Zu den bittersten Schicksalsfügungen in Stanley Kubricks drittem Spielfilm "Die Rechnung ging nicht auf" zählt die Nichtbeachtung der vorhersehbarsten menschlichen Neigungen in einem scheinbar sicheren, da scheinbar perfekt Zahnrad auf Zahnrad ineinandergreifenden Plan: Neugier und Hektik. Ironisch, was? Der Überfall auf die Erlöse einer Pferderennbahn scheint übernatürlich sorgfältig, raffiniert und akribisch studiert zu sein, Zeiten wurden gestoppt, Ankunftszeiten aufgeschrieben, Zeitspannen gemerkt, wann der und jener an welcher Stelle welchen Ortes zu stehen habe, um die unaufhaltsame Maschinerie am Laufen zu halten, damit sie nicht stoppt. Eine Minute zu früh ist unwichtig, eine Minute zu spät könnte das Todesurteil aller bedeuten. Sämtliches wurde berechnet, analysiert und diskutiert, der Weg zum großen Geld, es ist der Weg, bei dem gar nichts schiefgehen darf, weil dann alles schiefgehen wird.
Wenn dann doch alles schiefgeht (und es…
Spoiler!
Zu den bittersten Schicksalsfügungen in Stanley Kubricks drittem Spielfilm "Die Rechnung ging nicht auf" zählt die Nichtbeachtung der vorhersehbarsten menschlichen Neigungen in einem scheinbar sicheren, da scheinbar perfekt Zahnrad auf Zahnrad ineinandergreifenden Plan: Neugier und Hektik. Ironisch, was? Der Überfall auf die Erlöse einer Pferderennbahn scheint übernatürlich sorgfältig, raffiniert und akribisch studiert zu sein, Zeiten wurden gestoppt, Ankunftszeiten aufgeschrieben, Zeitspannen gemerkt, wann der und jener an welcher Stelle welchen Ortes zu stehen habe, um die unaufhaltsame Maschinerie am Laufen zu halten, damit sie nicht stoppt. Eine Minute zu früh ist unwichtig, eine Minute zu spät könnte das Todesurteil aller bedeuten. Sämtliches wurde berechnet, analysiert und diskutiert, der Weg zum großen Geld, es ist der Weg, bei dem gar nichts schiefgehen darf, weil dann alles schiefgehen wird.
Wenn dann doch alles schiefgeht (und es wird alles schiefgehen, ein Schicksal, dem wir uns nicht ernsthaft entziehen können), könnten wir denken, Kubrick säße hinter der Kamera mit einem verschmitzten Grinsen. Denn ausgerechnet den aus einem Attentat auf ein Pferd und des erschossenen Täters keinesfalls überraschend, sondern logisch resultierender Verkehrsstau zur Hauptverkehrszeit der aufgekratzten, angstschlotternden, panischen Meute verhindert das Inkrafttreten der Pünktlichkeit des Mannes mit der Beute und provoziert somit ein wiederum daraus resultierendes Blutbad einige Straßen weiter. Das Nichteinbeziehen einer klassischen Reaktion des Menschen zu fliehen auf eine alptraumhafte Situation, in die er unvorbereitet hineingeworfen wird, schlägt der Pünktlichkeit ein Schnippchen und wird ihr zum Verhängnis. Viel früher offenbarte der Plan allerdings schon Risse, was sich daran gezeigt hat, dass ein unbekannter Beteiligter angesichts seiner Gier nach Geld die Beute ebenfalls in seinen Händen halten will, nur dass keiner davon vorerst etwas weiß, außer wir.
Der Zuschauer hat in diesem Film also einen generellen Informationsvorsprung, der zu verzweifelter Hoffnung und hoffnungsloser Verzweiflung führt, dass die Beteiligten obgleich ihrer fraglichen Moral und Kubricks neutral-dokumentarischem Auge vielleicht doch noch entkommen könnten. Wir erahnen zwar beizeiten, dass irgendwas nicht passt, irgendein Zahnrädchen in die verkehrte Richtung läuft, womöglich sogar ein Zahnrädchen fehlt und die Maschine stotternd in Gang gesetzt wird, aber wir hoffen nichtsdestotrotz mit widerspenstiger Beharrlichkeit. In der Schlussszene auf einem Flughafen hoffen wir am meisten, darauf, dass es der zwei-Millionen-Dollar-Koffer trotz aller nervenzerreißenden Komplikationen ins Flugzeug schafft, wodurch der ursprünglich für die Beute vorgesehene Mann (zugleich ein ehemaliger Häftling, der fünf Jahre gesessen hat) mitsamt seiner nicht schönen, nicht intelligenten, aber liebenswürdigen Frau fliehen kann, um ein herbeigesehntes Leben führen zu können. Wir würden es ihm wünschen, er hat seine Strafe gebüßt, ist resozialisiert, sozusagen, zumindest unserer Meinung nach.
Doch Kubrick gönnt uns keine glückselige familiäre Vereinigung bis ans Ende aller Tage (so wie im "Tiger von New York"); was nützen das Risiko und der Mut, wenn ein Hund seine Schnüffelnase in Dinge hineinsteckt, die ihm nichts angehen? Dass ein kleiner, pelziger Hund, praktisch das unspektakulärste Hindernis überhaupt, den zu Ende gedachten Plan vollends entlarvt, auf seine Undurchsichtigkeit reduziert und ihn ins Lächerliche zieht, formuliert den spöttischen Höhepunkt einer endlosen Kette unglücklich-vergessener bis bitterböse-fatalistischer Ereignisse psychologischer Wechselwirkungen, deren Ausgang einer im wahrsten Sinne des Wortes blutigen Selbstzerstörung aller Mittäter gleicht. Fast; wir sollten denken, dass der Mann vom Flughafen verhaftet denn erschossen wird, einer bleibt übrig, dennoch: ein sinnloserer Tod ist kaum möglich. Tarantino rezitierte in seinem Debüt "Reservoir Dogs" nicht nur per se jene oft proklamierte Form, auch weitgehend den essentiellsten Teil des Inhaltes der Rechnung, die nicht aufging.
Um den Film zu realisieren, sah sich Kubrick, wie er später zugab, besonders vom Aufbrechen der zeitlichen Kontinuität der Vorlage Lionel Whites fasziniert, sodass er die zugrundeliegende Struktur des Romans seiner Adaption übertrug. Ging Kubrick im Vorgängerfilm abseits dessen vor allem stilistisch zwei, drei wegweisende Schritte nach vorn, so bedeutet sein Nachfolgerfilm kurioserweise wieder zwei, drei Schritte nach hinten. Weder vertrackte Montagen noch die Kunst, Bilder für sich allein sprechen zu lassen, prägen Kubricks Heist. Stattdessen kokettiert er mit dem Dialog, der Räumlichkeit, der Nähe, der Überschaubarkeit, der Halbdistanz, der unmittelbaren Direktheit und für seine Verhältnisse gar antiquierten Kamera-Aufbauten, die es ihm ermöglichen, in erster Linie Figuren detailbesessen zu skizzieren und plastisch auszustaffieren, ohne artifiziellen Entgleisungen den Vorzug zu lassen, die entweder ohnehin ihm Noir verankert sind (omnipräsente Gitterschatten als symbolische Gefangenheit) oder lediglich unauffällig minimal installiert wurden (seitliche Plansequenzen durch verschiedenartige Wohnbereiche des Peckinpah-Stammkameramanns Lucien Ballard).
Am auffallendsten hingegen: Zerstückelt, zerfleddert, zertrennt, auseinander- und durcheinandergerissen erzählt Kubrick die Geschichte, asynchron, wild, aber nie unkontrolliert hin- und herspringend zwischen Zeitebenen vor und nachdem, Aktionen, Wiederholungen und Dopplungen von Momenten, die (manchmal mehr als dreimal) perspektivisch variiert werden, um Stück für Stück das Bild eines anfänglich losen Geflechts fragmentarischer Handlungsfetzen zusammenzuweben. Kubrick arrangiert keinen linearen Heist, sondern zeigt vorzugsweise in Rückblenden Motivationen, Gründe und Handlungen eines jeden Einzelnen. Das Originelle daran ist, dass er später Szenen zeigt, die anderen bereits früher gezeigten Szenen vorausgegangen sind und demnach das Verständnis des Gesamtüberblicks erst nachhaltig forciert. Ohne "Die Rechnung ging nicht auf" kein "Jackie Brown" (exemplarisch die Verbeugung Kubricks in der multiperspektivischen Kaufhaussequenz), kein "Pulp Fiction" sicher auch. Damals revolutionär, heute Standard, maßgeblich durch Tarantino zum Mainstream deklariert. Das Einzige, was stört, ist, dass sich Kubrick zu einem überflüssig-knochentrockenen Off-Kommentator hinreißen ließ, der über genaue Zeitangaben informiert (was aber aufgrund fehlender Emotion keine zusätzliche Spannung generiert) und meistens verständnishalber das vorwegnimmt – wer mit wem wozu –, was kaum deutlicher sein könnte und den Film schlussendlich bedauerlicherweise in ein geschlosseneres, stringenteres Licht als vorgesehen rückt. Der Mehrwert dieses Kommentators tendiert folgerichtig gegen null, ist nicht ersichtlich, er ist überaus hinderlich.
Wie im "Tiger von New York" vertraut Kubrick tradierten Rollenmustern des jeweiligen Genres, hier: dem Heist, mit dem einzigen Unterschied, dass er nach dem großen materiellen Traum verbissen suchende, sehnsuchtsvolle, melancholische Durchschnittsbürger porträtiert, die er allerdings nicht alle komplett auszuloten vermag, weswegen "Die Rechnung ging nicht auf" zwar einerseits fesselt – gerade in den geschliffenen Dialogen zwischen Geld als Äquivalent der Liebe sowie Gangster als Synonym bewunderter Stars, die man auf ihrem Ruhm baldigst abstürzen sehen will –, andererseits aber auch angesichts jener unterkühlten Emotionalität, die Kubrick vorgeworfen wird, mancher oberflächlich behandelter Figuren kaum mehr als ein interessiertes Zuschauen beschwört, weil es die Identifikation konterkariert. Wir hoffen zwar, aber nur mit denen, die ausgiebig als Persönlichkeit charakterisiert werden – dem deprimierenden George (schmächtig, das Plappermaul: Elisha Cook), seiner undankbaren Frau (anstrengend, der Hausdrache: Marie Windsor), dem Organisator (souverän, der typische Johnny mit "Uhrwerk-Orange"-Schweinemaske: Sterling Hayden). Kubrick hätte die Zeit dieser zugunsten anderer, definitiv zu kurz kommender Personen reduzieren können, um den Film insgesamt packender, da emotionschaotischer erscheinen zu lassen.
"Die Rechnung ging nicht auf" ist unterm Strich stimmiger als "Der Tiger von New York", weniger formales Experiment als narrativ durchdachtere Erzählmontage aus Schnipseln, bei denen man gezwungen wird, sie eigenhändig zusammenzukleben; nuancierter gespielt, kaum verschwenderisch ausgestattet, sarkastisch, bissig. Das erste kleinere Highlight, tauglich als Noir, als Heist, als hochwertiges Kubrick-Frühwerk.
Sehr schön. Du arbeitest jetzt anscheinend alle Kubrick-Filme der Reihe nach ab. So ganz viele waren es ja dann doch nicht. "Wege des Ruhms" war ja dann ein erster kleiner Höhepunkt.
Die Rechnung ging nicht auf gehört zu Kubricks Frühwerk und ist ein geradliniger Gangsterfilm, dessen Charaktere und Figurenkonstellationen an den Film Noir erinnern. Ohne überflüssige Szenen und mit vielen kleinen, knappen Dialogen entsteht ein kurzweiliges Werk, das aber vor allem atmosphärisch enttäuscht. Dies liegt zum großen Teil am allwissenden Erzähler, der komplett überflüssig ist und den Realismus und die Spannung bricht. Dabei wird Die Rechnung ging nicht auf trotz der schlichten Aufmachung nie uninteressant und auch das Ende gefällt sehr gut, Spannung kommt allerdings zu keinem Zeitpunkt auf.
[...] Hier werden Charaktere gezeichnet ohne Szenen sinnlos zu dehnen, aber dennoch kann der Film durch die hohe Dialoglastigkeit eine gewisse Trockenheit während der ersten zwei Drittel kaum kaschieren. Dafür wird es in der letzten Viertelstunde plötzlich richtig interessant, als der eigentliche Raub über die Bühne geht und natürlich unerwartete Auswirkungen nach sich zieht. „Die Rechnung ging nicht auf“ ist technisch (bis auf eine leicht ulkige Kampfszene an der Bar) sehr gelungen, gut gespielt und spart sich die spannenden Ideen für das Finale und den Schluss auf, was sich durch die relativ kurze Laufzeit auch legitimiert. Ein schlichter aber cleverer, guter Krimi, der sich durch den gewissen Pionierstatus, den er aufgrund seiner Erzählweise heute genießt, in so manche Film-Bestenliste geschlichen hat.
Doch schon sehr angestaubtes Heist-Movie. Passable Darsteller, aber miserable Dialoge unnd ein überflüssiger Sprecher aus den Off. Stellenweise aber recht spannend.
The Killing ist ein gut gemachtes Heist-Movie, das zwar wie bei Kubrick gewohnt einen sehr akribischen Bildaufbau vorweist, ansonsten aber nur wenige typische Elemente seiner späteren Werke beinhaltet. Dennoch kann "The Killing" auf vielen Ebenen punkten, neben der Kameraarbeit vor allem bei den guten Schauspielern, besonders Sterling Hayden und Elisha Kook sind hier zu erwähnen. Dass der Zuschauer bis zum Finale weder den genauen Plan der Protagonisten weiß, noch wie der Widersacher Val Cannon versuchen wird, diesen zu vereiteln, hebt nicht nur die Spannung sondern lässt auch genug Zeit, die verschiedenen Charaktere, ihre Beziehungen zueinander und ihre Motive, den Coup zu begehen, kennenzulernen. Auch die Idee, das selbe Ereignis mehrmals hintereinander aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen, wodurch sich die tatsächlichen Abläufe erst nach und nach erschließen, funktioniert sehr gut.
Die Charaktere bleiben leider dennoch ziemlich eindimensional und die Dialoge wirken stellenweise, wie bei Filmen aus dieser Periode ja leider recht häufig, hölzern. Durch die zusätzliche (bei Kubrick typische) starke Distanz zur erzählten Geschichte, ist es außerdem schwierig, sich mit den Figuren zu identifizieren, was ein richtiges Mitfiebern deutlich erschwert. Zu guter Letzt ist der recht überflüssige und monotone Erzähler, der regelmäßig bei Zeitsprüngen auf Uhrzeit und Ort der nun folgenden Szene hinweist, ziemlich störend und der Atmosphäre nicht gerade zuträglich.
Insgesamt ist "The Killing" ein unterhaltsamer, gut gemachter Kriminalfilm, in dem Kubricks Talente bereits aufblitzen, der aber insgesamt trotz einiger netter Ideen relativ austauschbar bleibt.
Sehr solider, streckenweise enorm spannender und aufgrund des deutschen Zusatztitels leider vorhersehbarer Kriminalfilm im Noir-Stil, der nicht die eigentliche Tat, sondern mehr die Planung und Vorbereitungen dieser beleuchtet.
"The Killing" beweist, welches Genie Kubrick schon zu Beginn seiner 'Leinwandkarriere' war. Die zeitlich versetzte Erzählweise verleiht dem Spektakel die wohl dosierte Note Extravaganz und rundet den Film perfekt ab.
Der Film versteift sich nicht nur auf die Tat und deren Zusammenhänge, sondern verschafft dem Zuschauer noch einen Einblick in die Psyche und familiären Gegebenheiten der Täter, was diesen Film von anderen, ähnlichen Kriminalfilmen hervorhebt.
Aufgrund der zündenden Dialoge, dem Können der Darsteller, der Kameraarbeit und Kubrick's Regie ist "The Killing" ein Must-See für alle Krimi-, bzw. Noir-Fans.
«Heute Abend muss ich nochmal fort, vermutlich ist mal wieder nichts zu essen da.» -
«Natürlich, alles ist da, in Hülle und Fülle! Koteletts, Karotten, Spargel, sogar Kuchen!» -
«Ich rieche aber nichts.» -
«Weil man es aus dieser Entfernung nicht riechen kann!» -
«Wie meinst du das?» -
«Dachtest du vielleicht ich hätte das hier im Haus? Das gibt es alles unten im Laden zu kaufen!»
Warum ist man eigentlich auf die bescheuerte Idee gekommen, im deutschen Titel gleich den Ausgang des Films zu spoilern?
Der Film ist sowohl von der Inszenierung, insbesondere der Kameraarbeit, als auch von der Story her, zu empfehlen.
Dass Kubrick hier Regie geführt hat, merkt man eigentlich nicht. Die Rechnung ging nicht auf ist ein brillanter Kriminalfilm mit einem ausgeklügelten Plot und soliden Darstellerleistungen. Wer auf spannende Klassiker steht, ist hier richtig.
The Killing ist beileibe kein schlechter Film. Er ist gradlinig und einfach gestrickt und was er zeigt, das macht er gut. Allerdings will sich keinerlei Atmosphäre einstellen, ohne dass ich sagen könnte, woran es liegt. Zum einen sicherlich an der Erzählstruktur, die unnötigerweise nicht chronologisch stattfindet, zum anderen wegen des kommentierenden Erzählers, den es bei geschickterem Geschehensablauf nicht gebraucht hätte.
Insgesamt recht solide. Muss man aber nicht gesehen haben.
Kubricks Frühwerk hat leider nicht die bildstarke Brillianz, die viele seiner Werke aufzeigen. Trotzdem ist The Killing ein Film, der mit einer guten Story und tollen Darstellern aufwartet. Sterling Hayden überzeugt und wird von guten Nebendarstellern unterstützt. Leider ist er etwas zu spannungsarm. Man beobachtet das geschehen lediglich und ist interessiert...gespannt ist man selten. Die Erzählweise ist etwas holprig, da diese nicht kontinuierlich in einem Stil gehalten ist und der Erzähler, welchen man nicht wirklich einordnen kann, kommentiert alle paar Minuten das geschehen, trägt aber keine wirklich wichtigen Informationen zur Story bei. Etwas unglücklich das Ganze. Das Ende des Films muss lobend hervorgehoben werden, da das Finale doch noch endlich spannend wird und den Film noch einmal aufwertet! Kein Meisterwerk, aber durchaus einen Blick wert!
Nach Kubricks miserabelen Erstlingsfilm "Killers Kiss" legte er kurze Zeit später mit einem Meisterstück nach. Ohne "The Killing" kein Tarantino. Filmgeschichte!
The Killing - Die Rechnung ging nicht auf - Kritik
US 1956 Laufzeit 83 Minuten, FSK 18, Thriller, Kriminalfilm, Drama, Kinostart 06.12.2001
Kritiken (3) — Film: The Killing - Die Rechnung ging nicht auf
Timo K.: Blockbuster Entertainment
Kommentar löschenSpoiler!
Zu den bittersten Schicksalsfügungen in Stanley Kubricks drittem Spielfilm "Die Rechnung ging nicht auf" zählt die Nichtbeachtung der vorhersehbarsten menschlichen Neigungen in einem scheinbar sicheren, da scheinbar perfekt Zahnrad auf Zahnrad ineinandergreifenden Plan: Neugier und Hektik. Ironisch, was? Der Überfall auf die Erlöse einer Pferderennbahn scheint übernatürlich sorgfältig, raffiniert und akribisch studiert zu sein, Zeiten wurden gestoppt, Ankunftszeiten aufgeschrieben, Zeitspannen gemerkt, wann der und jener an welcher Stelle welchen Ortes zu stehen habe, um die unaufhaltsame Maschinerie am Laufen zu halten, damit sie nicht stoppt. Eine Minute zu früh ist unwichtig, eine Minute zu spät könnte das Todesurteil aller bedeuten. Sämtliches wurde berechnet, analysiert und diskutiert, der Weg zum großen Geld, es ist der Weg, bei dem gar nichts schiefgehen darf, weil dann alles schiefgehen wird.
Wenn dann doch alles schiefgeht (und es…
15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten
Benner 2011/07/19 14:30:38
Antwort löschenKlasse geschrieben :)
ElMagico 2011/07/19 14:47:55
Antwort löschenBravo!
Timo K. 2011/07/19 15:19:31
Antwort löschenDanke euch beiden!
Filmkenner77 2011/07/20 16:41:53
Antwort löschenSehr schön. Du arbeitest jetzt anscheinend alle Kubrick-Filme der Reihe nach ab. So ganz viele waren es ja dann doch nicht. "Wege des Ruhms" war ja dann ein erster kleiner Höhepunkt.
Timo K. 2011/07/20 20:52:00
Antwort löschenAnschauen auf jeden Fall. Ob ich auch zu jedem Film etwas schreibe, keine Ahnung. Einen Text zu 2001 wollte ich mir eigentlich sparen. ;)
Alle 7 Antworten zeigen
_Garfield 2011/07/21 00:27:55
Antwort löschenToll geschrieben, aber ein wenig zu lang!
Timo K. 2011/07/21 12:53:20
Antwort löschenKubrick in kurz ist schwer zu bewerkstelligen. :)
Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds
Kommentar löschenDie Rechnung ging nicht auf gehört zu Kubricks Frühwerk und ist ein geradliniger Gangsterfilm, dessen Charaktere und Figurenkonstellationen an den Film Noir erinnern. Ohne überflüssige Szenen und mit vielen kleinen, knappen Dialogen entsteht ein kurzweiliges Werk, das aber vor allem atmosphärisch enttäuscht. Dies liegt zum großen Teil am allwissenden Erzähler, der komplett überflüssig ist und den Realismus und die Spannung bricht. Dabei wird Die Rechnung ging nicht auf trotz der schlichten Aufmachung nie uninteressant und auch das Ende gefällt sehr gut, Spannung kommt allerdings zu keinem Zeitpunkt auf.
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Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschen[...] Hier werden Charaktere gezeichnet ohne Szenen sinnlos zu dehnen, aber dennoch kann der Film durch die hohe Dialoglastigkeit eine gewisse Trockenheit während der ersten zwei Drittel kaum kaschieren. Dafür wird es in der letzten Viertelstunde plötzlich richtig interessant, als der eigentliche Raub über die Bühne geht und natürlich unerwartete Auswirkungen nach sich zieht. „Die Rechnung ging nicht auf“ ist technisch (bis auf eine leicht ulkige Kampfszene an der Bar) sehr gelungen, gut gespielt und spart sich die spannenden Ideen für das Finale und den Schluss auf, was sich durch die relativ kurze Laufzeit auch legitimiert. Ein schlichter aber cleverer, guter Krimi, der sich durch den gewissen Pionierstatus, den er aufgrund seiner Erzählweise heute genießt, in so manche Film-Bestenliste geschlichen hat.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten
Kommentare (10) — Film: The Killing - Die Rechnung ging nicht auf
Kommentar schreibenaberaber 2012/01/24 14:23:05
Kommentar löschenDoch schon sehr angestaubtes Heist-Movie. Passable Darsteller, aber miserable Dialoge unnd ein überflüssiger Sprecher aus den Off. Stellenweise aber recht spannend.
Kommentar gefällt mir Antworten
Discostu 2012/01/20 16:09:09
Kommentar löschenThe Killing ist ein gut gemachtes Heist-Movie, das zwar wie bei Kubrick gewohnt einen sehr akribischen Bildaufbau vorweist, ansonsten aber nur wenige typische Elemente seiner späteren Werke beinhaltet. Dennoch kann "The Killing" auf vielen Ebenen punkten, neben der Kameraarbeit vor allem bei den guten Schauspielern, besonders Sterling Hayden und Elisha Kook sind hier zu erwähnen. Dass der Zuschauer bis zum Finale weder den genauen Plan der Protagonisten weiß, noch wie der Widersacher Val Cannon versuchen wird, diesen zu vereiteln, hebt nicht nur die Spannung sondern lässt auch genug Zeit, die verschiedenen Charaktere, ihre Beziehungen zueinander und ihre Motive, den Coup zu begehen, kennenzulernen. Auch die Idee, das selbe Ereignis mehrmals hintereinander aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen, wodurch sich die tatsächlichen Abläufe erst nach und nach erschließen, funktioniert sehr gut.
Die Charaktere bleiben leider dennoch ziemlich eindimensional und die Dialoge wirken stellenweise, wie bei Filmen aus dieser Periode ja leider recht häufig, hölzern. Durch die zusätzliche (bei Kubrick typische) starke Distanz zur erzählten Geschichte, ist es außerdem schwierig, sich mit den Figuren zu identifizieren, was ein richtiges Mitfiebern deutlich erschwert. Zu guter Letzt ist der recht überflüssige und monotone Erzähler, der regelmäßig bei Zeitsprüngen auf Uhrzeit und Ort der nun folgenden Szene hinweist, ziemlich störend und der Atmosphäre nicht gerade zuträglich.
Insgesamt ist "The Killing" ein unterhaltsamer, gut gemachter Kriminalfilm, in dem Kubricks Talente bereits aufblitzen, der aber insgesamt trotz einiger netter Ideen relativ austauschbar bleibt.
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Kreaexo 2011/10/17 00:12:15
Kommentar löschenSehr solider, streckenweise enorm spannender und aufgrund des deutschen Zusatztitels leider vorhersehbarer Kriminalfilm im Noir-Stil, der nicht die eigentliche Tat, sondern mehr die Planung und Vorbereitungen dieser beleuchtet.
"The Killing" beweist, welches Genie Kubrick schon zu Beginn seiner 'Leinwandkarriere' war. Die zeitlich versetzte Erzählweise verleiht dem Spektakel die wohl dosierte Note Extravaganz und rundet den Film perfekt ab.
Der Film versteift sich nicht nur auf die Tat und deren Zusammenhänge, sondern verschafft dem Zuschauer noch einen Einblick in die Psyche und familiären Gegebenheiten der Täter, was diesen Film von anderen, ähnlichen Kriminalfilmen hervorhebt.
Aufgrund der zündenden Dialoge, dem Können der Darsteller, der Kameraarbeit und Kubrick's Regie ist "The Killing" ein Must-See für alle Krimi-, bzw. Noir-Fans.
«Heute Abend muss ich nochmal fort, vermutlich ist mal wieder nichts zu essen da.» -
«Natürlich, alles ist da, in Hülle und Fülle! Koteletts, Karotten, Spargel, sogar Kuchen!» -
«Ich rieche aber nichts.» -
«Weil man es aus dieser Entfernung nicht riechen kann!» -
«Wie meinst du das?» -
«Dachtest du vielleicht ich hätte das hier im Haus? Das gibt es alles unten im Laden zu kaufen!»
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Trimalchio 2011/08/05 22:52:02
Kommentar löschenWarum ist man eigentlich auf die bescheuerte Idee gekommen, im deutschen Titel gleich den Ausgang des Films zu spoilern?
Der Film ist sowohl von der Inszenierung, insbesondere der Kameraarbeit, als auch von der Story her, zu empfehlen.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
annaberlin 2011/07/21 13:15:25
Kommentar löschenDass Kubrick hier Regie geführt hat, merkt man eigentlich nicht. Die Rechnung ging nicht auf ist ein brillanter Kriminalfilm mit einem ausgeklügelten Plot und soliden Darstellerleistungen. Wer auf spannende Klassiker steht, ist hier richtig.
8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
MrTrombone 2011/06/19 22:06:45
Kommentar löschenThe Killing ist beileibe kein schlechter Film. Er ist gradlinig und einfach gestrickt und was er zeigt, das macht er gut. Allerdings will sich keinerlei Atmosphäre einstellen, ohne dass ich sagen könnte, woran es liegt. Zum einen sicherlich an der Erzählstruktur, die unnötigerweise nicht chronologisch stattfindet, zum anderen wegen des kommentierenden Erzählers, den es bei geschickterem Geschehensablauf nicht gebraucht hätte.
Insgesamt recht solide. Muss man aber nicht gesehen haben.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
ash-williams 2011/05/16 00:53:02
Kommentar löschenKubricks Frühwerk hat leider nicht die bildstarke Brillianz, die viele seiner Werke aufzeigen. Trotzdem ist The Killing ein Film, der mit einer guten Story und tollen Darstellern aufwartet. Sterling Hayden überzeugt und wird von guten Nebendarstellern unterstützt. Leider ist er etwas zu spannungsarm. Man beobachtet das geschehen lediglich und ist interessiert...gespannt ist man selten. Die Erzählweise ist etwas holprig, da diese nicht kontinuierlich in einem Stil gehalten ist und der Erzähler, welchen man nicht wirklich einordnen kann, kommentiert alle paar Minuten das geschehen, trägt aber keine wirklich wichtigen Informationen zur Story bei. Etwas unglücklich das Ganze. Das Ende des Films muss lobend hervorgehoben werden, da das Finale doch noch endlich spannend wird und den Film noch einmal aufwertet! Kein Meisterwerk, aber durchaus einen Blick wert!
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Heiderditte 2009/10/17 13:21:14
Kommentar löschenKlasse frühwerk Stanley Kubricks mit dem meiner Meinung nach seine Karriere erst begann.
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Marti DiBergi 2009/09/28 21:32:52
Kommentar löschenCleveres Frühwerk Kubricks, in dem sich visuelle Brillianz mit einer tollen Story vereinen.
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Kubrick_obscura 2008/06/08 01:36:19
Kommentar löschenNach Kubricks miserabelen Erstlingsfilm "Killers Kiss" legte er kurze Zeit später mit einem Meisterstück nach. Ohne "The Killing" kein Tarantino. Filmgeschichte!
Kommentar gefällt mir 1 Antworten
amblin1971 2011/11/29 18:13:08
Antwort löschenExacto Mundo! - Ohne´"The Killing" kein "Jackie Brown".
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