Thirteen Days

Thirteen Days (2000), US Laufzeit 145 Minuten, FSK 12, Thriller, Drama, Historienfilm, Kinostart 22.03.2001


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7.2
Kritiker
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7.3
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36 Kommentare
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von Roger Donaldson, mit Kevin Costner und Bruce Greenwood

Thirteen Days, 13 Tage lang hielt die Welt im Oktober 1962 den Atem an. 13 Tage, an denen das Undenkbare – der Dritte Weltkrieg – zum Greifen nah schien.

In West und Ost verfolgten die Menschen gebannt jeden Schritt einer politischen, diplomatischen und militärischen Konfrontation, die um ein Haar zu einem nuklearen Schlagabtausch zwischen den beiden Weltmächten geführt hätte. Es waren vor allem US-Präsident John F. Kennedy (Bruce Greenwood) und sein Bruder Robert (Steven Culp), die im Mittelpunkt des eskalierenden Konflikts standen. Durch die Augen des Präsidentenberaters und Vertrauten, Kenneth P. O’Donnell (Kevin Costner), werden die Geschehnisse jener 13 Tage im Oktober 1962 zum Leben erweckt: Schließlich lag es in den Händen der beiden Kennedys, über die Zukunft der menschlichen Zivilisation zu entscheiden.

Hintergrund & Infos zu Thirteen Days
Thirteen Days beschreibt jene 13 Tage, in denen sich die UdSSR und die USA am Rande der Eskalation des Kalten Krieges befanden. Diese Phase wird auch als warmer Krieg bezeichnet, da durch die Stationierung von Atomraketen auf Kuba ein dritter Weltkrieg kurz bevor stand.

Die USA hatten in den Jahren zuvor Nuklearraketen in Italien und der Türkei installiert und stellten somit eine unmittelbare Bedrohung für die UdSSR dar. Der Inselstaat Kuba, der seit zwei Jahren von Fidel Castro regiert wurde und sich durch aggressive Aktionen seitens der USA (Schweinebucht, Wirtschaftsembargo) immer näher am Kommunismus und der UdSSR orientierte, diente dabei als strategisch wichtiger Standort. Die Sowjetunion wurde zum Protektor und wichtigsten Handelspartner Kubas und begann Mitte 1962 mit Stationierung von Militär auf der karibischen Insel, unmittelbar vor der Küste Floridas. Neben einer großen Anzahl an Soldaten waren eben auch Nuklearsprengköpfe dabei und die Entdeckung löste die Kuba-Krise aus. Übrigens war Ernesto “Che” Guevara sehr enttäuscht darüber, dass die Sowjetunion letztendlich einlenkte und keine Atomraketen auf die USA abfeuerte.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Thirteen Days
Genre
Thriller, Kriegsfilm, Historienfilm, Drama
Zeit
Kubakrise
Ort
Washington D.C.
Handlung
Atombombe, Drohung, John F. Kennedy, U.S. Präsident
Stimmung
Spannend, Verstörend
Verleiher
Kinowelt
Produktionsfirma
Beacon Communications, New Line Cinema, Tig Productions

Kommentare (34) — Film: Thirteen Days


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AgentGuhl86

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein spannender Politthriller für all diejenigen, die sich gerne mal mit der Kubakrise aus amerikanischer Sicht auseinandersetzen wollten. Ob das alles den Tatsachen entspricht, kann ich nicht beurteilen. Dramaturgisch holt der Film aber viel heraus aus den zeithistorischen Ereignissen des Jahres 1962. Dazu kommt eine hervorragende Besetzung. Das macht in jedem Fall Lust sich mit dem Thema mal auseinanderzusetzen und sich zu fragen, wie nah der dritte Weltkrieg damals wohl war.

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The Freewheelin Fonda

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Bewertung7.5Sehenswert

Fondas Kevin Costner Reihe 2.0
2/5 "Thirteen Days"

Es gibt so ein paar Themen für die sich Costner immer wieder begeistern ließ, die man dann auch immer wieder in seinen Werken zu sehen bekommt.
Da hat man den Hang zu großen Epen, die mit monumentalen Bildern beeindrucken sollen(„Der mit dem Wolf tanzt“ „Waterworld“) den Western zu dem es Costner seit „Silverado“ immer mal wieder zurückzieht, zahlreiche Sportdramen und eben auch Filme über die Zeit John F. Kennedys wo Kevin Costner nach dem hochgelobten Oliver Stone Thriller „JFK-Tatort Dallas“ mit dem 2000er Werk „Thirteen Days“ zurückkehrte.

Und wer kann ihm das verübeln?
Auch für mich gibt es in unserer jüngeren Geschichte kaum ein so spannendes Thema wie den Kalten Krieg und da ganz besonders die Phase der Kubakrise als die Welt kurz vor dem Abgrund stand, sich zwei Systeme gegenüber standen und man den Menschen kein Gehör mehr schenkte.

Ende der 40er Jahre wünschte man sich wohl in Washington, dass man im Zweiten Weltkrieg nach dem Sieg über Nazideutschland bis nach Moskau durchmarschiert wäre, hatte Hitler vorher im Sinne der USA noch dafür gesorgt, dass sich der Kommunismus nicht weiter verbreitet, gewann die Sowjetunion unter Stalin nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr Einfluss, rüstete die Rote Armee auf, kam in den Besitz atomarer Waffen und kontrollierte bald ganz Osteuropa, während sich die westlichen Alliierten bemühten, das Trümmerfeld Deutschland wieder aufzubauen, um den Vormarsch der Russen zu stoppen.
Das Wettrüsten der beiden Supermächte, was dann in den 50ern beginnen sollte, hatte die Welt noch nicht gesehen, zwei Ideologien standen sich gegenüber, verurteilten sich gegenseitig mit immer heftiger werdenden Propagandaaktionen und ließen in ihren Aufrüstungsbestreben klar erkennen, dass es jederzeit zu einem Atomkrieg zwischen Ost und West kommen könnte.
In solchen Zeiten wurden beide Parteien immer extremer in ihrem Vorgehen (was die USA damals mit potentiellen Kommunisten im eigenen Land veranstalteten, ist der heutigen „Schwulenverfolgung“ in Russland nicht ganz unähnlich), was im Jahre 1962 einen gefährlichen Höhepunkt der Aggressionen zwischen Moskau und Washington erreichen sollte:

Die Kubakrise als die Welt 13 Tage lang kurz vor einem möglichen Atomkrieg stand.

"Thirteen Days" ist ein verdammt starker Film zu diesem Thema, unheimlich spannend erzählt und authentisch bebildert, bekommt man einen realistischen Einblick in die damaligen Geschehnisse, wo man das Handeln Präsident Kennedys aus der Sicht seines Beraters Kenneth O’Donnell in diesen Tagen mitverfolgen kann.

Kevin Costner spielt seinen Part als politischer Berater zwar etwas zurückhaltend, was bei der Atmosphäre des Streifens jedoch gut passt, während Bruce Greenwood als 35ter US-Präsident eine mehr als beeindruckende Performance abliefert.

Wer sich für die Kubakrise interessiert, sollte sich diesen Film auf jeden Fall ansehen, wenig Hollywoodpathos, ausdrucksstarke Schauspieler und viele Informationen über die damalige Lage über das Tauziehen zweier Weltmächte, Vertuschungen, Drohungen, Blockaden die Ausmaße der damaligen Krise und der hohe Einsatz der damaligen politischen Führer kommt hier extrem gut an ohne Personen wie John F. Kennedy zu verklären oder aus diesem Stoff reines Eventkino machen zu wollen.

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The Freewheelin Fonda

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@Val Einer von Costners Besten wie ich finde :)
@Ben Wenn dich das Thema reizt, wirst du den auf jeden Fall mögen :)


BenAffenleck

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@Fonda: Geschichtsbezogene Politthriller gehen bei mir immer...


Laserdance

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sehr guter Film.

Dem Film gelingt es, das komplexe Thema gut rüberzubringen. Und vor allem so, das es trotz der Lauflänge von über 2 Stunden nicht ansatzweise langweilig wird. Im Gegenteil.

Wie ich immer sage. Es kommt nicht so sehr darauf an, was man erzählt. Sondern wie man etwas erzählt.

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cpt. chaos

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Bewertung7.0Sehenswert

Als die Welt den Atem anhielt...

Im Grunde hat "Thirteen days" so ziemlich alles, was ein Film mitbringen sollte, um sich von der breiten Masse der bedeutungslosen Streifen abzuheben: überdurchschnittlich gut agierende namhafte Darsteller, eine ansprechende Kameraführung (auch wenn in diesem Fall das Mikro wiederholt störenderweise im Bild baumelt - das muss man doch eigentlich sehen…), passender Score und eine höchstbrisante Story.

"Der große, rote Hund schnüffelt in unserem Vorgarten, und deshalb ist es gerechtfertigt ihn zu erschießen!"

Roger Donaldson ist mit "Thirteen days" eine wirklich interessante Nachstellung der Kubakrise gelungen, sodass man sich immer wieder aufs Neue wundern muss, dass es seinerzeit dermaßen glimpflich verlaufen ist. Unabhängig davon hätten einige zusätzliche Spannungsschnipsel dem Film sicherlich nicht geschadet, aber selbstverständlich ist der Film auch abgesehen davon immer wieder gern gesehen.

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Einar

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Bewertung6.0Ganz gut

Höchst anspruchsvoller Polit-Film über die 13-tägige Kuba-Krise: Als US-Satellitenbilder sowjetische Raketen auf Kuba direkt vor der eigenen Küste entdecken, versucht die politische Spitze um Präsident Kennedy samt Berater (Kevin Costner) eine Lösung zu finden – wobei von Blockade bis Angriff alles in Betracht gezogen wird.
Man muss sich schon geschichtlich und politisch interessieren und einige Hintergründe kennen, um mit „13 Days“ wirklich warm zu werden. Mir persönlich ist es nur etwas distanziert gelungen, auch wenn die Arbeit sauber durchgeführt wird, dennoch oft steril wirkt.
Auch wenn es Zeit zur Aufarbeitung kostet, scheint die Laufzeit mit mehr als zwei Stunden übertrieben. Wahre „Action“ kommt nicht auf, dafür ein wenig subtile Spannung, die sich aus der Frage generiert, ob der drohende Dritte Weltkrieg nun wirklich ins Haus steht.
Netter Versuch, für den „Durchschnittzuschauer“ aber sicherlich nicht das Gelbe vom Ei.

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DrMcKay

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein guter Film, der sehr spannend gestaltet ist. Auch wenn ich anfangs nicht viel erwartet habe, hat mich dieser Film doch sehr überzeugt. Die Handlung ist sehr gut, und auch die Schauspieler sind alle ganz in Ordnung. Auch wenn mir manche Szenen nicht so gut gefallen haben, ist der Film insgesamt nur empfehlenswert, und man sollte sich ihn unbedingt ansehen.

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Icytower

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Bewertung7.0Sehenswert

Robert Donaldsons "Thirteen Days" ist eine zugleich informative und (trotz logischerweise bekannten Ausgangs) zumeist packende und spannende filmische Umsetzung des vielleicht kritischsten Moments der jüngeren Geschichte. Zwar hätte an einigen Stellen etwas weniger Pathos dem Film doch gut getan, ich hätte mich auch über noch mehr Screentime von JFK und RFK (Bruce Greenwood und Steven Culp agieren verblüffend überzeugend) und eine etwas kleinere Dosis Costner gefreut, da mich sein etwas aufgesetzter Boston accent doch schon gestört hat...
Insgesamt aber trotz dieser Mängel(chen) und der recht stattlichen Laufzeit eine sehr lohnenswerte Angelegenheit! Eigentlich schade, dass es nicht öfter gelungenes Polit-Kino gibt (bzw. ich davon nichts mitbekomme, sollte es doch der Fall sein), genügend Stoff sollte sich ja eigentlich alle paar Jahre ansammeln. ;-)

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FlintPaper

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Bewertung5.0Geht so

Routinierter Polit-Thriller über die Kubakrise, historisch relativ akurat und mit soliden, jedoch nicht besonders aufregenden Darstellern ausgestattet. Inhaltlich leider einseitig und undifferenziert, ganz im Sinne der amerikanischen Geschichtsschreibung ohne Kanten und Ecken. Daher auch nur leidlich spannend, Figuren wie Kennedy und sein Kabinett nach Schema F inszeniert und da, wo nicht historisch akurat - z.B. was die Figur von Kenny O'Donnel angeht, ziemlich überzogen.

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craax

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Zwei Sichtungen zugrunde.
Auf einer imaginären Skala zwischen Realitätserfahrung und bewußtem Vorhalten eines Vorstellungsversuchs plaziert sich jeder Film. Realität kann er natürlich nie werden,- bestenfalls entweicht das Hirn zum Abspann der Illusion. Hier nun (Thirteen Days) weiß natürlich jeder, von vorhinein, das er einer nachgestellten, aber ernstgemeinten Fiktion beiwohnt – gewöhnlich „Dokumentarfilm“ genannt. Niemand verwechselt da was. Aber, gelingt das, in seinen besten Exemplaren, fährt Dokumentation etwas ein, was den gelungensten Betrugsdurchführungen auch filmischer Expeditionen nie gegönnt ist: das Hirn selbst (und darf es) kommt ihnen zu Hilfe und steuert bei, was Film notwendig in seine Grenzen weist: und ergänzt die fehlenden Brückensteine zur (vielleicht einmal gewesenen) Realität hinüber. Konsumenten, deren Wesen ist, die ganze Realität für konsumierbar zu halten, gleiten darüber hinweg. Realisten, die nur ausnahmsweise einmal Konsumwandel für eine existente Realisierungsmöglichkeit halten,- sind umso erstaunter und lohnender, wenn sie sich im seltenen Befund versetzt sehen: die Turbo-Hilfe ihres Hirns beim Erschaffen von ZweiterHand-fiktiver-Vorstellungsumwandlung dankbar registriert realisiert zu finden. Kompliziert ausgedrückt? – sagt: Film, meist künstlich beliebt als >unernst< fixiert,- chargiert in Wirklichkeit auf einem breiten möglichen Spektrum hin zur Duplizität der Realität – und es IST diese Realität,- mitunter, mehr, als wenn man sie erlebt: denn in der Regel befindet man sich n i c h t im Zentrum der Ereignisse -, eine Luxusrolle, die dem Film aber mitunter erlaubt und gelingt.
Anwendung: in Thirteen Days kommt der Zuschauer, möglicherweise, zu einem seltenen Genuß: die Korrektheit der Fakten, Personen und Ereignisse, und, was noch viel schwerer und entscheidender ist, MOTIVATIONEN der duplizierten Ereignisse bestätigt und vervollkommnet zu finden im Traumziel, der Wiedererschaffung von Realität in seiner fiktiven Vorstellung näherzurücken – egal, ob er sie als Fiktion in einem Winkel seines Bewußtseins zu leugnen vermag oder nicht oder auch nur sollte. Das Entlarven-Müssen-Können-oder-Sollen ist sekundär. Jeder Zuschauer hier weiß jederzeit, wie die Kuba-Krise „ausging“. Es geht nicht um abgeschlossene Fakten. Es geht darum, wie die Kuba-Krise fortging, und nie zu Ende kam – sondern zu einer Realität wurde, deren Teil wir auch heute noch sind, und deren Ausgang niemand, kein Filmer auf der Erde, auch der Erschaffer des eigenen, der eigenen Realität nicht, wissen kann. Das macht diesen Film interessant: er zeigt uns vor- die Vergangenheit als Teil der Zukunft. Er schafft das. Die immer wiedereingeblendeten Bilder von Atompilzen schaffen das. Fast taub dringt eine Stimme durch den Nebel, von Mitteilung durch die Realität, die ausgerechnet durch das Medium eines Films zu uns zu dringen versucht. Das ist schon komisch; diesen Weg erwählt zu finden. Aber keine Bange; die meisten hören sie nicht, diese zerrissene, unkenntliche, undeutliche Stimmfetzen-Stimme.

Ein Teil des Films ist klar: Jack Kennedy sowie Bob haben hohen Wiedererkennungswert,- in liebevoller Detailprägung. Die Autos,- Brillen,- Setdesigns: treffen den hohen Ton genau ins Schwarze. Nicht umsonst spielen manche Schwarzweiß-Aufnahmen (damaliger Stand der Technik) in unsere gewöhnlich farbige Welt hinüber. Vermischung historischer und jederzeitiger Wahrnehmungs-Einrichtung, die sich in uns zu „fiktionaler“„Realität“ schafft. (Geschickte Spielzüge). Corsairs-Kampfbomber und U2s : Uboote und Zerstörer : Raketenhülsrohre und, immer wieder, fernzerrissene Atmosphäre wie der aufgerissene Schlund der Hölle: wie soll man noch zu den Menschen sprechen, damit sie aufspringen und erkennen, das es hier um Realitätskoppelung,- nur unvorstellbare, sich handelt?- immer wieder: dieses Zusammenzwingen, von Ausgangspunkten (den Allzubekannten) und Hinweisen, auf das völlig Unbekannte: das diesem Film die innere Stimme verleiht,- die wir nicht hören, die aber da ist (? und wie gesagt: das Billigste, der Ticketsmöglichkeiten der Ausfluchten ist: dies alles nur für ein Remake einer >spannenden< Geschichtsepisode zu halten und zu genießen).

Der Film ist immer wieder genau, beklemmend und formgerecht im Detail : der Konferenztafeln und Sitzordnungen in Sälen und Versammlungsräumen, der sanftklappenden dicken Türen des Oval Office und heimeligen Luxus-Interieurs,- Frisuren, Beschäftigungen, und Mentalitäten. Er zeigt Probleme auf, die heute noch existieren : verflochtenen Apparate-Filz und Strukturen, die uns zu dominieren, zu überwältigen, sich unserer zu bemächtigen versuchen. Kaum jemand wird je so tief in die wahre Existenz des Weißen Hauses zu blicken vergönnt sein wie in diesem Film. Kaum je wurde ein mächtiger Mensch der Welt so nachvollziehbar präsentiert wie hier. Kaum je wurde Politik, in all ihren Verflechtungen, bis hinunter ganz in die Endpunkte der Befehlskette, zu den Ereignissen hinab, vom Präsident bis zum einfachen Frontschwein, Signalgasten oder Matrosen,- so eindringlich transparent gemacht wie hier,- mit McNamarra zu sprechen (weist verzweifelt auf die riesige Wandtafel ) : „Sie verstehen kein Wort von dem, was hier vorgeht, Herr Admiral, ist es nicht so?! DAS HIER IST DER Versuch des Präsidenten, mit Chruschtchow zu KOMMUNIZIEREN -!“

-Verflechtung: dessen, dessen Wort alles auslöst (ja, da sind wir nun): mit Beratern, Telefonistinnen, Generälen, Admirälen, Ministern, Redeschreibern, Staatssekretären, Zeitungsbesitzern, Bürgermeisterkandidaten, Pressekonferenzen, Flugpersonal, Ehefrauen, Kindern, Botschaftern, Diplomaten, mit Tauben- und Falken-Fraktionen,- mächtigen und weniger mächtigen, gefragten und ungefragten und machtlosen Gestalten, und denen, den vielen, Ausgelieferten: die wir sind, die wir nur noch beten könn(t)en.

Der Film nimmt historische Fakten und setzt sie wiedererkennbar, identifizierbar zusammen: zu unser aller Wohl. Er zeichnet akribisch (atemberaubend) wie das Schicksal der Welt, tatsächlich, an einem Faden hing. Tief im Sand im Kopf unten weiß das vielleicht mancher nicht und tut alles, es nie zu erfahren („wie haben Sie geschlafen, Herr Präsident?“). Er zeigt, wie eine erdrückende Fraktion nach Protokoll die Welt unübersichtlich in einen Probe-Krieg, des dritt-letzten, geschickt hätte, hätte sie nur irgendwie ihren beiderseitigen Un-UrWillen durchzusetzen vermocht. Sie zeigt, welch ungeheures Glück die Welt damals hatte, an ihrer richtigen Stelle den richtigen Mann positioniert zu finden,- genauer: eine – sehr kleine- Anzahl von Menschen, auf beiden Seiten des Atlantik oder Pazifik (nach Ost oder West oder umgekehrt, egal). Dieser Film macht die Breite eines Haars in mikroskopischer Vergrößerung sehr schön deutlich. Sie sind so was schon aus unzähligen Darstellungen gewohnt? – Nur: das hier war einmal. Das ist kein Abspruch: das ist eine Auszeichnung, die heute, im Lande der Zeit virtueller Möglichkeits-Räume, kaum noch jemand versteht (Durchdringen der Stimme): es WAR einmal – keine Möglichkeit, sondern Realität, die auf andere, Möglichkeiten, hinweist, die sich ebenfalls von virtuellen unterscheiden. Klar kommt sie selbst in dieser Form: aber : dort erreicht sie ihr sonstwo abwesendes Publikum. Man spricht nicht vor leeren Sälen, sondern in vollen,- also Kinos. Natürlich.

Hoffen wir, das auch Admirale und Generäle gelegentlich, dort sitzen, und diesen Film sehen. Und etwas Bescheidenheit entwickeln. Die es sonst dort tun, sitzen mein ich, werden nicht gefragt; sie könnten zwar alles bestimmen, haben sich aber an ihr Schweigen und nicht gefragt-sein gewöhnt. Wie bequem: alles funktioniert. Aber Leute, ihr habt es gesehen: in diesem Pilz da funktioniert gar nichts mehr, auch kein Strom, obwohl genügend Lichtluxe, euer finales Memento an den Himmel des Kosmos zu projizieren, wohl da wär. Aber wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein, von so unten: sicher nicht. Und von oben : wer weiß. Einzige Hoffnung.

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Big T.

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Politikthriller und über 2 Stunden Spielzeit, das klingt erstmal nach einem Film mit vielen Längen und reichlich Phasen an Langeweile.
Dem ist aber nicht so.
Thirteen Days fängt super die nervenzerreißende Spannung und Atmosphäre ein dies damals wohl rund um JFK gegeben haben muss. Man darf nicht vergessen das die Welt kurz vorm Aus war.
Thank God hatten alle beteiligten damals die Coolness und den logischen Menschenverstand keine Grenzen zu überschreiten.
Der Weltuntergang wurde nochmal abgewendet und wir können jetzt getrost auf den 21.12.2012 warten ;-)

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Tatarian Stallion

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein durchaus interessanter Film. Aber der wahre Held der Kubakrise ist ein gewisser Wassili Alexandrowitsch Archipow, der einst auf einem sowjetischen U-Boot den Abschuss einer Atomrakete verhinderte. Schade, dass dieser Mann nie erwähnt wird, wenn es um die Kubakrise geht :(

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craax

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gelobt sei Wikipedia! - für andere:
Archipow war während der Kubakrise auf dem sowjetischen, mit nuklearen Torpedos bestückten U-Boot[1] B-59 (Б-59) der Klasse Projekt 641 stationiert. Am 27. Oktober 1962 wurde dieses U-Boot, ohne vorheriges aggressives Verhalten, von US-amerikanischen Zerstörern eingekesselt und mit Übungs-Wasserbomben attackiert[1][2], um ein Auftauchen zur Identifizierung zu erzwingen. Auf der einen Seite war den amerikanischen Streitkräften die nukleare Bewaffnung des U-Bootes nicht bekannt, auf der anderen Seite ging Walentin Sawizki, der Kapitän des U-Bootes,[3] aufgrund des Beschusses davon aus, dass ein Krieg bereits begonnen haben könnte.[1]

Für den Abschuss der Waffen war an Bord des U-Bootes die Zustimmung dreier Offiziere notwendig,[4] das waren Archipow, Sawizki und Politoffizier Iwan Maslennikow. Archipow lehnte anfangs als einziger von ihnen den Einsatz der Nuklearwaffen an Bord ab,[4] die im Falle eines Angriffes auf das U-Boot eingesetzt werden sollten und konnte Sawizki schließlich überzeugen, das U-Boot auftauchen zu lassen,[3] um auf weitere Befehle aus Moskau zu warten. In der Folge hat B-59 keine Nuklearwaffen abgefeuert.

Archipow starb 1999 an Krebs. Die Erkrankung ist vermutlich auf einen Strahlungsunfall an Bord des Atom-U-Boots K-19 der Klasse Projekt 658 zurückzuführen, der eineinhalb Jahre vor der Kubakrise geschah. Erst im Herbst 2002 wurde auf einer Historiker-Tagung in Havanna zum 40. Jahrestag der Kuba-Krise offiziell erklärt, dass ein Mann namens Archipow die Menschheit tatsächlich vor einem Atomkrieg bewahrt hatte.


Scipio

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An craxx: Vielen Dank für diese ausführliche Information über einen verhinderten Krieg - und einen stillen Helden!


chmul_cr0n

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Bewertung2.0Ärgerlich

Kevin Costner(s Performance) ist hier das einzig genießbare.

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Mike Myers

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Die größte Stärke von Thirteen Days ist, er behandelt eine wahre Geschichte so wertfrei als wäre sie fiktiv und schraubt unbeschwert den Spannungsbogen bis in dem Himmel. Besonders lobenswert sind die Extras der Doppel-DVD, die den Film ggf. mit Originalstimmen von Zeitzeugen unterlegen oder durch einen "Factual"-Untertiteltrack korrigieren. Und auch die beigefügte Doku "Roots of the Cuban Missile Crisis" ergänzt prächtig und liefert fast ein Komplettpaket zur Kubakrise.

Nebenbei bringt der Film auch eine kleine universelle Botschaft mit: Bei Konflikten sollte man reden, zur Not auch neue Formen von Kommunikation suchen und dem Opponenten immer eine Rückzugstür auflassen, damit er nicht die fatale Flucht nach vorne suchen muss. Klingt so banal, aber fast niemand kann es. Diplomatie vom Feinsten...

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heikschn

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Bewertung7.0Sehenswert

Positiv ist, dass sich Thirteen Days durchaus kritisch mit dem Gebahren der USA in der internationalen Politik der 60er auseinandersetzt und auch für die Vereinigten Staaten unrühmliche Passagen nicht unterschlägt. Der Film lässt in dieser Hinsicht jedoch die letzte Konsequenz vermissen. Speziell wird Kennedy von der Kritik völlig ausgespart. Seine Fehler vor allem in der Zeit vor der Kubakrise, die letztlich die Krise überhaupt erst provoziert haben, werden nicht thematisiert. Am Denkmal Kennedy zu Sägen, hat man sich dann leider doch nicht getraut.

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DrPhil

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Irgendwie muss man den Costner mal fragen, ob er ein Fan von JFK war, denn dieser Film ist nicht der Erste mit Kennedy Schwerpunkt. Sei‘s drum die Verfilmung der Kubakrise ist vielleicht der bisher letzte sehr gute Film, mit dem Kalifornier. Er spielte die Rolle des Kenneth O’Donnell sehr überzeugend und hoch motiviert. Obwohl die Rolle nicht spektakulär ist, holt er alles raus, was möglich ist.
„Thirteen Days” ist die erfolgreiche Beendigung einer großen Kriese in den 60er Jahren des letzen Jahrhunderts. Roger Donaldson inszenierte die komplizierte politische Arbeit sehr detailreich und, obwohl man das Ende schon kennt, sehr spannend. Aber wie immer bleibt eine wichtige Frage: Ist alles wirklich so passiert wie im Film beschrieben. Denn im Film gab es fast keine Kommunikation zwischen der US- und UdSSR-Regierung und dennoch konnten sich die beiden Seiten am Ende einigen.
Nichtsdestotrotz ist der Film einer der besten politischen Spielfilme die meiner Meinung in den Politikunterricht der zehnten Klasse gehört. Wenn man „Thirteen Days noch nicht gesehen hat muss man dies unbedingt nachholen.

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Crumpler

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Bewertung3.0Schwach

Ich kann all den positiven Äusserung nicht zustimmen, ich fand den Film furchtbar. Thirteen Days ist eine pathetische, komplett übertriebene, überlange, komplett voreingenommene und unausgeglichene pro-amerikanische Darstellung der Ereignisse - es wird versucht durch angestrengte, hölzerne und gelangweilte Schauspieler (man sieht wie teilnahmslos alle bleiben), ein dudelndes Orchester und schlechte Mono- sowohl Dialoge, ein historisches Ereignis zu monetisieren. Ein prominentes Beispiel für das Scheitern ist folgendes:
'Well I forgot something - but then I remembered it again'; dann: jemand sagt '70 million Americans could die', was dramatisch sein sollte - der Gesprächspartner jedoch scheint kurz vor einem Lachanfall zu sein. Oder jemand fordert: 'Give it to me'. Die Rollen waren ausserdem komplett falsch besetzt - allen voran Kennedy. Die ungewollten homoerotischen Untertöne die in so manchen Szenen zu finden sind das Ergebnis der flachen Schauspielerei - statt besorgt und angespannt auszusehen - z.B. in der Szene in der zwei Charaktere in der Küche sind und beide gleich angezogen - machen die Männer oftmals den Eindruck, sie wollen sich viel lieber die Kleider vom Leib reissen.

Vielleicht liege ich auch komplett falsch aber meiner Meinung nach überzeugt Thirteen Days überhaupt nicht.

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michebavaria1986

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Hervorragend dramatischer Polit-Thriller über die Kuba-Krise von 1962.

Obwohl man natürlich den Ausgang der Krise kennt, schafft es der Film doch einiges an Spannung zu erzeugen. Positiv ist auch, dass sich das Werk ziemlich genau an die historischen Fakten hält.

Geschichtliches Interesse muss jedoch sicherlich (zumindest zum Teil) vorhanden sein, um von dem Film gefesselt zu werden.

„Thirteen Day‘s“ ist gut besetzt. Besonders gefällt Bruce Greenwood in der Rolle als John F. Kennedy. Nicht nur aufgrund der optischen Ähnlichkeit ist er in der Rolle sehr überzeugend.

Der Film zeichnet ein allgemein sehr positives Bild der Kennedy-Administration. Von den weniger guten Seiten (Mafia-Verbindungen, Seitensprünge usw.) zeigt der Film nichts. Aber da es ausschließlich um die Kuba-Krise geht, ist das legitim.

Der Film zeigt nur die amerikanische Seite in diesem Konflikt. Die sowjetische oder kubanische Sicht kommen nicht zur Sprache. Und sicherlich hat das Werk auch eine starke amerikanisch-patriotische Komponente.

Alles in allem aber ist der Film ein packender Streifen, vorwiegend für Geschichtsinteressierte.

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Muckelone97

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein bis zum Schluss fesselnder Film.

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ash-williams

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Bewertung7.0Sehenswert

Thirteen Days ist ein Polit-Thriller über eins der kritischsten Momente der Weltpolitik seit dem 2. Weltkrieg. Zwei von Ethnozentrismus durchzogene Weltmächte, keiner möchte den Kürzeren ziehen und sich vor der Welt die Blöße geben. Durch diese Einstellung trieben die U.S.A. und die U.d.S.S.R. im Herbst 1962 die Welt an den Rande des nuklearen Holocaust. Der Film beleuchtet die Ereignisse von amerikanischer Seite und bezieht sich vorallem auf das Trio John Kennedy, Robert Kennedy und Kenny O'Donnel, welches in dieser Situation versuchte einen kühlen Kopf zu bewahren und gleichzeitig die Russen und die eigenen Militärs zu beschwichtigen. Die Geschichte ist spannend erzählt und obwohl man weiß, dass die Welt am Ende nicht zerstört wird ist stehts Spannung vorhanden, die vorallem durch die guten Darsteller vermittelt wird, welche die Anspannung die damals geherrscht haben muss deutlich zeigen. Ein Film der beweist, das die Politik manchmal eben doch das bessere Mittel ist und Diplomatie manchmal heilende Kraft besitzen kann. Ein interessanter Film über ein spannendes Kapitel der U.S. Geschichte, welches vielen nur oberflächlich bekannt ist; für Geschichtsinteressierte ein Muss, für den Rest durchaus sehenswert.

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Wu-Tang-Sven

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Bewertung9.0Herausragend

wahninnig spannender Film. Sehr detailgetreue Umsetzung der realen Ereignisse damaliger Zeit.

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