Tisch und Bett
Domicile conjugal (1970), FR/IT Laufzeit 93 Minuten, FSK 6, Drama, Komödie
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183 Bewertungen
13 Kommentare
Keine
von François Truffaut, mit Jean-Pierre Léaud und Claude Jade
Antoine Doinel (Jean-Pierre Léaud) und Christine Darbon (Claude Jade) haben geheiratet und teilen fortan Tisch und Bett. Während Christine das Geld nach Hause bringt, versucht sich Antoine in allerlei obskuren Jobs: Er färbt Blumen im Hinterhof oder manövriert Tankschiff-Miniaturmodelle. Christine wird schwanger, aber das hält Antoine nicht davon ab, sich in die aparte Japanerin Kyoko (Hiroko Berghauer) zu verlieben. Einmal mehr muss sich der unentschlossene Antoine entscheiden. Truffauts Film lebt von seiner federleichten und warmherzigen Inszenierung. Sein Held ist in der bürgerlichen Familiewelt angekommen, hat sich aber seine erfrischende Jugendlichkeit und seinen charmanten Wankelmut bewahrt.
Tisch und Bett ist der vorletzte Film des Antoine Doinel Zyklus von François Truffaut. Woody Allen bediente sich für seinen Der Stadtneurotiker vor allem an jener Szenenfolge, in der sich Claude Jade mit ihrer Nachbarin Silvana und Doinel mit seiner Kollegin Monique über ihre Ehe unterhalten. Die Gegenschnitte als ironische Verweise zur überlappenden Schilderung des Partners, die Woody Allen nutzt, greift François Truffaut wiederum im letzten Film Liebe auf der Flucht, vor allem in der Schlußszene zwischen Christine und Colette wieder auf. In einer Szene tritt die Figur des Monsieur Hulot auf.
Die Filme des Antoine Doinel Zyklus:
Sie küßten und sie schlugen ihn
Antoine et Colette
Geraubte Küsse
Tisch und Bett
Liebe auf der Flucht
Mehr Bilder (13) und Videos (7) zu Tisch und Bett
Cast & Crew
- Genre
- Drama, Ehedrama, Komödie, Romantische Komödie, Tragikomödie
- Zeit
- 1970er Jahre
- Ort
- Paris
- Handlung
- Affäre, Alltag, Bordell, Ehebruch, Ehekrise, Ehepaar, Fetisch, Geige, Japaner, Job-Hopping, Kultfilm, Lebensgefühl, Mann-Frau-Beziehung, Musiklehrer, Routine, Scheidung, Schwangerschaft, Seitensprung, Teures Restaurant, Vernachlässigung in der Ehe, Zerrüttete Beziehung
- Stimmung
- Berührend, Gutgelaunt, Romantisch
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Liebe auf der Flucht
Schießen Sie auf den Pianisten
Sie küßten und sie schlugen ihn














Kommentare (12) — Film: Tisch und Bett
David "Noodles" Aaronson Mon, 02 Apr 2012 18:39:08 -0000
Kommentar löschenJean-Pierre Léaud ist als Antoine Doinel im Ehedomizil angekommen. Von der Armee zur ewigen Treue, ein guter Tausch wie ich finde. Claude Jade, Mademoiselle Truffaut wenn man so möchte, ist selbstverständlich erneut dabei, zum ersten mal aber als Madame Doinel.
Antoine bricht wieder alle Herzen, beabsichtigt und unbeabsichtigt, wie beim färben von Blumen geht eben nicht immer alles glatt. Irgendwie zur Strafe muss er dann den wohl sinnlosesten Job in ganz Paris annehmen, ob das eine gute Idee war? Denn leider bricht er nicht nur fremde Herzen, sondern auch das seiner Frau…
Überstilisierter als die anderen Doinelfilme geht Truffaut, gerade bei Nebenfiguren, z.t. weit über die Grenzen einer Karikatur hinaus.
Doch warum auch Bitternis und Trübsal verbreiten, das können andere Regisseure viel besser. Man es geht um die Liebe(!), die Liebe zum Leben, die Liebe zu Leben, die Liebe zu Frauen, die Liebe zu einer Frau - was natürlich alles zusammengehört (selbst wenn die Handlung nicht in Frankreich spielen würde).
-> mittlerer "Tisch und Bett" & "Sie küßten und sie schlugen ihn" SPOILER<-
Dem Ende von "Les Quatre Cents Coups - Sie küßten und sie schlugen ihn" nicht unähnlich, rennt Antoine hier die ganze Zeit gegen eine Stürmische See, ein tosendes Meer welches seine Gefühlswallungen darstellt. Eigentlich ist er unfähig mit dieser (ach was mit DER) großen Naturgewalt fertig zu werden, doch die See ist ein wenig ruhiger geworden, seine Frau Christine ist mehr als nur ein rettender Hafen für ihn. Sie selbst ist zu diesem großen Meer geworden, in welches er eigentlich ohne Furcht eintauchen kann – die notwendige Rettung für ertrinkende.
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David "Noodles" Aaronson Mon, 02 Apr 2012 18:42:59 -0000
Antwort löschenHm, merke gerade, die Assoziationen sind mit mir durchgegangen… Naja, nö bleibt so stehen :)
Dachsman Mon, 02 Apr 2012 21:05:30 -0000
Antwort löschenDen letzten Absatz lese ich wegen der Spoilerwarnung mal nicht. Aber die drei Absatz davor haben auch schon gereicht, mich dazu zu bringen, den Film gerne mal sehen zu wollen. ;)
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David "Noodles" Aaronson Tue, 03 Apr 2012 04:15:05 -0000
Antwort löschenFein. Ist mit einen Kurzfilm aber der vierte Teil im Doinel-Zyklus, kannst du aber auch ohne Kenntnis der vorigen Filme genießen.
Dachsman Tue, 03 Apr 2012 08:40:53 -0000
Antwort löschenHm, "Sie küssten und sie schlugen ihn" kenne ich sogar, vielleicht schiebe ich dann sinniger Weise "Geraubte Küsse" auch noch dazwischen.
hoffman587 Sun, 04 Mar 2012 13:18:47 -0000
Kommentar löschenDomicile conjugal
Truffaut Forever 3/ wisst ihr was Ihr dürft wählen 4 oder 5?
Antoine Doinel. Antoine Doinel. Antoine Doinel. Antoine Doinel. Wie oft könnte ich diese Worte wiederholen Antoine Doinel. Antoine Doinel. Einfach wunderbar und so kämen wir nun also zum bereits dritten Truffaut in Folge, nach dem er auf Pianisten wie immer präzise schoss und uns geraubte Küsse schenkte, bittet er nun uns also zu Tisch und doch zu Bett, ob wir dfieser Versuchung wiederstehen können? Sicher nicht. Und zum vierten Doinel, das nicht zu vergessen , in Francois Truffaut Doinel-Zyklus und so begeistert auch "Tisch und Bett" aus dem Jahre 1970, ein weiterer Grund Truffaut zu lieben und zum Truffautismus überzutreten.
Nachdem Truffaut bereits in "Geraubte Küsse", die Geschichte des jungen Antoine Doinel nach "Sie küssten ihn und schlugen ihn" konsequent weiter erzählte, bleibt auch hier Truffaut seiner Inszenierung treu und erzählt auch hier insofern erneut gekonnt-konsequent. Die Geschichte geht weiter und so zeigt uns Truffaut nun den Alltag des nun doch verheirateten Paares Doinel (Antoine & Christine), das Eheleben mit all seinen Konflikten und Problemen.ob Kind, ob Affäre. Man kämpft mit dem Alltag, und mit aller Kraft. Das Auf und Ab einer Beziehung. Das Eheleben, insofern authentisch, feinfühlig und wie immer charmant gezeigt von Truffaut.
Der Cast bleibt standhaft und die Rollen gleich besetzt. Mein Held Jean-Pierre Leaud mimt erneut den Antone Doinel in Perfektion, Truffauts Alter Ego mit Eleganz und Arroganz und einer gewissen Selbstgefälligkeit. Antoine eigentlich ein Naivling und irgendwie ein Rebell, der nicht erwachsen werden will wie es scheint und so hat er die Liebe nicht in ihren Vollen erfasst, und muss noch lernen was sie zu bedeuten mag. Ein komplexes Wort, wie Liebe. Kurzum wie könnte ich Leaud nicht für diese Rolle lieben, ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Irgendwie ein kleiner Lebenskünstler. Neben ihm, auf der anderen Seite des Ehebettes, erneut Claude Jade, wieder einmal bezaubernd und stets elegant agierend, besonders wichtig dabei Madame, nicht Mademoiselle und so verzaubert sie auch hier mit ihrer natürlichen Aura als Christine. Zudem existiert auch bei "Tisch und Bett" eine gewisse Harmonie /ein lockeres Verhältnis zwischen den zwei Hauptprotagonisten, welches größtenteils stets stark spürbar bleibt, was in dem Punkt dem Ganzen immerhin auch eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Und auch Hiroko Berghauer weiß als Antoine´s "Arbeitkollegin", mit der er eine Affäre beginnt, was Christine gar nicht gefallen mag,...Die Tür steht zum herausschreiten bereit.., zu überzeugen.
Truffaut selbst dabei, von solcher Hochform geprägt wie einst in "Geraubte Küsse", wenn nicht sogar besser, denn immerhin bemerkt man schnell, dass Truffaut hierbei doch weitaus kritischer mit dem Bürgertum ins Gericht geht und mit ihm wenigstens charmant abrechnet und insofern hinterfragt er auch den Alltag des Lebens eines Ehepaares. Ob tragisch, ob dramatisch oder humorvoll Truffaut meistert gekonnt wie auch souverän und verspürt Charme, Esprit und Eleganz wie auch im Vorgänger. Dazu angereichert mit grandios geschriebenen Dialogen, gut pointiert. Die Liebe einer Ehe, ihr Werdegang von Hingebung bis Verblassen. Überall scheinen kleine Fluchten. Truffaut´s Film dabei von einer fast schon ungewöhnlichen Leichtigkeit und Spielfreude geprägt. Wie wundervoll und zugleich amüsant. Wieder einer dieser Gründe, warum man Truffaut auf Ewig lieben könnte. Ganz einfach nur für solche Filme. Witz, Charme, Herz. Da fragt man sich glatt, was Truffauts Film nicht hat, denn auch hier verfolgte ich die Ereignisse des Lebens der Doinels gespannt wie auch fasziniert, gerade dadurch, dass Truffaut auf eine gewisse Glaubwürdigkeit bei seiner konsequenten Weitererzählung setzt, er analysiert präzise insofern seine beide Hauptcharaktere, in Art und Weise. Dabei wird selbstredend auch hier nicht die liebevolle Hommage vergessen, welche sich dieses Mal in Form eines falschen Monsieur Hulot, nett gemacht und schon denken wir an Jacques Tati. Und man zitiert bzw. parodiert auch Kollegen wie Alain Resnais und sein "Letztes Jahr im Marienbad" - fand ich nochmal besonders einprägend und bezaubernd gemacht. Und auch die üblichen Elemente sind vorhanden, es wird gelesen, und heftig telefoniert in Tefelonzellen.
Außerdem bebildert die Kamera exzellent, auch hier stets elegant, treffend und sonst auch mit einem locker-leicht bzw. charmanten Touch gefilmt. Andererseits sollte ich natürlich noch erläutern warum meiner Meinung nach "Geraubte Küsse" in Hinsicht der Bewertung siegt, denn technisch sind sie beide so gesehen ausgezeichnet, so mag der Grund schnell gefunden sein, denn "Geraubte Küsse" riss mich insofern weitaus mehr mit, eines dieser Gefühle im Sinne der Filmkunst, die man kaum mit Worten erfassen kann und erzeugte bei mir eine unbeschreibliche Faszination, zwar mag insofern jene auch bei "Tisch und Bett" existieren, aber doch spüre ich tief in meinem Filmherzen, dass der Vorgänger mich emotional mehr packte, auch wenn "Tisch und Bett" in Aufbau und Struktur erstklassig gemacht ist mit satirischen Seitenhieben, verziert mit einer unscheinbaren Dramatik.
Also bleibt mir letztendlich nur noch zu sagen, dass "Tisch und Bett" ein exzellent inszeniertes und liebenswürdiges Meisterstück des Doinel-Zyklus ist, wie auch der Vorgänger an Charme, Eleganz und Leichtigkeit kaum zu übertrumpfen. Dabei wieder einmal großartig verkörpert in den Hauptrollen von Leaud und Jade. Kurzum: Ganz wunderbar.
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Cellmorbasg Sat, 25 Feb 2012 17:45:39 -0000
Kommentar löschenHier wird liebevoll das Geschehen im Alltagsleben eines Ehepaares erzählt. Umgeben von einer vielseitigen Hinterhofgemeinschaft die ihre kleinen Nebenstränge zur Handlung beiträgt, lebt sich das Paar in eine Beziehung ein, die alsbald wieder in Frage gestellt wird. Der leise Humor des Films trägt die eigentlich banale Handlung eines Ehelebens über die Zeit, die Liebesgeschichte schwankt zwischen Problemen und Idealisierungen und kommt zu einem charmanten Abschluss der dem Film sein folgerichtiges Ende gibt.
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8martin Wed, 22 Feb 2012 12:23:44 -0000
Kommentar löschenTeil III des Antoine Doinel Zykluses!
Teil I: Sie küssten und sie schlugen ihn
Teil II: Geraubte Küsse
Alltag im Hinterhof mit einigen skurrilen Vertretern, Ort der Handlung des Ehe-alltags des frisch verheirateten Antoine. Sie (Claude Jade) legt Wert darauf, mit ’Madame’ angeredet zu werden. Er ist chaotisch und hat kein Verhältnis zum Geld. Elternfreuden! Antoine posiert als Vater. Heimlichkeiten, Streitereien, ein
Seitensprungversuch mit ’Madame Butterfly’. Antoine trifft Schwiegervater im Bordell und kopiert das Verhalten eines Nachbarn. Der bemerkt bezüglich der Doinels ’Jetzt lieben sich die beiden wirklich’. Ein Ende mit ironischer Distanz. Doch noch besteht das ’Ehe-domizil’ pro forma.
Nach so vielen Jahren ist der Film immer noch recht unterhaltsam, trotz mancher Längen. Aber genug Platz für eine wundervolle Hommage an Jacques Tati, alias Monsieur Hulot.
Die Dialoge sind echt realis-tisch und haben kaum an Aktualität eingebüßt. Auch Humor blitzt schon mal auf, etwas leise, nicht marktschreierisch.
Truffaut zeigt viel Verständnis für die weibliche und männliche Psyche. Beide Seiten sind mit unterschiedlichen Erwartungen unterwegs in dieser Entwicklung.
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Benni-THE-KING Tue, 21 Feb 2012 12:27:14 -0000
Kommentar löschenBesser als Geraubte Küsse. Voller Charme und Witz. Macht Lust aufs Heiraten. Das ist doch mal eine Leistung!!! Könnte aber natürlich auch nur an Claude Jade liegen. Das mit dem heiraten jetzt.
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Benjamin W. Mon, 20 Feb 2012 21:34:00 -0000
Kommentar löschenEin geduldiges, entspanntes, feinfühliges, elegantes, humorvolles, ein ganz und gar wunderschönes Stück Film. Truffaut, zu dem ich bisher ein ambivalent-skeptisches Verhältnis hatte, inszeniert mit einer unglaublichen Leichtigkeit, er inszeniert ungemein konzentriert und gelassen zugleich, sein Blick auf die titelgebende eheliche Wohnung ist ein ehrlicher, realistischer, der keine Banalität des Alltags auslässt und doch ungeheuer fasziniert, sein Witz ist ein leichter, subtiler, dabei auch ein oftmals urkomischer (Claude Véga als "l'étrangleur"), sein gesamter "Domicile conjugal" ein schlichtweg grandioses Kunstwerk.
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cannibal83 Tue, 05 Oct 2010 15:57:19 -0000
Kommentar löschenWitzige und gleichzeitig realitätsnahe "Aufarbeitung" der Paarbeziehung. Das absolute Meisterwerk sehe ich in "Tisch und Bett" nicht, ein guter Film ist Truffaut aber auch hier gelungen.
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sknoke Thu, 09 Jul 2009 12:14:00 -0000
Kommentar löschenGestern stürzte ich mich auf Truffauts "Domicile conjugal". Ich ahnte noch nicht, dass ich mich verlieben würde, doch das einmalige Kinogespann um Truffaut, Léaud und Claude Jade vollbrachte es innerhalb von Minuten den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Das Schwarz-Weiß aus "Les quatre cents coups" ist dem strahlenden Eastmancolor gewichen und lässt allen Ballast zurück. Dieser Film ist die vollendete Leichtigkeit. Wie ein Kind tobt sich Truffaut hier aus und erzählt in einer fast episodenhaften Struktur von Antoines (Jean-Pierre Léaud) Leben als jungem Erwachsenen. Dieser, mittlerweile verheiratet mit seiner Jugendliebe, der bildhübschen Christine (Claude Jade), ist noch immer ganz der Träumer, der nicht weiß, wohin ihn das Leben treibt, der sich nicht anpasst, der zitiert, dichtet und so gedankenverloren ist, wie der Film selbst.
Ein Film, wie der naive Tagtraum eines jungen Verliebten, den Truffaut mit den langen Beinen seiner Hauptdarstellerin beginnt. Er weiß genau, was für die Kamera bestimmt ist und erhält dabei doch den Eindruck, alles passiere ganz von alleine, so als müssten wir uns glücklich schätzen genau in diesem Augenblick zuzuschauen. Ginge es nur um die Handlung, Antoine betrügt Christine mit einer Japanerin, so könnte man einige Momente sicherlich streichen, doch zum Glück ist "Domicile conjugal" mehr als eine Reise von A nach B, er ist mehr wie ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben und das verläuft in den seltensten Fällen nach einem klaren Schema.
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Felixco Tue, 09 Jun 2009 23:44:11 -0000
Kommentar löschenZauberhaft hell und leicht. Truffaut setzt konsequent zeitlos die "gestohlenen Küsse" fort, bittersüß und die Poesie der Prosa vorziehend: Claude Jade und Jean-Pierre Léaud, seine 1968 lebendig gewordenen Lebensabbildungen idealisierter Entwürfe und zugleich seine vorläufig beständigen Prognosen, versuchen sich hier in der bürgerlichen Ehe. Der Zauberer Truffaut liefert zwei Jahre nach dem Pariser Mai in einem skurrilen und bei aller Ironie stets zärtlichem Panoptikum ein Lösungsmodell; es ist hier das [zumeist komische] Gespenst der rettenden Flucht in die bürgerliche Ehe.
Caude Jade, seine hier eindeutige Heldin und den Anachronismus Antoine Doinel verdrängende Muse, verweist bereits zu Beginn die Marktverkäufer darauf, dass sie nicht mehr als Mademoiselle sondern als Madame angesprochen werden will und ihr Mann färbt im Hinterhof Blumen auf der Suche nach dem absoluten Rot; weiße Nelken, von denen eine immer ihre ursprüngliche Farbe behält, bis sie bei einem Experiment verbrennen. Nach etlichen (Ehe)alltags-Miniaturen kommt nach dem absoluten Rot [die Farbe, die Christine schon im Vorgängerfilm trug] die Farbe Gelb ins Spiel in Gestalt einer nie lächelnden Mademoiselle Butterfly ("kyoko ist keine andere Frau, Kyoko das ist...ein anderer Kontinent"). Und als ihr Vater ihrem Mann eine gelbe Badeente schenkt, weiß Christine, dass Antoine für leblose Dinge nichts übrig hat obgleich er überhaupt nichts gegen die Farbe Gelb hat.
Was macht nun Claude Jade, die Frau mit den laut New York Times schönsten Augen des Jahres 1970, in einem Akt der verzweifelten Annäherung zur wahren Butterfly? Sie steckt sich lange Stäbe ins Haar, zieht sich einen Kimono an und schminkt sich als Geisha. Dabei will Antoine vielleicht nur, dass sie nach der Bettlektüre im Schlaf ihre Brille aufbehält.
Großes Kino und für jeden, der am Kino interessiert ist oder sich sogar cinephil [kinobegeistert] nennt, bleibt "Tisch und Bett" auch über die folgenden Jahrhunderte für alle Zeiten Pflicht und Kür zugleich.
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Bennilein Sun, 22 Mar 2009 22:23:31 -0000
Kommentar löschenHinreißendes Kino - in seiner reinsten Form. Ein Film, an dem sich nahezu alle anderen messen lassen MÜSSEN.
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annaberlin Wed, 08 Oct 2008 08:45:29 -0000
Kommentar löschenWer sich für das französische Kino und Truffaut interessiert, der muss Tisch und Bett gesehen haben. Dieses zeitlose Ehedrama spricht von den grundlegenden Ängsten in einer Beziehung, aber ist trotz seiner Thematik der scheiternden Ehe von solch einer Leichtigkeit durchdrungen, dass er immer wieder Freude macht.
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Darbon Fri, 02 May 2008 17:10:21 -0000
Kommentar löschenEin Ehefilm voller Leichtigkeit, mit wunderbaren Alltagsminiaturen und einer bezaubernden Claude Jade als bessere Hälfte eines der langlebigsten Paare des Kinos.
Henri Langlois, der nicht nur aus politische und historischen Gründen "wichtigste Filmliebhaber aller Zeiten" und Begründer der "Cinémathèque française", bat 1968 nach der Premiere der ihm gewidmeten "Geraubte Küsse" François Truffaut um eine Fortsetzung. Er würde gern sehen, wie es mit Jean-Pierre Léaud und Claude Jade weitergeht. Zwei Jahre später entstand dieses kleine, feine Meisterwerk, den Vincent Canby (New York Times) als "most loveliest, most intelligent movie we'll see in all of 1971" lobte.
Einfallsreich und ironisch wird der Ehealltag von der hinreißenden Farbphotographie Néstor Almendros' bebildert. Wir folgen Claude Jades Beinen auf den pittoresken Pariser Hinterhof vorbei an skurrilen Hausbewohnern und ins Treppenhaus mit den sonderbaren Nachbarn. Und auch in diese schnell vertraute riesige Wohnung, in der bald aus sich öffnenden Tulpen kleine Zettel mit Botschaften der japanischen Geliebten des Traumtänzers Antoine fallen ("Wenn ich Selbstmord begehen würde, dann am liebsten mit dir"). Die Szene, in der Claude Jade - herzzerreißend als Geisha verkleidet - hinter einem Tischchen kniend den heimkommenden Gatten erwartet, ist legendär. Ernst Lubitsch grüßt aus der sanftesten Nähe, wenn Claude Jade anschließend ihre Unterwäsche im Geigenkasten versteckt.
Der Film hätte mit dem Ehebruch ein Drama werden können, doch Truffaut nutzt das ganze komische Potenzial des Paares, ohne es jeh lächerlich zu machen. Ein Film, der Kommunikationsmittel fein analysiert und schließlich auch den ersten Schritt zur Versöhnung nicht das Paar untereinander ausmachen lässt, sondern durch zwei parallele Diskussionen: jene von Antoine mit einer Kollegin und jene von Christine mit ihrer Nachbarin. Woody Allen fand an dieser Szenenfolge so viel Gefallen, dass er sie für "Annie Hall" übernahm.
Zeitlos.
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