Der Kalmus

Tatarak (2009), PL
Laufzeit 85 Minuten, Drama

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Tatarak
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mit Pawel Szajda und Jadwiga Jankowska-Cieslak

Zum einen erzählt Andrzej Wajdas Film die Geschichte von Marta, einer Frau in mittleren Jahren, verheiratet mit einem Kleinstadtarzt, sucht das Glück in den Armen eines deutlich jüngeren Mannes. Die Beziehung zu Boguœ ist so natürlich und frisch wie der Duft des Röhrichts, das am Ufer des Flusses wächst, in dem Marta und Boguœ bei ihrem ersten Treffen ge­mein­sam geschwommen sind. Alles scheint ganz wunderbar für sie zu laufen, doch dann ertrinkt Boguœ – er hat sich in den Wurzeln des Röhrichts verfangen, dessen Blätter er Marta mit­­bringen wollte. Hier könnte die Geschichte, die auf einer Erzählung des polnischen Autors Jaroslaw Iwaszkiewicz basiert, zu Ende sein, doch Andrzej Wajdas Film geht weiter. Er konfrontiert die Fiktion mit der Realität, indem er die erfundene Geschichte mit herzergreifenden Monologen seiner Hauptdarstellerin Krystyna Janda verbindet.

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  • Tatarak Poster

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Kritiken (1) — Film: Der Kalmus

Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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9.0Herausragend

Film und Realität, Leben und Tod, Rolle und Erfahrungen, sie gehen in Andrzej Wajdas Film eine Verbindung ein, die nachdenklich stimmt und berührt, die unter die Haut geht, die aber niemals ins Pathetische oder Weinerliche abgleitet. Ein gelungener Film, den mit dem Pathos von Wajdas letztem Werk Katyn, das im vorigen Jahr auf der Berlinale zu sehen war, nichts verbindet. Und genau deshalb, weil er auf alle großen Gesten verzichtet, den Figuren Raum lässt und genau beobachtet und registriert, kann man sich der melancholisch-sommerlichen Stimmung von Tatarak / Sweet Rush kaum entziehen.

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Kubrick_obscura

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Bewertung5.0Geht so

Tatarak als eine polnische Version von Rosamunde Pilcher zu bezeichnen, wäre wohl zu viel des Bösen. Dafür ist Wajdas Film zu sensibel, melancholisch und subtil, aber die Einbindung von Landschaften und Musik erinnert stark an die beliebten Schmachtfilmchen auf ZDF.
Die Geschichte, die Wajda erzählt ist berührend und fesselnd, aber leider nichts neues. Um den Film inhaltlich zu stärken, schlägt Wajda Brücken zwischen Filmrealität und den echten Erlebnissen der Hauptdarstellerin. In langen Monologen berichtet uns Krystyna Janda über ihre Erfahrungen mit dem Tod. Immer wieder verlässt der Film seine Handlung für einen weiteren Monolog. Leider sind diese Unterbrechungen zu verlangsamend und gewollt.

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