The Big Lebowski - Kritik

The Big Lebowski

US · 1998 · Laufzeit 112 Minuten · FSK 12 · Komödie · Kinostart
  • 5

    Hey du!
    Sag mal, hast du zufällig einen Stein rumliegen? Wenn ja, ( wer zum Geier hat einen Stein bei sich im Wohnzimmer??) lass ihn bitte schön dort liegen und steinige mich nicht.

    Ich mochte "The Big Lebowski" nicht. Nenn mich Kunstbanause oder laufenden Vacuumbehälter... Es ändert nichts daran, das ich bei diesem Film nichts gefunden habe, das wirklich "Big" war.

    Du musst verstehen, dass ich einige Erfahrungen im Privaten Umfeld gemacht habe, was Leute wie den Dude angehen. Und das waren keine guten. Vielleicht disqualifiziert mich das für eine angemessene Beurteilung, aber dann sag du mir doch: Welche Bewertung hier ist nicht subjektiv?

    Der Film bietet mir keine komödiantischen Spitzenleistungen. Da fand ich den Spruch am Anfang noch am Besten: >Wo ist das Geld? Lass mich nochmal reinschauen! < Toll. Schenkelklopfer. Kannst du mir vielleicht irgendwie die Erleuchtung bringen ?

    Auch das von dir und deinen Gesellen oft gepriesene geniale Skript der ach so tollen Coen-Brothers lässt mich mit den Schultern zucken. Konstruierte Story mit arg vielen Logiklöchern und viele zufällige Fügungen machen für mich keinen Film aus. Und auch wenn der Twist eher spät absehbar war, kam für mich dennoch keine große Spannung auf.

    Positiv erwähnen muss ich allerdings Goodman. Der spielt verdammt gut und herrlich überzogen und ist mit sichtlichem Vergnügen dabei. Auch Hoffman holt aus seiner Figur raus, was er kann ( Wiedereinmal unterfordert )
    Aber die Restlichen Schauspieler ? Du kannst mir nicht im Ernst erzählen Bridges hätte mehr als Standard aus seiner Rolle rausgebracht. Im Gegenteil, ich fand seine Leistung oftmals etwas zu angestrengt. Und ich empfinde es als Beleidigung Turturro und Buscemi so zu verschwenden.

    Selbst mit den angeführten Punkten könnte ich dem Film noch eine 6,0/6,5 geben, aber ich habe mich geärgert:

    Kannst du wirklich behaupten du wolltest Leute wie den Dude in deinem Freundeskreis? Ja er ist voll lässig und voll cool. Toll. Aber er ist ein arbeitsloses, faules Arschloch das sich ohne Rückrad von seinem gestörten Kumpel Walter in die beklopptesten Situationen bringen lässt und das immer wieder.

    Geh mir bloß weg mit dieser verantwortungslosen Sorte von Mensch.

    Ich weiß du schmollst jetzt, wiegst den Stein in deiner Hand auf und ab...
    Aber für mich ist der Film weder ein Meilenstein, noch Kult. Weder Komödie noch Satiere. Einfach der plumpe Versuch eine unvorhersehbare Geschichte zu erzählen und so viele skurile Figuren unterzubringen wie es nur geht. Ohne Tiefe, ohne große Intelligenz.

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    • 0 .5

      Serie "Preacher", 1. Staffel, 2. Folge, 21. Minute.

      HALLELUJA, BITCHES!

      • 6 .5

        Hat mich nicht vom Hocker gehauen.

        2
        • 8 .5

          Kann nir jumida zustimmen. Da gibts keinen Vorgänger keinen Machahmer, nur das Original! Bitte mehr davon!

          • 10

            "New shit has come to light." - The Dude

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            • 7 .5

              Netter Film, ich habe immer Angst mir Komödien anzuschauen. Da ich einfach Komödien nie witzig finde. Das liegt nicht am Film, dass liegt er an mir. Trotzdem muss ich sagen, dass bei den Dialogen doch was sitzen bleibt. Zusätzlich hasst du die komplett bescheuertsten (positiv gesehen) Figuren.

              Eine Sache werde ich Leider oder vielleicht auch zum Glück nie vergessen: Der Auftritt von Jesus, denn habe ich abgefeiert.

              • 8
                Steff93 21.05.2016, 02:17 Geändert 21.05.2016, 02:24

                The Big Lebowski ist so ein typischer Film, den man sich 2 mal ansehen muss, damit man ihn richtig lustig findet! :)

                Walter ist der Beste! :D

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                • 8

                  Sam Elliott erzählt die Geschichte über den Dude (falls wir Kurzformen mögen). Würde er sie jedes Jahr mit der ihm eigenen unverkrampft gesäuselten Cowboy-Melancholie erzählen – jedes Jahr würden wir uns vor Lachen kugeln, vor Tragik schluchzen und vor Faulheit kiffen. Denn: Der Dude (Jeff Bridges) ist der Dude ist der Dude, Vertreter einer Postmoderne, der nichts mehr heilig ist, weil sie selbst ihre Identität verloren hat. Religionen, Regeln, sterbliche Überreste. Eher: Religionsausverkauf, Bowling, das Haar schminkende Asche. Vietnam beim Kaffeelunch. Zirkusartisten. Verwechslungen. Die Coens sind die Coens sind die Coens, nur sie durften den Dude erschaffen, diesen chilligen, verflucht-fluchtenden Teilzeitbär. Die Coens überführen das Heilige in das Profane und transzendieren das Profane zum Heiligen; bei ihnen ist Leben vor allem Gefühl zwischen den Zeichen und Niederschlägen kurzatmiger Erfahrungen. Mit allem nehmen es die Gebrüder auf, sie dekonstruieren die große Erzählung, lenken, kommentieren und brechen sie in Episoden akuter Ideenfülle, voller Bonmots am Rande: David Huddleston kalauert sich pointensicher zu einem der irrsinnigsten (Coen-)Geschöpfe ("Penner!"), wohingegen Roger Deakins den Bowlingkugeln traumtänzerisch nachjagt. Das Lebensgefühl des Duderinos vereinigt sich mit dem Lebensgefühl hinter den Kulissen, den Geschichten über die Geschichte hinaus und warum wir sie brauchen, von Sam Elliott erzählt zu bekommen.

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                  • 10

                    Schräge Figuren, skurrile Situationen, genialer Coen-Wortwitz - wird mit jedem Mal ansehen besser - darum gibt's ab jetzt die Höchstwertung!

                    • 8 .5

                      Ein sehr eigener Film...wird nicht jeder mögen

                      • 10
                        Batman 27.03.2016, 23:19 Geändert 27.03.2016, 23:26

                        Dies ist ein Osterwichtelkommentar für huababuar.

                        The Big Lebowski ist eine skurille Komödie, ein vertrackter Thriller und stellenweise auch ein Drogentraum mit Bowlingkugeln. Der Film ist tatsächlich so erstaunlich vollgestopft mit Witz und Absurditäten, dass es schon bewundernswert ist wie hier weder der rote Faden noch die stilistische Sicherheit verloren geht.
                        Die Coens inszenieren ihren Film völlig trocken, der Witz trifft den Zuschauer unerwartet und ist dann doch völlig on the point. Jeff Bridges frotzelt sich als cooler Dude durch eine verrückte Welt mit noch verrückteren Charakteren, tauscht dabei mit seinen nicht weniger coolen Freunden Binsenweisheiten und diverse Absurditäten aus. Highlight des Filmes ist der Charakter Walter, ein ruppiger und pragmatischer Vietnam Veteran. Er beendet einen Streit auf der Bowlingbahn mit der Pistole und sieht hinter allem die Große Verschwörung.
                        Das Zusammenspiel zwischen Walter und dem Dude funktioniert wunderbar, zwei völlig Gegensätzliche Charaktere, der brutale aber streng religiöse Walter auf der einen, der pazifistische aber unreligiöse Dude auf der anderen Seite. Das hat ordentlich Konfliktpotential, tatsächlich beziehen die Coens aber den meisten Konflikt aus der Konfrontation der Beiden mit der Außenwelt, die fragile Freundschaft zwischen dem Dude und Walter ist doch zu wichtig. Freundschaft ist tatsächlich ein zentrales Thema in The Big Lebowski. Der Film inszeniert bei all der Überdrehtheit doch eine kalte und abweisende Außenwelt, in der die Freundschaft zwischen Walter und dem Dude die einzige Quelle von Wärme ist. Hierauf lässt sich dann auch der Titel The Big Lebowski beziehen.
                        Der reiche Lebowski im Film ist das Gegenteil vom Dude und doch ist letztere der eigentliche große Lebowski. Denn während sein reiches Pendant zum einen ein Scharlatan ist ist er zum anderen auch völlig allein, was ihn am Ende als Verlierer dastehen lässt. Natürlich ist The Big Lebowski auch ein Kind seiner Zeit. Ständig geht es hier um politische Randgruppen, Nihilisten, Neonazis und co werden auf die Schippe genommen.
                        Walter wettert währenddessen mit erstaunlicher Ausdauer gegen die Islamisten und echauffiert sich gleichzeitig darüber, wie sehr die Gesellschaft doch verroht und seine Leistung in Vietnam nicht gewürdigt wird. Mit seinem Charaktere skizzieren die Coens tatsächlich ganz wunderbar einen traumatisierten Kriegsveteranen und führen gleichzeitig den rechten Konservatismus ad absurdum.
                        Somit ist The Big Lebowski letzten Endes viel mehr als eine abgefuckte Komödie und ein Manifest auf die Freundschaft, es ist ein politischer Seitenhieb und ein satirischer Blick auf die Gesellschaft.

                        Sorry Fabian, dass mir kein längerer Kommentar zu deinem Lieblingsfilm gelungen ist. Ich hoffe, du bist trotzdem zufrieden :).

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                        • 10

                          Der Film macht das, was Filme zu Kultfilmen aufstreben lässt. Er liefert Szenen, die sich einem in die Gehirnwindungen einbrennen und fortan zu denen Szenen zählen, die einem immer wieder einfallen, wenn man gefragt wird, warum man so gerne Filme schaut.

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                          • 7 .5

                            Pflichtfilm / Kultfilm wie auch immer richtig gut, trotzdem finde ich es gibt bessere.

                            • 8

                              Ich wollte wissen, warum dieser Film Kult ist, und nach geschlagenen zwei Stunden weiß ich es nun und wurde absolut nicht enttäuscht. Absolut genial gezeichnete Charaktere, die die Schauspieler makellos darstellen, und eine amüsante Geschichte, der man nur mit einem ständigen Grinsen auf den Lippen folgen kann.

                              • 6 .5

                                Ich finde den Film amüsant und die Schauspieler überzeugend, hatte mir jedoch nach den vielen guten bewertungen mehr versprochen.

                                • 10
                                  sachsenkrieger 18.02.2016, 22:28 Geändert 19.02.2016, 13:22


                                  "Lauf, Lebowski, lauf" .......... "Jeder nur ein Kreuz, Mr. Lebowski" .......... "Hören Sie das, Mr. Lebowski? Das ist der Klang des Unvermeidlichen! Der Klang ihres Todes"

                                  "Verdammt, ich heiße Dude! Niemand nennt mich Lebowski. Ihr habt den falschen, ich bin der Dude, Mann!"

                                  Wenn mich jemand zwingen würde, die Worte "Kult" und "Film" in einem Wort zu verbinden, wäre "THE BIG LEBOWSKI" für mich der erste und wohl auch einzige Kandidat für einen Tulkmilf. Der Dude ... das ist nicht der Prototyp ... nein, er ist das bis zur Göttlichkeit ausgereifte Endmodell des modernen Mannes von Welt ... unwiderruflich unabhängig, unkonventionell unliberal und unglaublich sexy. Nicht verbesserbar, nicht reproduzierbar, unerreichbar allen anderen für immer und ewig entrückt. Mit weltmännischer Eleganz schwebt er verzückt und verzückend durch die für alle anderen so graue und fürchterliche Realität und schlägt mit seinen elementaren Lebensweisheiten alle jemals existierenden Philosophen um etliche Längen. Zu Hilfe nimmt er dazu wundersamerweise ... hallelujah, preist seinen Namen ... nur den inhalierten Rauch, der bei der Verbrennung einer relaxierenden Heilpflanze aus der Ordnung der Rosenartigen entsteht und ein Getränk namens "Weißer Russe", das er sich relativ "frisch" aus diversen, mehr oder weniger definierbaren Getreide;- Kaffee;- und/oder Milchprodukten mixt und von dem er so wenig wie nötig und so viel wie möglich in sich hineinschlürft.

                                  Neben diesen beiden vorzüglichen - je nach eigener Weltanschauung - bewußtseinserweiternden oder bewußtseinsdämpfenden Grundnahrungsmitteln des gepflegten Lebemanns, besitzt der Dude noch zwei weitere Freunde, die im krassen Gegensatz zu ihm, weit abseits jeglicher Norm ticken und göttlich von John Goodman und Steve Buscemi vorgelebt werden. Diese drei Kämpfer für Frieden und Glückseligkeit, sehen sich in THE BIG LEBOWSKI vollkommen überraschend mit einer perfiden Verschwörung konfrontiert, die sich gegen ihre Art zu leben richtet. Aktion erzeugt Reaktion und wir erleben, was drei Freunde, die sich verstehen wie eineiige Drillinge, gemeinsam erreichen können. Irgendjemand hat irgendwo und irgendwann geschrieben, es handle sich bei dem Film um eine Hommage an den "Film Noir" der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts, mit einigen Referenzen an Raymond Chandler. Andere behaupten, es handle sich bei THE BIG LEBOWSKI um eine Komödie oder um eine Milieubeobachtung abseits durchschnittlicher Intelligenzwerte. Fragen wir doch der Einfachkeit den Dude:

                                  "Waaass? Häääh? Ach so, ja, hmh ... der Teppich hat das Zimmer doch erst richtig gemütlich gemacht ... hab ich recht?"

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                                  An alle, die nach dem Sinn des Lebens suchen ... seht den DUDE!
                                  An alle, die wissen wollen, was es bedeutet ein Mann, ein Mensch zu sein ... seht den DUDE!
                                  An alle, die den tieferen Sinn des Bowling erkennen wollen ... seht den DUDE!
                                  An alle, die wissen wollen, wie man professionell die Asche eines Verstorbenen ins Meer streut ... seht den DUDE!
                                  An alle anderen ... seht den DUDE!

                                  Sorry, das ich mich hier nochmal vordrängele, aber ich muss es noch einmal mit aller Klarheit der ungefähr zehnten Sichtung sagen: Seht den DUDE nicht einmal, seht ihn nicht zweimal, seht ihn mindestens drei Mal ... und zwar am Tag. Auf das ... nicht das Leben ... nicht die Welt ... die Menschen besser werden. Tut mir leid, Aragorn und Gandalf, der Dude ist letztendlich wohl doch der Film aller Filme aller Zeiten für mich ... und auch wenn es mir das Herz bricht bei diesen Worten: Es darf niemals, wirklich niemals ein Remake oder einen zweiten Teil geben...

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                                    Otto Normal 12.02.2016, 02:34 Geändert 21.07.2016, 10:46

                                    Der Film ist so gut wie alle sagen. Die ganz, ganz große Friedensbotschaft, auch gezeigt durch die Freundschaft zwischen pazifistischem Althippie und jüdischem Vietnam-Nazi, gefällt mir. Nur mit den deutschen Kraftwerk-Nihilisten klappt es noch nicht so recht. Aber was soll man machen... :-) Engl. Originalton lohnt. Und White Russian macht süchtig! Vorsicht liebe Kinder! Garnicht erst anfangen! Und wenn doch dann in Frieden!

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                                    • Our Daily Free Stream: Coen Brothers - The Big Lebowski. The Big Lebowski bietet keine Geschichte, The Big Lebowski ist ein Film über eine Attitude. Leicht zu übersehen, weil The Big Lebowski so viel bietet: Kidnapping, Lösegeld, einen Porno König, eine nackte Malerin, ein davon gelaufenes Mädchen und nicht zuletzt den Konflikt der Flower Power Jünger mit den Vietnam Veteranen. Am meisten aber interessiert sich The Big Lebosky für Bowling! Womöglich können der Plot sowie die Dialoge nur durch die Coen Brüder erfunden worden sein! Irgendwo in der halluzinatorischen Logik des Films hat so etwas wie eine feste Hand gewaltet und die Erzählfäden zusammen gehalten. Ich denke, jeder, der Filme liebt, kennt den Plot bereits: Jeff Bridges verkörpert den Dude - er ist der Dude! Ich würde mich interessieren, wie man ihn eigentlich auf der Strasse anspricht? Der Dude heisst eigentlich Jeff Lebowski, ein ungelernter Alt-Hippie, der tagsüber White Russian trinkt und abends zum Bowling geht. Immer in seiner Nähe: Ein kleiner Pot. Wie eine Löwenmähne trägt der Dude seine Haare, einen struppigen Kinnbart und Bermuda Shorts. Mit seinen Flip Flops hat er Woodstock nie verlassen. In jedem Fall aber bewohnt er die letzte billige Mietwohnung in Malibu. Die Coen Brothers haben immer behauptet, der Dude sei von einer echten Person inspiriert worden: Der Dude gibt vor einer Millionärstochter (Julianne Moore) mit seiner Vergangenheit in der Studenten-Bewegung an und benutzt dabei Fakten, die wiederum von der echten Figur entliehen wurden. Seine wichtigste Eigenschaft: Er verweigert jede Gewalt. Die Politik aber hat Lebowski hinter sich gelassen, um nichts zu tun und zu bowlen. Seine Sportfreunde heissen Walter Sobchak (John Goodman) und Donny Kerabatsos (Steve Buscemi). Walter ist ein stolzer Vietnam Veteran und der Stratege des Trios. Lebowski und Walter sprechen aber nie über Politik. Sobchak ist so etwas wie der sanftmütige Handlanger. So weit ich mich erinnere, sagt er nicht mehr als drei vollständige Sätze im Film - und wird stets von Walter unterbrochen. Ich denke, Sobchak ist aber zufrieden, im Schatten der Beiden zu existieren. Die Details der Handlung sind unterhaltsam, aber im Grunde egal: Es gibt einen Millionär und seine Geliebte, die entführt wird (Tara Reid). Lebowski wird von Killern zusammengeschlagen, die ihn verwechseln (im Grunde müsste sein Name The Little Lebowski sein). Einer der Killer uriniert auf Lebowskis Teppich. Ab diesem Moment lässt sich der Film sehr einfach zusammen fassen: Lebowski will eine Entschädigung für seinen Teppich. Das Figuren-Inventar aus The Big Lebowski wirkt so, als wäre es aus einem Film Noir der 40er entnommen. Einzig der Privat-Detektiv trägt nun eben Bermuda Shorts. In allen Filmen der Coen Brüder dürfen wir aussergewöhnliche visuelle Details bewundern: Die Architektur, Einrichtungs-Gegenstände - Dinge jenseits der Normalität. Ein Kunstwerk ganz eigener Qualität ist der Bowler Jesus Quintana (John Turturro). Unvergleichlich auch das Trio der "Nihilisten", angeführt von Peter Stormare. In Erinnerung bleibt der kurze Auftritt von Philip Seymour Hoffman als Brandt, der Assistent von Lebowski (dem Original). Im Grunde ist alles so einfach: Ein ganzer Film, der von der Gelassenheit des Jeff Lebowski handelt, angesichts der Wirren, die er durchzustehen hat - Er wird geschlagen, unter Wasser getaucht und beleidigt. Auf seinen Teppich wird gepisst. Sein Auto steckt man in Brand. Eine Frau verführt ihn, verlangt aber nur nach seinem Sperma. Jeff Lebowski bleibt immer ungerührt, schenkt sich einen White Russian ein oder nimmt ein heisses Bad. Wie ein Buddha. Lebowski kümmert sich nicht um Nebensächlichkeiten, sondern ausschliesslich um das grosse Ganze. Erzählt wird uns die Geschichte von The Stranger (Sam Elliott mit wundervollem Schnauzbart!). The Stranger beschliesst seine Erzählung sogar damit, dass ein kleiner Lebowski auf dem Weg sei? immerhin, sein Vater verneint die Ehe und lebt ohne Frau (nur durch Zufall kommt er überhaupt manchmal in Kontakt mit dem weiblichen Geschlecht). Ist der Dude deshalb deprimiert? Ist er bekümmert, weil er nichts Anständiges gelernt hat? Nein! Er hat ein Dach über dem Kopf, immer frisches Gras, seine Bowling Freunde und - White Russian. Was braucht es mehr (ganz ehrlich)??? (wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung) (Bild: http://assets.vice.com/content-images/contentimage/194020/Screen-Shot-2014-10-22-at-12-20-47.jpg)

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                                        Wasabitapir 04.02.2016, 15:36 Geändert 04.02.2016, 15:50

                                        Als vor vielen, vielen Jahren der Abspann von The Big Lebwoski das erste Mal – viele weitere Male sollten und sollen noch folgen – über den Bildschirm meiner Flimmerkiste kroch, war ich in tiefer Ratlosigkeit befangen, ob dessen, was ich die letzten zwei Stunden da gesehen, gehört, empfunden, verstanden hatte. Plötzlich, als die weiße Schrift bereits einige Zeit ins schwarze Nichts verrollt war, musste ich merken, wie sich meine Mundwinkel unweigerlich langsam, aber unaufhaltsam, unkontrollierbar verzögert in die Höhe verzogen. Was folgte, war ein Lachanfall, wie ich ihn so erst selten erleben durfte – verspätet, ins Rollen kommend. Je mehr ich lachte, desto mehr verknüpften sich die einzelnen Handlungsteilchen, und je mehr es sich alles verknüpfte, desto schallender wurde das Gelächter, und je mehr alles einen Sinn gewann und damit an Bedeutung verlor, desto klarer wurde mir, wieso ich soeben ein Meisterwerk miterlebt hatte, für welches man gar nicht genügend Hüte auf dem Kopf tragen kann, um sie zu ziehen. Die Logik der Unsinnigkeit und die daraus resultierende Heiterkeit ist von den Coen-Brüdern in dieser Noir-Hommage mit dem sympathisch stoischen Althippie und seinen treuen Begleitern, dem tragisch-komischen Veteranen und dem allzeit hinterherdackelnden Donnie so gut in Szene gesetzt, dass man nach einer ersten Sichtung tatsächlich meint, etwas, irgendetwas Schönes begriffen zu haben, das bleiben wird. Eine moderne Donquichotterie, die den Spaß am Ernst feiert.

                                        • 10

                                          ***SPOILER***
                                          Im ganzen Film sieht man den Dude kein einziges Mal bowlen. Aber er hört sich selber eine Walkmanaufnahme von sich selbst beim bowlen zu und spielt diese Meisterschaft im Geiste nochmal ab. Und dann bekommt er von Maude's Handlangern eine auf's Maul. Und der Teppich, der das Zimmer erst gemütlich gemacht hat, ist schon wieder weg.

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                                            BenAffenleck 14.01.2016, 20:24 Geändert 14.01.2016, 20:26

                                            Nicht selten denke ich an den "Dude" Lebowski, wenn.....

                                            …..der Wecker klingelt, einfach noch mal umdrehen anstatt wieder böse lächelnd ins Getriebe des Kapitalismus zu springen und 40 Stunden Maloche die Woche runter zu reißen.

                                            .....ich zwei Mal die Woche zum Training eiere, damit der angezählte Rücken noch 25 Jahre durchhält und ich nicht durch das grobmaschige Sicherheitsnetz des sozialen Abstiegs falle. Und das obwohl uns immer schön vorgekaukelt wird, das so was ja niemandem passieren kann, der immer gearbeitet hat.

                                            …..mein Chef mich anranzt, und in meinem Kopf in großen Leuchtlettern steht: „Ja, weißt du … das ist vielleicht deine Meinung, Mann“.

                                            …..ich „CCR“ höre, oder auch die bekackten „Eagles“ (die ich nicht bekackt finde)

                                            …..ich in einer Getränkekarte „White Russian“ lese.

                                            …..meine Kids ihre transparenten Badeschuhe tragen.

                                            …..ich die Asche aus dem Grill in einen Eimer kippe.

                                            …..ich aus der Milchpackung trinke.

                                            …..ich einen Scheck ausfülle.

                                            …..einer was auf meinen Teppich verschüttet.

                                            "The Dude". Einer der nicht viel vom Leben verlangt und sein Tun auf das reduziert hat was ihm gefällt: Bowlen gehen und mit den Jungs abhängen, White Russians oder ein Bier genießen, Gras rauchen, Bowlen gehen, bequeme Klamotten tragen ohne auf die Etikette achten zu müssen, Creedence genießen, Walgesang in der Badewanne hören und Bowlen gehen. Glücklich in einer Nische leben, mit seinen 2 Freunden, dem leicht reizbaren Vietnam-Veteran Walter und dem eher introvertierten Donny eine gute Zeit haben. Und die ultimative Gewissheit zu haben: Wenn alles den Bach runter geht, kann man immer noch Bowlen gehen!

                                            Fazit: THE BIG LEBOWSKI. Einer der besten und lustigsten Filme der 90er Jahre. Mit und ohne Gras.

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                                              Viele sehr witzige Situationen und Charaktere(Jesus!)

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                                              • 6 .5

                                                Dieser Film ist ganz gut, allerdings finde ich ihn sehr überbewertet. Er gilt als eine der besten Komödie aller Zeiten, ich fand wiederum, dass der Film weder besonders witzig noch innovativ ist. Es ist einfach ein ganz guter Film, nicht mehr und nicht weniger.

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                                                • 7

                                                  Ein wunderbarer Anarcho-Film mit einem Protagonisten, der mich an meine Studentenzeit erinnert. Allerdings mit Billard statt Bowling. Das Outfit kommt voll hin, halt eben 30 Jahre jünger und mit Schnauzbart. Wenn das überzogene Gequatsche Walters nicht wäre, könnte es auch einer meiner Lieblingsfilme sein. Bunny und Maud haben mir sehr zugesagt. "Sie ist nicht meine Freundin; ich helfe ihr nur, ein Kind zu kriegen!" - ein Satz, den man sich merken muss. Du brauchst nur mit jemandem nackt im Bett erwischt werden, gleich denken die Leute, du hättest was mit ihr/ihm!

                                                  • 8 .5

                                                    Gut!