The House with Laughing Windows

La casa dalle finestre che ridono (1976),
Laufzeit 110 Minuten, Thriller, Horrorfilm

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8.5 Kritiker
2 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.6 Community
15 Bewertungen
3 Kommentare
The House with Laughing Windows
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noch nicht bewertet

von Pupi Avati, mit Lino Capolicchio und Francesca Marciano

Restaurator Stefano hat den Auftrag, in einer ländlichen italienischen Kleinstadt ein Kirchengemälde aufzuarbeiten. Während der Arbeit bemerkt er, dass das Bild noch mysteriöse Vorgänge zeigt. Stefano versucht, mehr darüber herauszufinden, doch die Einheimischen sind äußerst verschwiegen. Schon bald muss der Restaurator feststellen, dass er einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur gekommen ist.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: The House with Laughing Windows

alexklotz: Freier Journalist (Hard Sen...

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10.0Lieblingsfilm

Avati greift in seinem Film eine Ausgangssituation des klassischen Horrorfilms auf – der Fremde, der in eine entlegene, abgeschottete Gemeinschaft eindringt – variiert diese aber auf sehr moderne Weise und bricht sie zuweilen sogar. Statt durch eine neblige Sumpflandschaft wandert der Protagonist durch eine sonnendurchflutete, idyllische Landschaft in der Poebene und eine kleinwüchsige Figur ist nicht etwa Faktotum im Schloßkeller, sondern Bürgermeister. Diese Kontraste tragen viel zu der sehr eigenen Atmosphäre des Films bei, die an einen Fiebertraum erinnert und nur von wenigen Filmen in dieser Intensität erreicht wurde. Den höchsten Anteil daran hat aber wohl Avatis Stil: Hier gibt es kaum eine Sequenz, von der man nicht sagen könnte, daß sie in Sachen Ausleuchtung, Kameraführung, Score und Locationwahl nahezu perfekt scheint, besonders gelungen ist die Kadrierung, in der sich neben dem gequälten Heiligen ein zweites Leitmotiv des Films findet: Der Protagonist in einem kleinen Rechteck aus Licht, umgeben von absoluter, allmächtiger Finsternis.

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Kommentare (2) — Film: The House with Laughing Windows

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lieber_tee

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Bewertung7.0Sehenswert

Schicht für Schicht trägt der Restaurator Stefano ein Kirchen-Fresco frei, Schritt für Schritt kommt er dabei einem tödlichen Geheimnis nahe. Zeitlupenhaft entwickelt sich dabei ein schauriger Spannungsfaden, der immer wieder mit kurzen unwirklichen Momenten ergänzt wird. Die beteiligten Charaktere sind allesamt etwas sonderlich, ebenso die Sätze die sie von sich geben. Ihr Handeln ist von seltsamen Aussparungen geprägt, so dass ein irrealer Sog entsteht. Der Zuschauer und steif-entrückte Hauptdarsteller tauchen in einen gespenstischen Albtraum ein, in dem die maroden Häuser und farblos-leere italienische Landschaft, die eigentlichen Hauptakteure sind. Giallo-Elemente werden eher versteckt eingesetzt (wenn überhaupt), dieser gespenstische Streifen zielt eher auf ein grausiges (und etwas unfreiwillig komische) Finale hin. Sanft-surrealer Mystery-Streifen aus den 70ern, von Pupi(!) Avati ("Zeder") begabt ins Bild gesetzt . Für Genre-Fans, die mit zurückhalt-langsamen Horror-Trips etwas anfangen können und deren Lieblingsfilme Argentos "Profondo Rosso", Roegs "Don't Look Now" und Antonionies "Blow Up" sind.

bedenklich? 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 33 Antworten

lieber_tee

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na, z.B. mit kryptischen Rätseln um sich schmeißen...


Andy78

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...und damit schließt sich der Kreis zum Haus mit den lachenden Fenstern...So mag ich es...Danke dir...:)


eXonic

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

„Colours. My colours run from my veins.” Blut ersetzt das tiefste Rot... „They grow dark in autumn, follow the blood. God. Oh God.” …die Muse ist der süße Tod… “My colours will paint death clearly. My colours. All my colours.” …Messer bahnen sich den Weg ins Herz… „Meo Deus. Now he’s dying. Purifying oneself.”... das Kunstwerk ist gemalt vom Schmerz.

Der kalte Hauch des Todes, eingeflößt um den Willen der Kunst.

Unterlegt von zusammenhangslosen Worten und Sätzen, vorgetragen mit der Stimme des Teufels, schlägt allein schon der Vorspann mit einer brachialen Gewalt im Kopf ein, wie es sonst nur dem von „Enter the Void“ gelingt. Zwar sind die beiden Einstimmungsversuche nicht in optischer Hinsicht miteinander vergleichbar, doch in ihrer Wirkung, seinen Zuschauer bestens auf das vorzubereiten, was gleich auf ihn zukommen wird, schenken sie sich beide nichts. In „La Casa dalle finestre che ridono“ ist in Sepiafarben nur schwer zu erkennen, wie ein Mann gerade auf brutale Weise abgestochen wird, nur um ihn in seiner Agonie porträtieren zu können, und das in Bildern, die sogar schon an Experimentalfilme wie „Begotten“ erinnern. So dahingeschrieben ist es nun wirklich schwer, das zu verdeutlichen, was man in den ersten fünf Minuten zu erwarten hat. Es mag sich anhören wie ein absolut geschmackloser Schund, doch es wahre, poetische Gothik-Horrorkunst – nur eben eine sehr makabre.

Pupi Avati kreiert eine Welt, in der von allem potentielle Gefahr ausgeht und jedes noch so unscheinbare Ding eine angsteinflößende Wirkung hat. Das reicht vom simplen Blumenstrauß auf der Kommode über die Schnecken im Kühlschrank bis selbst zum Pfarrer, ganz zu schweigen von all den übrigen Bewohnern in dem kleinen Örtchen auf einer Insel, wo der Restaurator Stefano ein Bild in einer Kirche auffrischen soll, das den gequälten Mann aus dem Vorspann zeigt. Jeder Figur, der Stefano begegnet, scheint ein düsteres Geheimnis zu bergen, das das ganze Dorf betrifft und im Zusammenhang mit dem Fresko steht. Mit jedem Stücken alter Farbe, das er davon abkratzt, tut sich eine alte Narbe wieder auf und neues Blut wird fließen.

Egal wo, die Angst ist allgegenwärtig, die Atmosphäre erdrückend, ganz besonders, wenn der Restaurator sich auf die Suche nach dem macht, was ihm jeder verheimlicht. Einzig in seinem Zimmer im Hotel lässt der enorme Druck für ein paar Augenblicke ab, doch auch diesen Ruheort muss er schon bald abgeben und in ein gespenstisches, abgelegenes Haus umsiedeln, welches noch viel unheimlicher ist als alles Vorherige und die Geschichte somit bis zum Ende, das jede Vorstellungskraft sprengt, unter hochgradige Spannung setzt. Der Weg dorthin gestaltet Avati mit sehr gemächlichem Tempo und einer sperrigen Inszenierung, die ganz weit weg ist von dem, was man ansonsten aus dem italienischen Kino der 70er gewohnt ist. Dabei verzichtet er fast durchgehen auf exploitative Momente und billiger Effekthascherei und lässt stattdessen durch kleine Details den blanken Horror in den Köpfen der Zuschauer entstehen.

Mit recht einfachen Mitteln verstand es Pupi Avati düstere Horrorkunst mit einer Sogwirkung zu erschaffen, der man sich nur ganz schwer entziehen kann. Selten waren die Dunkelheit, zuschlagende Türen und ein paar Knochen derart furchteinflößend. Am eigenen Leib fühlt man sich stellenweise gefoltert und wird erst dann erlöst, sobald das Kunstwerk vollendet ist.

bedenklich? 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

eXonic

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Danke!
Erste Szene ultrakrass, oder? :)


Le Samourai

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Auf jeden! Und die letzten 10 Minuten haben es auch in sich...


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