Tanz der Vampire - Kritik

Dance of the Vampires / AT: The Fearless Vampire Killers

US · 1967 · Laufzeit 108 Minuten · FSK 12 · Komödie, Fantasyfilm, Horrorfilm · Kinostart
  • 10

    Meine Güte, es gibt keinen anderen Grusel-Film der es so sehr geschafft hat mir Angst einzujagen sodass ich nicht mehr ruhig schlafen gehen konnte, oder in dunklen Räumen bewegen konnte. Gut, damals war ich noch kind in den 80er Jahren, aber jedes mal erzeugt der Film nach wie vor die gleiche Angst die ich damals vorm Fernseher auch gehabt habe. Ein genialer Film von Roman Polanski mit großartigen Darstellern. Mein Vater hat den Film damals im Kino gesehen. Er war mit seinem Opa im Kino gewesen und sein Opa war während der Film lief eingeschlafen. ^^ Es gab damals im Fernsehen auch den Einspieler (Intro) zur Sende-Reihe "Der phantastische Film", davor habe ich mich auch jedes mal richtig gegruselt. Es gab auch im Ersten eine Animation wo aus dem Film-Logo, der Eins, wie aus Knete erst der Kopf eines Werwolfs verwandelte und hinterher in Graf Dracula. Ich habe so viele Erinnerungen an diese Zeit, wo auch "Tanz der Vampire" lief, ich verbinde mit dem Film also ganz viele Erinnerungen.

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    • Tanz der Vampire, Kultfilm meiner Generation. Jeder den ich kenne, der den Film in der Kindheit gesehen hat, schwärmt von dem Film. Nicht völlig zu Unrecht. Die Setdesigns und die Filmmusik sind ganz großartig. Jedes mal wieder. Was die Zeit nicht so gut überstanden hat, ist der alberne Humor. Hätte Polanski keine Parodie auf Vampirfilme drehen wollen und den Humor weg gelassen, wir hätten einen grandiosen Vampirfilmklassiker. Hat er aber leider nicht und so kränkelt der Film ein wenig wegen des angestaubten Klamauks.

      • 9

        Auch nach vielen Jahren immer noch wunderbar anzusehen, ein zeitloser Klassiker. Die Figuren sind liebevoll skurril, die Atmosphäre in der verschneiten Winterlandschaft ist schön schaurig, der Humor funktioniert noch immer sehr gut und ist von solcher oftmals nonverbaler Qualität, dass der Film zwar zum Schmunzeln ist, aber auch als Gruselfilm prächtig funktioniert.

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        • 10
          AliceInWonderLand 18.11.2016, 19:07 Geändert 18.11.2016, 19:08

          Ein zeitloser Klassiker, der trotz seines Alters auch heute noch an vielen Stellen funktioniert - und besonders an kalten, verschneiten Winternächten Spaß macht. Der Humor ist vielleicht aus heutiger Sicht nicht jedermanns Sache, ebenso das langsame Erzähltempo, meinen Geschmack hat der Film allemal getroffen und zählt, auch wenn nicht ganz perfekt, zu meinen Lieblingsfilmen. Der Film schafft es Parodie zu sein und trotzdem an einigen Stellen Elemente des Gruselfilms aufzurufen.
          Für Kenner des Musicals ist es zudem interessant zu sehen, wie der Film für die Bühnenfassung adaptiert wurde. Der Humor erscheint dort etwas "zeitgemäßer", aber vieles ist dann doch sehr ähnlich geblieben.
          Trotzdem ich Steve Barton's Krolock genial finde (und dem Charakter im Musical etwas mehr Tragik gegeben wird), mag ich den Film doch lieber. Schon allein wegen des schaurig-schönen Intros (und bin ich froh, dass sich die amerikanische Schnittfassung mit dieser Comicsequenz nicht durchgesetzt hat) und Jack MacGowran als Professor Abronsius. Doch auch Roman Polanski als Alfred überzeugt mit seiner etwas unbeholfenen Art. Sharon Tate wirkt als Sarah blass, aber ich vermute, dass das gewollt ist. Sie verkörpert nunmal die klischeehafte Schönheit, die gerettet werden muss. So ganz konnte ich aber beim Ansehen nicht ausblenden, was der armen Frau passiert ist - auch wenn das mit dem Film nichts zutun hat.

          • 10

            Parodien gelingen oft dann am besten, wenn sie das persiflierte Objekt nicht missgünstig verhohnepiepeln, sondern liebevoll durch den Kakao ziehen. Mit „Tanz der Vampire“ beweist Roman Polanski, wie sehr er das von Bela Lugosi, Christopher Lee & Co. geprägte klassische Vampirgenre schätzt. Die beiden ungelenken Helden bewegen sich zielsicher von einer skurrilen Situation zur nächsten – Slapstick kommt dabei nicht zu kurz.

            Ausführlich bei DIE NACHT DER LEBENDEN TEXTE.

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            • 10

              [...] Tanz der Vampire ist kein Faxenmacher, der ein Genre nur auf hohe Gag-Schlagzahl getrimmt schlampig durch den Kakao zieht sondern versteht, dass eine gute (Film)-Parodie nur auf hervorragendem Verständnis und dem Respekt vor den Vorbildern eine echte Basis für eigene Klasse errichten kann. Polanski macht gleichzeitig einen der besten Vampirfilme dieser Tage, um ihn und seine Klischees, Standards im nächsten Moment zu karikieren. Und dann wieder den Weg zurück in die Spur zu finden. Er reiht nicht Slapstick an Slapstick, übersättigt und vergrault damit nicht. Sorgt immer wieder für Highlights, auf verschiedenen Humorebenen. Mal physisch, mal situationsbedingt, mal durch Skriptzeilen (leider wird in der deutschen Vertonung einiges wegsynchronisiert. Stichwort: Warum ein Kruzifix angeblich nur bei „den alten Vampiren“ funktioniert…), alles dabei immer fantastisch getimt. Und, man kann es gar nicht oft genug erwähnen, niemals lieblos, zweckdienlich verscheuert. Der hier auftretende Fürst der Finsternis Graf Krolock (Ferdy Mayne; Conan der Zerstörer) soll eindeutig an Christopher Lee (Dracula) erinnern, ohne ihn zu verhöhnen.

              Der Antagonist ist ähnlich majestätisch und wird nicht zur Witzfigur. Selbst wenn eine Figur danach schreit, wie des Grafens nur noch lauwarme Sohn, wird sie stattdessen mit einer der besten Szenen des Films beschenkt („Wollen wir einen Engel durchs Zimmer gehen lassen?“). Einfachen Verlockungen unterliegt Polanski nie, inszeniert sein Werk nicht weniger aufwändig und detailversessen als ambitionierte Trophäenjäger, wenn nicht sogar besser, unverkrampfter. Macht seine Späßchen, nur nicht auf Kosten seiner Qualität und hält das Publikum nicht für zu stumpf, dass es ihm egal wäre. Keine Lachnummer, eine wahre Bereicherung für den Vampirfilm. Wenn es Tanz der Vampire überhaupt nötig hätte, mit seinem Finale setzt er sich ganz locker an die Spitze der Horrorkomödien und gräbt sich ganz tief in die Filmgeschichte ein. Die Schlussminuten sind eigentlich wesentlich nachhaltiger, denkwürdiger und – ja, tatsächlich – sogar verstörender, als viele „echte“ Gruselfilme seiner Dekade. Wer das schafft, bekommt die goldenen Fangzähne auf Lebenszeit. [...]

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              • 10
                Marcy123 29.09.2016, 22:38 Geändert 29.09.2016, 22:43

                Zeitloser Klassiker der über die Jahre kein Stück an Qualität eingebüßt hat.....
                Einfach zauberhaft was Roman Polanski hier geschaffen hat. Die Musik ist einfach grandios, genauso wie die beiden Darsteller die hier Vampirjäger verkörpern sollen. Die Aufnahmen sind einfach klasse, genau wie die wunderschöne Winterlandschaft die sich perfekt als Location für so einen Film eignet. Für mich die beste Horrorkomödie aller Zeiten und das wird auch bis in alle Ewigkeit so bleiben.....

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                • 9

                  was ist daran bitte horror?

                  • 6
                    Ecto1 16.07.2016, 12:40 Geändert 16.07.2016, 15:51

                    Konnte mich mit seinem Humor und den überzeichneten Figuren nur bedingt abholen. Aber Klassiker haben es ja oft schwer, wenn sie sich mit heutigen Massstäben messen müssen. Eher genervt von der Dummheit Polanskis, hätte ich den Film fast nicht mal bis zum Ende geschaut. Aber er blieb immerhin konstant unterhaltsam, auf eine extrem trashige Art.

                    Dazu gibt es doch einige nette Schauwerte (Ich steh ab jetzt auf rothaarige, Sharon Tate, WOW!). Interessanterweise wirkt der Film wie ein Bühnenstück, und ein gewisser Charme ist vorhanden. Nur hätte mich dieser Tanz der Vampire wohl auch vor 20 oder 30 Jahren nicht hinter dem Ofen hervor gelockt.

                    Da hat Polanski weit aus bessere Filme zu bieten! Und hier retten auch die vielen kleinen Anspielungen nicht mehr (You got the wrong Vampire)....ha ha, wie lustig, der ist Jude! Die Trivia zum Film lohnt sich allemal....wenn man nicht darauf achtet verpasst man das Zeug.

                    • 4

                      Offensichtlich kann ich mit dem "Humor" in diesem Film absolut nichts anfangen, denn ich habe nicht einmal gelacht und mich von Anfang bis Ende nur gelangweilt und gehofft, dass es bald vorbei ist.

                      • 10

                        Kult könnte ich auch 100 mal anschauen ;) und wird nie langweillig ^^

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                        • 9

                          Klassiker und einer meiner Lieblingsfilme.
                          Auch nach gefühlten 100x anschauen, noch immer für Lacher gut.

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                          • 7

                            "Tanz der Vampire"
                            (Achtung Spoiler!)

                            Professor Abronsius und sein Assistent Alfred (von Polanski selbst gespielt) kommen im Winter in einem Dorf in den Südkarpaten (heute auch transsylvanische Alpen) an. Sie sind Vampirjäger bzw auf der Suche nach Vampiren. Wegen abstrusen Theorien über den Vampirismus wurde Abronsius seiner Universität verwiesen und reist auf eigene Faust los. In der Nähe des Dorfes soll es ein Schloss geben, aber keiner der Bewohner möchte ihnen Auskunft darüber geben. Eines Nachts wird die hübsche Tochter des Wirts von Graf Krolock (einem Vampirfürsten) getötet und entführt. Dieser Spur begeistert folgend gelangen die Beiden ins Schloss. Dort beginnt erst eine verdeckte, schließlich offene Jagd auf die im Schloss lebenden Vampire.
                            "Tanz der Vampire" ist eine Horrorkomödie, wobei die Komödie meist überwiegt. Trotzdem gibt es noch genügend gruselige Stellen.
                            Polanski erfindet hier eine äußerst amüsante und spannende Geschichte, wenngleich das Vampirbild sehr klassisch ist: Vampire schlafen in Särgen, verabscheuen Knoblauch und können nur durch Pfähle getötet werden, sind in Spiegeln nicht sichtbar und fürchten das Kreuz der Kirche.
                            Was aber nicht allzu schlimm ist, denn es ist die Geschichte und die Schauspieler, die mich überzeugt haben. Jack McGowran als teilweise schusseliger Professor Abronsius und Polanski als dessen Gehilfe Alfred. Besonders auch Ferdy Mayne als Graf von Krolock.
                            Ein wirklich guter Film. Besonders das Ende hat es auch in sich und setzt auf die Handlung ganz zum Schluss noch eine tragisch-ironische Wendung obendrauf.

                            Bewertung: 7/10 (wirklich gut)

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                            • 7
                              Punsha 03.12.2015, 11:49 Geändert 03.12.2015, 12:49

                              "Look how wonderful nature is."
                              Entgegen herkömmliche Interpretationsversuche, Professor Abronsius (Jack MacGowran), seiner Zeit weit voraus, möchte sich gemeinsam mit seinem Schüler Alfred (Roman Polanski) vergebens (weil ohne Unterstützung der Dorfbewohner/des Proletariats) gegen die Aristokratie auflehnen, wage ich den zaghaften Versuch einer Sichtweise, die Polanskis Biografie vehement mit einbezieht. Der transsilvanische Mikrokosmos beschreibt in THE FEARLESS VAMPIRE KILLERS hintergründig und schemenhaft den Aufstieg des Dritten Reiches und die Weltherrschaftsfantasien seines Führers (hier: Graf von Krolock). Eine Gesellschaftsspaltung hat hier bereits stattgefunden, die Situation legt Ghetto-Erlebnisse nahe: Die mit jiddischen Akzent sprechenden (geht in der Synchro verloren) Dorfbewohner, allen voran der jüdische Gastwirt Shagal leben unterdrückt und in ständiger Angst und Verleugnung gegenüber dem Bösen, das gut situiert in einem großen Schloss haust und dessen Machthaber hin und wieder ins Dorf kommen, um auf Menschenjagd zu gehen. Der folgende Kampf der zwei Helden gegen das Böse ist einzig ein oberflächlicher Trugschluss. Polanski interessiert vielmehr das Normale (Mensch) oder Unnormale (Vampir) menschlicher Hüllen, ironisiert die Protagonisten auf ihrer scheinbar guten Mission, das Unnatürliche auszulöschen sowie die Machthaber, die einen Homosexuellen in ihren Reihen haben und demaskiert die herrschsüchtgie Obrigkeit als das, was sie im gesamtirdischen Kontext immer war und sein wird: Ein Außenseiter.

                              Natürlich, und das unterstreicht nur Polanskis Liebe zum Film, möchte der polnische Regisseur seine Filme stets als Unterhaltung verstanden wissen. Das tollpatschige Duo aus dem sensiblen, warmen Alfred und dem störrischen, kühlen Professor reicht schon beinahe zur Unterhaltung, die romantische Annäherung Ersterem zur wunderschönen Sarah (Sharon Tate) ist ehrlich, Herz erwärmend und im realen Kontext zerbrechend zugleich, wenn der wirkliche Horror unbeabsichtigt an die Stelle des Filmischen tritt.
                              Doch was ist eigentlich mit dem filmischen Horror? Der ist in THE FEARLESS VAMPIRE KILLERS kaum existent und kommt am deutlichsten noch durch Krzysztof Komedas schaurig-schönen Score hervor. Doch der Film ist weder als Horror noch als Satire, sondern als einfache Komödie oder Märchen ohne Happy End zu verstehen. Denn auch hier kehrt Polanski die Konventionen um: Wo der herkömmliche Horrorfilm sein Publikum aus einer friedlichen Welt für eine kurze Zeit hinein in eine Gespenstige entführt, entlässt er die Zuschauer aus seinem Film erst mit dem Gedanken an das erloschene Gute und die Welt des Bösen.

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                              • 7 .5

                                Alfred: Es stimmt übrigens, als der Sohn des Grafen mit mir sprach, war uns gegenüber ein Spiegel und wie Ihr sagtet - da war nichts zu sehen... Ich war alleine, keine Spiegelung!

                                Professor Abronsius: Seine Kleidung war auch nicht zu sehen?

                                Alfred: Nein nicht mal sein Hemd!

                                Professor: Was würde ich dafür geben so etwas zu sehen!

                                Alfred: Ja, aber man sieht gar nichts?!

                                *muhaha*

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                                • 10

                                  Ein Klassiker den ich auch heute immer wieder gerne noch ansehe. Spassfaktor garantiert. :)

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                                  • 6 .5

                                    Als riesiger Fan des Musicals (der Name verräts) hatte ich mir vor einigen Jahren dann doch irgendwann mal die filmische Vorlage ansehen wollen - und die ließ mich ein bisschen ratlos zurück. Die Charaktere und einzelne Situationen sind fraglos herrlich skurril und lustig-gruselig anzusehen, aber zwischendurch ist der Film doch wirklich sehr sehr langatmig und einschläfernd. Dieser Eindruck mag aber auch dessen Alter und dem mir fehlenden Nostalgie-Wert geschuldet sein. Und der Tatsache, dass ich das flotte, rockige Musical zuerst kannte und mehr in diese Richtung erwartet habe.
                                    Völlig zurecht jedoch ist der Film heute noch Kult, denn wie auch der Vampir selbst scheinen auch die Filme um die Blutsauger nie aussterben zu wollen, und eine gute Parodie gibt es heutzutage einfach viel zu selten. "Tanz der Vampire" hat da fraglos gut vorgelegt. Sollte jemand Fähiges ein an das Musical angelehntes Remake bzw. eine Musical-Verfilmung planen, wäre das wohl einer der seltenen Fälle, in denen ich mich diebisch über solches Recycling freuen würde.

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                                    • 8

                                      Einfach eine geniale Horrorkomödie. Zum immer wieder Sehen geeignet.

                                      • 3

                                        Wieso diese öde Klamotte als Klassiker gilt, ist mir mal wieder einigermaßen schleierhaft. Gruselfaktor (ist hier ja immerhin als "Horrorfilm" gelistet), Witz und Spannung liegen imho hart an der Nullgrenze. Kann mir auch partout nicht vorstellen, dass man das vor 50 Jahren so total anders gesehen hat. Vielleicht sind die 60er auch einfach nicht mein Jahrzehnt.

                                        • 10
                                          R123Rob 08.08.2015, 09:27 Geändert 08.08.2015, 09:34

                                          Jedes Jahr Pflicht, sobald der erste Schnee liegt und es draußen kalt wird. Ein Traum von Film und ein weiterer Liebling. :) Danke, Roman Polański und Gérard Brach.

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                                          • 3 .5

                                            Für "simple minds" sicher ein witziger Film, hatte mir schon "damals" in seiner brachial "witzigen", parodistische Artigkeit kaum gefallen , die bei wiederholter und anstrengender re-Vision entsprechend bestätigt wurde.

                                            Sicher ein witziger Versuch von Polanski, (der aber mehr kann) sich dem Genre "Vampyr Film" ironisch zu nähern, aber inhaltlich wie vom Script, den Ideen her doch recht dürftig, mager (auch vorhersehbar, sicherlich, sind das doch alles Schemata, etc) - und wirklich auf dem Humor Niveau von Bierzeltstrategen, naja muss es ja auch geben, oder,.. (?)

                                            Übrigens:
                                            Wo bleibt/blieb der "zweite Teil", da das Ende doch so sichtlich "offen" gehalten wurde?

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                                            • 8 .5

                                              eine klasse parodie auf den vampirfilm.... kann man immer wieder sehen und wird zumindestens für mich nicht langweilig!!!!!

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                                              • 7 .5
                                                TommyDeVito 14.03.2015, 23:00 Geändert 15.03.2015, 00:07

                                                Amüsante Vampirfilm-Parodie, die leicht angestaubt wirkt und meiner Meinung nach eine höhere Gagdichte vertragen könnte. Trotzdem ein guter, charmanter Film, der vom Publikum leicht über-, von Kritikern leicht unterbewertet wird.

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                                                • 3
                                                  Martin Canine 07.02.2015, 13:43 Geändert 07.02.2015, 14:40

                                                  Gibt es noch Wesen, deren Mythos derartig abstrus und überzeichnet ist als Vampire?
                                                  Angst vor Kreuzen, Knoblauch, Nachtruhe in Särgen, kein Sonnenlicht,...
                                                  ...die mehr als skurrilen Eigenheiten dieser Sorte Filmungeheuer sind eigentlich nicht wirklich furchterregend und bieten weitgehend viel Potenzial für eine gelungene Parodie.
                                                  Die Angriffsfläche ist einfach viel zu groß.
                                                  Was mich schon immer gewundert hat, sind die Särge. Was ist ihre Funktion?
                                                  Die anderen Besonderheiten sind Dinge, die dem Blutsauger schaden, aber der Schlaf in Särgen bringt ihnen eigentlich garnichts.
                                                  Man muss den Tatsachen ins Auge sehen: sie sind einfach witzige Figuren, deren Mythologie ihnen in der Moderne mehr schadet als hilft.
                                                  Erst, wenn man all diese Traditionen ablegt, kann man das Wesen des Vampirs wieder als ernste Bedrohung wahrnehmen.

                                                  Wie kommt es dann, dass ich "Tanz der Vampire" dermaßen schleppend und unamüsant empfand?
                                                  Der Film von Roman Polanski, seines Zeichens als Kult angesehen, gilt als Horrorkomödie.
                                                  Ich kann dieser Genreverschmelzung im Normalfall recht viel abgewinnen, wenn man die Komponenten richtig einsetzt.
                                                  Es ist eine Brutstätte des bizarren, makaberen und düsteren Humors, einer tollen Verschmelzung aus Humor und Morbidität, die einen oftmals durch augenzwinkernde Szenen zum Lachen bringt, die eine wunderbar groteske Note haben, und anders dargebracht eigentlich nicht zum Lachen animieren würden.
                                                  Richtig inszeniert wird die Horrorkomödie zu einem schaurig-schrägen Vergnügen.
                                                  Ich suchte diesen Witz, diese Gags, lange in Polanskis Kultfilm, und konnte sie nicht finden.

                                                  Ich finde es nicht witzig und intelligent, wenn eine der Protagonisten zu Beginn einfriert, und die Leute dann mit den abstrusesten Mitteln wie Eis ins Gesicht reiben oder Senf ins Fußband antanzen.
                                                  Ich finde es auch nicht witzig, dass der Sohn des Grafen ziemlich offenkundig homosexuelle Tendenzen hat.
                                                  Ich finde es weiters nicht witzig, wenn Alfred sich nicht überwinden kann, die Vampire zu töten.
                                                  Auch nicht, dass Shagal zuerst mit unnatürlich vielen Bisswunden übersät aufgefunden ist, und auch nicht, dass er später nicht in der Familiengruft schlafen darf und murmelnd und fluchend in den Stall geschickt wird.
                                                  Wobei ich ehrlich gesagt garnicht weiß, ob das alles auch tatsächlich witzig gemeinte Szenen waren, denn ich musste, und das sollte bei einem Film, der sich als Komödie betitelt und auch nichts anderes sein will, nicht sein, kein einziges Mal lachen.

                                                  Ich musste an zwei Stellen schmunzeln.
                                                  Die erste ist die im Keller, als die Protagonisten den Holzpflock einschlagen und literweise rote Flüssigkeit herausschießt - die beiden haben irrtümlich ein Weinfass erwischt.
                                                  Die zweite ist ein einziger Satz, der eher den Humor trifft, den ich in Horrorkomödien erwarte:
                                                  "Ich bin ein Nachtschwärmer, bei Tag bin ich kaum zu gebrauchen."

                                                  Ich finde diese Gags eigentlich nicht sonderlich gut. Aber sie lassen schon einen Ansatz von Pointen erkennen.
                                                  Etwas, was ich in "Tanz der Vampire" grundsätzlich vermisse.
                                                  Ich verstehe auch die Situationskomik nur selten, oftmals wirkt das Szenario einfach nur grotesk, aber wenig humorvoll.
                                                  Oder mir erschließt sich die Prämisse des Humors einfach nicht.
                                                  Erklärungen werden gern und dankend von mir angenommen.
                                                  Ich habe versucht, mir einige positive Kritiken durchzulesen, um zu verstehen, weshalb dieser Film als große Komödie, großer Klassiker und großer All-Time-Favourite vieler Leute gilt.
                                                  Da wären zum einen Zitate, die ich für absolut nichtssagend halte ("Alfred, gib's her"), die mir auch nicht im Gedächtnis geblieben wären.
                                                  Eine unterschwellige Erotik, die sich wohl entweder auf Sharon Tates tiefen Ausschnitt oder aber den homosexuellen Vampir bezieht, aber mir auch nicht aufgefallen wäre.
                                                  Oder aber echte Schockszenen, die gruselig wären, allerdings durch die skurrile Überzeichnung in ein parodistisches und ulkiges Licht gerückt werden. Gab es wirklich Momente, die man als gruselig hätte interpretieren können? Mir wären keine aufgefallen.
                                                  Die Story soll wohl, ganz gemäß einer Parodie, eine stereotype Übertreibung aller Klischees darstellen.
                                                  Okay, das gebe ich zu, kann ich erkennen, aber ich finde, man hat nicht viel daraus gemacht.

                                                  Womit ich auch nochmal auf die zweite Szene zurückkommen will, der ich etwas abgewinnen kann.
                                                  Ich bin jemand, der sich darüber amüsiert, wenn Hannibal Lecter irgendwelche trockenen Wortwitze zum Thema Essen macht (der Klassiker "Ich erwarte einen Freund zum Abendessen", aber vor Allem im zweiten Film, 'Hannibal' gibt es ein wahres Feuerwerk des trockenen und bitterbösen Horrorhumors), oder wenn die Munsters Sätze vom Stapel lassen, a la "Ach, unsere Tante XY ist gestorben. Letztes Mal, als sie das gemacht hat, hat sie uns mehr hinterlassen".
                                                  Ich bin auch jemand, der darüber herzlich lachen kann, wie die Meryl Streep in 'Der Tod steht ihr gut' auf die entsetzte Feststellung "Sie ist tot!!!" ganz heiter erwidert "Das sind die Momente, die das Leben lebenswert machen."
                                                  Ich finde es aber NICHT witzig, wenn in jeder Ecke eine Stange Knoblauch hängt.
                                                  Und zum Teil fällt mir überhaupt schwer, zu erkennen, was in "Tanz der Vampire" zu den Gags und was zur Handlung gehört.
                                                  Die letzte Szene ist dann wirklich recht augenzwinkernd makaber. Aber das kommt leider etwas zu spät.
                                                  Wenn ich mir die Kulisse und die Kostüme ansehe, die tatsächlich an alte Horrorfilme erinnern, dann frage ich mich wirklich, wieso man nicht weiter dabei geblieben, die Klischees so dermaßen auf die Spitze zu treiben, dass es einfach nur mehr lustig ist. Wie gesagt: Vampire machen es einen so dermaßen leicht, sich über sie lustig zu machen.

                                                  Meinen abschließenden letzten Satz zu diesem für mich leider doch recht enttäuschenden Kultklassiker eines ansonsten genialen Regisseurs:
                                                  "I've expected a movie with a bit more bite, but eventually, it kinda sucked."

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                                                    Einfach spektakulär: Gut geschnitten, witzig für groß und klein, mit nicht nur unterschwelliger, sondern ziemlich expliziter Erotik (mit der wunderbaren Sharon Tate, Polanskis damaliger Ehefrau). Von der ersten Schlittenfahrt über die wackelnden Hintern in der Herberge bis hin zu den kleinen Horrorszenen gegen Ende - dieser Film nimmt auf eine verspielte Weise Scary Movie und alle ähnlichen Parodien vorweg - ein Familienfilm mit genug Ecken und Kanten für groß und klein - großartig!

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