Tatort: Der Weg ins Paradies
Tatort: Der Weg ins Paradies (2011), DE Laufzeit 90 Minuten, Kriminalfilm
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News zu Tatort: Der Weg ins Paradies
von Lars Becker, mit Mehmet Kurtulus und Ken Duken
Der neue Auftrag führt Cenk Batu mitten in islamistische Kreise: Batu soll in Hamburg eine terroristische Zelle infiltrieren, die – wie BKA und Geheimdienste bereits wissen – ein verheerendes Attentat in der Hansestadt planen. Zeitpunkt und Ziel des Anschlags sind jedoch nicht bekannt. Genau das soll Batu herausfinden, den geplanten Terrorschlag vereiteln und den Al Qaida-Kontakt der Gruppe ausfindig machen. Getarnt als radikaler Moslem, lernt Batu alias Taylan den intelligenten Chef der Zelle kennen, einen deutschen Konvertiten, Christian Marschall. Dieser ist extrem misstrauisch, doch es gelingt Batu, in den Kreis der Terroristen aufgenommen zu werden. Er hat jedoch nicht nur mit dem Misstrauen der Terroristen zu kämpfen. Das BKA unter der Führung von Hans-Peter Oswald hat die Kontrolle über die Mission übernommen. Selbst Cenks Chef Kohnau ist offensichtlich nicht in alle Details und Hintergründe der Operation eingeweiht …
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Cast & Crew
- Genre
- Kriminalfilm
- Zeit
- 2010er Jahre, Gegenwart
- Ort
- Hamburg
- Handlung
- Anschlag, Attentat, Dschihad, Geheimdienst, Geheime Mission, Infiltrierung, Islam, Mission, Misstrauen, Moschee, Moslem, Terror, Terrorismus, Terrorist
- Stimmung
- Ernst, Spannend
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Kommentare (8) — Film: Tatort: Der Weg ins Paradies
der cineast Thu, 12 Jul 2012 13:08:24 -0000
Kommentar löschenLars Becker - Immernoch mit der uninspirierteste Regisseur im deutschen Fernsehen - gelingt ein guter Film. Doch das liegt wohl weniger an ihm, sondern am starken Buch. Gespickt mit guten Situationen und Konflikten bleibt das Geschehen ohne Leerlauf. Die Schauspieler sind teilweise atemberaubend und erzeugen ein gut funktionierendes Ganzes. Wäre hier ein Regisseur am Werk gewesen, der nicht nur vom Blatt filmen würde, könnte es sich hierbei um eine Fernsehperle handeln. Dennoch, spannend ist's wie sau.
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Brentano Tue, 10 Jul 2012 11:54:35 -0000
Kommentar löschenHabe den Film sogar mal gesehen, grottenschlecht inszeniert so auf: "was Amerika kann, können wir in (Nord-) Deutschland (und besonders in Hamburch) "auch"
und so sieht es dann "auch" aus:
ein VERSUCH, ein HAUCH von Atmosphätre aber danach ist es dann gleich vorbei mit lustloser Gravitätik (die sie wahrscheinlich für "Inspiration" halten, hielten) würgen sie Zitate, Ideen, Dialoge herunter und spucken sie aus, tapsen wie jene immer öfter im trüben Brackwasser der Aussenalster und tun dabei so, als wäre es der Stanberger See im Hochsommer, '
oh weh,..
Schade um den sichtlich bemühten und auch begabten Hauptdarsteller, der so "verhunzt" wird, wurde.
(aber ja es ist halt nur: "Tatort", Kressin ist verstorben und Schimmi hängt auf einem Schiff rum, auf der Maas, etc.)
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RoosterCogburn Tue, 10 Jan 2012 20:05:54 -0000
Kommentar löschenEin brisantes Thema, ein stimmiges Drehbuch, Hochspannung bis zur letzten Minute, unglaublich präsente Schauspieler. Allein Ken Duken war in seinem Spiel diabolisch gut. Regisseur Lars Becker hat hier ganze Arbeit geleistet. - Wer will Til Schweiger als Ermittler? Mehmet Kurtulus soll bleiben, einer der coolsten Ermittler überhaupt. Der erste Undercoverbulle beim Tatort ist kaum richtig angekommen und hört nach sechs Fällen bereits auf. Ich bedaure es sehr, das nur noch ein "Batu-Tatort" auf uns wartet und dann heisst es "Adé".
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fabel Mon, 19 Dec 2011 16:36:56 -0000
Kommentar löschenEin Fernsehfilm-Orgasmus
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass sich ausgerechnet Mehmet Kurtulus als Cenk Batu mit dem Thema des religiösen Extremismus und dessen Wurzeln auseinandersetzen muss, so ist Kurtulus doch derjenige, der von den Deutschen mit großer Missachtung gestraft wurde, und das laut des NDR-Fernsehspielchefs Christian Granderath wegen dessen türkischer Herkunft.
Und jetzt ist es gerade seine Aufgabe, das gesamte Leben aufzugeben, um das Leben von uns Deutschen wieder ein Stück sicherer zu machen. Das größte Attentat seit Madrid 2004 sei in Hamburg geplant. Cenk Batu muss das verhindern. Zweifellos sein bislang schwerster Einsatz.
„Aber ich stehe nicht so auf Typen, die zwei Namen haben.“
Gloria, Cenks im Suff liebgewonnene Bekannte, trifft die Kernthematik dieses Kriminalfilms auf den Punkt. Natürlich geht es hier um die Auseinandersetzung mit dem Islam, in erster Linie jedoch ist „Der Weg ins Paradies“ der Höhepunkt unserer Suche nach Cenk Batu. In den neunzig Minuten kristallisiert sich nämlich deutlicher noch als in den Fällen zuvor heraus, dass es Cenk Batu als solchen gar nicht gibt. Mal ist er Mitglied im SEK, dann in der Flugzeugbau-Industrie beschäftigt und zuletzt Organhändler im Auftrag einer Balkan-Bande. Doch wer ist er, dieser Mensch hinter diesen verschiedenen Figuren, der sich immer wieder neu erfinden muss?
Schwierig ist das zu beantworten. Fakt ist, dass er eigentlich kaum er selbst ist, sondern meistens der, der er sein muss. Jemand, der in Rollen schlüpfen, sich und oftmals auch sein Äußeres komplett verändern muss. Im neusten Fall ist das allerdings noch ein wenig prekärer. Aus dem weltlichen Muslim soll jetzt ein radikaler Terrorist werden. Ein Kraftakt der ganz besonderen Sorte. Er muss seine persönlichen Werte ablegen, streng nach dem Koran leben, Frauen abschwören, das ganze Programm eben.
Aus Cenk Batu wird Taylan. Aus dem verdeckten Ermittler wird nun endgültig der große Unbekannte. Aus dem Tatort wird spätestens jetzt ganz großes Kino.
Bist du nichts, hier wirst du zu was
Krimi-Meister Lars Becker (Erschaffer der wunderbaren Nachtschicht-Reihe und nebenbei mein absoluter Lieblingsregisseur) schafft es, ein starkes Bild der Gruppe um den Anführer Al Malik zu zeichnen. Ohne jemals den an dieser Stelle erwarteten erhobenen Zeigefinger zu benutzen, erzählt er die Geschichten der drei Musketiere. Anführer Al Malik (intelligent, misstrauisch, beängstigend: Ken Duken) ist ein äußerst argwöhnischer Zeitgenosse, zuhause im bürgerlichen Elternhaus unerwünscht und ungeliebt, ein brandgefährlicher und zu allem bereiter Konvertit, der es genießt, den Status des Rädelsführers innezuhaben. „Du sollst nicht glauben, du sollst gehorchen!", faucht er Cenk/Taylan an, als der sich weigert, einen Hund zu erschießen. Dies beeindruckt Al Malik zwar, was ihn aber letztlich nicht davon abhält, ihm das Handy abzunehmen und seine Gloria durchzuhorchen, ob sie den vermeintlichen Taylan nicht irgendwo her kennt. Seine wohl beste Szene: das Lachen im Fahrstuhl gegen Ende. Da läuft es einem schon mal kalt den Rücken runter.
Mitglied zwei im Bunde ist ein pakistanischer Medizinstudent (nicht weniger überzeugend: Murali Perumal), der seine Eltern bei einem amerikanischen Angriff verlor. Auch seine prägendste Szene, in der er im Linienbus mit Bombe im Rucksack sitzt und eine Muslima (danke, Jenny!) fragt, wann sie aussteigt – Glaubensschwestern sollen nicht unbedingt zum Opfer werden -, ist eine für den Tatort fast schon zu eindrucksvolle.
Das dritte Mitglied ist ein Looser (auch gut: Tristan Seith), der im Islamismus sein Ventil zur Frustbewältigung seines verkommenen Lebens voller gescheiterter Ausbildungen und Vorstrafen sieht.
Drei verschiedene Charaktere, drei verschiedene Lebenswege – ein Ausweg. Jeder für sich genommen nachvollziehbar in seinen Motiven für die Mitgliedschaft in der Terrorzelle.
„Das, was ich hier lerne, hat nichts mit Spiritualität zu tun, geschweige denn mit dem Islam.”
Je länger die Spielzeit andauert, desto klarer wird, dass Becker hier nicht alle Muslime der Welt über einen Kamm scheren möchte. Er unterscheidet eindeutig zwischen den „normalen“ Gläubigen und der Gruppe, der auch unsere drei Terrorfreunde angehören, die den Glauben missbrauchen. Beispielhaft für die erste Gruppe steht der türkische Gemeindevorsteher – sagt man das so? -, der Al Malik und Gang kritisch beäugt. Eine notwendige wie treffende Spaltung. Ein klares Plädoyer für den Islam und gegen dessen extremistische Auslegung.
Meisterhafte Inszenierung, grandioses Storytelling
Der sensible Umgang mit diesem spannenden Thema beginnt rasant. Die an einen Kinofilm erinnernde Anfangssequenz, in der sich in Marokko ein Mitglied der Terrorzelle auf der Toilette im Hinterhof mit einer Granate selbst in die Luft sprengt, gehört – ja, ich weiß, man sollte vorsichtig sein mit Superlativen, aber hier ist’s einfach so – zu den besten Szenen, die es jemals in deutschen Krimiproduktionen am Sonntagabend zu sehen gab.
Becker hat’s einfach raus. Nicht nur zu Beginn haben die Macher weder Kosten noch Mühen gescheut. Im finalen Showdown überraschen nicht bloß die beiden schönen Twists, nein, sowohl Tempo als auch Spannung in der letzten halben Stunde sind kaum zu überbieten und in ihrer Intensität unglaublich Nerven zerfetzend. Da fliegt im Tatort auch mal etwas in die Luft – und sieht dabei auch noch gut aus. Eine Seltenheit.
Geschickt konstruiert ist ebenfalls der Aufbau des Filmes. In der ersten Stunde wird sich viel Zeit genommen, um in die Welt des Islamismus einzutauchen. Nach und nach kommt man dem großen Tag des Anschlags näher, nach und nach steigert sich die Rasanz des Gezeigten. Becker weiß, wie man mit einzelnen Szenen den Zuschauer fesseln kann, wie man die Spannung bis ins Unermessliche und darüber hinaus steigert. Immer wieder kommt so ein wenig mehr Spannung auf, die sich schlussendlich entlädt.
Dieser filmische Aspekt ist die Ouvertüre eines mehr als stimmigen Gesamtpaketes, welches den wohl besten Tatort seit „Weil sie böse sind“ darstellt und eines unmissverständlich klar macht:
Cenk Batu fehlt jetzt schon und Lars Becker ist die Nummer 1 des deutschen Fernsehfilmes – mehr denn je.
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Bandrix Mon, 19 Dec 2011 16:53:23 -0000
Antwort löschenKlingt, auch von der Thematik her, nach einem sehr interessanten Tatort. Den werde ich mir mal merken, bis er im Fernsehen mal wieder läuft. ;)
hoffman587 Mon, 19 Dec 2011 16:56:34 -0000
Antwort löschenGanz, ganz wunderbar. Jetzt bin ich zufrieden. :)
Sehr schön!;D
mitcharts Mon, 19 Dec 2011 17:08:40 -0000
Antwort löschen@Bandrix
Oder in der Mediathek schauen:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9047374
@fabel
Schöner Text, auch wenn mir selber der Tatort nicht wirklich gefallen hat.
slangbanger! Mon, 19 Dec 2011 17:11:53 -0000
Antwort löschenDa freu ich mich. Schön!
kronenhummer Mon, 19 Dec 2011 17:12:16 -0000
Antwort löschenKlasse geschrieben und fast völlige Zustimmung. Das war wirklich nen Top-Tatort.
Es ist doch immer wieder erstaunlich, dass der Tatort immer kurz vor Weihnachten scheinbar nochmal nen Highlight raushaut, letztes Jahr "Nie wieder frei sein", dieses Jahr den hier.
Ist Nachtschicht vergleichbar inszeniert? Dann führt wohl demnächst für mich kein Weg mehr daran vorbei...
der cineast Mon, 19 Dec 2011 17:36:25 -0000
Antwort löschenLars Becker ist mit Abstand der untalentierteste Fernsehkrimischaffende Regisseur Deutschlands. Einer der nie wirklich an die Substanz geht und immer will, aber dann ablockt, außerdem findet er nie interessante Bilder oder Motive. Genauso schlimm wie die unsägliche Nachtschichtreihe, sind seine Borowski Tatorte. Boring as hell.
fabel Mon, 19 Dec 2011 17:40:26 -0000
Antwort löschen@bandrix:
Wird es bei dir wohl nicht zum Lieblingsfilm schaffen, aber wenigstens gute Unterhaltung ist auch für dich drin - da bin ich mir sicher.;)
@hoffman:
Dankeschön, das freut mich.:D
@mitcharts:
Ich hab's gesehen an deiner Bewertung, aber "ganz gut" ist auch in Ordnung.;)
Auf jeden Fall dankeschön.:)
@slanganger:
Ich mich auch.:p
@kronenhummer:
Erst einmal dankesehr, und ja, dieses Phänomen ist mir auch mal aufgefallen; immer in dem Zeitraum Weihnachten/Jahreswechsel haben die solche starken Fälle im Programm. "Weil sie böse sind" z.B. lief am Neujahrstag (oder einen Tag später, sofern ich mich recht erinner), der von dir angesprochene auch zwischen den Feiertagen, mein ich. Aber 'ne kluge Programmplanung.;)
Und zum Thema "Nachtschicht":
Bin großer Fan davon, aber lass es mich mit den Worten des - wie ich finde - neben Christian Buß vom SPIEGEL besten deutschen Fernsehfilmkritikers, Rainer Tittelbach, sagen:
"Typisch Lars Becker: nicht immer bis ins letzte Detail logisch, aber hoch effektiv, gut erzählt, stimmungsvoll fotografiert, in einem klaren Rhythmus montiert, bestens besetzt und doppelbödig gespielt."
So ist die "Nachtschicht-Reihe" auch - und vor allem ziemlich lustig. Eigentlich immer Crimetainment/Crimedy - oder wie das auch immer heißen mag. Auf jeden Fall mal reinschauen, kann nicht schaden.;)
fabel Mon, 19 Dec 2011 17:44:41 -0000
Antwort löschen@jonny:
Auf dich habe ich gewartet.:p Aber das Thema hatten wir schon einmal.;) Und Schätzchen, wehe, du kommst mir gleich wieder mit dem ollen Graf um die Ecke, dann knallt's.::D
kronenhummer Mon, 19 Dec 2011 17:49:34 -0000
Antwort löschenWelche Borowski-Tatorte sind denn Becker zuzuschreiben? Dann muss ich die vielleicht auch noch vormerken ;)
Achja, Erinnerungen an den Münchener Polizeiruf...
fabel Mon, 19 Dec 2011 17:57:21 -0000
Antwort löschenhttp://www.moviepilot.de/movies/tatort-dschungelbrueder
Den kenn ich allerdings selbst auch noch nicht (ist auch kein Borowski); der zweite ist
http://www.moviepilot.de/movies/tatort-mann-ueber-bord
(ein Borowski-Tatort, und wie ich finde, ein gelungener)
Mehr hat Becker an Tatorten nicht aufzuweisen, so viel ich weiß.;)
Und was hast du gegen diesen Polizeiruf? Das war doch Kunst ...
kronenhummer Mon, 19 Dec 2011 18:02:03 -0000
Antwort löschenAchja, Kunst... ich vergaß...
fabel Mon, 19 Dec 2011 18:09:52 -0000
Antwort löschenEine Sternstunde des Fernsehens war das selbstverständlich...!
Na ja, lassen wir das.:D
filmschauer Mon, 19 Dec 2011 18:27:34 -0000
Antwort löschenDanke, fabel, ich habe den Text gerne gelesen. Besonders die Charakterisierung der unterschiedlichen Personen dieser Gruppe gefällt. Vielleicht sollte ich den von dir so hochgelobten "Weil sie böse sind" auch mal abarbeiten, der läuft ja passend bald (2.1.) wieder im TV.
fabel Mon, 19 Dec 2011 18:30:57 -0000
Antwort löschenFreut mich, zu hören.:)
Hätte auch mal wieder Lust da drauf, wo läuft der denn? ;)
Und ja, das ist schon fast Pflicht, der ist wirklich oberste Schublade, ist mein persönlicher Lieblingstatort, der nach nunmehr drei Malen auch immer noch nicht langweilig wurde.:)
der cineast Mon, 19 Dec 2011 18:34:41 -0000
Antwort löschenMann über Bord ist dann der Tiefpunkt.
Weil sie böse sind natürlich ein Meisterwerk.
filmschauer Mon, 19 Dec 2011 18:37:55 -0000
Antwort löschen@fabel: Um 20:15 Uhr im rbb.
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fabel Mon, 19 Dec 2011 18:46:22 -0000
Antwort löschen@cineast:
Nö.
Ja.
@filmschauer:
Danke.;)
Marie Krolock Mon, 19 Dec 2011 18:46:44 -0000
Antwort löschenWow, 10 Punkte! :) Der war aber auch wirklich gut.
kronenhummer Mon, 19 Dec 2011 16:36:24 -0000
Kommentar löschenCenk Batu ermittelt wieder Undercover. Dieses Mal in islamistischen Kreisen.
Unheimlich intensiv und spannend inszeniert Lars Becker hier die Thematik eines islamistisch begründeten Attentats. Ein schwieriges Thema, gespickt von Vorurteilen und Klischees und schon gefühlte tausend Mal aufgegriffen. Diesen bekannten Darstellungen kann sich auch „Der Weg ins Paradies“ nicht ganz freisprechen, doch über weite Teile wählt Becker sehr geschickte Mittel, um die Klischees nicht ausufern zu lassen. Ein Muslim, der nicht nur Muslim ist, sondern vor allem auch ein gutbürgerlicher Deutscher, einen nie urteilenden Einblick in die Welt der Muslime mit ihren vielen Glaubensinhalten, aber vor allem auch „gute“ Gegencharaktere innerhalb der Glaubensgemeinschaft zeigen nicht nur ein böses Ideal des Fundamentalismus auf, sondern viel mehr als das.
Zweifellos gelingt nicht alles, manchmal drängt sich schon sehr die Frage auf, ob das wirklich so umsetzbar wäre. Da schickt man Batu als „Taylan“ in diese Kreise. Dieser „große Bruder“, der außer Herkunft und Geschlecht nicht viel Ähnlichkeit mit ihm hat, was jedoch nicht weiter zum Tragen kommt. Da agieren manche Charaktere nicht gerade falldienlich, sondern vor allem der Selbstdarstellung willens. Vor allem der BKA-Mann Oswald sowie mit Abstrichen auch die Psychologin wirken nicht gerade förderlich für Batus schwierige Mission. Und wie Batu innerhalb minimaler Zeit die Entfernung zum Bus überbrücken konnte, entbehrt ohnehin jeder Logik.
Doch all das kann das Gesamtbild einer hochspannenden und großartig inszenierten Story, in der nicht nur der Fall, sondern auch die geschickt eingebundene persönliche Nebenhandlung überzeugen können, nur minimal trüben. „Der Weg ins Paradies“ ist einmal mehr ein Tatort, der sich erfreulich vom unspektakulären „Who-done-it“ abhebt. Im Vergleich zu vielen missglückten Versuchen in der Vergangenheit, ist die Modernisierung des Tatorts hier endlich mal gelungen. Kurz vor dem Jahresende hat Lars Becker so noch einmal ein Highlight der Sonntagabend-Unterhaltung geschaffen.
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Marie Krolock Mon, 19 Dec 2011 11:25:02 -0000
Kommentar löschenLange her, dass ich einen Tatort gesehen habe. Es hat sich gelohnt, wieder einmal einzuschalten. Spannend bis zum Schluss fesselt er mit großartigen Schauspielern und einer interessanten Geschichte.
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filmschauer Sun, 18 Dec 2011 22:31:04 -0000
Kommentar löschenVielleicht ist es ja doch nicht ganz so falsch, die Tatort-Bühne zu verlassen, wenn es am schönsten ist. Nun ist "Der Weg ins Paradies" noch nicht ganz der letzte Beitrag mit der Gegenwart des scheidenden Mehmet Kurtulus, aber Anhänger seines Schauspiels werden nicht umhin kommen, sich so langsam von einem der ungewöhnlichsten Ermittler trennen zu müssen. Erneut kann er überzeugen in einer diesmal zugegeben sehr brisanten Geschichte über islamistische Attentäter - und dann auch noch in Hamburg. Jedoch vermeidet Lars Beckers Film die Klischeefalle. Der gesellschaftspolitische Zeigefinger, der leider ansonsten bei ähnlichen Themen oftmals sehr plakativ unter die Nase gerieben wird, bleibt weitesgehend in der Tasche. Die Diskrepanz aus dem muslimischen Glauben und extremistischen Vergeltungsmaßnahmen wird in Person von Undercover-Polizist geschickt konzentriert und mit einem mitreißenden Plot verwoben. Kurtulus ist absolut imponierend in seiner schwierigen und niemals beneidenswerten Rolle. Auch seine vermeintlichen Mitstreiter wirken glaubhaft, besonders Ken Duken überrascht mit seiner Darstellung als fanatischer Anführer mit der Besonderheit seiner familiären Herkunft. Dies wird zwar an wenigen Stellen mal zum Thema gemacht, insgesamt gibt sich der Film aber weit weniger schwermütig als man vermuten würde. Einen grundsätzlichen Diskurs über Moral und Menschlichkeit ob der Taten wird man sicherlich nicht finden. Viel eher zeichnet sich "Der Weg ins Paradies" über seine Unkonventionalität im Rahmen eines Tatorts und seinem Vertrauen in eine funktionierende Dramaturgie aus. Denn eigentlich verlässt man hier die Pfade eines Krimis komplett und begibt sich in die Welt des Thrillers; einem Genre, was es viel zu selten in Deutschland zu sehen gibt. Durchgehend spannend mit starken Einzelszenen und einem letztendlich sehr guten Finale (Hui, CGI-Einsatz in einem Tatort!), was die eine oder andere Überraschung bereit hält. Chapeau an die Macher für diese sehenswerten 90 Minuten. Klar ist auch: Das zukünftige Erbe wird schwer sein für einen Til Schweiger.
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Oskar Gleit Sun, 18 Dec 2011 23:40:52 -0000
Antwort löschenAlso soviel Süßholzraspelei für einen derart schlechten und oberflächlichen Tatort. Na wenigstens hast Du bemerkt,das man keinen "echten" Bus in die Luft gejagt hat.... FAIL, dein Kommentar!!!!
fabel Mon, 19 Dec 2011 13:17:31 -0000
Antwort löschenStimme weitgehend mit dir überein, nur " besonders Ken Duken überrascht" finde ich unangemessen - Duken überzeugt immer.:p
Einer der besten jungen deutschen Darsteller.;)
filmschauer Mon, 19 Dec 2011 14:17:29 -0000
Antwort löschen@fabel: Das "überrascht" bezog sich eher darauf, dass dieser Charakter trotzdem dieser sehr schwierig zu spielen ist so gut ausgefüllt wird als dass Duken endlich mal eine gescheite Rolle für sich erwischt. War für mich im Vorhinein einer der Knackpunkte, ob diese Geschichte funktionieren würde.
fabel Mon, 19 Dec 2011 15:05:18 -0000
Antwort löschenNa gut, dann habe ich das falsch verstanden, weil eigentlich ist der Duken wirklich ein Guter; hätte mich auch gewundert, wenn du das anders gesehen hättest.;)
Ps:
Kommentar gibt's später, bin gerade dabei.;)
_Garfield Mon, 19 Dec 2011 16:11:49 -0000
Antwort löschenSehr guter Kommentar, nur leider fand ich den Film trotzdem schrecklich. :)
filmschauer Mon, 19 Dec 2011 18:11:32 -0000
Antwort löschen@Garfield: Das ist natürlich schade, aber danke für's Lob.
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RoosterCogburn Tue, 10 Jan 2012 20:09:39 -0000
Antwort löschenIch werde mir aus Neugier den Schweiger ansehen. Als alter Tatort-Hase selbstverständlich. Aber richtig zuversichtlich bin ich nicht.
filmschauer Wed, 11 Jan 2012 18:08:51 -0000
Antwort löschen@RoosterCogburn: Ja, die Chance verdient er. Solange er nicht auch noch die Episoden selbst inszeniert. ;)
Oskar Gleit Sun, 18 Dec 2011 20:59:09 -0000
Kommentar löschenMehmet Kurtulus als Cenk Batu. In dieser Folge soll er eine Hamburger Terrorzelle infiltrieren und das größte Attentat seit Madrid verhindern. Hierbei werden eigentlich alle bekannten Klischees ausgereizt, was der Glaubwürdigkeit dieses Films bitter zu spüren bekommt. Die Akteure sind toll, doch dieser Film leider ein "Islamististisch motiviertes Attentat" von vielen. Schade !!!
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