The Exploding Girl - Kritik

US 2009 Laufzeit 80 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 06.05.2010

Kommentare zu The Exploding Girl

  • 8 .5
    fleeting 29.11.2012, 17:15

    "Wunderbar zeitgemäß in Szene gesetzt, behandelt THE EXPLODING GIRL in erster Linie die Ambivalenz zwischen Freundschaft und Liebe. Unaufgeregt und melancholisch schildert Bradley Rust Gray wie die Schulfreunde Ivy und Al in den Semesterferien nach Hause zurück kehren, und viel Zeit miteinander verbringen. […] Die ruhige, fast schläfrige Schnittfrequenz, ist bei den heutzutage üblichen Bilderfolgen eine Augenweide und komplementiert einen tollen Film perfekt, in dem sich auch die beiden Hauptdarsteller Zoe Kazan und Mark Rendall ein großes Lob verdient haben."

    "Die Geduld, die einem der Film abverlangt, zahlt sich am Ende aus. Mit seinem halboffenen Ende wird der Zuschauer entlassen und hat das Gefühl eine genaue Beobachtung vom Erwachen der Ernsthaftigkeit der Liebe gesehen zu haben. Wer sich also auf eine ehrliche Liebesgeschichte einlassen kann, darf sich auf einen lohnenswerten Sommerbesuch in New York freuen. Die leisen Höhepunkte muss man fühlen, sie werden nicht auf einem Silbertablett serviert, haben aber dadurch eine tiefere und bleibende Wirkung."

    "Dieser unscheinbare Film, der von der zaghaften Annäherung eines jungen Liebespaares handelt, macht vieles anders und fast alles besser. Fast lautlos kommt es daher, dieses kleine Debüt von Bradley Rust Gray. Gesprochen wird wenig. Geschrien nie. Die weltbewegenden Dinge passieren nicht in den Worten, sondern in den Blicken des jungen Paares. Selbst der emotionale Höhepunkt dieses Filmes besteht aus Schweigen... wann hat sich ein Film das letzte Mal so auf seine Kunstfertigkeit verlassen und ist damit durchgekommen?"

    Was bleibt noch zu sagen nach all diesen wunderbaren MP-Kommentaren? Nicht viel.
    Ein großartig inszeniertes Werk des amerikanischen Mumblecore, mit einer bezaubernd unkonventionellen Hauptdarstellerin und den vielen kleinen Dingen, die oft vergessen werden.. Unbedingt gucken!

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    • 8
      andyewest88 02.05.2011, 22:11

      Wunderbar zeitgemäß in Szene gesetzt, behandelt THE EXPLODING GIRL in erster Linie die Ambivalenz zwischen Freundschaft und Liebe. Unaufgeregt und melancholisch schildert Bradley Rust Gray wie die Schulfreunde Ivy und Al in den Semesterferien nach Hause zurück kehren, und viel Zeit miteinander verbringen. Obwohl Ivy vergeben ist und Al schon lange in ein Mädchen aus seinem Lingustik-Kurs verschossen ist, merkt man den beiden das gegenseitige Interesse durchweg an. Gray inszeniert diese verkappte Liebesgeschichte sehr bedacht und setzt überwiegend auf weitwinklige Kameraeinstellungen um die Intimität zwischen Ivy und Al zu wahren. Die ruhige, fast schläfrige Schnittfrequenz, ist bei den heutzutage üblichen Bilderfolgen eine Augenweide und komplementiert einen tollen Film perfekt, in dem sich auch die beiden Hauptdarsteller Zoe Kazan und Mark Rendall ein großes Lob verdient haben.

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      • Marvin Marsh 19.06.2010, 16:02

        Wann und wo kann ich ihn sehen?! I like

        • annaberlin 08.06.2010, 14:18

          Muss ich sehen!

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          • 7 .5
            peter-noster: Mostly Movies 01.06.2010, 16:21

            Die Geduld, die einem der Film abverlangt, zahlt sich am Ende aus. Mit seinem halboffenen Ende wird der Zuschauer entlassen und hat das Gefühl eine genaue Beobachtung vom Erwachen der Ernsthaftigkeit der Liebe gesehen zu haben. Wer sich also auf eine ehrliche Liebesgeschichte einlassen kann, darf sich auf einen lohnenswerten Sommerbesuch in New York freuen. Die leisen Höhepunkte muss man fühlen, sie werden nicht auf einem Silbertablett serviert, haben aber dadurch eine tiefere und bleibende Wirkung. Am Ende verlasst mit guten Bekannten die Stadt und durfte beim Pflanzen einer neuen Liebe zusehen, die durch die lange Verbundenheit der beiden tiefe Wurzeln schlagen kann. Eine stumme Explosion gibt somit am Schluß doch noch zu sehen.

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            • 8
              dae-su 28.05.2010, 12:02

              THE EXPLODING GIRL ist ein ruhiger, zurückhaltender, fast elegischer Film, der ohne Aufregung die Geschichte eines Sommers erzählt. Es ist der Sommer von Ivy und Al, alte Schulfreunde, die aus ihren jeweiligen Unistädten für die Semesterferien in ihre Heimatstadt New York zurückkehren und denen man bei ihrem Treiben zusehen darf - 80 lange, kurzweilige Minuten lang. Dieser scheinbare Widerspruch verkörpert die Seele des Films, der im Fahrwasser von Werken wie WENDY & LUCY oder dem thailändischen WONDERFUL TOWN daherkommt. Der Einstieg in die Geschichte erfolgt ebenso unvermittelt wie willkürlich - und für eine gewisse Zeit ist man ganz nah bei den Protagonisten, schaut ihnen über die Schulter: Ivy, deren College-Beziehung der geographischen Entfernung schon nach zwei verlegen-gestotterten Telefongesprächen zum Opfer fällt und die mit ihrer Epilepsie zu kämpfen hat. Und Al, dessen Eltern sein Zimmer vermietet haben, der bei Ivy unterkommt und sich durch die Stadt treiben lässt, von Party zu Party und doch irgendwie immer nur in Richtung Ivy.
              Und so erzählt Regisseur Bradley Rust Gray in sparsamen, von Kameramann Eric Lin wundervoll eingefangenen Bildern die zarte Geschichte einer aufkeimenden Liebe, die zwar allgegenwärtig scheint, aber gar nicht wirklich thematisiert wird. Schließlich steht ja fest, dass eine so langjährige Freundschaft nicht für eine Liebesbeziehung aufs Spiel gesetzt werden kann. Das Minimum an Handlung verleiht dem Film eine selten gesehene Realität, macht die Länge des Sommers, Ivy's Schmerz und Frust der Trennung, Al's "in den Tag hinein leben" spürbar, greifbar. Und so mag sich das Gesehene an der ein oder anderen Länge etwas ziehen - zwei Wochen Sommerferien können lang werden - gleichzeitig geht aber eine so enorme Faszination davon aus, dass es eine Freude ist. 80 lange, kurzweilige Minuten.

              THE EXPLODING GIRL ist wieder einmal diese Art von Film, die nur einen Bruchteil seiner Zuschauer erreichen wird. Diejenigen aber, die sich auf das meditative Treiben auf der Leinwand einlassen können, werden den Kinosaal beglückt verlassen. Verzückt. Oder vielleicht einfach nur glücklich.

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              • Tyler 17.05.2010, 13:04

                Eine interessante Geschichte, ein toller Trailer und eine 10er Vorhersage...den muss ich sehen!

                • 9
                  Prestigeww 12.05.2010, 00:27

                  Für mich das erste große Kinoereignis dieses Jahres. Dieser unscheinbare Film, der von der zaghaften Annährung eines jungen Liebespaares handelt, macht vieles anders und fast alles besser. Fast lautlos kommt es daher, dieses kleine Debüt von Bradley Rust Gray. Gesprochen wird wenig. Geschrien nie. Die weltbewegenden Dinge passieren nicht in den Worten, sondern in den Blicken des jungen Paares. Selbst der emotionionale Höhepunkt dieses Filmes besteht aus Schweigen...wann hat sich ein Film das letzte Mal so auf seine Kunstfertigkeit verlassen und ist damit durchgekommen?

                  Überhaupt erinnert und Gray daran, was Film eigentlich ist und in seinen besten Momenten sein kann: Ein Erzählen in Bildern, ein Lebens-Rhytmus der Montagen, eine Kamera-Einstellung die mehr kann, als nur Sichtbares zeigen. So erzeugt er in Zusammenarbeit mit seinem Kameramann die für einen Liebesfilm unerläsliche Nähe durch Distanz - und natürlich Nähe: Die Kamera Filmt den schüchternen und doch vertrauten Umgang der Beiden aus großer Entfernung und läst den Figuren so Raum für Intimität. Dann geht sie wieder ganz nah heran und zeigt uns die großen Wasseraugen der Hauptdarstellerin Zoe Kazana und ihre ungewöhliche Anziehungskraft aus nächster Nähe, so dass man meint, ihre Wärme spüren zu können. Wie Charlotte Gainsbourg verfügt sie über eine Attraktivität, die wir im Kino selten zu sehen bekommen: Eine Schönheit auf den zweiten Blick, fernab von Perfektion, die einen dann unvorbereitet trifft und umso stärker in ihren Bann zieht.

                  Das Ergebnis ist ein Kribbeln und Knistern, dass gerade durch seine Wahrhaftigkeit zur Kunst wird, uns mitfühlen lässt und dabei trotzdem so ruhig und entspannt bleibt, wie ich es im Film bisher noch nicht gesehen habe.

                  Zuletzt müsen noch die vielen Kleinigkeiten erwähnt werden, die diesen Film trotz ihrer vermeintlichen Banalität so anders machen: Die Augenringe Ivys nach einer schweren Nacht, die Kleidung, die von den Figuren konsequent den ganzen Tag lang nicht gewechselt wird, der Watschelgang unserer Heldin, die kleinen Neckereien, die Unsicherheit der Figuren, die schmerzhafte Ruhe nach der Trennung von ihrem Freund: hier fängt der Film das echte Leben ein, doch statt es wie andere "Poesie-des-Alltags"-Streifen zu banalisieren, wird es in The Exploding Girl erst durch das Mittel des Filmes ästhetisch. Am Ende verlässt der Zuschauer den Saal benommen und mit dem schönen Gefühl, dass auch seinem Leben diese Poesie innewohnen kann.

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                  • 7
                    Esther Buss: Film-dienst 29.04.2010, 12:43

                    Die Gespräche zwischen Ivy und Al kommen mit wenigen, fast banalen Worten aus, doch ihre Blicke, ihre kleinen, scheinbar bedeutungslosen Gesten verraten das wahre Ausmaß ihrer Vertrautheit; etwa wenn Ivy ihm ihre dreckige Serviette einfach in die Hand drückt und sich verabschiedet oder Al ihr eine Suppe ans Bett bringt und in ihrem Gesicht zu lesen versucht, ob sie ihr gut tut; die Selbstverständlichkeit der Telefongespräche, in denen sich Ivy und Al danach erkundigen, was der andere gerade macht und wann sie sich wieder sehen. Auf diese Weise gewinnt „The Exploding Girl“ ganz beiläufig an Intensität, verdichtet sich zur Geschichte einer Freundschaft, vielleicht auch einer Liebe.

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