Tatort: Nie wieder frei sein

Tatort: Nie wieder frei sein (2010), DE
Laufzeit 89 Minuten, Kriminalfilm

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- Kritiker
1 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.7 Community
152 Bewertungen
37 Kommentare
Tatort: Nie wieder frei sein - Bild 5738253
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von Christian Zübert, mit Miroslaw Nemec und Miroslav Nemec

Motorengeräusche eines Lieferwagens durchdringen die Stille. Der Mond verschwindet hinter den kahlen Ästen vorbeiziehender Bäume. Der Wagen hält, eine schemenhafte Gestalt entsorgt den leblosen Körper einer jungen Frau. Wenige Monate später: Der unscheinbare Markus Rapp steht wegen Mordes an Bettina Krüger sowie Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Die junge Melanie Bauer, sein jüngstes Opfer, hat überlebt und sitzt als Nebenklägerin, zusammen mit Bettinas Schwester Sandra Krüger, im Gerichtssaal. Die Münchner Hauptkommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic machen ihre Aussagen. Sie haben Beweise gesammelt, Indizien zusammengetragen und Markus Rapp nach einer spektakulären Aktion in einem Bordell dingfest gemacht. Der Druck für Melanie Bauer durch die kühlen Fragen der Verteidigerin Regina Zimmer wird riesengroß. Sie versagt, als Zimmer sie auffordert, die Stimmidentifizierung des Täters zu wiederholen. Die Rechtsanwältin führt ihren ersten Prozess als Pflichtverteidigerin. Mit ihrer Taktik stellt sie auch die erfahrenen Münchner Kommissare des Öfteren kalt. Nach jedem Prozesstag füllt sich der Gerichtssaal mit immer mehr Neugierigen. Doch mit dem, was dann kommt, hat keiner der Beteiligten gerechnet: Der Angeklagte Rapp wird freigesprochen und auf freien Fuß gesetzt. Melanie Bauer ist mit ihrer Kraft am Ende. Die Beziehung zu ihrem Verlobten Peter Sammauer ist zerbrochen. Familie Bauer hat den Glauben an Recht und Gerechtigkeit verloren. Rapp kann bei seinem Vater unterkommen, er triumphiert vor den Augen der ohnmächtigen Polizei. Schon in derselben Nacht taucht Rapp bei Melanie auf. Wütende Nachbarn versuchen, dem Mörder mit allen Mitteln das Leben zur Hölle zu machen. Franz Leitmayr und Ivo Batic stehen wieder am Anfang einer Ermittlungskette, die Markus Rapp endgültig festsetzen soll. Gibt es eine Chance für das Opfer Melanie Bauer, nach all dem Leid wieder Frieden zu finden?


Cast & Crew


Kommentare (37) — Film: Tatort: Nie wieder frei sein

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acefromspace93

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einer der besten Tatorte die ich je gesehen habe!

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Hauptdarsteller

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Ging mir auch so! Tatortkost auf höchstem Niveau.


KlausTrophobie2011

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Qui!


Oskar Gleit

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich kann mit diesem Thema nicht viel anfangen, zumal bei Sexualdelikten stets etliche Faktoren eine Rolle spielen und letztlich zwischen Schuld und Unschuld unterscheiden. Jedoch zeigt diese "TATORT"- Folge, wie schnell man sich in irgendwelche vermeintlichen Täter- Opferrollen wiederfinden kann. Und das Enthusiasmus und Empathie schnell zu Fehleinschätzungen führen können. Unterm Strich war diese Folge lediglich ein müder Abklatsch auf Bildzeitung- Niveau, trotz einer guten Idee und teils guter Schauspieler.

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SalocinRocknRolla

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Bewertung5.0Geht so

Ich weiß nicht warum mir die bayrischen Tatorte nie so zusagen wie die Anderen...

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fabel

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Wundert mich etwas, kommt ja recht selten vor.;)


wailer-greg

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein spannender Tatort des Bayerischen Rundfunks mit dem Ermittler-Duo Batic und Leitmayr. Die Auszeichnungen mit dem Grimme-Preis sowie dem deutschen FernsehKrimi-Preis sprechen für sich.
Außerordentlich gut hat mir die Leistung von Lisa Wagner als (äußerlich) kühle Rechtsanwältin gefallen - muss man gesehen haben. (Zu hören ist sie außerdem in "Die Abschaffung der Arten", dem Hörspiel nach Dietmar Daths gleichnamigen Roman).
Also: Tatort-Fans und solche die es werden wollen - "Nie wieder frei sein" kann nicht schaden!

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TiH

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sicherlich einer der besseren wenn nicht sogar besten Tatort Filme die es gibt. Allerdings kann ich den MEGA-HYPE auch nicht so ganz nachvollziehen. Den Twist am Ende sollte meiner Meinung nach jeder Krimi haben. Das das Thema sehr fesselnd war und vor allem durch die Charaktere eigentlich alle Perspektiven zu dem Thema aufgetan wurden steht außer Diskussion und finde ich auch bemerkenswert.
Am Ende bleibt ein sehr guter Krimi, nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht sehe ich das aber auch nur deshalb so nüchtern, weil ich nicht zu denen gehöre, die sich Sonntag für Sonntag Tatort um Tatort reinziehen, weil das ja gerade angesagt ist...
Wären alle oder wenigstens überwiegend viele Tatort auf diesem Niveau, hätte mich der Tatort als treuen Fan vielleicht zurückgewonnen.

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Blonder

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Bewertung9.0Herausragend

Wie oft liest man in der Presse, dass ein mutmaßlicher Vergewaltiger freigesprochen oder trotz Wiederholungsgefahr auf Bewährung frei kommt. Da denkt man doch unweigerlich an die Opfer und deren Angehörige, denen praktisch der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Als nächstes fragt man sich warum es solche Anwälte gibt, die diese Typen frei boxen, haben die überhaupt ein Gewissen. Genau diese Themen bekommt der Tatort Fan in diesem genialen Krimi serviert.

Während die meisten Tatorte mit einem Mord beginnen, fängt dieser mit einem Prozess an. Der Zuschauer wird Zeuge von der Aussage des Opfers, der Kommissare und anderen Beteiligten. Aber jeder Zeuge wird von der Anwältin des Täters schachmatt gesetzt. Was schließlich in einem Freispruch mündet. Daraufhin versuchen natürlich die Münchner Kommissare neue Beweise für die Schuld des Täters zu finden. Dann ist plötzlich das letzte Opfer spurlos verschwunden.

Der Krimi wird sehr spannend und mit einigen überraschenden Wendungen erzählt. Meistens kommt man ja schon ziemlich früh auf den Täter. Aber hier kommen ständig neue Details zu Tage, die den Zuschauer bis zum Ende im Dunkeln tappen lassen.
Authentisch, brisant, wütend, spannend und nachdenklich, das alles ist dieser von Meisterhand inszenierte Krimi.
Gehört definitiv zu den besten Folgen aller Zeiten die die Krimi Reihe je hervorgebracht hat.

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gordon.shumway

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Bewertung9.0Herausragend

Einer der besten des Jahres 2010. Wenn man diesen mit dem Vorgänger (Mord im Schokobad oder so ähnlich) vergleicht fällt es schwer, eine prozentuale Steigerung zu beschreiben.

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fabel

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Der hieß "Unsterblich Schön". ;)


fabel

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Bewertung9.5Herausragend

Wie stellt ihr euch einen Vergewaltiger vor, der im Jahre 2010 seine Blütezeit erlebt?
Richtig - er trägt eine Brille, sein Aussehen macht ihn nicht gerade sympathisch, er lebt in zerrütteten Verhältnissen und begutachtet seine vermeintlichen Opfer auch gerne mal vom Fenster aus. „Klopf, klopf – der Vergewaltiger ist da.“ Wie oft gibt’s das nur? Tagtäglich. Die nichts ahnenden Angehörigen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Oben drein scheint die Tiefgarage auch der Ort zu sein, an welchem am häufigsten Personen
überfallen werden. In diesem Fall die gedanklich gespaltene Pflichtverteidigerin.

Was in den ersten Zeilen hier anmutet in eine große Klischeeparade auszuarten, ist in Wahrheit nur ein ganz kleiner Bestandteil eines Stück ganz großem Sonntagabendkrimi. Das Buch von Dinah Marte Golch behandelt große Themen wie Schuld, Unschuld, Gerechtigkeit und Gesetzmäßigkeit oder auch Recht genannt. Es definiert die Begriffe nicht neu, es entzieht sich zum Glück jedweder Stellungnahme zum Thema Vergewaltigung. Es durchleuchtet alle möglichen Perspektiven. Es hinterfragt Opfer wie Täter gleichzeitig. Es stellt keinen an den Pranger, gibt jedem eine Chance, bleibt fair, nicht mahnend und bleibt dabei auf dem Teppich, um gleichzeitig noch zu etwas ganz großem heranzuwachsen. Es fragt sich, ob es so etwas wie Unschuld überhaupt gibt? Wenn ja, ist diese überhaupt rechtens? Wo beginnt überhaupt Schuld und wo Gerechtigkeit? Eine große Themenauswahl bedarf auch einer großen Umsetzung und diese ist Zübert zweifellos gelungen.
Der Regisseur erschafft zwar nicht die 20 glaubwürdigsten Minuten des Tatorts für alle Zeiten, aber er erschafft die intensivsten eines Tatorts der letzten Jahre. Ich will sogar behaupten die intensivsten an einem Sonntagabend im Ersten, an die ich mich erinnern kann. Die Szenen im Gericht gleich zu Beginn lassen einen nicht mehr los, man sinkt gefesselt zusammen und blickt gebannt, fast wie in Trance auf den Bildschirm. So etwas im Tatort?- Unglaublich.
Zwar kann der Regisseur diese Intensität nicht die volle Spieldauer über halten, aber das wäre auch zu viel verlangt.Dennoch bleibt die größte Spannung erhalten. Angeführt von den mal wieder brillierenden Nemec und Wachtveitl als Hauptkommissare, setzt das Ensemble dem schon tief greifenden Rest die Krone auf. Dabei kommt einmal mehr zu Tage, dass es nicht immer nur Martin Brambachs sein müssen, die den Tatort überzeugen lassen. Es sind die unbekannteren Darsteller, wie z.B. Milan Peschel am Anfang des Jahres in „Weil sie böse sind“ , die ebenso genial aufspielen können. Wer von euch hätte eine Lisa Wagner oder einen Shenja Lacher, vorher gekannt? Ich mit Sicherheit nicht, und ich habe schon viele Fernsehfilme in Deutschland gesehen. Beide überzeugen mit ihrer Mimik und Ausdruckskraft. Aber sie sind auch nur Teil eines überragenden Casts. Beide sind jedenfalls so gut, dass sie sich für mehr Einsätze empfehlen. Wenn sich dann noch die Elite in Person von Tilo Prückner meldet, dann ist einem nahezu perfektem Tatortvergnügen kein Stein mehr in den Weg gelegt.
So unkonventionell das Ganze beginnt, so konventionell endet es. Am Ende gibt’s noch reichlich „Who has done it?“-Faktor für die Fans des „normalen“ Tatortes. Auch hier sind genug Motive, Verdächtige und mögliche Lösungen vorhanden. Für Spannung ist somit auch im letzten Drittel gesorgt.

Was will man mehr?- Mehr geht fast nicht. Ein für den Tatort fast schon zu intelligentes Drehbuch, eine mehr als nur gelungene Umsetzung mit einem fast schon unfassbaren hohem Spannungsgrad, eine ganz starke darstellerische Leistung, jederzeit stimmige Musik und eine Lösung, die uns nochmals anregt zum Nachdenken. Bedrückend, erschütternd, hinterfragend, mitreißend, packend und doch hin und wieder humorig. (Ich erinnere da mal an die unfreiwillige Speichelabgabe ...)

Ein Tatort in Höchstform. Ein Tatort ganz groß. Ein Tatort für jedermann.

Richtig klasse!

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emily

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Bewertung9.0Herausragend

Nachdem mich die letzten Tatorte teilweise enttäuscht haben, hat mich dieser total vom Hocker gehauen - der spannendste Tatort den ich je gesehen habe und ich bin seit ca. 5 Jahren fleißige Tatort-Guckerin :-) Beide Daumen hoch - bitte mehr davon!

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Red2.0

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Bewertung9.0Herausragend

absolute Oberklasse

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krimi-mami

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Bewertung9.0Herausragend

Das war mal wieder ein Tatort, der hoffen lässt!!! Ein Tatort, der meiner Meinung nach insgesamt absolut hervorragend war. Die beklemmende Eingangssequenz ließ mich fast glauben, ich wäre im falschen Programm gelandet. Dann die Gerichtsverhandlung, geprägt von Mitgefühl für das Opfer und Wut über die Kaltschnäuzigkeit der Rechtsanwältin. In den weiteren Szenen ein Wechselbad der Gefühle von Beklemmung, Spannung, Hilflosigkeit, Mitleid,... alles dabei. Großes Lob an Darsteller, Regie und Drehbuchautor. Die weiteren Details hat tfan ja schon in hervorragender Weise beschrieben. Ich kann mich dem nur anschließen. Da stimmte fast alles, bis auf kleinere Schwachpunkte. Und welcher Film hat die denn nicht?

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derblonde

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Bewertung9.0Herausragend

Hier kocht die Wut hoch. Super Tatort, der alle Seiten ausleuchtet und dieses Thema sehr sensibel angeht. Dank an die Fernsehzeitung für die Empfehlung.

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Portos

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Guter Tatort, spannende Handlung, aber dennoch störend:

- das dargestellte Gerichtsverfahren würde so in Deutschland niermals stattfinden (vielleicht eher in den USA), der Dehbuchautor hatte wohl geringe Kenntnisse der StPO.

- Nemec würde so djangohaft wohl keinen Tag im Polizeidienst überleben.

Abgesehen davon aber doch unterhaltend und spannend.

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Serena Ewert

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vorgemerkt

war diesmal wirklich wieder spannend!

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Unruherentner

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Ich bin kein Krimi-Fan, aber dieser Tatort war extra Klasse

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hwerner

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Bewertung9.0Herausragend

Einer der besten "Tatort", den ich je gesehen habe

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ropf

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Bewertung7.5Sehenswert

So stelle ich mir einen Tatort vor !
Viel Spaannung und Unterhaltung !
Weiter so !

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OLDMAN

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Bewertung10.0Herausragend

Ausnehmend gutes Werk. Sehr wohltuend war die unaufdringliche Begleit- bezw. Hintergrundmusik die uns bei vielen anderen Filmen zum Abschalten zwingt. Das Komissar-Team ist ausserdem sehr sympatisch.

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tfan

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Bewertung9.5Herausragend

So neu wie angekündigt war die Idee, den Krimi mit einer Gerichtsverhandlung beginnen zu lassen , nicht. Aber das spielt auch keine Rolle, denn worauf es ankommt, ist, was Buch, Regie und Darsteller aus dem Thema machen. Und hier haben sie es richtig gut gemacht.

Die Eingangsszene: das Finale einer schrecklichen Sexualstraftat. Die ruhige Kamerahandling, das überlegte Handeln des Täters, sein leidenschaftsloses Umgehen mit dem Opfer, dann der Schock - das nackt im Dreck und Regen liegende Opfer bewegt sich. Von Anfang an wird klar: Dieser Tatort wird einer von der ernsteren, düsteren Sorte. Das heißt, einer ohne Humor. Humor kann im Tatort unterschiedlich auftauchen: Krachend, schenkelklopfend wie bei Münster, nett und schlicht wie in Wilhelmshafen, fein und schwarz wie in Kiel. Und es kann auch mal verzichtet werden, wenn die Story es erfordert. Gestern erforderte sie es.

Der offensichtliche Täter wird wegen eines Verfahrensfehlers (die übliche fehlende richterliche Anordnung) freigesprochen, Staatsanwälte, Polizei, Opfer und Öffentlichkeit sind entsetzt. Das Feindbild ist auch klar, es ist die gewiefte Anwältin, von der man sich wünschen würde, sie wäre nicht so gut. Soll sie ihn doch verteidigen, aber muss sie das auch noch so engagiert machen, wie sie es geschworen hat?

Was jetzt folgt, ist ein Nervenkrimi vom Feinsten. Zuerst der Versuch, ein Wiederaufnahmeverfahren zu erreichen, was hier etwas einfacher dargestellt wurde, als es in Deutschland real möglich ist. Wenn der Täter nicht wegen der Tat dranzukriegen ist, dann wegen Stalking. Wer wird schon wirklich darüber jammern, wenn dem Kerl dabei – von wem auch immer - mal das Maul poliert wird. „Als Polizist muss man auch mal Regeln brechen“, wusste schon ein Gendarm im „Versprechen“ von Friedrich Dürrenmatt – was prompt zum Tod eines Unschuldigen führte. Deshalb führen Batic und Leitmayr auch die zu erwartenden Grundsatzgespräche, aber doch nie so salbungsvoll oder moralinsauer, wie das in den alten DDR-Polizeirufen geschah. Sie folgen nur ihren in langen Tatort-Jahren aufgebauten Charakteren.

Während der verzweifelten Versuche, doch noch etwas zu erreichen, verschwindet das überlebende Opfer. Hat der Vergewaltiger sie entführt? Der geübte Krimiseher ahnt, dass es so einfach nicht sein kann. Und richtig: Der Vergewaltiger wird selbst ermordet, und es stellt sich posthum noch seine Unschuld am Verschwinden der jungen Frau heraus. Mit dem ehemaligen Freund und den Eltern der Verschwundenen, der Schwester eines früheren Opfers, aber auch mit dem Vater des Vergewaltigers sind nun reichlich Verdächtige für diesen aktuellen Mord vorhanden. Und die Verschwundene muss auch noch gefunden werden – vielleicht ist sogar sie die Täterin?

Und so wandeln sich die Ermittlungen – statt einen freigesprochenen Vergewaltiger doch noch zu überführen, muss der Mord an ihm nun aufgeklärt werden. Der Täter (und das ist am Ende definitiv klar) ist zum Ofer geworden – und ein Opfer zum Täter?

Erst gegen Ende lösen sich die Knoten, ohne dass der Fall je unübersichtlich geworden wäre: Die Frau ist tatsächlich von allein verschwunden, keine Entführung. Und fast alle Verdächtigen geben bereitwillig, wenn auch einmal ohne Wattestäbchen auf den Mantelkragen des Kommissars, ihre DNA-Probe. Dem trainierten Zuschauer kann‘s egal sein, denn er ahnt bereits, wer‘s war.

Dass sich die selbsternannte Bürgerwehr die Anwältin für einen brutalen Selbszjustizakt aussucht, das nimmt man noch hin. Aber dasss die von ihr später beklagten Messerstiche auch von dieser Prügelaktion sind, glaubt der Zuschauer ihr nicht, und wer so offensichtlich lügt, der war‘s am Ende selbst. Eine Anwältin, die ihren Job so gut macht, dass sie sich dafür schämt und ihren Mandanten schließlich selbst umbringt – das ohne Schmalz und Heroismus herüberzubringen ist eine Meisterleistung. Auch die verzweifelten Versuche, sich dann freizusprechen, auf Notwehr (eigentlich Nothilfe, aber egal, sind wir mal nicht kleinlich) zu plädieren, den Polizisten überhaupt einen Deal vorzuschlagen – das zeigt die verständliche menschliche Schwäche, aber auch das ganze Dilemma, dass das Drehbuch diesem Charakter zumutet.

Das dienstälteste Tatort-Ermittlerteam hat es mal wieder allen gezeigt: So macht man einen gelungenen Tatort.

Und wenn nun zu Weihnachten auch noch der erste Tatort, für den Mankell das Script geschriebene hat, seine Erwartungen erfüllt, dann kann man das Tatortjahr wenigstens zufrieden abschließen.

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Oceanic6

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Coole Sache, merci für die schnelle Antwort! :)


fabel

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So. Ich habs hinter mich gebracht und kann dir zustimmen.
Hatte zwar ein paar Klischees inbegriffen und zwischendrin ein paar kleiner Schwächen wie das passende aber gleichzeitig auch komische Ende, aber ansonsten ein riesen Ding.
Die Verhandlung im Gericht, die Darsteller, der Fall, das Thema....wenn du nicht schon soviel und gleichzeitig soviel richtiges geschrieben hättest, hätte ich jetzt auch einen Kommentar verfasst.
Kein Lieblingstatort- aber ein großer, undzwar ein gaaaaaaaanz großer Tatort.
Die Müncher (fast) in Bestform.


plauschi

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Fing gut an, Grundidee ganz gut, aber im weiteren Verlauf sehr unrealistisch, verworren und das Anprandern von radikalen Klischees war zu simpel und zu durchsichtig nach Lob heischend!

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