino, alle drei Filme haben mich absolut vom Hocker gehauen, aber alle drei Filme sind an den Kassen gefloppt.
                                                    Ist das nicht merkwürdig?
                                                    Ich möchte einmal beschreiben, wie ich >Take Shelter< erlebt habe.
                                                    Jeff Nichols hat meiner Meinung nach ein audiovisuelles Meisterwerk erschaffen. Er weiß es gekonnt die Töne in den richtigen Momenten schweigen zu lassen und kreiert große Bilder, die auf einer anderen Ebene doch so zerbrechlich klein sind, dass der Mikrokosmos des Protagonisten Curtis darin schimmert. Dazu wählt er einen oscarreifen Soundtrack, der das Geheimnisvolle und Beunruhigende ausgezeichnet transportiert.
                                                    Und wer ist nun dieser Curtis? Prophet oder Psychopath? Michael Shannon nahm mich auf eine aufwühlende Reise mit, die durch sein Leben und seine Gedanken, durch seine Psychose und seine Ängste, aber auch durch seine Liebe und Vergangenheit führte. Was dieser Darsteller hier auf die Leinwand bringt, gehört definitiv zu den besten Leistungen, die ich jemals bestaunen durfte. Ich teilte den gesamten Film über seine Anspannung und litt mit ihm. Seine Performance geht mir unter die Haut.
                                                    Wenn ich dieses Filmerlebnis mit dem vergleiche, was ich in den letzten Jahren im Kino betrachten musste, dann werde ich nachdenklich. Denn langsam beginne ich mich zu fragen, warum sich niemand traut größere Werbekampagnen für Filme wie >Take Shelter< aufzulegen. Wieso setzen Produzenten kein Vertrauen in innovative und fantasievolle Regisseure und ihre mutigen Projekte, obwohl sie es eigentlich sind, die unsere Leidenschaft für den Film und seine Geschichten ausmachen? Stattdessen schafft es jemand wie Brett Ratner ständig neue Filme herauszubringen. Ich kann nicht anders, als dieses Tatsache zu bedauern.
                                                    Ich mag zwar auch Köpfe wie Michael Bay, die ihr Handwerk verstehen und Schauwerte präsentieren, aber ansonsten finde ich dort nur heiße Luft, nicht wahr?. Die einzige emotionale Regung im normalen Kino entsteht meistens, wenn der 3D Effekt Kopfschmerzen oder der Griff ins Portemonnaie Existenzängste hervorruft. >Take Shelter< hätte mich im Kino höchstens 6 Euro gekostet und dafür Unterhaltung für mein ganzes Wesen geboten. Bei einem heutigen 0815-Blockbuster bezahle ich, wenn alles normal läuft, 12 Euro, um mein Gehirn am Tresen gegen Popcorn einzutauschen und verarscht zu werden. Dann beobachte ich sabbernd schlechte Schauspieler, die typische Hans-Zimmer-Bombast-Keule für die Ohren und ein Farbfeuerwerk in bester Computer-Spiel-Manier. Reboot, Superhelden, Spin-Off, Sequel, Prequel, das ganze Zeug. Und auch, wenn mich diese Filme unterhalten, so beweist mir >Take Shelter< am heutigen Abend wieder einmal, dass ein Werk dieser Sorte die Bezeichnung Kino mehr verdient als das Meiste, was sich heute so bezeichnen lässt.
                                                    In diesem Sinne wünsche ich uns allen bereits viel Freude an >Fast and the Furious 7-10<, >Transformers 5: Apokalypse für das Gehirn<, >Beverly Hills Cop 4< und den nächsten 30 Marvel-Filmen.

                                                    Fazit: Zurück zum Positiven. Der einzige Grund, weshalb ich keine 10 Punkte vergebe, ist mein persönlicher Geschmack und die Liste an Filmen, die ich lieber mag.
                                                    An >Take Shelter< gibt es ansonsten rein gar nichts auszusetzen. Der Streifen ist perfekt vom ersten bis zum letzten Schnitt. Er hat mich emotional gefesselt und grandios unterhalten. Er ist ein vielschichtiges Stück Arthouse-Kino, was sicherlich mehr Leute erstaunen würde, wenn sie davon Wind bekämen.

                                                    5