Tatort: Hilflos

Tatort: Hilflos (2010), DE
Laufzeit 88 Minuten, Kriminalfilm, Drama

- Kritiker
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4.2 Community
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2 Kommentare

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von Hannu Salonen, mit Maximilian Brückner und Gregor Weber

David, ein Gesamtschüler, wird in einem alten Saarbrücker Parkhaus tot aufgefunden. Seine Verletzungen deuten auf ein Gewaltverbrechen hin. Da die Mutter des Jungen den Kriminalhauptkommissaren Kappl und Deininger bei ihren Ermittlungen nicht helfen kann, befragen diese die Klasse des Jungen. Doch den Mitschülern scheint die Tatsache, dass einer von ihnen auf brutale Weise ums Leben kam, gleichgültig zu sein. David war “keiner von ihnen”. Er und sein bester Freund Tobias waren Außenseiter, die von der Klasse regelmäßig gedemütigt wurden. Doch auch Tobias ist bei der Aufklärung des Falles für die Hauptkommissare keine Hilfe. Er erweckt zugleich Mitleid und Misstrauen und er schweigt.


Cast & Crew


Kommentare (2) — Film: Tatort: Hilflos

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rkuehne

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Bewertung5.5Geht so

Ich bin ein wenig hin und hergerissen, wie ich diese Saarbrücker Episode nun werten soll. Zum einen war er wahrlich recht zäh, aber war dies eben auch Mittel um Tiefe zu erreichen, was durchaus gelungen ist, denn nach dem Abspann musste ich schon ein bischen grübeln.. es bleibt was, nicht einfach weiterzappen und vergessen.

Aber zum anderen waren auch viele Dinge anstrengend. Das blöde Good-Cop-Bad-Cop spiel, was Kappl und Deininger bis zum Erbrechen durchexerzierten, das genuschel, wenn auch dramatisch bedingt, des Hauptdarstellers, was dazu führte, dass man schlicht oft nichts verstand und nur vermuten konnte.

Dennoch, irgendwie eine gute, ernste, Umsetzung eines Themas, was im kleinen alltäglich ist (im großen vielleicht auch) und sicher nicht vergessen werden sollte.

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Darbon

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Bewertung3.0Schwach

Unter Schülern wird gegen Mobbing aufbegehrt, mit Gewalt. Dass Grauskamkeiten an Schulen nicht erst seit gestern Normalität sind, ist erschütternd. "Tatort: Hilflos" empört sich nicht und langweilt in seiner kalten Ästhetik; er ist durchweg betroffen, als befänden wir uns in einer bigotten Spätausgabe von "brisant" ("Wir müssen mit einer traurigen Nachricht beginnen..."). Speckige Haare, unreine Haut, Genuschel und Mundgeruch der festen Zahnspange wegen: Klar, dass so ein Außenseiter, übrigens ganz fein gespielt von Sergej Moya, von allen gemobbt wird. Als seien diese Klischee-Zutaten nicht ausreichend, verpassen die Autoren dem jungen Mann in seinem schwarzen Mantel obendrein noch eine Diddlmaus-Brotdose als Accessoire! Und in die wird hineingekackt. Von einem der vielen Täter, die natürlich nicht befragt werden von einem Ermittlerduo, das sich thesenhaft zankt. Und die Mutter des Haupttäters sieht in ihrem kalten, weißen Haus aus wie ein Einrichtungsgegenstand in einem Beerdigungsinstitut; das ist prätentiös und nicht subtil.

Dass dieser "Tatort" auf die jugendlichen Grausamkeiten keine Antworten gibt, ist durchaus löblich, denn es gibt keine. Doch die banale Grundidee, dass sich ein Opfer zum Täter wandelt und darüber erneut zur Opferrolle zurückschlurft, wird auf 90 Minuten voller Überflüssigkeiten und Heucheleien zerdehnt, in deren letztem Drittel die Tat dreimal von Zeugen des Dramas erzählt wird. Doch wir sind hier nicht bei der Erzählstruktur von Kurosawas "Rashomon" oder Truffauts "Liebe auf der Flucht", wo ein Flashback immer eine Lüge sein kann. Hier werden aus reiner Sendeplatzausnutzung nach 70 Minuten und der Entlarvung des Täters Erklärungen nachgereicht und öde wiederholt: vom Täter, von einem Mobiltelefon-Video, das ein verstörter Zeuge im Machtrausch gedreht hat und im mehr transusig gestelzten denn nüchternen Protokoll des Polizisten Kappl. Dieser ist hier so unsensibel gezeichnet, dass seine Figur nur widerwärtig erscheint bis zur seit Filmbeginn als off-Bericht behaupteten und deshalb lächerlichen Läuterung. Das ist dann auch mehr quälend dröge und einfältig denn erschütternd und karg.

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