Viel zu oft auf seine finale Gewaltexplosion reduziert, und durch mannigfaltige problematische Epigonen verunglimpft, bleibt Scorseses TAXI DRIVER auch nach über dreissig Jahren nicht nur Begründer eines neuen Subgenres, sondern gleichzeitig auch der bis dato beste Film aus eben diesem.
Es ist nicht so sehr die Radikalität des Erzählten, die TAXI DRIVER zu einer langen Nachwirkung verhilft, sondern die unerschütterliche Stringenz, mit der Scorsese und sein Hauptdarsteller ihr Psychogramm vortragen: Zu keiner Zeit verschreibt sich ihr Film den Konventionen oder Wünschen nach einer gewohnten Dramaturgie; sieht man vom Klimax gegen Ende ab, funktioniert TAXI DRIVER eher als statische Momentaufnahme seines desillusionierten Antihelden, denn als klassisches Erzählkino.
Dem zweifellos größten Seltenheitswert kommt dabei die Tatsache zu, dass Scorseses Figuren - allen voran der absolut beeindruckende deNiro - ambivalent erscheinen, jedoch zu keiner Zeit eine Verklärung oder Mythologisierung ihrer Handlungen stattfindet: Rache stellt sich in TAXI DRIVER niemals als eine wirkliche Alternative dar; sein Protagonist ist anders als in neueren Genrewerken kein edler Robin Hood der Moral, sondern ein von antisozialen und selbstzerstörerischen Trieben geleiteter Mann, dessen scheinbare Legitimation seiner Taten durch eine problembehaftete Gesellschaft nur in seinem Mikrokosmos funktioniert, sich dem Zuschauer aber als pure Selbstgerechtigkeit offenbart.
Entlarvender kann solches Kino nicht sein.
Dann führe ich wieder meinen angeblichen Kampf gegen die angeblichen Meisterwerke dieser Welt, der mir ja immer mal wieder unterstellt wird - im Moment bin ich ja noch total weihnachtlich auf Liebe und Frieden aus :)
[...]„Taxi Driver“ und seiner Bedeutung für das Medium Film, seiner Schwere und seiner Dimension, der Radikalität seines Charakterportraits kommt man mit hohlen Phrasen à la großartige Kameraarbeit, toller Soundtrack und überragendes Schauspiel nicht wirklich nah, auch wenn all dies natürlich vorhanden ist und zur Qualität des Films beiträgt. Weit darüberhinaus reichen aber beispielsweise die vielen Szenen, in denen „Taxi Driver“ die Auseinandersetzung mit Standpunkten provoziert: Travis Bickle erhebt Anklage gegen die offensichtlichen Missstände, gegen Gewalt und Prostitution, aber er ist auch ein Rassist, ein Ausländer-, ein Homosexuellen-, ein Minderheitenhasser, seine krakelige Handschrift und politische Ahnungslosigkeit untermauern seinen Mangel an Bildung, aus einem persönlichen Empfinden heraus leitet er das Recht ab, sich über das und jene zu stellen, die er hasst und ist selbst doch nur ein an den Rand gedrängtes Teilchen vom selben. Doch dieser Mann wird am Ende als Held gefeiert und auch wenn sich der Epilog des Films auf vielfache Weise deuten lässt, so bleiben doch die Fragen stehen: aus welcher Sicht ergibt es sich, dass jemand zum Helden oder Verbrecher, zum Helden oder Mörder, zum Helden oder Verrückten erklärt wird? Und was für eine Welt ist es, in der der Unterschied nur anhand derer ausgemacht wird, in deren Körpern die Kugeln am Ende stecken? Ist das eine Welt, in der jemand wie Travis Bickle nun ein Extrem ist? Oder ist er die Mitte, deren Taten von Außen dem einen oder anderen Extrem zugeordnet werden? »Hey, I'm not square, you're the one that's square.« Damit könnte er wohl Recht haben…[...]
Einer der Filme, durch die Martin Scorsese zu einem Meister seines Faches geworden ist. “Taxi Driver” gewann mehrere Preise und gilt heute als einer der wichtigsten amerikanischen Filme. Die Thematik, damals wie heute hoch brisant und aktuell. Der Film wurde 4 mal für den Oscar nominiert, “Bester Hauptdarsteller”, “Beste Nebendarstellerin”, “Bester Orignal Soundtrack” und “Bester” Film. Leider hat er keinen einzigen gewonnen. Doch bleibt der Film für viele ein zeitloser Klassiker, ein Kultfilm und einer ihrer Lieblingsfilme.
Hier hätte meines Erachtens Martin Scorsese den Oscar bekommen müssen und nicht erst dreißig Jahre später, besonders weil in jenem Jahr ausgerechnet "Rocky" so kräftig abgesahnt hat...
Der Film ist ein Dokument der Post-Vietnam- und Post-Hippie-Ära, mit seinem Irokesen rasiert sich De Niro sogar zum Punk, aber als Ausdruck von gesellschaftlicher Entfremdung und selbst gebasteltem Fanatismus wächst seine Aktualität mit jedem Tag. Wer "Taxi Driver" jetzt zum ersten Mal sieht, tut es nicht zum letzten Mal.
Weil trotzdem die Gefahr besteht, enttäuscht zu werden (auch wenn ich das ich dem Fall für sehr unwahrscheinlich halte). Oft schaue ich mir lieber einen Film erst im TV an, um zu sehen, ob er mir gefällt. Wenn ich hinterher das Bedürfnis habe, den Film noch öfter sehen zu müssen, kaufe ich ihn mir. Manchmal tue ichs aber auch im Affekt.
"Die macht deine Nudel so hart,dass du glaubst du explodierst"
Ist nur eines der vielen genau durchdachten Filmzitate von Martin Scorscherie .
Martin Scorscherie hat hier ein Masterpeace geschaffen welches
komischerweise sehr gut unterhält
ROFL, wer bist du denn? Ich hoffe auch mal auf die Wertung zu kommen, ne 8 gab's schon und durchs viele Soundtrack hören in Gedanken so ne 9, aber den Regisseur, Masterpiece (wenn man nicht viel passender und weniger Gangster Meisterwerk schreiben sollte) und das Zitat, ähm, ich glaube da gäbe es wesentlich bessere die den Film treffender beschreiben, don't you think? ;)
Das zitat ist deshalb passend da es zeigt dass Martin S.
jede noch so unterschiedliche person perfekt darstellen kann.
Er hat mit diesen Zitat "den Abschaum " in Form eines Zuhälters verkörpert .Außerdem hat das Gespräch mit den Zuhälter was von einen "kwentin terentino dialog"
keineswegs ist der Film nur ein Gangster meisterwerk
der film überzeugt in story,musik,schauspielern,dia/monologen und ist auch nicht zu langatmig deshalb die 9.5 Punkte
Ich versteh deine Wertung schon, nur das Zitat schreckt eher ab den Film zu gucken wenn man es so liest, als ihn gucken zu wollen, gab genug bessere Zitat. http://www.imdb.com/title/tt0075314/quotes
"Thank God for the rain to wash the trash off the sidewalk." Na wie dem auch sei, nur ne Anmerkung. :) Hoffe TD auch so hoch werten zu können beim zweiten Durchlauf.
Wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen.
Seitenlang wird hier geschrieben über ästhetische, gepflegte und zweifellos gut dahingeschauspielerte Langeweile.
Robert De Niro spielt den Einzelgänger - einen Vietnam-Veteranen, der sich in seinem Leben nicht mehr zurechtfindet, und vom menschlichen Müll um ihn herum völlig angewidert ist. Da er es offenbar der Politik nicht zutraut, diesen Missstand zu korrigieren, macht er es zu seiner persönlichen Mission, die Straßen zu säubern.
"Schluss mit der falschen Ernährung, Schluss mit der Zerstörung meines Körpers. Ab heute beginnt die totale Mobilmachung!"
Und fortan wird Travis Bickle mutiger, skrupelloser gegenüber seiner Umwelt, lässt sich nichts mehr gefallen, entfernt sich immer mehr von der Realität, bis er schließlich völlig durchdreht – ein furioses Finale, das in einem Blutbad endet.
Dabei ist dieses Ende, aufgrund der zuvor eher ruhigen Erzählstruktur, so nicht unbedingt zu erwarten, zumindest nicht in dieser ungeschönten Heftigkeit.
Zudem lässt es Raum für Interpretationen.
Weshalb wird ein Attentäter für seine Taten nicht bestraft? Weil es sich bei seinen Opfern nicht um einen Präsidentschaftskandidaten, sondern lediglich um den Abschaum der Gesellschaft handelt?
In jedem Fall sehenswert - drei Meister ihres Fachs, am Anfang ihrer noch jungen Karriere: Martin Scorsese, Robert De Niro und Jodie Foster.
"Taxi Driver" ist ein sozialkritisches Werk, für das man Ruhe benötigt, viel Ruhe. Zwar kein Film, den ich nun unbedingt vergöttern würde, aber dennoch bewertungsmäßig in meinem Fall noch weiter steigerungsfähig ist.
„Wissen Sie Travis, mir ist klargeworden das man Amerika besser im Taxi kennenlernt, als abgeschirmt in sterilen Limousinen.“
Mehrere verächtliche Blicke zielen vom Fenster aus auf die Straßen von New York. All der Hass treibt sich hier auf den Straßen rum und jemand kann es von A nach B bringen. Travis fährt um Geld zu verdienen. Fährt da hin wo er hinfahren muss, da ihm eh alles gleich anwidert. Jede Straße. Jede Ecke. Der nächste Zorn wächst. Viele Leute würden hier versuchen irgendwelche Klischees zu kreieren, damit man so eine Wut bekommt. Doch bei Scorseses "Taxi Driver" reicht eine Kamerastellung heraus auf die Nacht durchs Fenster wo all die Prostitution stattfindet. Überall sich Leute gegenseitig angetrunken anmotzen. Die Lichter einem grell entgegen blitzen. "Taxi Driver" ist wahrscheinlich Scorseses tiefgründigster Film und ich wag auch die Prognose, dass es sein Meisterwerk sein könnte, wenn mich nicht noch ein anderes Film von ihm überraschen würde. Mir gefielen ja schon seine Ausflüge ins Gangster-Genre mit „GoodFellas“ und „Casino“. „Departed“ ist ebenfalls nicht so verachten, doch den Oscar-Gewinn hätte er eher hierfür verdient gehabt. Doch die Academy entschied sich (mal wieder) für das Sport-Drama. Um zurück zum Punkt zukommen: Scorsese hat hier einen Charakter erschaffen wie er in seinen ganzen anderen Filmen kaum zu sehen ist. Es gibt kaum oder gar keine Szene ohne ihn, während in seinen Gangster-Filmen es dem Regisseur mehr darum ging den Fokus auf die Mafia zu legen.
"Taxi Driver" ist ein Film über einen Menschen, eine Figur und einen (Anti-)Helden. Ein Charakter der zwischen Selbstzerstörung und Frust steht. Scorsese schlägt hier ein sehr düsteres Kapitel der Einsamkeit auf. Unberechenbar erscheint dieser Mann. Nicht besonders clever. Aber mit einem zu tief pessimistischen Blick auf die Straßen. Je mehr sich sein verschärft, desto wütender wird er - bis er dann schließlich mit der 44er Magnum vor dem Spiegel steht und diese höchstbekannte Szene erschaffen wird. Hier sieht man den ganz großen DeNiro, der leider seitdem das Jahr 2000 angebrochen ist verlernt hat sich vernünftige Rollen zu suchen. Ich hoffe Scorsese holt in da endlich wieder raus und peitscht ihn soweit nach vorne, dass er endlich mal zeigen kann warum er schon seit langer Zeit den Ruf als einen der besten Schauspieler bekommen hat. In „Taxi Driver“ zeigt er dies in absolut jeder Szene.
[SPOILER]
Das Ende ist natürlich noch einmal eine Krönung. Allein schon der Anfang davon. Wie die Kamera nach oben fährt und da aufeinmal ein Travis gepunkt vor einem steht. Jedem ist selbstverständlich auch die Einstellung geläufig, in der die Hauptfigur blutend auf dem Sofa liegt. Diese gehört mit zu den brutalsten und unvergesslichsten Momenten, die das Kino je erschaffen hat und wie dann noch mal die Kamera ruhig in Vogelperspektive das Schlachtfeld einfängt. Wow. Es ist dabei irgendwie ironisch, dass Scorsese ausgerechnet sein abgründigstes Werk so konzentriert und irgendwie auch gefühlvoll inszeniert. Das Ende wirkt übrigens besonders gut mit dem Soundtrack „A Real Hero“ von „Drive“ [http://www.youtube.com/watch?v=FSwmBoNfLAA]
[SPOILER ENDE]
„Taxi Driver“ ist ein außergewöhnliches und perfekt durchdachtes Charakter-Drama, was einem in seiner Gnadenlosigkeit bei der Darstellung des Alltages fast den Atem verschlägt. Hier wird in höchster Extreme durch das Verhalten von Mitmenschen ein Mann hasserfüllter, als er schon vom Krieg ist. Ein ebenso brillantes wie zorniges Epos.
„Ich hoffe, eines Tages wird ein großer Regen diesen ganzen Abschaum von der Straße spülen.“
Die Großstädte versinken immer mehr im Abfall und in menschlichen Abgründen die nachts durch die Straßen streifen. Nach Sonnenuntergang vor die Tür zu gehen, könnte in gewissen Vierteln kein gutes Ende nehmen. Betreten auf eigene Gefahr ist hier die Devise. Im Klassiker 'Taxi Driver' von 1976 nahm sich Großmeister Martin Scorsese diesem Thema an und schickt uns mit Robert De Niro durch die dreckigsten und verlorensten Ecken der Nacht.
Der verstörte Vietnamveteran Travis nimmt einen Job als Nachtschicht-Taxifahrer in New York an. Der viele Schmutz, die Brutalität und die Unmenschlichkeit, die er in den Jahren erlebt hat, haben ihn zum Einzelgänger gemacht. Schwierigkeiten im Alltag und seine verbotene Beziehung zu einer minderjährigen Prostituierten lassen ihm nur einen Ausweg: die Gewalt.
'Taxi Driver' ist eine berauschende Odyssee durch die finstersten Ecke von New York. Grelle Lichter aus den schmierigsten Clubs, dunkle Gassen und glanzlose Gestalten die den Bürgersteig entlangtrotten. Festgehalten von Kameramann Michael Chapman, der hier fantastisches Leistet und Bilder der kalten Extraklasse abliefert. Man denke allein an die einmaligen Schwenks und Einstellungen während der Schießerei im Treppenhaus gegen Ende des Films. Neben der visuellen Klasse besitzt der Film noch einen der besten Soundtracks überhaupt. Verantwortlich dafür war niemand geringes als Komponistenlegende Bernado Herrmann. Herrmann beherrscht die Kunst durch seine Musik zu sprechen und kann immer zwischen gefühlvoll und dem bitteren Schmerz pendeln. Das verleiht 'Taxi Driver' eine der sowohl packendsten aber gleichzeitig auch bedrohlichsten Atmosphären überhaupt.
Bis in die kleinsten Rollen kann 'Taxi Driver' mit großen Schauspielern glänzen, doch das große Highlight tritt in Form von Robert De Niro auf. De Niro spielt Travis Bickle, den verstörten Vietnamveteran, der mit seiner Umwelt nicht mehr in reine kommen kann. De Niro und Scorsese arbeiteten hier zum zweiten Mal miteinander und brachten direkt eine ihrer eindrucksvollsten Arbeiten hervor. De Niro meistert seinen verbitterten Charakter mit herausragender Mimik und Gestik, die sich durchgehend in purer Perfektion darstellt. Wie erwähnt sind auch die Nebenrollen große Klasse. Mit Harvey Keitel, Albert Brooks, Peter Doyle, Jodie Foster und Cybill Shepherd bleiben keine Wünsche offen und alle, vor allem hier Harvey Keitel, können in ihren kleinen Rollen überzeugen.
Martin Scorsese entführt uns in die besudelten Straßen von New York. Belebt vom Abschaum der noch nicht im Sumpf untergangen ist. Der schwarze Strudel saugt uns ein. An jeder Ecke sehen wir Sex, Drogen und Gewalt. Prostitution, Dealer, Schläger. Und gewartet wird auf einen kräftigen Regen. So stark, dass er den Abschaum in seiner ganzen Erbärmlichkeit von den Straßen spült und sie endlich wieder reinigt. Der widerliche Gestank der durch die Stadt zieht, endlich von einem unaufhaltsamen und gnadenlosen Orkan weggeblasen wird und wir uns eine bessere Welt schaffen können.
„Mein ganzes Leben war ich einsam. Überall. In Kneipen, im Auto, auf der Straße, in Geschäften, überall. Es gibt kein Entrinnen vor der Einsamkeit.“
Travis könnte dieser Regen sein. Travis lebt in seiner eigenen Welt. Ausgebaut aus einen Kriegs-Trauma und Einsamkeit. Er nimmt einen Taxi Job an. Nur die Nachtschicht. Er fährt in die dunkelsten Ecken. An die Stellen die ihn am meisten stören. Die Ecken die er ausrotten möchte, alle zusammen. Für ihn sind diese Menschen nur Abschaum und Dreck. Müll der dringend entsorgt werden muss. Nacht für Nacht treibt er sich in Pornokinos rum, zurückgezogen in sein kaltes und verlorenes Herz. In der hübschen Wahlkämpferin Betsy sieht er plötzlich einen Engel. Ein helles Licht in undurchdringlicher Finsternis. Doch Betsy passt nicht zu Travis. Travis ist ihr zu Eigen und kann sich kaum noch richtig in seine Umwelt einfinden. Ein weiterer Punkt der Travis' Wut langsam mehr und mehr aufkochen lässt. Wut auf seine Umwelt und auf das was sie aus den Menschen gemacht hat. Alles ist verpestet. Als Travis dann die 12 jährige Prostituierte Iris kennenlernt und die Umstände sieht in der sie lebt und wie sie von ihrem Zuhälter behandelt wird, macht er sich schnell verantwortlich für das junge Mädchen. Er will nur helfen, will eine bessere Welt schaffen und der einzige Ausweg scheint für ihn die Gewalt zu sein. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Travis macht sich bereit, fängt an zu trainieren, arbeitet an seinem Äußeren und stattet sich mit den nötigen Waffen aus. Er muss sich unbedingt abgrenzen um wieder ein Teil der Gesellschaft zu werden.
„Ein Tag ist wie der andere, endlos lang. Ich hatte das Gefühl völlig isoliert zu leben, ohne Ziel, ohne echte Aufgaben nur auf mich konzentriert. Ich wusste was mir fehlt war ein Mensch.“
Mit Travis bekommen wir es mit einem zwar vielschichtigen, aber auch komplizieren wie widersprüchlichen Charakter zu tun. Er hasst das New Yorker Nachtleben, möchte aber in der Nacht arbeiten wo er es nur mit dem elenden Pack zu tun hat. Er verachtet die dreckige Kultur, treibt sich aber jede Nacht im Pornokino zwischen Perversen rum. Travis will kein Teil dieser Welt sein, doch er ist es längst. Der einzige Ausweg scheint die Selbstrettung und Erlösung. Er möchte die Welt vor noch mehr Schmutz bewahren, doch dafür muss er auch sich schützen und würde dafür sogar zum Attentäter werden.
Wo befindet sich unser Standpunkt bei dieser Geschichte? Bezogen auf die extremen letzten 20 Minuten des Films. Wie weit können wir uns in diese Handeln hineinversetzen, wenn man jeden Tag aufs Neue diese Abgründe erleben muss? Inwiefern werden wir selbst zu einem Teil von Travis und wie weit sind wir schon eingebunden in der dreckigen Unterwelt. Travis ist kein Held, auf keinen Fall. Hat er überhaupt ansatzweise irgendwas richtig gemacht? Ja, er hat gehandelt. Ob Richtig oder Falsch ist egal. Das was viele Menschen in höheren Positionen längst hätten tun sollen. Ein Zeichen setzen.
'Taxi Driver' ist mit Sicherheit kein Unterhaltungsfilm für Zwischendurch. Dafür liegen das Thema und der ganze Film viel zu schwer im Magen. Vor allem die erwähnten letzten Minuten des Films lassen hier die Bombe platzen. Die allerletzten 2-3 Minuten des Films bieten dann jedoch nochmal Interpretationstoff, ob wir uns immer noch in der Realität befinden oder schon längst in den ausgebauten Gedanken von Travis. Doch weiter will ich an dieser Stelle gar nicht auf die Szenen eingehen, denn das würde zu weit führen.
Fazit: 'Taxi Driver' zerrt uns in eine völlig missratene und abstumpfte Welt in der es in jedem Punkt an Liebe fehlt. Martin Scorsese inszeniert einen Film, voller Gesellschaftskritik, Brutalität, Abgründen und Zorn. Die fantastischen Bilder, der mehr als grandiose Soundtrack, die herausragenden Darsteller und das exzellente Drehbuch machen 'Taxi Driver' zu einem der besten und eindringlichsten Meisterwerke der Filmgeschichte. Ein Film, der die Betitelung "Klassiker" mehr als nur verdient hat.
Wird Zeit für eine erneute Sichtung.
Ach und Souli, Musikempfehlung von mir: http://www.jukebo.fr/die-toten-hosen/clip,regen,qvuspf.html ... wenn die Hosen sich während des Songwritings nicht Taxi Driver als Vorbild genommen haben, weiß ich auch nicht weiter. :D
Ach und ich will einen Kommentar zu "American History X" von dir lesen! :)
Grandiose Kritik! Wow! Ich glaube, ich werde dem Film doch noch ne zweite Chance geben. ... besonders am Ende muss mir was entgangen sein. Dass es lediglich Travis Phantasievorstellung sein könnte, ist mir wohl irgenwie entgangen.
„Loneliness has followed me my whole life. Everywhere. In bars, in cars, sidewalks, stores, everywhere. There's no escape. I'm God's lonely man...“
Eine einfache und deshalb eine unglaublich eindringliche Erzählstruktur schildern die psychische Deformation des Taxifahrers Travis Bickle inmitten des Drecks auf den Strassen von New York. So eindringlich, das der Zuschauer jede Sekunde hautnah dabei ist. Dabei wird auch die Atmosphäre der 70er-Jahren perfekt eingefangen. "Taxi Driver" ist ein cineastisches Portrait von Einsamkeit und Frustration in dem sich jedermann ein Stück weit wiederfindet. Ein unvergessliches filmisches Denkmal, das es für immer bleiben wird. Platz 1 auf meiner persönlichen "Top 10 All Time".
Für mich steht Taxi Driver wegen des stets aktuellen Themas der Gesellschaftskritik und der unschlagbaren Stilistik weit über Casino und GoodFellas, ein zeitloser Klassiker.(=
Ein echt gut gelungenes Sozialdrama aus den 70ern.
Toller Film bedrückend, erschekend,realistisch, und ein legendäres Finale!
Mehr als nur sehenswert ein muss für jeden Filmliebhaber!!
ich moechte ja mal behaupten, dass es mir eigentlich nicht an tiefgang und verstaendnis fuer das etwas andere kinoprogramm fehlt, dennoch muss ich sagen, taxi driver hat in mir nicht viel geruettelt.
es tut mir fast ein wenig weh, da ich mir diesen "kultfilm" lange aufgehoben habe und mit grossen erwartungen ran gegangen bin, zu gross, wie sich nun heraus stellte.
was gibt es zu sagen, schauspielerisch, gar keine frage, ausgezeichnet, ach was sage ich, absolute perfektion!
das fremdschaemgefuehl des armen taxi fahrers, der sich zu mehr berufen fuehlte, als nur hinterm lenkgrad zu sitzen und dies durch mehr oder minder dumme kommentare versuchte zu unterstreichen, ueberkam mich des oefteren.
man hatte mitleid, so plump und psychotisch, wie er sich anstellte und wahrscheinlich, zumindest anfangs, keine boese absicht dahinter steckte.
da er aber dennoch ziemlich einseitig fuhr und vor lauter klischee den wald, in diesem falle die welt, nicht mehr sah, die eben mehr als nur schwarz oder weiß ist, hielt sich dann auch mein mitleid in grenzen.
gedrueckte stimmung, schoene szenerie, aber story? na ja, mehr als platt und fuer meine begriffe zu einfach.
zumal ich ihn in keiner sekunde als held wahrnehmen konnte.
er knallt ein paar leute ab, statt sich um die wurzel allen uebels gedanken zu machen. er verachtet zuhaelter und nutten, die freiwillig anschaffen, guckt aber gern pornofilme und unterstuezt somit nichts anderes als kaeufliche liebe. das kleine, arme maedchen, welches er zum schluss vor der boesen welt rettete, saß schon einmal in seinem wagen, da hat er aber keinen finger geruehrt. ehrenhaft?! hmm..
er mag maenner nicht, die druck ausueben, tut aber genau dasselbe bei seiner anfaenglichen bekannten.
ich weiss nicht so recht, aber ausser dass seine frisur zum schluss der wahnsinn war, und er vor dem spiegel abgeht wie john wayne, ist er mir mehr als suspekt und unsympathisch.
Du nimmst mir die Worte aus dem Mund, Kiddo: Der abstoßende Charakter des Hauptdarstellers mit seinem nervigen Geschwafel und seiner Doppelmoral machen das Anschauen des Filmes leider zu einer Tortour. Die Tatsache, dass genau diese Fokussierung auf einen Antihelden das damals geradezu revolutionäre in Hollywood war, macht es leider auch nicht erträglicher und auch nicht die brilliante schauspielerische Leistung. Klar: der Film wollte schocken, dem konservativen Amerika seine Doppelmoral vor Augen führen, mit diesem personifizierten "psychotischen Kollateralschaden" des Vietnamkrieges, dennoch finde ich auch gerade die Glorifizierung von Selbstjustiz im Film sehr erschreckend. Ich stimme dir soweit zu, finde es jedoch etwas verstörend, wie du Menschenhandel/Prostitution - und insbesondere hier: Prostitution einer Minderjährigen - mit Pornofilmen gleichsetzt.
Außerdem würde ich den Film schon wegen seiner Bedeutung für - und seinen massiven Einfluss auf - die Entwicklung der Filmindustrie schon als "sehenwert" einstufen. Ich persönlich war jedoch nach dem Anschauen auch maßlos enttäuscht.
die tatsache, mit einer frau zum ersten date in ein pornokino zu gehen, sich darueber aufzuregen, dass sie es verstoert, aber gleichzeitig ueber prostitution im allgemeinen, (nutten, usw. wurden sie betitelt) als abschaum, der beseitigt werden muss, zu bezeichnen, ist fuer mich, entschudligung unfassbar widerspruechlich und alles andere als revolutionaer.
ich denke auch nicht, dass ich den film falsch verstanden habe, ich habe ihn vllt. mit anderen augen gesehen und sehr kritisch beaeugt. ich denke, auch mir steht ein urteil zu, auch wenn ich nicht die meinung der masse teile, ohne unterstellt zu bekommen, ich haette ihn nicht verstanden. danke.
Ja, genau das ist die Szene, die Travis Bickle eindeutig als kranken Soziopath zeigen soll: er sieht seinen Fehler nichteinmal ein, geschweige denn, dass er kapiert, dass man eine Frau beim ersten Date nicht in ein Pornokino ausführt. Die Szene war im prüden Amerika der 80er Jahre noch ein viel größerer Aufreger, als sie es jetzt für dich noch ist: was das angeht, liegst du also vollkommen auf der Linie der "Masse", deswegen funktioniert sie ja auch, um ihn definitiv als Antihelden zu etablieren.
Jedoch waren bis dahin SÄMTLICHE Hauptfiguren in Hollywoodfilmen nachamenswerte, moralische gesellschaftskonforme Helden. Und das revolutionäre ist eben NICHT, sein Verhalten/Charakter selbst, sondern eben diese simple Tatsache. Das hätte also auch sämtliche andere Aktion sein können, die sagt: "was ist das für ein kranker Arsch??" Ohne Taxi Driver hätte es wohl viele spätere Werke mit Antihelden im Fokus - so ziemlich jeden Tarrantinofilm also - nicht gegeben. Deshalb gebe ich dafür 2,5 Bonuspunkte zum Mittelmaß: der Film und die folgenden Debatten über ihn hatten einen direkte verändernde Auswirkung auf die Gesellschaft.
Dessen ungeachtet: genau diese Szene hat den Film für mich auch in der Folge unerträglich gemacht und das ist eine Frage von Gefühlen beim anschauen und nicht des "Verstehens". Deswegen ist es auch keine Frage, über die sich diskutieren lässt. Dessen ungeachtet sind viele hohe Noten hier definitiv eine Folge von "Herdentrieb" und "Kultfilm"-Status.
es ging mir hierbei nicht um die szene an sich (und was die szene bewirken sollte, ist mir durchaus bewusst), sondern um die doppelmoral die stoert. wie kann es sein, dass so ein wunderwerk an film, sich solche logischen patzer leistet?
der antiheld status meines erachtens voellig fehl verliehen. da gibt es weitaus bessere filme, die ebenfalls alt sind und nicht konventionell, siehe "el topo", der und das nur nebenbei, sechs jahre frueher erschien. das nenne ich mal einen film! und nicht solch langweilige, moechtegern schocker.
ich habe auch keine lust, mich hier weiter erklaeren zu muessen. falls jetzt immer noch fragen zu bereits erwaehnten aeusserungen offen sein sollten, muss ich leider sagen, kommentar falsch verstanden.
Es wird erwähnt, dass Bickle bei den Marines - sprich in Vietnam - war. Man weiß heute, dass Soldaten nach Kriegen meist an einer sog. Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden und tlw. kaum zu resozialisieren sind, aufgrund der Grausamkeiten, die sie gesehen und begangen haben. Bickle zeigt sämtliche Symptome, die diese psychische Krankheit ausmachen. Dazu gehört z.B. die emotionale Abgestumpftheit, die sich u.a. in seiner offensichtlichen Doppelmoral zeigt, Aggressivität, Stimmungsschwankungen und vor allem die Schlafstörungen. Damals war diese Krankheit selbstverständlich nicht offiziell anerkannt, dann hätte der Staat seinen "Helden" ja Geld zahlen müssen. Deswegen war dieser Film - ob er einem nun gefällt oder nicht - wichtig. Die Bundeswehr tut sich heute noch schwer, kranke Soldaten zu entschädigen. Es ist also kein logischer Patzer: im Gegenteil. Diese objektive Tatsache hat aber nichts damit zu tun, ob du den Film nun subjektiv magst oder nicht.
Danke für den Tip: der Film hört sich interessant an und ich nehme stark an, dass er die Vertreter von "New Hollywood" auch stark beeinflusst hat und somit indirekt auf die Gesellschaft gewirkt hat. Ich bezweifle jedoch, dass ein mexikanischer Film direkt groß wahrgenommen wurde und deshalb - leider - wiedereinmal "die Großen" den Ruhm für Veränderung gerntet haben.
So, habe ich den Film nun auch mal gesehen.
Stellenweise erinnerte mich der Film an "Bringing out the Dead", hatte einige Parallelen, vor allem das Rumfahren nachts.
Ansonsten finde ich es sehr schade, dass mit dem Irokesen-Bild der Film beworben wird, ich mag es einfach nicht, wenn im Trailer oder auf dem Cover oder Bildern Dinge vom Ende gezeigt werden. Das gehört sich einfach nicht.
Ansonsten sehr guter Film, den man auch bedenklos direkt auf Englisch angucken kann, denn die Sprache ist sehr deutlich. Auch die Musik und die allgemeine Szenerie sind fabelhaft. Keitel wirkte etwas befremdlich in seiner Rolle, aber selbt da war er ausgezeichnet, ebenso wie Jodie Foster und Robert De Niro. Definitiv ein Meisterwerk Scorseses!
Ein Meilenstein des New Hollywood. Einer der besten Filme der 70er!
Abgründiges Psychgramm eines alleingelassenen der zum Helden avanciert. Eine Schauspielleistung die fast Konkurrenzlos ist. Dieser Film gehört in jede Sammlung!
Für mich persönlich ist der Film ein Meisterwerk.
Der Film hat mich irgendwie an "Falling Down" erinnert....blödsinn andersrum, Falling Down ähnelt Taxi Driver.
Muss man schon zu den Klassikern zählen. Ein schlafloser und menschenentfremdeter De Niro als Taxifahrer, der nach und nach nicht nur sich selbst, sondern beinahe alles verliert.
Weltklasse Regie und ein überragender Darsteller, machen diesen düsteren und packenden Thriller zu einem unbedingt sehenswerten Film.
Eine ganz große Charakterstudie des Taxi Fahrers Travis Bickle, verkörpert vom großartigen Robert De Niro, der hier den Leuten die Augen öffnet ob der amerikanischen Gesellschaft. Gute Regie von Meister Martin Scorsese, der Soundtrack von Bernard Herrmann ist anfangs noch stimmungsvoll, gegen Ende hin fängt er aber etwas zu nerven und will nicht mehr so recht ins Bild passen. Passt meiner Meinung nach halt eher zu Hitchcocks Filmen. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt. Ein rundum starker Film, der zurecht viermal für die Academy Awards nominiert war.
Herrmann-Basing ist nichts schönes, denn Bernard Herrman = Gott!;-)
Seine letzte Filmmusik, noch ein mal genial wie nie, meiner Meinung nach, eine perfekte Ergänzung und Gott allein mit Hitchcock asozieren ist etwas simpel gehalten, klar Hitch´s Hofkomponist aber auch anderweitig eben ein Gott, der es wirklich verstand die Töne und die Musik richtig einzusetzen, kann gar nicht nerven:)
Martin Scorsese präsentiert uns mit "Taxi Driver" ein durch und durch durchdachtes Meisterwerk mit atemberaubendem Soundtrack, einem perfekten Hauptdarsteller und einer verstörenden, aber auch interessanten Handlung.
Packend von der ersten bis zur letzten Minute! Auch die deutsche Synchronstimme, Christian Brückner, ist einfach fesselnd! Hab mir erst vor ein paar Tagen "Apocalypse Now" angeschaut, wo auch aus dem Off immer so eine kühle, triste, aber bestimmte Synchronstimme kommt; bei beiden Filmen werden diese im Deutschen von Brückner gesprochen.
Ich frage mich, warum der Film nicht die Oscars für beste Regie, besten Film, besten Score und vor allem besten Hauptdarsteller gekriegt hat... Ich kenne zwar diesen Film Network nicht, der 1977 jede Menge abgeräumt hat, aber ich glaube kaum, dass der besser war als Taxi Driver ;)
Das mit dem Hauptdarsteller ist schnell geklärt: War eine posthume und meiner Meinung nach völlig verdiente Auszeichnung für Peter Finch, insofern hatte De Niro, möge er noch so genial sein, keine Chance. Und besten Score bekam immerhin "Das Omen" von Goldsmith natürlich kann man das nur schwer miteinander vergleichen, da der eine Grusel erzeugt und der Andere an sich ein perfekt für "Taxi Driver" mit seiner atmosphärischen Stil geeignet, auch hier schwer zu sagen. Interessant mag dabei auch der Aspekt sein, dass Scorsese meines Wissens nach nicht mal nominiert war, aber was solls. Er hat so der so seinen Platz in der Filmgeschichte eingenommen, immerhin bekam Welles für "Citzien Kane" auch keinen Oscar. ;)
Stimmt doctor, doch war aber auch eher auf die anderen Kategorien bezogen, dennoch stimmt ein kleiner Fehler (durch Alkohoeinflussl wie ich vermute meinerseits). In der Zeit bin ich anscheinend nicht zurechnungsfähig. So möchte ich mich dann doch für diese einfältige Behauptung entschuldigen.
"Taxi Driver" ist ein Film, der bei mir erst bei der zweiten Sichtung funktionierte. Beim ersten Mal konnte ich nicht viel mit dem Film anfangen, da mir die Handlung zu langweilig und etwas zu langatmig geraten war und ich die Person Travis Bickle einfach nicht verstand. Doch beim zweiten Mal (im O-Ton!) ging mir plötzlich ein Licht auf und ich erkannte den Sinn hinter dem Film.
"Taxi Driver" ist ein sehr sozialkritischer Film. Wir befinden uns im Leben des Travis Bickle, ein 26-jähriger Taxifahrer, der an Schlafstörungen leidet und, wie er selber sagt, schon immer alleine war. Er lebt sozusagen für seinen Job und weiß sonst nicht viel mit seiner Freizeit anzufangen. In der Nacht fährt er die unbeliebten Nachtschichten bis in die dunkelsten Gegenden New Yorks. Dort sieht er Dealer, Mörder, Prostituierte, Drogensüchtige. Und er wünscht sich, dass etwas geschehen möge, damit all dieser Dreck ausgelöscht wird, damit die Straßen New Yorks wieder sauberer sind. Verschiedene Umstände bringen ihn dazu, sich eingehend mit dieser Theorie zu befassen und mit der Zeit steigert er sich immer mehr hinein - bis er sich Waffen zulegt und seinen Teil dazu beitragen will, New York zu säubern.
Das wohl faszinierendste Element in diesem Film ist wohl die Person des Travis Bickle, ein einsamer und unauffälliger Mann, dem man seine wahnwitzigen Ideale nicht ansehen würde. Durch den Schlafentzug fährt er 12-Stunden-Schichten und verdient jede Menge Geld, weiß aber damit nichts anderes anzufangen, als ins Pornokino zu gehen. Auch ansonsten fährt er ziellos durch die Stadt und entdeckt dabei eines Tages die junge Prostituierte Iris (Jodie Foster), der er helfen möchte.
Ich weiß wirklich nicht, ob Travis Bickle jetzt gut oder böse ist. Ja, er hat seine Eigenheiten und ist verrückt und hat Menschen getötet. Aber immerhin hat er es für eine gute Sache gemacht und wurde als Held gefeiert (auch wenn ich das nicht wirklich nachvollziehen kann). Ich glaube, das muss jeder für sich entscheiden.
An der Leistung von Robert de Niro gibt's wirklich absolut nichts zu meckern, immerhin ist dies seine Paraderolle und die wahrscheinlich beste seiner langen Karriere. Ein Oscar hätte bei ihm eigentlich locker drin sein müssen. Außerdem möchte ich ein Lob an Jodie Foster aussprechen, die mit zarten 13 Jahren diese Leistung vollbrachte und damit ihre große Karriere startete. Harvey Keitel ist als Zuhälter Sport auch mit von der Partie, allerdings in einer ziemlich kleinen Nebenrolle.
"Someday a real rain will come and wash all this scum off the streets."
Den muss ich mir auch nochmal ansehen, fand ihn wie du beim ersten Mal "nur" gut, aber nicht herausragend, weil er doch recht langatmig zu sein schien.
Absolut treffender Kommentar.
Man muss sich wirklich einlassen können in den Film, und dazu muss man wohl gerade in der richtigen Stimmung sein. So war's bei mir jedenfalls, vlt. auch bei dir :)
Das Portrait eines bewaffneten Nietzsche der 70er Jahre: Ein einsamer, gelangweilter Mensch, dessen Depression eine elegante Taxifahrt ins Nichts ist. Ein Kreis, der sich zum Ende des Films im Vakuum auflöst um schließlich doch noch zu existieren.
Taxi Driver - Kritik
US 1976 Laufzeit 113 Minuten, FSK 16, Drama, Kriminalfilm, Historienfilm, Actionfilm, Kinostart 13.07.2006
Kritiken (4) — Film: Taxi Driver
Hitmanski: Reihe Sieben / MehrFilm / I...
Kommentar löschen"Days go on and on. They don't end." -
Viel zu oft auf seine finale Gewaltexplosion reduziert, und durch mannigfaltige problematische Epigonen verunglimpft, bleibt Scorseses TAXI DRIVER auch nach über dreissig Jahren nicht nur Begründer eines neuen Subgenres, sondern gleichzeitig auch der bis dato beste Film aus eben diesem.
Es ist nicht so sehr die Radikalität des Erzählten, die TAXI DRIVER zu einer langen Nachwirkung verhilft, sondern die unerschütterliche Stringenz, mit der Scorsese und sein Hauptdarsteller ihr Psychogramm vortragen: Zu keiner Zeit verschreibt sich ihr Film den Konventionen oder Wünschen nach einer gewohnten Dramaturgie; sieht man vom Klimax gegen Ende ab, funktioniert TAXI DRIVER eher als statische Momentaufnahme seines desillusionierten Antihelden, denn als klassisches Erzählkino.
Dem zweifellos größten Seltenheitswert kommt dabei die Tatsache zu, dass Scorseses Figuren - allen voran der absolut beeindruckende deNiro - ambivalent erscheinen, jedoch zu keiner Zeit eine Verklärung oder Mythologisierung ihrer Handlungen stattfindet: Rache stellt sich in TAXI DRIVER niemals als eine wirkliche Alternative dar; sein Protagonist ist anders als in neueren Genrewerken kein edler Robin Hood der Moral, sondern ein von antisozialen und selbstzerstörerischen Trieben geleiteter Mann, dessen scheinbare Legitimation seiner Taten durch eine problembehaftete Gesellschaft nur in seinem Mikrokosmos funktioniert, sich dem Zuschauer aber als pure Selbstgerechtigkeit offenbart.
Entlarvender kann solches Kino nicht sein.
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duffy 2011/01/03 23:39:44
Antwort löschenJa, bitte.
Hitmanski 2011/01/03 23:42:28
Antwort löschenWie meinen? :)
duffy 2011/01/03 23:46:14
Antwort löschenJa, bitte. Genau so soll es geschrieben stehen. :)
Hitmanski 2011/01/03 23:50:55
Antwort löschenAch ja, mein Gehirn ist immernoch in den Feiertagen, da darf man schonmal auf dem Schlauch stehen :D
duffy 2011/01/03 23:53:16
Antwort löschenDann würde ich gerne mal lesen was du schreibst wenn dein Hirn wieder auf Arbeit eingestellt ist. :D
Hitmanski 2011/01/03 23:58:34
Antwort löschenDann führe ich wieder meinen angeblichen Kampf gegen die angeblichen Meisterwerke dieser Welt, der mir ja immer mal wieder unterstellt wird - im Moment bin ich ja noch total weihnachtlich auf Liebe und Frieden aus :)
duffy 2011/01/04 00:04:55
Antwort löschenDann mach schluß mit diesem Friedens-Blödsinn und hau gefälligst in die Tasten. Ich brauche was zum Aufregen. Vince bringt das nicht mehr so. :D
Hitmanski 2011/01/04 00:11:32
Antwort löschenKriegstreiber :D
duffy 2011/01/04 00:13:35
Antwort löschenNiemals. :D
Ich behalte meinen Ärger für mich und stichel irgendwann mal nach. Dem Mob folgen würde ich bei dir nie, das weißte aber auch. :)
guggenheim 2011/01/04 00:13:47
Antwort löschenDuffy arbeitet bestimmt im diplomatischen Dienst :D
duffy 2011/01/04 00:18:53
Antwort löschenJapp. Für Pakistan. Wir sind bekannt für unser diplomatisches Geschick! :D
Hitmanski 2011/01/04 00:18:59
Antwort löschenOh, das wäre eine weitere harte Belastungsprobe für die EU ;)
Hitmanski 2011/01/04 00:19:30
Antwort löschenMist, jetzt war einer schneller^^
guggenheim 2011/01/04 00:20:22
Antwort löschenUnd da sagen manche, Emmerich produziert die größten Katastrophen ;D
Le Samourai 2011/01/18 01:18:30
Antwort löschenNa geht doch! :) Guter Text.
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Hitmanski 2011/01/18 01:36:31
Antwort löschenIst ja auch 'nen guter Film ;)
willy50 2011/02/14 15:16:15
Antwort löschenAre you talking to us ?
ChristiansFoyer: http://christiansfoyer.de/
Kommentar löschen[...]„Taxi Driver“ und seiner Bedeutung für das Medium Film, seiner Schwere und seiner Dimension, der Radikalität seines Charakterportraits kommt man mit hohlen Phrasen à la großartige Kameraarbeit, toller Soundtrack und überragendes Schauspiel nicht wirklich nah, auch wenn all dies natürlich vorhanden ist und zur Qualität des Films beiträgt. Weit darüberhinaus reichen aber beispielsweise die vielen Szenen, in denen „Taxi Driver“ die Auseinandersetzung mit Standpunkten provoziert: Travis Bickle erhebt Anklage gegen die offensichtlichen Missstände, gegen Gewalt und Prostitution, aber er ist auch ein Rassist, ein Ausländer-, ein Homosexuellen-, ein Minderheitenhasser, seine krakelige Handschrift und politische Ahnungslosigkeit untermauern seinen Mangel an Bildung, aus einem persönlichen Empfinden heraus leitet er das Recht ab, sich über das und jene zu stellen, die er hasst und ist selbst doch nur ein an den Rand gedrängtes Teilchen vom selben. Doch dieser Mann wird am Ende als Held gefeiert und auch wenn sich der Epilog des Films auf vielfache Weise deuten lässt, so bleiben doch die Fragen stehen: aus welcher Sicht ergibt es sich, dass jemand zum Helden oder Verbrecher, zum Helden oder Mörder, zum Helden oder Verrückten erklärt wird? Und was für eine Welt ist es, in der der Unterschied nur anhand derer ausgemacht wird, in deren Körpern die Kugeln am Ende stecken? Ist das eine Welt, in der jemand wie Travis Bickle nun ein Extrem ist? Oder ist er die Mitte, deren Taten von Außen dem einen oder anderen Extrem zugeordnet werden? »Hey, I'm not square, you're the one that's square.« Damit könnte er wohl Recht haben…[...]
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Evie: www.inderzange.de
Kommentar löschenEiner der Filme, durch die Martin Scorsese zu einem Meister seines Faches geworden ist. “Taxi Driver” gewann mehrere Preise und gilt heute als einer der wichtigsten amerikanischen Filme. Die Thematik, damals wie heute hoch brisant und aktuell. Der Film wurde 4 mal für den Oscar nominiert, “Bester Hauptdarsteller”, “Beste Nebendarstellerin”, “Bester Orignal Soundtrack” und “Bester” Film. Leider hat er keinen einzigen gewonnen. Doch bleibt der Film für viele ein zeitloser Klassiker, ein Kultfilm und einer ihrer Lieblingsfilme.
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filmschauer 2010/02/15 21:20:50
Antwort löschenHier hätte meines Erachtens Martin Scorsese den Oscar bekommen müssen und nicht erst dreißig Jahre später, besonders weil in jenem Jahr ausgerechnet "Rocky" so kräftig abgesahnt hat...
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Evie 2010/02/15 21:41:05
Antwort löschenTja man kann es sich eben nicht aussuchen...
ToniTapeless 2010/08/05 14:51:07
Antwort löschen1976 eben. gegenkultur gescheitert. vietnamkrieg vorbei. watergate-affäre aufgedeckt. amerika wollte wieder gewinnertypen...
Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter
Kommentar löschenDer Film ist ein Dokument der Post-Vietnam- und Post-Hippie-Ära, mit seinem Irokesen rasiert sich De Niro sogar zum Punk, aber als Ausdruck von gesellschaftlicher Entfremdung und selbst gebasteltem Fanatismus wächst seine Aktualität mit jedem Tag. Wer "Taxi Driver" jetzt zum ersten Mal sieht, tut es nicht zum letzten Mal.
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Kommentare (140) — Film: Taxi Driver
Kommentar schreibenhollygolightly1 2012/02/09 22:16:45
Kommentar löschenFreitag, 2. März 2012: 1:00 - 2:57, kabel eins.
Endlich! Danke. Danke. Danke. Darauf habe ich gewartet. Notiere ich mir direkt in meinen Kalender.
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Mr. Ogi 2012/02/09 23:08:48
Antwort löschenWenn man auf so einen Film sehnsüchtig wartet, warum nicht für wenig eifnach die DVD kaufen?
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Mr. Ogi 2012/02/09 23:09:02
Antwort löschenEdit: wenig Geld sollte das heißen.
hollygolightly1 2012/02/09 23:16:13
Antwort löschenWeil trotzdem die Gefahr besteht, enttäuscht zu werden (auch wenn ich das ich dem Fall für sehr unwahrscheinlich halte). Oft schaue ich mir lieber einen Film erst im TV an, um zu sehen, ob er mir gefällt. Wenn ich hinterher das Bedürfnis habe, den Film noch öfter sehen zu müssen, kaufe ich ihn mir. Manchmal tue ichs aber auch im Affekt.
blablabla2011 2012/02/06 22:56:35
Kommentar löschen"Die macht deine Nudel so hart,dass du glaubst du explodierst"
Ist nur eines der vielen genau durchdachten Filmzitate von Martin Scorscherie .
Martin Scorscherie hat hier ein Masterpeace geschaffen welches
komischerweise sehr gut unterhält
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Weltensegler 2012/02/07 00:34:56
Antwort löschenROFL, wer bist du denn? Ich hoffe auch mal auf die Wertung zu kommen, ne 8 gab's schon und durchs viele Soundtrack hören in Gedanken so ne 9, aber den Regisseur, Masterpiece (wenn man nicht viel passender und weniger Gangster Meisterwerk schreiben sollte) und das Zitat, ähm, ich glaube da gäbe es wesentlich bessere die den Film treffender beschreiben, don't you think? ;)
blablabla2011 2012/02/07 16:13:12
Antwort löschenDas zitat ist deshalb passend da es zeigt dass Martin S.
jede noch so unterschiedliche person perfekt darstellen kann.
Er hat mit diesen Zitat "den Abschaum " in Form eines Zuhälters verkörpert .Außerdem hat das Gespräch mit den Zuhälter was von einen "kwentin terentino dialog"
keineswegs ist der Film nur ein Gangster meisterwerk
der film überzeugt in story,musik,schauspielern,dia/monologen und ist auch nicht zu langatmig deshalb die 9.5 Punkte
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Weltensegler 2012/02/07 16:24:49
Antwort löschenIch versteh deine Wertung schon, nur das Zitat schreckt eher ab den Film zu gucken wenn man es so liest, als ihn gucken zu wollen, gab genug bessere Zitat. http://www.imdb.com/title/tt0075314/quotes
"Thank God for the rain to wash the trash off the sidewalk." Na wie dem auch sei, nur ne Anmerkung. :) Hoffe TD auch so hoch werten zu können beim zweiten Durchlauf.
blablabla2011 2012/02/07 17:10:20
Antwort löschendas beste ist es sicher nicht aber es ist mal was neues .
naja viel spaß beim 2. durchlauf
frau_jemine 2012/02/05 22:36:09
Kommentar löschenWollen wir mal die Kirche im Dorf lassen.
Seitenlang wird hier geschrieben über ästhetische, gepflegte und zweifellos gut dahingeschauspielerte Langeweile.
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cpt. chaos 2012/02/03 13:09:02
Kommentar löschenRobert De Niro spielt den Einzelgänger - einen Vietnam-Veteranen, der sich in seinem Leben nicht mehr zurechtfindet, und vom menschlichen Müll um ihn herum völlig angewidert ist. Da er es offenbar der Politik nicht zutraut, diesen Missstand zu korrigieren, macht er es zu seiner persönlichen Mission, die Straßen zu säubern.
"Schluss mit der falschen Ernährung, Schluss mit der Zerstörung meines Körpers. Ab heute beginnt die totale Mobilmachung!"
Und fortan wird Travis Bickle mutiger, skrupelloser gegenüber seiner Umwelt, lässt sich nichts mehr gefallen, entfernt sich immer mehr von der Realität, bis er schließlich völlig durchdreht – ein furioses Finale, das in einem Blutbad endet.
Dabei ist dieses Ende, aufgrund der zuvor eher ruhigen Erzählstruktur, so nicht unbedingt zu erwarten, zumindest nicht in dieser ungeschönten Heftigkeit.
Zudem lässt es Raum für Interpretationen.
Weshalb wird ein Attentäter für seine Taten nicht bestraft? Weil es sich bei seinen Opfern nicht um einen Präsidentschaftskandidaten, sondern lediglich um den Abschaum der Gesellschaft handelt?
In jedem Fall sehenswert - drei Meister ihres Fachs, am Anfang ihrer noch jungen Karriere: Martin Scorsese, Robert De Niro und Jodie Foster.
"Taxi Driver" ist ein sozialkritisches Werk, für das man Ruhe benötigt, viel Ruhe. Zwar kein Film, den ich nun unbedingt vergöttern würde, aber dennoch bewertungsmäßig in meinem Fall noch weiter steigerungsfähig ist.
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fkfilmkritik 2012/01/21 16:02:00
Kommentar löschen„Wissen Sie Travis, mir ist klargeworden das man Amerika besser im Taxi kennenlernt, als abgeschirmt in sterilen Limousinen.“
Mehrere verächtliche Blicke zielen vom Fenster aus auf die Straßen von New York. All der Hass treibt sich hier auf den Straßen rum und jemand kann es von A nach B bringen. Travis fährt um Geld zu verdienen. Fährt da hin wo er hinfahren muss, da ihm eh alles gleich anwidert. Jede Straße. Jede Ecke. Der nächste Zorn wächst. Viele Leute würden hier versuchen irgendwelche Klischees zu kreieren, damit man so eine Wut bekommt. Doch bei Scorseses "Taxi Driver" reicht eine Kamerastellung heraus auf die Nacht durchs Fenster wo all die Prostitution stattfindet. Überall sich Leute gegenseitig angetrunken anmotzen. Die Lichter einem grell entgegen blitzen. "Taxi Driver" ist wahrscheinlich Scorseses tiefgründigster Film und ich wag auch die Prognose, dass es sein Meisterwerk sein könnte, wenn mich nicht noch ein anderes Film von ihm überraschen würde. Mir gefielen ja schon seine Ausflüge ins Gangster-Genre mit „GoodFellas“ und „Casino“. „Departed“ ist ebenfalls nicht so verachten, doch den Oscar-Gewinn hätte er eher hierfür verdient gehabt. Doch die Academy entschied sich (mal wieder) für das Sport-Drama. Um zurück zum Punkt zukommen: Scorsese hat hier einen Charakter erschaffen wie er in seinen ganzen anderen Filmen kaum zu sehen ist. Es gibt kaum oder gar keine Szene ohne ihn, während in seinen Gangster-Filmen es dem Regisseur mehr darum ging den Fokus auf die Mafia zu legen.
"Taxi Driver" ist ein Film über einen Menschen, eine Figur und einen (Anti-)Helden. Ein Charakter der zwischen Selbstzerstörung und Frust steht. Scorsese schlägt hier ein sehr düsteres Kapitel der Einsamkeit auf. Unberechenbar erscheint dieser Mann. Nicht besonders clever. Aber mit einem zu tief pessimistischen Blick auf die Straßen. Je mehr sich sein verschärft, desto wütender wird er - bis er dann schließlich mit der 44er Magnum vor dem Spiegel steht und diese höchstbekannte Szene erschaffen wird. Hier sieht man den ganz großen DeNiro, der leider seitdem das Jahr 2000 angebrochen ist verlernt hat sich vernünftige Rollen zu suchen. Ich hoffe Scorsese holt in da endlich wieder raus und peitscht ihn soweit nach vorne, dass er endlich mal zeigen kann warum er schon seit langer Zeit den Ruf als einen der besten Schauspieler bekommen hat. In „Taxi Driver“ zeigt er dies in absolut jeder Szene.
[SPOILER]
Das Ende ist natürlich noch einmal eine Krönung. Allein schon der Anfang davon. Wie die Kamera nach oben fährt und da aufeinmal ein Travis gepunkt vor einem steht. Jedem ist selbstverständlich auch die Einstellung geläufig, in der die Hauptfigur blutend auf dem Sofa liegt. Diese gehört mit zu den brutalsten und unvergesslichsten Momenten, die das Kino je erschaffen hat und wie dann noch mal die Kamera ruhig in Vogelperspektive das Schlachtfeld einfängt. Wow. Es ist dabei irgendwie ironisch, dass Scorsese ausgerechnet sein abgründigstes Werk so konzentriert und irgendwie auch gefühlvoll inszeniert. Das Ende wirkt übrigens besonders gut mit dem Soundtrack „A Real Hero“ von „Drive“ [http://www.youtube.com/watch?v=FSwmBoNfLAA]
[SPOILER ENDE]
„Taxi Driver“ ist ein außergewöhnliches und perfekt durchdachtes Charakter-Drama, was einem in seiner Gnadenlosigkeit bei der Darstellung des Alltages fast den Atem verschlägt. Hier wird in höchster Extreme durch das Verhalten von Mitmenschen ein Mann hasserfüllter, als er schon vom Krieg ist. Ein ebenso brillantes wie zorniges Epos.
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Butch7 2012/01/14 22:24:39
Kommentar löschenThank God for the rain to wash the trash off the sidewalk.
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SoulReaver 2012/01/12 16:17:45
Kommentar löschen„Ich hoffe, eines Tages wird ein großer Regen diesen ganzen Abschaum von der Straße spülen.“
Die Großstädte versinken immer mehr im Abfall und in menschlichen Abgründen die nachts durch die Straßen streifen. Nach Sonnenuntergang vor die Tür zu gehen, könnte in gewissen Vierteln kein gutes Ende nehmen. Betreten auf eigene Gefahr ist hier die Devise. Im Klassiker 'Taxi Driver' von 1976 nahm sich Großmeister Martin Scorsese diesem Thema an und schickt uns mit Robert De Niro durch die dreckigsten und verlorensten Ecken der Nacht.
Der verstörte Vietnamveteran Travis nimmt einen Job als Nachtschicht-Taxifahrer in New York an. Der viele Schmutz, die Brutalität und die Unmenschlichkeit, die er in den Jahren erlebt hat, haben ihn zum Einzelgänger gemacht. Schwierigkeiten im Alltag und seine verbotene Beziehung zu einer minderjährigen Prostituierten lassen ihm nur einen Ausweg: die Gewalt.
'Taxi Driver' ist eine berauschende Odyssee durch die finstersten Ecke von New York. Grelle Lichter aus den schmierigsten Clubs, dunkle Gassen und glanzlose Gestalten die den Bürgersteig entlangtrotten. Festgehalten von Kameramann Michael Chapman, der hier fantastisches Leistet und Bilder der kalten Extraklasse abliefert. Man denke allein an die einmaligen Schwenks und Einstellungen während der Schießerei im Treppenhaus gegen Ende des Films. Neben der visuellen Klasse besitzt der Film noch einen der besten Soundtracks überhaupt. Verantwortlich dafür war niemand geringes als Komponistenlegende Bernado Herrmann. Herrmann beherrscht die Kunst durch seine Musik zu sprechen und kann immer zwischen gefühlvoll und dem bitteren Schmerz pendeln. Das verleiht 'Taxi Driver' eine der sowohl packendsten aber gleichzeitig auch bedrohlichsten Atmosphären überhaupt.
Bis in die kleinsten Rollen kann 'Taxi Driver' mit großen Schauspielern glänzen, doch das große Highlight tritt in Form von Robert De Niro auf. De Niro spielt Travis Bickle, den verstörten Vietnamveteran, der mit seiner Umwelt nicht mehr in reine kommen kann. De Niro und Scorsese arbeiteten hier zum zweiten Mal miteinander und brachten direkt eine ihrer eindrucksvollsten Arbeiten hervor. De Niro meistert seinen verbitterten Charakter mit herausragender Mimik und Gestik, die sich durchgehend in purer Perfektion darstellt. Wie erwähnt sind auch die Nebenrollen große Klasse. Mit Harvey Keitel, Albert Brooks, Peter Doyle, Jodie Foster und Cybill Shepherd bleiben keine Wünsche offen und alle, vor allem hier Harvey Keitel, können in ihren kleinen Rollen überzeugen.
Martin Scorsese entführt uns in die besudelten Straßen von New York. Belebt vom Abschaum der noch nicht im Sumpf untergangen ist. Der schwarze Strudel saugt uns ein. An jeder Ecke sehen wir Sex, Drogen und Gewalt. Prostitution, Dealer, Schläger. Und gewartet wird auf einen kräftigen Regen. So stark, dass er den Abschaum in seiner ganzen Erbärmlichkeit von den Straßen spült und sie endlich wieder reinigt. Der widerliche Gestank der durch die Stadt zieht, endlich von einem unaufhaltsamen und gnadenlosen Orkan weggeblasen wird und wir uns eine bessere Welt schaffen können.
„Mein ganzes Leben war ich einsam. Überall. In Kneipen, im Auto, auf der Straße, in Geschäften, überall. Es gibt kein Entrinnen vor der Einsamkeit.“
Travis könnte dieser Regen sein. Travis lebt in seiner eigenen Welt. Ausgebaut aus einen Kriegs-Trauma und Einsamkeit. Er nimmt einen Taxi Job an. Nur die Nachtschicht. Er fährt in die dunkelsten Ecken. An die Stellen die ihn am meisten stören. Die Ecken die er ausrotten möchte, alle zusammen. Für ihn sind diese Menschen nur Abschaum und Dreck. Müll der dringend entsorgt werden muss. Nacht für Nacht treibt er sich in Pornokinos rum, zurückgezogen in sein kaltes und verlorenes Herz. In der hübschen Wahlkämpferin Betsy sieht er plötzlich einen Engel. Ein helles Licht in undurchdringlicher Finsternis. Doch Betsy passt nicht zu Travis. Travis ist ihr zu Eigen und kann sich kaum noch richtig in seine Umwelt einfinden. Ein weiterer Punkt der Travis' Wut langsam mehr und mehr aufkochen lässt. Wut auf seine Umwelt und auf das was sie aus den Menschen gemacht hat. Alles ist verpestet. Als Travis dann die 12 jährige Prostituierte Iris kennenlernt und die Umstände sieht in der sie lebt und wie sie von ihrem Zuhälter behandelt wird, macht er sich schnell verantwortlich für das junge Mädchen. Er will nur helfen, will eine bessere Welt schaffen und der einzige Ausweg scheint für ihn die Gewalt zu sein. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Travis macht sich bereit, fängt an zu trainieren, arbeitet an seinem Äußeren und stattet sich mit den nötigen Waffen aus. Er muss sich unbedingt abgrenzen um wieder ein Teil der Gesellschaft zu werden.
„Ein Tag ist wie der andere, endlos lang. Ich hatte das Gefühl völlig isoliert zu leben, ohne Ziel, ohne echte Aufgaben nur auf mich konzentriert. Ich wusste was mir fehlt war ein Mensch.“
Mit Travis bekommen wir es mit einem zwar vielschichtigen, aber auch komplizieren wie widersprüchlichen Charakter zu tun. Er hasst das New Yorker Nachtleben, möchte aber in der Nacht arbeiten wo er es nur mit dem elenden Pack zu tun hat. Er verachtet die dreckige Kultur, treibt sich aber jede Nacht im Pornokino zwischen Perversen rum. Travis will kein Teil dieser Welt sein, doch er ist es längst. Der einzige Ausweg scheint die Selbstrettung und Erlösung. Er möchte die Welt vor noch mehr Schmutz bewahren, doch dafür muss er auch sich schützen und würde dafür sogar zum Attentäter werden.
Wo befindet sich unser Standpunkt bei dieser Geschichte? Bezogen auf die extremen letzten 20 Minuten des Films. Wie weit können wir uns in diese Handeln hineinversetzen, wenn man jeden Tag aufs Neue diese Abgründe erleben muss? Inwiefern werden wir selbst zu einem Teil von Travis und wie weit sind wir schon eingebunden in der dreckigen Unterwelt. Travis ist kein Held, auf keinen Fall. Hat er überhaupt ansatzweise irgendwas richtig gemacht? Ja, er hat gehandelt. Ob Richtig oder Falsch ist egal. Das was viele Menschen in höheren Positionen längst hätten tun sollen. Ein Zeichen setzen.
'Taxi Driver' ist mit Sicherheit kein Unterhaltungsfilm für Zwischendurch. Dafür liegen das Thema und der ganze Film viel zu schwer im Magen. Vor allem die erwähnten letzten Minuten des Films lassen hier die Bombe platzen. Die allerletzten 2-3 Minuten des Films bieten dann jedoch nochmal Interpretationstoff, ob wir uns immer noch in der Realität befinden oder schon längst in den ausgebauten Gedanken von Travis. Doch weiter will ich an dieser Stelle gar nicht auf die Szenen eingehen, denn das würde zu weit führen.
Fazit: 'Taxi Driver' zerrt uns in eine völlig missratene und abstumpfte Welt in der es in jedem Punkt an Liebe fehlt. Martin Scorsese inszeniert einen Film, voller Gesellschaftskritik, Brutalität, Abgründen und Zorn. Die fantastischen Bilder, der mehr als grandiose Soundtrack, die herausragenden Darsteller und das exzellente Drehbuch machen 'Taxi Driver' zu einem der besten und eindringlichsten Meisterwerke der Filmgeschichte. Ein Film, der die Betitelung "Klassiker" mehr als nur verdient hat.
„Aber mich kriegt ihr nicht klein. Mich nicht.“
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FilmFreeza 2012/01/12 17:09:47
Antwort löschenIch bin heiss auf den Film :) Ist das Kompliment genug ?!!! ^^
SoulReaver 2012/01/12 17:22:08
Antwort löschenDamit kann ich leben, durchaus :D
Andy Dufresne 2012/01/12 19:39:48
Antwort löschenSauber Herr Reaver !
SoulReaver 2012/01/12 19:57:00
Antwort löschenDanke, Herr Dufresne!
Andy Dufresne 2012/01/12 20:03:59
Antwort löschenHammer Profilbild auch,Herr Reaver!
SoulReaver 2012/01/12 20:08:13
Antwort löschenUnd nochmal Danke, Herr Dufresne!
Kreaexo 2012/01/12 22:18:10
Antwort löschenWird Zeit für eine erneute Sichtung.
Ach und Souli, Musikempfehlung von mir: http://www.jukebo.fr/die-toten-hosen/clip,regen,qvuspf.html ... wenn die Hosen sich während des Songwritings nicht Taxi Driver als Vorbild genommen haben, weiß ich auch nicht weiter. :D
Ach und ich will einen Kommentar zu "American History X" von dir lesen! :)
SoulReaver 2012/01/13 00:01:08
Antwort löschen:D Interessante Ansicht und der Kommentar kommt Morgen :)
Oceanic6 2012/01/13 00:01:29
Antwort löschen27 Likes? Darfste gerne verdoppeln. Tolle Kritik zu meinem Lieblingsfilm nach "Der Pate" und "der eiskalte Engel" !! ;)
SoulReaver 2012/01/13 00:18:44
Antwort löschenDanke :) Jap, großartiger Film.
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Gentleman Jack 2012/01/13 13:40:32
Antwort löschenGrandiose Kritik! Wow! Ich glaube, ich werde dem Film doch noch ne zweite Chance geben. ... besonders am Ende muss mir was entgangen sein. Dass es lediglich Travis Phantasievorstellung sein könnte, ist mir wohl irgenwie entgangen.
SoulReaver 2012/01/13 15:38:28
Antwort löschenVielen Dank :) Ja schau es dir mit dem Gedanken nochmal an. Ist ne interessante andere Sichtweise :)
WaaayneTrain 2012/01/11 23:29:26
Kommentar löschen„Loneliness has followed me my whole life. Everywhere. In bars, in cars, sidewalks, stores, everywhere. There's no escape. I'm God's lonely man...“
Eine einfache und deshalb eine unglaublich eindringliche Erzählstruktur schildern die psychische Deformation des Taxifahrers Travis Bickle inmitten des Drecks auf den Strassen von New York. So eindringlich, das der Zuschauer jede Sekunde hautnah dabei ist. Dabei wird auch die Atmosphäre der 70er-Jahren perfekt eingefangen. "Taxi Driver" ist ein cineastisches Portrait von Einsamkeit und Frustration in dem sich jedermann ein Stück weit wiederfindet. Ein unvergessliches filmisches Denkmal, das es für immer bleiben wird. Platz 1 auf meiner persönlichen "Top 10 All Time".
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sam_ace_rothstein 2012/01/12 08:22:33
Antwort löschenGehört auch zu meinen Favouriten. Scorseses 3 bester Film ( Nach Goodfellas und Casino) ;)
WaaayneTrain 2012/01/14 00:31:34
Antwort löschenFür mich steht Taxi Driver wegen des stets aktuellen Themas der Gesellschaftskritik und der unschlagbaren Stilistik weit über Casino und GoodFellas, ein zeitloser Klassiker.(=
paultom 2012/01/05 01:02:25
Kommentar löschenMan ist immer nur so gesund, wie man sich fühlt.
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Hanno Jones 2011/12/23 15:14:34
Kommentar löschen"You talkin' to me?"
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G0DsTylA 2011/12/19 23:09:56
Kommentar löschenEin echt gut gelungenes Sozialdrama aus den 70ern.
Toller Film bedrückend, erschekend,realistisch, und ein legendäres Finale!
Mehr als nur sehenswert ein muss für jeden Filmliebhaber!!
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bibi_kiddo 2011/12/08 11:29:42
Kommentar löschenich moechte ja mal behaupten, dass es mir eigentlich nicht an tiefgang und verstaendnis fuer das etwas andere kinoprogramm fehlt, dennoch muss ich sagen, taxi driver hat in mir nicht viel geruettelt.
es tut mir fast ein wenig weh, da ich mir diesen "kultfilm" lange aufgehoben habe und mit grossen erwartungen ran gegangen bin, zu gross, wie sich nun heraus stellte.
was gibt es zu sagen, schauspielerisch, gar keine frage, ausgezeichnet, ach was sage ich, absolute perfektion!
das fremdschaemgefuehl des armen taxi fahrers, der sich zu mehr berufen fuehlte, als nur hinterm lenkgrad zu sitzen und dies durch mehr oder minder dumme kommentare versuchte zu unterstreichen, ueberkam mich des oefteren.
man hatte mitleid, so plump und psychotisch, wie er sich anstellte und wahrscheinlich, zumindest anfangs, keine boese absicht dahinter steckte.
da er aber dennoch ziemlich einseitig fuhr und vor lauter klischee den wald, in diesem falle die welt, nicht mehr sah, die eben mehr als nur schwarz oder weiß ist, hielt sich dann auch mein mitleid in grenzen.
gedrueckte stimmung, schoene szenerie, aber story? na ja, mehr als platt und fuer meine begriffe zu einfach.
zumal ich ihn in keiner sekunde als held wahrnehmen konnte.
er knallt ein paar leute ab, statt sich um die wurzel allen uebels gedanken zu machen. er verachtet zuhaelter und nutten, die freiwillig anschaffen, guckt aber gern pornofilme und unterstuezt somit nichts anderes als kaeufliche liebe. das kleine, arme maedchen, welches er zum schluss vor der boesen welt rettete, saß schon einmal in seinem wagen, da hat er aber keinen finger geruehrt. ehrenhaft?! hmm..
er mag maenner nicht, die druck ausueben, tut aber genau dasselbe bei seiner anfaenglichen bekannten.
ich weiss nicht so recht, aber ausser dass seine frisur zum schluss der wahnsinn war, und er vor dem spiegel abgeht wie john wayne, ist er mir mehr als suspekt und unsympathisch.
alles in allem, maximal mittelmaß.
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WaaayneTrain 2011/12/17 23:42:07
Antwort löschenNachvollziehbar, doch: klischee? Wo? Und es war definitiv nicht die absicht, travis als helden darzustellen.
Gentleman Jack 2011/12/21 16:46:01
Antwort löschenDu nimmst mir die Worte aus dem Mund, Kiddo: Der abstoßende Charakter des Hauptdarstellers mit seinem nervigen Geschwafel und seiner Doppelmoral machen das Anschauen des Filmes leider zu einer Tortour. Die Tatsache, dass genau diese Fokussierung auf einen Antihelden das damals geradezu revolutionäre in Hollywood war, macht es leider auch nicht erträglicher und auch nicht die brilliante schauspielerische Leistung. Klar: der Film wollte schocken, dem konservativen Amerika seine Doppelmoral vor Augen führen, mit diesem personifizierten "psychotischen Kollateralschaden" des Vietnamkrieges, dennoch finde ich auch gerade die Glorifizierung von Selbstjustiz im Film sehr erschreckend. Ich stimme dir soweit zu, finde es jedoch etwas verstörend, wie du Menschenhandel/Prostitution - und insbesondere hier: Prostitution einer Minderjährigen - mit Pornofilmen gleichsetzt.
Außerdem würde ich den Film schon wegen seiner Bedeutung für - und seinen massiven Einfluss auf - die Entwicklung der Filmindustrie schon als "sehenwert" einstufen. Ich persönlich war jedoch nach dem Anschauen auch maßlos enttäuscht.
WaaayneTrain 2011/12/23 18:04:19
Antwort löschenFilm falsch verstanden.
bibi_kiddo 2012/01/10 01:14:21
Antwort löschenalso, ich stelle klar:
die tatsache, mit einer frau zum ersten date in ein pornokino zu gehen, sich darueber aufzuregen, dass sie es verstoert, aber gleichzeitig ueber prostitution im allgemeinen, (nutten, usw. wurden sie betitelt) als abschaum, der beseitigt werden muss, zu bezeichnen, ist fuer mich, entschudligung unfassbar widerspruechlich und alles andere als revolutionaer.
ich denke auch nicht, dass ich den film falsch verstanden habe, ich habe ihn vllt. mit anderen augen gesehen und sehr kritisch beaeugt. ich denke, auch mir steht ein urteil zu, auch wenn ich nicht die meinung der masse teile, ohne unterstellt zu bekommen, ich haette ihn nicht verstanden. danke.
Gentleman Jack 2012/01/11 17:02:58
Antwort löschenJa, genau das ist die Szene, die Travis Bickle eindeutig als kranken Soziopath zeigen soll: er sieht seinen Fehler nichteinmal ein, geschweige denn, dass er kapiert, dass man eine Frau beim ersten Date nicht in ein Pornokino ausführt. Die Szene war im prüden Amerika der 80er Jahre noch ein viel größerer Aufreger, als sie es jetzt für dich noch ist: was das angeht, liegst du also vollkommen auf der Linie der "Masse", deswegen funktioniert sie ja auch, um ihn definitiv als Antihelden zu etablieren.
Jedoch waren bis dahin SÄMTLICHE Hauptfiguren in Hollywoodfilmen nachamenswerte, moralische gesellschaftskonforme Helden. Und das revolutionäre ist eben NICHT, sein Verhalten/Charakter selbst, sondern eben diese simple Tatsache. Das hätte also auch sämtliche andere Aktion sein können, die sagt: "was ist das für ein kranker Arsch??" Ohne Taxi Driver hätte es wohl viele spätere Werke mit Antihelden im Fokus - so ziemlich jeden Tarrantinofilm also - nicht gegeben. Deshalb gebe ich dafür 2,5 Bonuspunkte zum Mittelmaß: der Film und die folgenden Debatten über ihn hatten einen direkte verändernde Auswirkung auf die Gesellschaft.
Dessen ungeachtet: genau diese Szene hat den Film für mich auch in der Folge unerträglich gemacht und das ist eine Frage von Gefühlen beim anschauen und nicht des "Verstehens". Deswegen ist es auch keine Frage, über die sich diskutieren lässt. Dessen ungeachtet sind viele hohe Noten hier definitiv eine Folge von "Herdentrieb" und "Kultfilm"-Status.
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bibi_kiddo 2012/01/12 19:53:18
Antwort löschenes ging mir hierbei nicht um die szene an sich (und was die szene bewirken sollte, ist mir durchaus bewusst), sondern um die doppelmoral die stoert. wie kann es sein, dass so ein wunderwerk an film, sich solche logischen patzer leistet?
der antiheld status meines erachtens voellig fehl verliehen. da gibt es weitaus bessere filme, die ebenfalls alt sind und nicht konventionell, siehe "el topo", der und das nur nebenbei, sechs jahre frueher erschien. das nenne ich mal einen film! und nicht solch langweilige, moechtegern schocker.
ich habe auch keine lust, mich hier weiter erklaeren zu muessen. falls jetzt immer noch fragen zu bereits erwaehnten aeusserungen offen sein sollten, muss ich leider sagen, kommentar falsch verstanden.
Gentleman Jack 2012/01/13 00:19:08
Antwort löschenEs wird erwähnt, dass Bickle bei den Marines - sprich in Vietnam - war. Man weiß heute, dass Soldaten nach Kriegen meist an einer sog. Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden und tlw. kaum zu resozialisieren sind, aufgrund der Grausamkeiten, die sie gesehen und begangen haben. Bickle zeigt sämtliche Symptome, die diese psychische Krankheit ausmachen. Dazu gehört z.B. die emotionale Abgestumpftheit, die sich u.a. in seiner offensichtlichen Doppelmoral zeigt, Aggressivität, Stimmungsschwankungen und vor allem die Schlafstörungen. Damals war diese Krankheit selbstverständlich nicht offiziell anerkannt, dann hätte der Staat seinen "Helden" ja Geld zahlen müssen. Deswegen war dieser Film - ob er einem nun gefällt oder nicht - wichtig. Die Bundeswehr tut sich heute noch schwer, kranke Soldaten zu entschädigen. Es ist also kein logischer Patzer: im Gegenteil. Diese objektive Tatsache hat aber nichts damit zu tun, ob du den Film nun subjektiv magst oder nicht.
Danke für den Tip: der Film hört sich interessant an und ich nehme stark an, dass er die Vertreter von "New Hollywood" auch stark beeinflusst hat und somit indirekt auf die Gesellschaft gewirkt hat. Ich bezweifle jedoch, dass ein mexikanischer Film direkt groß wahrgenommen wurde und deshalb - leider - wiedereinmal "die Großen" den Ruhm für Veränderung gerntet haben.
Moe 2011/12/04 19:28:01
Kommentar löschenSo, habe ich den Film nun auch mal gesehen.
Stellenweise erinnerte mich der Film an "Bringing out the Dead", hatte einige Parallelen, vor allem das Rumfahren nachts.
Ansonsten finde ich es sehr schade, dass mit dem Irokesen-Bild der Film beworben wird, ich mag es einfach nicht, wenn im Trailer oder auf dem Cover oder Bildern Dinge vom Ende gezeigt werden. Das gehört sich einfach nicht.
Ansonsten sehr guter Film, den man auch bedenklos direkt auf Englisch angucken kann, denn die Sprache ist sehr deutlich. Auch die Musik und die allgemeine Szenerie sind fabelhaft. Keitel wirkte etwas befremdlich in seiner Rolle, aber selbt da war er ausgezeichnet, ebenso wie Jodie Foster und Robert De Niro. Definitiv ein Meisterwerk Scorseses!
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Keky 2011/12/01 03:06:31
Kommentar löschenEin Meilenstein des New Hollywood. Einer der besten Filme der 70er!
Abgründiges Psychgramm eines alleingelassenen der zum Helden avanciert. Eine Schauspielleistung die fast Konkurrenzlos ist. Dieser Film gehört in jede Sammlung!
Für mich persönlich ist der Film ein Meisterwerk.
Der Film hat mich irgendwie an "Falling Down" erinnert....blödsinn andersrum, Falling Down ähnelt Taxi Driver.
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xXFilmFreakXx 2011/11/17 14:57:42
Kommentar löschengenial,alleine De Niro mit der Szene vor dem Spiegel ist Kult ^^
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vanilla 2011/10/27 22:35:50
Kommentar löschenMuss man schon zu den Klassikern zählen. Ein schlafloser und menschenentfremdeter De Niro als Taxifahrer, der nach und nach nicht nur sich selbst, sondern beinahe alles verliert.
Weltklasse Regie und ein überragender Darsteller, machen diesen düsteren und packenden Thriller zu einem unbedingt sehenswerten Film.
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alex023 2011/10/23 18:39:50
Kommentar löschen"Shit! Ich warte auf den Sonnenschein."
Eine ganz große Charakterstudie des Taxi Fahrers Travis Bickle, verkörpert vom großartigen Robert De Niro, der hier den Leuten die Augen öffnet ob der amerikanischen Gesellschaft. Gute Regie von Meister Martin Scorsese, der Soundtrack von Bernard Herrmann ist anfangs noch stimmungsvoll, gegen Ende hin fängt er aber etwas zu nerven und will nicht mehr so recht ins Bild passen. Passt meiner Meinung nach halt eher zu Hitchcocks Filmen. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt. Ein rundum starker Film, der zurecht viermal für die Academy Awards nominiert war.
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hoffman587 2011/10/23 19:49:36
Antwort löschenHerrmann-Basing ist nichts schönes, denn Bernard Herrman = Gott!;-)
Seine letzte Filmmusik, noch ein mal genial wie nie, meiner Meinung nach, eine perfekte Ergänzung und Gott allein mit Hitchcock asozieren ist etwas simpel gehalten, klar Hitch´s Hofkomponist aber auch anderweitig eben ein Gott, der es wirklich verstand die Töne und die Musik richtig einzusetzen, kann gar nicht nerven:)
alex023 2011/10/23 19:50:15
Antwort löschenDoch kann.
FumerTue 2011/10/21 00:50:45
Kommentar löschenMartin Scorsese präsentiert uns mit "Taxi Driver" ein durch und durch durchdachtes Meisterwerk mit atemberaubendem Soundtrack, einem perfekten Hauptdarsteller und einer verstörenden, aber auch interessanten Handlung.
Packend von der ersten bis zur letzten Minute! Auch die deutsche Synchronstimme, Christian Brückner, ist einfach fesselnd! Hab mir erst vor ein paar Tagen "Apocalypse Now" angeschaut, wo auch aus dem Off immer so eine kühle, triste, aber bestimmte Synchronstimme kommt; bei beiden Filmen werden diese im Deutschen von Brückner gesprochen.
Ich frage mich, warum der Film nicht die Oscars für beste Regie, besten Film, besten Score und vor allem besten Hauptdarsteller gekriegt hat... Ich kenne zwar diesen Film Network nicht, der 1977 jede Menge abgeräumt hat, aber ich glaube kaum, dass der besser war als Taxi Driver ;)
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hoffman587 2011/10/21 01:10:42
Antwort löschenDas mit dem Hauptdarsteller ist schnell geklärt: War eine posthume und meiner Meinung nach völlig verdiente Auszeichnung für Peter Finch, insofern hatte De Niro, möge er noch so genial sein, keine Chance. Und besten Score bekam immerhin "Das Omen" von Goldsmith natürlich kann man das nur schwer miteinander vergleichen, da der eine Grusel erzeugt und der Andere an sich ein perfekt für "Taxi Driver" mit seiner atmosphärischen Stil geeignet, auch hier schwer zu sagen. Interessant mag dabei auch der Aspekt sein, dass Scorsese meines Wissens nach nicht mal nominiert war, aber was solls. Er hat so der so seinen Platz in der Filmgeschichte eingenommen, immerhin bekam Welles für "Citzien Kane" auch keinen Oscar. ;)
FumerTue 2011/10/21 01:47:27
Antwort löschenhttp://de.wikipedia.org/wiki/Oscarverleihung_1977
doctorgonzo 2011/10/21 09:59:12
Antwort löschenKlar hat Welles einen Oscar für "Citizen Kane" bekommen. Bestes Originaldrehbuch.
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hoffman587 2011/10/21 23:48:58
Antwort löschenStimmt doctor, doch war aber auch eher auf die anderen Kategorien bezogen, dennoch stimmt ein kleiner Fehler (durch Alkohoeinflussl wie ich vermute meinerseits). In der Zeit bin ich anscheinend nicht zurechnungsfähig. So möchte ich mich dann doch für diese einfältige Behauptung entschuldigen.
doctorgonzo 2011/10/22 09:14:44
Antwort löschenDas kenn ich. Es sei Dir vergeben :-)
Prechtl 2011/10/20 17:18:17
Kommentar löschen"Taxi Driver" ist ein Film, der bei mir erst bei der zweiten Sichtung funktionierte. Beim ersten Mal konnte ich nicht viel mit dem Film anfangen, da mir die Handlung zu langweilig und etwas zu langatmig geraten war und ich die Person Travis Bickle einfach nicht verstand. Doch beim zweiten Mal (im O-Ton!) ging mir plötzlich ein Licht auf und ich erkannte den Sinn hinter dem Film.
"Taxi Driver" ist ein sehr sozialkritischer Film. Wir befinden uns im Leben des Travis Bickle, ein 26-jähriger Taxifahrer, der an Schlafstörungen leidet und, wie er selber sagt, schon immer alleine war. Er lebt sozusagen für seinen Job und weiß sonst nicht viel mit seiner Freizeit anzufangen. In der Nacht fährt er die unbeliebten Nachtschichten bis in die dunkelsten Gegenden New Yorks. Dort sieht er Dealer, Mörder, Prostituierte, Drogensüchtige. Und er wünscht sich, dass etwas geschehen möge, damit all dieser Dreck ausgelöscht wird, damit die Straßen New Yorks wieder sauberer sind. Verschiedene Umstände bringen ihn dazu, sich eingehend mit dieser Theorie zu befassen und mit der Zeit steigert er sich immer mehr hinein - bis er sich Waffen zulegt und seinen Teil dazu beitragen will, New York zu säubern.
Das wohl faszinierendste Element in diesem Film ist wohl die Person des Travis Bickle, ein einsamer und unauffälliger Mann, dem man seine wahnwitzigen Ideale nicht ansehen würde. Durch den Schlafentzug fährt er 12-Stunden-Schichten und verdient jede Menge Geld, weiß aber damit nichts anderes anzufangen, als ins Pornokino zu gehen. Auch ansonsten fährt er ziellos durch die Stadt und entdeckt dabei eines Tages die junge Prostituierte Iris (Jodie Foster), der er helfen möchte.
Ich weiß wirklich nicht, ob Travis Bickle jetzt gut oder böse ist. Ja, er hat seine Eigenheiten und ist verrückt und hat Menschen getötet. Aber immerhin hat er es für eine gute Sache gemacht und wurde als Held gefeiert (auch wenn ich das nicht wirklich nachvollziehen kann). Ich glaube, das muss jeder für sich entscheiden.
An der Leistung von Robert de Niro gibt's wirklich absolut nichts zu meckern, immerhin ist dies seine Paraderolle und die wahrscheinlich beste seiner langen Karriere. Ein Oscar hätte bei ihm eigentlich locker drin sein müssen. Außerdem möchte ich ein Lob an Jodie Foster aussprechen, die mit zarten 13 Jahren diese Leistung vollbrachte und damit ihre große Karriere startete. Harvey Keitel ist als Zuhälter Sport auch mit von der Partie, allerdings in einer ziemlich kleinen Nebenrolle.
"Someday a real rain will come and wash all this scum off the streets."
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Joeyjoejoe17 2011/10/20 17:36:20
Antwort löschenDen muss ich mir auch nochmal ansehen, fand ihn wie du beim ersten Mal "nur" gut, aber nicht herausragend, weil er doch recht langatmig zu sein schien.
Absolut treffender Kommentar.
Prechtl 2011/10/20 18:14:22
Antwort löschenMan muss sich wirklich einlassen können in den Film, und dazu muss man wohl gerade in der richtigen Stimmung sein. So war's bei mir jedenfalls, vlt. auch bei dir :)
Sufu 2011/10/19 22:12:15
Kommentar löschenDas Portrait eines bewaffneten Nietzsche der 70er Jahre: Ein einsamer, gelangweilter Mensch, dessen Depression eine elegante Taxifahrt ins Nichts ist. Ein Kreis, der sich zum Ende des Films im Vakuum auflöst um schließlich doch noch zu existieren.
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