Tanz der Vampire - Kritik

Dance of the Vampires / AT: The Fearless Vampire Killers

US · 1967 · Laufzeit 108 Minuten · FSK 12 · Horrorfilm, Komödie, Fantasyfilm · Kinostart
Du
  • 10
    Malik 10.09.2017, 08:19 Geändert 11.09.2017, 08:51

    Das Korn war golden, und der Himmel klar,
    sechzehnhundertsiebzehn
    als es Sommer war.
    Wir lagen im flüsternden Gras.
    Ihre Hand auf meiner Haut
    War zärtlich und warm.
    Sie ahnte nicht, dass ich verloren bin.
    Ich glaubte ja noch selbst daran
    dass ich gewinn.
    Doch am diesem Tag geschah's zum erstenmal.
    Sie starb in meinem Arm.

    Wie immer, wenn ich nach
    Dem Leben griff,
    blieb nichts in meiner Hand.
    Ich möchte Flamme sein
    Und Asche werden,
    und hab noch nie gebrannt.
    Ich will hoch und höher steigen,
    und sinke immer tiefer ins Nichts.
    Ich will ein Engel
    oder ein Teufel sein,
    und bin doch nichts als
    eine Kreatur,
    die immer das will,
    was sie nicht kriegt.

    Gäb's nur einen Augenblick
    des Glücks für mich,
    nähm ich ew'ges leid ihn Kauf.
    Doch alle Hoffnung ist vergebens:
    Denn der Hunger hört nie auf.

    Des Pastors Tochter ließ mich ein bei Nacht,
    siebzehnhundertdreißig
    nach der Maiandacht.
    Mit ihrem Herzblut schrieb ich ein Gedicht
    Auf ihre weiße Haut.
    Und des Kaisers Page aus Napoleons Tross...
    Achtzehnhundertdreizehn
    Stand er vor dem Schloss.
    Dass seine Trauer
    mir das Herz nicht brach,
    kann ich mir nicht verzeihn.

    Doch immer wenn ich
    Nach dem Leben greif,
    spür ich wie es zerbricht.
    Ich will die Welt verstehn
    und alles wissen,
    und kenn mich selber nicht.
    Ich will frei und freier werden
    Und werde meine Ketten nicht los.
    Ich will ein Heiliger
    oder ein Verbrecher sein,
    und bin doch nichts als
    eine Kreatur
    die kriecht und lügt
    und zerreißen muss
    was immer sie liebt.

    Jeder glaubt, dass alles einmal besser wird,
    drum nimmt er das Leid in Kauf.
    Ich will endlich einmal satt sein.
    Doch der Hunger hört nie auf.
    Manche glauben an die Menschheit,
    und manche an Geld und Ruhm.
    Manche glauben an Kunst und Wissenschaft,
    an Liebe und an Heldentum.
    Viele glauben an Götter
    Verschiedenster Art,
    an Wunder und Zeichen,
    an Himmel und Hölle,
    an Sünde und Tugend
    an Bibel und Brevier.
    Doch die wahre Macht,
    die uns regiert,
    ist die schändliche,
    unendliche,
    zerstörende
    und ewig unstillbare Gier.

    Euch Sterblichen von morgen
    prophezei ich
    heut und hier:

    Bevor noch das nächste Jahrtausend beginnt,
    ist der einzige Gott, dem jeder dient,
    Die unstillbare Gier.

    - Jim Steinman -

    Melodie: "Objects in the rear view mirror..."/Meatloaf
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    An dieser Stelle eine kleine Widmung an meine Frau, deren ungeschlagener Lieblingsfilm "Tanz der Vampire" ist.

    6
    • 10

      Roman Polanski hat hier ein Meisterwerk geschaffen. Durch die Besetzung, die Handlung und die winterliche Gegebenheiten (Schlittenfahrt, Graf Krolock kommt durch das verschneite Fester, steif gefroren Professor Abronsius) verbindet der Film eine gute Mischung aus Horror und vorwiegend Komödie. Volle Punktzahl.

      • 4 .5

        Habe diesen Film nie in meiner Kindheit gesehen gehabt und entschied mich nun spontan dazu, einen weiteren Klassiker anzuschauen und mir selbst ein Bild davon zu machen.

        Ehrlich gesagt kann ich die positiven Bewertungen in keinster weise nachvollziehen. Ob es nun mit Nostalgie zutun hat oder nicht, für mich ist der Film wesentlich weniger positiv ausgefallen.

        Früher mag er zwar ein Hit gewesen sein, als die Ansprüche ohnehin noch recht gering waren. Hier und jetzt hat mich der Film überhaupt nicht angesprochen. Der Humor war schwach, den "Horror" habe ich versucht zu finden, aber die Suche war vergeblich. Der Film wirkte viel zu aufgesetzt und auch die Charaktere haben mich regelrecht abgeschreckt. Mehr als "Durchschnitt" 4,5/10 kann ich diesem Film beim besten Willen nicht geben.

        • 10

          Eine Erfolgsgeschichte anderer Art: Beim Kinostart in den USA - in verstümmelter Fassung - ein Reinfall, wurde der Film nach neuerlicher Bearbeitung durch Regisseur Roman Polanski in Europa in neuer Version gezeigt. Diese wurde zum Hit, dessen Attraktivität seit mehr als 49 Jahren ungebrochen ist. Geboten wird eine perfekte Mischung aus Humor und Horror.

          • 8 .5

            der Film feiert dieses Jahr seine 50-jährigen Prämiere - unglaublich, dass er immer noch das Cineastenherz im Sturm erobert, denn die liebevolle, augenzwinkernde Parodie mit leichten Schreckmomenten ist sehr gut in Szene gesetzt.

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            • 8 .5

              Ich habe selten einen so großartig fotografierten und atmosphärischen Film gesehen wie diesen. Schade nur, dass er nicht als ernster Gruselfilm konzipiert wurde, dazu hätte man lediglich die albernen Gags weglassen müssen, deren Verfallsdatum längst überschritten ist.
              Polanski hat viele Jahre später noch einmal eine ähnlich dichte Atmosphäre erzeugen können, und zwar in "Die neun Pforten" mit Johnny Depp. In diesem Grusel-Thriller ist die Grundstimmung ernst, völlig bar jeglicher Zoten und Gags.
              Jedoch ist "Tanz der Vampire" nunmal eine Horrorkomödie, ein Genremix, und das war noch nie mein Fall. Dennoch muss ich den Film aufgrund der Bilder, der Kamera, Besetzung und Regie sehr hoch einstufen. Sharon Tate, die schöne Rotblonde in dem Film, war die spätere Frau von Polanski. Sie wurde 1969 hochschwanger von Mitgliedern einer soziopathischen Sektenbande (Manson-Bande) in ihrem Haus zusammen mit Bekannten bestialisch getötet. Dieses abartige Verbrechen erregte damals weltweit Aufsehen und gilt noch heute als eines der schlimmsten jener Zeit.

              • 10

                Einer jener Filme, die mich seit meiner Kindheit durchs Leben begleiten. Nichts hat der Film über all die Jahre verloren, er ist einfach einer der schönsten und bis ins kleinste Detail liebevoll gestalteten Filme, die es gibt.

                1
                • 10

                  Meine Güte, es gibt keinen anderen Grusel-Film der es so sehr geschafft hat mir Angst einzujagen sodass ich nicht mehr ruhig schlafen gehen konnte, oder in dunklen Räumen bewegen konnte. Gut, damals war ich noch kind in den 80er Jahren, aber jedes mal erzeugt der Film nach wie vor die gleiche Angst die ich damals vorm Fernseher auch gehabt habe. Ein genialer Film von Roman Polanski mit großartigen Darstellern. Mein Vater hat den Film damals im Kino gesehen. Er war mit seinem Opa im Kino gewesen und sein Opa war während der Film lief eingeschlafen. ^^ Es gab damals im Fernsehen auch den Einspieler (Intro) zur Sende-Reihe "Der phantastische Film", davor habe ich mich auch jedes mal richtig gegruselt. Es gab auch im Ersten eine Animation wo aus dem Film-Logo, der Eins, wie aus Knete erst der Kopf eines Werwolfs verwandelte und hinterher in Graf Dracula. Ich habe so viele Erinnerungen an diese Zeit, wo auch "Tanz der Vampire" lief, ich verbinde mit dem Film also ganz viele Erinnerungen.

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                  • Tanz der Vampire, Kultfilm meiner Generation. Jeder den ich kenne, der den Film in der Kindheit gesehen hat, schwärmt von dem Film. Nicht völlig zu Unrecht. Die Setdesigns und die Filmmusik sind ganz großartig. Jedes mal wieder. Was die Zeit nicht so gut überstanden hat, ist der alberne Humor. Hätte Polanski keine Parodie auf Vampirfilme drehen wollen und den Humor weg gelassen, wir hätten einen grandiosen Vampirfilmklassiker. Hat er aber leider nicht und so kränkelt der Film ein wenig wegen des angestaubten Klamauks.

                    • 9

                      Auch nach vielen Jahren immer noch wunderbar anzusehen, ein zeitloser Klassiker. Die Figuren sind liebevoll skurril, die Atmosphäre in der verschneiten Winterlandschaft ist schön schaurig, der Humor funktioniert noch immer sehr gut und ist von solcher oftmals nonverbaler Qualität, dass der Film zwar zum Schmunzeln ist, aber auch als Gruselfilm prächtig funktioniert.

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                      • 10
                        AliceInWonderLand 18.11.2016, 19:07 Geändert 18.11.2016, 19:08

                        Ein zeitloser Klassiker, der trotz seines Alters auch heute noch an vielen Stellen funktioniert - und besonders an kalten, verschneiten Winternächten Spaß macht. Der Humor ist vielleicht aus heutiger Sicht nicht jedermanns Sache, ebenso das langsame Erzähltempo, meinen Geschmack hat der Film allemal getroffen und zählt, auch wenn nicht ganz perfekt, zu meinen Lieblingsfilmen. Der Film schafft es Parodie zu sein und trotzdem an einigen Stellen Elemente des Gruselfilms aufzurufen.
                        Für Kenner des Musicals ist es zudem interessant zu sehen, wie der Film für die Bühnenfassung adaptiert wurde. Der Humor erscheint dort etwas "zeitgemäßer", aber vieles ist dann doch sehr ähnlich geblieben.
                        Trotzdem ich Steve Barton's Krolock genial finde (und dem Charakter im Musical etwas mehr Tragik gegeben wird), mag ich den Film doch lieber. Schon allein wegen des schaurig-schönen Intros (und bin ich froh, dass sich die amerikanische Schnittfassung mit dieser Comicsequenz nicht durchgesetzt hat) und Jack MacGowran als Professor Abronsius. Doch auch Roman Polanski als Alfred überzeugt mit seiner etwas unbeholfenen Art. Sharon Tate wirkt als Sarah blass, aber ich vermute, dass das gewollt ist. Sie verkörpert nunmal die klischeehafte Schönheit, die gerettet werden muss. So ganz konnte ich aber beim Ansehen nicht ausblenden, was der armen Frau passiert ist - auch wenn das mit dem Film nichts zutun hat.

                        • 10

                          Parodien gelingen oft dann am besten, wenn sie das persiflierte Objekt nicht missgünstig verhohnepiepeln, sondern liebevoll durch den Kakao ziehen. Mit „Tanz der Vampire“ beweist Roman Polanski, wie sehr er das von Bela Lugosi, Christopher Lee & Co. geprägte klassische Vampirgenre schätzt. Die beiden ungelenken Helden bewegen sich zielsicher von einer skurrilen Situation zur nächsten – Slapstick kommt dabei nicht zu kurz.

                          Ausführlich bei DIE NACHT DER LEBENDEN TEXTE.

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                          • 10

                            [...] Tanz der Vampire ist kein Faxenmacher, der ein Genre nur auf hohe Gag-Schlagzahl getrimmt schlampig durch den Kakao zieht sondern versteht, dass eine gute (Film)-Parodie nur auf hervorragendem Verständnis und dem Respekt vor den Vorbildern eine echte Basis für eigene Klasse errichten kann. Polanski macht gleichzeitig einen der besten Vampirfilme dieser Tage, um ihn und seine Klischees, Standards im nächsten Moment zu karikieren. Und dann wieder den Weg zurück in die Spur zu finden. Er reiht nicht Slapstick an Slapstick, übersättigt und vergrault damit nicht. Sorgt immer wieder für Highlights, auf verschiedenen Humorebenen. Mal physisch, mal situationsbedingt, mal durch Skriptzeilen (leider wird in der deutschen Vertonung einiges wegsynchronisiert. Stichwort: Warum ein Kruzifix angeblich nur bei „den alten Vampiren“ funktioniert…), alles dabei immer fantastisch getimt. Und, man kann es gar nicht oft genug erwähnen, niemals lieblos, zweckdienlich verscheuert. Der hier auftretende Fürst der Finsternis Graf Krolock (Ferdy Mayne; Conan der Zerstörer) soll eindeutig an Christopher Lee (Dracula) erinnern, ohne ihn zu verhöhnen.

                            Der Antagonist ist ähnlich majestätisch und wird nicht zur Witzfigur. Selbst wenn eine Figur danach schreit, wie des Grafens nur noch lauwarme Sohn, wird sie stattdessen mit einer der besten Szenen des Films beschenkt („Wollen wir einen Engel durchs Zimmer gehen lassen?“). Einfachen Verlockungen unterliegt Polanski nie, inszeniert sein Werk nicht weniger aufwändig und detailversessen als ambitionierte Trophäenjäger, wenn nicht sogar besser, unverkrampfter. Macht seine Späßchen, nur nicht auf Kosten seiner Qualität und hält das Publikum nicht für zu stumpf, dass es ihm egal wäre. Keine Lachnummer, eine wahre Bereicherung für den Vampirfilm. Wenn es Tanz der Vampire überhaupt nötig hätte, mit seinem Finale setzt er sich ganz locker an die Spitze der Horrorkomödien und gräbt sich ganz tief in die Filmgeschichte ein. Die Schlussminuten sind eigentlich wesentlich nachhaltiger, denkwürdiger und – ja, tatsächlich – sogar verstörender, als viele „echte“ Gruselfilme seiner Dekade. Wer das schafft, bekommt die goldenen Fangzähne auf Lebenszeit. [...]

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                            • 10
                              Marcy123 29.09.2016, 22:38 Geändert 29.09.2016, 22:43

                              Zeitloser Klassiker der über die Jahre kein Stück an Qualität eingebüßt hat.....
                              Einfach zauberhaft was Roman Polanski hier geschaffen hat. Die Musik ist einfach grandios, genauso wie die beiden Darsteller die hier Vampirjäger verkörpern sollen. Die Aufnahmen sind einfach klasse, genau wie die wunderschöne Winterlandschaft die sich perfekt als Location für so einen Film eignet. Für mich die beste Horrorkomödie aller Zeiten und das wird auch bis in alle Ewigkeit so bleiben.....

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                              • 9

                                was ist daran bitte horror?

                                • 6
                                  Ecto1 16.07.2016, 12:40 Geändert 16.07.2016, 15:51

                                  Konnte mich mit seinem Humor und den überzeichneten Figuren nur bedingt abholen. Aber Klassiker haben es ja oft schwer, wenn sie sich mit heutigen Massstäben messen müssen. Eher genervt von der Dummheit Polanskis, hätte ich den Film fast nicht mal bis zum Ende geschaut. Aber er blieb immerhin konstant unterhaltsam, auf eine extrem trashige Art.

                                  Dazu gibt es doch einige nette Schauwerte (Ich steh ab jetzt auf rothaarige, Sharon Tate, WOW!). Interessanterweise wirkt der Film wie ein Bühnenstück, und ein gewisser Charme ist vorhanden. Nur hätte mich dieser Tanz der Vampire wohl auch vor 20 oder 30 Jahren nicht hinter dem Ofen hervor gelockt.

                                  Da hat Polanski weit aus bessere Filme zu bieten! Und hier retten auch die vielen kleinen Anspielungen nicht mehr (You got the wrong Vampire)....ha ha, wie lustig, der ist Jude! Die Trivia zum Film lohnt sich allemal....wenn man nicht darauf achtet verpasst man das Zeug.

                                  • 4

                                    Offensichtlich kann ich mit dem "Humor" in diesem Film absolut nichts anfangen, denn ich habe nicht einmal gelacht und mich von Anfang bis Ende nur gelangweilt und gehofft, dass es bald vorbei ist.

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                                    • 10

                                      Kult könnte ich auch 100 mal anschauen ;) und wird nie langweillig ^^

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                                      • 9

                                        Klassiker und einer meiner Lieblingsfilme.
                                        Auch nach gefühlten 100x anschauen, noch immer für Lacher gut.

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                                        • 7

                                          "Tanz der Vampire"
                                          (Achtung Spoiler!)

                                          Professor Abronsius und sein Assistent Alfred (von Polanski selbst gespielt) kommen im Winter in einem Dorf in den Südkarpaten (heute auch transsylvanische Alpen) an. Sie sind Vampirjäger bzw auf der Suche nach Vampiren. Wegen abstrusen Theorien über den Vampirismus wurde Abronsius seiner Universität verwiesen und reist auf eigene Faust los. In der Nähe des Dorfes soll es ein Schloss geben, aber keiner der Bewohner möchte ihnen Auskunft darüber geben. Eines Nachts wird die hübsche Tochter des Wirts von Graf Krolock (einem Vampirfürsten) getötet und entführt. Dieser Spur begeistert folgend gelangen die Beiden ins Schloss. Dort beginnt erst eine verdeckte, schließlich offene Jagd auf die im Schloss lebenden Vampire.
                                          "Tanz der Vampire" ist eine Horrorkomödie, wobei die Komödie meist überwiegt. Trotzdem gibt es noch genügend gruselige Stellen.
                                          Polanski erfindet hier eine äußerst amüsante und spannende Geschichte, wenngleich das Vampirbild sehr klassisch ist: Vampire schlafen in Särgen, verabscheuen Knoblauch und können nur durch Pfähle getötet werden, sind in Spiegeln nicht sichtbar und fürchten das Kreuz der Kirche.
                                          Was aber nicht allzu schlimm ist, denn es ist die Geschichte und die Schauspieler, die mich überzeugt haben. Jack McGowran als teilweise schusseliger Professor Abronsius und Polanski als dessen Gehilfe Alfred. Besonders auch Ferdy Mayne als Graf von Krolock.
                                          Ein wirklich guter Film. Besonders das Ende hat es auch in sich und setzt auf die Handlung ganz zum Schluss noch eine tragisch-ironische Wendung obendrauf.

                                          Bewertung: 7/10 (wirklich gut)

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                                          • 7
                                            Punsha 03.12.2015, 11:49 Geändert 03.12.2015, 12:49

                                            "Look how wonderful nature is."
                                            Entgegen herkömmliche Interpretationsversuche, Professor Abronsius (Jack MacGowran), seiner Zeit weit voraus, möchte sich gemeinsam mit seinem Schüler Alfred (Roman Polanski) vergebens (weil ohne Unterstützung der Dorfbewohner/des Proletariats) gegen die Aristokratie auflehnen, wage ich den zaghaften Versuch einer Sichtweise, die Polanskis Biografie vehement mit einbezieht. Der transsilvanische Mikrokosmos beschreibt in THE FEARLESS VAMPIRE KILLERS hintergründig und schemenhaft den Aufstieg des Dritten Reiches und die Weltherrschaftsfantasien seines Führers (hier: Graf von Krolock). Eine Gesellschaftsspaltung hat hier bereits stattgefunden, die Situation legt Ghetto-Erlebnisse nahe: Die mit jiddischen Akzent sprechenden (geht in der Synchro verloren) Dorfbewohner, allen voran der jüdische Gastwirt Shagal leben unterdrückt und in ständiger Angst und Verleugnung gegenüber dem Bösen, das gut situiert in einem großen Schloss haust und dessen Machthaber hin und wieder ins Dorf kommen, um auf Menschenjagd zu gehen. Der folgende Kampf der zwei Helden gegen das Böse ist einzig ein oberflächlicher Trugschluss. Polanski interessiert vielmehr das Normale (Mensch) oder Unnormale (Vampir) menschlicher Hüllen, ironisiert die Protagonisten auf ihrer scheinbar guten Mission, das Unnatürliche auszulöschen sowie die Machthaber, die einen Homosexuellen in ihren Reihen haben und demaskiert die herrschsüchtgie Obrigkeit als das, was sie im gesamtirdischen Kontext immer war und sein wird: Ein Außenseiter.

                                            Natürlich, und das unterstreicht nur Polanskis Liebe zum Film, möchte der polnische Regisseur seine Filme stets als Unterhaltung verstanden wissen. Das tollpatschige Duo aus dem sensiblen, warmen Alfred und dem störrischen, kühlen Professor reicht schon beinahe zur Unterhaltung, die romantische Annäherung Ersterem zur wunderschönen Sarah (Sharon Tate) ist ehrlich, Herz erwärmend und im realen Kontext zerbrechend zugleich, wenn der wirkliche Horror unbeabsichtigt an die Stelle des Filmischen tritt.
                                            Doch was ist eigentlich mit dem filmischen Horror? Der ist in THE FEARLESS VAMPIRE KILLERS kaum existent und kommt am deutlichsten noch durch Krzysztof Komedas schaurig-schönen Score hervor. Doch der Film ist weder als Horror noch als Satire, sondern als einfache Komödie oder Märchen ohne Happy End zu verstehen. Denn auch hier kehrt Polanski die Konventionen um: Wo der herkömmliche Horrorfilm sein Publikum aus einer friedlichen Welt für eine kurze Zeit hinein in eine Gespenstige entführt, entlässt er die Zuschauer aus seinem Film erst mit dem Gedanken an das erloschene Gute und die Welt des Bösen.

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                                            • 7 .5

                                              Alfred: Es stimmt übrigens, als der Sohn des Grafen mit mir sprach, war uns gegenüber ein Spiegel und wie Ihr sagtet - da war nichts zu sehen... Ich war alleine, keine Spiegelung!

                                              Professor Abronsius: Seine Kleidung war auch nicht zu sehen?

                                              Alfred: Nein nicht mal sein Hemd!

                                              Professor: Was würde ich dafür geben so etwas zu sehen!

                                              Alfred: Ja, aber man sieht gar nichts?!

                                              *muhaha*

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                                              • 10

                                                Ein Klassiker den ich auch heute immer wieder gerne noch ansehe. Spassfaktor garantiert. :)

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                                                • 6 .5

                                                  Als riesiger Fan des Musicals (der Name verräts) hatte ich mir vor einigen Jahren dann doch irgendwann mal die filmische Vorlage ansehen wollen - und die ließ mich ein bisschen ratlos zurück. Die Charaktere und einzelne Situationen sind fraglos herrlich skurril und lustig-gruselig anzusehen, aber zwischendurch ist der Film doch wirklich sehr sehr langatmig und einschläfernd. Dieser Eindruck mag aber auch dessen Alter und dem mir fehlenden Nostalgie-Wert geschuldet sein. Und der Tatsache, dass ich das flotte, rockige Musical zuerst kannte und mehr in diese Richtung erwartet habe.
                                                  Völlig zurecht jedoch ist der Film heute noch Kult, denn wie auch der Vampir selbst scheinen auch die Filme um die Blutsauger nie aussterben zu wollen, und eine gute Parodie gibt es heutzutage einfach viel zu selten. "Tanz der Vampire" hat da fraglos gut vorgelegt. Sollte jemand Fähiges ein an das Musical angelehntes Remake bzw. eine Musical-Verfilmung planen, wäre das wohl einer der seltenen Fälle, in denen ich mich diebisch über solches Recycling freuen würde.

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                                                  • 8

                                                    Einfach eine geniale Horrorkomödie. Zum immer wieder Sehen geeignet.