The Game - Kritik

The Game

US · 1997 · Laufzeit 128 Minuten · FSK 12 · Thriller · Kinostart
Du
  • 8

    falling down...

    Nicholas Van Orton(Michael Douglas) bekommt zu seinem 48. Geburtstag ein `Spiel´ geschenkt. Sein Bruder Conrad (Sean Penn) überreicht ihm einen Kuvert mit einer Karte darin. Dieses unerwartete, ungewollte und brenzliche Geschenk wirft sein geordnetes und einsames Leben aus der Bahn...

    Spoiler inside. Ich hielt The Game, aus dem Jahre 1997, immer für den schwächsten Film, den David Fincher gemacht hatte. Panic Room(2002) hatte mich zwar ähnlich verunsichert, aber The Game gefiel mir über Jahre hinweg überhaupt nicht. Dabei hat The Game einen atmosphärischen und grollenden Start und zeigt, das Fincher den klassischen Stil eines Hitchcocks perfekt drauf hat. Großartig gemachte Rückblenden, seine ganz eigene Art der Kompositionen und diese Geschichte um den wohlhabenden und knallharten Geschäftsmann Nicholas Van Orton, zogen mich nun, knapp fünfzehn Jahre nach meinem ersten Kontakt, ganz anders mit. Vielleicht ging ich damals, nach Alien³, Sieben und Fight Club, mit völlig falschen Erwartungen an diesen Film. Doch manchmal zündet ein Film erst Jahre später. Der gereifte Wein, der eigentliche Gedanke dahinter. In meinem Kopf musste ein erneuter Kontakt mit Finchers drittem Film wohl erstmal atmen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wenig mich die eigentliche Geschichte, dieses Verwirrspiel letztlich überraschte. Es ist ein Spiel. Und das war mir damals von Anfang an klar und ich rückte einst keine Filmminute von diesem Gedanken weg. Doch darauf kommt es gar nicht an, zumindest nicht in erster Linie. The Game ist packend, aber kein Film, der einen aus den Latschen fliegen lässt. The Game ist vor allem eine Geschichte über einen Mann, der langsam auftaut, von seinem hohen Ross herab schaut und wieder nach unten kommt. Einer der tief fällt, die Fäden verliert.

    Und nun hat es richtig schön gefunzt, ohne gleich in absoluten Jubel auszubrechen. Der Anfang ist stark, ich liebe diese Rückblenden, die zerrissene Hauptfigur, die schnürende Schlinge und natürlich das Spiel selbst. Diese verdammte Spiel. Hätte man The Game schon zu Hitchcocks Zeiten verfilmt, wäre der Film vielleicht noch besser, denn dieses interessante Konstrukt würde ohne technischen Schnickschnack wie Handys oder dergleichen noch viel besser funktionieren. Im Gegenzug muss man aber sagen, dass die Handlung, würde man sie in die heutige Zeit hieven, wohl gar nicht mehr funktionieren würde. Ein derart konfus zurecht geeichtes Spielchen, würde in Zeiten von Drohnen, Smartphones, Facebook, Twitter und der gläsernen Gesellschaft wohl kaum noch spannend und so kunstvoll über den Bildschirm tanzen. Doch auch wenn man ins Jahr 1997 springt, muss man schon anmerken - der Film nagt immer ganz harsch an der Grenze zur Unglaubwürdigkeit, was für mich, Jahre später, kein Problem mehr darstellt. Auch wenn The Game im dritten Viertel etwas durchhängt, der Film im Gesamten auch einen Tick zu lang geraten ist, kann ich nun sagen: ich habe die erneute Sichtung sehr genossen. Fincher und sein Team hinter der Linse, hätten sicher alles hektischer, irrer und verschachtelter angehen können, aber die Metapher des Films kommt so - elegisch, tapsend und bedrohlich - viel besser zur Geltung. Nicholas Van Orton ist ein Mensch, der innerlich `tot´ ist, einer der aufgehört hat zu lachen, sich über etwas zu freuen und einer, der es einfach verlernt hat, mit seinem Umfeld `normal´ umzugehen. Ein verbitterter, zynischer, reicher und arroganter Schnösel. Einer der aufgehört hat zu leben. Seine seelische Misere wird extrem gut gerundet, durch Rückblenden gestärkt, durch Unterhaltungen aufrecht erhalten und dem Auftritt seines Bruders Conrad verschärft.

    Michael Douglas hat hier einen ganz starken Auftritt hingelegt. So ruhig und finster der Film auch durch und durch ist, aber sein Spiel, der bissige Zynismus dahinter - ohne ihn und seine perfekt vorgetragene Skepsis, der langsam bröckelnden Fassade, würde The Game nicht funktionieren. Ihm zur Seite steht ein gut gewählter Cast, der durchweg überzeugt. Einzig Sean Penn fällt leider etwas ab. Seine Rolle ist auf der einen Seite etwas zu `viel´, auf der anderen Seite aber etwas zu `wenig´. Trotz der stark vorgetragenen Emotionen, wirkt seine Rolle nicht ganz zu Ende gedacht und verkommt im Nachgang leider nur zu einem besseren Stichwortgeber. Was solls. In den letzten Szenen geht alles auf, auch wenn mancher mit dem Kopf schütteln mag.

    The Game ist ein wirklich sehenswerter Krimi, eine äußerst gelungene Studie über den Fall von ganz oben und technisch einwandfrei in Szene gesetzt. Dieser Film wird in der Vita Finchers vielleicht immer hinter den großen Klassikern stehen und dennoch, dennoch ist The Game ein guter Film, dessen gut versteckte Emotionalität wohl einfach etwas Zeit brauchte. Ich hätte am Ende jedenfalls beinahe ein Tränchen verdrückt. Manchmal muss man wohl wirklich tief fallen, um zu begreifen...um wieder zu leben...

    9
    • 8
      necrotorian 06.03.2017, 19:26 Geändert 06.03.2017, 19:26

      Michael Douglas wird in diesem Film zu einem wilden Spiel eingeladen das seine komplette Realität in Frage stellt und der Zuschauer wird gleich mitgenommen.

      "The Game" ist von der ersten Sekunde an sehr spannend und es macht sich schon bald eine sehr bedrückende Atmosphäre nieder bei der man nicht Lüge von Realität unterscheiden kann.

      Ein Thriller aller erster Güte mit einem Michael Douglas in Höchstform der kräftig Unterstützung bekommt von Sean Penn und Deborah Kara Unger.

      • 8 .5

        Ein interessanter ungewolter Ausflug von sich selbst.

        • 8 .5

          ein wirklich sehr guter film wenn es nach dem trailer gegangen wäre hätte ich mir den wahrscheinlich nicht angesehn aber hab die bewertung gesehn und dachte der kann nicht schlecht sein und jetzt zählt er zu meinen lieblingsfilmen .
          Nice

          • 10
            TylerDurden1988 29.01.2017, 17:12 Geändert 29.01.2017, 17:13

            Meiner Meinung nach Ein absolutes Meisterwerk, Die Schauspielerische Leistung von Michael Douglas und Sean Penn sind einsame Spitze, die Idee, die Story sowie die Umsetzung des Films sind einfach klasse!! Dieser Film verliert keine Sekunde an Spannung und man kann meistens kaum erahnen was als nächstes passiert und wird dadurch ständig aufs Neue überrascht!! Ein einziger Verfolgungswahn der zur keiner Sekunde Langeweile aufbringen lässt ;-)
            DAUMEN HOCH!! 10/10 Punkten

            • 7 .5

              den film sollte ich mir definitiv mal wieder anschauen. das er verdammt gut war das weiß ich noch.

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              • 10

                "Das Leben führt den ernsten Mann auf bunt verschlungnem Pfade..." (I Ging/Da Dschuan I. Abt. Kap. VIII §6)
                Michael Douglas lässt sich in diesem Psycho-Thriller ganz schön an der Nase herum führen....oder doch nicht? Auch wenn er einen versnobten Overdog darstellt, fällt es einen nicht schwer ihm auf seiner Odysee Sympathie zu schenken. Mit der nur schwer vergleichbaren Wirkung um Wahrheit, Fiktion und das daraus entstehende Rätsel, dass den Verstand kostet, lässt der Film keine lange Weile aufkommen.
                David Fincher ist aber auch kein unbeschriebenes Blatt in der gute-Filme-Kategorie und die Erzählweise gehört noch zum alten Schlag. Diese Mischung mit der Geschichte und dem überzeugenden Cast machen "The Game" zum herausragenden Filmerlebnis.

                Interessant ist, dass derartige Methoden tatsächlich praktiziert werden - wenn auch nicht in solchem Maße. Auf den Privaten gab es mal eine Sendung...

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                • 6

                  Michael Douglas wie immer hervorragend...aber der Plot ...ohje ...hab die letzten 20 min nur noch auf einen nochmaligen Twist gewartet....der kam nicht ...und der Film schließt mit einem sehr seltsamen und zu gleich faden Ende ... Kitsch mit einer Menge Ungereimtheiten....

                  1
                  • 8 .5

                    den kann man sich auch alle paar jahre geben...beste unterhaltung

                    1
                    • 10

                      Michael Douglas erhält das Geschenk seines Lebens. Und wird in einen wahren Alptraum geschickt.

                      Wieviel muss man einem Menschen zumuten, damit er wirklich aus der Fassung gerät und sein Leben aus den Fugen ? David Fincher (Sieben; Alien 3) erzählt uns eine unglaubliche Geschichte, die so grandios bebildert ist, dass man den Film immer wieder aufs Neue sehen kann. Er verliert nichts von seiner Faszination.

                      Der Score von Hollywood-Riese Howard Shore ist fast durchgängig bedrohlich, und lässt das Geschehen unwirklich erscheinen.

                      Ob so ein Unternehmen tatsächlich realisierbar wäre, darf bezweifelt werden. Selbst wenn man Hunderte Mitarbeiter und Fahrzeuge organisieren könnte, würde der Zufall doch eine erhebliche Rolle spielen. Und der lässt sich eben nicht berechnen. Aber darum geht es ja nicht.

                      Dass es Milliardäre gibt, die sich solch ein Spiel leisten könnten, ist dagegen wiederum möglich.

                      Die Grundaussage ist jedoch dermaßen menschlich und gut, dass man unmöglich auch nur den leisesten Kritikpunkt anbringen kann. Douglas spielt fantastisch, ebenso wie sein weibliches Pendant – die hübsche Deborah Unger. Aber auch die übrige Besetzung ist hochklassig (Sean Penn, James Rebhorn, Peter Donat, Armin Mueller-Stahl).

                      Die Kernaussage des Films dürfte sein, dass man einen Menschen nicht in seinen Grundfesten erschüttern wird, wenn man ihn nicht ganz gewaltig durch den Fleischwolf dreht. Denn nichts ist so hart wie ein festgefahrener Mensch. Also muss man ihn in lebensbedrohliche Situationen schicken, und ihm kaum Zeit zum Verschnaufen lassen. Therapeutisch gesehen ist das sicher nicht ganz ungefährlich.

                      Fazit: Absolute Eintagsfliege von Wunderkind Fincher. Sauspannend, unübertroffen, sensationell. Volle Punktzahl.

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                      • 7 .5

                        Richtig guter Film, doch als der Twist am Ende kam dachte ich mir hoffentlich kommt noch ein Twist, denn das war ja ein richtiger Blödsinn. Der Film könnte noch deutlich besser sein als er eh schon ist

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                        • 8 .5

                          The Game hält über die ganze Spieldauer seine Spannung und Intensität ! Zum vielgescholtenen Ende wäre meine Meinung : Mit diesem Finale ist das ganze im nachhinein schon recht unglaubwürdig aber trotzdem irgendwie Genial . Schön das ich davon nicht enttäuscht wurde , wenn es auch gerne anders ausgehen hätte dürfen !

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                          • 9

                            Super spannend.

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                            • 7 .5

                              Sehr spannender Film, mit einem Ende, das leider zu unrealistisch umgesetzt wurde.

                              4
                              • 7

                                Zugegeben, der Film lebt von seiner Erstsichtung, den wenn die Auflösung bekannt ist, ist das ganze nur noch halb so spannend. Trotzdem lohnt sich nach ein paar Jahren mal wieder eine Sichtung. Allein schon wegen Finchers düsterem Regiestil, dem Aufgebot an tollen Darstellern bis in die kleineren Nebenrollen und dem coolen Ende.

                                • 8 .5

                                  Anfang etwas öde, dennoch steigert sich die Spannung des Filmes bis zur letzten Sekunde, nachdem das Spiel angefangen ist.

                                  • 8

                                    Sehenswert...absolut!

                                    • 8

                                      Wirklich ein Thriller mit einer sich bis zum Schluss steigender Spannung. Michael Douglas ist brilliant!

                                      • 6

                                        Beim Schauen selbst war der Film zwar durchaus unterhaltsam - teilweise spannend, teilweise aber auch etwas zäh - und zugegebener Maßen kaum vorhersehbar, doch im Nachhinein ist "The Game" zu konstruiert und unglaubwürdig, um mich wirklich zu überzeugen.

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                                        • 7 .5

                                          Wenn man mal ein bisschen drüber nachdenkt, merkt man schon, wie unlogisch das ganze Spiel doch eigentlich ist und auch das Ende hat mich nicht wirklich zufrieden gestellt. Dafür war mir die Auflösung einfach zu fad.
                                          Nichtsdestotrotz ist The Game ein spannender Thriller, der mit Michael Douglas wirklich hervorragend besetzt ist. Man kann gut mitfiebern und fragt sich, was jetzt hinter alldem steckt.
                                          Nicht unbedingt Finchers bester Film, aber durchaus gut anzuschauen. Man sollte halt nur nicht zu viel hinterfragen.

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                                          • 7 .5

                                            David Finchers dritte Regiearbeit "The Game" ist ein schöner schnörkelloser Thriller bei dem der Zuschauer immer genauso viel oder eben genauso wenig weiß wie der anfängiche Unsympath und Hauptdarsteller Michael Douglas der hier für ein Geburtstagsgeschenk seines Bruders buchstäblich durch die Hölle gehen muß.
                                            Man weiß nie ob dies oder jenes noch zum eigendlich Spiel gehört und wo sich die Grenzen dessen verschieben.
                                            Und genau das ist hier das besondere was den Film trotz der ein oder anderen üblichen Versatzstücke und der typischen "falsche Fährte" Linie konsequent spannend hält.
                                            Natürlich ist Michael Douglas als gefühlskalter Millionär dem Geld und Arbeit wichtiger ist als menschliche Zuneigung die perfekte Wahl für den Film.
                                            Und obwohl er anfänglich eben nicht viel anders ist wie sein Paradecharakter Gorden Gekko aus Wall Street ledet man doch recht schnell mit ihm mit.
                                            Schade dass Sean Penn als dessen Bruder zu sehr verheizt wird, zu wenig Screentime und einfach keine Möglichkeit zum glänzen bekommt.
                                            Der gesamte Film ist eben komplett auf Douglas Charakter ausgerichtet.
                                            Was den Film dann schlußendlich leider einen Punkt kostet ist das etwas ärgerliche Ende.
                                            Nicht unbedingt die Auflösung an sich, sondern die unlogische und nicht kalkulierbare Szene auf dem Dach.
                                            The Game macht mit etwas Abstand immer wieder Spaß und ich kann ihn mir wirklich immer wieder gut ansehen.
                                            Wahnsinn dass der Film schon fast zwanzig Jahre auf dem Buckel hat!

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                                            • 9

                                              Hat mich von der ersten, bis zur letzten Sekunde gut unterhalten und hat mich fasziniert!

                                              Aber was soll man von David Fincher auch etwas anderes erwarten?

                                              Viele Wendungen, kein Ende vorhersehbar, Action, Spannung, Dramaturgie und viele gute Schauspieler!

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                                              • 8 .5

                                                Habe mir den Film dieses Jahr nochmals ausgeliehen. Der war so gut und psycho. Muss ich also wieder sehen. Der Bruder (Sean Penn) und auch die anderen, die da in dem "Spiel" mitspielten, denen hätte ich am liebsten in die Fresse gehauen. So mit der Angst eines Menschen zu spielen. Krass. Ich kann ja nichts verraten.
                                                Ansehen lohnt sich.

                                                • 9

                                                  Brillant inszenierte Hochspannung

                                                  • 10
                                                    Foxedge 07.12.2015, 23:15 Geändert 07.12.2015, 23:16

                                                    Wow. Ein saugeiles Drehbuch, unglaublicher Plot und vor allem: Man weiß irgendwann einfach wirklich nicht mehr, was "echt" ist und was nicht. Dazu eine enorme Spannungskurve die vom Anfang bis Ende ohne wenn und aber konstant ansteigt, ein Finale was wirklich einem Finale würdig ist und dazu die klassische, exzellente Handschrift von Finchers Regie.

                                                    Ich war schon lange nicht mehr so begeistert von einem Film.

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                                                    ?a=5541&i=2&e=1&c=0119174&c0=movpa krit