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Cheyenne - This Must Be the Place

This Must Be the Place (2011), FR/IE/IT Laufzeit 118 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Road Movie, Kriminalfilm, Thriller, Kinostart 10.11.2011


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6.8
Kritiker
24 Bewertungen
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7.1
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1990 Bewertungen
98 Kommentare
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von Paolo Sorrentino, mit Sean Penn und Frances McDormand

Das Leben ist eines der Schwersten – Cheyenne (Sean Penn) hat seine glücklichsten Tage hinter sich. Trotz Vermögen und fürsorglicher Frau (Frances McDormand) leidet der alternde Rockstar unter Langeweile und Depressionen, die er auch nicht mit seinem Achtziger-Jahre Make-up wegschminken kann. Von seinem Vater fühlt er sich entfremdet. Als dieser im Sterben liegt, rafft sich Cheyenne jedoch auf und reist nach New York. Aber er kommt zu spät, er kann sich nicht mehr verabschieden. Er erfährt, dass sein Vater in Auschwitz von den Nazis misshandelt wurde und seinen Peiniger Aloise Lange, der sich in den U.S.A. versteckt, nie ausfindig machen konnte. Cheyenne begibt sich auf die Suche, die ihn durch die ganzen Vereinigten Staaten führt. Er will Lange finden, doch ob er Rache üben, Erlösung oder nur sich selbst sucht, weiß Cheyenne noch nicht.

Hintergrund & Infos zu Cheyenne – This must be the place
Titelgebend ist, neben der Hauptfigur, ein Song der Talking Heads, die auch ihren Auftritt im Film haben. Cheyenne – This must be the place entwickelt sich zu einem Roadmovie und Regisseur Paolo Sorrentino nutzt die Gelegenheit bei seinem ersten in den Vereinigten Staaten spielenden Film unterschiedlichste Landschaften der U.S.A. auf der Leinwand vorbeiziehen zu lassen. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2011 feierte Cheyenne – This Must Be the Place Premiere, wobei vor allem Sean Penns Filmcharakter, der an den Frontmann einer bekannten englischen Rockband der Achtziger Jahre erinnert, für Aufsehen sorgte. (JL)

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Mehr Bilder (16) und Videos (11) zu Cheyenne - This Must Be the Place


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Cheyenne - This Must Be the Place
Genre
Coming of Age-Film, Komödie, Road Movie, Drama, Kriminalfilm, Thriller
Zeit
2010er Jahre, Gegenwart
Ort
Dublin, New York City
Handlung
Aufgabe, Einkaufszentrum, Flucht, Gothic, Konzentrationslager, Konzert, Musik, Musikliebhaber, Nazi, Nazi-Jäger, Nazi-Vergangenheit, Rache, Racheplan, Rockstar, Spuren, Suche, Suche nach vermisster Person, Verlust des Vaters
Stimmung
Berührend, Eigenwillig
Verleiher
Delphi Filmverleih Gmbh
Produktionsfirma
ARP Sélection, Element Pictures, Indigo Film, Lucky Red, Medusa Film

Kritiken (18) — Film: Cheyenne - This Must Be the Place

Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

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8.5Ausgezeichnet

Auch wenn es zunächst ein wenig schwierig ist, festzustellen, auf was Cheyenne - This must be the Place hinauswill, behält er stets die Aufmerksamkeit seiner Zuschauer.

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CINEMAN.ch

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6.0Ganz gut

Das englischsprachige Debüt des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino, der für sein merkwürdiges Roadmovie auf ein namhaftes Ensemble zurückgreifen konnte, ist ein erstaunlich bizarrer Film. Er erzählt von einem alternden Rocker mit Eyeliner und Lippenstift (Sean Penn), der sich aus dem Geschäft zurückgezogen hat und nach dem Tod seines Vaters beschließt, in den USA nach dem Kriegsverbrecher zu suchen, der seinen Vater im KZ Auschwitz gequält hatte.

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Flibbo: Wie ist der Film?

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8.0Ausgezeichnet

[...] Man fragt sich, ob man irgendetwas – vielleicht eine ausgeklügelte Metapher – nicht begriffen hat, doch eigentlich ist es ganz einfach: Regisseur Paolo Sorrentino („Il Divo“) wagt in diesem, seinem ersten englischsprachigen Film das Experiment, zwei Gedankenspiele zu vermischen, die auf den ersten Blick so gar nichts miteinander zu tun haben: das Portrait eines gealterten Gothic-Rockstars und die Reflexion über Fragmente der Nazizeit. Es ist aber kein Jux, sondern ein ehrliches und aufrichtiges Experiment. Damit beweist Sorrentino eine Überzeugung in der Wahl seiner Geschichte, die man sich in Hollywood gar nicht leisten kann. Und das macht „Cheyenne – This Must Be the Place“ so authentisch, obwohl das Ganze eigentlich ziemlich abwegig ist. [...]

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Edward Nigma: CinemaForever

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8.0Ausgezeichnet

"David, wir haben nichts gemeinsam - du bist so klar im Kopf."

Schon die ersten Bilder von Sean Penn in „Cheyenne – This Must Be the Place“ sorgten im Internet für ungläubiges Staunen. Robert-Smith-Gedenkfrisur und Lippenstift, die Gitarre im Anschlag, melancholischer Blick ins Leere – der Charakterdarsteller wirkte auf diesen Bildern ungewohnt zerbrechlich und schürte somit die Neugier auf den neuen Film des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino („Il Divo“). Auch die ersten Inhaltsangaben sorgten eher für Verwirrung, denn in diesen wurde Sean Penns Rolle oftmals als „Nazijäger“ betitelt, was natürlich sofort Erinnerungen an Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ weckte. Unpassender hätte man den Film im Vorfeld nicht ankündigen können, denn „Cheyenne – This Must Be the Place“ ist ein melancholischer Selbstfindungstrip mit einem überragenden Sean Penn.

In den Achtzigern war New-Wave-Rocker Cheyenne (Sean Penn) ein Teenieidol. Sein Markenzeichen: Düstere Texte voller Weltschmerz und Todessehnsucht, die Cheyenne ein volles Konto bescherten. Als jedoch zwei Teenager Cheyennes Texte als Inspiration für ihren Selbstmord erwählen, steigt der düstere Rocker aus dem Showgeschäft aus und fristet seitdem, geplagt von Schuldgefühlen, ein zurückgezogenes Leben im beschaulichen Dublin. Erst die Nachricht vom Tode seines Vaters bringt wieder Schwung in das eingefahrene Leben des Altrockers und so bricht Cheyenne auf nach Amerika um seinen Vater, zu dem er seit über 30 Jahre keinen Kontakt mehr hatte, die letzte Ehre zu erweisen. Dort angekommen wird Cheyenne mit der bitteren Vergangenheit seines Vaters konfrontiert: Während des Zweiten Weltkriegs ins KZ nach Auschwitz deportiert, hatte dieser unter einem seiner Wärter besonders zu leiden und versuchte zeit seines Lebens erfolglos diesen Peiniger zu finden. Cheyenne, der bisher in völliger Unkenntnis der tragischen Geschichte seines Vaters lebte, beschließt, die Suche nach dem Nazi-Peiniger zu Ende zu bringen.

In stellenweise überzogen bedeutungsschwangeren, dennoch atmosphärisch dichten Bildern erzählt Paolo Sorrentino von der Suche einer missverstandenen Seele nach den Peinigern seines Vaters. Diese steht hierbei nur bedingt im Vordergrund, vielmehr ist es die Suche nach der familiären Geschichte, die im Elternhaus über Jahre hinweg totgeschwiegen wurde, und damit letztendlich auch nach dem eigenen Ich. Diese gestaltet sich als überraschend kurzweilig, denn Sorrentino lässt Cheyenne in bester Jim-Jarmusch-Manier auf allerhand interessante und bizarre Persönlichkeiten treffen, die nicht weniger skuril sind, als der düstere New-Wave-Rocker selbst. So begegnet er nicht nur dem Erfinder des Rollkoffers, einem schweigsamen Indianer-Anhalter, sondern sogar einem echten Superhelden aus der Nachbarschaft.

Selten hat Sean Penn mehr beeindruckt als in „Cheyenne – This Must Be the Place“. Nebst seinem außergewöhnlichen Erscheinungsbild und seiner betont zerbrechlichen Körperhaltung ist es aber besonders die außergewöhnliche Fistelstimme die Sean Penns Darstellung eines gebrochenen Rockstars zu einem glaubwürdigen Gesamtbild abrunden. Selbst kürzeste Sätze bereiten ihm sichtliche Probleme, umso erstaunter Schreck man in den wenigen Szenen auf, in denen sich Cheyenne seines vollen Stimmvolumens bedient. Mit fortlaufender Reise scheint sich jedoch nicht nur der Geist, sondern auch der Körper des geschundenen Musikers zu erholen, bis er letztendlich zum ersten Mal sein ungeschminktes Ich der Welt präsentiert.

Fazit: Regisseur Sorrentino hat mit „Cheyenne – This Must Be the Place“ zwar schwere, aber dennoch durchaus bekömmliche Kino-Kost erschaffen. Unangefochtenes Highlight des Films bleibt aber Sean Penns einzigartige Performance. Ein absolutes Muss für jeden Arthouse-Fan!

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Dr. Borstel

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7.5Sehenswert

Als verlorenes Gespenst des amerikanischen Traums schlurft ein Sean Penn wie von einem anderen Stern durch ein Roadmovie, wie man es selten zu sehen bekommt, wenn überhaupt. Wer Penn mag, sollte das gesehen haben, aber bitte unbedingt im Original.

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Dietmar Kesten: Filmmag.de

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8.0Ausgezeichnet

[...] Sean Penn als abgehalfterter Musiker ist ein Highlight. Er passt perfekt in diesen Film. Womöglich hätte kein anderer Schauspieler ihn besser verkörpern können. Seine Schauspielkunst ist phänomenal, stets auf der Höhe der Zeit. Der Charakterdarsteller atmet den Geist des Außergewöhnlichen. Er ist einer der komplettesten Schauspieler Hollywoods der letzten Jahrzehnte.

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Diemuth Schmidt: Radio Köln Diemuth Schmidt: Radio Köln

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7.0Sehenswert

Es sind interessante Begegnungen mit alleinerziehenden Müttern, Möchtegernerfindern oder professionellen Nazijägern, die den Film zu etwas Besonderem werden lassen. Mit einem erstklassigen Soundtrack - unter anderem gönnt sich der Film eine lange Konzertszene mit Talking-Heads-Sänger David Byrne - überzeugt der Film auch musikalisch.

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Markus Raska

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8.0Ausgezeichnet

In seinem ersten englischsprachigen Film deutet der Italiener Paolo Sorrentino („Il Divo“) vieles nur an, lässt manche Episode offen. Die großartigen Bilder, der feine Einsatz der Farben und die Musik von David Byrne ergeben ein berührendes Ganzes. Kein einfacher Film, aber Sean Penn ist ein Ereignis.

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Markus Tschiedert

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7.0Sehenswert

„Cheyenne“ lebt allein von Sean Penn, der mit Mähne und Make-up nicht nur ein Hingucker ist, sondern einen mit lakonischen Sprüchen in seinem Bann hält. Die Mischung aus Traurigkeit und trockenem Humor funktioniert fabelhaft, auch wenn die Story manchmal etwas vor sich hinplätschert.

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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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8.0Ausgezeichnet

Schade ist [...], dass [Regisseur Sorrentino] in der Punk- und Gothic-Kultur der Achtziger nicht mehr sehen kann als eine geistige Verwirrung, die zu "seinem" Thema nichts zu sagen hat. Es ist genau andersherum, und insofern brilliert Sean Penn in einer schlechten Rolle. Aber das macht er richtig gut.

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Luiz Vasquez: Kino Kino Luiz Vasquez: Kino Kino

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7.0Sehenswert

Genregemäß führt die Reise an überhöhte, fast irreale Orte in bisweilen grellen Farben, präsentiert von einer unerhört bewegten, so verspielten wie präzisen Kamera. Das Finale des Films überrascht durch seine Härte, ist aber letztlich höchst konsequent. Da erscheint es umso unnötiger, dass Cheyenne am Ende seines Wegs noch banal seine Maske ablegt. Trotzdem: Sorreno gelingt ein wilder Parforceritt, in dem es viel zu entdecken gibt.

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ihre-herrlichkeit

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Das Ablegen der Maske hat mich auch ein wenig enttäuscht, aber das gehörte ja zum Erwachsenwerden dazu. Fand ich eigentlich im Nachhinein notwendig


Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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7.0Sehenswert

Wieder ein außergewöhnlicher Film. Die originellen Stationen der Reise an das Todesbett des Vaters: o. k. Die Suche nach dem feigen untergetauchten Nazi-Verbrecher: o. k. Cheyennes träge gewordener Charakter, seine kindlich gewordene Art, sein passives Leben (bis zum Road-Movie-Teil), sein beinahe Mitleid erregendes Auftreten: schon vom Autor her als Idee sehr gewagt und gewöhnungsbedürftig. Aufgewogen werden alle eventuellen Mängel durch Sean Penn. Wie er die ihm aufgetragene Figur verkörpert: sensationell. Es gibt kein anderes Wort.

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Luitgard Koch: programmkino.de Luitgard Koch: programmkino.de

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6.5Ganz gut

Der erste englischsprachige Film des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino scheint zunächst eine künstlerische Katastrophe mit moralischem Anspruch. Doch dieser vorschnelle Eindruck täuscht. Sein Drama über Söhne, die ihren Frieden mit ihren Vätern machen wollen, berührt am Ende umso nachhaltiger.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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4.0Uninteressant

Mord, KZ-Opfer und Nazijagd sind hier nur Mittel, um die Hauptfigur erwachsen werden zu lassen und einem Film irgendeine Bedeutung anzuschminken, der erschreckend nichtssagend ist, und miserabel inszeniert, ohne Rhythmus und Ökonomie.

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Todd McCarthy: Hollywood Reporter Todd McCarthy: Hollywood Reporter

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5.0Geht so

Exzentrisch, fehlgeleitet und gelegentlich auch charmant und niedlich kommt Cheyenne - This Must Be the Place daher, mit Sean Penn in einer seiner abgefahreneren Rollen ist es unwahrscheinlich, dass dieser Film bei Kritikern oder Publikum besonders gut ankommen wird.

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Peter Bradshaw: Guardian Peter Bradshaw: Guardian

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6.0Ganz gut

Cheyenne - This Must Be the Place macht eine Menge Spaß, doch sobald Cheyenne Irland verlassen hat, um in Amerika nach dem flüchtigen Nazi zu suchen, der seinen Vater im Konzentrationslager gequält hat, baut der Film stark ab und schlägt eine Wim Wenders'sche Richtung ein.

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Roland Meier : Outnow.ch Roland Meier : Outnow.ch

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4.0Uninteressant

Dabei ist This Must Be the Place sowas von unoriginell, dass man sich schon während des Schauens nicht mehr an den Titel des Film erinnern kann. Einprägend sind jedoch die Aufnahmen des nigelnagelneuen irischen Nationalstadions, des Aviva Stadium, das Brügglifeld-mässig mitten in einem Wohngebiet zu stehen scheint, aber alle Topschikanen einer von der FIFA genehmigten Spielstätte hat. Dafür lohnen sich sogar Sorrentinos Kranfahrten mit der Kamera.

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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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7.0Sehenswert

„Cheyenne - This Must Be The Place“ von Paolo Sorrentino („Il Divo“) begeistert mit einem grotesk geschminkten Sean Penn: Seine Figur Cheyenne, ein ehemaliger Rockstar aus Dublin, setzt nach dem Tod des jüdischen Vaters in den USA dessen Suche nach einem deutschen KZ-Wärter fort. Diese Selbstfindung wird von kuriosen Begegnungen und schrägen Blicken auf Amerika bebildert. Ein Augenschmaus der anderen Art, dessen Figuren für emotionalen und intellektuellen Tiefgang sorgen.

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Kommentare (80) — Film: Cheyenne - This Must Be the Place


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Avantgarde83

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Bewertung5.0Geht so

Gehört schon einiges dazu, wenn man sich den Film am Stück anguckt...für mich eine Nummer zu skurril und anstrengend.

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KaiserNero

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Bewertung9.0Herausragend

Cheyenne ist ein Charakter, der sehr stark an den Sänger Robert Smith, der Band The Cure erinnert und wie ein kleiner Tribut an diesen wirkt. Wie die Musik der Band, ist auch Cheyenne von Melancholie geprägt, wodurch der Film aber keines Wegs an Humor oder Spaß verliert, ganz im Gegenteil.
Alle Charaktere des Film weisen ihre ganz eigenen Persönlichkeitszüge auf und machen diesen Film wirklich zu einem komplexen Werk. Die Dialoge, Bilder und alle Szenen wurden tiefgründig in Szene gesetzt und deuten auf die ein oder andere Symbolik hin.
Cheyenne auf seiner Reise zu begleiten ist wie einem Wasserfall zuzusehen. Es plätschert vor sich hin ohne größeren Höhepunkte oder Tiefen und dennoch ist es ein wunderschönes Erlebnis, welches man sich nicht entgehen lassen sollte.

Außergewöhnlich, melancholisch und sehr unterhaltsam !

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Schlopsi

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Bewertung5.5Geht so

http://www.youtube.com/watch?v=o9gK2fOq4MY

Hochgradig skurril und zwischen ständiger Depression und Situationskomik wandelnder Film, von dem ich absolut nicht weiß wie ich ihn einschätzen soll.
"Cheyenne - This must be the Place" nimmt sich enorm viel Zeit und kommt stellenweise kaum schneller als der dauerschlurfende Exrocker Cheyenne voran. Die Story ist recht verworren aber anfangs durchaus vielversprechend, weil man lange Zeit nicht weiß worauf der Film überhaupt hinaus will. Es werden viele Türen geöffnet hinter denen interessante Ansätze stecken. Sobald sich der Film jedoch ein Herz nimmt und sich für eine Richtung entscheidet, werden diese Türen wieder zugeschlagen, ohne das ihnen noch irgendwelche Beachtung entgegenkommt.
Soundtrack und Bildsprache sind durchwegs solide, aber was nützt das, wenn man mit dieser sehr langsamen und konfusen Erzählweise nicht warm werden will? Dazu kommt Sean Penn, der das abgehalfterte Make Up Gesicht zwar auf sehr eigene Art und Weise verkörpert, auf Dauer aber in seiner eigenen Monotonie ertrinkt. Auch wenn man hier und da wirklich schmunzeln dürfte, so ist das für gut gestreckte zwei Stunden Spieldauer schlicht unspektakulär.

Hier wurde so viel verschenkt, was ständig durch das handwerkliche auszugleichen versucht wurde. Und genau das ist das Dilemma. Der Film verliert sich, ohne auch nur die Bemühung anzustellen, in irgendeiner Form dagegen anzukämpfen.
Was bleibt ist ein Film, den ich jetzt niemandem uneingeschränkt empfehlen könnte und mich mit dem ein oder anderen Fragezeichen zuviel zurücklässt.

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Le Samourai

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On point.


Comicverkäufer

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich musste meinen Kommentar jetzt drei mal neu schreiben, weil ich einfach nicht weiss, wie man diesen beiden wunderbaren Schauspielern (McDormand und Penn) gerecht werden kann. Die Story bleibt etwas arg konfus und man muss auch ein bisschen durchhalten, aber es lohnt sich. Die Hauptfigur Cheyenne erinnerte mich auf den ersten Blick sehr stark an Ozzy Osborne, nur in knuffig! Bei den Dialogen musste ich immer wieder aufpassen, dass ich zwischen den Belanglosigkeiten nicht die Lebensweisheiten verpasse.
Kein ganz grosser Wurf. aber aus der Story das Beste gemacht.

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dantist

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Bewertung2.5Ärgerlich

Nach einer guten Stunde Warten auf den roten Faden oder irgendeine in Ansätzen interessante Wendung habe ich aufgegeben. Vielleicht hätte ich sogar bis zum Schluss durchgehalten, aber die ohnehin schlimme Synchro von Sean Penn feiert in diesem Film ihren weinerlichen Tiefpunkt und gibt ihm dadurch den Rest.

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Disintegration.Yue

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Mein neuer Lieblingsfilm. :D Oder einer davon.

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Amadis

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein skurriler aber auch einfallsreicher und origineller Film ausserhalb der Mainstream-Schiene.
Man weiss eigentlich nie so genau was kommt und wird zuweilen auch etwas herausgefordert vom Regisseur. Nicht alle Handlungsstränge werden auch zu Ende geführt und das kann manchmal etwas verwirrend sein. Die Hauptfigur ein abgewrackter leicht debil wirkender Rockmusiker ( sieht aus wie Robert Smith von The Cure und läuft und redet wie Ozzy Osbourne) wird genial gespielt von Sean Penn. Mit zunehmender Spieldauer wächst einem die Figur ans Herz.
Die Grundstory weist zuweilen Logikfehler und Lücken auf, ist aber gleichzeitig so vielschichtig und spannend, das dies nicht weiter stört. Der Soundtrack ist genial und originell in den Film eingebettet.

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Soulja

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Bewertung6.0Ganz gut

Der Film möchte sicherlich mehr sein als ich in ihm sehe. Anfangs weiß man nicht, wohin der Film einen führen möchte. In der Nazi-"Jagd" angelangt, fragt man sich, ob der Aufbau bis dahin nicht auch anders möglich war. Viel sagt der Film bis dato nicht aus und auch wenn ich Sean Penn für seine Wandlungsfähigkeit bewundere: ich schwanke da noch, ob "Cheyenne" transsexuell, geistig behindert oder einfach nur wirr ist. Am Ende wurde es dann eine Suche nach "sich selbst" für Cheyenne. Aber bis dahin gilt es einige Längen zu überstehen und viel Pseudokunst.

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natural born zombie

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Bewertung10.0Herausragend

Ein großartiger Film!
Ich hatte mir nicht viel erwartet, jetzt ist er einer meiner absoluten Favoriten.
Hier stimmt einfach alles: Der Film ist tieftraurig, gleichzeitig urkomisch. Sean Penn, den ich normalerweise nicht besonders mag, liefert hier eine perfekte Glanzleistung ab. Der Soundtrack ist einfach grandios.
Noch dazu der schönste Film über den Holocaust (wenn man das so schreiben kann, soll nicht respektlos klingen).
Ich bin noch ganz mitgenommen ....
Fazit: ANSCHAUEN !!! UNBEDINGT !!!

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nico.klingspohn.9

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12 reicht mir schon.... n bischen fies muss sein. oder körperteile .... oder lustig.... denke mal der hatt nichts davon...

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pfeffer

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Bewertung7.0Sehenswert

Fand ich gut. Mutig. Eigenständig und angemessen weird. Und ohne die letzten 2 Szenen, die einfach nur schlecht und reaktionär sind, hätte ich mich zu Höchstwertungen hinreißen lassen.

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Chriz85

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Guter Film, mit einer weiteren schauspielerischen Hochleistung von Sean Penn!

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marlene.utz

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

genialer film !

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Stefan Ishii

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Bewertung7.5Sehenswert

"There is so much beauty in the world."

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loveissuicide

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Bewertung9.0Herausragend

Nur jenen zu empfehlen, die mit Filmen der ruhigeren Art etwas anfangen können. Ich komm damit ganz gut klar, deswegen ist das für mich kein Kritikpunkt. Das nur vorneweg.
Sean Penn spielt großartig, selten erlebt man eine solche Skurrilität als Hauptprotagonist. Klar, es gibt Johnny Depp, da ist man schon einiges gewohnt, aber Cheyenne ist trotz seiner Seltsamkeiten eine reale Person aus dem wahren Leben. Seine Weisheiten sind saukomisch und, ja, auch teils recht tiefgründig, man glaubt es kaum, aber er trifft mit seinen wenigen Bemerkungen eigentlich stets ins Schwarze.
Ein sehr großer Pluspunkt sind die Bilder, die einem präsentiert werden. Traumhaft! Und die Musik ist größtenteils ebenso gelungen. Die Cello-Stücke machen den Film (zusammen mit den Bildern) fast schon ein wenig europäisch, trotzdem ist "Cheyenne" von vorne bis hinten zutiefst amerikanisch. Diesen Spagat muss man erst einmal schaffen: Kompliment!

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arranee

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Bewertung7.0Sehenswert

Sean Penn ist zwar großartig und mich stört die Fistelstimme auch nicht sonderlich. Cheyenne ist ein sehr sympathischer Charakter und durchaus lustig. Aber ich hatte leider zu hohe Erwartungen an den Film…er schleppt sich stellenweise doch seeeehr hin. Und von dem Trailer, den ich damals im Kino gesehen habe, hatte ich mir ehrlich gesagt auch etwas mehr Nazi-Jagd, mehr Story und weniger Langeweile erhofft. Trotzdem ein ganz netter Film.

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ringvernichter

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Bewertung5.5Geht so

Spoiler Ahead!

Irgendwas zwischen dem späten Ozzy Osbourne und dem frühen Robert Smith. Das scheint Cheyenne zu sein. Mit hoher und zittriger Stimme und Eyeliner unter den Augen verbringt er sein Leben als Rockstar im Ruhestand mit seiner liebevollen Ehe- und Feuerwehrfrau in einer Villa in Irland. Doch dann stirbt sein Vater und Cheyenne macht sich auf, dessen Lebensaufgabe zu übernehmen und den Nazi-Peiniger seines Vaters zu finden und zur Strecke zu bringen. Hört sich ein bisschen wie eine Idee von Tarantino an und lässt einen verrückten und herrlich skurillen Film vermuten. Doch so ganz werden diese Erwartungen nicht erfüllt, und ich zweifle, dass dies auch die Zielsetzung von „Cheyenne- This must be the Place“ ist.
Cheyenne ist mehr als eine Parodie auf alternde Rockstars. Er schafft es schweigend Geschichten zu erzählen. Sein Blick lässt erahnen, welche Zweifel und Ängste ihn auf der Suche nach Alois, dem Nazi aus Auschwitz begleiten. Gibt es Rache aus dem richtigen Zweck und an welchen Wert kann man messen, ab wann eine Schuld beglichen ist? Ich weiß es nicht, und genauso wenig scheint es Cheyenne zu wissen.

„Irgendetwas stimmt hier nicht, ich weiß nicht was es ist, aber irgendwas stimmt hier nicht“-Cheyenne
Und genau dieser Satz bezeichnet mein Problem mit diesem Film. Es scheint im Grunde alles gut zu sein, aber doch stört mich da was.
Roadmovie-typisch stößt Cheyenne auf seiner Suche auf unterschiedliche Charaktere. Doch erklärt sich für mich kein Zweck. Was hat der schweigsame Indianer für eine Bedeutung? Welche Gefühle löst das Gespräch mit Alois Frau bei Cheyenne aus? Ich habe leider die Vermutung, dass der Film all diese Charaktere mit hineinpackt, weil er denkt, dass er es muss. Weil er halt ein Roadmovie ist. Aber am Ende bleibt nicht mehr von den Figuren übrig als eine blasse leere Erinnerung.

Am Ende stellt Cheyenne endlich den Peiniger. Und er findet eine Lösung um die Schuld des Nazis zu begleichen. Zumindest er scheint damit zufrieden zu sein. Ich bin es nicht. Wenn ich den alten, dürren Mann nackt durch den Schnee stolpern sehe, erinnert das an die alten Aufnahmen von Auschwitz. Cheyenne scheint nach dem Leitsatz „Auge um Auge“ zu handeln. Und darin seinen Frieden zu finden. Mit sich, seinem Vater. Sogar mit seiner Vergangenheit. Wenn er am Ende sein Kostüm und Eyeliner ablegt, und er wieder „normal“ aussieht, dann frage ich mich ob er nur das wollte? Sein Kostüm ablegen. Ein Mann werden. Wenn man dafür alte Männer nackt in die Kälte schicken muss, dann zweifle ich, ob ich je ein Mann werden kann. Oder überhaupt werden will.

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DorisDay

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dein kommentar hat mich zum nachdenken gebracht. besonders der letzte absatz ist dir gelungen.


swissroland

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Bewertung1.5Ärgerlich

Nun hats auch den Penn erwischt . Ich hätte nie gedacht, das ich jemals bei einem Film von ihm den Panic Button drücke. Der Mist ist echt ned zu ertragen. Alleine schon die "tolle" Stimme treibt mich in den Wahnsinn.
Zudem ist er jetzt ned gerade dass, was man einen schönen Mann nennt. Aber dazu jetzt noch die Frisur... Ekelhaft und widerlich!
Keine Ahnung was die Aussage des Film sein soll, ist mir auch so was von egal.
Vergessen und gut ist!

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Co-Pilot

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Bewertung3.5Schwach

Moviepilot meint mir eine 6,0 vorauszusagen...

Dann werd ich mir jetzt den Mr. Penn mal in Ruhe reinziehen.

30min gesehen; seltsamer Film... wirklich seltsam. Großartiges Schauspiel von S.Penn, aber wo zum Teufel ist der Sinn im Film?! Wenn das so weitergeht... na´ herzlichen Dank für den tollen Filmabend :(

60min vorbei; kommt mir vor wie 2std. Sean Pens Stimme geht mir schon so langsam auf die Nerven. Der redet ohne Phonetik in immerzu ein und der gleichen Stimmlage - wie ein dauerbekiffter Volljunk. Die eigentliche Story gewinnt an Gewicht, ist trotzdem Lahm...

90min rum; nachdem nun noch singende Kinder, auf "Ex" milchtrinkende Seniorinnen und eine Ganz(!) auf dem Flur auftauchen muss ich sagen - harte Kost dieser Film. Auch die Musik ist eher "schwer" auszuhalten für mich. Sehr anstrengend.

120min geschafft; im wahrsten Sinne des Wortes.
Mein Ding ist Cheyenne nicht. Entweder ich hab was nicht verstanden oder der Film ist wirklich nicht viel Wert, dafür langatmig, langweilig und nichtssagend.

Fazit:
Wie jeder Movie startet auch Cheyenne - This Must Be the Place bei mir mit 5,0 neutralen Punkten. Up´s & Down´s ergeben dann meine Endbewertung. Cheyenne - This Must Be the Place geht mit belanglosen bis teils schon nervigen 3,5 Punkten in the books.
1,5 für S.Penns Schauspiel, 1 für paar gute Witze, 1 für den Rest ausser der Musik.
*nicht empfehlenswert*

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Co-Pilot

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Es war schon eine gewisse Herausforderung. Geb ich zu ;)


swissroland

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Ich bewundere Menschen wie euch, die so einen absoluten Dreck bis zum Ende anschauen. Für das ist mir die Zeit zu schade ;)
Nach dem Film hat auch der Penn einen Tolggen im Reinheft


patcharisma

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Bewertung4.5Uninteressant

Junge italienische Regisseure haben ein Faible dafür, ihre transatlantischen Lieblingsstars mit verschachtelten Drehbüchern zu beeindrucken. Versponnen und über-aesthetisiert muss die Filmkunst sein, dann sagen die Vorbilder auch bestimmt zu - und wenn dazu noch kontrovers über das Ergebnis gestritten wird, ist der Zweck erfüllt. Luca Guadagino gewann die grosse Tilda Swinton für seine Überambition "I Am Love" und hier ging es dem noch jüngeren Regisseur Sorrentino vorallem um die überschätzte Frances McDormand: "Ich wollte nur sie für die Rolle als Ehefrau von Sean Penn - hätte sie abgesagt, hätte ich aus ihm einen Witwer gemacht!", erzählt er im Audio-Comment. Sean Penn also, ein "styliger" Ex-Junkie-Gruftie-Pop-Star, der in einer noblen Villa in Dublin mit leerem Swimming Pool mit ihr in Monogamie wohnt, rezitiert hier seine merkwürdigen Gedankengänge in einer leisen, beinahe winselnden Falsett-Stimme mit einer Maske auf, die an Robert Smith von den "Cure" erinnert - das wahre Vorbild scheint jedoch der Ire Gavin Friday von den "Virgin Prunes" zu sein (dessen Hit "Lord, I'm Coming" gleich zu Beginn eingespielt wird). So begleiten wir also den Exzentriker durch eine, anstatt wie 1984 "Paris-Texas", nun auf einer "Dublin-New Mexico"-Odyssée voller durchstilisierten Bilder und (Kamera-)Fahrten. Genau wie damals bei Wim Wenders geht es hier vorallem um ellenlange Monologe und Dialoge, deren aufgesetzte Schrägheit gepaart mit dem gewöhnungsbedürftigen Stockzahn-Humor in der intellektuellen Abgehobenheit und ihrer Überlänge irgendwann zu nerven beginnen. Spätestens dann als der selbstverliebte David Byrne von den "Talking Heads" auftaucht, sich selbst spielt und den titelgebenden Song performt, werden Erinnerungen an seine unrühmliche Bandgeschichte wach (der gefeierte New Yorker verklagte sämtliche seiner ehemaligen Band-Kollegen). Die fragwürdige und antilogik-absurde Non-Story - ein alternder Punk also, der einen alten Nazi durch halb Amerika verfolgt, der dann - als er den Greis schlussendlich findet - so ausgemergelt und nackt im Schnee rumstapfen darf, wie seine ehemaligen KZ-Gepeinigten - sollte eigentlich auch dem blindesten Intellektuellen-Hype-Ergebenem gar etwas zu denken geben.

Fazit: "This Must Be The Place" gehört für mich zu der Sorte Filmkunst, die seine Mankos und Mängel krampfhaft hinter seinen pseudo-komplexen Verschwurbelungen kaschieren muss. Leider blättert der dick aufgetragene Lack bei sowas meistens schneller ab, als einem lieb ist.

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jollyroger

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@pat wenn's doch nur so einfach wäre..:)

Normalerweise hat man "den Film nicht verstanden" wenn man ihn schlecht findet oder halt "einen schlechten Geschmack", etc, immer die gleichen lächerlichen Argumente (wenn man's denn so nennen möchte).

Mir hat er exzellent gefallen, dir nicht, so what?..:)


patcharisma

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Hey exactly, Mr. Jolly.... Vorallem bin ich auch noch "berühmt" dafür, dass ich Filmkunst oft überkritisch seziere. Aber auch ich habe Respekt vor Comments, die was völlig anderes aussagen als meine eigene Meinung....



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