The Green Wave - Kritik

DE 2010 Laufzeit 82 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Kinostart 24.02.2011

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Kritiken (6) — Film: The Green Wave

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8.5Ausgezeichnet

„The Green Wave“ ist ein ambitionierter Film, und er löst diese Ambition weitgehend ein: Ein politisches Manifest, voller Anteilnahme, voller – nicht nur aus der Herkunft des Regisseurs verständlicher – Parteilichkeit und dennoch eine präzise Dokumentation. In mehrfacher Hinsicht weist der Film über das, was er dokumentiert, auch hinaus: ästhetisch, indem er mit Animation arbeitet, politisch, denn man kann ihn nicht sehen, ohne aufgewühlt und wütend zu werden, ohne Teilnahme mit den Revoltierenden zu empfinden und Mitleid für Leiden und Opfer.

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Christian von mehrfilm.de: Mehrfilm.de

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7.0Sehenswert

Eine Doku im Zeitalter der Sozialen Netzwerke

Als der in Deutschland aufgewachsene iranische Regisseur Ali Samadi Ahadi im August 2009 seine Komödie "Salami Aleikum" vorstellte, hatte sich in seinem Heimatland der beim Volk unbeliebte konservative Populist Mahmud Ahmadineschad für weitere Jahre im Amt bestätigen lassen. In zahlreichen Interviews, auch mit mehrfilm.de, spürte man die Sorgen des sympathischen Filmemachers über die möglichen Folgen dieser Wahlfälschungen. Seine Sorgen galten vor allem den Symathisanten der Gegner von Ahmadineschad. Und diese Sorgen waren berechtig, wie sein neuer Film beweist.

Aktueller denn je, vor dem Hintergrund der Aufstände in der nordafrikanischen Welt (Tunesien, Ägypten etc), bringt Ali Samadi Ahadi passend dazu einen Film über die Entwicklungen der so genannten "grünen Revolution" in die Kinos, die mit den Wahl-Veranstaltungen der Ahmadinedschad-Gegner ihren Anfang nahm und bis heute andauert. Stellvertretend für die vielen Demonstranten hat sich Ahadi für zwei junge Protagonisten entschieden, die in einer gezeichneten Live-Atmosphäre, unterstützt von Live-Aufnahmen, die Vorgänge im Iran des Sommers 2009 nacherzählen.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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7.5Sehenswert

Ali Samadi Ahadi zeichnet die so genannte "Grüne Revolution" auf ungewöhnliche Weise nach. Der in Deutschland lebende Iraner collagiert Nachrichtenbilder und Augenzeugenberichte mit bewegten Comicbildern von zwei Studenten, die in den Strudel der Proteste hineingeraten und schließlich den Terror in den Gefängnissen erleben. Diese seltene Kombination aus Dokumentarbildern und animierten Szenen hat einen tieferen Sinn: Dem Regisseur war es ein Anliegen, Oppositionellen und Opfern eine Stimme zu geben, von denen viele ihre Erfahrungen und Berichte in anonymen Internetblogs und Twitter-Beiträgen hinterlassen haben.

Zur Illustration boten sich kaum bessere Alternativen, zumal aus iranischen Foltergefängnissen und Todesbunkern keine realen Aufzeichnungen existieren. Die bewegten Comicbilder, die an Ari Folmans animierten Dokumentarfilm "Waltz with Bashir" erinnern, erweisen sich dabei als eine viel bessere Lösung, da sie nicht den Anspruch erheben, die unvorstellbaren Schrecken zu visualisieren. Die Bilder des Horrors entstehen vielmehr im Kopf des Zuschauers.

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Norbert Raffelsiefen: Programmkino.de Norbert Raffelsiefen: Programmkino.de

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8.0Ausgezeichnet

"The Green Wave" ist eine Doku-Collage, die bewusst auch auf Emotionen setzt und in ihrer Eindringlichkeit erschüttert. [...] Da spielt es auch keine Rolle, dass die einfach gestalteten Stop-Motion-Bilder mit der künstlerischen Ausdruckskraft der Animationen von „Persepolis“ nicht mithalten können. Seinem Anspruch, das Gedenken an die „Grüne Revolution“ wach halten zu wollen, löst "The Green Wave" allemal ein. Er wird zum beeindruckenden filmischen Denkmal für all jene mutigen Menschen, die das Regime gerne für immer zum Schweigen bringen möchte.

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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

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6.0Ganz gut

Vorgeblich eine Dokumentation, mutet „The Green Wave“, Ali Samadi Ahadis Film über die letzten Präsidentschaftswahlen im Iran und ihre blutigen Folgen, oft wie ein Agitpropfilm an. Dokumentaraufnahmen und animierte Sequenzen verwischen objektive mit subjektiven Elementen und lassen den Film zu einer allzu ideologisch gefärbten Anklage gegen die ungeliebte Regierung werden.

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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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7.0Sehenswert

Der Macher populärer Filme wie "Lost Children"und der erfolgreichen Sommerkomödie "Salami Aleikum" geht mit seinem neuen Werk auch gänzlich neue Wege: Interviews kombiniert er mit Zitaten aus Blogs, Einträgen in Internetforen oder auf Twitter; mit Handyfilmen aus den Tagen rund um das Wahlereignis - wie auch mit im Graphic-Novel-Stil gezeichneten Sequenzen. Zwei fiktive Protestteilnehmer führen den Zuschauer durch die Szenerie.
Auf diese Weise ist Ahadi ein vielschichtiges Protokoll der Ereignisse jenes Tages und seiner Folgen gelungen.

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Kommentare (5) — Film: The Green Wave


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TheBruceWayne

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kein Interesse

http://www.youtube.com/watch?v=lmQ8CEzG8mU

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freakualizer

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Bewertung7.5Sehenswert

The Green Wave erinnert mich stark an "Waltz with Bashir", es wurden identische Stilmittel verwendet, um das Erlebte zu verarbeiten und Außenstehenden näher zu bringen. Ich hatte auch hier oft genug einen Kloß im Hals..

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Sarabsi

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Bewertung9.5Herausragend

eindringliche dokumentation über die iranische revolution 2009, welche die anfangs hoffnungsvolle stimmung der demonstranten und später die ganzen ausmaße der brutalen verfolgung und niederschlagung medial sehr gut transportiert. der film ist durch seine mischung aus interview-material und comic-sequenzen spannend bis zuletzt, obwohl man das ende leider bereits kennt. der film erschüttert, vor allem da man weiß, dass es sich hierbei um sehr realistisches und authentisches videomaterial handelt

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BigDi

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Bewertung7.0Sehenswert

"Wichtig" muss nicht immer "gut" heißen, in diesem Falle klappt es aber, wenn auch gerade so. Zum Teil eine Art Internetblog-Verfilmung darstellend und somit durchaus innovativ, ist "The Green Wave" folglich zu weiten Strecken nicht besonders eloquent, aber in seiner authentischen und ehrlichen Haltung beeindruckend und bedrückend. Die Frage, ob eine gezeichnete und damit unweigerlich stilisierte Darstellung von Gewalt den Zweck, diese als real und unverdaulich zu zeigen, nicht doch verfeht, ist aber leider mindestens wegen der Einstellung, in der Blut und Joghurt ineinander verlaufen, kaum vermeidbar. Zudem ist der, sagen wir mal, günstige Animationsstil etwas enttäuschend (wer ein zweites "Waltz With Bashir" erwartet, muss somit optisch wie wirkungstechnisch Abstriche machen) - und die ausgesprochene Hoffnung am Schluss wirkt auf mich unverbesserlichen Skeptiker bei allem Wohlwollen naiv und unrealistisch. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Ein informativer Film, welcher die unangreifbare politische Bigotterie treffend aus den Augen der Jugend porträtiert.

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wolf260366

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Bewertung7.5Sehenswert

Fast vergessen und - aus meiner Sicht - kaum von der westlichen Welt in der Gänze erfasst worden. Stilistisch sehr an Waltz with Bashir erinnernd und sehr erschütternd. Hochaktuell, aber die aus meiner Sicht bleiben Sinn und Ziele der versuchten Revolution unklar. Wollten die "neuen" Führer einen neuen Iran oder waren es nur neue-alte Köpfe? Schade.

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comehome

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Hab auch die ungewohnte Vorhersage 10! Ist da etwa Kalkulation im System? Wer weiß.


DaKir91

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"Sinn und Ziele der versuchten Revolution bleiben unklar."
Das sind sie auch im Großen und Ganzen.



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