Tannöd

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CH, DE 2009

Tannöd - Poster
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Kritiker: 5.3 Community: 5.3 101 Bewertungen

Kinostart: 19.11.2009, Laufzeit 97 Minuten.

Abgelegen im blauschwarzen Tannenwald liegt er, der Mordhof. Hier wurde die gesamte Familie Danner brutal mit der Spitzhacke erschlagen, auch die Kinder und die neue Magd. Niemand im Dorf hat von der grausamen Tat etwas mitbekommen. Wundern tut es aber keinen, war doch der alte Danner ein alter Tyrann und Geizhals, der es sich mit jedem in der Umgebung verscherzt hatte. Seine frömmelnde Frau sprach mit niemandem,… Mehr

Cast
Julia Jentsch, Monica Bleibtreu, Volker Bruch, Brigitte Hobmeier, Vitus Zeplichal, Filip Peeters Mehr
Regisseur
Bettina Oberli
Autoren
Bettina Oberli, Petra Lüschow
Genre
Kriminalfilm

Kritiker — Film: Tannöd

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

5.5Geht so

Nix neues vom Dorfe. Langsam wissen wir das auf Dörfern alle dumm, verbohrt und zurückgeblieben sind. Das dort der Inzuchttoni mit der Deppenresi vögelt, alle Dreck am Stecken haben und Fremde misstrauisch beäugt werden. Dialoge finden wenige statt und werden über die komplette Laufzeit nur geraunt oder geschrien. Waschen tut sich die Landbevölkerung auch nicht und schaut deswegen immer auch aschgrau und verhärmt aus der Wäsche. Dem hat Tannöd - dessen Name durchaus Programm ist - nichts neues hinzuzugfügen und tut schwurbeliger als die banale Story es im Grunde rechtfertigt. Handwerklich und schauspielerisch natürlich alles sehr solide und in effektvollem Surround abgemischt, kann der Film dennoch nicht verhindern, dass diese Variante des altbekannten Aufm Dorf isses doof-Themas ziemlich altbacken und verschnarcht daherkommt.

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Michael Kienzl: critic.de

Letztlich ist Tannöd aufgebaut wie ein gewöhnliches Whodunnit, - im Gegensatz zum tatsächlichen Mordfall geben Buch und Film sowohl die Identität des Mörders als auch sein Motiv preis. Darüber kann Oberli auch nicht hinwegtäuschen, nur weil sie die Bekanntgabe des Mörders nicht als Hauptattraktion inszeniert. Wenn Tannöd betont kryptisch und offen endet, obwohl der Zuschauer bereits alle wichtigen Informationen hat, gibt er sich weitaus ambivalenter, als er es eigentlich ist.

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Kirsten Liese: BR Online, Kinofenster, Dar...

6.0Ganz gut

Gewissermaßen aus dem Stand gelang der dreifachen Mutter und Haufrau Andrea Maria Schenkel 2007 ein Überraschungserfolg mit ihrem ersten Buch "Tannöd". Der Roman, der einen wahren, nie gelösten Kriminalfall aus dem Jahr 1922 stilvoll in die von Unsicherheit und Misstrauen geprägte Nachkriegszeit verlegt, wurde ein Bestseller. Und das, obwohl Schenkel sich den Schauermorden recht nüchtern in einer Folge pseudo-dokumentarischer Interviews nähert. Somit taugt das Buch trotz Deutschem Krimipreis kaum als Vorlage für einen packenden Thriller, wohl aber für ein subtiles Psychodrama. Und das gelingt der Schweizerin Bettina Oberli. In "Tannöd" entlarvt die Regisseurin all die Feigheit, Lüsternheit, Doppelmoral und Bigotterie der Dörfler. Es ist dabei allen voran die großartige, vor kurzem verstorbene Monica Bleibtreu in ihrer letzten Kinorolle, die den zwielichtigen Duckmäusern auf den Zahn fühlt, kein Blatt vor den Mund nimmt, Abgründe aufzeigt. Als Schwester der ermordeten Magd personifiziert sie geradezu mit Leib und Seele das schlechte Gewissen der Gemeinde.

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Kommentare — Geht so 5.3

Kris

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Bewertung6.5Ganz gut

Wenn man die realen Ereignisse und die Vorlage außer Acht lässt, kann man einen stimmigen Krimi genießen. Die düstere Hinterwälder-Atmosphäre ist perfekt eingefangen und die Darsteller, allen voran natürlich Monica Bleibtreu, überzeugen. Es will einem nicht so ganz einleuchten, warum die eingeschworene Dorfgemeinschaft der im Grunde fremden Kathrin so bereitwillig die ganzen grausigen Details über die rätselhaften Morde enthüllt. Und so wird die Geschichte krimitypisch in Rückblenden erzählt und enthüllt allerlei Ekelhaftes. Das ist nicht neu, aber gut gemacht. Nur mit der ländlichen Bevölkerung wird ganz schön hart ins Gericht gegangen, das ist leider ziemlich einseitig und wäre gar nicht nötig gewesen.

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lutz-michaelis

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Bewertung5.5Geht so

Ich habe das Buch nicht gelesen, wollte mir aber aufgrund der einigermaßen guten Kritiken den Film auch einmal anschauen...und wurde prompt enttäuscht. Eine durchschaubare Handlung, bis auf Monica Bleibtreu (die eine fast schon zu überspitzte Rolle darstellte) blasse Akteure. Das Klischee einer zusammenhaltenden, übermoralisierten Dorfgemeinschaft ist ebenfalls nicht neu und in dem Film langatmig wiedergegeben.

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Thomas479

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Bewertung7.0Sehenswert

Mit zwei Wochen Verspätung schaffte es “Tannöd“ bei uns in Trier auf die große Leinwand. Dabei hat der Film jetzt eigentlich keine Chance mehr, da mit „Twilight“ und „Zweiohrküken“ zwei Schwergewichte alles platt machen.
Entsprechend leer war gestern Abend der Kinosaal. Dennoch ein großes Lob an das „Broadway Filmtheater“ seinem Publikum diesen Film anzubieten.

Ich kann die Verleihpolitik hier nicht ganz nachvollziehen. Da wird der Trailer im Vorfeld oft gezeigt, es steckt ein Bestseller hinter der Verfilmung, ein Bernd Eichinger zieht die Fäden und dennoch wird der Film zum Start bezüglich der Kopien fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezeigt.

„Tannöd“ erfordert höchste Konzentration. Die Story ist eigentlich nicht schwer, die Umsetzung auf der Leinwand wirkt aber gerade am Anfang etwas verwirrend. Der Film beginnt in der Vergangenheit, zeigt dabei das Verbrechen, um welches es geht, springt wieder in die Gegenwart um dann plötzlich unvermittelt wieder in die Vergangenheit zu schalten. Die Übergänge sind sehr holprig. Das gilt im Laufe des Films auch für manche Einstellungen und Schnitte. Es hat den Anschein, der Film sollte auf keinen Fall mehr als Fernsehfilmlänge haben, was mit ca. 98 Minuten ja auch fast gelungen ist.

Die Atmosphäre ist sehr intensiv. Man kann das ländliche fast riechen.
Auch das Böse ist regelrecht greifbar. Julia Jentsch spielt ihre Hauptrolle, eine Tochter die zur Beerdigung ihrer Mutter in ein abgelegenes Dorf reist und dort auf ein ungeklärtes Verbrechen stößt, das sie mehr betrifft, als ihr lieb ist, überzeugend. Der Film ist halb Kriminalfilm, halb Gesellschaftsdrama.
Als Gesellschaftsdrama sind einige Parallelen zu „Das weiße Band“ unverkennbar, wobei die Intensivität des Michael Haneke Meisterwerks nicht erreicht wird. Haneke nahm sich mehr Zeit, deutete mehr an, zeigte es aus mehr Perspektiven. Bei „Tannöd“ wird bis auf das Ende eigentlich alles offen gelegt. Hier liegt der Schwerpunkt eindeutig auf Kriminalstück, was dem Film aber nicht negativ angelastet werden darf.

Der Film ist kurzweilig und spannend, auch wenn es keine großen Überraschungen gibt. Es gibt einige erschütternde Szenen, die zusammen mit der Atmosphäre des Films und der Darsteller großes Kino sind. Wie oben bereits erwähnt, springt er sehr oft einfach zu schnell von einer Szene zur nächsten. Da muss sich der Zuschauer, der wie ich das Buch nicht kennt, manches zusammenreimen. Dennoch handelt es sich bei „Tannöd“ um ein interessantes Stück Kino, auf das es sich einzulassen lohnt. Wer bis zum Ende des Abspanns sitzen bleibt, bekommt noch etwas zum schmunzeln. Ich zumindest wusste bisher noch nicht, das es einen „Kuh-Koordninator“ gibt. Seit „Tannöd“ weiß ich es. Hier kam einer zum Einsatz.

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