The Limits of Control

The Limits of Control (2009), ES
Laufzeit 116 Minuten, FSK 12, Thriller, Kriminalfilm, Drama, Kinostart 28.05.2009

5.6 Kritiker
31 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.4 Community
748 Bewertungen
57 Kommentare
The Limits of Control - Bild 1749223
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von Jim Jarmusch, mit Isaach de Bankolé und Alex Descas

Ein geheimnisvoller Fremder reist nach Spanien. Er hat dort einen Auftrag zu erledigen. Welcher Art dieser Auftrag ist, bleibt im Dunklen. Alles deutet darauf hin, dass sich sein Vorhaben nicht ganz im Rahmen des Gesetzes bewegt. Aber weiß er überhaupt selbst genau, was er dort tun soll? Auf verschiedenen Stationen seiner Odyssee übermitteln ihm allerhand mysteriöse Gestalten rätselhafte Botschaften. Ist ihnen zu trauen? Das irgendwie merkwürdige Gefühl über allem verdichtet sich allmählich immer mehr zu einer unheimlichen, düsteren Vorahnung.

  • DVD
Erscheinungstag: 11.12.09
  • The Limits of Control - Bild 1767067
  • The Limits of Control - Bild 1767068
  • The Limits of Control - Bild 1767069

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Cast & Crew


Kritiken (14) — Film: The Limits of Control

Ciprian David: NEGATIV

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8.0Ausgezeichnet

...Was auf dem ersten Blick inhaltlich an dem Film nicht reizt, spielt sich auf der formellen Ebene ab. Jedes Ereignis des Films wird durch eine Zusammenstellung von Symbolen angekündigt: Die Zugfahrten trennen die Akte des Films, die Zettel mit den kodierten Informationen führen den Lone Man weiter auf seiner Reise, die Gemälde im ersten Teil kündigen als wunderschöne Metapher der Wahrnehmung (als Zugang zur Realität über ein Medium) und der Entstehung des Films (als Streben der abbildenden Künste nach Realismus) die Kontaktpersonen an, der durchsichtige Regenmantel von Paz de la Huerta kündigt den Schirm Tilda Swintons an....

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powerpuff_girl

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sehr sehr gute und lesenswerte filmkritik


fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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3.5Schwach

Der mysteriöse Unbekannte sitzt also mit seinen zwei Espressos auf hübschen spanischen Plätzen und unterhält sich mit noch mysteriöseren Unbekannten über Filme, Bohemians und das Leben. Seine strikten Regeln während der Arbeit: keine Mobiltelefone, keine Schusswaffen und kein Sex. Wie philosophisch. Wie tiefschürfend. Wie langweilig.

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wicky2

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ähm ... aussage 1-ja. 2-nein ?


Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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2.5Ärgerlich

Fand ja schon GHOST DOG ganz furchtbar und war dann froh mit BROKEN FLOWERS wieder etwas brauchbares geliefert zu bekommen. Aber meine Fresse: THE LIMITS OF CONTROL schießt ja wirklich alles ab. Gehört definitiv zu den nervigsten Metern Zelluloid des Jahres. Viel zu akribisch versucht Jarmusch die vielen schnappenden Mäuler seines elitären Arthouse-Publikums zu stopfen. Alles Schall und Rauch, längst nichts greifbares mehr. Dieses Phänomen findet man eigentlich eher bei Jungregisseuren, die mit ihrem ersten Film im cannes'schen Wettbewerb laufen - und gewinnen. Oder bei Francis Ford Coppola in YOUTH WITHOUT YOUTH. Da haben sich beide Altmeister wohl ein herzhaftes Eigentor geschossen. Das einzig Amüsante daran ist, zu sehen was so mancher Kritiker darin alles zu sehen glaubt. Herrlich. Und wiederum nicht.

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Mr.Vengeance

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Ich habe ihn mir erst vor kurzem wieder angesehen, kann aber leider immer noch nichts daran finden. Ist einfach nicht meine Welt. Mag schon die Grundstimmung des Films nicht.


Schlegel

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"Ist einfach nicht meine Weilt" ist ein tolles Argument für einen Kritiker. Hut ab.


Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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8.5Ausgezeichnet

[...]Freunde klarer Antworten jedoch werden in „The Limits Of Control“ enttäuscht werden. Letztendlich geht es dem Zuschauer so, wie dem Mann ohne Namen in „The Limits Of Control“, der immer wieder vor Gemälden steht, die er mit seinem Geist zu ergründen sucht. Auch der Zuschauer steht, oder sitzt in diesem Fall vor einem Gemälde, das er in knapp zwei Stunden zu interpretieren versucht. Dass er dabei an die Grenzen des Fassbaren stoßen muss, dass er daran scheitern muss das Gemälde in Gänze zu erschließen, ist dabei von Jarmusch durchaus intendiert. Mit anderen Worten: „The Limits Of Control“[...]

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Mick Lasalle: San Francisco Chronicle Mick Lasalle: San Francisco Chronicle

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2.5Ärgerlich

The Limits of Control beinhaltet all die wundervollen Dinge, die nur Jim Jarmusch machen kann, aber es fehlen dem Film auch manch notwendige Dinge, die Jarmusch entweder nicht machen kann oder nicht machen will.

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Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

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2.0Ärgerlich

Jarmusch will uns etwas sagen. Ich glaube, er will uns sagen, dass wenn man eine Geschichte bis zu den Grundrissen auszieht, wirklich wenig übrigbleibt. Ich frage mich, wie er diese Idee den Investoren nahegebracht hat.

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alanger

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klasse!


Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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7.0Sehenswert

"Die besten Filme sind solche, an die man sich wie an einen Traum erinnert, von dem man nicht weiß, ob man ihn wirklich geträumt hat", behauptet Tilda Swinton an einer Stelle. Nach diesen Maßstäben müsste The Limits of Control ein rundum gelungener Film sein. Dass dem nicht unbedingt so ist, liegt vor allem an der schieren Menge von vermeintlich bedeutsamen Zitaten, an der Holzschnittartigkeit der Figuren, gegen die selbst Darsteller wie Sylvester Stallone und Arnold "The Governator" Schwarzenegger wie wahre Gesichtsakrobaten erscheinen, an der Vielzahl von Symbolen, MacGuffins und Wiederholungen, die einzeln und für sich betrachtet durchaus stimmig sind, in ihrer Ballung die Geduld des Zuschauers auf eine harte Probe stellen

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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6.5Ganz gut

Jim Jarmuschs jüngster Film "The Limits of Control" ist kein über eine stringente Handlung organisiertes Erzählwerk, sondern eine Reihenschaltung von Momenten und Auftritten, die nur über ein kleines Ding, nicht mal ein Symbol (Streichholzschachtel), und einen schönen Mann, der fast nichts sagt, miteinander in Beziehung stehen. In losester Beziehung stehen, in eine Beziehung gesetzt werden wie in ein Bild, das über die Welt, die es zeigt, kaum mehr zu sagen hat als der meist schweigende Mann in seinem Zentrum. Der Mann, der schweigt, die Streichholzschachteln, die die Hände wechseln, die bedeutungsvoll klingenden Sätze, die sich mit leichten Variationen wiederholen: lose ist die Struktur dieses Films, so lose, dass er vor unseren Augen zerfällt, zerfließt, zergeht, aber das alles auf ganz undramatische, statische, unbewegliche Weise.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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7.0Sehenswert

Wer den film noir schätzt, der wird in Jarmuschs neuestem Werk jedenfalls ganz auf seine Kosten kommen: Coffee & Cigarettes, das »hard boiled«-Lebensgefühl rauer Männer, deren Herz nur vom Whisky und vom Antlitz schöner Frauen zu erweichen ist, bestimmen den Grundton, und zeigen das Bild einer Welt, die von Coolness, von Eleganz, von Andeutungen und mitunter von dunklen Verschwörungen geprägt ist. The Limits of Control ist im allerbesten Sinne ein altmodischer Film. Völlig ohne Kitsch, den man heute glaubt, zu brauchen, um das Massenpublikum zu gewinnen; völlig ohne jene bei Drehbuchseminaren so schrecklich beliebten »Psychologisierungen«, liefert er die Charakterstudie eines Auftragskillers.

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Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

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3.5Schwach

Nur sind die filmhistorischen Bezüge allesamt bedeutungslos, wenn das Drumherum nichts als Langeweile und Gleichgültigkeit erzeugt. Allein die schönen Aufnahmen der mediterranen Gemütlichkeit, für die kein Geringerer als Kamera-Maestro Christopher Doyle verantwortlich zeichnete, sowie die zahlreichen Gastauftritte (u. a. von Bill Murray, Gael Garcia Bernal, John Hurt, Tilda Swinton und Youki Kudoh) halten einen davon ab, das Kino vorzeitig zu verlassen. Jarmuschs somnambuler Spanien-Trip gleicht in seiner erstarrten Künstlichkeit einer selbstverliebten, prätentiösen Nabelschau, die bei allem intellektuellen Geschwurbel das Wichtigste vergißt: den Zuschauer.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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8.0Ausgezeichnet

Im neuen Film von Jim Jarmusch geht es um die Überwindung. Um die Überwindung von Grenzen und Mauern im ganz praktischen Sinne, wie aber auch um die von Klassen- und Rassenschranken. Und darum geht es hier nicht zuletzt auch um Solidarität. Um Solidarität, die daraus resultiert, dass man seine Vorbehalte überwindet und sich zusammentut, um einen gemeinsamen Gegner zu bekämpfen. Wer jetzt jedoch einen Action geladenen Kampf Gut gegen Böse erwartet, wird enttäuscht. Denn Jarmusch wandelt hier auf den Spuren des japanischen Samurai-Films, sprich: Kontemplation ist alles, hektisches Geballere nichts.
Jarmusch’ Samurai trägt keinen Namen und wird gespielt von dem nahezu unbekannten Isaach de Bankolé, der trotz schauspielerischem Minimalismus über eine erstaunliche Präsenz verfügt. Diesen gut gekleideten Mann begleiten wir auf einer Reise durch diverse spanische Städte, wo er verschiedene Menschen trifft, mit denen er Streichholzschachteln austauscht. Sie alle scheinen…

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D. Edelstein: USA Today D. Edelstein: USA Today

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3.5Schwach

Es ist unfair, Jim Jarmuschs The Limits of Control als den “leersten Film aller Zeiten” zu bezeichnen, aber das ist genau das, was ich mir in mein Notizbuch schrieb, während ich damit kämpfte, nicht einzuschlafen.

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Filmsuechtiger

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Ist der Film leerer als Twentynine Palms oder Gerry?


Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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4.0Uninteressant

The Limits of Control stellt die Zuschauer auf eine Geduldsprobe. Diejenigen, die eine schlüssige, sich in angemessenem Tempo bewegende Erzählung erwarten, werden von Jim Jarmuschs neuestem Film sehr wahrscheinlich verwirrt und verärgert. Die minimalistische Story trottet im gemächlichen Schritt. Charaktere machen Aussagen, anstatt miteinander zu konversieren oder zu interagieren.
Trotz längeren Gastauftritten von Tilda Swinton, Bill Murray, John Hurt und Gael García Bernal, ist der Film undurchsichtig und obskur.

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J. Berardinelli: ReelViews J. Berardinelli: ReelViews

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5.0Geht so

Der langsame, repetitive Charakter des Films, wie auch die fehlende tragende Handlungslinie, schränken das Spannungsniveau ein, welches Autor/Regisseur Jim Jarmusch entwickeln könnte, aber es wird nichtsdestotrotz ein beinahe hypnotischer Zwang ausgeübt, den Film weiterzuschauen und herauszufinden, wie alles endet. Die unverhohlen politische Auflösung, die erschreckend ist in ihrem Mangel an Komplexität und Erkenntnis, scheitert nicht nur daran, zufriedenzustellen, sondern hinterlässt auch einen bitteren Nachgeschmack. Viele Zuschauer werden sich betrogen fühlen, nachdem sie Jarmusch zwei Stunden ihres Lebens widmen und dafür nur dürftig abgespeist werden.

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Nayelivolando

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"schränken das Spannungsniveau ein" - völliger Quatsch, es gibt keine gewollte Spannung in dem Film. Wie ich in meinem Kommentar bereits erkläre, ist die "Zufriedenstellung" in diesem Film nicht vorgesehen. Klar baut der Zuschauer zuerst eine Erwartungshaltung in sich auf, will Antworten haben. Die Zufriedenstellung ist jedoch anderer Natur, er wird nicht vom Film selbst geliefert, sondern vom Zuschauer, sofern sich dieser darauf einlässt, ähnlich wie bei einem Gemälde oder einem Gedicht. Wer das nicht versteht, hat den Film nicht verstanden.



Kommentare (43) — Film: The Limits of Control

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doctorgonzo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Manchmal ist die Spiegelung viel wirklicher als das, was gespiegelt wird"

Hin und wieder beschleicht mich so etwas wie Unbescheidenheit. Ja, seht nur genau hin, ich, der friedliebenste, toleranteste, zynismusfernste und zurückhaltendste User hier gestehe es:
Ab und zu (wirklich nur selten) macht es mir Spaß, mich mit elitärem Grinsen zurückzulehnen und mit einem mitleidig - entrückten Kopfschütteln alljene zu bedenken, die sich voller Freude im cineastischen Morast suhlen und damit glücklich sind.
Was? Ignoranz? Möglich! Arroganz? Das will ich doch hoffen!

Vergesst den ganzen diplomatischen Schmonses, die political correctness - Die Mischung aus Genpool, Bildung und Prägung hat scheinbar bei mir recht gut gezündet.
Und ja, ich bin stolz drauf, ein Jarmusch - Werk so interpretieren zu können, dass ich die Eleganz, die schlichte Schönheit, den Aufwand um Kleinigkeiten, die akzentuierte Langsamkeit, die auf den Punkt passenden Darstellerleistungen und das hervorragende Timing zu schätzen weiß.
Was nicht heißt, dass diejenigen, die den lustigen Kerl und seine Filme nicht mögen automatisch doof wären. Aber in Zeiten, wo es nur noch um Cameron, Nolan, Bay, Snyder, selbst nur mit etwas Glück mal um Tarantino, um Twilighthype, um den zigsten Aufguss eines Franchise oder das blöde Privatleben noch blöderer Promis geht, sind solche Filme, nicht bloß jene von Jarmush, so etwas wie persönliche Oasen für mich.

Wenn ich ein Auto haben will, werde ich auch voller Mitleid betrachtet, fielen mir nur 6 oder sieben Hersteller ein.
Mit Filmen sollte es genauso sein. Wie schön kann man sich über die Pros und Kontras gewisser Regisseure, Subgrenres, optischer & akustischer Tricks, Kameraführungen, Hommagen, Zitate oder Erzählstile streiten, wenn das Gegenüber weiß, wovon es da erzählt.
Wie gering die Achtung vor dem Film als Kunstform geworden ist, sollte ich in einem Rahmen wie diesem hier wohl kaum erläutern müssen.

Und gerade deshalb schätze ich mich glücklich, dass es sie noch gibt, die Leute, die Filme machen, wie sie eben Jarmush, Lynch, die Coen und wasweißich machen oder auch Almodovar - auch, wenn mich der nicht umhaut, aber es ist gut, dass es sie gibt. Und dass es Leute gibt, die sie, von geschmacklichen Wellen mal abgesehen, auch wertschätzen und einordnen können und mit denen ich mich dann fetzen oder verbrüdern kann.

We few, we happy few, we band of brothers.

Wenn nun Jim Jarmush diesmal Isaach de Bankolé (nein, ich brauche für diesen Namen kein Copy/Paste) auf die Reise schickt, ihn mit grandiosen Charakteren konfrontiert, wie einer platinblonden Tilda Swinton, einer nackten Hispano-Amerikanerin, einem etwas verwildert aussehenden John Hurt und ihn dann auch noch Sätze hören läßt wie "Sometimes I like it in films when people just sit there, not saying anything.", während er tatsächlich meist nur da sitzt und fast nichts sagt.
Wenn der Film wirklich nur ein "Tempo" der Erzählung zu kennen scheint. Der Hauptdarsteller ist die wortkarge Mischung aus Buster Keaton, Léon und Anton Chigurh, nur ohne den offenkundigen Humor. Der Witz der Geschichte entsteht eher aus der gleichgültigen Lakonie, mit der er den seltsamen Figuren begegnet, die seinen Weg pflastern.
Es ist Poesie.
Und wenn einem diese Poesie subjektiv nicht passt, dann kann man zumindest die vollendete Formensprache erkennen, oder diese eben auch vehement bestreiten.

Darum geht es mir gar nicht vordergründig.

Ein Gourmet muss sole meunier oder Ente á l´orange nicht lieber mögen als Currywurst oder Pommes Schranke oder Nutella direkt aus dem Glas. Ein Gourmet muss in erster Linie all dies schonmal probiert haben.

Und darum bin ich immer wieder von einem leicht ironischen Elitegedanken erfüllt, wenn ich derlei Filme sehen darf, ihre Bildersprache genieße und einfach weiß, gerade einen Film gesehen zu haben, der, unabhängig vom persönlichen Geschmack, einer im Vergleich zum Blockbusterkino verschwindend kleinen Gruppe zugänglich sein wird. Und so schiebe ich dann mit zufriedenem Grinsen eine DVD rein, auf der Bruce Willis in einem Hochhaus auf Leute schießt und grinse ebenso zufrieden, wenn auch nicht aus identischen Gründen.

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Sigrun

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"Die Mischung aus Genpool, Bildung und Prägung hat scheinbar bei mir recht gut gezündet" in Zusammenhang mit "Manchmal ist die Spiegelung viel wirklicher als das, was gespiegelt wird" ist umwerfend arrogant und herrlich unzynisch. Chapeau!! :D

P.S. Hab gestern übrigens (wie es der Zufall will) noch mal DIE HARD als Original-VHS-Video gesehen (eine meiner ältesten Cassetten - muss sie jetzt auch leider wegwerfen). Fazit: Der Film ist im Grunde nur noch aus historischen Gründen gut. Das aber zu 100% - elitemäßig betrachtet :o)


Keky

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ganz großes Kino ... ein ruhiger Film für Cineasten. Endlich mal wieder richtiges Kino und Kunst ... dafür wurde der Film gemacht. Kein Wunder, dass Ihn niemand versteht! Wer nur 1 und 1 zusammen zählen kann, der wird hier nicht mal bis 2 kommen. Eben intuitive Bilder und eine Story, die keinem Bilder überladenem amerkanischen Reisser-Schocker-Action-Mist entspricht. Von daher aufgepasst mehr Fühlen als Denken und Verstehen ist angesagt. Der Rest muss eben andere Film ansehen!

Independent - Ikone Jim Jarmusch gelingt ein schillerndes Kino - Mantra in dem Isaac de Bankolé einen Killer spielt, wie ihn das Kino noch nie gesehen hat.

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CapitanKnaecke

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Bewertung9.0Herausragend

THE LIMITS OF CONTROL ist eine schwer zu beschreibende, teilweise sehr zusammenhanglose Abfolge von Bildern mit sehr wenig Dialog. Jim Jarmush versuchte mit diesem Film einen Instinkt-Streifen zu drehen, denn man, wie ein lange Meditation, einfach auf sich wirken lassen sollte. Denn die Geschichte, die uns THE LIMITS OF CONTROL erzählt, ist nicht unbedingt eine gerade heraus gesprochene, handelstypische, sondern tatsächlich eine wirkende, die sehr interpretationsfreudig ist. Letztlich sollen wir auch genau das tun: Unseren Teil dazudenken und die Bilder auf uns wirken lassen, uns selber eine Geschichte erzählen, sich die Figuren durch unsere eigenen Erklärungsversuche sich entwickeln lassen. Die Prämisse, die Jarmush beim drehen hatte, waren einfach schöne Bilder einzufangen, die Emotionen wecken sollten. Und genau mit diesem Handwerkzeug und ein paar fragmentartigen Dialogen versucht uns Jarmush zum besseren "zugucken" zu "erziehen".

Es mag auf den ersten Blick tatsächlich ein sinnentleerter, langweiliger Streifen sein, doch irgendwie hat mich genau diese Magie der Entschleunigung gefangen und mich dazugebracht, mich selber die zwei Stunden mithilfe der Bilder und meiner eigenen Interpretation gut unterhalten.

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g.g.white

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Bewertung6.0Ganz gut

Ja es ist gut Filme mit langen Einstellungen zusehen, nicht diese bis zum anschlag verschnittenen Hollywoodschinken, schon klar. Und ja die Handlung muss nicht immer offensichtlich sein, kann schon ein bischen zur Fantasie anregen. Aber warum kann das nicht gleichzeitig ein klein wenig unterhaltsamer sein. Einem Protagonisten einen Espressofetisch anzuhängen ist ja ganz nett, aber dass konnten Sie bei Terrence Hill mit der Bohnenpfanne auch schon. Skurilitäten und absurde Konversationen alleine sind nicht unterhaltsam, Film kann und muss auch von selber funktionieren, ohne dass man davor sitzt und sich denkt" Oje hoffentlich langweile ich mich nicht weil dann hab ich den grandiosen Jarmusch nicht verstanden und dann kann ich beim nächsten Filmtalk mit meinen Boheme Kumpels nicht sagen wie sehr ich ihn nicht durchschaut habe." Jim, das war schon mal besser. Die 6 gibts nur wegen der Kamera.

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StefanSangrero

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wenn man 1,5 Stunden durch ein Museum gehen kann, kann man sich auch 1,5 Stunden diesen Film anschauen. Im Zusatz bietet er außerdem eine minimalistische Handlung, gedankenanregende Dialoge und eine in sich kohärente Struktur von Wiederholung und Variaiton. Dazu ein atmosphärischer Soundtrack und weltbekannte Schauspieler. Die Frage "Was ist Kunst?", die dieser Film u.a. ergründet, entscheidet hier, ob man ihn mag oder nicht.

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Sozionaut

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Bewertung9.0Herausragend

Zwei Tage habe ich für den Film gebraucht. Zwei durch gesoffene Tage, dreimal bin ich eingepennt, bin aufgewacht, zurück gespult, ne Kippe gedreht und weiter geschaut Nachdem mir das Bier und die Kippen ausgegangen sind, war auch der Film zu Ende. Dann habe ich ihn irgendwie verstanden. Mehr weiß ich jetzt nicht mehr...

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pufaxx

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Okay, vorgemerkt. Reicht ein Kasten?


Sozionaut

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äh...gerade so, halte für den Morgen auf jeden Fall Vitaminpillen und Aspirin bereit...


Nayelivolando

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich bin fasziniert... aber muss natürlich anerkennen, dass der Film weder unterhaltsam, noch kurzweilig ist. Wie hier schon jemand vor mir sagte, kein spannender Hollywood-Blockbuster, sondern ein Kunstwerk, auf dass man sich mit allen Sinnen einlassen muss.
Zuerst habe ich gehofft, dass die unendlich vielen Fragezeichen, die sich im Laufe des Films aufwerfen, würden am Ende gelöst werden, doch dann wurde mir klar, dass die Fragezeichen die eigentliche Intention und der Inhalt des Films sind, und niemals die Intention hat, irgendetwas zu erklären. Und genau da muss sich dann das eigene Gehirn einschalten, die eigenen Sinne, mit denen dann der Film gefüllt werden kann, um eigene Antworten zu finden. In diesem Moment eröffnet sich einem eine Welt aus Symbolik, die so viel Raum für Interpretation und eigene Ideen erschafft, dass man wahrscheinlich Bücher darüber schreiben könnte. The Limits of Control ist vielleicht eher mit einer literarischen Kurzgeschichte vergleichbar, als mit Filmgenres.
Genial gemacht.

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Ohrenbär

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Bewertung0.0Hassfilm

Während des Films wäre ich mehrfach fast eingeschlafen und jetzt, im Nachhinein, muss ich sagen, dass das wohl die bessere Wahl gewesen wäre.
Ein Film kann nicht nur von schönen Landschaftsaufnahmen leben. Ein Film braucht auch Handlung und Dialoge. Das gibt es hier nicht. Höchstens ein paar verstreute pseudo-philosophische Monologe, die so tun, als hätten sie Tiefgang, ohne dabei wirklich etwas auszusagen. Mehr hat der Film nicht zu bieten. Man kann die Handlung nicht verfolgen, weil es keine gibt und so bleibt einem nur, abzuwarten, bis er vorbei ist. In dieser Hinsicht bietet er so viel Vergnügen wie eine zweistündige Zugverspätung, die man einsam auf einem heruntergekommenen Bahnhof in Brandenburg absitzt.

Selbst wenn man mir nicht darin zustimmen mag, dass ein Film immer Handlung braucht, so braucht er doch irgendetwas, das das Interesse weckt, oder einen Anreiz bietet, warum man ihn gucken sollte. Was das bei 'Limits of Control' sein soll, weiß ich nicht.

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Nutella?!!

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Oha.. dann sag ich auch mal zwei, drei Worte.

-Ist ja sehr interessant wie sich ueber diesen Film beschwert und Unverstaendnis geaeußert wird.. wobei.. interessant ist das eigentlich nicht.. eher nervend.
Wo fange ich am besten an?.. schwer zu sagen, denn ein Statement zu diesem Film
ginge bei mir schnell ueber in ein Statement ueber Grundsatzfragen oder Kunstverstaendinis an sich.. however, ich fange einfach mal an! Also:

Es gibt Standard 20.15 Filme (ja, "08:15".. -spaetestens hier sollte der Zusammenhang zwischen der Primetime und „08/15“ auffallen.. ;) ,bei denen ein Blick auf die Regie unnoetig ist, da es einfach nicht von Bedeutung ist, wer fuer diese Redundanz verantwortlich sein soll. Und es gibt unbekanntere "Autoren/Indie“ -Filme, bei denen eben der Regisseur das Hauptaugenmerk bekommen sollte. Wer sich also „The Limits of Control“ ansieht muss schon mal etwas von diesem Mr. Jarmusch gehoert haben. (und ihn irgendwo auch moegen, da es vermutlich fruehere Filme sind die einen einfacheren "Einstieg" schaffen)
-Verziehen sei denen die z.b. in der Videothek standen und einfach das Cover oder einen Teil der Beschreibung/Bewertung auf der Huelle interessant fanden, vorher aber noch nichts von hoerten –es also mehr eine Spontanaktion zur abendlichen Unterhaltung war. Wenn von denen jemand diesen Film langweilig oder was auch immer fand, von mir aus. Denn immerhin steht ja auch irgendwo etwas von Thriller oder so. Und in wie fern man ernst nehmen kann wenn ein Jim Jarmusch meint es gehe um Erotik, Entfuehrung, Mord, Auftragskiller und mysterioese schwarze Maenner mit schwarzen Autos und mutmaßlich auch ein wenig um Verschwoerung.. ist das natuerlich fraglich.
Denn was man dann erwartet, kann (im gewohnten Sinne) nicht erfuellt werden.
Ich meine nicht dieses Werk voellig durchschaut oder verstanden zu haben (vor allem beim ersten Mal), aber ich kann versuchen kurz zu verdeutlichen um was es hier ging und um was eben nicht. Dabei sollte man sich dem grundsaetzlichen, manchmal leichteren manchmal schwereren Unterschied zwischen "ArtHaus" und Blockbuster bewusst sein. (gut, an dieser Stelle koennte man fuer den ein oder anderen das Verstaendnisproblem schon gelockert oder gar geloest haben)...

The Limits of Control,
soll sein: minimalistisch, elitaer, langweilig, uebertrieben-untertrieben, bedeutungslos oder einfach ermuedend. Gut, mag sein. Es kommt eben darauf an wer man ist.
Und genau das steckt auch schon im Film. Subjektivitaet. Gehoert man zu den bereits erwaehnten, zur Unterhaltung ausschließlich Blockbuster oder teuer produzierten Trash bei dem man denken koennte, er gehoere zu einer anti-Intelligenz-Kampagne (wo also mehr kindlicher Spass an coolen Effekten und reinem Unterhaltungsfaktor, als Kunstverständnis oder Hirnzellen noetig sind) –Guckern oder kennt man den Filmmacher und kann einschaetzen worauf man sich einlaesst bzw ist in dieser Richtung entsprechend oeffen und steht auch in Museen/Galerien laenger als 1,3 Sekunden vor einen Werk…
Ja, von mir aus in sofern elitaer. Weil die simple Formel „Kunst statt Kommerz“ lautet.. denn was ist ein guter Film sonst, der nicht „Massenkompatibel“ und kalkulierend auf eine moeglichst große Zielgruppe (mit moeglichst großzuegigen Brieftaschen) zugeschnitten ist? –genau… (nicht fuer jeden). Diese Kompromisslosigkeit es nicht allen recht machen zu wollen sollte aber jedem ArtHaus usw. -Freund nicht neu sein.

Langweilig? Auch das.
Er braucht schon eine recht lange Weile bis er nach knapp 2 Stunden zum Ende kommt. Das dieses Ende, worauf der Film in sehr kleinen Schritten, muehevoll und fast rituell hinarbeitet in einem 100 Seiten Buch auf die letzten Beiden passen koennte, verstaerkt sicherlich diesen Eindruck.
Womit sich dann auch die „ermuedende“ Wirkung erklaeren laesst. Es passiert einfach nicht viel. Und dieses „nicht viel“ wird dann auch noch in sich wiederholenden Deja-vu artigen Szenen wieder und wieder erneut gezeigt. Womit ich beim Kern bin.
Da genau dieses „erneut zeigen“ ist, was der Film will –was Jarmusch will.
Es geht hier nicht darum etwas vollkommen und von Grund auf neues zu schaffen. Die Moeglichkeiten fuer so etwas sind „limitiert“ aber wie bei einem klassischen Stueck z.b fuer Violine ist es ja gerade das interessante zwar die Idee, die Melodie, das Grundprinzip zu uebernehmen, zu spielen –aber in einer Variation. Der Musiker hat mit winzigen Aenderungen, anderen Spielweisen und experimenteller Neugier die Moeglichkeit etwas trotzdem „neues“ zu gestalten, zu schaffen, ohne das Werk an sich zu veraendern. Ist auch das Motiv alt oder gewohnt –wird es durch das Variieren des Interpreten –also durch seine „Interpretation“, etwas Neues.
Genau das ist was Jarmusch interessiert. Ein bekanntes Motiv (z.b. der Auftragskiller) zu nehmen, und daraus durch kleine Abweichungen, Sichtweisen oder Akzente eine andere und damit neue Variante zu schaffen. Denn was bleibt sonst uebrig wenn die Themen begrenzt sind. Irgendetwas aehnliches gab es immer schon mal. Ueberall kann man Vergleiche anstellen. Aber eben nur „aehnliche Vergleiche“. Er hat also beschlossen von vornherein nichts „Neues“ zu schaffen, sondern nur zu variieren. Auch wenn ich mich wiederhole. Den darum geht’s ->Es geht um Variation. Ein Film ueber Variationen und Wiederholung…
Wodurch letztendlich doch immer etwas neues entsteht, da nur „Variation“ der Schluessel zu „Neuem“ ist.

Dieser Film stellt außerdem eine Art Fazit, Sammlung oder besser Retrospektive des Regisseurs dar. Also in zweiter Linie auch: Ein Film ueber das Sammeln.
Nicht nur das Sammeln von Streichholzschachteln, auch das Sammeln von Eindruecken (in fremden Gegenden), von Indizien oder Hinweisen, von Puzzelteilen fuer den Zuschauer, aber auch das Sammeln des Regisseurs, in dem er (s)eine Sammlung presentiert -die Sammlung von seinen bekannten Lieblingsschauspielern (wie DeBankole, Bill Murray oder Tilda Swinton) und von Motiven.
Wieder verwendet (nur in ->Variationen<-) sind z.b. das (ziellose) Reisemotiv aus seinem Debut „Permanent Vacation“ oder auch „Broken Flowers“. Wenn man will findet man auch Muster wie das Koerper-Seele Gleichgewicht durch TaiChi des Killers, aehnlich wie in „GhostDog“ oder das Verarbeiten fremder Kulturen (z.b Dead Man). Was auch nicht fehlen darf ist der Coolness Faktor durch „Coffee and Cigarettes“ der hier auch deutlich ist. Jarmusch ist und bleibt eben ein „cooler Typ“ der „coole Filme“ mit „coolen"(=ruhig, lakonisch, stoisch) Charakteren macht.
Ansonsten besteht der Film aus einer Aneinanderreihung von Symbolen oder Zitaten.
(Jede einzelne Anspielung will ich nicht versuchen aufzufaedeln oder zu deuten.)
Ich muss gestehen, da fehlen mir vermutlich auch noch die einen oder anderen, noch offenen Klassiker um alles deuten zu koennen..

Natuerlich ist es nicht ganz einfach wieder und wieder zu sehen wie ein sehr wortkarger Typ unterwegs auf einer Reise ist, sich ein Zimmer sucht, sich in ein Cafe setzt und genau 2 Espresso (in einzelnen Tassen!) bestellt, die Gegend beobachtet und hin und wieder, diese mal gruenen, mal roten Schachteln tauschend, die eine oder andere, interessante Person kennen lernt. –Aber wieso muss es denn das auch immer.
Spannende Krimis gibt es genug. Der Begriff „Kunstwerk“ ist einfach zu vielseitig um jedem zu gefallen oder nur in eine Richtung des Verstaendnisses zu gehen.
Der Zuschauer wird durch leicht veraendertes Wiederholen, durch das Andeuten der bevorstehenden Handlung (z.b durch Bilder im Museum) und vor allem durch die sehr stimmige, passend „coole“ Musik(aehnlich "DeadMan") in einen Zustand zwischen elektrisierender Spannung auf kommende Geschehnisse und hypnotischer Ritual- (wieder)Entspannung versetzt.
Ein Hoch und Runter zwischen Landschaft, Musik oder Menschen –mit Eindruecken und Gefuehlen des Fremdseins, und poetisch aber unerwartet abwechslungsreichen, jarmuschtypischen Dialogen, welche alle einem jeweiligem Buch entstammen koennten.
Zu erwaehnen ist auch die Kameraarbeit von Chris Doyle, welcher sonst bekanntlich aus oestlich-asiatischer Richtung "weht";) (Chungking Express,2046,..)

Ein Kunstwerk zwischen Expression(der Figuren) und Impressionen (der Orte und Gesten) fuer ruhige Momente, voller Schoenheit, Details und hinweisenden oder zitierten Symbolen.
-Das dabei Besondere ist, dass es vom Empfinden her ein alter, franzoesischer Schwarzweißfilm ist.. nur verbluefft dann die Tatsache, dass er ein moderner(2009) Farbfilm aus Amerika (bzw internatonal) ist…
Fuer mich ein „spaeter Jarmusch“ der durch sein beabsichtigten Minimalismus (da wirklich alles! Unnoetige weggelassen wurde) und seine anti-Groeße und Neuheit irgendwie doch
groß und neu ist, und damit (s)einen Platz im Gedaechtnis und Filmlisten verdient hat. Man merkt das vor allem Orte und Menschen mehr Bedeutung zu kommt als einer Story.. aber was soll ich sagen? –Wieso denn auch nicht. Wo steht „ein Guter Film braucht viel Story!“.. Ein gutes Essen braucht auch nicht immer Fleisch. Nur weil es an anderer Stelle gut zum Rest gepasst hat.
(was nicht als Ausdruck meiner persoenlichen Ernaehrungsweise gesehen werden soll.. wenn dann beschreibt es „carnivor“ evtl. ) Vegetarier.. pff :P
Nagut dann ist es jetzt wohl mehr ein Text ueber Filmart, Regisseur und Kunstbegriff geworden, denn es ist einfach ein persoenliches Thema, welches nicht mit 2 klaren Saetzen zusammenzufassen ist ..
Also entschuldigt wenn ich mich jetzt etwas verrannt haben sollte (:
und diese Einschaetzung nicht so viel klaeren konnte wie ich es vorhatte.. aber ich hoffe sie bietet Ansaetze. Falls nicht bleibt mir nur zu sagen: Whatever.. ich! -mag den Film!

Bilanz:
The Limits of Control
ist letztendlich, und das weiß jeder der mehr Filme vom gestiefelten Jim kennt, ein sexy Film ueber Kleinigkeiten im Leben (die man bekanntlich schaetzen soll), ueber die Liebe fuer bestimmte Plaetze oder sich in Staedten zu verlaufen (was Herr Jarmusch gern selbst als Hobby verbucht), fuer Leute die einfach, Genussmittel genießend, anderen Menschen zuschauen, wie sie z.b. einfach nur in einem Cafe sitzen.
-Nichts besonderes, aber etwas schoenes.
Schweigen und genießen ist das Zauberwort.

-thx4attention, jetzt brauch ich ’ne Kippe!
..(Quatsch, Bin Nichtraucher!)

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Nutella?!!

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@Nayelivolando: danké
@hnnng: danke+ ja, mag sein. Zu einer gewissen Altersgleichgueltigkeit bin ich vielleicht noch nicht gelangt. Ich weiß nur, dass mir ein geringes Maß an Allgemeingueltigkeit (in Sachen Kunst) sehr zusagt.. ansonsten habe ich einfach nur meinen Eindruck zum Film und ueber den Umgang damit versucht in Worte zu fassen. ^_^
Aber gut, wenn es am Alter liegt "herausragende", sich durch Feinsinnigkeit oder Form von der Masse abhebende Werke mehr zu schaetzen als uebertrieben teuer produzierte Popcorn-Ballerein fuer Zuschauer mit ohne Verstand.. dann bin ich ganz gern naiv und jung.
-Ich schaetze Kuenstler mit Idealen oder Grundsaetzen die sich nicht nach Mode oder Publikumszahlen richten.. lass diese Ansicht gern "versteift und ueberambitioniert" sein.

-peace.


doctorgonzo

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Ausgezeichnet geschrieben.


Kill_Diether

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Bewertung6.0Ganz gut

Mit einer inneruhenden Stimmung, mit Lust auf was außergewöhnliches, lassen sich die Grenzen der Kontrolle gut ertragen. Richtig gut gefällt der Film vermutlich solchen, die sich auch sonst intensiv mit Fragen a la "Was ist Kunst?" oder mit der "Definition von Realität" befassen. Ich hoffe jedoch, dass Jarmusch wieder zu einer Leichtigkeit und dem speziellen Humor von "Stranger Than Paradise" oder "Down by Law" zurück findet. Auch mit "Dead Man" hat er viel besser gezeigt, dass er anders kann.

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SaulKaroo

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Bewertung2.0Ärgerlich

…uninspirierte Bedeutungshuberei…

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Joe Gillis

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Bewertung6.0Ganz gut

In den 70ern des letzten Jahrhunderts dekonstruierte (obwohl es diesen Begriff noch gar nicht gab) Michelangelo Antonioni den Verschwörungsthriller, sah, daß es gut war, und nannte das zerdehnte Ergebnis: »Professione: Reporter«. Jahrzehnte später nimmt Jim Jarmusch die wertvollen Scherben und drückt sie ein weiteres Mal durch den Schredder. Übrig bleiben Echos von Echos: ein Mann & eine Mission, Spuren & Muster, Zeichen & Wunder, ein Weg & (k)ein Ziel. Und es bleibt die Vorstellungskraft, für die Wände (auch die der Genrekonventionen) kein Hindernis darstellen. »The Limits of Control« (von Christopher Doyle nicht besonders originell aber gewohnt attraktiv fotografiert) offeriert keinerlei Bedeutung und zeigt ausschließlich Haltung. Die Erkundungsfahrt an die Grenzen der Kontrolle (des Herrn über die Knechte / des Menschen über sein Leben / des Schöpfers über seine Geschöpfe) ist ebenso bewußtseinserweiternder Trip wie Absturz in posenhafte Langweile. Ein Film wie ein arroganter Typ, den man für seine Unnahbarkeit zugleich haßt und bewundert.

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Schlegel

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Die wertvollen Scherben ein weiteres Mal im Schredder. Wieder treffend formuliert, Gillis. Mir hats gefallen, selbst Feinstaub würde mir gefallen.


Joe Gillis

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Weiß Gott kein schlechter Film. Vor allem einer, der hängenbleibt.


Henry Spencer

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Bewertung4.0Uninteressant

Wirkt manchmal fast wie eine Parodie auf Arthaus-Filme. Befürchte aber Herr Jarmusch meint das alles sehr ernst...

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stuforcedyou

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Bewertung5.0Geht so

Jarmusch, der große Meister der Independent-Kino, gehört zu denen die Filmgeschichte geschrieben haben, ohne dass die ein besonders großes Publikum mitbekommen hätte. Jarmusch dreht seit je her Filme die alles sind, nur eines nicht: Definierbar. Ein seinem Episodenfilm „Coffee & Cigarettes“ ließ er einfach nur Leute über Kaffee und Zigaretten sinnieren.

Jarmusch letzter Film, der ruhige „The Limits of Control“ wird wohl auch harte Jarmusch-Fans vor eine innere Zerreißprobe stellen. Der Film kommt ohne Erklärungen daher und die monotonen, unexpliziten Kameraeinstellungen machen die Enträtselung des Films nicht gerade einfacher. Wahrscheinlich will Jarmusch gar nicht, dass jemand das Rätsel löst, oder noch wahrscheinlicher es gibt gar kein Rätsel. So und so, der Film ist zwar wunderschön fotografiert, dank des grandiosen Christopher Doyle, der bereits die Filme eines Wong Kar Wei zu einem visuellen Erlebnis machte, aber der Film bleibt dabei extrem bleiern. Manchmal hat man das Gefühl, der Film wolle gar nicht gemocht werden.

„The Limits of Control“ ist einer dieser Filme, die einen absolut nichts sagen. Es ist einer dieser Filme, die man nicht versteht und wegen seiner introvertierten Haltung gegen über Handlung, Figuren und dem Zuschauer will man dies auch gar nicht. Dennoch wird es gewiss dort draußen einige geben, die sich der drögen Faszination solch eines Werkes nicht ganz entziehen können.

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Dissonanz

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Bewertung7.0Sehenswert

Tolle Bilder, toller Soundtrack, tolle Schauspielerei. Wohl Jarmuschs langsamster Film, extrem wenig Handlung, viel (teilweise amüsante, teilweise ermüdende) Wiederholung, aber viel Denkanstoß.

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micomahn

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Bewertung2.0Ärgerlich

Ich mocht Jim Jarmusch mal richtig gerne aber nichts sagender als seine letzten Film gehts nimmer...
Schweigen ist Feige und nicht perse intelligent!

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hgbrd

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was man nicht hört oder versteht wurde also nicht gesagt.
danke


damokles

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Als Thriller nahezu eine Zumutung. "Limits of Control" ist eine Meditation über Kunst als Kunst und, wie der Titel sagt, über die "Limits of Control" - diese entgleiten Zuschauer, Protagonist und Regisseur gleichermaßen. Lässt man sich auf die Surrealität und Absurdität des Films ein, betrachtet man ein Film-Gemälde, dass nicht den Anspruch hat, kurzweilige Unterhaltung zu sein, sondern auf der Kino-Leinwand mal. Das ist gut so. Es ist keine große Kunst, aber hübsch anzusehen.

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BlueSquirrel

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Bewertung4.0Uninteressant

"The Limits of Control" prahlt mit seiner ausgezeichneten Kamera, und voller Stolz auf diese lässt er alles Andere stehen und liegen. Der Film lässt David Lynch aussehen wie einen Drehbuchautor für Marvel Universe! Um seinen Hoffnung auf Erfolg nur den Bildern zu verschreiben ist er schlicht weg zu lang. Die wenigen Sätze wie z.B. "das Leben ist nichts wert" oder "Violine mit einer Saite", sind wie auf kleine Papierfetzen gekritzelt, die du mit Espresso runterspühlen kannst um nicht einzupennen. Sätze sage ich, denn Dialoge gibt es eigentlich keine!

Fazit: Verworrener Streifen der einen für viel Geduld bestraft und so wortkarg ist wie ein schönes Bild im Museum.

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Beast Lilith

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Bewertung2.5Ärgerlich

schicke Kamerafahrten und Bildausschnitte! Das muss man dem Film lassen. Alles andere leider total langweilig und will irgendwie nicht richtig züüünden.

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jollyroger

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Bewertung1.0Ärgerlich

Ich mag Jarmusch und seine Filme. Wirklich.
Aber THE LIMITS OF CONTROL ist eine Katastrophe. Furchtbar.
Endlos lange, elegische Bildeinstellungen und permanent bedeutungsschwangere Minimal-Dialoge mögen viel Tiefe vorgaukeln, bringen aber bei völliger Inhaltsleere auch nix.
Jarmusch scheint jetzt Filme zu drehen für Erst-Semester Pädagogik-Studenten, die einem auf WG-Parties im Prenzlauer Berg nach dem 5-ten Sternburger dann das Ohr vollabern wie vielschichtig doch der Film war.
Traurig.

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jannis

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heheheh


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