“Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada” ist kein Meisterwerk, aber ein Film den man sich durchaus mal ansehen kann. Tommy Lee Jones zeigt hier, dass er auch als Regisseur eine gute Figur macht, wenn er auch noch ein gutes Stück von der Klasse eines Clint Eastwoods entfernt ist. Aber der ist ja noch ein paar Jahre älter, so das Tommy Lee Jones noch Zeit hat zu reifen.
Auch das Regiedebüt von Tommy Lee Jones handelt von Tod, Schuld und Sühne. Die Geschichte um den alternden Cowboy, der seinem mexikanischen Freund einst versprach, seine sterblichen Überreste in dessen Heimat zu bestatten, und dieses Versprechen gleich mit einer Lektion in Demut für den an dessen Tod Verantwortlichen zu verbinden, gewann bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis für das beste Drehbuch. Zudem wurde Tommy Lee Jones gleich noch mit der Auszeichnung für den besten Hauptdarsteller geadelt. Trotz der texanischen Weite, die den Film prägt, trägt Jones Erstling kammerspielartige Züge. Es geht um die Würde eines Menschen, auch im Tod. Es geht um Versprechen, aber auch um Versprechungen. Die Wüste an der mexikanischen Grenze. Ein trostloser, ein heißer Ort, ohne jegliche Perspektive. Die Weite des Horizonts, hier kein Zeichen der Freiheit, sondern der Depression. Stillstand, Gleichgültigkeit, Perspektivlosigkeit. Mitten drin eine Geschichte um Gerechtigkeit und…
Auch das Regiedebüt von Tommy Lee Jones handelt von Tod, Schuld und Sühne. Die Geschichte um den alternden Cowboy, der seinem mexikanischen Freund einst versprach, seine sterblichen Überreste in dessen Heimat zu bestatten, und dieses Versprechen gleich mit einer Lektion in Demut für den an dessen Tod Verantwortlichen zu verbinden, gewann bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis für das beste Drehbuch. Zudem wurde Tommy Lee Jones gleich noch mit der Auszeichnung für den besten Hauptdarsteller geadelt. Trotz der texanischen Weite, die den Film prägt, trägt Jones Erstling kammerspielartige Züge. Es geht um die Würde eines Menschen, auch im Tod. Es geht um Versprechen, aber auch um Versprechungen. Die Wüste an der mexikanischen Grenze. Ein trostloser, ein heißer Ort, ohne jegliche Perspektive. Die Weite des Horizonts, hier kein Zeichen der Freiheit, sondern der Depression. Stillstand, Gleichgültigkeit, Perspektivlosigkeit. Mitten drin eine Geschichte um Gerechtigkeit und Verbrechen. Angesichts des Versagens der Behörden mit Sicherheit auch ein Stück weit Selbstjustiz. Vor allem aber Weg zur Erkenntnis, oder wenn man so will, eine Lehrstunde in Menschlichkeit für den von Barry Pepper verkörperten, der fahrlässigen Tötung schuldig gewordenen, Grenzbeamten. Ein Mann, der zu Beginn arrogantes Scheusal, am Ende geläutert, als zentrales Element der Handlung fungiert. Dabei gibt sich Tommy Lee Jones bei seinem Regiedebüt keinesfalls überbetont ernst. Bei aller Melancholie und Bedächtigkeit, trägt der Film durchaus eine humorvolle Note. „Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada“ fügt sich somit in die Reihe von Spätwestern ein, denen sämtliche Romantisierungen fremd sind. Hinzu kommt in diesem Fall noch die gesellschaftlich-politische Komponente der illegalen Einwanderung in die USA. Tommy Lee Jones versucht sich an einem zurückhaltenden Statement zum Abbau von Vorurteilen und Ressentiments, und für den respektvollen Umgang miteinander. Dass er sich bei dieser Lehrstunde alle Zeit der Welt lässt, und seinen Film mit aller Gemächlichkeit vorantreibt, macht die ganze Angelegenheit ebenso sympathisch, wie die Gelegenheit, den oftmals unterschätzen Barry Pepper zur Abwechslung mal nicht als GI zu sehen.
„Three Burials” ist keineswegs ein Film für den normalen Western-Fan, genauso wenig aber auch ein sinniger Zeitvertreib für eher Mainstream orientierte Zeitgenossen. Narration, wie auch Intention des Regisseurs sprechen in vielen Teilen klar eine Arthousesprache, die sich zwar in ihrer Dringlichkeit zu beherrschen weiß, aber doch unverkennbar vorhanden ist. Wen dies nicht abstößt, der sollte dringlichst einen Blick riskieren, eine klare Empfehlung aber lässt sich leider nur schwerlich aussprechen. Dazu sind „Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada” in ihrer vermindert unterhaltungsfokussierten Machart einfach zu wenig massentauglich.
Wunderbarer Film, genial unvorhersehbar. Tommy Lee Jones hat sich für seine Idee mit Iñárritu-Writer Arriaga den richtigen Mann fürs Drehbuch geholt und inszeniert die großartige Geschichte wunderbar gegen den Strich. Ein Kino-Erlebnis, das begeistert, weil es so ganz anders ist.
Tommy Lee Jones inszeniert sich und den Film, dass einem (bisher hier nur zwei, huch) Clint Eastwood eigentlich sofort in den Kopf schießen muss. Nun, mit beiden habe ich potentiell Probleme - starke Darsteller, die aber zu leicht reaktionären Stoffen neigen. Und da macht dieser Film keine große Ausnahme.
Jones als Darsteller ist eigentlich zunächst einmal immer stark, wenn man vom Rest absieht, und da gibt es hier auch nichts weiter zu ergänzen. Barry Pepper mochte ich immer sehr gerne und habe mich entsprechend gefreut, dass ihm hier eine echte Hauptrolle zuteil wurde. Pepper macht seine Sache auch gut, aber keineswegs besonders überdurchschnittlich (Aaron Paul hätte das bestimmt genau so gut umgesetzt und wäre vielleicht der frischere Charakter gewesen; oh, 2005 - OK, da war Paul noch zu jung :-)). Während der mir sympathische Pepper gleich mal in seiner Rolle sehr effektiv als das größte Arschloch auf Erden geoutet wird, hängt sich hieran wenig bis nichts auf; welchen Sinn es macht, dem Border-Patrol-Arsch alle Last aufzuerlegen - da wird nicht viel mit Inhalt gekommen, sondern laut geschrien: "Epik! Epik!". Und das alleine ist mir immer etwas wenig. Drumrum gibt es auch einige Skriptschwächen, etwa dass der Border-Patrol-Mann erst nach gefühlten Ewigkeiten darauf hinweist, dass es sich um einen Unfall gehandelt hat (was dann aber auch gleich so gar keine Relevanz haben soll). Ich stehe ja auf gut gemachte Schuld-und-Sühne-Dramen, aber gerade unter diesem Aspekt ist der Film eher unterdurchschnittlich.
Dann kommen noch sehr unsichere Schnitte und Zeitreihenfolge hinzu, die einfach vom fehlenden Regiegespür Jones Beweis ablegen. Das ist schon etwas sehr holprig, weil, wie andere schon angemerkt haben, weder im einzelnen gut inszeniert noch über den ganzen Film mit irgendeiner echten Stoßrichtung versehen.
Dennoch: Darstellerisch, auch in den Nebenrollen (mutig und großartig besetzt: Melissa Leo als Rachel), macht der Film Spaß und hat ganz sicher einige Momente zu bieten. Die erste Hälfte erzählt auch noch etwas dichter die eigentliche Geschichte, während es zum Ende hin immer mal wieder zäh wird. Der Schuld-und-Sühne-Gedanke ist leider zu grob gestrickt und lässt auch etwas intellektuelle Tiefe vermissen. Trotzdem mitunter stark und insgesamt sehenswert.
"Three Burials" ist atmosphärisch sicher ein hochradiges Stück Kunst: Die wunderschönen Landschaftaufnahmen und die liebevoll gestaltete Musikuntermalung sind einfach spitze. Der Film braucht einige Minuten um in Fahrt zu kommen, doch dann kommt viel Spannung auf. Sehr stilvoll und innovativ war auch die Idee, den Mord an Melquiades Estrada aus verschiedenen Blickwinkel aus zu schildern. Gegen Ende verliert der Film meiner Meinung nach etwas an Qualität und bei mir entstanden einige Lücken alles genau nachzuvollziehen: Die Grenzwache gab sich keine bis nur sehr wenig Mühe Pete aufzuspüren und ich fand die brüderliche Freundschaft von Melquiades und Pete nicht wirklich glaubwürdig. Ich hatte das Gefühl, dass mir wieder einmal verzettelt wird, dass die Amerikaner die tollsten Menschen auf der Welt sind und niemals ein Versprechen brechen.
Doch trotzdem: "Three Burials" ist ein äusserst spannender und sehr schön anzusehender Neowestern. Einzigartig und eigenständig. Es gibt nur wenige solche Filme, die auf ihre ganz eigene Art brillieren.
Eigentlich ist es ja ein Mexikaner, der seinem toten Freund das Versprechen hält. Die US-Amerikaner kommen nicht so gut weg. Aber insgesamt stimme ich der Besprechung zu und finde sie gut.
Es war schon immer nichts für Rosa-Brille-Menschen oder leichte Gemüter, einen Film mit oder/und von Tommy Lee Jones zu sehen. Aber in diesem zieht er alle Register. Menschen mit Reizmagen sollten versuchen, nicht mehr als eine Handvoll leicht gesalzenen Popcorns während des Films zu verzehren haha. Nein, mal ehrlich. Erstmal Hut ab vor Barry Pepper. Der war mir bis dato so sympathisch wie ne Virusinfektion, spielt hier aber eine wirklich sehr gute Rolle. Und Tommy "General" Lee Jones ist ... Tommy Lee Jones! Alles andere wäre auch unerträglich. Genau wie das geniale "Im Tal von Elah" hat dieser Film so viele verschiedene Facetten, so viele kleine Denkzettel, so viele Wendungen, das ich trotz der relativ trostlosen Stimmung, die von relativ trostlosen Landschaften umgeben ist, ein ums andere Mal lachen mußte. Man könnte seitenlang über diesen Film schreiben, jedes kleine Detail ausleuchten, aber das würde zuviel verraten. Genau wie "Im Tal von Elah" sehe ich hier die Sehnsucht nach einer Zeit, die es vielleicht nie gegeben hat. Eine Zeit, in der Liebe, Freundschaft, Toleranz und Mitgefühl noch eine Bedeutung hatten. Es geht (nicht nur) um die Gleichgültigkeit und Resignation einer Gesellschaft. Und Rancher Pete Perkins alias T.L. Jones nimmt sich nicht aus, er gehört dazu, er ist nicht besser, aber er hat im Gegensatz zu den meisten anderen noch nicht aufgehört zu kämpfen! Satz des Films: Könnten sie mich bitte erschießen?
Wer immer mal wissen wollte, was es mit dem Begriff "Heldenreise" auf sich hat, der bekommt hier gleich drei präsentiert. Großartig, nach dem ansehen im TV sofort bestellt.
Welchem alternden Schauspieler, der seine besten Zeiten schon lange hinter sich hat, gelingt schon so ein anspruchsvolles Regiedebüt/Comeback? Doch nicht nur mit diesem respektvollem Gedanken im Hinterkopf wird dieser "New Western" zu einem der Besten seines Genres. Der raue und doch melancholische Ton gepaart mit den grimmigen Charakteren, die sich durch das elegische Setting des US/Mexico Grenzgebietes bewegen, und die etwas eigene Erzählweise, machen Three Burials zu einer glaubwürdigen Parabel auf die US-Grenzpolitik und den Umgang der Vereinigten Staaten mit den Menschenrechten.
Ein illegaler Einwanderer verhilft dem alten Hollywood-Haudegen Tommy Lee Jones zu späten Ehren im anspruchsvollen Independent-Sektor. Wie er es schafft, gänzlich unprätentiös und gleichzeitig absolut authentisch darzustellen, verlangt höchsten Respekt. Spannung, Tiefe und düstere Grundstimmung sind nicht provoziert, sondern gewollt präzise und dosiert gesetzt. Jones paßt sich unmerklich der im Großen und Ganzen doch ziemlich unbekannten Crew an, welche jedoch charakterlich fast perfekt passend ausgewählt wurde. In dem Film geht es um Liebe, Freundschaft, Ehre, Loyalität, Schuld und Sühne, sowie ganz banal aber gnadenlos gezeigt, Leben und Tod Gespickt ist dies mit einer bittersüßen Brise Humor der schwärzesten Sorte.
´Three Burials´ wäre der ´Coen-Film´ gewesen, der nie gedreht wurde, an dessen Stelle ´No Country For Old Men´ trat.
So erlebt man ein leises, aber eindringliches Stück Filmgeschichte abseits der Hollywood-Blockbuster-Kultur.
Beeindruckendes und mit hohem Anspruch versehenes Regiedebüt von Tommy Lee Jones, das zu keiner Sekunde leichtgängig anzuschauen ist. Die erste Filmhälfte bestand aus meist nur wenige Minuten dauernden Szenen, die wie wild durcheinander geworfene Puzzleteile agierten und immer zwischen Gegenwart, jüngerer und älterer Vergangenheit hin- und hergeworfen wurden, bis es dann irgendwann einmal ein Gesamtbild ergab. Sehr irritierend aber zugleich faszinierend zu beobachten und echt klasse inszeniert und erzählt, machte aber wie gesagt den Film recht schwierig zu schauen. Die zweite Filmhälfte hingegen ist linear erzählt, war aber keinesfalls leichtgängiger, ganz im Gegenteil. Neben der teils ziemlich schleppenden Erzählweise gaben sich makaber-morbide, bittere, schöne und surreale, ja fast schon verstörende Szenen die Klinke in die Hand. Zudem noch die ganze Zeit dieser depressive und trostlose Unterton, bedingt durch die tragische Geschichte, deren Verlauf und Ausgang aufgrund des unberechenbaren Handelns des vom mal wieder hervorragend auftrumpfenden Tommy Lee Jones gespielten Charakters bis in die letzte Minute hinein ungewiss ist. Und das Ganze wird klasse abgerundet durch wunderschöne Landschaftsaufnahmen aus und vielen interessanten Begegnungen in Mexiko und einen hochinteressanten und kritischen Blick auf die Grenzbeziehung USA-Mexiko.
Absolut sehenswerter, sich in jeder Sekunde jenseits des Mainstreams bewegender Film, der eine interessante und intelligente Geschichte erzählt, klasse Landschaftsaufnahmen, eine total merkwürdige Atmosphäre und mit Tommy Lee Jones, Barry Pepper und January Jones hervorragend agierende Darsteller aufbieten kann, der aber aufgrund seiner ab und an zähflüssigen Erzählweise und schwierig anzuschauenden Szenen, die sich zwar auf gewisse Art innerhalb der Western- und Drama-Grenzen bewegen, aber auf verstörende und faszinierende Weise auch nicht, ziemlich starker und alles andere als leichtgängiger Stoff ist.
Das genaue Gegenteil von einem Mainstreamfilm, genau so wie ich es schätze! Hat mich hier und da an Buñuel erinnert, das schaffen heutzutage nicht mehr viele Filme.
tommy lee jones ist eine wahre größe. aber ich frage mich doch sehr was aus diesem film ohne diese besetzung werden würde...ich meine das thema ist sowohl heikel als auch bis jetzt sehr wenig behandelt, dafür gibt es also einen dicken pluspunkt und auch die idee der 3 begräbnisse ist exelent. allerdings hätte es der film eine stunde gekürzt auch getan...meiner meinung nach eine super idee nur einfach zu langatmig...
Der Film wirkt zuweilen etwas merkwürdig, so als würde er sich selbst nicht ernst nehmen, was mich manchmal etwas irritiert hat. Spannung ist eigentlich auch kaum aufgekommen und von einer "gnadenlosen Hetzjagd" der Grenzpolizei war beim besten Willen nix zu sehen. Die unchronologische und scheinbar auch willkürliche Erzählweise der ersten Hälfte des Films wirkt verwirrend, zumal dieser Stil auch nicht bis zum Ende des Film durchgezogen wird. Die zweite Hälfte wird linear erzählt.
Dennoch gute Aufnahmen und ein guter Tommy Lee Jones. Barry Pepper für mich allerdings eine Fehlbesetzung. In einem (Neo)Western wünsch ich mir verruchtere Charaktere anstelle dieses frischrasierten Schnösels.
Makabre, aber sehr schön ausgedachte Geschichte - der Film ist in manchen Szenen vielleicht etwas langatmig, dafür aber in anderen skurril und zumindest bei meinem Geschmack auch witzig. Die Mischung ist insgesamt wirklich gelungen.
Und untermalt wird alles noch von wunderbaren Landschaftsaufnahmen und prägnanten Charakteren.
Was will man eigentlich mehr
Tolles Drehbuch von Guillermo Arriaga, der sich bereits für die Drehbücher zu den Inarritu-Filmen, Amores Perros, Babel und 21 Gramm, einen Namen gemacht hat.
Tommy Lee Jones in der Hauptrolle ist stark wie nie und inszeniert seinen Film mehr als kompetent.
Die sehr gute Kameraarbeit wäre ebenfalls zu loben.
Three Burials ist ein sehr ruhiger Film, der langsam und leise vor sich hinplätschert und so einige Längen offenbart, die manch einen Zuschauer direkt umschalten lassen. Dennoch hat der Film von Regisseur und Hauptdarsteller Tommy Lee Jones einige Schauwerte zu bieten.
Zum einen wären da die wunderbaren Landschaftsaufnahmen des kargen, aber schönen Grenzgebietes. Dann wäre da noch eine ungewöhnliche Geschichte über einen ungewöhnlichen Mann und seine tiefe Freundschaft zu einem Toten. Und dazu gibt es eine handvoll Charaktere serviert, die nichts ausser ihrer Verlorenheit gemeinsam haben in einem Leben, dass sie sich nicht ausgesucht haben und einem Ort, der nichts bietet um etwas zu ändern.
Um diese Verlorenheit zu verstärken, ist der Film ein wenig ziellos. Die Erkenntnis, dass ihr Leben ziemlich scheiße ist, ereilt so ziemlich jede Figur. Keiner hat etwas, für das es sich wirklich zu Leben lohnt. Selbst der Mythos des toten Estradas wird am Ende demontiert. Doch nur Grenzpolizist Mike und seine Frau sind noch jung genug, ihrer persönlichen Misere zu entrinnen und sich zu ändern. Der Rest macht weiter wie bisher, entwickelt sich kein Stück und steht am Ende genauso da wie am Anfang. Tommy Lee Jones erzählt von traurigen Menschen in einem traurigen Land.
Wer übrigens Probleme mit Leichen hat, sollte Three Burials meiden. Der tote Estrada sieht nämlich nicht mehr so nett aus, wird aber von Perkins regelmäßig gehegt und gepflegt. Das ist manchmal eklig, oft aber auch ziemlich komisch.
Übrigens hasse ich es, wenn auf der Hülle irreführende Pressezitate stehen. Hier wird zum Beispiel von einem "Adrenalinkick" gesprochen, von einem "Pulverfass" und von einem "genialen Western". Und davon stimmt nunmal gar nichts.
Ich hatte die ganze Zeit diesen Geruch im Rüssel..., dieser Melquiades hatte wirklich kein leichtes Begräbnis. Eine skurrile Idee: ein Texaner freundet sich mit einem Mexikaner an und läßt ihn, in den Armen seines vermeintlichen Mörders in sein erfundenes Heimatdorf bringen, zu einer falschen Frau mit Kindern, um ihn dort zu begraben. Die Bilder waren gut, die Charaktere alle deutlich gezeichnet, manche Einfälle überraschend, andere klischeehaft überflüssig. Der schlechte Polizist muß Buße tun. Aber, war das nicht wirklich ein Unfall? Der Cowboy ehrt seinen mexikanischen Freund. Aber füllt man den mit Frostschutzmittel ab und schleppt ihn riechend und saftend durch die Wüste? Die Bullen an der mexikanischen Grenze sind doof und gemein. Braucht man in Amerika keine billigen Arbeitskräfte? Zwei dauerheiße Mädels gehen fremd... einfach so. Sind amerikanische Frauen in texanischen Grenzstädtchen so? Ich mag Tommy Lee Jones, der Film hat mich auch am Bildschirm gehalten, aber schon mit dem Abspann kam ein kleines Bäuerchen, das mich hervorstossen ließ: eigentlich war er nicht schlecht... aber er zog sich ein bisschen und wußte auch nicht richtig... wohin! Tja, ein Wüstenritt eben. Hüa und Grunz!
Das nennt man wohl "keine leichte Kost." Aber misslungen ist der Film auf keinen Fall. Du hast schon recht, die Richtung fehlt schon. Vielleicht spiegelt das aber auch die Charaktere wider. Die sind nämlich allesamt irgendwie auf weiter Flur verloren.
Ein Film der sich meiner Meinung nach vor allem durch grandiose Landschaftsaufnahmen sowie eindrucksvoll gezeichnete Charaktere auszeichnet. Die Geschichte an sich ist eher flach, in eingen Szenen nahezu unglaubwürdig und beinahe unfreiwillig komisch. Zudem fiebert man einer effektvollen Auflösung entgegen, das Ende bleibt aber - wie eben der gesamte Film - unspektakulär.
Das Regiedebüt von Tommy Lee Jones hat hier und da nette Ansätze zu bieten, welche im Endeffekt aber mit dem stellenweise katastrophalen Drehbuch untergehen. Was für mich etwas überraschend kommt, steht als Autor doch Guillermo Arriaga zu Buche, der mit "21 Grams" und "Amores Perros" zwei durchaus überzeugende Arbeiten abgeliefert hat.
In der ersten Hälfte langweilt der Film mit unbedeutenden (vornehmlich weiblichen) Nebenfiguren, bei denen man die ganze Zeit das Gefühl hat, sie seien nur deswegen da weil jetzt irgendwelche Nebencharaktere gezeigt werden müssen. Dementsprechend werden diese Figuren in der letzten Hälfte auch praktisch komplett fallengelassen und ihre angerissenen "Geschichten" nur schnell abgehandelt. Im Gegensatz dazu kommt die Hauptfigur Pete (Tommy Lee Jones) gerade am Anfang deutlich zu kurz, was den Zuschauer bei späteren Handlungen seiner Person aussen vor und etwas irritiert zurück lässt. Denn nachvollziehbar ist Pete's Beziehung zu Melquiades erst zur Mitte des Films.
Den absoluten Tiefpunkt erreicht "Three Burials of Melquiades Estrada" beim Treffen von Pete und Mike (Barry Pepper) mit einem alten, blinden Mann der seinen Lebenswillen verloren hat. Dieser wird äusserst mitleidig inszeniert und bittet die beiden kurz vor ihrer Abreise ihn doch bitte zu töten. In meinen Augen ein absolut unnötiger - und nicht für die Story relevanter Charakter, der nur dazu da ist auf die Tränendrüse zu drücken. So was nenne ich widerliches Anbiedern beim Publikum, das ein gutes Skript überhaupt nicht nötig hat.
Im Stile von "21 Grams" setzt Arriaga auch hier (zumindest am Anfang) auf eine leicht durcheinander-gewürfelte Story was aber nichts zum Film beiträgt. Im Gegenteil: Ich glaube der Streifen wäre sogar besser hätte man linear erzählt. Oder zumindest würde der Zuschauer von Beginn an eine bessere Bindung zu Pete bekommen. Die Verpackung sollte jedenfalls nicht den Inhalt schlechter machen.
Am Ende bleibt die Erkenntnis das Schuld & Sühne einfach schon zigmal besser und atmosphärisch dichter auf der Leinwand behandelt wurden. Positiv sind mir eigentlich nur die gute Kamera (die einen schönen Blick auf Texas und Mexiko verschafft) und die meist überzeugenden Darsteller aufgefallen. Wobei ich Barry Pepper generell öfter in Charakterrollen sehen würde.
Klasse auf den Punkt gebracht, Cannibal. Der Film hatte mich seiner Zeit sooo unglaublich enttäuscht. Die überaus hohen Bewertungen & Kritiken führe ich nur auf Tommy Lee zurück, den alle blind verehren & sich niemand getraut, einen Ansatz von Kritik zu äussern.
Ich glaube , das das Schuld und Sühne-Thema hier nur eine Nebenrolle spielt. Das wäre viel zu einfach und wird dem Film nicht gerecht. Er zeigt viele, sehr viele Facetten unserer dekadent gewordenen Gesellschaft auf, Symptome und Ursachen!
Anspruchsvolles und intelligentes Drama im Stile eines Neo-Westerns, das ohne starken Tobak und rauchende Colts auskommt und stattdessen seine sentimentale sowie abenteuerliche und dramatische Geschichte erzählt, die dank der darstellerischen Leistungen seiner Akteure auch durch so manche staubige, inszenatorische Wüste kommt ohne etwas von seiner Kraft zu verlieren. Dass der Film sich dieses Wüsten mit bedrückten Bildern und teilweise etwas zu gekünstelt wirkenden Szenen und Dialogen selber erschafft, lässt man ihm gerne durchgehen, denn jede Wüste sieht auf den ersten Blick leer und tot aus, auf dem zweiten entdeckt man dass viel Leben darin steckt.
Three Burials - Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada - Kritik
US/FR 2005 Laufzeit 116 Minuten, FSK 16, Western, Drama, Kinostart 08.11.2007
Kritiken (4) — Film: Three Burials - Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada
Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders
Kommentar löschen“Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada” ist kein Meisterwerk, aber ein Film den man sich durchaus mal ansehen kann. Tommy Lee Jones zeigt hier, dass er auch als Regisseur eine gute Figur macht, wenn er auch noch ein gutes Stück von der Klasse eines Clint Eastwoods entfernt ist. Aber der ist ja noch ein paar Jahre älter, so das Tommy Lee Jones noch Zeit hat zu reifen.
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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschenAuch das Regiedebüt von Tommy Lee Jones handelt von Tod, Schuld und Sühne. Die Geschichte um den alternden Cowboy, der seinem mexikanischen Freund einst versprach, seine sterblichen Überreste in dessen Heimat zu bestatten, und dieses Versprechen gleich mit einer Lektion in Demut für den an dessen Tod Verantwortlichen zu verbinden, gewann bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis für das beste Drehbuch. Zudem wurde Tommy Lee Jones gleich noch mit der Auszeichnung für den besten Hauptdarsteller geadelt. Trotz der texanischen Weite, die den Film prägt, trägt Jones Erstling kammerspielartige Züge. Es geht um die Würde eines Menschen, auch im Tod. Es geht um Versprechen, aber auch um Versprechungen. Die Wüste an der mexikanischen Grenze. Ein trostloser, ein heißer Ort, ohne jegliche Perspektive. Die Weite des Horizonts, hier kein Zeichen der Freiheit, sondern der Depression. Stillstand, Gleichgültigkeit, Perspektivlosigkeit. Mitten drin eine Geschichte um Gerechtigkeit und…
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The-Duke: Dukesmovieblog/powermetal/s... The-Duke: Dukesmovieblog/powermetal/s...
Kommentar löschen„Three Burials” ist keineswegs ein Film für den normalen Western-Fan, genauso wenig aber auch ein sinniger Zeitvertreib für eher Mainstream orientierte Zeitgenossen. Narration, wie auch Intention des Regisseurs sprechen in vielen Teilen klar eine Arthousesprache, die sich zwar in ihrer Dringlichkeit zu beherrschen weiß, aber doch unverkennbar vorhanden ist. Wen dies nicht abstößt, der sollte dringlichst einen Blick riskieren, eine klare Empfehlung aber lässt sich leider nur schwerlich aussprechen. Dazu sind „Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada” in ihrer vermindert unterhaltungsfokussierten Machart einfach zu wenig massentauglich.
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JesusQuintana 2011/06/22 22:37:36
Antwort löschennaja für den modernen western-fan doch eigentlich schon finde ich...
Chuchaqui: Critic.de
Kommentar löschenWunderbarer Film, genial unvorhersehbar. Tommy Lee Jones hat sich für seine Idee mit Iñárritu-Writer Arriaga den richtigen Mann fürs Drehbuch geholt und inszeniert die großartige Geschichte wunderbar gegen den Strich. Ein Kino-Erlebnis, das begeistert, weil es so ganz anders ist.
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Kommentare (29) — Film: Three Burials - Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada
Kommentar schreibendbeutner 2012/01/02 16:40:12
Kommentar löschenTommy Lee Jones inszeniert sich und den Film, dass einem (bisher hier nur zwei, huch) Clint Eastwood eigentlich sofort in den Kopf schießen muss. Nun, mit beiden habe ich potentiell Probleme - starke Darsteller, die aber zu leicht reaktionären Stoffen neigen. Und da macht dieser Film keine große Ausnahme.
Jones als Darsteller ist eigentlich zunächst einmal immer stark, wenn man vom Rest absieht, und da gibt es hier auch nichts weiter zu ergänzen. Barry Pepper mochte ich immer sehr gerne und habe mich entsprechend gefreut, dass ihm hier eine echte Hauptrolle zuteil wurde. Pepper macht seine Sache auch gut, aber keineswegs besonders überdurchschnittlich (Aaron Paul hätte das bestimmt genau so gut umgesetzt und wäre vielleicht der frischere Charakter gewesen; oh, 2005 - OK, da war Paul noch zu jung :-)). Während der mir sympathische Pepper gleich mal in seiner Rolle sehr effektiv als das größte Arschloch auf Erden geoutet wird, hängt sich hieran wenig bis nichts auf; welchen Sinn es macht, dem Border-Patrol-Arsch alle Last aufzuerlegen - da wird nicht viel mit Inhalt gekommen, sondern laut geschrien: "Epik! Epik!". Und das alleine ist mir immer etwas wenig. Drumrum gibt es auch einige Skriptschwächen, etwa dass der Border-Patrol-Mann erst nach gefühlten Ewigkeiten darauf hinweist, dass es sich um einen Unfall gehandelt hat (was dann aber auch gleich so gar keine Relevanz haben soll). Ich stehe ja auf gut gemachte Schuld-und-Sühne-Dramen, aber gerade unter diesem Aspekt ist der Film eher unterdurchschnittlich.
Dann kommen noch sehr unsichere Schnitte und Zeitreihenfolge hinzu, die einfach vom fehlenden Regiegespür Jones Beweis ablegen. Das ist schon etwas sehr holprig, weil, wie andere schon angemerkt haben, weder im einzelnen gut inszeniert noch über den ganzen Film mit irgendeiner echten Stoßrichtung versehen.
Dennoch: Darstellerisch, auch in den Nebenrollen (mutig und großartig besetzt: Melissa Leo als Rachel), macht der Film Spaß und hat ganz sicher einige Momente zu bieten. Die erste Hälfte erzählt auch noch etwas dichter die eigentliche Geschichte, während es zum Ende hin immer mal wieder zäh wird. Der Schuld-und-Sühne-Gedanke ist leider zu grob gestrickt und lässt auch etwas intellektuelle Tiefe vermissen. Trotzdem mitunter stark und insgesamt sehenswert.
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WaaayneTrain 2011/11/29 13:28:42
Kommentar löschen"Three Burials" ist atmosphärisch sicher ein hochradiges Stück Kunst: Die wunderschönen Landschaftaufnahmen und die liebevoll gestaltete Musikuntermalung sind einfach spitze. Der Film braucht einige Minuten um in Fahrt zu kommen, doch dann kommt viel Spannung auf. Sehr stilvoll und innovativ war auch die Idee, den Mord an Melquiades Estrada aus verschiedenen Blickwinkel aus zu schildern. Gegen Ende verliert der Film meiner Meinung nach etwas an Qualität und bei mir entstanden einige Lücken alles genau nachzuvollziehen: Die Grenzwache gab sich keine bis nur sehr wenig Mühe Pete aufzuspüren und ich fand die brüderliche Freundschaft von Melquiades und Pete nicht wirklich glaubwürdig. Ich hatte das Gefühl, dass mir wieder einmal verzettelt wird, dass die Amerikaner die tollsten Menschen auf der Welt sind und niemals ein Versprechen brechen.
Doch trotzdem: "Three Burials" ist ein äusserst spannender und sehr schön anzusehender Neowestern. Einzigartig und eigenständig. Es gibt nur wenige solche Filme, die auf ihre ganz eigene Art brillieren.
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Hungerkünstler 2011/12/11 18:31:23
Antwort löschenEigentlich ist es ja ein Mexikaner, der seinem toten Freund das Versprechen hält. Die US-Amerikaner kommen nicht so gut weg. Aber insgesamt stimme ich der Besprechung zu und finde sie gut.
sachsenkrieger 2011/11/18 21:53:12
Kommentar löschenEs war schon immer nichts für Rosa-Brille-Menschen oder leichte Gemüter, einen Film mit oder/und von Tommy Lee Jones zu sehen. Aber in diesem zieht er alle Register. Menschen mit Reizmagen sollten versuchen, nicht mehr als eine Handvoll leicht gesalzenen Popcorns während des Films zu verzehren haha. Nein, mal ehrlich. Erstmal Hut ab vor Barry Pepper. Der war mir bis dato so sympathisch wie ne Virusinfektion, spielt hier aber eine wirklich sehr gute Rolle. Und Tommy "General" Lee Jones ist ... Tommy Lee Jones! Alles andere wäre auch unerträglich. Genau wie das geniale "Im Tal von Elah" hat dieser Film so viele verschiedene Facetten, so viele kleine Denkzettel, so viele Wendungen, das ich trotz der relativ trostlosen Stimmung, die von relativ trostlosen Landschaften umgeben ist, ein ums andere Mal lachen mußte. Man könnte seitenlang über diesen Film schreiben, jedes kleine Detail ausleuchten, aber das würde zuviel verraten. Genau wie "Im Tal von Elah" sehe ich hier die Sehnsucht nach einer Zeit, die es vielleicht nie gegeben hat. Eine Zeit, in der Liebe, Freundschaft, Toleranz und Mitgefühl noch eine Bedeutung hatten. Es geht (nicht nur) um die Gleichgültigkeit und Resignation einer Gesellschaft. Und Rancher Pete Perkins alias T.L. Jones nimmt sich nicht aus, er gehört dazu, er ist nicht besser, aber er hat im Gegensatz zu den meisten anderen noch nicht aufgehört zu kämpfen! Satz des Films: Könnten sie mich bitte erschießen?
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Digit 2011/11/07 15:23:49
Kommentar löschenGuter, stimmungsvoller Film mit Herz... über Stolz, Liebe, Freundschaft und Vergebung..
***kann Spoilern****Allerdings haben mich die Nekromantik Einlagen leicht irritiert, da ging mir die Liebe/Freundschaft ein wenig zu weit.
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Baumkopf Holzfaust 2011/10/25 10:36:23
Kommentar löschenWer immer mal wissen wollte, was es mit dem Begriff "Heldenreise" auf sich hat, der bekommt hier gleich drei präsentiert. Großartig, nach dem ansehen im TV sofort bestellt.
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guilecourier 2011/07/29 12:20:28
Kommentar löschenWelchem alternden Schauspieler, der seine besten Zeiten schon lange hinter sich hat, gelingt schon so ein anspruchsvolles Regiedebüt/Comeback? Doch nicht nur mit diesem respektvollem Gedanken im Hinterkopf wird dieser "New Western" zu einem der Besten seines Genres. Der raue und doch melancholische Ton gepaart mit den grimmigen Charakteren, die sich durch das elegische Setting des US/Mexico Grenzgebietes bewegen, und die etwas eigene Erzählweise, machen Three Burials zu einer glaubwürdigen Parabel auf die US-Grenzpolitik und den Umgang der Vereinigten Staaten mit den Menschenrechten.
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The_Comedian 2011/04/27 20:35:34
Kommentar löschenEin illegaler Einwanderer verhilft dem alten Hollywood-Haudegen Tommy Lee Jones zu späten Ehren im anspruchsvollen Independent-Sektor. Wie er es schafft, gänzlich unprätentiös und gleichzeitig absolut authentisch darzustellen, verlangt höchsten Respekt. Spannung, Tiefe und düstere Grundstimmung sind nicht provoziert, sondern gewollt präzise und dosiert gesetzt. Jones paßt sich unmerklich der im Großen und Ganzen doch ziemlich unbekannten Crew an, welche jedoch charakterlich fast perfekt passend ausgewählt wurde. In dem Film geht es um Liebe, Freundschaft, Ehre, Loyalität, Schuld und Sühne, sowie ganz banal aber gnadenlos gezeigt, Leben und Tod Gespickt ist dies mit einer bittersüßen Brise Humor der schwärzesten Sorte.
´Three Burials´ wäre der ´Coen-Film´ gewesen, der nie gedreht wurde, an dessen Stelle ´No Country For Old Men´ trat.
So erlebt man ein leises, aber eindringliches Stück Filmgeschichte abseits der Hollywood-Blockbuster-Kultur.
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Moe Szyslak 2011/04/10 23:54:24
Kommentar löschenBeeindruckendes und mit hohem Anspruch versehenes Regiedebüt von Tommy Lee Jones, das zu keiner Sekunde leichtgängig anzuschauen ist. Die erste Filmhälfte bestand aus meist nur wenige Minuten dauernden Szenen, die wie wild durcheinander geworfene Puzzleteile agierten und immer zwischen Gegenwart, jüngerer und älterer Vergangenheit hin- und hergeworfen wurden, bis es dann irgendwann einmal ein Gesamtbild ergab. Sehr irritierend aber zugleich faszinierend zu beobachten und echt klasse inszeniert und erzählt, machte aber wie gesagt den Film recht schwierig zu schauen. Die zweite Filmhälfte hingegen ist linear erzählt, war aber keinesfalls leichtgängiger, ganz im Gegenteil. Neben der teils ziemlich schleppenden Erzählweise gaben sich makaber-morbide, bittere, schöne und surreale, ja fast schon verstörende Szenen die Klinke in die Hand. Zudem noch die ganze Zeit dieser depressive und trostlose Unterton, bedingt durch die tragische Geschichte, deren Verlauf und Ausgang aufgrund des unberechenbaren Handelns des vom mal wieder hervorragend auftrumpfenden Tommy Lee Jones gespielten Charakters bis in die letzte Minute hinein ungewiss ist. Und das Ganze wird klasse abgerundet durch wunderschöne Landschaftsaufnahmen aus und vielen interessanten Begegnungen in Mexiko und einen hochinteressanten und kritischen Blick auf die Grenzbeziehung USA-Mexiko.
Absolut sehenswerter, sich in jeder Sekunde jenseits des Mainstreams bewegender Film, der eine interessante und intelligente Geschichte erzählt, klasse Landschaftsaufnahmen, eine total merkwürdige Atmosphäre und mit Tommy Lee Jones, Barry Pepper und January Jones hervorragend agierende Darsteller aufbieten kann, der aber aufgrund seiner ab und an zähflüssigen Erzählweise und schwierig anzuschauenden Szenen, die sich zwar auf gewisse Art innerhalb der Western- und Drama-Grenzen bewegen, aber auf verstörende und faszinierende Weise auch nicht, ziemlich starker und alles andere als leichtgängiger Stoff ist.
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Sigrun 2011/03/24 12:24:33
Kommentar löschenDas genaue Gegenteil von einem Mainstreamfilm, genau so wie ich es schätze! Hat mich hier und da an Buñuel erinnert, das schaffen heutzutage nicht mehr viele Filme.
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Dana Scully 2011/03/01 15:39:58
Kommentar löschentommy lee jones ist eine wahre größe. aber ich frage mich doch sehr was aus diesem film ohne diese besetzung werden würde...ich meine das thema ist sowohl heikel als auch bis jetzt sehr wenig behandelt, dafür gibt es also einen dicken pluspunkt und auch die idee der 3 begräbnisse ist exelent. allerdings hätte es der film eine stunde gekürzt auch getan...meiner meinung nach eine super idee nur einfach zu langatmig...
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madiss 2010/12/16 19:20:44
Kommentar löschenDer Film wirkt zuweilen etwas merkwürdig, so als würde er sich selbst nicht ernst nehmen, was mich manchmal etwas irritiert hat. Spannung ist eigentlich auch kaum aufgekommen und von einer "gnadenlosen Hetzjagd" der Grenzpolizei war beim besten Willen nix zu sehen. Die unchronologische und scheinbar auch willkürliche Erzählweise der ersten Hälfte des Films wirkt verwirrend, zumal dieser Stil auch nicht bis zum Ende des Film durchgezogen wird. Die zweite Hälfte wird linear erzählt.
Dennoch gute Aufnahmen und ein guter Tommy Lee Jones. Barry Pepper für mich allerdings eine Fehlbesetzung. In einem (Neo)Western wünsch ich mir verruchtere Charaktere anstelle dieses frischrasierten Schnösels.
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Hellbilly 2010/10/09 22:21:29
Kommentar löschenMakabre, aber sehr schön ausgedachte Geschichte - der Film ist in manchen Szenen vielleicht etwas langatmig, dafür aber in anderen skurril und zumindest bei meinem Geschmack auch witzig. Die Mischung ist insgesamt wirklich gelungen.
Und untermalt wird alles noch von wunderbaren Landschaftsaufnahmen und prägnanten Charakteren.
Was will man eigentlich mehr
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Scottie Ferguson 2010/10/08 17:27:28
Kommentar löschenGeheimtipp!!!
Tolles Drehbuch von Guillermo Arriaga, der sich bereits für die Drehbücher zu den Inarritu-Filmen, Amores Perros, Babel und 21 Gramm, einen Namen gemacht hat.
Tommy Lee Jones in der Hauptrolle ist stark wie nie und inszeniert seinen Film mehr als kompetent.
Die sehr gute Kameraarbeit wäre ebenfalls zu loben.
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Filmkenner77 2010/09/28 14:01:01
Kommentar löschenGewöhnsbedürftiger Mix aus existenziellem Drama und Neo-Western. Manchmal ein wenig langatmig.
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Klopper 2010/08/25 12:09:04
Kommentar löschenThree Burials ist ein sehr ruhiger Film, der langsam und leise vor sich hinplätschert und so einige Längen offenbart, die manch einen Zuschauer direkt umschalten lassen. Dennoch hat der Film von Regisseur und Hauptdarsteller Tommy Lee Jones einige Schauwerte zu bieten.
Zum einen wären da die wunderbaren Landschaftsaufnahmen des kargen, aber schönen Grenzgebietes. Dann wäre da noch eine ungewöhnliche Geschichte über einen ungewöhnlichen Mann und seine tiefe Freundschaft zu einem Toten. Und dazu gibt es eine handvoll Charaktere serviert, die nichts ausser ihrer Verlorenheit gemeinsam haben in einem Leben, dass sie sich nicht ausgesucht haben und einem Ort, der nichts bietet um etwas zu ändern.
Um diese Verlorenheit zu verstärken, ist der Film ein wenig ziellos. Die Erkenntnis, dass ihr Leben ziemlich scheiße ist, ereilt so ziemlich jede Figur. Keiner hat etwas, für das es sich wirklich zu Leben lohnt. Selbst der Mythos des toten Estradas wird am Ende demontiert. Doch nur Grenzpolizist Mike und seine Frau sind noch jung genug, ihrer persönlichen Misere zu entrinnen und sich zu ändern. Der Rest macht weiter wie bisher, entwickelt sich kein Stück und steht am Ende genauso da wie am Anfang. Tommy Lee Jones erzählt von traurigen Menschen in einem traurigen Land.
Wer übrigens Probleme mit Leichen hat, sollte Three Burials meiden. Der tote Estrada sieht nämlich nicht mehr so nett aus, wird aber von Perkins regelmäßig gehegt und gepflegt. Das ist manchmal eklig, oft aber auch ziemlich komisch.
Übrigens hasse ich es, wenn auf der Hülle irreführende Pressezitate stehen. Hier wird zum Beispiel von einem "Adrenalinkick" gesprochen, von einem "Pulverfass" und von einem "genialen Western". Und davon stimmt nunmal gar nichts.
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derblonde 2010/07/29 12:14:29
Kommentar löschenGut gespielt, eine Kamera, die die schöne Landschaft bestens einfängt, aber ein Film der einfach so vor sich hin plätschert und nicht mitreißt. Gähn.
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pellekraut007 2010/06/12 20:39:02
Kommentar löschenIch hatte die ganze Zeit diesen Geruch im Rüssel..., dieser Melquiades hatte wirklich kein leichtes Begräbnis. Eine skurrile Idee: ein Texaner freundet sich mit einem Mexikaner an und läßt ihn, in den Armen seines vermeintlichen Mörders in sein erfundenes Heimatdorf bringen, zu einer falschen Frau mit Kindern, um ihn dort zu begraben. Die Bilder waren gut, die Charaktere alle deutlich gezeichnet, manche Einfälle überraschend, andere klischeehaft überflüssig. Der schlechte Polizist muß Buße tun. Aber, war das nicht wirklich ein Unfall? Der Cowboy ehrt seinen mexikanischen Freund. Aber füllt man den mit Frostschutzmittel ab und schleppt ihn riechend und saftend durch die Wüste? Die Bullen an der mexikanischen Grenze sind doof und gemein. Braucht man in Amerika keine billigen Arbeitskräfte? Zwei dauerheiße Mädels gehen fremd... einfach so. Sind amerikanische Frauen in texanischen Grenzstädtchen so? Ich mag Tommy Lee Jones, der Film hat mich auch am Bildschirm gehalten, aber schon mit dem Abspann kam ein kleines Bäuerchen, das mich hervorstossen ließ: eigentlich war er nicht schlecht... aber er zog sich ein bisschen und wußte auch nicht richtig... wohin! Tja, ein Wüstenritt eben. Hüa und Grunz!
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mikkean 2010/06/15 16:06:34
Antwort löschenDas nennt man wohl "keine leichte Kost." Aber misslungen ist der Film auf keinen Fall. Du hast schon recht, die Richtung fehlt schon. Vielleicht spiegelt das aber auch die Charaktere wider. Die sind nämlich allesamt irgendwie auf weiter Flur verloren.
macleod 2010/06/11 13:18:55
Kommentar löschenEin Film der sich meiner Meinung nach vor allem durch grandiose Landschaftsaufnahmen sowie eindrucksvoll gezeichnete Charaktere auszeichnet. Die Geschichte an sich ist eher flach, in eingen Szenen nahezu unglaubwürdig und beinahe unfreiwillig komisch. Zudem fiebert man einer effektvollen Auflösung entgegen, das Ende bleibt aber - wie eben der gesamte Film - unspektakulär.
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cannibal83 2010/06/11 10:23:01
Kommentar löschenDas Regiedebüt von Tommy Lee Jones hat hier und da nette Ansätze zu bieten, welche im Endeffekt aber mit dem stellenweise katastrophalen Drehbuch untergehen. Was für mich etwas überraschend kommt, steht als Autor doch Guillermo Arriaga zu Buche, der mit "21 Grams" und "Amores Perros" zwei durchaus überzeugende Arbeiten abgeliefert hat.
In der ersten Hälfte langweilt der Film mit unbedeutenden (vornehmlich weiblichen) Nebenfiguren, bei denen man die ganze Zeit das Gefühl hat, sie seien nur deswegen da weil jetzt irgendwelche Nebencharaktere gezeigt werden müssen. Dementsprechend werden diese Figuren in der letzten Hälfte auch praktisch komplett fallengelassen und ihre angerissenen "Geschichten" nur schnell abgehandelt. Im Gegensatz dazu kommt die Hauptfigur Pete (Tommy Lee Jones) gerade am Anfang deutlich zu kurz, was den Zuschauer bei späteren Handlungen seiner Person aussen vor und etwas irritiert zurück lässt. Denn nachvollziehbar ist Pete's Beziehung zu Melquiades erst zur Mitte des Films.
Den absoluten Tiefpunkt erreicht "Three Burials of Melquiades Estrada" beim Treffen von Pete und Mike (Barry Pepper) mit einem alten, blinden Mann der seinen Lebenswillen verloren hat. Dieser wird äusserst mitleidig inszeniert und bittet die beiden kurz vor ihrer Abreise ihn doch bitte zu töten. In meinen Augen ein absolut unnötiger - und nicht für die Story relevanter Charakter, der nur dazu da ist auf die Tränendrüse zu drücken. So was nenne ich widerliches Anbiedern beim Publikum, das ein gutes Skript überhaupt nicht nötig hat.
Im Stile von "21 Grams" setzt Arriaga auch hier (zumindest am Anfang) auf eine leicht durcheinander-gewürfelte Story was aber nichts zum Film beiträgt. Im Gegenteil: Ich glaube der Streifen wäre sogar besser hätte man linear erzählt. Oder zumindest würde der Zuschauer von Beginn an eine bessere Bindung zu Pete bekommen. Die Verpackung sollte jedenfalls nicht den Inhalt schlechter machen.
Am Ende bleibt die Erkenntnis das Schuld & Sühne einfach schon zigmal besser und atmosphärisch dichter auf der Leinwand behandelt wurden. Positiv sind mir eigentlich nur die gute Kamera (die einen schönen Blick auf Texas und Mexiko verschafft) und die meist überzeugenden Darsteller aufgefallen. Wobei ich Barry Pepper generell öfter in Charakterrollen sehen würde.
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patcharisma 2010/06/11 12:43:35
Antwort löschenKlasse auf den Punkt gebracht, Cannibal. Der Film hatte mich seiner Zeit sooo unglaublich enttäuscht. Die überaus hohen Bewertungen & Kritiken führe ich nur auf Tommy Lee zurück, den alle blind verehren & sich niemand getraut, einen Ansatz von Kritik zu äussern.
sachsenkrieger 2011/11/18 21:59:32
Antwort löschenIch glaube , das das Schuld und Sühne-Thema hier nur eine Nebenrolle spielt. Das wäre viel zu einfach und wird dem Film nicht gerecht. Er zeigt viele, sehr viele Facetten unserer dekadent gewordenen Gesellschaft auf, Symptome und Ursachen!
stuforcedyou 2010/05/11 11:17:21
Kommentar löschenAnspruchsvolles und intelligentes Drama im Stile eines Neo-Westerns, das ohne starken Tobak und rauchende Colts auskommt und stattdessen seine sentimentale sowie abenteuerliche und dramatische Geschichte erzählt, die dank der darstellerischen Leistungen seiner Akteure auch durch so manche staubige, inszenatorische Wüste kommt ohne etwas von seiner Kraft zu verlieren. Dass der Film sich dieses Wüsten mit bedrückten Bildern und teilweise etwas zu gekünstelt wirkenden Szenen und Dialogen selber erschafft, lässt man ihm gerne durchgehen, denn jede Wüste sieht auf den ersten Blick leer und tot aus, auf dem zweiten entdeckt man dass viel Leben darin steckt.
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