Tatort: Borowski und der freie Fall

Tatort: Borowski und der freie Fall (2012), DE Laufzeit 90 Minuten, Drama, Kriminalfilm

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von Eoin Moore, mit Harald Burmeister und Ingrit Dohse

Der Fall Tatort: Borowski und der freie Fall führt Kommissar Borowski (Axel Milberg) in die Realpolitik und in die Vergangenheit, als er bei seinen Recherchen auf Zusammenhänge seines aktuellen Mordfalles mit dem Tod Uwe Barschels stößt.

Der Kieler Autor Dirk Sauerland wird tot auf seiner Jacht aufgefunden. Sauerland war über die Grenzen von Kiel hinaus bekannt. In den letzten Monaten hatte er an einer spektakulären Enthüllungsgeschichte gearbeitet. Sauerlands Exfrau Ulla Jahn (Marie-Lou Sellem), die eine beliebte Talkshow moderiert, gibt Hauptkommissar Borowski (Axel Milberg) und Kommissarin Sarah Brand (Sibel Kekilli) einen Hinweis auf das schwule Doppelleben des Toten. Was hat Landespolitiker Karl Martin von Treunau (Thomas Heinze) für ein Interesse, seine Beziehung zu dem Toten zu verheimlichen? Ein Kontaktbogen mit Fotos aus den 80er Jahren bringt Borowski auf eine alte Spur. Vor 25 Jahren starb der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Uwe Barschel in einem Hotel in Genf. Offenbar war Dirk Sauerland zur gleichen Zeit vor Ort. Was hatte er damals entdeckt, und warum musste Sauerland heute sterben? Sarah Brand stürzt sich voller Eifer in die Recherche des Barschel-Falls. Borowski bleibt lieber Realist. Dann taucht plötzlich ein Zeuge aus Genf auf.

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Kommentare (4) — Film: Tatort: Borowski und der freie Fall


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marcowski

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Bewertung7.0Sehenswert

Toller Tatort mit real-historischem Hintergrund - sauspannend und authentisch.

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kronenhummer

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Bewertung3.0Schwach

Naja, so atemberaubend wie der freie Fall, der just vor Tatort-Beginn in der Wüste rund um Roswell endete, war dieser Tatort keineswegs. Aber im freien Fall hat sich der Kieler Tatort gegenüber dem Vorgänger durchaus bewegt – auch wenn ich bezweifle, dass der Titel dieses suggerieren wollte.

Borowski bekommt es hier mit einem Mord an einem Journalisten zu tun und trifft dabei auf ein Umfeld rund um machtbesessene, vordergründig kühle, berechnende und gewollt unsympathisch wirkende Politiker, abgebrühte Talkshow-Moderatorinnen und Indizien rund um den Mord an Uwe Barschel vor 25 Jahren. Konnte ich mit der Charakterzeichnung wenig anfangen, mich aber doch damit arrangieren, wirkte die Verbindung mit dem Fall rund um Uwe Barschel doch leider eher lächerlich. Zugegeben, ein geschicktes Mittel, um Interesse an diesem Tatort zu wecken, war die Einbindung dieses schon legendären realen Falls definitiv. Doch genau dieser Quotenfang war über den gesamten Tatort zu spüren, wird zwar allerhand rund um Uwe Barschel vorgebracht und fleißig Verschwörungstheorien und Diskussionsthemen geweckt, letztlich bleibt das Ganze doch völlig unspannend und driftet dabei auch gerne mal an den Rande des Lächerlichen ab – und leider auch darüber hinaus. Einzig die gewagte Darstellung des BND fand ich hier mutig und gelungen, die sonstige Aufarbeitung des Falls „Barschel“ war es nicht.

Während das Barschel-Gerede so mit der Zeit durchaus nervt, wird der aktuelle Fall mehr am Rande abgearbeitet. Und auch das leider reichlich lieblos, war die Ermittlung und vor allem die Auflösung doch arg trivial und früh vorhersehbar. Dass man in diesem Tatort tatsächlich mal kaum mit den persönlichen Problemen der Ermittler konfrontiert wird, was ich sonst durchaus mal schätze, hier auch eher unglücklich. Gerade nach dem letzten Fall sollte hier mehr kommen, als die recht sachlich gehaltene Auszugsdiskussion. Brandts Krankheit kommt hier außer dreimaliger textlicher Erwähnung gleich gar nicht vor.

Und vor allem: Wenn der letzte Tatort gerade mal fünf Wochen vorher läuft und mit einem Cliffhanger erster Güte endet, dann muss man zwar nicht zwangsläufig die Geschichte weiterschreiben, aber dieses gänzlich unbeachtet zu lassen, empfand ich auch mehr als unglücklich.

So betreibt Borowski leider mal wieder Niveaulimbo und zeigt nach vielen gelungenen Tatorten mal wieder ein Exemplar, dass den Möglichkeiten des Kieler Ermittlungsteams nicht gerecht wird. Schade, das war nichts.

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filmschauer

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Bewertung6.0Ganz gut

Schon irgendwie ein amüsanter Zufall, dass genau dieser Titel einer Tatort-Episode mit dem oftmals verschobenen Rekordsprung von Felix Baumgartner nun zeitlich zusammenfällt. Mit dessen Geschwindigkeiten konnten Borowski und Brandt sicherlich nicht konkurrieren, obwohl sie diesmal einen Fall mit immerhin außergewöhnlicher Tragweite bearbeiten müssen. Der mysteriöse Tod von Uwe Barschel vor 25 Jahren hat nicht nur zahlreiche Verschwörungstheorien erfinden lassen, sondern bildet einen essentiellen Punkt in der Ermittlungsarbeit. Auf Umwegen geht es wieder einmal um die sagenumwobene Frage: Mord oder Suizid? Diese Verquickung zwischen Fiktion und Realität ist ziemlich gewagt, ist hier aber eine der größten Stärken des Plots, wenngleich trotz sehr ansprechendem Auftakts das Sensationspotential dieser Geschichte nicht ganz ausgeschöpft wirkt. Das, was in dieser interessanten Ermittlungsphase in Sachen Spannung aufgebaut wird, wird insbesondere im Hinblick des fiktionalen Mordfalls eher plump aufgelöst, was auch zu einem gewissen Teil der doch dürftigen Schauspielleistung anzulasten ist. Somit knüpft der neueste Borowski nicht ganz an die starken Fälle aus der letzten Zeit an, die Kuriositäten sowie die nachvollziehbaren Schwierigkeiten beim kommissarischen Heranwagen an das heikle Barschel-Thema mit dessen politischer Sprengkraft machen das Ganze aber dennoch ganz reizvoll.

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SalocinRocknRolla

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Barschel-Verschwörungs-Theorien ausgegraben und mit Politikern mit homosexuellen Doppelleben, machtgeilen TV und Radio-Moderatorinnen und einem toten Roman-Autor und Borwoski der neue Techniken (Skype, ipad und Co entdeckt) gespickt. Schönes offene Ende. Ein Fest für Verschwörungstheoretiker. Schöner Tatort, der seine Ecken und Kanten hat, sich manchmal etwas zieht aber als Gesamtpaket sehr unterhaltsam ist.

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