Tisch und Bett

Domicile conjugal, IT, FR 1970

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8.1

Ausgezeichnet

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Kritiker: 7.1

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Genre
Romantische Komödie, Ehedrama, Drama
Inhalt

Antoine Doinel hat inzwischen seine Jugendliebe, die Geigerin Christine Darbon geheiratet. Da er kein festes Einkommen hat, hält er sich mit teils abstrusen Jobs wie beispielsweise dem Verkauf selbst gefärbter Blumen über Wasser. Christine, die ein… Mehr

Cast
Jean-Pierre Léaud, Claude Jade, Hiroko Berghauer, Barbara Laage, Danièle Girard, Daniel Ceccaldi, Claire Duhamel Mehr
Regisseure
François Truffaut
Autoren
François Truffaut, Claude de Givray, Bernard Revon
Laufzeit
93 Minuten

Über diesen Film

Handlung

Antoine (Jean-Pierre Léaud) und Christine (Claude Jade) sind nun schon seit einiger Zeit verheiratet. Sie wohnen in geselliger Nachbarschaft in einem alten Wohnhaus, in dem Christine privaten Violinenunterricht erteilt und in de… Mehr

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Kommentare — Ausgezeichnet 8.1

Der Film Tisch und Bett wurde von 7 Mitgliedern bewertet.

sknoke

Bewertung10.0Lieblingsfilm

Gestern stürzte ich mich auf Truffauts "Domicile conjugal". Ich ahnte noch nicht, dass ich mich verlieben würde, doch das einmalige Kinogespann um Truffaut, Léaud und Claude Jade vollbrachte es innerhalb von Minuten den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Das Schwarz-Weiß aus "Les quatre cents coups" ist dem strahlenden Eastmancolor gewichen und lässt allen Ballast zurück. Dieser Film ist die vollendete Leichtigkeit. Wie ein Kind tobt sich Truffaut hier aus und erzählt in einer fast episodenhaften Struktur von Antoines (Jean-Pierre Léaud) Leben als jungem Erwachsenen. Dieser, mittlerweile verheiratet mit seiner Jugendliebe, der bildhübschen Christine (Claude Jade), ist noch immer ganz der Träumer, der nicht weiß, wohin ihn das Leben treibt, der sich nicht anpasst, der zitiert, dichtet und so gedankenverloren ist, wie der Film selbst.

Ein Film, wie der naive Tagtraum eines jungen Verliebten, den Truffaut mit den langen Beinen seiner Hauptdarstellerin beginnt. Er weiß genau, was für die Kamera bestimmt ist und erhält dabei doch den Eindruck, alles passiere ganz von alleine, so als müssten wir uns glücklich schätzen genau in diesem Augenblick zuzuschauen. Ginge es nur um die Handlung, Antoine betrügt Christine mit einer Japanerin, so könnte man einige Momente sicherlich streichen, doch zum Glück ist "Domicile conjugal" mehr als eine Reise von A nach B, er ist mehr wie ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben und das verläuft in den seltensten Fällen nach einem klaren Schema.

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Felixco

Bewertung10.0Lieblingsfilm

Zauberhaft hell und leicht. Truffaut setzt konsequent zeitlos die "gestohlenen Küsse" fort, bittersüß und die Poesie der Prosa vorziehend: Claude Jade und Jean-Pierre Léaud, seine 1968 lebendig gewordenen Lebensabbildungen idealisierter Entwürfe und zugleich seine vorläufig beständigen Prognosen, versuchen sich hier in der bürgerlichen Ehe. Der Zauberer Truffaut liefert zwei Jahre nach dem Pariser Mai in einem skurrilen und bei aller Ironie stets zärtlichem Panoptikum ein Lösungsmodell; es ist hier das [zumeist komische] Gespenst der rettenden Flucht in die bürgerliche Ehe.

Caude Jade, seine hier eindeutige Heldin und den Anachronismus Antoine Doinel verdrängende Muse, verweist bereits zu Beginn die Marktverkäufer darauf, dass sie nicht mehr als Mademoiselle sondern als Madame angesprochen werden will und ihr Mann färbt im Hinterhof Blumen auf der Suche nach dem absoluten Rot; weiße Nelken, von denen eine immer ihre ursprüngliche Farbe behält, bis sie bei einem Experiment verbrennen. Nach etlichen (Ehe)alltags-Miniaturen kommt nach dem absoluten Rot [die Farbe, die Christine schon im Vorgängerfilm trug] die Farbe Gelb ins Spiel in Gestalt einer nie lächelnden Mademoiselle Butterfly ("kyoko ist keine andere Frau, Kyoko das ist...ein anderer Kontinent"). Und als ihr Vater ihrem Mann eine gelbe Badeente schenkt, weiß Christine, dass Antoine für leblose Dinge nichts übrig hat obgleich er überhaupt nichts gegen die Farbe Gelb hat.

Was macht nun Claude Jade, die Frau mit den laut New York Times schönsten Augen des Jahres 1970, in einem Akt der verzweifelten Annäherung zur wahren Butterfly? Sie steckt sich lange Stäbe ins Haar, zieht sich einen Kimono an und schminkt sich als Geisha. Dabei will Antoine vielleicht nur, dass sie nach der Bettlektüre im Schlaf ihre Brille aufbehält.

Großes Kino und für jeden, der am Kino interessiert ist oder sich sogar cinephil [kinobegeistert] nennt, bleibt "Tisch und Bett" auch über die folgenden Jahrhunderte für alle Zeiten Pflicht und Kür zugleich.

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Bennilein

Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hinreißendes Kino - in seiner reinsten Form. Ein Film, an dem sich nahezu alle anderen messen lassen MÜSSEN.

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