The Big Lebowski - Kritik

US 1998 Laufzeit 112 Minuten, FSK 12, Komödie, Kinostart 19.03.1998

  • 10
    JesusATabhaengen 17.08.2015, 22:15 Geändert 17.08.2015, 22:19

    Super Film, Gute witzige Dialoge, ich habe selten so lachen müssen. Es ist vielleicht nicht jedermanns Humor und die meisten können damit nichts anfangen, ich fand ihn jedoch sehr unterhaltsam. Er wurde in keiner Szene langweilig und man kann einfach nicht genug vom Dude und dem Total durchgeknallten Walter bekommen.

    Die meisten mögen den Dude, doch John Goodman ist hier für mich die Krönung, was wäre der Film wohl ohne ihn. 10/10

    • 9
      Strackymandias 14.08.2015, 11:54 Geändert 14.08.2015, 11:57

      War gestern bei den Filmnächten am Elbufer zu The Big Lebowski. Schönes Wetter, großartige Stimmung (bis zum nächsten Mal muss ich mir auch einen Bademantel zulegen) und natürlich war es auch einmalig, den Dude auf so einer riesigen Leinwand zu sehen. Ein fantastischer Film, der tatsächlich jedes Mal sogar noch besser wird. Unglaublich lustig, famos gespielt, unendlich zitierbar und wunderschön gefilmt. Oder um es mit den Worten von Bob Dylan zu sagen: "But, oh, what a wonderful feeling..."

      PS: Ganz nebenbei auch das erste Mal, dass ich es miterlebt habe, dass das Kinopublikum am Ende applaudiert. Wieso ist das sonst so unüblich?

      • 10

        Es gibt Filme, die könnte ich mir gleich zwei Mal an einem Abend hintereinander anschauen. Obwohl ich nahezu jeden Dialog daraus aus dem Stehgreif zitieren kann und mir die Handlung natürlich schon allseits bekannt ist, wird es mir dabei nie langweilig. "The Big Lebowski" ist definitiv so ein Film, mein persönlicher Lieblings-Cohen. Gott, ich könnte Stundenlang mit Walter, Donny und dem Dude an der Bowlingbahn abhängen und ihnen (meist Walter) beim Schwafeln zuhören, egal ob es um Spitze, Päderasten, das Buch "Der Judenstaat" oder um von Amerikanern asiatischer Abstammung vollgepisste Teppiche geht.

        Und dann noch dieses irre Figurensammelsorium:
        - deutsche Nihilisten mit Technopop- (AUTOBAHN) und Pornovergangenheit
        - verkrüppelter Möchtegernselfemademan samt devotem Assistenten und promiskuitiver Ehefrau
        - pazifistische Bowler, ein Pornoproduzent mit dämlichen Handlangern, ein reaktionärer Polizeichef, ein schwarzer Taxifahrer der auf die Eagles steht, Jesus, ein Drehbuchautor in eiserner Lunge mit Arschlochsohn, einem absolut unnützen Privatdetektiv, ne zeugungswillige Feministin und der Stranger u.s.w.
        - und natürlich nicht zu vergessen: L.A.

        • 6 .5

          Hab ich eben zusammen mit meinem Schatz angesehen. War ganz OK, aber für uns beide leider nicht die Granate. Wir waren minimal enttäuscht, da wir mehr davon erwartet haben. Uns wurde im Vorfeld öfter mal von dem Film vorgeschwärmt. Teilweise wars schön absurd, derb und kreativ. Zum Beispiel der herrlich choreographierte Knockout-Drogentripp und die oberdekadente, pseudoavantgardistische Feministenkünstlerin hatten was für sich. Wenn deren spindeldürrer und gruselkauziger Künstlerbuddy dann auch noch mit Spongeboblache hysterisch herumgackert, dann entsteht schon eine besonders köstliche Schrulligkeit. Eigenwilliger Humor. Verrückte Dialoge. In seiner Gesamtheit und mit ein paar vermeidbaren/stumpfen Längen aber nicht so ganz unser Ding. Atmosphärisch und storytechnisch hat es uns nicht so überzeugt. Haben uns diese Punkte anfangs sogar noch richtig gut gefallen, ebbte das im Mittelteil und zum Schluss jedoch sukzessive ab. Joar - bischen schade. Wir waren beide final für 6,5 Punkte und die geb ich auch. Hinter dem ganzen Irrsinn und dem absichtlichen Mangel an political correctness, der glücklicherweise alles andere als ärgerlich war, war eine recht herzige Message verborgen, aber wenn der Humor über längere Sequenzen hinweg nicht komplett zündet und es partiell anstrengt/ermüdet, dann kann das bei einer Komödie trotzdem ein wenig ernüchternd sein. Manche sprachlichen Wiederholungen hatten einen gewissen Nervfaktor. Walter war so eine Figur, die ich in der einen Szene herrlich amüsant fand und dann auch mal nur anstrengend und nervig. Wenn sich der Dude chillig und durch den Wind durchs Leben lümmelt, dann bin ich manches Mal schon mächtig am grinsen, aber das täuschte dann auch nicht komplett über die insgesamt recht wirre/wabbelige Story hinweg, die meine Erwartungen gesamtheitlich leider ein klein wenig unterlaufen hat. Besonders Jeff Bridges und auch John Goodman leisten mehr als saubere schauspielerische Arbeit und Immerhin wars für uns solide und relativ witzige Unterhaltung. Die angenehme musikalische Untermalung hat auch gefallen und weckte sogar Erinnerungen. Keine Zeitverschwendung.

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          • 10

            In diesem Film passt ausnahmsweise einmal ALLES. Keine Szene ist langweilig und belanglos, dieser Film ist als Komödie und als Film allgemein DER absolute Hammer, und darf sich deshalb in meinen Filmolymp der Lieblingsfilme gerne einreihen ;)

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            • 9

              Grandios . Vorhersage : 7 Bewertung : 9.

              • 9

                Wie schon »Hudsucker« gehört »The Big Lebowski« zu den Produktionen, die man – wenn es so etwas gibt – als Perlen des postklassischen Kinos bezeichnen könnte. Zwischen Hollywood und Independent, sehr smart, tricky und mit einer exzessiven Genre- und Medienreflexivität. [Jan Distelmeyer]

                • 10

                  Hi Leute,

                  "O.K. war sonst noch was in dem Wagen?" "Ja, ein Kassettenradio, ein paar Creedence-Bänder und...mein Koffer." "Und in dem Koffer???" "Papiere, bloß Papiere...Geschäftspapiere" "Und was machen Sie beruflich, Mr. Lebowski?" "Ich bin arbeitslos"

                  Mein Fazit: Irre, genial und (Coen)-Humor vom Feinsten. "The Dude" for President. :)

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                  • 8 .5
                    Luthiemas 24.07.2015, 23:54 Geändert 27.07.2015, 16:07

                    Ok, 8,5 wie von MP vorhergesagt. Hab den gehypten Duden nun also zwei mal gesehen. Gestern und heute gleich wieder. Dank eurer begeisterten Zureden.

                    Beim ersten Mal dacht ich die ganze Zeit, ich wär im falschen Film und hatte echt Mühe, dran zu bleiben. Irgendwie gar nichts, was mich bei der Stange gehalten hätte.
                    Durch eure Kommi hab ich mich dann lieber gleich noch mal aufgerafft.

                    Vorgewarnt, dass da nichts kommt, was mich interessiert, keine Sympathie-Figur, kein interessanter Plot, keine schönen Bilder. OK, der Sound.

                    Und siehe da - ohne Erwartung weiter blick ich´s dann doch, wie sauber die Schnitte und wie groß das Spektrum der an sich idiotisch bis nichtssagenden Figuren gelungen ist. Anders als in Fargo, wo alle Figuren nur dumm-dröge bis brutal sind.

                    Und wie geschickt die für sich genommen nichtssagenden Dialoge - doch - die Handlung an grad unerwarteten Stellen erhellen.

                    Nicht dass der große oder kleine Lebowski mir irgend was sagen würden, aber was lernen kann ich halt - lohnt insofern noch öfter genauer hin zusehen.

                    • 10

                      Es gibt Filme die sind einfach herrlich..wenn man auch nur ein bisschen Humor hat.

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                      • 10

                        Richtig gute Dialoge.
                        Richtig gute Charaktere.
                        Gute Geschichte.
                        Lachen musste ich nicht so viel wie bei anderen Komödien, die dafür aber bei den anderen Punkten viel schlechter abschneiden. Die Charaktere wie Walter oder der Dude sind zum Verlieben.
                        Man muss den Film gesehen haben. Ob man ihn dann gut findet oder nicht ist einem selber überlassen, denn mir ist aufgefallen dass es die Menschen gibt, die den Film entweder richtig gut finden oder gar nicht deren Geschmack trifft wie man an den Kritiken sieht.
                        Wer sich den Film nicht ansieht begibt sich in die Welt des Schmerzes! :D

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                        • 10

                          The Big Lebowski, Nr. 4 (Stand 1.7.15): (Spoilers? Whatever.)
                          "That rug really..." Fuck it, "*insert random The-Big-Lebowski-quote here". Ja, jede einzelne Dialogzeile ist eines Zitates würdig. Ich könnte hier jeden Satz völlig aus dem Kontext gerissen hierher setzen. Dieser Film ist der witzigste Film, den ich kenne, und es ist mir egal, wie subjektiv das sein mag. "There are basic freedoms! ...I'm staying." See? Es funktioniert. "Hey! This is a private residence, man!" Was hab ich gesagt?
                          Es gibt noch Menschen in meiner Bekanntschaft, die diesen Film nicht kennen, was ich persönlich für eine Straftat halte. Dass es denkende Wesen auf diesem Planeten gibt, denen dieses Stück weltlichem Kulturguts bisher vorenthalten geblieben ist, ist beyond me. Was ist los, Menschen? Dieser Film existiert, und ihr seht ihn euch nicht hundertmal an?! Nobody fucks with the Jesus!

                          Dieser Film ist im Grunde genommen Lightning in a bottle. Es scheint reiner Zufall zu sein, dass er funktioniert. Der Plot ist völlig unwichtig. Es ist wichtig, dass er existiert, aber nicht, was diesen Charakteren in dieser Konstellation passieren mag. Denn der Plot trägt nicht zur Unterhaltung bei. Dafür aber alles andere. Es ist gewissermaßen ein Style-over-Substance-Film, außer, dass die Substanz der Charaktere den Film lenkt. Keine dieser Figuren würde in einem anderen Film wahrscheinlich funktionieren, nur in diesem, in diesem Kontext. Ganz sicher ein Produkt seiner Zeit, aber trotzdem zeitlos. Genau wie der Dude selbst: Einmalig, aber allgegenwärtig. Herrlich!

                          Das ist eigentlich alles, was ich über The Big Lebowski sagen kann. Ich könnte natürlich meine eigenen Analysen der Motive hierhersetzen, aber ich glaube, freudiger ist es, diese selbst zu entwickeln. Ich könnte gerade etwas breit sein.
                          Fuck it, Dude, let's go bowlin'.

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                          • 8 .5

                            Sehr interessanter Film, dem es jedoch irgendwo an Zusammenhang oder rotem Faden fehlt, um für mich eine Zehn zu sein. Trotzdem großartig gefilmt und gespielt, Soundtrack rundet das Ganze bestens ab und das Ergebnis lässt sich ohne Frage genießen :)

                            • 0 .5

                              Ich weiß nicht... vielleicht verstehe ich die Coen-Brüder auch einfach nicht... Aber in meinen Augen ist The Big Lebowski die DVD nicht wert, auf die der Film eingebrannt wird. Es sind halt zwei Stereo-Typ Idioten, die versuchen nem Alten Knacker ans Bein zu pinkeln.

                              Es ist halt eine No-Brain-Lach-Komödie. Da ich ihn nicht witzig fand bleibt halt nur No-Brain und das find ich absolut ätzend... Ich würde mich allerdings über Erklärungen/andere Meinungen freuen. Vielleicht kann ich meinen Horizont ja erweitern.

                              • 10

                                Komödiantisch faszinierendes Über-Ultra-Meisterwerk. Absolute Großkunst von zwei absoluten Großkünstlern. Ein überragender Meilenstein von Könner für Könner. ♥♥♥ Der meisterhafte Soundtrack gehört in jede ernstzunehmende Albumsammlung – als Vinyl versteht sich.

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                                • 8
                                  OrdellRobbie 30.06.2015, 14:33 Geändert 30.06.2015, 14:35

                                  "Haben Sie schon mal daran gedacht, dass äh... anstatt äh... anstatt äh...statt hier rumzuschrein und äh mir die Schuld zu geben... Sehen Sie sich doch die Scheiße mal genauer an! Es könnte doch möglich sein, dass.. Das ganze ist viel ähh öh öh äh ... komplexer. Ich meine das Ganze is äh - es ist möglicherweise ... Es ist gar nicht so einfach, verstehen Sie ?" - "Was in Gottes Namen labern Sie da bloß für einen Blödsinn?"

                                  MAN OF THE YEAR -TIME MAGAZINE
                                  Er kifft Gras, schlürft White Russian, geht den ganzen Tag bowlen, schlendert im Morgenmantel durch den Supermarkt und hasst die beckakten Eagles. Es ist einfach gut, dass es ihn gibt. Doch im heiteren Leben des Alt-Hippies "Dude" mitten in L.A. läuft plötzlich alles schief, was schief gehen kann. Und trotzdem nimmt er alles auf die leichte Schulter. Ein bewundernswerter Mann. Mit seinen Bowling-Kumpels , dem kriegsbessesenem Walter und dem naiven Donny muss der "Dude" einige chaotisch-wahnwitzige Schlamassel ausbaden.
                                  Die Art des Films und der Humor sind von Anfang an sehr gewöhnungsbedürftig. Der Film sollte auch mehrmals gesichtet werden, um ihn auch WIRKLICH zu verstehen. Denn ehrlich beim ersten Mal schauen musste ich mich abmühen ihn komplett zu sehen.
                                  Aber ganz klar - Der "Dude" ist einfach eine Kultfigur der 90er und vielleicht der beste Coen Film.

                                  "Ah, den Typ kenn' ich - der ist Nihilist" :)

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                                  • 3

                                    Wieder einmal ein Kultfilm, mit dem ich überhaupt nichts anfangen kann, bei dem mir aber klar ist weshalb die Kritiken so gut sind. Vor allem bei einigen der Buddies, deren Vorlieben mir nach vielen Kommis einigermasssen bekannt sind. Der feinsinnig-träge Inszenierstil der Coen-Brüder ist nichts für jeden, und der Humor, der dahintersteckt, erreicht nur selten meine Synapsen. Wahrscheinlich bleibt es mir für den Rest meines Lebens verborgen, was daran witzig oder Besonderes sein soll, wenn einer auf den Teppich pinkelt. Die beste Szene war noch die, als der Chaot aus Versehen das Auto des Nachbarn demoliert, aber ansonsten fühlte ich mich wie in einem Meer aus Langeweile, und ein langweiliger Film ist subjektiv gesehen schwach. Das ist der feine Unterschied zu 'schlecht', denn das ist er gewiss nicht, sonst gäbe es nicht zigtausende sehr guter Bewertungen. Auf absehbare Zeit war das gewiss mein letzter Versuch mit den Coen-Brüdern, die jedoch meinen vollsten Respekt geniessen - sie machen Filme, die sehr erfolgreich sind und teilweise Kultstatus erlangt haben. Da kann ich nur den Hut ziehen und gleichzeitig mit dem Kopf schütteln :)

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                                    • 8 .5

                                      Wenn ich mir ansehe, wie meine Freunde THE BIG LEBOWSKI bewerten, sagt das schon einiges über diesen Film aus:
                                      11 Freunde
                                      4 mal 8,5 Punkte
                                      2 mal 9,0 Punkte
                                      1 mal 9,5 Punkte
                                      2 mal 10 Punkte (darunter 1 mal Lieblingsfilm)
                                      1 mal vorgemerkt
                                      1 mal keine Interesse

                                      Ich muss zugeben, dass auch ich diesen Film nicht sonderlich interessant fande, nur die ganzen ziemlich bekannten Schauspieler (Jeff Bridges, Julianne Moore, Philip Seymour Hoffman,....) und Schauspieler, die ich sehr schätze (Steve Buscemi, John Goodman) haben mich dazu gebracht, diesen Film anzuschauen. Ich hatte keine großen Erwartungen, da dies nicht zu meinen Lieblingsgenres gehört und ich die Coen-Brüder zwar ganz okay finde, aber das war´s schon (Ausnahme: Das Meisterwerk "Fargo").
                                      Demzufolge wurde ich seltener positiver überrascht. Fast jeder Gag zündet und die Story ist besser konstruiert als in einigen "normalen" Krimis. Die Schauspieler passen perfekt in ihren Rollen, besonders John Goodman fande ich genial.

                                      Außerdem habe ich das Gefühl, dass THE BIG LEBOWSKI einer dieser Filme ist, die beim mehrmaligen Ansehen immer besser werden und ich habe ihn erst einmal gesehen....
                                      Auf jeden Fall kann ich sagen, dass THE BIG LEBOWSKI der zweitbeste Film der Coens und eine der besten (wenn nicht die beste) Komödie ist, die ich bisher gesehen habe!

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                                      • 10
                                        huababuar 09.06.2015, 01:09 Geändert 09.06.2015, 16:01

                                        In den suburbanen Wirren des Los Angeles der 90er Jahre, inmitten von deutschen Nihilisten, empfängnisbereiten Feministinnen, bowlenden Sexualstraftätern und obskuren Pornoproduzenten, gibt es einen Mann, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt und noch Augen für die wichtigen Dinge des Lebens besitzt: White Russian, Gras, seine Creedance Clearwater Revival Schallplatten, Bowling und allen voran natürlich für seinen bekackten, pardon, bepissten Teppich, der sein leicht heruntergekommenes Wohnzimmer erst so richtig gemütlich gemacht hat. Die Rede ist natürlich vom Vollzeit arbeitslosen Dude alias His Dudeness, Duder oder auch El Duderino (falls einem das mit den Kurznamen nicht so liegt). Eine Kultfigur, so stilvoll mit Bademantel und Jesuslatschen gekleidet, so höchst eloquent ("Yeah, well, y’know, that’s just, like, uh, your opininion, man.“) und mit einer solchen Ausstrahlung, wenn er selbstgefällig über sein hippes Pennerleben palavert, dass man sie einfach mal erlebt haben muss.

                                        „This is what happens when you fuck a stranger in the ass!“

                                        Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten wie man zu diesem Essenzwerk der Coen-Brüder stehen kann: Entweder man vermag mit der skurrilen, abgedrehten und oft auch politisch unkorrekten Art und Weise des Humors so gar nichts anzufangen, oder aber man hyped diesen Film mit seinen perfekt geschliffenen, urkomischen und intelligent pointierten Dialogen so dermaßen, dass man sich die enthaltenen Lebensweisheiten quasi selbst einverleibt. Ich für meinen Teil habe „The Big Lebowski“ inzwischen mit Sicherheit schon öfter gesehen als der Dude zusammen mit dem leicht cholerischen Vietnam-Veteranen Walter Sobchack und ihrem bemitleidenswerten Freund Donny in der Woche bowlen gehen kann und lebe schon selbst seit einigen Monaten als deutsches Dude-Pendant mitten in Bayern. Geile Scheiße. Ersteres liegt nicht zuletzt an meinem Biologie-Lehrer, seinerseits mit dudeistischen Zügen, durch den der Unterricht nicht selten zu einer wahren Zitatenschlacht avancierte.

                                        Wenn Walter beim Übertreten der Linie mit der „world of pain“ droht, seinen Aussagen ein kräftiges „Am I wrong?“ anfügt und Donny mit einem harschen „Donny, you’re out of your element!“ oder „Shut the fuck up, Donny!“ anfährt, wenn der Dude laissez-faire zu seinem Lebensmotto erklärt, an seinem T-Shirt riecht, um zu testen, ob es schon irgendwie modrig stinkt und er es noch anziehen kann, oder er einfach nur zu Walgesängen in der Badewanne gemütlich einen durchzieht, dann erzeugt dieses komödiantisch-überkandidelte Meisterwerk genau die richtige Mischung aus purer Begeisterung, lockerer Heiterkeit und einer gewissen Nostalgie in mir. „The Big Lebowski“ beinhaltet so viele ikonische Szenen, vom anfänglichen Toilettentauchgang, über Jesus, bis hin zum falschen Hasen, dass man sie alle gar nicht aufzählen könnte.

                                        Dabei lebt dieser Film ganz und gar nicht von seiner interessanten oder gar spannenden Geschichte. Die könnte – trotz erwähnenswerter Erzählstruktur - behämmerter kaum sein. Die Coens beweisen eindrucksvoll, dass es auch ohne große Story geht, dass man nur mit genialen Dialogen und schrillen Charakteren lustig sein kann und zwar auf ganz andersartige, eben coensche, Weise mit einer gewissen Abgefucktheit in jeder Sequenz. Da droht die mindestens ebenso heruntergekommene, simpel gehaltene, aber schlichtweg grandiose Atmosphäre von Los Angeles samt der phantastischen Countrymusik-Untermalung fast schon unterzugehen.

                                        Zu den Klängen von „Looking out my back door“, „Viva Las Vegas“, „Hotel California“ und "Oye como va" tobt sich ein Cast aus, dessen einzelne Bestandteile man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Jeff Bridges in der Rolle seines Lebens, John Goodman als heimlicher Star des Films, der als Walter mindestens genauso in die Filmgeschichte einging wie der Dude selbst. Außerdem noch Julianne Moore, Steve Buscemi, Philip Seymour Hoffman, John Torturro, Peter Stormare und noch viele mehr.

                                        Alle Teil einer DER Komödien schlechthin. Die perfekte Allzwecklösung gegen schlechte Laune, für einen gelungenen Abend mit den Freunden oder aber auch zur Kompetenzerweiterung für Konfliktlösung. Denn wenn ihr mal wieder blöd von der Seite angemacht werdet, wegen eurer Lebenseinstellung, eures leicht abgewrackten Aussehens, eurer eher begrenzt gemäßigten Wortwahl, oder aber, noch schlimmer, euch jemand gar auf den heißgeliebten Teppich pinkelt, dann haltet es einfach mit den Worten des Dudes, meine Lieben: „I do mind, the Dude minds. This will not stand, ya know, this aggression will not stand, man.“

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                                        • 10

                                          Lieblingsfilm! Gefühlte 100mal angesehen und die Sprüche sind immer noch lustig. Jeff Bridges in seiner besten Rolle. Wenn dir so ein Film nicht gefällt, dann ist das halt deine Meinung, man.

                                          • 9 .5

                                            Eigentlich stimmt alles an diesem Streifen. Außerdem ist Walt die mit ganz großem Abstand beste Nebenfigur, die bisher in einem Film zu sehen war. Alleine diese gelbe Brille...
                                            Einzelne Zitate müssen an dieser Stelle wahrscheinlich nicht mehr hervorgehoben werden, aber das auch das x-te Neuanschauen immer noch sehr lustig ist, funktioniert nicht bei vielen Filmen (oder man probiert es erst gar nicht)

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                                            • 6
                                              der cineast 22.05.2015, 18:46 Geändert 22.05.2015, 18:49

                                              Genau gearbeitete, aber vor allem super harmlose, mitunter sogar "kultige" Komödie, die permanent nach den postmodernen 90ern stinkt und diese atmet und lebt. Amerikanische und religiöse Riten werden veralbert und überhöht, aber dann schlussendlich doch umarmt. Auf der Bowlingbahn - im Bademantel - ist es eben am schönsten, Dude.

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                                                Mein absoluter Lieblings-Coen-Film!
                                                Der Dude ist und bleibt Kult!
                                                Unglaublich witzig!
                                                Diese DVD hat meinen DVD-Schrank erst richtig gemütlich gemacht! ;)

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                                                • 10

                                                  Man muss die Coen-Brüder einfach gern haben. Vielleicht kann man nichts mit dem Humor anfangen oder mit den skurillen Charakteren, aber eines muss sich wohl jeder eingestehen. Die Coens sind einmalig. Bzw. zweimalig oder so ähnlich. Die beiden machen immer ihr eigenes Ding. Pfeifen auf Konventionen und gängige Storygerüste. Ihre Endprodukte sind allesamt einzigartig und in sich geschlossen perfekt. Sicher schütteln Einige den Kopf, wenn John Goodman den unschuldigen Sportwagen des Nachbarn zertrümmert. Menschen die auf Teppiche pinkeln findet auch nicht jeder lustig. Aber die Coens sind Unikate, einmalige Filmemacher, die immer das machen, was sie wollen. Und dafür muss man die Beiden einfach lieben.

                                                  "The Big Lebowski" ist vermutlich der beste Film der Brüder. Das liegt zum einen an dem perfekten Gleichgewicht zwischen spannender (und bekloppter) Story und speziellem Humor. Getragen wird das alles durch die Charaktere, die alle schräg und liebenswert sind. Und mit dem Dude haben die Coens sich selbst übertroffen. Jeff Bridges schüttelt mal so eben die coolste Performance aus den Sandalen. Sein Stil, inklusive Morgenmantel und Shorts, wäre wohl bei jedem anderen Darsteller total in die Hose gegangen. Doch der White-Russian-schlürfende Kiffer (meist mit Pinzette gehalten, großartig!) wurde dank Bridges zur absoluten Legende.
                                                  Weil das aber wohl noch nicht genug war, scharen die Coens eine Horde an star-besetzten Nebendarstellern um den Dude. Vom Vietnam-Veteranen Goodman, über den famosen Steve Buscemi bis hin zur fantastischen Julianne Moore. Jede Rolle ist hier toll besetzt und noch großartiger gespielt.
                                                  Dazu gesellen sich die typischen Dialoge, die ich jetzt nicht zitieren möchte, da man eingentlich den gesamten Film zitieren könnte. Jeder Dialog ist einfach pures Gold wert.
                                                  Neben der tollen Story und den famosen Charakteren, lädt "The Big Lebowski" vorallem wegen seiner inszenatorischen Finesse zu abertausenden von Sichtungen ein. Jede verdammte Einstellung ist perfekt. Jeder Song passt perfekt in die Szene. Die Kamera ist immer da, wo sie sein muss. Wenn der Dude durch seine Träume fliegt oder Lebowski seine Tränen kommentiert und PSH den Wasserfall loslässt, dann hat man immer das Gefühl, die Coens sind eine Person. Sie kreieren ihre Filme direkt aus ihrem Kopf. Wie Mozart, nur audiovisuell.
                                                  Achja, weil das natürlich noch nicht reicht, wird der Film noch aus dem Off erzählt. Ein Stilmittel, das mir jeden Film versüßt. Hier etwas spärlich eingesetzt, aber dafür sehr treffend und mit großartiger Hinführung zum Ende.
                                                  "The Big Lebowski" ist einer der ganz großen Filme der 90er. Nach "Manche mögen's heiß" vermutlich die beste, je abgedrehte Komödie, und einfach ein Film für die Ewigkeit.

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                                                    Endlich mal den Kultfilm gesehen und konnte überhaupt nichts damit anfangen. Hat mich ein bisschen an "Ey Mann wo is mein Auto" erinnert. Eine absurde Jagd nach etwas Wertlosem mit skurrilen Figuren. An einem faulen Asi kann ich irgendwie nichts Cooles finden und der Verlauf der Handlung hat mich gelangweilt. Habe den Film aus Prinzip bis zum Ende durchgeschaut, hätte ich mir aber ebenso gut sparen können.
                                                    Tut mir Leid an alle Fans!

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