The Revenant - Der Rückkehrer - Kritik

The Revenant

US · 2015 · Laufzeit 151 Minuten · FSK 16 · Abenteuerfilm, Drama, Western, Thriller, Actionfilm · Kinostart
Du
  • 8

    Kamera,Sound und die Kulisse sind sehr beeindruckend.
    Das Feeling kam sehr gut rüber,man war mittendrin.
    Gibt nichts auszusetzen, ein kleines bisschen zu lang vielleicht.

    3
    • 8

      Leo streckt die Finger aus nach dem Oscar. Warum nicht, der Mann hats lange verdient und wurde immer Übergangen. Diesmal liefert er wieder einen absolut krassen Versuch dem er neben der Emotionalität auch noch das physische hinzufügt – DiCaprio leidet sich harte zwei einhalb Stunden durch einen knüppelharten Film der ab der ersten Minute seine Standards gut setzt: zum einen zieht er konsequent seine Bildsprache durch, das heißt auch wenns rasant wird bleibt der Film gebremst, zeigt langsam und ruhig und neigt zu sehr langen Kamerafahrten (klar, der Film ist vom Macher von „Birdman“), zum zweiten benutzt er von Anfang an eine krasse und schonungslose Gewalt die aber niemals zum Selbstzweck verkommt sondern sich absolut plausibel ergibt. Im Kern ist es zwar nur eine schlichte Überlebensstory und ein typischer Rachethriller, in seiner Inszenierung und Wucht jedoch von Anfang bis Ende ein berauschendes Meisterwerk, sofern man sich darauf einlassen kann. Der Schluß stellt zusätzlich einen der krassesten Showdowns da – selten haben sich Held und Schurke im Finish derartig fertig gemacht.

      Fazit: Krasses Überlebensdrama und Rachethriller, langsam und betont ruhig inszenziert

      Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=1kh-UjDqYbo

      • 6 .5

        Überlebensk(r)ampf durch Schnee, Matsch und Dreck. Ein bißchen blutig wird's auch noch. Die eigentlich simple Genre-Geschichte (RAAACHEEEE!!!) wird mit eindrucksvollen Weitwinkel-Bildern sowie Plansequenzen angehoben. Dazwischen gibt es mysteriöse (Indianer-)Träume und die Behauptung von Meta (aber auch nur die Behauptung). Leonardo DiCaprio und Tom Hardy sind schon ganz ordentlich (die anderen Darsteller ebenso), von schauspielerischen Meisterleistungen zu sprechen, wäre aber übertrieben. Geschauspielert wird hier nämlich eher wenig, dafür hatten die Darsteller aber fast alle ziemlich kalte Füße und das sieht man auch. Soundtrack dröhnt schön. Inhaltlich mitgezogen hat mich der Film aber nur halb und der Druck hält sich aufgrund der gekünstelten Arthaus-Optik auch etwas in Grenzen bei mir. Rest ist aber zumindest 'ne Leistung.

        6
        • 9

          1. Abenteuerliche, mitreißende Story, die teilweise schon beim zuschauen wehtat.
          2. Geniale Kulisse.
          3. Top minimalistischer Soundtrack & allgemein brillante 5.1 Soundqualli.

          Totgeweihte leben länger!

          • 5 .5

            Für mich persönlich viel zu lang, viel zu langatmig und zäh.
            Klar sind die Effekte gut und di Caprio spielt klasse...Für mich reichts leider nicht für mehr.

            • 8 .5

              Grad vor ein paar Tagen mit meinem Kumpel geschaut.
              Und eines kann ich sagen, ohne zu spoilern. Ich werde mich nie wieder über einen kleinen Schnitt beschweren oder motzen, dass es im Winter hier bei uns kalt sei. ,-)

              Was DiCaprio bzw. Hugh Glass da durchmachen - mein lieber Scholli. Lass es damals im realen Fall mal nur die Hälfte an Strapazen gewesen sein wie im Film dargestellt. Egal - es zeigt was ein Mensch aushalten kann........

              Und bei knapp 2,5 Stunden Länge stellte ich während des Abspanns mit Freude fest, dass mich der Streifen keine einzige Sekunde galangweilt hat. Kommt auch nicht sooo oft vor.

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              • 9 .5

                Mein Fazit:

                Dies ist definitiv kein Film für schwache Nerven!

                Wahrlich nicht. Der Anfang ist schon ziemlich erschreckend. Da ist eine große Gruppe Männer, Soldaten, Pelzjäger und mittendrin Hugh Glass alias Leonardo DiCaprio, die von einem Indianerstamm angegriffen wird, die nach einer entführten Häuptlingstochter suchen. Es wird gemetzelt und gekämpft und die Truppe um Hugh kann sich mit dem Boot über den Fluss retten, wesentlich dezimiert und teilweise verletzt.

                Die Härte der Natur kommt jedoch noch deutlicher hervor, als eine Bärenmutter den erfahrenen Trapper und Abenteurer angreift. Was für ein Kampf! Wie sie ihn gedreht haben, mag ich mir gar nicht ausmalen. Täuschend echt kommt der Angriff auf dem Bildschirm beim Zuschauer an und man hält einfach nur fassungslos und gespannt den Atem an. Doch diese Szene ist nicht alles, was dem interessierten Zuschauer geboten wird. Dem Regisseur bieten sich noch viele Gelegenheiten, die Wildheit der Natur zu demonstrieren und wie brutal die Zeiten damals waren. Die wahre Geschichte um den Trapper Hugh Glass spielt im mittleren Westen, unbesiedeltes Land und in einem sehr harten Winter. Die Zivilisation scheint Galaxien entfernt, es gibt nur das Recht des Stärkeren.

                Die Geschichte um den Bären-Angriff ist geschichtlich überliefert, inwieweit jedoch der Verlauf der Geschichte, die darauf folgt stimmt, ist nicht gesichert. Ebenfalls ist die Existenz des Sohnes umstritten, der aus der Beziehung mit einer Indianerin entstanden sein soll. Vermutlich hat der Drehbuch-Autor dies zu dramaturgischen Zwecken mit eingebaut.

                Bei Wikipedia ist nachzulesen, welche Strapazen der Regisseur seinem Team auferlegt hat. Leonardo DiCaprio, der für diese Rolle seinen ersten -längst überfälligen- Oscar bekommen hat, hat die Rolle des Trappers mit einer solchen Überzeugungskraft dargestellt, dass man nur immer wieder gebannt war. Hugh Glass war am Hals verletzt und konnte daher lange nicht sprechen. Selbst essen und trinken war anfangs schwierig und so erklärt es sich von selbst, dass DiCaprio überwiegend nur mit seiner Mimik und Gestik seine Gefühle und Gedanken ausdrücken konnte. Es ist ihm hervoragend gelungen.

                Es gab die eine oder andere Szene, wo ich einen Augenblick nicht hinschauen konnte, so unfassbar war es. Das es sich tatsächlich so oder so ähnlich mal abgespielt haben könnte, daran besteht für mich kein Zweifel. Ob Hugh Glass das alles erlebt hat, bleibt leider weiter ein Rätsel. Glaubhaft ist es in jedem Fall.

                Wegen der äußersten Brutalität kann ich dem Film keine 100% geben, aber 95% schon. Leonardo DiCaprio wird für mich immer in Verbindung mit dieser Rolle sein, er hat einfach grandios gespielt! Trotz der 2 1/2 Stunden Laufzeit gab es nicht eine Sekunde Langeweile. Die Zeit verging eher wie im Flug.

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                • 10

                  Leonardo DiCaprio auf dem Höhepunkt seiner Schauspielkunst. Einfach nur eine gigantische schauspielerische Leistung und eine absolut fesselnde Geschichte. Da war der Oscar 2016 mehr als verdient!

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                  • 7

                    Sehenswert, voller Schauwerte und Spannung. Allein die Kamera macht den Film großartig, man spürt förmlich den Schmerz und den Dreck und das Elend. Nur ganz glauben mag ich die Details der Story nicht. Sind dieser Geschichte nicht im Laufe der Zeit (oder im Kopf des Regisseurs) alle möglichen Zumutungen und Heldentaten hinzugedichtet worden?

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                    • 7

                      Recht atmosphärisch und authentisch dargestellt. Stellenweise zu langatmig...

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                      • 9

                        [...] Es hat ein wenig gedauert, bis "The Revenant – Der Rückkehrer" und ich zueinander gefunden haben und in Anbetracht dessen, dass ich mir Iñárritus Vorgängerfilm "Birdman" auch erst in etwa zu der Zeit angesehen habe, als "The Revenant" die hiesigen Kinos erreichte, wundert es mich fast ein wenig, dass der Ausnahmeregisseur, den ich bereits seit seinen Anfängen mit "Amores Perros" kenne und schätze, nicht bereits mit einem Nachfolgeprojekt in den Startlöchern steht. Nachdem nun aber selbst mein Vater den Film bereits gesehen und mir im Nachgang wärmstens empfohlen hatte, kam ich ja um eine schnellstmögliche Sichtung nicht mehr herum und widmete mich keinen Tag später diesem gut zweieinhalbstündigen Survival-Epos, das – so viel kann ich jetzt auch sagen – Leo verdientermaßen endlich den lange überfälligen Oscar eingebracht hat. Neben dem Herrn DiCaprio aber ist es die Natur, die hier alsbald zum zweiten Hauptdarsteller avanciert und das Geschehen überhaupt erst so eindrücklich umrahmt, wie es hier der Fall ist, wobei in Anbetracht der naturbelassenen Schauplätze in dieser Hinsicht ein großes Lob auf den bereits bei Birdman beteiligten Kameramann Emmanuel Lubezki ausgesprochen werden darf und muss. [...]

                        • Zuallererst: Mir geht die Geschichte rund um den Film erstmal ziemlich auf den Sack. Nur natürliches Licht, Leo hat eine echte (ECHTE!) Leber gegessen (UND DAS ALS VEGETARIER OH MEIN GOOOOOOTTTTT111) und überhaupt. Geht für mich in ähnliche Richtungen wie Boyhood (oder auch teilweise bei meinem geliebten La La Land): Nur weil etwas vermeintlich "echter" gemacht wurde, ist es nicht automatisch besser. Und dann poltert auch noch ein Computer-Bär durch das Bild und ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen. Aber gut, für sein Marketing kann der Film ja nichts.

                          Der wirklich, wirklich schön aussieht. Was Iñárritu und Lubezki da aus den kanadischen Landschaften rausholt, ist wirklich beeindruckend. Und dazwischen gibt es auch echt starke Schauspielleistungen. Hardy gefällt mir hier mal wieder wahnsinnig gut, seine physische Präsenz und seine ruhigen Momente gefallen mir ganz famos! Leo liefert eigentlich auch starkes Zeug ab, aber eben nicht (nur) weil er sich durch den Schnee gräbt. Die Kameraarbeit ist auf technischer Ebene natürlich auch großartig, hier wird wirklich geklotzt und nicht gekleckert.

                          Aber warum? Was soll das alles eigentlich? Warum diese emotionale und inszenatorische Materialschlacht? Jede Menge Rachegelüste, gepaart mit ein paar Momenten der Naturgewalt, hier und da mal Gedanken zu Gott eingestreut und fertig ist das super dünne Geschichts-Gerüst. Ist mir persönlich leider zu wenig.

                          Bei Birdman konnte ich noch mitgehen, da haben Form und Inhalt für mich perfekt zusammengespielt. Hier ist der Balanceakt aber mittelmäßig bis gescheitert. Die Inszenierung drängt sich zu stark in den Vordergrund und bricht damit mit der Handlung, den Themen und den Figuren. Schade.

                          • 7 .5

                            Dass DiCaprio mit THE REVENANT den Oscar bekommen hat ist mir genauso unerklärlich wie Scorsese damals den Oscar für THE DEPARTED bekommen hat. Beide haben an andrer Stelle mit und in anderen Filmen wirklich größeres und besseres dargeboten. Aber die Academy werde ich wohl nie verstehen.
                            Zum Film: wunderbar von Lubezki eingefangen, Tom Hardy brilliert in seiner Rolle und die CGI ist visuell erträglich. Den Schluß fand ich nicht so pralle, was sollte das ganze? Stellenweise war der Film auch etwas lang aber zum Glück nicht so ultra-langatmig wie andere Inarritus.
                            Noch ein kleiner Tipp an den rachelüsternen Scout Hugh Glass: Wenn man jemanden in menschenleerer Landschaft im Schnee durch den Wald verfolgt, ist es immer ganz hilfreich auf den Boden zu sehen, da kann man dann nämlich einfach den Fußspuren im Schnee folgen....

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                            • 6 .5
                              Crossed 28.03.2017, 23:15 Geändert 28.03.2017, 23:16

                              Sehr schön gemacht. Super Leistung von DiCaprio und Hardy (wie gewohnt von Hardy). Aber der Unterschied zwischen Film und Hype kann ich nicht nachvollziehen.

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                              • 6
                                Onkel Fleischer 21.03.2017, 02:17 Geändert 21.03.2017, 02:22

                                Es wird stundenlang gegrunzt, in die Gegend gestarrrt, verletzt durch die die Zeit gekrabbelt. Ganz große Folter. So mein Erlebnis als Zuschauer. Gähn!
                                Da ich gerne draußen bin, kann ich auch endlosen, perfekten Aufnahmen von diesigem Mistwetter nichts abgewinnen - habe ich im Wald auf dem Arbeitsweg genug von, danke!
                                Die Handlung ist lahm und uninspiriert. Der Survivalaspekt ist zusammengeklaut und lässt wirklich nichts aus - von Rambo über Star Wars bis zu Trapper.
                                Das ganze in epischer Überlänge trotz dünner Handlung - Kunst muss ja wirken!

                                Für mich sinnloser Hype und eines der schlechtesten Werke mit DiCaprio.
                                *grunz* *stöhn* *grunz* *speichel* *spuck* *Moos mampf*

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                                • 8 .5

                                  The Revenant ist ein Oscar-Film durch und durch. Das mag den allgemeinen Kinogänger eventuell etwas langweilen, mich hat der Film aber über weite Strecken mit seiner Brutalität, seiner Ästhetik und seiner Bildgewalt einfach nur fasziniert. Inarritu weiß, wie man eine Geschichte präsentiert, nur hat er diesmal im Gegensatz zu „Birdman“ keine einwandfreie Story parat. Dafür konzentriert er sich mehr auf die Bilder, bietet perfekte darstellerische Leistungen und zeigt den anderen Regisseuren der Welt, wie man es macht. Insofern ist „The Revenant“ schon der erste Hit des neuen Jahres, auch wenn es nicht der perfekte Film geworden ist, obwohl er nah dran ist.

                                  • 4 .5
                                    Maltschick 13.03.2017, 18:05 Geändert 13.03.2017, 18:08

                                    Ein bildgewaltiger Film mit super Kamaraführung und Kontrasten (HDR). Inhaltlich konnte er jedoch nicht überzeugen, die Szenen lebten eher von schockierenden bzw. brutalen Elementen, Wundennahaufnahmen etc. Wie einige schon schrieben: DiCaprio hat mit Sicherheit einen Oscar verdient, aber nicht für diese Rolle.

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                                    • 1 .5

                                      Riesenmedienzirkus für einen absolut überbewerteten Film, der nichts Neues bringt und mich sehr gelangweilt hat

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                                      • 8
                                        mybluesky 07.03.2017, 13:13 Geändert 07.03.2017, 13:13

                                        Sehr guter Film. Zurecht hat Leonardo DiCaprio dafür seinen ersten Oscar bekommen.

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                                        • 6

                                          An Logik-Fehlern ja kaum zu übertreffen, da wird er von einem Bären schwer verwundet und daraufhin 10 Minuten lang durch einen eiskalten Fluss geschwemmt und im nächsten Augenblick ist er völlig wohlauf.

                                          Generell sind alle Kämpfe viel zu dick aufgetragen, scheinbar sind eine Schusswunde, ein Stich ins Bein und mehrere Schrammen nicht genug um jemanden handlungsunfähig zu machen, wie man beim "End-Fight" sehen kann.

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                                          • 9

                                            Revenant, der wohl beste Film des letzten Jahres.
                                            War mir vlt. eine Spur zu lang, aber tolle Aufnahmen.
                                            Fand den Film aber sehr spannend-während mich Tarantinos letzter Film enttäuscht hat, hat mich dieser Film positiv überrascht.

                                            • 5

                                              Also - meine Punkte gelten einzig und alleine den Naturaufnahmen ....!!!! Ansonsten eher sehr sehr dünne Geschichte - hat man alles schon ähnlich gesehen - ein bisschen Abenteuer - ein bisschen Übellebenskampf ( grausam langweilig und viel zu lang !!!!) ....und dann will er sich rächen ...oh noch nie so etwas vorher gesehen ...büa so etwas von langweilig...da kann man die vorhandenen schauspielerischen Fähigkeiten von LdC natürlich nicht beurteilen - er spielte dank genialem Drehbuch in - Wolf of Wall Street oder in Catch me if you can - logischerweise viel besser - der Film war viiiieeeeell zu lang und stinklangweilig. Eine riesige Enttäuschung und niemandem zu empfehlen ausser als Schlafmittel ...PS: den Oscar hat er SCHON LANGE verdient - aber nicht für diesen eher missen Film.

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                                              • 8
                                                Ecto1 24.02.2017, 12:39 Geändert 25.02.2017, 12:24

                                                Auch wenn es auf Dauer etwas ermüdend sein kann den Leonardo durch den Schnee humpeln zu sehen, zieht einem dieses Survival-Abenteuer schnell in seinen Bann. Eigentlicher Star des Streifens ist sicher die Inszenierung und hervorragende Kameraarbeit. Schon die Eröffnungssequenz macht ordentlich Druck und lässt einem vor allem in entsprechender Kino-Umgebung mit gutem Surround-System, mit offener Kinnlade stehen.

                                                Eine etwas kompaktere Laufzeit hätte dem Ganzen aber sicher nicht geschadet und ich konnte mich bis jetzt nicht dazu durchringen den Film ein drittes mal zu begutachten. Denn gerade weil er so ausladend und aus vollem Rohr sich selber zelebriert, kann es auch anstrengend werden sich hier einfach mal so nebenbei in diese lebensfeindliche Umgebung zu stürzen.

                                                Der Wille zum Überleben kommt aus einem Rachegedanken, welcher bei mir auch nur halbwegs verständlich vorgekommen ist. Zu weit entfernt war ich von der Backstory von Hugh Glass, welche nur in Traumsequenzen und Halluzinationen angedeutet wird. Sein Adoptivsohn wird von ihm selber auch nicht gerade so behandelt, als dass man ihm die tiefe Verbundenheit wirklich anmerken würde. Hier hätte man gerne noch etwas expliziter den Antagonisten Fitzgerald involvieren können, welcher in einer dreckigen Welt am Ende nur ein Arschloch unter vielen ist.

                                                Ohne das Auge und die Leidenschaft von Herr Iñárritu, wäre der Streifen wohl stinklangweilig geworden, trotz der aufopfernden Leistung von Leonardo DiCaprio.
                                                Wie zu Beginn schon erwähnt, die Bilder sind hier der eigentliche Star und machen die Musik. Dies so überzeugend, dass ich bei beiden Sichtungen im Kino schlicht schon fast in einen meditativen Zustand abgerutscht bin, der durch eindrückliche Actionsequenzen wie ein Faustschlag weggeboxt wurde.

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                                                • 10

                                                  Tja, wo soll man hier denn den richtigen Hebel ansetzen, um dem Gesehenen halbwegs gerecht zu werden? Gönnen wir Leo nun den Oscar für diese unterkühlte Leistung als nichtssagendem Schneemann mit Lauf- und Sprachbarrieren, der im Endkampf plötzlich wieder aufrecht steht? Oder kotzen wir lieber ab, weil es langatmig wirkt und ärgern wir uns, weil wir einen Western erwarteten, aber dann diesen Film bekamen? Treiben wir noch weitere zehn Mal mit im eiskalten Wasser und sehen zum tausendsten Mal blutigen Schnee? Oder ergötzen wir uns lieber an diesen Bildern und erfreuen wir uns an dieser darstellerischen Tiefe? Wir wollten doch eigentlich nur einen Western sehen!
                                                  Eigentlich ist das ALLES bei diesem Streifen egal, denn Leo hat nun den Oscar: und das verdient. Es wirkt wie ein Tropfen auf dem heißen Stein, den man hier aber vermisst. Weil uns der Film irgendwie zum Frieren verleitet. Aber nicht, weil er nicht gut ist.
                                                  Sicherlich hätte er diese Trophäe schon früher Mal verdient gehabt, mutmaßen die einen. Nur wofür denn eigentlich, entgegnen die anderen! Nur wenige wissen, für was er genau bislang alles schon nominiert war. Aber spielt es eine Rolle? Spielt er hier seine finale Oscar Rolle? Man fand Titanic vermutlich nur deshalb schrecklich, weil man sich vorher schon denken konnte, dass das Schiff sinkt und die Taschentücher voll sein werden. Sicher nicht nur daher konnten sich manche nie so ganz für ihn begeistern.
                                                  Bis jene Filme kamen, die sein Wirken – peu á peu - in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Wir brauchen jetzt auch nicht auf The Beach, Gangs of New York, Inception oder Shutter Island eingehen, sonst wird der Text unnötig aufgebläht. Und er ist eh schon lang. Leo ist auf jeden Fall heute eines nicht mehr: der Schönling, der nur die Frauenherzen höher schlagen lässt. Dafür sucht er sich seine Rollen zu gezielt aus und wirkt inzwischen mehr aus einer künstlerischen Tiefe.
                                                  Trotzdem wirkte es gerade bei dieser „Oscar-Vergabe“ ja beinahe so, wie ein gepfiffener Elfmeter eines Schiedsrichters, der nur deshalb gegeben wurde, weil vorher versäumt wurde, die tatsächlich richtige Entscheidung zu treffen.
                                                  Aber irgendwie brauchte es dann noch genau noch diesen einen Film, um Leo zum Hero mutieren zu lassen.
                                                  Hat er den Oscar also gerade deshalb bekommen, weil man seinen Wandel zum großen Schauspieler nicht akzeptieren wollte oder erkannt hat? War er mitunter sogar schon immer einer der ganz Großen? Sichten wir seine Frühwerke heute ggf sogar mit anderem Auge?
                                                  Im diesem – eher untypischen - Western treffen wir also auf großes Gefühlskino aus einer überharten und unterkühlt dargestellten Welt! Jeder will alles zu seinem eigenen Vorteil. Muss er auch noch so lügen. Hier hat Zwischenmenschlichkeit wenig Platz, Verbundenheit existiert nur aus der Not heraus. Worte und Ehre werden klein geschrieben und die Menschen besitzen eigentlich nur eines: den inneren Antrieb überleben zu wollen. Zu müssen.
                                                  Sicherlich war diese Welt auch tatsächlich eher so, als in den lustigen Filmchen dargestellt, welche John Wayne in grauer Urzeit zum Westernhelden mutieren ließ. Auch wenn John immer das Sinnbild des Westerns war und immer bleiben wird:
                                                  here comes Leo, der neue Antagonist des Western.
                                                  Ich kann weder sprechen, noch kann ich laufen: ich funktioniere einfach nur noch. Die neue Form vom Western Anti-Held. Getrieben vom reinen Instinkt. Wie der Bär, der sein Kind beschützen möchte. Es ist das nackte Überleben. Wir suchen nach den bunten Farben und Dialogen, aber wir finden sie hier nicht. Hier funktioniert der Western auf ein Mal komplett anders.
                                                  John Wayne dreht sich zwar sicher just in diesem Moment im Grab um, aber ich ziehe meinen Cowboyhut vor dieser neuen Form des Western-Genres.
                                                  Wer sich dennoch ausschließlich an dem Übergenre „Western“ orientiert und Freund davon ist, wird an diesem Film wenig Freude haben. Aber vielleicht wird er den Film genau deshalb doch lieben. Er strahlt wenig bis nichts von der Freude aus, die die Goldgräber und Westernhelden im frühen Amerika für sich in Anspruch nehmen konnten. Gerade, wenn man die unzähligen Hollywood Streifen dazu als Maßstab nimmt und welche einst zur Glorifizierung der Geschichte Amerikas missbraucht wurden. Der Film erinnert daher in Zügen an „Das Wiegelied vom Totschlag“ … solche Filme standen seinerzeit auf dem Index, heute ist es Mainstream. Sie setzen sich kritisch mit der eigentlichen Geschichte Amerikas auseinander, stellen sie sogar in Frage.
                                                  Winnetou würde hier auch wenig Freude, geschweige denn Freunde haben. Er hätte aber immerhin einen Tauschpartner. Hier gibt es keine Blutsbrüder, sei es auch noch das eigene Blut. Also, Winnetou Freunde, Taschentücher raus, der Western von gestern ist tot.
                                                  Leo spricht in seiner Rolle wenig, er röchelt sie gerade zu und friert sich mit Sicherheit in vielen seiner gedrehten Szenen auch mächtig den Arsch ab. Er wirkt distanziert, er wirkt unentschlossen. Dadurch aber auch irgendwie entschlossen. Er ist verletzlich und schwach, zerbrechlich. Kein Westerntyp! Und in den Szenen, in denen er sich erinnert, wirkt er wieder menschlich. Er entgeht mehrfach dem Tod. Er wirkt. Auch auf den Zuschauer. Er lebt irgendwie. Er bestimmt in diesem Film den kompletten Takt. Er ist dieser Film. Selten war ein Film abhängiger von seinem Hauptdarsteller.
                                                  Doch genau das ist es, was diesen Film zu einer echten Perle werden lässt. Es geht hier nicht um den Wald oder dem „Western“, es geht nicht um die Kämpfe, es geht nicht um die Zeit. Hier geht es um eine zugeschusterte Rolle.
                                                  Er kämpft sich z.B. halbnackt und unterkühlt in einer Schneelandschaft aus einem zugeschneiten Schlafsack hervor, zieht sich aus einem Grab, er kämpft mit einem übergroßen Bären und schafft eines immer wieder, sich aus einer mehr als misslichen Lage zu befreien. . Die Szene schlechthin ist für mich der Kampf mit dem Bären, man hatte fast schon Schmerzen beim Zusehen.
                                                  Und Leo ist tatsächlich der Rückkehrer. Er lebt diese Rolle. Wenn de Niro in grauer Urzeit zig Kilo zugenommen hat, um dem Method Acting Leben einzuhauchen, welchen Preis hat dann Leo für diese Performance bezahlt? Lag er wochenlang im Eisschrank, um uns dies zu zeigen?
                                                  Der Film vermittelt den Eindruck, dass es egal zu sein scheint, in welcher Lage man sich befindet. Man kommt da irgendwie schon raus. Der Hauptdarsteller hat auch irgendwann keine Angst mehr zu sterben, da er in dem Film eigentlich die ganze Zeit über tot ist.
                                                  Hier sticht weniger die Story hervor, noch der Umstand, dass wir hier eigentlich einen Western erwarten. Viel zu farblos und langweilig auf dem ersten Blick, behält sich der Film dann vor, durch lange Kamerafahrten und atemberaubende Landschaften, kombiniert mit Mimik und Gefühlen zu gefallen. Es ist kein Western, irgendwie aber doch, erwartet aber bitte keinen Western.
                                                  Freut euch einfach auf einen super Film und vergesst für zwei ein halb Stunden das Schubladendenken! Vergesst die Western von Gestern, sucht nicht nach Liebe. Sucht in dem Film einfach nach der demonstrativ übertriebenen und auch vermittelten Kälte, die diesen Film wirklich zu etwas besonderem machen. Weil es sicherlich auch damals so war. Und dann werdet ihr mit diesem Film auch warm.

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                                                    999CINEASTOR666 18.02.2017, 19:45 Geändert 05.03.2017, 13:29

                                                    The Revenant - Der Rückkehrer / US/HK/TW / 2015

                                                    >>> mit Vorsicht zu genießen /// enthält möglicherweise Spuren von leichten Spoilern <<<

                                                    Ich tendierte vor Sichtung des Films auf eine klare 10er-Bewertung. Dazu ist es leider nicht gekommen, aber zuerst zu den positiven Aspekten des Films, die ganz klar überwiegen.

                                                    LEONARDO DICAPRIO als Trapper Hugh Glass und auch TOM HARDY als skrupelloser Antagonist John Fitzgerald liefern wirklich eine schauspielerische Meisterleistung ab. LEONARDO DICAPRIO sticht selbstverständlich mit seiner unglaublichen Präsenz sowie mit seiner Mimik/Gestik hervor und konzipiert eine extrem nahe und intensive Performance.

                                                    Die eindrucksvollen Bilder sind von archaischer Wucht. In langen Einstellungen, optimalen Perspektiven und perfekten Lichtverhältnissen wird die atemberaubende, aber auch bedrohliche, wilde, ungezähmte und einschüchternde Natur grandios eingefangen sowie auch ihre kaltblütige Brutalität und die des Menschen. Authentizität und Spannung wird dem Film durch äußerst realistisch wirkende, blutige und brutale Kämpfe und Wunden verliehen. Außerdem überzeugt das Finale durch seine nüchterne Un­er­bitt­lich­keit.

                                                    Nun aber zu einem negativen Kritikpunkt, und zwar der Laufzeit. Die Geschichte dieses auf wahren Begebenheiten beruhenden, schwermütigen und ruhig erzählten Survival-Dramas/Rache-Thrillers ist faszinierend und keine leichte Kost, aber simpel. Deswegen rechtfertigt sie meines Erachtens keine Laufzeit von 2 ½ Stunden. Natürlich war dieser aussichtslos scheinende Überlebenskampf alles andere als ein Zuckerschlecken und zog sich über mehrere Monate hin, aber in einigen Momenten wird es doch sehr langatmig. Ein weiterer Punkt sind die spirituell angehauchten, indianischen Traumsequenzen, die mir doch etwas zu prätentiös und artsy sind.

                                                    Dennoch ist THE REVENANT - DER RÜCKKEHRER ein bildgewaltiges Epos, das man gesehen haben sollte. Allein schon wegen dem Kampf mit dem Grizzly, denn dieser Realismus ist einfach phänomenal.

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