Taxidermia - Friss oder Stirb
Taxidermia, HU, AT, FR 2006
- Genre
- Komödie, Horrorfilm, Drama
- Inhalt
"Taxidermia" erzählt die Geschichten von drei Generationen innerhalb einer sehr außergewöhnlichen Familie. Im zweiten Weltkrieg "erfindet" der Soldat Vendel aus Frust über die unmenschlichen Gängeleien seines Leutnants immer ausgefallenere… — Mehr
"Taxidermia" erzählt die Geschichten von drei Generationen innerhalb einer sehr außergewöhnlichen Familie. Im zweiten Weltkrieg "erfindet" der Soldat Vendel aus Frust über die unmenschlichen Gängeleien seines Leutnants immer ausgefallenere Möglichkeiten der Selbstbefriedigung. Sein ungewöhnliches Hobby hat bizarre und tragische Folgen, resultiert aber auch in einem Nachkommen, der einem wahnwitzigen "Leistungssport" nachgeht: Wettessen. Auch er zeugt einen Sohn, mit einer ungewöhnlichen Leidenschaft: dem Ausstopfen von Tieren.
- Cast
- Csaba Czene, Gergely Trócsányi, Piroska Molnár, Adél Stanczel, Marc Bischoff, Gábor Máté, Zoltán Koppány — Mehr
- Regisseure
- György Pálfi
- Autoren
- György Pálfi, Zsófia Ruttkay
- Laufzeit
- 90 Minuten
- Handlung
- Surrealismus
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kommentare — Geht so 5.6
Der Film Taxidermia - Friss oder Stirb wurde von 81 Mitgliedern bewertet.
BigDi 2010/02/17 23:16:01
JimiHendrix 2010/02/17 18:50:07
Groteskes Antikino, welches aber mit vielen Inovationen und groben Humor aufwarten kann.
Ich bekam diesen Filmtipp von einem Kumpel, der ihm Nachts auf ARTE zum Opfer gefallen ist und war sofort interessiert an dieser morbide klingenden Story aus Ungarn. Nun habe ich diesen Streifen überstanden und er bleiben ein paar einprägsame Erinnerungen im Raum stehen.
Ich brauchte ein wenig, bis ich den Éinstieg in die Geschichte fand, weil man einfach ins kalte Wasser geworfen wird und ich schwer feststellen konnte, was mir das Geshehen sagen soll. Man muss sich halt einfach auf die Bilder und Eindrücke einlassen, aber fesselnd genug dafür sind sie alle mal.
Teilweise erinnerte mich dieser Film ein wenig an "Ex Drummer" oder"Das große Fressen" aber das waren nur Randeinschätzungen. Zum größten Teil und auch oberflächlich betrachtet lebt der Streifen von seiner Widerwertigkeit, was für mich keine negative Eigenschaft darstellen muss.Ich fand es eher amüsant die teilweise perversen Bilder einfach so zu nehmen, wie sich sich mir zur Schau stellten. Dieser pure Realismus der Bilder war einfach zum kotzen, aber nach dem Erbrechen fühlte man sich meistens gut, genauso war es auch bei diesem Stück von Film.
Nach 20-30 Minuten lässt sich dann auch eine Struktur erkennen, die sich bis zum Schluss auch nicht mehr aus den Augen verlieren lässt.
Der Höhepunkt am Schluss ist sich des Namens auch keinesfalls unwürdig, auch wenn es einen mit dem ein oder anderen Interpretationsfragezeichen zurück lässt.
Die Protagonisten sind erfrischend anders und sind eine gelungen-schmerzhafte Ablenkung zu den Hollywoodvollzeitschlampen wie Will Smith, George Clooney und Tom Hanks, deren Gesichter man öfters im Fernsehen zu sehen bekommt als die N24 News.
Außerdem ist mir sofort die supergeniale Kamaraführung aufgefallen, welche mit vielen innovativen Einstellungen zu glänzen vermochte, wie zum Beispiel die Badewannendreheinstellung zu Anfang.
Es kam wenig musikalische Untermalung zu den Bildern, aber wenn dann doch mal etwas eingespielt wurde, dann passte das auch super hinein, vorallem die Musik im Abspann fand ich klasse und verdient hier auch ihre lobene Erwähnung.
Na und zum Schluss kann ich sagen, dass es wirklich entspanned war, mal wieder etwas obskures und neuartiges zu sehen, auch wenn man dem Film vielleicht vorwerfen kann, dass hier nur auf ausgedehnte Kotzorgien gesetzt wird, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Das ist nicht immer so, ich finde hier und da lässt sich auch ein bisschen Tiefgründigkeit erkennen.
So kann ich den Film mit ruhigem Gewissen denjenigen unter euch empfehlnen, welche Hunger auf einen erfrischend abstoßenden Film aus Ungarn haben, für alle anderen: Steckt euch erstmal den Finger in die Kehle und guckt was passiert, wenn ihr mit dem Resultat leben könnt, seit auch ihr bereit euch diesen Antifilm anzutun.
bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Meister Qualle 2010/02/05 15:15:44
Der Film ist ein schlag ins Gesicht, nicht dramatisch oder spannend wie Reqiuem for a Dream, sondern schlicht und einfach ekelerregend. Das weckt interessante Gefühle im Zuschauer, das kann man nicht abstreiten - ob sowas nötig is ? Überflüssige Frage, ich finde man sollte sich eher mit den Ekelszenen intesiv auseinandersetzen und diese mit dem eigentlich okayen Grundbau des Filmes auseinandersetzen.
Dennoch: wer so lange auf die ekligen Szenen der Handlung mit der Kamera hält versucht etwas zu bewirken oder ist einfach nur mächtig schräg drauf..
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Hassfilm von:
Der Film Taxidermia - Friss oder Stirb gehört zum Genre Komödie, Horrorfilm. Regie führte György Pálfi.
Ein schwer zu wertender Film. Bevor man sich die Frage stellt, ob man ihn nun mag oder nicht, stellt man sich die Frage nach der Genrezugehörigkeit: Ein Horrorfilm? Ein Drama? Eine Parabel, auf was auch immer? Eine gewollt widerliche Provokation? An dieser Stelle möchte ich dann doch den einfachsten Weg einschlagen und den Film als eine Schwarze Komödie definieren. Die schwärzeste nach "Ex Drummer" und "Ichi", wohlgemerkt - mit einigem Abstand, aber nichtsdestotrotz nachhaltig und faszinierend.
"Taxidermia" beweist ein weiteres Mal den Verdacht, dass ein Großteil der verstörendsten und krassesten Filme keine indizierten, sondern mit der recht milden 16er-Freigabe versehene Werke sind: Was man hier als Zuschauer ertragen muss, bewegt sich jenseits jeglicher Anstandsgrenzen, Körperflüssigkeiten aller Art werden hier bis zum Äußersten zelebriert und das auch noch in einer derart gestylten und makellosen Optik, dass man ihnen gerne künstlerischen Anspruch zumutet. Die Bilder werden einem so schnell nicht aus dem Kopf gehen und sie sind selten besonders angenehm. Und da sind auch noch die kleineren Augenblicke, die mitten in dem ekligen Treiben einen Funken von einem Gefühl entstehen lassen, wie man ihn weder erwartet hätte noch ihn in anderen, "normaleren" Filmen erlebt. Für Hartgesottene bietet der Film einen krassen Mix aus abstoßenden Widerlichkeiten und einer dennoch vorhandenen, seltsamen Faszination. Dabei ist der Film formal gar nicht so überdreht, wie man es zunächst vermuten würde: Seine absolut kranke Geschichte serviert er mit einer Machart, die eines anspruchsvollen Dramas würdig wäre, was die Schockwirkung noch einmal auf eine andere Ebene hebt.
Zunächst denkt man, ein solcher Film hat keinen wirklichen Sinn, beim Schauen wird man dennoch das Gefühl nicht los, dass etwas hinter alledem steckt. Auch wenn ich den Film bereits vor einiger Zeit geschaut habe, bin ich immer noch nicht auf eine Aussage gekommen - oder etwa doch? Die Zelebrierung von Perversion mag ein Hinweis auf menschlichen Fetischismus sein, sie mag auch reiner Selbstzweck sein, ein Mittel zur Provokation, doch eines ist sie auf jeden Fall: Originell und beeindruckend, in welchem Sinne auch immer. Das Ende ist großartig konsequent und verstörend wie nur wenige andere: Optisch so abschreckend, dass man dennoch gebannt zuschaut und inhaltlich grandios abgefahren. Eine außergewöhnliche Gratwanderung zwischen Abscheu und Faszination in großartigen Bildern, verstörend, amüsant und nachhaltig. Für alle, die krasse und seltsame Filme mögen und einen starken Magen haben - oder sich diesen durch Schocktherapie antrainieren möchten.
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