In wunderbar komponierten schwarz-weißen Bildern erzählte Hommage an die "Schwarze Serie" Hollywoods, deren beabsichtigte Ironie aber in dem zum Selbstzweck verkommenden künstlichen Inszenierungsstil weitgehend untergeht. Auch die dahin plätschernde Handlung sowie die allzu marionettenhaft geführten Schauspieler lassen keine emotionale Identifikation zu
Liest sich wie eine Kopie aus dem internationalen Lexikon des Films, das ich auch in meiner Kritik erwähne.. oder stammt das Original vom Filmdienst? ;)
Das etwas ruhigere filmische Vorgehen der Coen Brüder als sonst macht diesen Krimi zu einem Glanzstück der Coen Filme. Thornton ist hier ein super Rollenspiel gelungen.
Wunderbare Atmosphäre in S/W, herausragende Darsteller und Charaktere in typischer Coen-Manier, das sind die Dinge, die man dem Film zugute halten muss. Allerdings wirkt die Story ein wenig schleppend, fast schon schläfrig und verliert somit immer mehr an Spannung. Wohl insgesamt einer der eher weniger guten Coen-Filme.
Einer der schönsten Coen Brüder Filme. Toll gefilmt, grandios besetzt und die Geschichte finde ich einfach dufte. Kann ich mir immer wieder angucken. Und in Scarlett verliebe ich mich dabei immer wieder. Aber bei welchen Film mit ihr passiert mir das nicht? hehe. ;-)
Dann hätte der ganze Film umgekehrt aufgebaut sein müssen. Prinzipiell hat der C aber die weniger devote bzw. verruchte Note wie der F oder ist das nur meine maskuline Arroganz, die das so sehen will?
Die Coens schaffen es immer wieder, dass ich gebannt einen Film verfolge, der langsam, nüchtern und scheinbar emotionslos erzählt wird... die schwarz weiß Bilder lassen auch keinen Spielraum für positive Emotionen... Und nach "A serious Man" eine weitere Geschichte über das Leben einer völlig unspektakulären Person, dem Frisör Ed Crane, dem nach und nach -durch unvorhergesehene Ereignisse- das Leben in seiner Routine entgleitet... Es reicht ihm nicht mehr, sich fremdbestimmen zu lassen, Haare zu schneiden und Zigaretten zu rauchen... Aber er merkt schnell, wenn man nach so langer Zeit eigenständig denken muss, handeln muss, wenn man von seiner gesteckten Strecke abweichen muss, dann wird es schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen... Es sieht aus, als hätte er es nie gelernt, nie versucht... Er wird in seiner Naivität übers Ohr gehauen, wird von seiner Frau betrogen... Crane will sich nun auch ein wenig Glück zu kaufen, versucht aus seinem Unglück Profit zu ziehen, es endet in einer Katastrophe... Dann überrollen ihn die Ereignisse... Er will verbissen alle Fehler wieder gut machen, scheitert auch hier... Eigentlich ist es fast schon lächerlich, wie Crane versucht, mit seiner stoischen Art alles richtig zu machen... Ich frage mich, was dieser Frisör vom Leben erwartet hat? Welches Ereignis in seinem Leben Emotionen in ihm wachgerufen hätte? Warum er sich so vehement in sein Schicksal ergibt? Das Ende ist auch diesmal eine völlig logische Konsequenz... Dramatisch undramatisch... Die Coens haben ein Faible für die einfachen Leute, ihr einfaches Leben, dass so vorbestimmt scheint und doch bei ihnen oft auf so tragische Weise die Richtung wechselt und endet... Sie erzählen leicht überspitzt, aber nie bösartig... Sie zeichnen die Charaktere sehr präzise, liebevoll, hoffnungsvoll mit dieser Prise bitterbösen Humors, der mich vor Depressionen bewahrt... Diese Menschen haben ihr Leben, ihre Entscheidungen, ihr Handeln ja schließlich selbst in der Hand... Auch Ed Crane... Auch wenn er nur der Frisör war...
Ich habe noch nicht alle Filme der Coens gesehen. Die Filme die ich von ihnen gesehen habe finde ich brilliant ( Farco, No Country for old Men, The Big Lebowski, True Grit, Millers Crossing...) Wegen diesen Filmen ist meine Erwartung an einen Film der Coens immer sehr hoch. Es ist kaum zu glauben, aber diese Coens schaffen es immer eine Erwartung zu erfüllen oder sogar zu übertreffen.
Bei The Men who wasn't there ging es schnell. Keine 3 Minuten vergingen und ich wusse das mir der Film gefallen würde.
Die Story um den Friseur Ed Crane ist simpel aber genial. Die Coens schaffen es immer aus einer unspäktakulären Story einen tollen film zu machen.
Die Darsteller spielen hervorragend. Allen voran Billy Bob Thornton als schweigsamer Ed Crane. Billy Bob's Mimiken in diesem Film sind extraklasse. Von den Nebendarstellern haben mir Tony Shalhoub und John Polito am besten gefallen. Shalhoubs Rolle hätte gerne noch etwas ausführlicher ausfallen können und Polito spielt seinen Part wie schon in Millers Crossing mit einem Augenzwinkern.
Schwarzweiss hat sehr gut gepasst. Obwohl es eher ein ruhiger Film ist fand ich ihn bis zum unvermeidbaren Ende sehr spannend.
Kein gewöhnlicher Film, aber das kann man von den Coens auch nicht erwarten. Anschauen lohnt sich.
Ein Film, der es schaffte, mich im Inneren zu erreichen und zu bewegen. Neben Miller's Crossing subjektiv für mich der beste Coen Film. Ein Schlusssatz, der die hochklassigen Dialoge und das tiefdramatische Geschehen um den einzigartigen Ed Crane schafft zu vereinen und mich als literarisch vorbelasteten Menschen zu begeistern.
Die herausragenden schauspielerischen Darstellungen und die gewohnt perfekte Inszenierung sind die unterstützenden Fundamente für jene sagenhafte Handlung, die vor Tiefendimensionen geradezu explodiert. So waren es nicht die vordergründigen Verstrickungen und Missgeschicke, die den Film ausmachten, sondern, dass anhand jenes Handlungsablaufes das "Labyrinth" des Lebens vollends zur Geltung kommt. Für mich war es eine Erzählung über den Determinismus des Menschen, der sich in den unnahbaren und doch so verständlichen Charakteren widerspiegelte - insbesondere natürlich in Ed. Der Mensch, der im Sog mitgetrieben wird und nicht selbst steuern kann, um in hier wohl unglaublicher Kulisse gleichsam einer Apotheose zu enden. Dieser Teufelskreis des Lebens wurde hier für meinen Geschmack erstklassig veranschaulicht.
Ich muss jedoch gestehen, dass ich mit dem Motiv der Außerirdischen nicht viel anfangen konnte bzw. es nicht so recht auffassen und begreifen konnte.
Es ist schon fast langweilig, einen Coen-Film zu sehen. Man erwartet einen guten Film, man bekommt einen guten Film.
"The Man Who Wasn´t There" bildet da keine Ausnahme und ist eine hervorragende Satire geworden, die sich besonders durch den wiedererkennbaren Coen-Stil und die hervorragende Leistung der Schauspieler auszeichnet. Die etwas längere Pause bei Minute 78 fände ich als Ende jedoch noch eine Ecke passender, da sie besser in die hochgradig absurde Geschichte gepasst hätte.
Wer kennt sich nicht? Wer liebt sie nicht? Ich liebe sie! Denn die guten Coens schaffen es doch immer wieder uns beziehungsweise mich in den Bann ihrer Filme zu ziehen. Mit den unterschiedlichsten Mitteln. Mit den unterschiedlichsten Wegen. Von "The Big Lebowski" zu "Fargo" und wieder zum Anfang mit "Blood Simple" und dann schnell noch zu "No Country for old Men". Doch oft in dieser Großzahl an Meisterwerken, Klassikern und man könnte einige davon auch Kultfilme nennen. Da vergessen sitzt er: Der unauffällige Mr. Crane.
"The Man who wasn´t there" ein besonders interessanter Film von Joel und Ethan Coen aus dem Jahre 2001 und auch gleichzeitig ihr 11. Werk.
Die Story brillant gehandhabt, mit kleinen Versatzstücken aus altbekannten Klassikern, es sei erwähnt, dass der ganze Film eine Hommage an den klassischen Film noir darstellt, genauso wurde auch die Story kreiert als wären wir wieder in den alten Zeiten der 1940er bzw. 50er Jahre mit alle ihren Charakteren, eine Story, ein Krimi, ein Drama, alles perfekt zusammengefügt in einem Film, eine ehrliche Verbeugung, in einer Story über Ed Crane. Einen Friseur in den 40er Jahren. Er schneidet Haare, die Spiegel des Lebens. Er fristet ein recht tristes und eintöniges Leben. Allein mit seiner Ehefrau Doris, er überlegt er nach Auswegen, die es eigentlich nicht gibt...bis der Vertreter Tolliver ihm einen Deal anbietet, er soll den Liebhaber seiner Frau erpressen. Sein Gewinn: 10.000 Dollar, mit denen er ein neues Leben beginnen könnte...ein Ausgang von diesem Leben...
In der Hauptrolle Billy Bob Thorton in einer seiner besten Rollen, unglaublich seine darstellerische Leistung, famos jede einzelne Gestik, jede Mimik, mit solch einem unfassbaren Feingefühl gespielt. Thorton ist der unauffällige Ed Crane.
Selbstverständlich glänzt auch der restliche Cast mit einer großartigen Francis McDormand als Ed´s kühle Ehefrau Doris, einem gut aufspielenden Tony Shalhoub und einem exzellenten Jon Polito als Vertreter Tolliver. Abgerundet wird das grandiose Ensemble dann nur noch von James Gandolfini und Scarlett Johansson.
Einmal wieder herausragend ist natürlich auch der besondere Regiestil der Coens, erstklassig erzählt, im besten Sinne des Film noir, stets wirkte auf mich eine gewisse Spannung und Faszination ein, recht gemächlich, unglaublich intensiv beleuchtet (gleich in doppelter Hinsicht), sodass hier ein wahres Cineastenherz höher schlägt, jeder Moment wie eine Erinnerung an längst vergessene Zeiten. Unüblich durchaus auch das Weglassen des üblichen Coen-Humors, eigentlich(!), von ihnen selbst aber clever und elegant in die Handlung miteingebunden, denn stattdessen kommen Spuren von Ironie auf und trotzdem finde ich das Ganze stets eins: rabenschwarz serviert. Wer weiß schon?
Dazu kommt noch eine genauso virtuose Kamera, detailliert filmt sie diese "Tragödie", die Tragödie eines einsamen Mannes, eindringlich in die famosen Schwarz-Weiß-Bilder eingefangen, präzise ausgeführt von Vorne bis Hinten atmosphärisch verziert und dabei stets sehr liebevoll in Bezug auf die klassischen Elemente, hier das interessante gemachte Intro erwähnt wie auch die ein oder andere Fahrt mit dem Auto, bei dem man wirklich die Feinarbeit des Werkes bemerkt.
Die Charaktere werden zwar etwas distanziert behandelt, was ich in der Hinsicht aber sogar als mehr als positiv betrachten möchte, denn so entstand bei mir ein gewisses Interesse, ein Interesse an der Figur des Ed Crane, an der Stelle sei noch gesagt über die vollständige Laufzeit sehr tiefsinnig und ruhig behandelt. Der Fokus richtet sich nun mal auf den einsamen und schweigsamen Mann. Irgendwie deprimierend und somit fast tragisch. Kein Charakter zur Identifikation, doch ein interessanter und für mich ein meisterhaft ausgearbeiteter Charakter. Jedes Details stimmt hier und findet seinen Platz, dies auch bei den erstklassigen Dialogen, perfekt niedergeschrieben.
Und dann noch ein ein langsamer Score von Carter Burwell und ein exzellenter Soundtrack, auch stets stimmig gewählt und passend eingesetzt.
Also möchte ich dann nur noch sagen, dass "The Man who wasn´t there" ein absolut unterschätztes Juwel der Coens, ein wahres Meisterwerk und eine fantastische tiefe Hommage an den Film noir mit einem perfekt spielenden Billy Bob Thorton.
Natürlich nicht, die Texte sind astrein! Aber rational kannst du diese Aktionen auch nicht erklären, reine Willkür von irgendwelchen traurigen Gestalten...
Info am Rande: Auf der DVD ist der einzige Audiokommentar mit den Coens überhaupt und Billy Bob ist mit dabei, der wirklich witzig und interessant ist!
DANKE SCHÖN!
Und ich weiß nichts so genau , mh, ich kann ja gerne mal die Leute fragen die dieser Text hier gefällt. Auf "hysterischen Erguss" muss man ja auch erstmal kommen. Und BITTE!;)
Zum einen war ich verärgert: Wie konnte 3sat nur so einen grandiosen und einzigartigen Film zu so einer unmenschlichen Sendezeit bringen ?
Zum anderen war ich müde: Es war schon spät, 22:25 Uhr. Aber DEN Film wollte ich nicht einfach so ungesehen lassen. Den MUSSTE ich sehen !!
Während des Sehen des Filmes musste ich mit dem Einschlafen kämpfen. Es lag nicht am Film. Es lag an mir. Ich hätte vorher Kaffee trinken müssen.
Aber ich war zugleich unglaublich glücklich und unglaublich traurig zugleich. Zum einen erfüllte es mich mit Freude, dass es neben dem ganzen filmischen Müll wie "Narnia" oder "Dingsdabumsda Movie" solche Perlen gibt. Zum anderen stimmte mich der Film melancholisch, weil er mich mit einer traurigen Gestalt bekanntmachte. Einer Gestalt, der das Leben schlicht und ergreifend keine Chance gegeben hat...
"The Man who wasn't there" will sich vorm Film Noir verneigen. Nicht mehr nicht weniger. Man sollte hier keine Parallelen zum Film Noir ziehen.
Man sollte keine abwechslungsreiche Geschichte erwarten. Es geht hier vor allem um die Psychologie des Hauptcharakters.
Dieser Charakter ist eine Person, die wir tagtäglich im Aufzug oder auf der Treppe auf dem Weg zur Arbeit treffen. Ein kurzes "Hallo !" and that's it.
Doch die Gebrüder Coen nehmen solche Leute am Beispiel Ed Cranes genauer unter die Lupe.
Ed Crane ist ein Mann, der ziellos in den Tag hineinlebt: Arbeit, Heimkehr, Bingo, Besuche, Gespräche mit seiner zynisch unterkühlten Frau.
Doch dann wird er durch ein scheinbar zufälliges Ereignis aus der Bahn geworfen. Sein eindimensionaler Lebensfluss gerät aus den Fugen.
Das lässt ihn genauso enden wie alle anderen enden werden. Wir werden alle so enden. Daran führt kein Weg vorbei.
Die Coens lassen den Zuschauer mitfühlen. Er wird Teil des Films. Er identifiziert sich mit den Charkteren. Dazu tragen auch die wunderbaren Schauspieler bei:
Billy Bob Thornton - präzise
Frances McDormand - diszipliniert intensiv.
Jon Polito - brilliant.
Tony Shalhoub - dezent spielfreudig.
"The Man who wasn't there" ist mehr als nur ein brillianter Film. Es ist eine aus dem Leben gegriffende Kinoperle.
Danke, Joel & Ethan, dass es euch gibt.
"Ich weiß nicht, was nach dem Tod kommt. Aber ich hoffe darauf Doris zu treffen, damit ich ihr alles sagen kann !"
Insgesamt war mir der Film zu überfrachtet mit Bildungsballast, zu oberschlau und besserwisserisch. Die Geschichte ist irgendwie uninteressant und lässt kalt. Natürlich gab es auch, wie immer bei den Coens, jede Menge rabenschwarzen Humor und viel zu lachen. Ernst nimmt sich der Film nicht und man sollte ihn auch nicht ernst nehmen. Der Film ist auch eine Hommage an Hitchcock und erinnert stark an dessen 50er Jahre Drama Der falsche Mann. Thorntons stoisches Spiel ähnelt dem von Henry Fonda sehr. Den besten Satz des Films hat Schwager Frank, übrigens die einzige mit Wärme und Sympathie gezeichnete Figur. Beim Besuch in der Bank, um einen Kredit auf den Frisörsalon zu erhalten, sagt Frank zu Ed, um sich und ihm die Scheu zu nehmen: "Die (gemeint sind die Banker) ziehen sich auch jeden Morgen die Hose über den Hintern, die müssen auch auf die Toilette." Die dauerklavierspielende Johansson nervt kolossal.
"I was a ghost. I didn't see anyone. No one saw me. I was the barber."
'The Man Who Wasn't There' ist wahrscheinlich der ungewöhnlichste Film der Coen Brüder. Ohne ihren typischen Humor erzählt der Film komplett in schwarz-weißen Tönen die Geschichte eines Friseurs, der seinem öden Leben einen Sinn geben möchte.
Das Besondere daran ist die stille und alltägliche Erzählweise. Sie ist gesellschaftskritisch, setzt sich mit den Abgründen der menschlichen Existenz auseinander und hat zudem einige herausragende Wendungen und Interpretationsmöglichkeiten zu bieten.
Wir alle versuchen unserem Leben einen Sinn zu verleihen. Die Gebrüder gehen jedoch der Frage auf den Grund, ob wir wirklich zwanghaft unser Leben ändern sollten. Ist unser Leben nicht doch eher an Schicksal und Glück und das zufällige Kollidieren vieler Ereignisse gebunden? Unheimlich präzise, aber sehr minimalistisch, bis ins kleinste Detail inszeniert, schuf das Dream Team Joel, Ethan, Roger und Carter einen Film-Noir, der neue Grenzen setzte. Der Protagonist ist kein Ganove oder Polizist, sondern ein einfacher Bürger, der "nur die Haare schneidet". Billy Bob Thornton spielt diese Rolle sehr gekonnt, gleichermaßen zurückgezogen wie packend. Das Einsetzen seiner Stimme aus dem Off ist für einen Film-Noir einzigartig, ein Genie-Streich.
Sehr atmosphärisch, reich an Dialogen, einerseits klassisch, andererseits jedoch komplett neue Perspektiven eröffnend. Mit 'The Man Who Wasn't There' ist ein überragendes Schattenspiel der Gefühle, ein Kunstwerk zwischen Beethoven, Godards 'Elf Uhr Nachts' und typisch coenscher Raffinesse gelungen, welches den Ausbruch aus der bürgerlichen Tristesse schildert. Der Zuschauer bekommt ein Drama über die menschliche Depression geboten, welches so einmalig ist, wie es nur sein kann.
Gingen die Brüder in 'The Big Lebowski' noch der Frage "What makes a man?" nach, so muss sich hier der Protagonist mit der Frage "What kind of man are you?" auseinandersetzen. Dass ich dabei das Jenseits so schön und zugleich erschreckend wie niemals zuvor erleben durfte, ist nur eines vieler Argumente, welche mal wieder für die Brüder sprechen.
Das soll eine Hommage an den Film noir sein? Ich hab schon an die 50 Film noir gesehen und alle waren sie Thriller und/oder Krimi. Was ich hier zu sehen bekam war bloss ein Schicksalsdrama - absolut keine Spannung.
Das einzige was mich an den Film noir erinnerte, war das Schattenspiel der Baumblätter in einer windigen Nacht. Und weil diese Szene so "gelungen" war, wurde sie auch zweimal verwendet.
Wunderschön komonierter, stiller, trauriger Film. Auch wenn er mich nicht so vom Hocker reißt, wie so manch anderen, muss man wirklich zugeben, dass die Coens wirklich wissen, wie man Geschichten erzählt.
Ich konnte dem Film nicht so viel abgewinnen wie einige hier. Habe ihn trotz zeitweiser Langeweile bis zum Schluss angesehen. Vielleicht war ich nicht in der richtigen Stimmung dafür, immerhin ist der Film ziemlich melancholisch und der Hauptdarsteller reißt es mit seinem Temperament auch nicht gerade raus.
Wer nicht auf ruhige Filme steht, wird hieran kein Gefallen haben.
Sagenhaft eleganter, moderner Klassiker mit Jahrhundertbesetzung bis in die kleinsten Nebenrollen, vielen schauspielerischen Kabinettstückchen (unerreicht z.B. der virtuos-manirierte Präzisionswahn des selbstgefälligen Anwalts Riedenschneider) und einer absolut hinreißenden Aussage:
Der Mut etwas zu riskieren – statt sich in einem abgesichert-passiven Leben einzurichten – zahlt sich letztlich sogar dann aus, wenn in der Folge alles, aber auch alles, komplett schief läuft. Ganz große Poesie!
In „The man who wasn't there“ geht es um einen Mann, dessen Existenz und Taten stets unbedeutend und durchschnittlich waren. Einen Mann, den man nicht ernst nimmt und einfach vergessen kann. Einfach so. Ed Craine kommt, nachdem er sein halbes Leben mit diesem Wissen bereits hinter sich hat, ohne Grund auf die Idee, nur ein einziges Mal, etwas zu tun, etwas zu wagen, das ihm vielleicht ein wenig Glück schenkt. Nur ein wenig. Dieses Wagnis stellt sich als großer Fehler heraus und Craine, der nie etwas Böses wollte, verfängt sich in ein Gestrüpp von schicksalhaften Unfällen und Zufällen – bis er am "Ende" ist.
Die Coens lieben es, ihre Charaktere zu quälen und gönnen ihnen nichts, außer einer winzigen Aussicht auf Hoffnung, nur um sie wieder zu zerstören. Obwohl der Film im Inneren traurig und ernst ist, ist die Sprache der Bilder von melancholischer Schönheit. In den langsamen schwarz-weiß Bildern und Kamerafahrten, den Schattenspielen der Bäume, Tony Shalhoubs Rede zwischen den Gitterstäben aus Licht - überall spiegelt sich eine philosophische Poesie. Mein Gott, der Film ist wie Ballett. Die Geschichte wird mit leisen bis bösen Humor erzählt, der so trocken ist, wie die äußerlichen Emotionen des Protagonisten, denn eines ist sicher: Ihre Vorliebe für humoristische Einlagen und schräge Figuren wollen die Coens nicht verzichten. Und sei es nur in ganz leisen Tönen.
In einer wunderbaren meditativen-melancholischen Schwarz-Weiß-Ästhetik entschleiert sich die Tragik und der feine wie hinterlistige Stil bildet den Rahmen für dieses perfekt gespielte Drama. Dass die Figuren, trotz Off-Kommentar, wie ein verschlossenes Buch sind, erhöht die Suggestion und lässt viel Platz für Interpretationen. Für mich immer wieder ein cineastischer Hochgenuss.
Ein poetisches Meisterwerk. Nicht immer leicht zu entschlüsseln, aber bis oben hin voll mit der ganzen Weisheit der Coen-Brüder. Eine echte Himmelshoffnung.
"I was a ghost. I didn't see anyone. No one saw me. I was the barber."
Was für ein Film!
In seinem wundervoll ausgeleuchteten Schwarzweiß ist "The Man Who Wasn't There" eine weitere coen'sche Liebeserklärung an den Film Noir, ein lakonisches Gesellschaftsstück voller Stille, Verneinung und innerer Ziellosigkeit. So grau das Bild, so grau die Charaktere. Die Welt scheint ein unversöhnlicher Sog zu sein, in den eigentlich niemand hinein will, aber die Coens stricken solch ein geschicktes Netz der Sünde und drehen Täter- und Opferrollen im Kreise, bis auch die friedlichste Person zu allem fähig ist. Es scheint fast so, als wäre der inflationäre Zigarettenkonsum nur dazu da, um nach jedem Zug etwas Menschlichkeit auszuhauchen. Und mittendrin ist Ed Crane (Billy Bob Thornton), ein einfacher Friseur, nichtssagend, ratlos und gleichgültig dem eigenen Leben gegenüber, absolut großartig.
Selbst nach mehrmaliger Sichtung würde "The Man Who Wasn't There" für tiefenpsychologische Debatten herhalten, in denen die Figuren für Lebenswege stehen und deren Gedanken für unsere. Einer der interessantesten Punkte ist Scarlett Johansson's Figur Birdy, noch so jung, unschuldig und klavierbegabt, dass sie quasi ein kleines Licht in dieser Schattenwelt ist. Ein gutes Mädchen, das betont der Vater gerne, und Ed Crane, der Friseur, sieht dieses kleine Licht leuchten, fühlt sich angezogen und vom Klavierspiel gewärmt. Genau dieses Klavierspiel durchzieht den ganzen Film, trist und elegant, und erklärt damit quasi den ganzen Film über einen Mann, der so unbedeutend ist, dass er eigentlich garnicht da ist.
Vielleicht das stillste und auch depressivste Werk der Coens, aber ganz bestimmt eines der Besten.
Ich konnte diesem Film nicht viel abgewinnen, ähnlich wie bei Taxi Driver.. (der hier als "ähnlicher" Film genannt wird)
Meine Meinung über die Coens trübt sich.. Schon Fargo fand ich nicht so überragend, aber The Man Who Wasn't There ist deutlich zäher, nicht besonders einfallsreich und konnte mich weder dauerhaft unterhalten, noch von seiner künstlichen künstlerischen Ästhetik überzeugen. Da muss ich mich der Kritik im internationalen Lexikon des Films anschließen, die im Wikipedia-Artikel zum Film zitiert wird.
Warum dann überhaupt 6 Punkte und nicht weniger? Nun gut, als Hommage an den film noir erfüllt das Werk seinen Zweck. Dadurch wird der Film meiner Meinung nach eben recht langweilig, aber das nunmal gewollt und durchaus gekonnt. Es mag sein, dass diese Richtung allein mir nicht "liegt", sie verfremdet die Realität nun einmal stark zum Negativen, Pessimistischen, statt sie - wie in vielen Filmen üblich - zu verschönen, was den ganzen Streifen fast schon gezwungenermaßen zum Selbstzweck tendieren lässt, dazu, die gewünschten Stilmittel auch voll und ganz auszureizen. In dem Zusammenhang leisten auch die Schauspieler natürlich ganze Arbeit, was sie allerdings nicht viel Anstrengung gekostet haben dürfte. Aber die weitgehende Emotionslosigkeit passt natürlich ins Schema.
Die Coens hätten für meinen Geschmack lieber eine schwarze Komödie daraus machen sollen, bis auf den kaum vorhandenen Humor hat dazu eigentlich nicht an vielem gefehlt ;)
Vielleicht schaffe ich es noch irgenwann mir Blood Simple anzusehen, den ich nach kurzer Zeit abgebrochen hatte. Nun ja, bei film noir seh' ich schwarz.
The Man Who Wasn't There - Kritik
US 2001 Laufzeit 116 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 08.11.2001
Kritiken (2) — Film: The Man Who Wasn't There
RR. Hamacher: Westfälische Rundschau, Köl... RR. Hamacher: Westfälische Rundschau, Köl...
Kommentar löschenIn wunderbar komponierten schwarz-weißen Bildern erzählte Hommage an die "Schwarze Serie" Hollywoods, deren beabsichtigte Ironie aber in dem zum Selbstzweck verkommenden künstlichen Inszenierungsstil weitgehend untergeht. Auch die dahin plätschernde Handlung sowie die allzu marionettenhaft geführten Schauspieler lassen keine emotionale Identifikation zu
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Dissonanz 2010/07/24 20:34:44
Antwort löschenLiest sich wie eine Kopie aus dem internationalen Lexikon des Films, das ich auch in meiner Kritik erwähne.. oder stammt das Original vom Filmdienst? ;)
ThomasGroh 2011/04/07 02:31:41
Antwort löschendas "internationale lexikon des films" basiert auf den kritiken des film-dienst
C. Friedrich: aka Filmclub (a.D.)
Kommentar löschenDas etwas ruhigere filmische Vorgehen der Coen Brüder als sonst macht diesen Krimi zu einem Glanzstück der Coen Filme. Thornton ist hier ein super Rollenspiel gelungen.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (35) — Film: The Man Who Wasn't There
Kommentar schreibenPaulthePirat 2012/02/07 11:46:47
Kommentar löschenWunderbare Atmosphäre in S/W, herausragende Darsteller und Charaktere in typischer Coen-Manier, das sind die Dinge, die man dem Film zugute halten muss. Allerdings wirkt die Story ein wenig schleppend, fast schon schläfrig und verliert somit immer mehr an Spannung. Wohl insgesamt einer der eher weniger guten Coen-Filme.
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VisitorQ 2011/11/28 21:43:41
Kommentar löschenEiner der schönsten Coen Brüder Filme. Toll gefilmt, grandios besetzt und die Geschichte finde ich einfach dufte. Kann ich mir immer wieder angucken. Und in Scarlett verliebe ich mich dabei immer wieder. Aber bei welchen Film mit ihr passiert mir das nicht? hehe. ;-)
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
moep0r 2011/11/30 13:13:15
Antwort löschenIn der Tat ein wirklich wirklich grossartiger Film. Einer der wenigen, die ich ohne wenn und aber gucken kann, wenn mich jemand danach fragt :)
Baumkopf Holzfaust 2011/11/15 14:02:42
Kommentar löschenDer Fellatio Interruptus als retardierendes Moment - Respekt, darauf muss man erst einmal kommen.
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Brigittes Helm 2011/11/18 10:54:19
Antwort löschenJa, das ist die mit Abstand irritierendste Stelle in dem Film:-). Cunnilingus I. wäre aber auch nicht schlecht gewesen, oder?
Baumkopf Holzfaust 2011/11/18 11:05:18
Antwort löschenDann hätte der ganze Film umgekehrt aufgebaut sein müssen. Prinzipiell hat der C aber die weniger devote bzw. verruchte Note wie der F oder ist das nur meine maskuline Arroganz, die das so sehen will?
LynchFan1706 2011/10/11 14:34:37
Kommentar löschenDie Coens schaffen es immer wieder, dass ich gebannt einen Film verfolge, der langsam, nüchtern und scheinbar emotionslos erzählt wird... die schwarz weiß Bilder lassen auch keinen Spielraum für positive Emotionen... Und nach "A serious Man" eine weitere Geschichte über das Leben einer völlig unspektakulären Person, dem Frisör Ed Crane, dem nach und nach -durch unvorhergesehene Ereignisse- das Leben in seiner Routine entgleitet... Es reicht ihm nicht mehr, sich fremdbestimmen zu lassen, Haare zu schneiden und Zigaretten zu rauchen... Aber er merkt schnell, wenn man nach so langer Zeit eigenständig denken muss, handeln muss, wenn man von seiner gesteckten Strecke abweichen muss, dann wird es schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen... Es sieht aus, als hätte er es nie gelernt, nie versucht... Er wird in seiner Naivität übers Ohr gehauen, wird von seiner Frau betrogen... Crane will sich nun auch ein wenig Glück zu kaufen, versucht aus seinem Unglück Profit zu ziehen, es endet in einer Katastrophe... Dann überrollen ihn die Ereignisse... Er will verbissen alle Fehler wieder gut machen, scheitert auch hier... Eigentlich ist es fast schon lächerlich, wie Crane versucht, mit seiner stoischen Art alles richtig zu machen... Ich frage mich, was dieser Frisör vom Leben erwartet hat? Welches Ereignis in seinem Leben Emotionen in ihm wachgerufen hätte? Warum er sich so vehement in sein Schicksal ergibt? Das Ende ist auch diesmal eine völlig logische Konsequenz... Dramatisch undramatisch... Die Coens haben ein Faible für die einfachen Leute, ihr einfaches Leben, dass so vorbestimmt scheint und doch bei ihnen oft auf so tragische Weise die Richtung wechselt und endet... Sie erzählen leicht überspitzt, aber nie bösartig... Sie zeichnen die Charaktere sehr präzise, liebevoll, hoffnungsvoll mit dieser Prise bitterbösen Humors, der mich vor Depressionen bewahrt... Diese Menschen haben ihr Leben, ihre Entscheidungen, ihr Handeln ja schließlich selbst in der Hand... Auch Ed Crane... Auch wenn er nur der Frisör war...
10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
sam_ace_rothstein 2011/10/10 11:42:16
Kommentar löschenIch habe noch nicht alle Filme der Coens gesehen. Die Filme die ich von ihnen gesehen habe finde ich brilliant ( Farco, No Country for old Men, The Big Lebowski, True Grit, Millers Crossing...) Wegen diesen Filmen ist meine Erwartung an einen Film der Coens immer sehr hoch. Es ist kaum zu glauben, aber diese Coens schaffen es immer eine Erwartung zu erfüllen oder sogar zu übertreffen.
Bei The Men who wasn't there ging es schnell. Keine 3 Minuten vergingen und ich wusse das mir der Film gefallen würde.
Die Story um den Friseur Ed Crane ist simpel aber genial. Die Coens schaffen es immer aus einer unspäktakulären Story einen tollen film zu machen.
Die Darsteller spielen hervorragend. Allen voran Billy Bob Thornton als schweigsamer Ed Crane. Billy Bob's Mimiken in diesem Film sind extraklasse. Von den Nebendarstellern haben mir Tony Shalhoub und John Polito am besten gefallen. Shalhoubs Rolle hätte gerne noch etwas ausführlicher ausfallen können und Polito spielt seinen Part wie schon in Millers Crossing mit einem Augenzwinkern.
Schwarzweiss hat sehr gut gepasst. Obwohl es eher ein ruhiger Film ist fand ich ihn bis zum unvermeidbaren Ende sehr spannend.
Kein gewöhnlicher Film, aber das kann man von den Coens auch nicht erwarten. Anschauen lohnt sich.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
180manGER 2011/10/08 01:43:49
Kommentar löschenEin Film, der es schaffte, mich im Inneren zu erreichen und zu bewegen. Neben Miller's Crossing subjektiv für mich der beste Coen Film. Ein Schlusssatz, der die hochklassigen Dialoge und das tiefdramatische Geschehen um den einzigartigen Ed Crane schafft zu vereinen und mich als literarisch vorbelasteten Menschen zu begeistern.
Die herausragenden schauspielerischen Darstellungen und die gewohnt perfekte Inszenierung sind die unterstützenden Fundamente für jene sagenhafte Handlung, die vor Tiefendimensionen geradezu explodiert. So waren es nicht die vordergründigen Verstrickungen und Missgeschicke, die den Film ausmachten, sondern, dass anhand jenes Handlungsablaufes das "Labyrinth" des Lebens vollends zur Geltung kommt. Für mich war es eine Erzählung über den Determinismus des Menschen, der sich in den unnahbaren und doch so verständlichen Charakteren widerspiegelte - insbesondere natürlich in Ed. Der Mensch, der im Sog mitgetrieben wird und nicht selbst steuern kann, um in hier wohl unglaublicher Kulisse gleichsam einer Apotheose zu enden. Dieser Teufelskreis des Lebens wurde hier für meinen Geschmack erstklassig veranschaulicht.
Ich muss jedoch gestehen, dass ich mit dem Motiv der Außerirdischen nicht viel anfangen konnte bzw. es nicht so recht auffassen und begreifen konnte.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
MikeC. 2011/09/30 17:58:49
Kommentar löschenEs ist schon fast langweilig, einen Coen-Film zu sehen. Man erwartet einen guten Film, man bekommt einen guten Film.
"The Man Who Wasn´t There" bildet da keine Ausnahme und ist eine hervorragende Satire geworden, die sich besonders durch den wiedererkennbaren Coen-Stil und die hervorragende Leistung der Schauspieler auszeichnet. Die etwas längere Pause bei Minute 78 fände ich als Ende jedoch noch eine Ecke passender, da sie besser in die hochgradig absurde Geschichte gepasst hätte.
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hoffman587 2011/09/21 16:30:49
Kommentar löschenThe Man Who wasn´t There
Wer kennt sich nicht? Wer liebt sie nicht? Ich liebe sie! Denn die guten Coens schaffen es doch immer wieder uns beziehungsweise mich in den Bann ihrer Filme zu ziehen. Mit den unterschiedlichsten Mitteln. Mit den unterschiedlichsten Wegen. Von "The Big Lebowski" zu "Fargo" und wieder zum Anfang mit "Blood Simple" und dann schnell noch zu "No Country for old Men". Doch oft in dieser Großzahl an Meisterwerken, Klassikern und man könnte einige davon auch Kultfilme nennen. Da vergessen sitzt er: Der unauffällige Mr. Crane.
"The Man who wasn´t there" ein besonders interessanter Film von Joel und Ethan Coen aus dem Jahre 2001 und auch gleichzeitig ihr 11. Werk.
Die Story brillant gehandhabt, mit kleinen Versatzstücken aus altbekannten Klassikern, es sei erwähnt, dass der ganze Film eine Hommage an den klassischen Film noir darstellt, genauso wurde auch die Story kreiert als wären wir wieder in den alten Zeiten der 1940er bzw. 50er Jahre mit alle ihren Charakteren, eine Story, ein Krimi, ein Drama, alles perfekt zusammengefügt in einem Film, eine ehrliche Verbeugung, in einer Story über Ed Crane. Einen Friseur in den 40er Jahren. Er schneidet Haare, die Spiegel des Lebens. Er fristet ein recht tristes und eintöniges Leben. Allein mit seiner Ehefrau Doris, er überlegt er nach Auswegen, die es eigentlich nicht gibt...bis der Vertreter Tolliver ihm einen Deal anbietet, er soll den Liebhaber seiner Frau erpressen. Sein Gewinn: 10.000 Dollar, mit denen er ein neues Leben beginnen könnte...ein Ausgang von diesem Leben...
In der Hauptrolle Billy Bob Thorton in einer seiner besten Rollen, unglaublich seine darstellerische Leistung, famos jede einzelne Gestik, jede Mimik, mit solch einem unfassbaren Feingefühl gespielt. Thorton ist der unauffällige Ed Crane.
Selbstverständlich glänzt auch der restliche Cast mit einer großartigen Francis McDormand als Ed´s kühle Ehefrau Doris, einem gut aufspielenden Tony Shalhoub und einem exzellenten Jon Polito als Vertreter Tolliver. Abgerundet wird das grandiose Ensemble dann nur noch von James Gandolfini und Scarlett Johansson.
Einmal wieder herausragend ist natürlich auch der besondere Regiestil der Coens, erstklassig erzählt, im besten Sinne des Film noir, stets wirkte auf mich eine gewisse Spannung und Faszination ein, recht gemächlich, unglaublich intensiv beleuchtet (gleich in doppelter Hinsicht), sodass hier ein wahres Cineastenherz höher schlägt, jeder Moment wie eine Erinnerung an längst vergessene Zeiten. Unüblich durchaus auch das Weglassen des üblichen Coen-Humors, eigentlich(!), von ihnen selbst aber clever und elegant in die Handlung miteingebunden, denn stattdessen kommen Spuren von Ironie auf und trotzdem finde ich das Ganze stets eins: rabenschwarz serviert. Wer weiß schon?
Dazu kommt noch eine genauso virtuose Kamera, detailliert filmt sie diese "Tragödie", die Tragödie eines einsamen Mannes, eindringlich in die famosen Schwarz-Weiß-Bilder eingefangen, präzise ausgeführt von Vorne bis Hinten atmosphärisch verziert und dabei stets sehr liebevoll in Bezug auf die klassischen Elemente, hier das interessante gemachte Intro erwähnt wie auch die ein oder andere Fahrt mit dem Auto, bei dem man wirklich die Feinarbeit des Werkes bemerkt.
Die Charaktere werden zwar etwas distanziert behandelt, was ich in der Hinsicht aber sogar als mehr als positiv betrachten möchte, denn so entstand bei mir ein gewisses Interesse, ein Interesse an der Figur des Ed Crane, an der Stelle sei noch gesagt über die vollständige Laufzeit sehr tiefsinnig und ruhig behandelt. Der Fokus richtet sich nun mal auf den einsamen und schweigsamen Mann. Irgendwie deprimierend und somit fast tragisch. Kein Charakter zur Identifikation, doch ein interessanter und für mich ein meisterhaft ausgearbeiteter Charakter. Jedes Details stimmt hier und findet seinen Platz, dies auch bei den erstklassigen Dialogen, perfekt niedergeschrieben.
Und dann noch ein ein langsamer Score von Carter Burwell und ein exzellenter Soundtrack, auch stets stimmig gewählt und passend eingesetzt.
Also möchte ich dann nur noch sagen, dass "The Man who wasn´t there" ein absolut unterschätztes Juwel der Coens, ein wahres Meisterwerk und eine fantastische tiefe Hommage an den Film noir mit einem perfekt spielenden Billy Bob Thorton.
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Joeyjoejoe17 2011/09/21 16:53:20
Antwort löschenDu umschreibst meine Faszination für Cranes Figur und Thortons Darstellungsweise nahezu perfekt :>
seven 2011/09/21 16:54:14
Antwort löschenWelcher Spasti muss hier wieder melden, ist doch lächerlich!
hoffman587 2011/09/21 16:59:31
Antwort löschenWo gemeldet seh nichts, ich seh das nicht, man, letzten Monat war doch ach niemand da?
seven 2011/09/21 17:00:43
Antwort löschenBei dem und bei "Zimmer 1408" auch, wie ich grade sehe.
hoffman587 2011/09/21 17:02:00
Antwort löschenWas und ich seh das nicht?
Da sind doch überhaupt keine Schmipfworte!?
hoffman587 2011/09/21 17:03:59
Antwort löschenIch seh schon das ist die Rache für 2 ruhige Monate^^
seven 2011/09/21 17:04:04
Antwort löschenNatürlich nicht, die Texte sind astrein! Aber rational kannst du diese Aktionen auch nicht erklären, reine Willkür von irgendwelchen traurigen Gestalten...
SpiceWeasel 2011/09/21 17:05:24
Antwort löschenToller Film, klasse Text! =)
Info am Rande: Auf der DVD ist der einzige Audiokommentar mit den Coens überhaupt und Billy Bob ist mit dabei, der wirklich witzig und interessant ist!
Stefan_R. 2011/09/21 19:11:47
Antwort löschenDu steigerst dich echt von Mal zu Mal :) Gefällt mir sehr gut, dein Text.
hoffman587 2011/09/21 19:45:51
Antwort löschen@Joeyjoejoe17: Danke sehr, freut mich immer wieder zu hören:)
@SpiceWeasel: Danke=)
@Stefan_R: Vielen, lieben Dank für dieses große Lob:)
Brigittes Helm 2011/09/24 08:01:00
Antwort löschenWer soll diesen hysterischen Erguss zu Ende lesen? Etwas weniger toll, perfekt und großartig wäre mehr gewesen. Danke.
hoffman587 2011/09/24 08:19:01
Antwort löschenDANKE SCHÖN!
Und ich weiß nichts so genau , mh, ich kann ja gerne mal die Leute fragen die dieser Text hier gefällt. Auf "hysterischen Erguss" muss man ja auch erstmal kommen. Und BITTE!;)
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SKURRIL 2011/10/07 16:02:55
Antwort löschenSehr guter Kommentar!
hoffman587 2011/10/10 00:11:34
Antwort löschenDanke:)
Jack_Torrance 2011/09/17 14:06:28
Kommentar löschenZum einen war ich verärgert: Wie konnte 3sat nur so einen grandiosen und einzigartigen Film zu so einer unmenschlichen Sendezeit bringen ?
Zum anderen war ich müde: Es war schon spät, 22:25 Uhr. Aber DEN Film wollte ich nicht einfach so ungesehen lassen. Den MUSSTE ich sehen !!
Während des Sehen des Filmes musste ich mit dem Einschlafen kämpfen. Es lag nicht am Film. Es lag an mir. Ich hätte vorher Kaffee trinken müssen.
Aber ich war zugleich unglaublich glücklich und unglaublich traurig zugleich. Zum einen erfüllte es mich mit Freude, dass es neben dem ganzen filmischen Müll wie "Narnia" oder "Dingsdabumsda Movie" solche Perlen gibt. Zum anderen stimmte mich der Film melancholisch, weil er mich mit einer traurigen Gestalt bekanntmachte. Einer Gestalt, der das Leben schlicht und ergreifend keine Chance gegeben hat...
"The Man who wasn't there" will sich vorm Film Noir verneigen. Nicht mehr nicht weniger. Man sollte hier keine Parallelen zum Film Noir ziehen.
Man sollte keine abwechslungsreiche Geschichte erwarten. Es geht hier vor allem um die Psychologie des Hauptcharakters.
Dieser Charakter ist eine Person, die wir tagtäglich im Aufzug oder auf der Treppe auf dem Weg zur Arbeit treffen. Ein kurzes "Hallo !" and that's it.
Doch die Gebrüder Coen nehmen solche Leute am Beispiel Ed Cranes genauer unter die Lupe.
Ed Crane ist ein Mann, der ziellos in den Tag hineinlebt: Arbeit, Heimkehr, Bingo, Besuche, Gespräche mit seiner zynisch unterkühlten Frau.
Doch dann wird er durch ein scheinbar zufälliges Ereignis aus der Bahn geworfen. Sein eindimensionaler Lebensfluss gerät aus den Fugen.
Das lässt ihn genauso enden wie alle anderen enden werden. Wir werden alle so enden. Daran führt kein Weg vorbei.
Die Coens lassen den Zuschauer mitfühlen. Er wird Teil des Films. Er identifiziert sich mit den Charkteren. Dazu tragen auch die wunderbaren Schauspieler bei:
Billy Bob Thornton - präzise
Frances McDormand - diszipliniert intensiv.
Jon Polito - brilliant.
Tony Shalhoub - dezent spielfreudig.
"The Man who wasn't there" ist mehr als nur ein brillianter Film. Es ist eine aus dem Leben gegriffende Kinoperle.
Danke, Joel & Ethan, dass es euch gibt.
"Ich weiß nicht, was nach dem Tod kommt. Aber ich hoffe darauf Doris zu treffen, damit ich ihr alles sagen kann !"
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Oceanic6 2011/09/17 14:44:25
Antwort löschenWow, toller Kommentar... Für mich auch einer der besten Coen-Filme...
Jack_Torrance 2011/09/17 14:49:36
Antwort löschenDanke schön ! Für mich eine der vielen Coen-Perlen !
Oceanic6 2011/09/17 14:57:08
Antwort löschenDas sowieso, hab gerade mal 3 Filme von denen unter 9 Punkten^^
Jack_Torrance 2011/09/17 15:09:01
Antwort löschenIch hab nur "Burn After Reading" unter 10 Punkten^^
Oceanic6 2011/09/17 15:11:26
Antwort löschenLol, ist ja geil, ich dachte es gibt keinen größeren Coen-Fanatiker als mich, aber sieh mal an^^
Oceanic6 2011/09/17 15:24:09
Antwort löschenhttp://www.youtube.com/watch?v=jbxDOQjIeQ8&feature=BFa&list=HL1316263639&lf=mh_lolz
Kann ich nur empfehlen. ;)
der cineast 2011/09/17 16:31:45
Antwort löschenomg
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Le Samourai 2011/09/17 22:20:46
Antwort löschenUltra-Meisterwerk. Aber bitte nochmal im Original schauen ;)
Jack_Torrance 2011/09/18 18:47:30
Antwort löschenCooles Video, Oceanic6 !
Wenn ich die DVD in die Finger kriege, dann schau ich mir den Film auf jeden Fall im Original an ;-)
Brigittes Helm 2011/09/17 01:20:52
Kommentar löschenInsgesamt war mir der Film zu überfrachtet mit Bildungsballast, zu oberschlau und besserwisserisch. Die Geschichte ist irgendwie uninteressant und lässt kalt. Natürlich gab es auch, wie immer bei den Coens, jede Menge rabenschwarzen Humor und viel zu lachen. Ernst nimmt sich der Film nicht und man sollte ihn auch nicht ernst nehmen. Der Film ist auch eine Hommage an Hitchcock und erinnert stark an dessen 50er Jahre Drama Der falsche Mann. Thorntons stoisches Spiel ähnelt dem von Henry Fonda sehr. Den besten Satz des Films hat Schwager Frank, übrigens die einzige mit Wärme und Sympathie gezeichnete Figur. Beim Besuch in der Bank, um einen Kredit auf den Frisörsalon zu erhalten, sagt Frank zu Ed, um sich und ihm die Scheu zu nehmen: "Die (gemeint sind die Banker) ziehen sich auch jeden Morgen die Hose über den Hintern, die müssen auch auf die Toilette." Die dauerklavierspielende Johansson nervt kolossal.
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Oceanic6 2011/08/25 12:33:10
Kommentar löschen"I was a ghost. I didn't see anyone. No one saw me. I was the barber."
'The Man Who Wasn't There' ist wahrscheinlich der ungewöhnlichste Film der Coen Brüder. Ohne ihren typischen Humor erzählt der Film komplett in schwarz-weißen Tönen die Geschichte eines Friseurs, der seinem öden Leben einen Sinn geben möchte.
Das Besondere daran ist die stille und alltägliche Erzählweise. Sie ist gesellschaftskritisch, setzt sich mit den Abgründen der menschlichen Existenz auseinander und hat zudem einige herausragende Wendungen und Interpretationsmöglichkeiten zu bieten.
Wir alle versuchen unserem Leben einen Sinn zu verleihen. Die Gebrüder gehen jedoch der Frage auf den Grund, ob wir wirklich zwanghaft unser Leben ändern sollten. Ist unser Leben nicht doch eher an Schicksal und Glück und das zufällige Kollidieren vieler Ereignisse gebunden? Unheimlich präzise, aber sehr minimalistisch, bis ins kleinste Detail inszeniert, schuf das Dream Team Joel, Ethan, Roger und Carter einen Film-Noir, der neue Grenzen setzte. Der Protagonist ist kein Ganove oder Polizist, sondern ein einfacher Bürger, der "nur die Haare schneidet". Billy Bob Thornton spielt diese Rolle sehr gekonnt, gleichermaßen zurückgezogen wie packend. Das Einsetzen seiner Stimme aus dem Off ist für einen Film-Noir einzigartig, ein Genie-Streich.
Sehr atmosphärisch, reich an Dialogen, einerseits klassisch, andererseits jedoch komplett neue Perspektiven eröffnend. Mit 'The Man Who Wasn't There' ist ein überragendes Schattenspiel der Gefühle, ein Kunstwerk zwischen Beethoven, Godards 'Elf Uhr Nachts' und typisch coenscher Raffinesse gelungen, welches den Ausbruch aus der bürgerlichen Tristesse schildert. Der Zuschauer bekommt ein Drama über die menschliche Depression geboten, welches so einmalig ist, wie es nur sein kann.
Gingen die Brüder in 'The Big Lebowski' noch der Frage "What makes a man?" nach, so muss sich hier der Protagonist mit der Frage "What kind of man are you?" auseinandersetzen. Dass ich dabei das Jenseits so schön und zugleich erschreckend wie niemals zuvor erleben durfte, ist nur eines vieler Argumente, welche mal wieder für die Brüder sprechen.
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Andy Dufresne 2011/08/26 01:46:52
Antwort löschenMuss ich den doch schauen?(wollt ich eigentlich nicht,trotz hoher Affinität zu Thornton und noch höherer Affinität zu den Cohens...)
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Oceanic6 2011/08/26 09:46:45
Antwort löschenAber natürlich muss man den gesehen haben. ;) Und COEN, bitte ohne h ;)
Andy Dufresne 2011/08/26 10:20:57
Antwort löschenDie Coens ohne h....*schämt sich* :) Na dann schau ich den mal bei Gelegenheit...
Flunsi 2011/04/23 12:06:51
Kommentar löschenDas soll eine Hommage an den Film noir sein? Ich hab schon an die 50 Film noir gesehen und alle waren sie Thriller und/oder Krimi. Was ich hier zu sehen bekam war bloss ein Schicksalsdrama - absolut keine Spannung.
Das einzige was mich an den Film noir erinnerte, war das Schattenspiel der Baumblätter in einer windigen Nacht. Und weil diese Szene so "gelungen" war, wurde sie auch zweimal verwendet.
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rkuehne 2011/04/13 14:35:31
Kommentar löschenWunderschön komonierter, stiller, trauriger Film. Auch wenn er mich nicht so vom Hocker reißt, wie so manch anderen, muss man wirklich zugeben, dass die Coens wirklich wissen, wie man Geschichten erzählt.
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Guardian23 2011/01/24 18:14:46
Kommentar löschenIch konnte dem Film nicht so viel abgewinnen wie einige hier. Habe ihn trotz zeitweiser Langeweile bis zum Schluss angesehen. Vielleicht war ich nicht in der richtigen Stimmung dafür, immerhin ist der Film ziemlich melancholisch und der Hauptdarsteller reißt es mit seinem Temperament auch nicht gerade raus.
Wer nicht auf ruhige Filme steht, wird hieran kein Gefallen haben.
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Sigmund 2011/01/06 15:57:40
Kommentar löschenSagenhaft eleganter, moderner Klassiker mit Jahrhundertbesetzung bis in die kleinsten Nebenrollen, vielen schauspielerischen Kabinettstückchen (unerreicht z.B. der virtuos-manirierte Präzisionswahn des selbstgefälligen Anwalts Riedenschneider) und einer absolut hinreißenden Aussage:
Der Mut etwas zu riskieren – statt sich in einem abgesichert-passiven Leben einzurichten – zahlt sich letztlich sogar dann aus, wenn in der Folge alles, aber auch alles, komplett schief läuft. Ganz große Poesie!
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Floyd B. 2010/10/14 22:17:51
Kommentar löschenIn „The man who wasn't there“ geht es um einen Mann, dessen Existenz und Taten stets unbedeutend und durchschnittlich waren. Einen Mann, den man nicht ernst nimmt und einfach vergessen kann. Einfach so. Ed Craine kommt, nachdem er sein halbes Leben mit diesem Wissen bereits hinter sich hat, ohne Grund auf die Idee, nur ein einziges Mal, etwas zu tun, etwas zu wagen, das ihm vielleicht ein wenig Glück schenkt. Nur ein wenig. Dieses Wagnis stellt sich als großer Fehler heraus und Craine, der nie etwas Böses wollte, verfängt sich in ein Gestrüpp von schicksalhaften Unfällen und Zufällen – bis er am "Ende" ist.
Die Coens lieben es, ihre Charaktere zu quälen und gönnen ihnen nichts, außer einer winzigen Aussicht auf Hoffnung, nur um sie wieder zu zerstören. Obwohl der Film im Inneren traurig und ernst ist, ist die Sprache der Bilder von melancholischer Schönheit. In den langsamen schwarz-weiß Bildern und Kamerafahrten, den Schattenspielen der Bäume, Tony Shalhoubs Rede zwischen den Gitterstäben aus Licht - überall spiegelt sich eine philosophische Poesie. Mein Gott, der Film ist wie Ballett. Die Geschichte wird mit leisen bis bösen Humor erzählt, der so trocken ist, wie die äußerlichen Emotionen des Protagonisten, denn eines ist sicher: Ihre Vorliebe für humoristische Einlagen und schräge Figuren wollen die Coens nicht verzichten. Und sei es nur in ganz leisen Tönen.
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stuforcedyou 2010/09/22 10:33:33
Kommentar löschenIn einer wunderbaren meditativen-melancholischen Schwarz-Weiß-Ästhetik entschleiert sich die Tragik und der feine wie hinterlistige Stil bildet den Rahmen für dieses perfekt gespielte Drama. Dass die Figuren, trotz Off-Kommentar, wie ein verschlossenes Buch sind, erhöht die Suggestion und lässt viel Platz für Interpretationen. Für mich immer wieder ein cineastischer Hochgenuss.
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mikkean 2010/09/22 13:37:44
Antwort löschenSchön beschriebenes Coen-Highlight, dem dann etwas mainstreamige Filme wie das "Ladykillers"-Remake folgten. Aber dann kam ja "No Country For Old Men"
MarlaWiesenheimer 2010/07/21 15:05:54
Kommentar löschenEin poetisches Meisterwerk. Nicht immer leicht zu entschlüsseln, aber bis oben hin voll mit der ganzen Weisheit der Coen-Brüder. Eine echte Himmelshoffnung.
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doctorgonzo 2010/07/21 16:14:54
Antwort löschenDie ganze Weisheit der Coen Brüder....Entzückend
phoenix409 2010/07/08 11:42:52
Kommentar löschen"I was a ghost. I didn't see anyone. No one saw me. I was the barber."
Was für ein Film!
In seinem wundervoll ausgeleuchteten Schwarzweiß ist "The Man Who Wasn't There" eine weitere coen'sche Liebeserklärung an den Film Noir, ein lakonisches Gesellschaftsstück voller Stille, Verneinung und innerer Ziellosigkeit. So grau das Bild, so grau die Charaktere. Die Welt scheint ein unversöhnlicher Sog zu sein, in den eigentlich niemand hinein will, aber die Coens stricken solch ein geschicktes Netz der Sünde und drehen Täter- und Opferrollen im Kreise, bis auch die friedlichste Person zu allem fähig ist. Es scheint fast so, als wäre der inflationäre Zigarettenkonsum nur dazu da, um nach jedem Zug etwas Menschlichkeit auszuhauchen. Und mittendrin ist Ed Crane (Billy Bob Thornton), ein einfacher Friseur, nichtssagend, ratlos und gleichgültig dem eigenen Leben gegenüber, absolut großartig.
Selbst nach mehrmaliger Sichtung würde "The Man Who Wasn't There" für tiefenpsychologische Debatten herhalten, in denen die Figuren für Lebenswege stehen und deren Gedanken für unsere. Einer der interessantesten Punkte ist Scarlett Johansson's Figur Birdy, noch so jung, unschuldig und klavierbegabt, dass sie quasi ein kleines Licht in dieser Schattenwelt ist. Ein gutes Mädchen, das betont der Vater gerne, und Ed Crane, der Friseur, sieht dieses kleine Licht leuchten, fühlt sich angezogen und vom Klavierspiel gewärmt. Genau dieses Klavierspiel durchzieht den ganzen Film, trist und elegant, und erklärt damit quasi den ganzen Film über einen Mann, der so unbedeutend ist, dass er eigentlich garnicht da ist.
Vielleicht das stillste und auch depressivste Werk der Coens, aber ganz bestimmt eines der Besten.
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mikkean 2010/07/08 13:48:10
Antwort löschenStimmt genau, einer der besten Coens. Die Figuren sind etwas verschroben, wie so oft. Und doch umso viel greifbarer und verständlich gezeichnet.
Dissonanz 2010/06/20 23:59:41
Kommentar löschenIch konnte diesem Film nicht viel abgewinnen, ähnlich wie bei Taxi Driver.. (der hier als "ähnlicher" Film genannt wird)
Meine Meinung über die Coens trübt sich.. Schon Fargo fand ich nicht so überragend, aber The Man Who Wasn't There ist deutlich zäher, nicht besonders einfallsreich und konnte mich weder dauerhaft unterhalten, noch von seiner künstlichen künstlerischen Ästhetik überzeugen. Da muss ich mich der Kritik im internationalen Lexikon des Films anschließen, die im Wikipedia-Artikel zum Film zitiert wird.
Warum dann überhaupt 6 Punkte und nicht weniger? Nun gut, als Hommage an den film noir erfüllt das Werk seinen Zweck. Dadurch wird der Film meiner Meinung nach eben recht langweilig, aber das nunmal gewollt und durchaus gekonnt. Es mag sein, dass diese Richtung allein mir nicht "liegt", sie verfremdet die Realität nun einmal stark zum Negativen, Pessimistischen, statt sie - wie in vielen Filmen üblich - zu verschönen, was den ganzen Streifen fast schon gezwungenermaßen zum Selbstzweck tendieren lässt, dazu, die gewünschten Stilmittel auch voll und ganz auszureizen. In dem Zusammenhang leisten auch die Schauspieler natürlich ganze Arbeit, was sie allerdings nicht viel Anstrengung gekostet haben dürfte. Aber die weitgehende Emotionslosigkeit passt natürlich ins Schema.
Die Coens hätten für meinen Geschmack lieber eine schwarze Komödie daraus machen sollen, bis auf den kaum vorhandenen Humor hat dazu eigentlich nicht an vielem gefehlt ;)
Vielleicht schaffe ich es noch irgenwann mir Blood Simple anzusehen, den ich nach kurzer Zeit abgebrochen hatte. Nun ja, bei film noir seh' ich schwarz.
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