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The Man Who Wasn't There - Kritik
US 2001 Laufzeit 116 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Thriller, Kinostart 08.11.2001
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Kritiken (3) — Film: The Man Who Wasn't There
Oceanic6: CinemaForever
Kommentar löschen"I was a ghost. I didn't see anyone. No one saw me. I was the barber."
'The Man Who Wasn't There' ist wahrscheinlich der ungewöhnlichste Film der Coen Brüder. Ohne ihren typischen Humor erzählt der Film komplett in schwarz-weißen Tönen die Geschichte eines Friseurs, der seinem öden Leben einen Sinn geben möchte.
Das Besondere daran ist die stille und alltägliche Erzählweise. Sie ist gesellschaftskritisch, setzt sich mit den Abgründen der menschlichen Existenz auseinander und hat zudem einige herausragende Wendungen und Interpretationsmöglichkeiten zu bieten.
Wir alle versuchen unserem Leben einen Sinn zu verleihen. Die Gebrüder gehen jedoch der Frage auf den Grund, ob wir wirklich zwanghaft unser Leben ändern sollten. Ist unser Leben nicht doch eher an Schicksal und Glück und das zufällige Kollidieren vieler Ereignisse gebunden? Unheimlich präzise, aber sehr minimalistisch, bis ins kleinste Detail inszeniert, schuf das Dream Team Joel,…
18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
Andy Dufresne Thu, 25 Aug 2011 23:46:52 -0000
Antwort löschenMuss ich den doch schauen?(wollt ich eigentlich nicht,trotz hoher Affinität zu Thornton und noch höherer Affinität zu den Cohens...)
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Oceanic6 Fri, 26 Aug 2011 07:46:45 -0000
Antwort löschenAber natürlich muss man den gesehen haben. ;) Und COEN, bitte ohne h ;)
Andy Dufresne Fri, 26 Aug 2011 08:20:57 -0000
Antwort löschenDie Coens ohne h....*schämt sich* :) Na dann schau ich den mal bei Gelegenheit...
RR. Hamacher: Westfälische Rundschau, Köl... RR. Hamacher: Westfälische Rundschau, Köl...
Kommentar löschenIn wunderbar komponierten schwarz-weißen Bildern erzählte Hommage an die "Schwarze Serie" Hollywoods, deren beabsichtigte Ironie aber in dem zum Selbstzweck verkommenden künstlichen Inszenierungsstil weitgehend untergeht. Auch die dahin plätschernde Handlung sowie die allzu marionettenhaft geführten Schauspieler lassen keine emotionale Identifikation zu
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
Dissonanz Sat, 24 Jul 2010 18:34:44 -0000
Antwort löschenLiest sich wie eine Kopie aus dem internationalen Lexikon des Films, das ich auch in meiner Kritik erwähne.. oder stammt das Original vom Filmdienst? ;)
C. Friedrich: aka Filmclub (a.D.)
Kommentar löschenDas etwas ruhigere filmische Vorgehen der Coen Brüder als sonst macht diesen Krimi zu einem Glanzstück der Coen Filme. Thornton ist hier ein super Rollenspiel gelungen.
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Kommentare (52) — Film: The Man Who Wasn't There
Jek-Hyde Thu, 07 Feb 2013 16:35:01 -0000
Kommentar löschenOh ja, ein Mann der nicht da war. Die Idee ist sehr interessant, aber ich konnte dem Film dank seines Endes und dank dem Protagonisten, dem alles am Arsch vorbei geht nicht viel abgewinnen. Ein großer Film über einen unspektakulären Mann, der ohne sich groß zu wehren auch wieder unspektakulär von der Bildfläche verschwindet.
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dmtjdc Wed, 12 Dec 2012 11:03:15 -0000
Kommentar löschenWoran erkennt man, dass auf einer Film-Seite ein Werk der Coen-Brüder besprochen wird? Kaum eine Meinungsbekundung ist kürzer als 30 Zeilen. Begeisterung, halt.
Ganz anders der Friseur. Der spricht nur sehr wenig, wenn man es mal vom lakonischen
Off-Kommentar absieht. Billy Bob Thornton at his best. Hat mich richtig fasziniert, der Film. Gleich noch mal schauen.
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Uli Kunkel Thu, 15 Nov 2012 14:46:04 -0000
Kommentar löschenDie Coens und die Tragödie / Komödie des Menschseins.
Eine unendliche Geschichte.
Glücklicherweise.
Denn wer sonst brächte uns so unterhaltsam wie poetisch zum Schmunzeln über unser Hineingeworfensein in Begrenzung und Vereinzelung? Wer sonst könnte uns so warmherzig lächeln oder gar befreiend laut lachen lassen über die eskalierenden Widrigkeiten, denen wir uns schlimmstenfalls ausgesetzt sehen? Wer sonst könnte uns so skurril augenzwinkernd und zugleich versöhnlich hinter die des öfteren farcehafte Fassade unseres alltäglichen Daseins blicken lassen? Wer sonst wagte es, so präzise wie unaufgeregt beobachtend und schildernd, uns so voller Mitgefühl und leisem Humor innerhalb der Verwerfungen des Schicksals zu begegnen? Wer sonst macht mit uns ein oder zwei Schritte zurück und betrachtet aus kühler wertungsfreier Distanz unsere seelischen Abgründe und selbstsüchtigen Spiele? Wer sonst läßt die großen Zwänge und kleinen Notwendigkeiten unserer Existenz so nonchalant entschärfend ins Abseits der Absurdität laufen? Wer sonst hebt vor unseren Augen Banalität und Überhöhung in Authentizität auf? Wer sonst vermöchte uns in solch herrlicher Beiläufigkeit 1000 prosaische und intime Details über Individuum und Gesellschaft offenbaren? Wer sonst nimmt uns an die Hand und sagt uns ehrlich, daß am Ende sich nicht alles in Wohlgefallen auflöst, einem jedoch immer die Wahl zwischen Verzweiflung und Akzeptanz bleibt? Wer sonst schafft es, den Menschen so liebevoll zu porträtieren, in all seiner Widersprüchlichkeit und Vielschichtigkeit, in all seiner vorgetäuschten Wichtigkeit und inhärenten Würde?
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zmpfl Sat, 10 Nov 2012 09:07:33 -0000
Kommentar löschenCoen-Brothers-Filme gefallen mir ganz oder gar nicht. Der hier ist ein Fall von überhaupt nicht: Stylisch, toll geschauspielert, atmosphärisch dicht und..., ja, und sonst einfach gar nichts: Edle heisse und schließlich langweilige Luft.
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MartinNolan Sat, 06 Oct 2012 15:06:19 -0000
Kommentar löschenEd Crane (Billy Bob Thornton) ist von Beruf Friseur. Es ist kein allzu anspruchsvoller Beruf, nein das nicht, doch zumindest kann er damit seine Rechnungen bezahlen, denn jeder muss irgendwann zum Friseur; früher oder später.
Ed ist, für den Beruf des Friseurs untypisch, ein stiller Mensch. Er redet nicht gerne und meidet größere Veranstaltungen. Er ist unglücklich mit seinem Leben. Seine Frau Doris Crane (Frances McDormand) betrügt ihn und sein Beruf füllt ihn nicht aus. Es muss sich etwas ändern. Er muss etwas ändern. Initiative zeigen. Mit einem Male erwacht Ed langsam und beginnt zu handeln. Passenderweise scheint der Zufall ihm helfen zu wollen, denn Creighton Tollivier (Jon Polito), ein aufgeweckter und etwas zwielichtiger Geschäftsmann erzählt ihm von seiner Geschäftsidee, durch ein neues Verfahren, der Trockenereinigung, ein Vermögen zu erwirtschaften. Doch dazu benötige er Geld, rund zehntausend Dollar. Da Creighton zuvor vergebens um einen Anleger gesucht hat, wittert Ed nun seine Chance gekommen, seinem derzeitigen tristen Leben entfliehen zu können. Mit einem Male überschlagen sich die Ereignisse und ein nicht enden wollender Strudel der Tragik scheint Ed immer stärker hinab zu ziehen. Wird Ed der Tristesse entkommen oder wird er am Ende vor den Trümmern seines Lebens stehen und sich wünschen niemals Initiative gezeigt zu haben?
Mit „The Man Who Wasn´t There“ kreieren die Coen-Brüder eine effektvolle Hommage an den „Film noir“. Mit einer dichten und düsteren schwarz-weiß Optik erschaffen sie eine bezaubernde melancholische Atmosphäre, in welcher der Protagonist Ed Crane, sein monotones Leben fristet und sogleich sich gegen dieses auflehnt. Er will seiner Tragik entkommen und wird ironischerweise am Ende von der selbigen gerichtet.
Zwar kann man sein Schicksal verleugnen, jedoch nicht vor diesem fliehen.
Vielleicht mag so das Motto des Films lauten oder auch nicht. Fakt ist: Die Coen-Brüder setzen den Niedergang des Ed Crane mit einem wunderbaren Schauspielerensemble, hervorragenden Dialogen und einer faszinierenden Zusammenstellung stimmungsvoller Musikstücke (z. B. Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart), eindrucksvoll in Szene. Ab und an besteht zwar für „The Man Who Wasn´t There“ die Gefahr den Zuschauer zu langweilen, ihn geradezu durch die hypnotischen Klänge des Klaviers in eine gewisse Apathie gegenüber dem Film zu versetzen. Doch bin ich der Auffassung, dass eben diese Wirkung von den Coen-Brüdern beabsichtigt ist. Der Zuschauer soll Teil dieser melancholischen Welt werden, soll mit Ed Crane das Gefühl der Leere, zumindest im Ansatz, empfinden können.
Hat der Film mich zwar nicht in jeglicher Hinsicht beeindruckt, so hat er aber mich dennoch beschäftigt; geisterten mir, auch nach dem Film, zahlreiche Gedanken zu „The Man Who Wasn´t There“ durch den Kopf; war ich auf eine sonderbare Art und Weise von dessen Zauber fasziniert.
„The Man Who Wasn´t There“ ist vielleicht kein Meisterwerk, aber ohne jeden Zweifel eine interessante Studie über das Leben, sowie eine wundervolle Hommage an den „Film-noir“. Für Fans der Coen-Brüder führt kein Weg an „The Man Who Wasn´t There“ vorbei. Wer ansonsten auf der Suche nach einem scharfsinnigen Film über das Leben und dessen Tragik, wie Ironie, abseits aller Hollywood-Sentimentalität ist, sollte mal einen Blick in „The Man Who Wasn´t There“ wagen.
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cpt. chaos Wed, 26 Sep 2012 13:58:08 -0000
Kommentar löschen"Ich rede nicht viel, ich schneide nur die Haare!"
Die Coen-Brüder erzählen die Geschichte völlig unaufgeregt, das Ganze in einer stimmigen s/w-Optik verpackt und dazu noch mit der passenden Darstellertruppe versehen (Billy Bob Thornton, Frances McDormand, James Gandolfini, Jon Polito, Richard Jenkins, Tony Shalhoub und die wunderhübsche Scarlett Johansson), die einen regelrecht mit der Zunge schnalzen lässt – also das Zungenschnalzen war jetzt eigentlich für den gesamten Haufen gedacht, aber einen Bonus-Schnalzer gibt´s noch mal für die Kleine! ;o)
Wie bereits beschrieben, schreitet das Treiben mitunter regelrecht emotionslos wirkend voran, um dann im nächsten Moment mit einer weiteren überraschenden Wendung aufzuwarten.
"Es ist ein Raumschiff gewesen! Ich habe die Wesen gesehen! Sie haben Big Dave in das Raumschiff geführt. Er hat nie darüber geredet, was sie mit ihm gemacht haben.“
Die Protagonisten agieren dabei allesamt abgeklärt, oftmals geradezu unterkühlt.
Auf jeden Fall dürften alle einen Heidenspaß während des Drehs gehabt haben!
"Ich übernehm´ das Reden, und sie halten immer schön den Mund! Ich bin Anwalt, sie sind Friseur, sie wissen gar nichts!"
Das skurrile Ende, das aber hier natürlich sowas von passt, rundet die schräge Geschichte ab.
Auch wenn ich nicht uneingeschränkt alle Filme der Coen-Brüder mag, so gefällt mir dieser jedoch wirklich gut!
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r3sortiane Thu, 23 Aug 2012 07:14:58 -0000
Kommentar löschenEd Crane
========
Trocken, passiv, emotionslos, freudlos, ja tatsächlich irgendwie leblos wirkt dieser Ed Crane - und doch, an seinen Gedanken aus dem Off erkennt man, dass sehr wohl Leben in ihm steckt. Ein Mann, der nicht viel Nähe braucht und der sich im Beisein Fremder eher unwohl als unterhalten fühlt. Wahrlich kein Gesellschaftstier, vielmehr ein Einzelgänger. Und doch möchte er nicht völlig allein sein. Er ist kein Eigenbrötler, kein verschrobener Eremit oder wunderlicher Außenseiter. Er wünscht sich sehr wohl, sein genügsames Leben mit jemandem teilen zu können. Aber nicht, indem er alles bespricht oder alles gemeinsam erlebt, sondern vielmehr im Sinne einer stillen, synergetischen Verbindung. Ed Crane ist ein ruhiger Mensch, der sich wünscht, aus dem Vertrauen auf wenige stabile, enge und unbedingte Bindungen heraus, mit sich allein sein zu dürfen - und er ist auch bereit Anderen das nötige Vertrauen, eine bedingungslose Loyalität und den nötigen Freiraum einer solchen wortlosen, immanenten Verbindung entgegenzubringen. Es scheint, aber darüber konnte ich mir im Film keine ganz sichere Meinung bilden, als sei er sogar bereit, einmalige Fehltritte seines Partners zu verzeihen. Es scheint im Grunde nicht viel zu sein, was dieser Mensch vom Leben erwartet. Eine abgesicherte finanzielle Situation ohne besonderen Luxus. Eine gewisse Autonomie, und damit die Möglichkeit, die geringen Erwartungen, die er hat, auch zu realisieren. Eine Person, auf die er sich im Grunde verlassen kann und die sich auch auf ihn verlassen darf.
Handlungsbasis
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Mit dieser durchaus legitimen, bodenständigen und nachvollziehbaren Vorstellung vom Leben entscheidet sich Ed Crane, ein berufliches und persönliches Risiko einzugehen: Er möchte in eine Geschäftsidee investieren und sich an deren Profit beteiligen. Alles was er dazu braucht, ist ein angemessenes Startkapital - und er hat auch schon eine geschickte Idee, wie er sich dieses verschaffen könnte.
Coen-Stärken in der Waagschale
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Erneut punkten die Coen-Brüder mit einer herausragenden Passung zw. Rollen und Akteuren. Billy Bob Thornton erinnerte mich als Ed Crane ziemlich stark an seine Rolle in "Monster's Ball". Seine phlegmatische Gemütsruhe, die lethargische Gleichgültigkeit, die grenzenlos entnervte Mimik im Angesicht logorrhoisch-plappernder Zeitgenossen und das permanente, begierig-nervöse Inhalieren der Zigarette. Aber nicht nur Thornton oder die anderen Hauptpersonen des Films passen in ihre Rollen, ausnahmslos alle Schauspieler haben etwas Besonderes, zeigen irgendeine differenzierte Form von Charakter, wirken echt und authentisch und hinterlassen, sei ihr Auftritt im Film auch noch so klein, einen kurzen Eindruck bei mir. Sie es die apathisch-entrückte Ann Nirdlinger, die an UFO's glaubt. Seien es die zwei empathisch anmutenden Polizisten, die im Grunde weniger den bemitleidenswerten Adressaten als vielmehr sich selbst, als die unsäglichen Überbringer einer schlechten Nachricht, bedauern. Oder sei es der gutartige Pathologe, der sich ohne Not und nur aus sozialem Altruismus heraus eine schwerwiegende Entscheidung auflädt und damit leider voll in die Nesseln greift. "The man who wasn't there" entbehrt aufgrund seiner erzähltechnischen Gemächlichkeit und Ruhe ein wenig der Coen-typischen bissigen Inszenierung. Nicht jedoch ohne trotzdem perfektionistisch korrekt, stylistisch sicher und alles in allem hauchfein durchkomponiert zu sein - was im Übrigen auch für den Soundtrack gilt.
Fazit
=====
"The man who wasn't there" hat mich zwar weniger gefesselt, fasziniert und nachhaltig beeinflusst als beispielsweise "Blood Simple" oder "No Country for old man", jedoch liegt dies eher an meiner Begeisterung für die Coen-eigene grauenhafte Authentizität von Gewaltinszenierungen, die hier nur in einer Szene auflodert. Dieser Film traf mich eher als die tragische, dramatische Geschichte eines im Grunde guten Menschen mit ehrbaren Motiven und einem besonderen, speziellen Charakter, der sich am Ende seiner Erzählung eingestehen muss, dass von ihm wohl nicht viel mehr als ein "Gespenst" geblieben ist.
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Benni-THE-KING Sun, 05 Aug 2012 21:54:27 -0000
Kommentar löschenerinnert mich an A Serious Man
welchen ich auch schon nicht so besonders gut fand.
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Prechtl Mon, 30 Jul 2012 09:01:29 -0000
Kommentar löschen„The man who wasn’t there“, ein Film, den ich getrost als einen der besten Filme der Coen-Brüder bezeichnen kann. Dieser Film hat keine verrückte Handlung, keine skurrilen Personen, wenig Humor. Ein untypischer Coen könnte man sagen, ähnlich wie bei „No Country for old Men“, der ebenfalls aus der Reihe tanzt. Und doch sind sie meiner Meinung nach besser als ihre erklärten Kultfilme, denen ich nur wenig abgewinnen kann.
Mit diesem Film haben sie ein kleines Meisterwerk geschaffen, unglaublich minimalistisch, man verlässt sich komplett auf die Atmosphäre und Dialoge. Das Bild ist in schwarz-weiß gehalten, um die Stimmung der 40er Jahre besser übermitteln zu können. Auf der Mattscheibe passiert nicht viel, aber das musste es auch nicht, um mich fesseln zu können. Dazu hatte man Billy Bob Thornton, der Ed Crane, den einfachen Mann von nebenan, der durch eine spontane Entscheidung sein Leben zerstört, hervorragend verkörpert. Ed Crane beim Haareschneiden, Ed Crane beim Autofahren, Ed Crane beim Zigarette rauchen. Ein ganz gewöhnlicher Mann ohne besondere Talente. Er schneidet einfach nur die Haare von Mitbürgern, ein geduldiger Mensch, der die Dinge einfach nimmt wie sie kommen und sie auch erträgt.
Doch als er eines Tages das Angebot bekommt, das Geschäft seines Lebens zu machen, greift er zu, um der ermüdenden Monotonie seines Lebens zu entkommen. Eine folgenschwere Entscheidung, wie sich noch herausstellen sollte. Im Grunde verliert Ed Crane alles, sein Haus, seine Frau, sein Leben. Und das nur, weil er sein Leben eines Tages einfach satt hatte und etwas Neues ausprobieren wollte.
Ein ungewöhnlicher Film für 2001, und doch ein wunderschönes Stück Filmgeschichte.
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chmul_cr0n Sat, 28 Jul 2012 23:17:36 -0000
Kommentar löschenSoundtrack is geil, Frances McDormand is geil, Christopher McDonald is geil und Billy Bob Thornton war noch nie so perfekt besetzt.
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Mac_C_Tiro Fri, 20 Jul 2012 03:49:10 -0000
Kommentar löschenWieder einmal eine hochkarätig besetzte Glanzleistung der Coen Brüder. Hier setzten sie sich ein weiteres Mal mit der Unzufriedenheit der Unterschicht und Mittelschicht, sowie mit den perfiden und weitreichenden Folgen, welche sich aus einer (oft simplen) Entscheidung, ergeben können audseinander. Mit vielen Stilelementen des Film Noir realisierte Story über die Absurdität des Seins und die vielschichtigen Verbindungen welche unseren Alltag genau So und nicht anders gestalten!
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based_god Fri, 29 Jun 2012 18:27:11 -0000
Kommentar löschenThe movie which wasn't there.
Ed Crane ist kein Mann, der grosse Reden hält. Er lebt zurück gezogen mit seiner Frau und ist auch mit seinem Beruf ziemlich glücklich. Als er eines Tages das grosse Geld wittert, ist er bereit einen Bekannten (der gleichzeitig die Affäre seiner Frau ist) um 10'000 Dollar zu betrügen. Das Schicksal nimmt seinen Lauf und jeder muss für seine Sünden bezahlen. Wirklich jeder.
Der Film ist so unscheinbar wie sein Hauptcharakter. Aber mit geschickter Kamera und intelligentem Spiel mit den Erwartungen des Zuschauers machen die Coen-Brüder auch diesen Aussenseiter zugänglich. Gegen das Ende wird der Film dann etwas "strange", was aber irgendwie hinen passt. Die Schauspieler sind, wie meistens bei Coen-Filmen, feinsäuberlich ausgewählt und "Billy Bob Thornton" soll gar zugesagt haben, ohne das Drehbuch zu kennen. Und entgegen der Behauptungen einiger Kritiker hier auf MP konnte ich mich nicht schlecht mit dem Protagonisten "anfreunden". Und selten habe ich über eine Filmfigur soviel gelacht wie über "Freddy Riedenschneider", den wohl besten Anwalt überhaupt.
Sehr schöne Hommage an den Film Noire. Pflicht für Fans von Coen-Filmen!
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L-viz Thu, 31 May 2012 23:31:20 -0000
Kommentar löschenEin Film, so unauffällig, wie der Mann, um den es geht. Ein paar gute Monologe seitens des Hauptdarstellers und eine interessante Verteidigungsstrategie eines schmierigen Anwalts ist noch hervorzuheben. Dann war`s das auch. Der Rest ist zu langweilig, um entweder zu fesseln oder gehasst zu werden. Dazu kommen in die Länge gezogene Nebenhandlungen, wie die um die talentlose Klavierspielerin oder das Fest, die vorgenannten Eindruck noch potenzieren.
Was halte ich von den Gebrüder Coen? In Zukunft lieber Abstand.
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agynessa Tue, 29 May 2012 20:20:03 -0000
Kommentar löschenGestern auf ARTE entdeckt und nicht mehr weggeschalten. Ungewöhnlich, durchgeknallt und etwas anders als andere Filme. Billy als grüblerischer Frisör, in einer emotionslosen und tristen Partnerschaft gefangen. Fand ich irgendwie freaky und schwanke gerade zwischen einem ganz gut und einem sehenswert. Ist vielleicht auch nicht jedermanns Sache. Na gut wollen wir mal nicht so sein, also The Man Who Wasn´t There: 7 Points from Germany.
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New Cameron Thu, 14 Jun 2012 12:22:27 -0000
Antwort löschenKomisch hab mich da auch nachts auf arte verlaufen :). Er war auf jeden Fall gut genug, um ihn zu ende zu schauen
blasio.hertz Tue, 29 May 2012 19:40:33 -0000
Kommentar löschenTolle Bilder, toller Titel, toller Billy Bob Thornton. Insgesamt ein toller, allerdings kein wichtiger Film. Wer den teils schwarzen Humor bemerkt, wird viel Spaß haben. So wie ich.
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vanilla Tue, 29 May 2012 12:56:26 -0000
Kommentar löschenEin Film der Coen-Brüder ist meistens ein muss, so auch in diesem Fall. Hervorragend besetzter Film Noir, der auch noir (schwarz-weiß) gefilmt wurde, was mich bei vielen Filmen eigentlich abschreckt. Doch die Macher von Filmen wie "The Big Lebowski" und "No Country for old Men", können nicht so vieles falsch machen. Eigentliche geht es Ed Crane (Überragend, Bob Thornton, vielleicht einer der besten Schauspieler überhaupt) wirklich gut. Er hat ein Haus, eine Frau und einen normalen Job als Friseur. Doch die Gier nach mehr verleitet ihn zu einem folgeschweren Fehler, den er sehr teuer bezahlen muss.
Neben Thornton spielt McDormand ebenso ganz stark, und der rest des Cast ist perfekt besetzt. Dieser Film wird von Minute zu Minute stärker und trotz schwarz-weiß wirkt er farbiger als viele Filme in Farbe.
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badboyblue Tue, 29 May 2012 01:40:08 -0000
Kommentar löschenEs ist immer wieder beeindruckend welch dichte Atmosphäre man aus praktisch nichts machen kann. Großartige Besetzung, präzisions Fanatismus der Details und Einstellungen. Ein Klassiker.
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JackoXL Mon, 28 May 2012 20:51:55 -0000
Kommentar löschenSicherlich den unkonventionellste und für die breite Maße am wenigsten zugängliche Film der genialen Coen Brüder (neben "Barton Fink").
Auf den schrulligen Humor der Gebrüder Coen muss man nicht gänzlich verzichten, wobei dieser sich aber nur sehr dezent äußert und nur in kurzen Nuancen aufblitzt. Im Kern ist "The Man Who Wasn't There" tatsächlich ein Film Noir, der sich inhaltlich am ehesten mit ihrem Debutfilm "Blood Simple" vergleichen lässt. Im Grunde dreht es sich um die selben Dinge. Habgier, Betrug, Verrat und Mord. Die Inszenierung fällt dabei wesentlich klassischer aus. Dies äußert sich nicht nur durch die Entscheidung für Schwarz-Weiß, was sich für die Stimmung als goldrichtig erweißt. Das fühlt sich wirklich an wie ein düstere Kriminalgeschichte aus den 40ern. Doch es ist weit mehr als ein reiner Krimiplot. Eine melancholische, unterkühlte, zuweilen leicht zynische und sarkastische Geschichte um einen Protagonisten, den man nie richtig ins Herz schließen kann. Ed Crane bleibt bis zum Schluß eine kaum greifbare und emotional kalte Figur, was jedoch in dem Fall nicht negativ ist. Es bleibt zwar eine gewisse Distanz zu einer Figur, was aber im Gesamtkontext absolut Sinn macht und zur Stimmung des Films passt. Crane soll kein Symphatieträger sein, es soll auch kein Mitleid für ihn empfunden werden. Er ist eine emotional abgestumpfte Figur, der erst im letzten Part so was wie Menschlichkeit ausstrahlt. Aber auch dann nur sehr gedrosselt und letztendlich bleibt es nur eine Randerscheinung.
"The Man Who Wasn't There" ist eine wunderbare, intelligente Homage an den Film Noir, von den Coens (wie eigentlich immer) meisterlich inszeniert und auf den Punkt präzise besetzt. Billy Bob Thornton spielt grandios, aber mein Star ist mal wieder Frances McDormand. Für mich eine der besten US-Schauspielerinnen überhaupt, besonders in den "Familienproduktionen".
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tobiasschoeler Sun, 13 May 2012 17:09:23 -0000
Kommentar löschenMit den Filmen der Coen-Brüder habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. "The Big Lebowski" und "No Country for old men" gehören zu meinen Lieblingsfilmen. Andere Werke wie beispielsweise "Miller's Crossing" finde ich zwar stilistisch sehr gelungen, aber von der Erzählweise zu einschläfernd.
"The man who wasn't there" liegt irgendwo dazwischen. Zu Beginn hat mich die Geschichte schon gefesselt, aber mit zunehmender Laufzeit häuften sich die Passagen in denen ich begann mich zu langweilen. Der Film treibt dann, scheinbar ziellos, vor sich hin.
Atmosphärisch kann der Film ganz groß austrumpfen. Die exzellent beleuchteten schwarz/weiss Bilder fangen die Stimmung sehr schön ein.
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Jenny von T Thu, 19 Apr 2012 18:37:20 -0000
Kommentar löschenWas für eine Erleichterung! Ganze 4 Coen-Filme hat es mich gebraucht, um endlich einmal diesen Flash zu erleben, von dem beinahe alle Cineasten um mich herum in Bezug auf das Brüderpaar berichten. Big Lebowski? Fargo? No Country For Old Men? "Hm, ja, ganz nett, nächster Film."
Der coen'sche Humor war, dort wo ich ihn gesehen habe, ebenso wenig mein Fall wie die warme Versöhnlichkeit sowie die - zugegeben, unverwechselbare - mal mehr, mal weniger versteckte Skurrilität ihrer Werke.
Mit "The Man Who Wasn't There" nun haben die Coens endlich auch für mich Bäume ausgerissen, einfach, weil sie hier einfach mal komplett auf dem Teppich geblieben sind, alles, was ich bisher an ihnen kritisierte, hinter sich gelassen und stattdessen einen Film erschaffen haben, dessen tiefe Seele auch mir entgegenspringt, und das von der ersten Sekunde an.
Kameraführung, Beleuchtung und überhaupt alles, was Optik ausmacht, ist ein einziger Traum und geht wunderbar einher mit Beethoven und der Schwarz/weiß-Inszenierung, die sowohl Distanz als auch Nähe schafft. Das nennt man wohl cineastische Perfektion.
Der Plot ist selten gut durchdacht und jeder einzelne Charakter ein funktionierendes Zahnrad. Der Hauptgrund, warum mir dieser Film nahegeht, ist sicher Ed Crane, der erste Coen-Protagonist, der als tragische Figur als solche auch wirklich bei mir ankommt, was vermutlich daran liegt, dass die Coens ihn, begleitet von einer angenehmen, aber auch unbedingt notwendigen Prise dunkler Ironie, für die Tragik des Lebens insgesamt stehen lassen.
Denn: Ed Crane ist wirklich der moderne Mensch - Irgendwo zwischen Resignation und Unbeholfenheit vor sich herstolpernd, gefangen zunächst im eigenen Trott, dann im eigenen Schicksal, das zum Selbstläufer geworden ist - und gleich zwei Schritte voraus. Empathiefaktor 1000.
"The Man Who Wasn't There" ist eine großartige, poetische Parabel und als film noir-Hommage tatsächlich besser und in jedem Detail tiefgründiger als jeder film noir, den ich kenne.
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Mike Myers Thu, 19 Apr 2012 18:52:41 -0000
Antwort löschen...und jetzt gleich weiter mit Millers Crossing und Barton Fink :)
Jenny von T Thu, 19 Apr 2012 19:01:38 -0000
Antwort löschenIst ja nur bezeichnend für mich, dass ich wieder erst durch den Schlamm wate, bevor ich auf die Perlen stoße. *seufz*
Le Samourai Thu, 19 Apr 2012 19:04:31 -0000
Antwort löschenNa DAS gefällt mir doch mal! :) Bis auf den Schlamm, pfui!!! ;)
Jenny von T Thu, 19 Apr 2012 19:08:46 -0000
Antwort löschenHab' ich nur geschrieben, um dich zu ärgern. So ganz harmonisch geht's halt doch nicht. :-p
Le Samourai Thu, 19 Apr 2012 19:11:03 -0000
Antwort löschenDu kleiner Schelm! :D
Jenny von T Thu, 19 Apr 2012 19:16:38 -0000
Antwort löschen:-*
Le Samourai Thu, 19 Apr 2012 19:20:03 -0000
Antwort löschen:*
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Schlegel Thu, 26 Apr 2012 16:25:16 -0000
Antwort löschenKann mit dem hier auch am meisten anfangen. Und mit "True Grit", obwohl der viele Feinde hat.
Jenny von T Thu, 26 Apr 2012 18:25:21 -0000
Antwort löschenDas ist ein relativ starkes Indiz dafür, dass er mir gefallen könnte.
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