The Black Gestapo - Kritik

1975 Laufzeit 88 Minuten, Actionfilm, Drama, Thriller

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Mr. Pink

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Naziuniformen sind ein adrettes, sehr modisches Kleidungsstück und auch bei der Farbigen Bevölkerung überaus beliebt, und das nicht erst seit Samuel L. Jackson sie im mittelmäßigen "The Spirit" en vogue machte. "The Black Gestapo" ist natürlich ein prägnanter Name, der unmittelbar für Interesse sorgt. Der Film selbst ist dann nicht ganz so reißerisch wie man bei dem Titel vielleicht vermuten könnte, sei aber allen Liebhabern des besonderen Films sehr ans Herz gelegt. Es handelt sich um eine Mischung aus Blax- und Nazisploitation, demnach ist das Ganze also mit viel Action, nackter Haut und roher Gewalt angereichert. Trotzdem bekommt man sogar eine einigermaßen (jedenfalls so weit man das bei dieser Art Film so nennen kann) tiefgründige Story geboten.

Im beschaulichen Örtchen Watts wird die schwarze Bevölkerung von den Weißen unterdrückt. Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Prostitution, das volle Programm eben. Deswegen gründet General Ahmed eine schwarze Bürgerrechtsbewegung, die 'People's Army', um sich zur Wehr zu setzen. Es kommt aber wie es kommen muss und schnell bildet sich eine radikale Splittergruppe. Unter dem Kommando des abtrünnigen Colonel Kojah läuft diese in SS-Uniformen durch die Gegend, lässt den Schlachtruf 'Pimp Heil' verlauten und übernimmt ihrerseits die Herrschaft in der Stadt.

Handwerklich bewegen wir uns hier mitten in den tiefsten Sümpfen des Grindhousekinos, was aber nicht negativ anzumerken ist, trägt es doch zum einzigartigen Charme von "The Black Gestapo" bei, welcher übrigens vor allem dadurch überzeugt, dass Unterhaltung und Inhalt hier Hand in Hand gehen. Obwohl es sich in erster Linie nämlich ganz klar um einen geradlinigen Actionkracher handelt, der vor allem im absurden Finale herrlich aufdreht, ist die politische Brisanz der behandelten Themen nicht abzustreiten. So wehrt sich die Schwarze Bürgerwehr gegen die Vorherrschaft der Weißen, nur um anschließend selbst die Stadt zu übernehmen, mit genau denselben Mitteln Angst und Schrecken zu verbreiten und ja, sogar selbst dem Rassismus zu verfallen. Diese gesellschaftskritische Komponente ist es, was den Film so interessant macht. Aber auch ohne diese wäre "The Black Gestapo" immer noch hervorragende Unterhaltung auf allerfeinstem Trashniveau.

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Hartigan85

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Klingt fantastisch :-D Vorgemerkt!


Klopper

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Bewertung7.5Sehenswert

Es gibt sie immer wieder, die Titel bei denen ich ungläubig hängen bleibe und nochmal ganz genau lese, ob das da wirklich steht. Ja, dieser Film heißt wirklich "The Black Gestapo". Und wem das noch nicht reicht, der sollte sich mal das Cover anschauen, denn darauf stehen wirklich Schwarze in SS-Uniformen vor einer Nazi-Flagge, dessen Hakenkreuz durch eine schwarze Faust ersetzt wurde.
Ja, die 70er waren schon eine tolle Zeit, in denen Exploitationer so ziemlich jeden noch so abgefahrenen Stoff in schäbige Grindhouse-Kinos brachten. Schon irgendwie bedauerlich, dass es so etwas heute nicht mehr gibt und Trash mittlerweile viele Millionen Dollar kostet und viele hundert Millionen Dollar einnimmt und das heißt dann Transformers oder 2012. "The Black Gestapo" hingegen hat wohl niemanden reich gemacht und die fünf Euro, die ich dafür investiert habe, werden daran auch nichts mehr ändern. (übrigens auch noch im Double-Feature mit "The Black Six". Review folgt.) Dabei bieten die schwarzen Pseudo-Nazis großzügig betrachtet sogar eine gewisse Sozialkritik, was anderen Trash-Gurken völlig abgeht. Aber von vorn:

In Watts geht es drunter und drüber! Die bösen Weißen unterjochen die armen Schwarzen. Sie verkaufen Drogen, erpressen Schutzgelder und verdingen sich als Zuhälter. General Ahmed und seine Peoples Army in schicken, braunen Nazi-Uniformen samt roter Armbinden wollen etwas dagegen unternehmen, doch im Handgemenge mit einigen Gangstern kriegen sie mächtig einen auf die Mappe. Colonal Kojah erbittet daher sechs Männer zu bekommen, um aus ihnen eine Spezialeinheit zu formen. Und schon geht es auf den Straßen des Ghettos rund! Kojah hat Erfolg, was allerdings auch zur Folge hat, dass es auf der Straße noch blutiger hergeht und gegenseitiges Aufrüsten erfolgt. Bald tragen Kojahs zahlreicher gewordene Männer SS-Uniformen und terrorisieren ihrerseits die Bevölkerung, was General Ahmed nicht durchgehen lassen kann...

Das klingt alles genauso abgefahren, wie es ist. Streng genommen müsste "The Black Gestapo" an sich "The Black SS" heißen, wenn man sich die Uniformen so anschaut. Streng genommen sollten Soldaten aber auch Barrets tragen und keine Baskenmützen. Besser also, man nimmt gar nichts streng an diesem Film. "The Black Gestapo" nimmt sich sich selbst todernst und ist dabei zum totlachen komisch! Das fängt schon bei den ersten Einstellungen an, in denen die weißen Gangster auftauchen, die alle gleich aussehen, nämlich wie aus dem Beastie Boys Video zu "Sabotage". Schnauzbärte und Pilotenbrillen sind angesagt, dazu trägt der Oberschurke noch die ganze Zeit einen Hund auf dem Arm spazieren. Zum niederknien! Ihre Counterparts sind nicht weniger schablonenhaft. Afro-Träger, funky und fly, mit einem Wortschatz gesegnet, der aus einem Isaac-Hayes-Song zu stammen scheint. Die Dialoge sind die Highlights des Films, denn sie sind so Klischee überfrachtet, dass ich bereits bei der ersten Sichtung einiges mitsprechen konnte. Kaum ein blöder Gangster-Spruch wird ausgelassen. Weltklasse sind auch die Actionszenen! Teilweise gibt es bei den Kämpfen wirklich Körperkontakt und nie haben Menschen so schön sinnlos ein Hausdach erklommen und sich wieder umständlich abgeseilt, um durch ein unverschlossenes Fenster im Erdgeschoss zu steigen. Wenn im Showdown General Ahmed gegen ca. 100 SS/Gestapo-Männer antritt, brechen alle Dämme und man kommt vor Lachen kaum zum Atmen.

Neben all diesen Schauwerten gibt es zeitgemäßen Funk, eine Menge blanke Brüste und schicke Karren. Über die technische Seite verliere ich besser kein Wort, denn der Film war schon beim Dreh billig, was im Laufe der Jahre nicht besser wurde. Die Schauspieler bieten Overacting par excellence. Besonders, wenn sie von Kugeln getroffen werden, zeigen sie, was ihnen steckt. So schön können nur echte Profis sterben!

"The Black Gestapo" wird einen Ehrenplatz in meiner Sammlung erhalten und allein des Titels und Covers wegen plakativ und gut sichtbar im Wohnzimmer ausgestellt werden. Aber auch der Inhalt ist empfehlenswert für alle Trash-Freunde!

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Klopper

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Hier nochmal das Cover dazu:
http://www.grindhousedatabase.com/images/thumb/031_black_gestapo.jpg/300px-031_black_gestapo.jpg

Ich denke schon glatt darüber nach, mir das als Poster zu bestellen.


simvlacrvm

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Oh man, ist das geil!



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