Tony Takitani

Tony Takitani (2004), JP
Laufzeit 76 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 09.06.2005

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4.3 Kritiker
4 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.5 Community
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von Jun Ichikawa, mit Issei Ogata und Rie Miyazawa

Tony Takitani hatte eine einsame Kindheit. Seine Mutter starb wenige Tage nach seiner Geburt, und sein Vater verbrachte mehr Zeit mit seiner Jazzband als mit seinem Sohn. Einsamkeit schien für Tony ein natürlicher Zustand zu sein. Auch sein amerikanischer Vorname isolierte Tony von seinen Mitmenschen. In der Schule widmete er sich mit besonderer Hingabe der Kunst, eine Leidenschaft, die ihn später zu einem Studium an der Kunstakademie führte. Daran gewöhnt, allein zurechtkommen zu müssen, schien Tony das Aufkommen von Gefühlen für irrational, ja für ein Zeichen von Unreife zu halten. Eines Tages jedoch begegnet Tony Eiko, verliebt sich in die attraktive, junge Frau und heiratet sie wenig später. Sein Leben verändert sich dadurch grundlegend: Zum ersten Mal erlebt Tony das Glück von Nähe und Geborgenheit. Zwar fühlt er sich jetzt lebendiger denn je, aber er fürchtet sich nun auch davor, wieder einsam zu sein – denn erst jetzt wird ihm bewusst, was Einsamkeit überhaupt bedeutet und wie leer sein Leben ohne Eiko war…


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Tony Takitani

Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten

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3.0Schwach

Dies ist die Geschichte eines einsamen Zeichners, der ohne Mutter aufgewachsen ist, der vom Vater, einem Jazzmusiker, vernachlässigt wurde und dessen geliebte Frau einen Tick hat: Sie kauft ständig teure Klamotten und Schuhe. Als er sie bittet, ihrer Sucht abzuschwören und mal eine Pause in Sachen Shopping einzulegen, stürzen beide ins Unglück.

So interessant die Idee klingt, so wenig hat Jun Ichikawa daraus gemacht. Der weibliche Modewahn bleibt als Phänomen unbearbeitet im Raum stehen, und der Versuch, das Innenleben des armen Witwers Tony Takitani in Bilder zu kleiden, scheitert, denn in ihm ist wenig mehr als ganz viel Leere.

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Kommentare (2) — Film: Tony Takitani

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Bewertung5.0Geht so

tja, jetzt muss ich mal nachdenken.

ruhe im film und sanfte inszenierung find ich per se gut. das hat auch dieser film zu genüge. und bis etwa minute 40 ist alles total stimmig. aber mit einem mal wirds langweilig. unendlich langweilig und langatmig.

hr aufgabe bleibt dabei: japanisches kino ist nicht seins!

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Stefan Ishii

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Tony Takitani" ist die Verfilmung einer gleichnamigen Kurzgeschichte vom japanischen Autor Haruki Murakami. Von Murakamis Werken wurde bisher nur wenig in Filme verwandelt, was ich persönlich als sehr schade finde, da ich sein Werk sehr schätze. Aber nächstes Jahr soll ja "Norwegian Wood", einer meiner Lieblingsromane von Murakami, in die Kinos kommen...

Als ich "Tony Takitani" das erste mal las, fand ich es garnicht so überragend. Inzwischen sehe ich das anders: Die Erzählung zählt zu Murakamis besten Kurzgeschichten. Ich brauchte wohl erst etwas Abstand, um diese Geschichte wirklich wertzuschätzen. Außerdem haben mich Romane einfach immer mehr interessiert als Kurzgeschichten.

Tja, nun also zur Verfilmung... Bei Verfilmungen ist es ja immer etwas problematisch; insbesonderse wenn man die Vorlage so sehr mag, wie ich in diesem Fall. Aber "Tony Takitani" von Jun Ichikawa hat mich mehr als überzeugt. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, das dies eine der besten Literaturverfilmungen überhaupt ist. Was Jun Ichikawa hier geschaffen hat, ist ganz einfach "Poesie in Bildern", literarisches Kino der Meisterklasse. Der Regissuer versteht einfach sein Handwerk. Das merkt man bei jeder Szene von neuem...

Es ist einfach grandios wie der Film die Geschichte erzählt (obwohl ich mir vorstellen kann, dass es nicht jedem so geht). Man ist als Zuschauer dazu aufgefordert, "zwischen den Bildern" zu sehen, um die Ereignisse zu begreifen.

Die Kombination der Bilder mit der Musik ist so unglaublich schön. Wie die Kamera die Figuren zeigt grandios. Die Verschmelzung einzelner Sätze des Erzählers mit den Dialogen einfach toll. "Tony Takitani" hat mich sowohl inhaltlich wie auch stilistisch komplett begeistert.

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