Todesspiel

Todesspiel (1997), DE
Laufzeit 177 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Drama

6.8 Kritiker
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7.2 Community
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5 Kommentare
Todesspiel - Bild 6423587
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von Heinrich Breloer, mit Hans Brenner und Sebastian Koch

Nur wenige Ereignisse in der westdeutschen Nachkriegsgeschichte haben einen so nachhaltigen Eindruck in der Gesellschaft hinterlassen wie die dramatischen Wochen des “Deutschen Herbst 1977”. Die Geiselnahme des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer durch die RAF am 5. September und die Entführung der Lufthansa-Maschine “Landshut” am 13. Oktober durch ein palästinensisches Terrorkommando hielten die Bundesrepublik sechs Wochen lang in Atem. Dieses wichtige, längst nicht vollständig aufgearbeitete Kapitel deutscher Geschichte, hat Heinrich Breloer in einer dokumentarischen Filmerzählung aufgearbeitet. Mit inszenierten Spielszenen, gestützt durch Originaldokumente und Schilderungen beteiligter Akteure, erinnert Heinrich Breloer im dem zweiteiligen Fernsehfilm “Todesspiel” an die Geschehnisse jener 45 Tage. Die von den Kontrahenten als Bürgerkrieg erlebte Auseinandersetzung drohte die anscheinend gefestigte deutsche Nachkriegsdemokratie in eine schwere Krise zu stürzen. Mit der Entführung Hanns Martin Schleyers wollte das Kommando der zweiten Generation der Roten Armee Fraktion (RAF) die zu lebenslangen Haftstrafen verurteilten Mitglieder der ersten Generation wie Baader, Ensslin und Raspe freipressen. Doch die Rechnung ging nicht auf. Bundeskanzler Helmut Schmidt gab nicht nach. Nach wochenlangen, erfolglosen Verhandlungen zwischen Regierung und Geiselnehmern entführten palästinensische Terroristen die Lufthansamaschine “Landshut” mit 86 Urlaubern an Bord – zur Unterstützung der RAF. Fünf Tage dauerte der Irrflug von Palma über Rom, Dubai, Aden mit Ziel Mogadischu. Am Ende befreite die GSG 9 alle Flugzeuggeiseln und die Besatzung unversehrt.


Cast & Crew


Kommentare (5) — Film: Todesspiel

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doctorgonzo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wenn ein Mann wie Heinrich Breloer sich auf dem heimischen Parkett Doku Drama bewegt, dann darf man berechtigterweise eine eindringliche Beleuchtung des jeweiligen Themas erwarten.
So auch hier und man wird nicht enttäuscht.
Mit einem auf den Punkt ausgewählten Cast, stillen, aber bewegenden Bildern und einer wahrlich beklemmenden Aura läßt er den `Deutschen Herbst´ beinahe minutiös Revue passieren.
Der Wechsel von Spielszenen, Interviews und Berichten ist zeitlich und inszenatorisch solide, nicht kreativ oder außergewöhnlich gut, aber zweifellos ordentlich.

Wenn Leute wie Gabi Dillmann, Wegener, oder Angehörige der Opfer zu Wort kommen, verspürt man, angesichts der gleichzeitigen Nähe und Distanz zu den Geschehnissen, schon ein Gefühl irgendwo zwischen Gänsehaut und Kloß im Hals.

Aber, und das ist das Positivste an diesem Werk, darum geht es dem Film nicht. Es soll nicht schockiert, sondern vielmehr informiert werden. Über Ereignisse, die vielen von uns ewig weit weg erscheinen, aber für den Verlauf der Geschichte vielleicht einen Wimpernschlag zurückliegen. Über Ereignisse, die einen ganz morbiden Reiz haben. Über Ereignisse, die trotz ihrer eigenen Markanz ebensowenig von einer Romantisierung und Idealisierung verschont blieben wie zahlreiche andere Fälle in den letzten 100 Jahren Weltgeschichte, im Guten wie im Negativen.

Breloer zeichnet die 50 Tage gleichermaßen klinisch wie lebendig und läßt das subtile Grauen vornehmlich in den Köpfen der Zuschauer frei. In den Köpfen der Zuschauer, die sich bewußt damit beschäftigen.

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Herr Marcus

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Bewertung9.0Herausragend

Das definitive Dokument des deutschen Herbstes. Meisterhafte Darsteller - allen voran Sebastian Koch und eine virtuose Inszenierung von Meister Breloer. Im Vergleich dazu ist es geradezu peinlich, was man aus "Baader Meinhof Komplex" gemacht hat.

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feininger75

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Heute in der SZ: Auf dem Filmfest München werden Filme einer neuen Generation zum Thema '68er gezeigt. Allen voran Christoph BAch als Rudi Dutschke in dem gleichnamigen Film von Stefan Krohmer. Wird auch Zeit dass mal ein paar andere als Eichinger/Edel die Vergangenheit deuten.


Iwan Goratschin

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein bedeutsames Thema in seiner Verbindung einer Dokumentation mit einem Thriller hervorragend gemacht - und ich kenne auch noch einen der Passagiere, daher für mich von besonderer Bedeutung.

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Ferdinand

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Bewertung7.0Sehenswert

Interessantes Doku-Drama, wobei bei den Spielszenen manchmal etwas dick aufgetragen wurde.

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Volker

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Bewertung9.5Herausragend

Mitreissend. Wenn die Stewardess der "Landshut" spricht, muss man fast heulen.

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