The Birth of a Nation - Aufstand zur Freiheit - Kritik

The Birth of a Nation

US · 2016 · Laufzeit 120 Minuten · FSK 16 · Drama · Kinostart
Du
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    Wenn Filme wie The Birth of a Nation also nicht bloß als moralisches Feigenblatt kulturellen Konsums dienen wollen [...] müssen sie neben einer politischen Agenda auch hohen künstlerischen Ansprüchen genügen. 12 Years a Slave oder Moonlight haben das vorgemacht, Nate Parkers The Birth of a Nation scheitert daran. [Caspar Shaller]

    • 3

      Aber Bedeutung und Qualität eines Films sind nicht dasselbe. Bei The Birth of a Nation ist vor allem das Erlöser-Pathos, von dem der Film trieft, fürchterlich. Wenn der Sklaven-Anführer Ned Turner am Ende gehängt wird, zelebriert Filmemacher Nate Parkers Heiligsprechung. Schwer auszuhalten. [Hartwig Tegeler]

      • 7

        In The Birth of a Nation gibt es keinen white saviour, der einem weißen Publikum moralische Zuflucht bieten könnte, keine ironische Auflockerung durch Western-Anleihen, kein ästhetisches Distanzierungsangebot durch sorgsam komponierte Tableaus. Von allen Filmen, die jüngst Sklaverei zum Thema hatten, ist Parkers Film der unversöhnliche, der unerträgliche. [Hannah Pilarczyk]

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        • 6

          [...] Allerdings erzählt Parker die Geschichte recht konventionell und bewegen können lediglich einzelne Aufnahmen einer zusammengeschlagenen Frau oder einem weißen Kind welches mit einem Sklavenmädchen spielt. Die großen Emotionen kann Parker jedoch nicht auf die Leinwand bannen. Schauspielerisch liefert er jedoch eine starke Leistung ab und sticht aus dem ansonsten zurückhaltenden Cast klar heraus. [...]

          • 6

            Als guter Mainstream ist [Birth of a Nation] in den Grausamkeiten zurückhaltend, flieht für die Folgen einer brutalen Vergewaltigung zu einem symbolischen Bild, um in den Szenen des letztendlichen Scheiterns zu Nina Simones „Strange Fruit“ am ergreifendsten zu sein. [Günter H. Jekubzik]

            • 5 .5

              Insofern dürfte die Rezeption dieses eindringlichen und sicherlich auch wichtigen Films, der eine ungewöhnliche Haltung einnimmt, schwierig werden. [Der Regisseur] Parker tut so, als wäre er unfehlbar. Ein fragwürdiger Held. [Heidi Reutter]

              • 3

                "Ein Jahr nach seiner umjubelten Premiere kommt Nate Parkers ambitionierter Film über einen Sklavenaufstand wie ein geprügelter Hund in die deutschen Kinos – nach einem ausgegrabenen Rape-Skandal um den Regisseur, einem Flop an den Kassen und einem Kritiker-Backlash." [Till Kadritzke]

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                • 5 .5

                  [...]Da quält sich die Hauptfigur durch die Ungerechtigkeiten hindurch und wird Zeuge einer Vision, die einen Himmelsengel darstellt. Hier verliert der Film jegliche Form, hinterfragt nicht, sondern glorifiziert Nat Turner auf irritierende Art und Weise.

                  Dabei besitzt „Birth Of A Nation“ einige Szenen voller Kraft, nämlich dann, wenn sich Parker von seiner Hauptfigur entfernt und die Umstände für sich sprechen lässt. Etwa, wenn sich ein reiches, weißes Mädchen über eine Haussklavin freut, wie andere über ein Haustier oder ein anderes weißes Mädchen ein Sklavenmädchen am Halsband hinter sich her zieht. Hier liegt der Horror, in der Banalität des damaligen Alltags. Solche Bilder zu sehen tut weh und es beunruhigt, zu wissen, dass diese Zustände noch gar nicht so lange zurückliegen.

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                  • 3

                    [...] Da die filmerzählerischen wie -technischen Mittel, derer sich Nate Parker bedient, äußerst beschränkt sind, gestaltet sich The Birth of a Nation - Aufstand zur Freiheit folgerichtig als ungemein primitive Erlösungs- respektive Ertüchtigungsparabel, die sich im Endeffekt ganz der Rape-and-Revenge-Dramaturgie der 1970er Jahre Exploitation verschreibt: Nats Frau Cherry (Aja Naomi King, Black Box) wurde geschändet, die göttlichen Visionen potenzieren sich und Nat bläst aus seinem beschmutzen Ehrgefühl heraus zur blutverkrusteten (und widerlich ästhetisierten) Revolte. Diese auf schwülstigem Pathos gebettete Form der Gewaltlegitimation frequentiert, wie alles in diesem Film, pausenlos niedere, alttestamentarische Gelüste, deren Sinnhaftigkeit Parker auch im weiteren Verlauf der Zeitgeschichte nachhaltig bestätigen möchte. Mit dieser selbstbesoffenen Heroisierung samt historischer Instrumentalisierung jedenfalls macht Parker dem verstrahlten Kino eines Mel Gibson (Braveheart) fraglos Konkurrenz. [...]

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                    • 6

                      Das Sklavendrama, das von der Reifung eines schwarzen Laienpredigers zum Anführer einer Revolte erzählt, überzeugt trotz konventioneller Form durch seine Perspektive, die sich klassischen Opferstigmatisierungen verweigert. Im letzten Drittel bedient der Film jedoch mit seinem maskulinen Blick auf sexuelle Gewalt althergebrachte Rache-Thriller-Klischees. [Martin Schwickert]

                      • 5 .5

                        Wie Karikaturen wirken die Figuren, durch und durch niederträchtig und hinterhältig die Weißen, fromm und aufrichtig die Schwarzen, so dass sich bald Ermüdung einstellt. Zumal Parker sich als eher konventioneller Regisseur erweist, der das Geschehen eher pragmatisch abfilmt, als filmisch zu überhöhen. [Michael Meyns]

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                        • 6 .5
                          NewYorkTimes 07.10.2016, 11:33 Geändert 07.10.2016, 14:28

                          The Birth of a Nation ist gleichzeitig das must-see und won't-see des Jahres. [A. O. Scott]

                          • 6
                            LATimes 07.10.2016, 10:47 Geändert 07.10.2016, 14:34

                            Emotionale Filme machen birgt die Gefahr, zu übertreiben. Und genau das ist das Problem von The Birth of a Nation. [Kenneth Turan]

                            • 5

                              In The Birth of a Nation wird nicht so sehr eine Geschichte erzählt, als vielmehr eine Karriere verkauft. [Matt Zoller Seitz]

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                              • 5 .5

                                Weil der Film dabei die darauf folgenden Gewaltexzesse eine Spur zu genüsslich zelebriert, bleibt [...] ein schaler Beigeschmack. [Simon Eberhard]

                                • 7 .5

                                  Mit The Birth of a Nation schafft es eine historische Geschichte zu einem bedeutsamen Zeitpunkt auf die Leinwand.

                                  • 8

                                    The Birth of a Nation ist etwas konventioneller als 12 Years a Slave, bleibt aber dennoch ein brennend-eindrucksvoller Debütfilm, der Diskussionen zu diesem Thema weiter vorantreiben wird.

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