Als bekennender Hitch-Fan hat mich dieser Film enttäuscht. Ihm fehlt der charakteristische Spirit, der seine Spitzenwerke auszeichnet. Der Meister scheint irgendwie nicht bei der Sache, der Humor fehlt völlig und der minderbegabte Hauptdarsteller lässt ihn böse im Regen stehen. Der Vorgänger-Film Der zerrissene Vorhang, auch ein Spionage-Mätzchen der schlechteren Art, krankte ja bereits am fehlbesetzten Paul Newman. Dieser Robert Stack, eigentlich ein Tscheche mit einem unausprechlichen Namen, von Hause aus promovierter Chemiker und Lebemann und irgendwie durch Zufall und aus Langeweile zum Film gekommen, stolziert wie ein Fleisch gewordener Nussknacker durch die Kulissen und bricht dennoch die Herzen der stolzesten Frauen. Kurios und irgendwann langweilig. Cary Grant wird schmerzlich vermisst. Immerhin beschert uns die schöne Karin Dor eine der ästhetisch ausgeklügelsten Sterbeszenen der Filmgeschichte. Die 4 Punkte gibt es nur wegen ihr. Hitch hatte zudem mächtig Trouble mit der Produktionsfirma, erkennbar an den drei unterschiedlichen Finale-Versionen. Immer tödlich für einen Film.
Recht ruhiger und teilweise verwirrender Spionage-Thriller Hitchcocks. Der Film konzentriert sich dabei nicht nur auf einen Handlungstragenden Helden und verzichtet weitesgehend auch auf Action-Elemente, worunter der Unterhaltungswert teilweise leidet, dem Werk aber einen realistischeren Anstrich verleiht. Leider bleiben auch die meisten Protagonisten relativ blass und oberflächlich, was an den (zu-)vielen für die Story relevanten Charakteren liegen mag. Sehr akribisches und irgendwie technisches Werk Hitchcocks, bei dem er Augenscheinlich mehr Wert darauf legt, die Methoden und Verhaltensweisen von Agenten/Geheimdiensten zur Zeit der Kubakrise zu analysieren, als eine atmosphärische, spannende Geschichte zu erzählen.
Kein Wunder, dass diese deutsche Fassung noch immer als verworren beschrieben wird. In der 17 Minuten längeren Version, die es nur auf englisch gibt, kommt das Dilemma des Familienmenschen und Agenten Devereaux mehr zur Geltung und wird somit der eigentlichen Synopsis - ein Kalter-Kriegs-Beamter opfert die Geliebte und fast den Mann seiner Tochter - gerecht. Das aus Blödianen rekrutierte Testscreening* hat 1969 eine Kürzung verlangt und Hitch hat sich danach entsprechend distanziert. Seinen 1999 veröffentlichten Director's Cut hat das deutsche Fernsehen noch nicht gezeigt. Peinlich, wenn hierzulande jeder Tortureporn etliche Extras erhält.
*die Testscreening-Reaktionen auf "Topas" sind in jeder guten Filmbibliothek oder in Museen nachzulesen.
Für einen Hitchcock wohl etwas zu seicht, für einen Spionagefilm aber durchaus maßgebend. Da mal ein Agent, hier mal eine Minikamera, dort mal Geheimversteck - das wird dem gewählten Thema gerecht. Zugegeben, es hapert manchmal an Spannung, was letztlich auch eine Höchstwertung verhindert, aber als Genrefilm betrachtet ist das gut. Fans des Master of Suspense werden wohl etwas enttäuscht sein, weil es ja schon arg von Hitchcocks Stil abweicht, unabhängig davon gesehen hat "Topas" aber Qualität.
Spionagethriller, der zu den schwächeren Werken Hitchcocks zählt und sowohl bei Publikum wie bei Kritikern nicht gut ankam. Eine lang und teilweise auch langatmig und umständlich erzählte Spionagestory, der das typische Flair eines Hitchcock-Films fehlt. Nur ansatzweise schimmert das Können des Ausnahmeregisseurs durch, der zwei Jahre später mit "Frenzy" ein letztes Mal sein ganzes Können zeigte, ehe er mit "Familiengrab" eine schwache Abschlussvorstellung gab.
Frenzy ist natürlich Hitchs meisterhafter Schwanengesang, aber so schlecht finde ich Family Plot auch wieder nicht. Gebe allerdings zu, ihn auf Englisch gesehen zu haben, die deutsche Synchronisation macht hier viel kaputt. Immerhin hat er sich mit Humor verabschiedet.
An einen Hitchcock setzt man natürlich andere Maßstäbe wie an jeden anderen x-beliebigen Film. Und gerade im Vergleich zu seinen anderen Meisterwerken hat mich dieser Film leider enttäuscht. Nach "Die Vögel" hat Hitchcock leider keinen restlos überzeugenden Film mehr zu Stande gebracht. "Frenzy" war noch das Highlight, an "Marnie" scheiden sich die Geister, "Der zerrissene Vorhang" war insgesamt auch nur mäßig und "Topas" ein sehr untypischer, ebenfalls im Vergleich nicht vollends guter Hitchcock.
"Marnie" ist sicherlich neben "Vertigo" der komplexeste Film des Meisters und war seiner Zeit zweifellos voraus. Leider kommt die Spannung ein wenig zu kurz. Es ist mehr ein Psychodrama denn ein Thriller. Mir gefallen seine reinen klassischen Thriller besser.
Von "Topas" habe ich leider nicht mehr so viel in Erinnerung. An den Tod von Karin Dor im samtroten Gewand (glaube ich oder war es blau?) kann ich mich noch erinnern. Und an den Beginn. "Topas" ist einer der ganz wenigen Filme von Hitch, die ich vermutlich nur ein einziges Mal gesehen haben, weil mir die Story nicht wirklich zugesagt hat.
Kann schon sein. Vielleicht muss ich ihn mir auch noch einmal anschauen. Ist schon lange her, dass ich ihn gesehen habe. Aber irgendwie hat mich die Story von "Familiengrab" nie richtig angezogen.
Für mich einer der schwächsten Hitchcock-Filme. Eine sehr langatmige und teils verworrene Agentengeschichte wird hier erzählt. Dabei kann man auch schon mal einschlafen.
Das hatte ich nun nicht erwartet. Nachdem ich eher negative Kritiken gelesen habe, erwartete ich einen soliden Hitchcock, der noch gesehen werden musste, damit die Universal-DVD-Box auch ad acta gelegt werden kann. Doch es kam anders als erwartet, aber nicht gleich.
Die ersten Stunde gestaltete sich zäher als erwartet, zwar ohne langweilig zu sein, aber auch ohne Interesse zu wecken. Obwohl die Eröffnungssequenz wieder einmal Hitchcocks Sinn für Suspense beweist, fügt sie dem Werk Hitchs nichts neues hinzu und bleibt eher auf dem Niveau einer Fingerübung, eines Warm-Ups. Der Rest des Films will ganz woanders hin. Mit dem durchschnittlichen Agenten-Thriller lässt sich "Topaz" nicht vergleichen. Spione sind hier keine charismatischen Einzelgänger mit der Lizenz zu töten, sondern eher überkanditelte Bürohengste in grauen Schneideranzügen, die sich oftmals viel zu sicher sind und einfach nicht auf ihre Frauen hören können. Dabei bewegt sich "Topaz" nie auf dem Niveau einer Parodie. Nein, nach dem Film könnte man denken "James Bond" sei die Parodie. Hitchs Figuren sind immer menschlich, lassen sich schwerlich in das Genre stecken, sind mal ernst, mal lustig und gehen durch die Welt ohne sich etwas anmerken zu lassen, so wie du und ich. Der Film bietet ein breites Spektrum an Figuren und weit und breit keinen einzigen Hollywood-Star. Das sind eigentlich auch schon die Gründe warum der Film verhältnismäßig schwer in die Gänge kommt. Es braucht Zeit die Exposition mit all ihren Figuren auszubreiten, zudem es keinen einzigen Star gibt, der ein Gefühl der Vertrautheit begünstigt. Man muss sich wirklich anstrengen die Figuren kennen zu lernen. Es lohnt sich.
Sobald der Film nach Kuba zieht, geht es richtig los. Ich will garnicht zu viel verraten.
Mit brillianten unverbrauchten Darstellern und dem Rücken zur Wand gelingt Hitchcock ein stilistisches Meisterstück mit ikonografischen und poetischen Bildern. Aufwendige Kameraeffekte vermeidet der Film absichtlich und so wirkt "Topaz" manchmal wie die Reduktion eines Hitchcock-Films oder eines Agentenfilms im Allgemeinen.
Ich persönlich finde keines der 3 Enden passend und es ist schon etwas komisch wie abrupt der Film endet, aber es funktioniert, obwohl es nie gedreht wurde. Welches Ende der der Director's Cut hat, weiß ich nicht. Sehen würde ich ihn aber gerne mal. Allerdings, schon die Kinofassung zeigt mit was für einem Film wir es zu tun haben.
Das eigentliche Ende war vor dem Stade Charlety, wenn Michel Piccoli beim Duell mit Stafford von einem Heckenschützen aus dem Film gekickt wird, ein superbes Ende, weil zeitlos in einer Ära nach dem Krieg: Piccoli ist tot - oder nicht? - und dann nimmt Stafford das in den Arm was wichtig ist, die Edelsteine Dany ROBIN (Ehefrau) und Claude JADE (Tochter) - die goldige Karin d'OR ist ja dahin.
Robin, Jade, Dor, Piccoli, Noiret sind allesamt aus Europa und sicher keine Hollywood-Stars, aber ein wenig Glanz ohne Glamour.
Hitchcock ist der Star des Films: Allein die zehnminütige Eingangssequenz mit einem Minimum an Dialogen - die Flucht des KGM-Mannes mit Frau und Tochter - ist ein elegantes Meisterstück an Suspense. Seine Farbdramaturgie, der ständige Einsatz von Blumensträußen und die Architektur - eine kubanische Hazienda, in der eine Castro-Gegnerin residiert, ein Hotel in Harlem, in dem die Kuba-Delegation der UN verweilt, die verräterische prunkvolle Villa von Topas-Chef Granville (Agententochter Michèle verrät ihrem Vater, dass er auch eine an der Côte d'Azur und eine in der Schweiz habe) und dazu das klaustrophobische Restaurant "Chez Pierre". Hitchcock klotzt!
Nur bei den Schauspielern verzichtete der Meister nach seinem Eklat mit Newman und Andrews ("Torn Curtain") auf "Große Namen": Den französischen James Bond "OSS 117" Frederick Stafford zu besetzen, ist ein Makel und ein Geniestreich zugleich. Er und sein CIA-Kollege John Forsythe sind so steif und schnittig wie zwei Vertreter für Elektrogeräte, ideal als Staatsbedienstete ergo Geheimagenten. Dany Robin als Staffords besorgte Ehefrau und Claude Jade als Staffords besorgte Tochter müssen in ihren Rollen unentwegt sorgenvoll sein, die beiden bösen Kubaner sind wahlweise blauäugig (John Vernon) und rotblond (Carlos Rivas). Und im Mittelteil gibt sich auch noch als Ausgleich zum Glanz der hellblonden Robin und der dunkelblonden Jade eine Brünette die Ehre: die Wiesbadenerin Karin Dor auf dem Zenit ihrer Karriere. Ihr rollendes R im klaren Englisch qualifiziert sie zum einzigen Fräuleinwunder jener Zeit jenseits Deutschlands, wenn man jemals Elke Sommer zu Gehör bekam. Ihrem Filmtod folgt ein abrupter Wechsel zur Entlarvung von "Topas" in der Grande Nation. Von Kopenhagen über Wiesbaden nach New York und Washington mit Kurztrip nach Kuba und dann das Finale in Paris. Das kann etwas verwirrend sein, zu lang, doch stimmungsvoll und immer ironisch. Zumal Michel Piccoli und Philippe Noiret in zwei kleineren doch strategisch wichtigen Rollen brillieren.
Manko: Würden auch die Dialoge mit Forsythe wie die zwischen Stafford und Roscoe Lee Browne (als Fotograf) und die zwischen Browne und Don Randolph (als Sekretär Uribe) hinter Glas geführt. Denn gerade dieser Einsatz von Stummfilmeffekten zeigt "Topas" als mahnende Fabel von einem höchst moralischen Zyniker der Zeit des Kalten Krieges.
Watt hat sich Arte dabei gedacht? Themenabend "Kalter Krieg" nebst der TV-Spielfilm-Ankündigung "Welches Topas-Ende wir heute zeigen, wird nicht verraten!" Das Duell? Hitchcocks favorisiertes Ende also? Nee, Türklapp und Schuss. Vor fünf Jahren lief in München in Anwesenheit Karin Dors im Kino des Filmmuseums der Director's Cut in 137 Minuten, doch im TV gibt es immer noch die verstümmelte 120-Minuten-Version, an der sich die meisten Kritiker orientieren und resümiern müssen: "Hitchcock kann die Fäden nicht verknüpfen." Doch er kann, und das besonders im vielfach verflochtenen "Topas", wenn denn seine neue Fassung (nur auf US-DVD und in Retrospektive-Kinos zu bewundern) auch mal im TV zu sehen wäre.
Uns wird Karin Dors intrigantes Lachen als Castro-Vertraute vorenthalten; Michel Piccoli im roten Bademantel, Philippe Noiret mit Gehhilfe und die Agententochter Claude Jade (für Hitchcock immerhin "Grace Kellys natürliche Tochter") werden in der Kurzfassung als supporting stars verkauft und "Topas" bleibt ein Fragment. Ganz zu schweigen von der Amerikanisierung Kusenovs und seiner Familie mit Puppenköpfen. Enttäuschend für ARTE-Zuschauer. Endlich mal 'ne genuine Fassung im TV oder auf europäischer DVD, um Hitchcocks Alterswerk neu und dem Meister angemessen bewerten zu können. 137 Minuten "Topas" oder nix.
Ein hochkomplexer Anti-Bond mit einem der schönsten Film-Tode (Karin Dor im violetten Kleid!). Als Kalter-Kriegs-Film eiskalt wie kein zweiter und zudem mit einem erstklassigen Ensemble.
Wie Meister Hitchcock mit dem Fertigen von Porzellanrosen und der Handhabung von Keramikfiguren atemberaubende Spannung erzeugen kann, ist unerreicht. Und selbst ein fettiger Hamburger auf einem Blatt Papier sorgt für Thrill.
In "Topas" watscht Alfred Hitchcock alle Spionage-Helden in ihrer Lächerlichkeit (Frauenverachter James Bond, Brillenheini Harry Palmer) ab und besetzt deren französische Gaga-Kopie "OSS 117" für ein edles Spionagedrama um Franzosen im Schraubstock zwischen Washington und New York: Frederick Stafford. Was für ein Besetzungscoup! Ein steifer Antiheld zwischen angespannter Ehefrau (Dany Robin), fröhlicher Tochter (Claude Jade) und cleverem Schwiegersohn (Michel Subor). Ein weiterer Stockfisch (John Forsythe als CIA-Freund Mike) zerstört das Familienidyll und schickt den Helden nach Kuba.
Das etwas lange Kuba-Intermezzo, das dem Film jedoch mit dem hilfslosen Mord John Vernons an Karin Dor etwas tragische Romantik verleiht, ist nur eine Episode im eigentlichen Spiel um "Topas".
In Paris geht es dann endlich zur Sache: Stafford opfert fast seinen Schwiegersohn Francois (Hitchock wählte Godards einst auf den Index gesetzten "kleinen Soldaten" Michel Subor) und dann zitiert der Meister die "Nouvelle Vague" abermals mit dem Einsatz von Truffauts Muse Claude Jade, die sich in klassischer Manier an die Brust greift, wenn sie aus einem "Fenster in den Hof" schaut.
Einer der besten Agentenfilme. Und einer ohne Helden.
Ärgerlich allerdings der späte Sendeplatz um 0h15 :-(
Unterschätzter Hitchcock, der vor allem in der Enttarnung der kubanischen Spionin Juanita und in der Angst der Agententochter Michèle um ihren tapferen Journalistengatten höchste Spannung erreicht. Die Episoden hätten locker für zwei Filme gereicht, sind aber durch das Hauptthema "Verrat" gelungen miteinander verbunden. Und optisch ein Genuss (die Flucht der sowjetischen Überläufer, Juanitas Tod, die gesamte Farbdramaturgie)
Ein selten ehrlicher Umgang mit den Agenten des Kalten Krieges und eher nix für Fans knalliger 007-Abenteuer. Hier gibt es keine Helden, keine Schufte, keine Titten, kein Kawumm. Wirklich rehabilitiert hat sich Alfred Hitchcocks unterschätztes Spätwerk erst 1999, als der 17 Minuten längere Director's Cut in die (Programm-)Kinos kam. Leider gibt es diesen auf DVD bisher nur im englischen Original.
In "Topas" werden Verantwortungen diplomatisch delegiert. Misstrauen, Erpressung, Verrat und Ehebruch sind die Themen, die nicht dem gängigen Agentenfilm entsprechen. Statt der üblichen Hitchcock-Stars gibt es neben dem beabsichtigt blassen Frederick Stafford eine Schar erlesener französischer Schauspieler (Claude Jade, Michel Piccoli, Philippe Noiret, Michel Subor, Dany Robin), Karin Dor als kubanische Revolutionärswitwe ("I love my Country") in ihrer besten Rolle und den überflüssigen John Forsythe als Andrés Auftraggeber Nordstrom.
Der reife Film funktioniert als unheilvolle Verflechtung von Individuum und Politik. Da ist die betrogene Agentenfrau Nicole (Dany Robin), die sich in den Armen des einstigen Résistance-Kameraden Jacques Granville (Michel Piccoli) tröstet. Der sieht Frankreich an die Amerikaner verkauft. Diese drohen einem russischen Überläufer nach waghalsiger Flucht, ihn und seine Familie vor der nächsten sowjetischen Botschaft auszusetzen, wenn er nicht zu Gegenleistungen bereit ist. Und Zentralfigur André Devereaux setzt immer wieder das Leben seiner zahlreichen Helfer aufs Spiel - nicht zuletzt das des tapferen Gatten (Michel Subor) seiner Tochter Michèle (Claude Jade), die sich bemüht, die fremdgehenden Eltern zu versöhnen. Darauf kann der zu Empathie unfähige Familienvater nur sagen: "She left me, I didn't leave her." Er sagt es zu jener Michèle, die zu Beginn - knapp nachdem Hitchcock sich bei einem witzigen Cameo abrupt aus einem Rollstuhl erhebt - begeistert schwärmt: "O, I love the Cubans. They are so wild!"
Topas - Kritik
US 1969 Laufzeit 143 Minuten, FSK 12, Thriller, Drama, Actionfilm, Kinostart 01.01.1970
Kommentare (14) — Film: Topas
Kommentar schreibenBrigittes Helm 2011/10/23 10:41:55
Kommentar löschenAls bekennender Hitch-Fan hat mich dieser Film enttäuscht. Ihm fehlt der charakteristische Spirit, der seine Spitzenwerke auszeichnet. Der Meister scheint irgendwie nicht bei der Sache, der Humor fehlt völlig und der minderbegabte Hauptdarsteller lässt ihn böse im Regen stehen. Der Vorgänger-Film Der zerrissene Vorhang, auch ein Spionage-Mätzchen der schlechteren Art, krankte ja bereits am fehlbesetzten Paul Newman. Dieser Robert Stack, eigentlich ein Tscheche mit einem unausprechlichen Namen, von Hause aus promovierter Chemiker und Lebemann und irgendwie durch Zufall und aus Langeweile zum Film gekommen, stolziert wie ein Fleisch gewordener Nussknacker durch die Kulissen und bricht dennoch die Herzen der stolzesten Frauen. Kurios und irgendwann langweilig. Cary Grant wird schmerzlich vermisst. Immerhin beschert uns die schöne Karin Dor eine der ästhetisch ausgeklügelsten Sterbeszenen der Filmgeschichte. Die 4 Punkte gibt es nur wegen ihr. Hitch hatte zudem mächtig Trouble mit der Produktionsfirma, erkennbar an den drei unterschiedlichen Finale-Versionen. Immer tödlich für einen Film.
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ElMagico 2011/03/21 19:17:39
Kommentar löschenRecht ruhiger und teilweise verwirrender Spionage-Thriller Hitchcocks. Der Film konzentriert sich dabei nicht nur auf einen Handlungstragenden Helden und verzichtet weitesgehend auch auf Action-Elemente, worunter der Unterhaltungswert teilweise leidet, dem Werk aber einen realistischeren Anstrich verleiht. Leider bleiben auch die meisten Protagonisten relativ blass und oberflächlich, was an den (zu-)vielen für die Story relevanten Charakteren liegen mag. Sehr akribisches und irgendwie technisches Werk Hitchcocks, bei dem er Augenscheinlich mehr Wert darauf legt, die Methoden und Verhaltensweisen von Agenten/Geheimdiensten zur Zeit der Kubakrise zu analysieren, als eine atmosphärische, spannende Geschichte zu erzählen.
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Karinale 2011/02/27 23:47:13
Kommentar löschenKein Wunder, dass diese deutsche Fassung noch immer als verworren beschrieben wird. In der 17 Minuten längeren Version, die es nur auf englisch gibt, kommt das Dilemma des Familienmenschen und Agenten Devereaux mehr zur Geltung und wird somit der eigentlichen Synopsis - ein Kalter-Kriegs-Beamter opfert die Geliebte und fast den Mann seiner Tochter - gerecht. Das aus Blödianen rekrutierte Testscreening* hat 1969 eine Kürzung verlangt und Hitch hat sich danach entsprechend distanziert. Seinen 1999 veröffentlichten Director's Cut hat das deutsche Fernsehen noch nicht gezeigt. Peinlich, wenn hierzulande jeder Tortureporn etliche Extras erhält.
*die Testscreening-Reaktionen auf "Topas" sind in jeder guten Filmbibliothek oder in Museen nachzulesen.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
guggenheim 2011/02/21 10:08:10
Kommentar löschenFür einen Hitchcock wohl etwas zu seicht, für einen Spionagefilm aber durchaus maßgebend. Da mal ein Agent, hier mal eine Minikamera, dort mal Geheimversteck - das wird dem gewählten Thema gerecht. Zugegeben, es hapert manchmal an Spannung, was letztlich auch eine Höchstwertung verhindert, aber als Genrefilm betrachtet ist das gut. Fans des Master of Suspense werden wohl etwas enttäuscht sein, weil es ja schon arg von Hitchcocks Stil abweicht, unabhängig davon gesehen hat "Topas" aber Qualität.
12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Filmkenner77 2011/02/01 17:52:56
Kommentar löschenSpionagethriller, der zu den schwächeren Werken Hitchcocks zählt und sowohl bei Publikum wie bei Kritikern nicht gut ankam. Eine lang und teilweise auch langatmig und umständlich erzählte Spionagestory, der das typische Flair eines Hitchcock-Films fehlt. Nur ansatzweise schimmert das Können des Ausnahmeregisseurs durch, der zwei Jahre später mit "Frenzy" ein letztes Mal sein ganzes Können zeigte, ehe er mit "Familiengrab" eine schwache Abschlussvorstellung gab.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten
Brigittes Helm 2011/10/23 10:48:49
Antwort löschenFrenzy ist natürlich Hitchs meisterhafter Schwanengesang, aber so schlecht finde ich Family Plot auch wieder nicht. Gebe allerdings zu, ihn auf Englisch gesehen zu haben, die deutsche Synchronisation macht hier viel kaputt. Immerhin hat er sich mit Humor verabschiedet.
Filmkenner77 2011/10/23 13:10:06
Antwort löschenAn einen Hitchcock setzt man natürlich andere Maßstäbe wie an jeden anderen x-beliebigen Film. Und gerade im Vergleich zu seinen anderen Meisterwerken hat mich dieser Film leider enttäuscht. Nach "Die Vögel" hat Hitchcock leider keinen restlos überzeugenden Film mehr zu Stande gebracht. "Frenzy" war noch das Highlight, an "Marnie" scheiden sich die Geister, "Der zerrissene Vorhang" war insgesamt auch nur mäßig und "Topas" ein sehr untypischer, ebenfalls im Vergleich nicht vollends guter Hitchcock.
Brigittes Helm 2011/10/23 15:00:44
Antwort löschenMarnie ist mein persönlicher Lieblingsfilm von Hitch, aber du hast recht, an dem scheiden sich die Geister:-).
Filmkenner77 2011/10/23 15:24:13
Antwort löschen"Marnie" ist sicherlich neben "Vertigo" der komplexeste Film des Meisters und war seiner Zeit zweifellos voraus. Leider kommt die Spannung ein wenig zu kurz. Es ist mehr ein Psychodrama denn ein Thriller. Mir gefallen seine reinen klassischen Thriller besser.
Brigittes Helm 2011/10/30 11:08:08
Antwort löschenDie Szene mit der tauben Putzfrau und dem Schuh ist aber schon ganz großes Hitch-Kino, oder nicht?
Filmkenner77 2011/10/30 14:21:08
Antwort löschenVon "Topas" habe ich leider nicht mehr so viel in Erinnerung. An den Tod von Karin Dor im samtroten Gewand (glaube ich oder war es blau?) kann ich mich noch erinnern. Und an den Beginn. "Topas" ist einer der ganz wenigen Filme von Hitch, die ich vermutlich nur ein einziges Mal gesehen haben, weil mir die Story nicht wirklich zugesagt hat.
Alle 8 Antworten zeigen
Filmkenner77 2011/11/09 18:51:02
Antwort löschenKann schon sein. Vielleicht muss ich ihn mir auch noch einmal anschauen. Ist schon lange her, dass ich ihn gesehen habe. Aber irgendwie hat mich die Story von "Familiengrab" nie richtig angezogen.
Brigittes Helm 2011/11/10 22:47:38
Antwort löschenHa ha, ja das stimmt. Komischerweise erinnere ich mich vor allem an das herrliche Schielen der Black, wie Clarence der Löwe:-).
Andras 2010/11/29 10:13:30
Kommentar löschenFür mich einer der schwächsten Hitchcock-Filme. Eine sehr langatmige und teils verworrene Agentengeschichte wird hier erzählt. Dabei kann man auch schon mal einschlafen.
Kommentar gefällt mir 1 Antworten
Karinale 2011/02/27 23:49:16
Antwort löschenDer Director's Cut, so wie Hitch ihn wollte, ist auch weitaus besser.
Kubrick_obscura 2010/06/06 18:21:12
Kommentar löschenDas hatte ich nun nicht erwartet. Nachdem ich eher negative Kritiken gelesen habe, erwartete ich einen soliden Hitchcock, der noch gesehen werden musste, damit die Universal-DVD-Box auch ad acta gelegt werden kann. Doch es kam anders als erwartet, aber nicht gleich.
Die ersten Stunde gestaltete sich zäher als erwartet, zwar ohne langweilig zu sein, aber auch ohne Interesse zu wecken. Obwohl die Eröffnungssequenz wieder einmal Hitchcocks Sinn für Suspense beweist, fügt sie dem Werk Hitchs nichts neues hinzu und bleibt eher auf dem Niveau einer Fingerübung, eines Warm-Ups. Der Rest des Films will ganz woanders hin. Mit dem durchschnittlichen Agenten-Thriller lässt sich "Topaz" nicht vergleichen. Spione sind hier keine charismatischen Einzelgänger mit der Lizenz zu töten, sondern eher überkanditelte Bürohengste in grauen Schneideranzügen, die sich oftmals viel zu sicher sind und einfach nicht auf ihre Frauen hören können. Dabei bewegt sich "Topaz" nie auf dem Niveau einer Parodie. Nein, nach dem Film könnte man denken "James Bond" sei die Parodie. Hitchs Figuren sind immer menschlich, lassen sich schwerlich in das Genre stecken, sind mal ernst, mal lustig und gehen durch die Welt ohne sich etwas anmerken zu lassen, so wie du und ich. Der Film bietet ein breites Spektrum an Figuren und weit und breit keinen einzigen Hollywood-Star. Das sind eigentlich auch schon die Gründe warum der Film verhältnismäßig schwer in die Gänge kommt. Es braucht Zeit die Exposition mit all ihren Figuren auszubreiten, zudem es keinen einzigen Star gibt, der ein Gefühl der Vertrautheit begünstigt. Man muss sich wirklich anstrengen die Figuren kennen zu lernen. Es lohnt sich.
Sobald der Film nach Kuba zieht, geht es richtig los. Ich will garnicht zu viel verraten.
Mit brillianten unverbrauchten Darstellern und dem Rücken zur Wand gelingt Hitchcock ein stilistisches Meisterstück mit ikonografischen und poetischen Bildern. Aufwendige Kameraeffekte vermeidet der Film absichtlich und so wirkt "Topaz" manchmal wie die Reduktion eines Hitchcock-Films oder eines Agentenfilms im Allgemeinen.
Ich persönlich finde keines der 3 Enden passend und es ist schon etwas komisch wie abrupt der Film endet, aber es funktioniert, obwohl es nie gedreht wurde. Welches Ende der der Director's Cut hat, weiß ich nicht. Sehen würde ich ihn aber gerne mal. Allerdings, schon die Kinofassung zeigt mit was für einem Film wir es zu tun haben.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
Karinale 2011/02/27 23:57:41
Antwort löschenDas eigentliche Ende war vor dem Stade Charlety, wenn Michel Piccoli beim Duell mit Stafford von einem Heckenschützen aus dem Film gekickt wird, ein superbes Ende, weil zeitlos in einer Ära nach dem Krieg: Piccoli ist tot - oder nicht? - und dann nimmt Stafford das in den Arm was wichtig ist, die Edelsteine Dany ROBIN (Ehefrau) und Claude JADE (Tochter) - die goldige Karin d'OR ist ja dahin.
Robin, Jade, Dor, Piccoli, Noiret sind allesamt aus Europa und sicher keine Hollywood-Stars, aber ein wenig Glanz ohne Glamour.
Best 2010/05/31 17:32:43
Kommentar löschenHitchcock ist der Star des Films: Allein die zehnminütige Eingangssequenz mit einem Minimum an Dialogen - die Flucht des KGM-Mannes mit Frau und Tochter - ist ein elegantes Meisterstück an Suspense. Seine Farbdramaturgie, der ständige Einsatz von Blumensträußen und die Architektur - eine kubanische Hazienda, in der eine Castro-Gegnerin residiert, ein Hotel in Harlem, in dem die Kuba-Delegation der UN verweilt, die verräterische prunkvolle Villa von Topas-Chef Granville (Agententochter Michèle verrät ihrem Vater, dass er auch eine an der Côte d'Azur und eine in der Schweiz habe) und dazu das klaustrophobische Restaurant "Chez Pierre". Hitchcock klotzt!
Nur bei den Schauspielern verzichtete der Meister nach seinem Eklat mit Newman und Andrews ("Torn Curtain") auf "Große Namen": Den französischen James Bond "OSS 117" Frederick Stafford zu besetzen, ist ein Makel und ein Geniestreich zugleich. Er und sein CIA-Kollege John Forsythe sind so steif und schnittig wie zwei Vertreter für Elektrogeräte, ideal als Staatsbedienstete ergo Geheimagenten. Dany Robin als Staffords besorgte Ehefrau und Claude Jade als Staffords besorgte Tochter müssen in ihren Rollen unentwegt sorgenvoll sein, die beiden bösen Kubaner sind wahlweise blauäugig (John Vernon) und rotblond (Carlos Rivas). Und im Mittelteil gibt sich auch noch als Ausgleich zum Glanz der hellblonden Robin und der dunkelblonden Jade eine Brünette die Ehre: die Wiesbadenerin Karin Dor auf dem Zenit ihrer Karriere. Ihr rollendes R im klaren Englisch qualifiziert sie zum einzigen Fräuleinwunder jener Zeit jenseits Deutschlands, wenn man jemals Elke Sommer zu Gehör bekam. Ihrem Filmtod folgt ein abrupter Wechsel zur Entlarvung von "Topas" in der Grande Nation. Von Kopenhagen über Wiesbaden nach New York und Washington mit Kurztrip nach Kuba und dann das Finale in Paris. Das kann etwas verwirrend sein, zu lang, doch stimmungsvoll und immer ironisch. Zumal Michel Piccoli und Philippe Noiret in zwei kleineren doch strategisch wichtigen Rollen brillieren.
Manko: Würden auch die Dialoge mit Forsythe wie die zwischen Stafford und Roscoe Lee Browne (als Fotograf) und die zwischen Browne und Don Randolph (als Sekretär Uribe) hinter Glas geführt. Denn gerade dieser Einsatz von Stummfilmeffekten zeigt "Topas" als mahnende Fabel von einem höchst moralischen Zyniker der Zeit des Kalten Krieges.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Muchi 2010/02/23 01:18:09
Kommentar löschenWatt hat sich Arte dabei gedacht? Themenabend "Kalter Krieg" nebst der TV-Spielfilm-Ankündigung "Welches Topas-Ende wir heute zeigen, wird nicht verraten!" Das Duell? Hitchcocks favorisiertes Ende also? Nee, Türklapp und Schuss. Vor fünf Jahren lief in München in Anwesenheit Karin Dors im Kino des Filmmuseums der Director's Cut in 137 Minuten, doch im TV gibt es immer noch die verstümmelte 120-Minuten-Version, an der sich die meisten Kritiker orientieren und resümiern müssen: "Hitchcock kann die Fäden nicht verknüpfen." Doch er kann, und das besonders im vielfach verflochtenen "Topas", wenn denn seine neue Fassung (nur auf US-DVD und in Retrospektive-Kinos zu bewundern) auch mal im TV zu sehen wäre.
Uns wird Karin Dors intrigantes Lachen als Castro-Vertraute vorenthalten; Michel Piccoli im roten Bademantel, Philippe Noiret mit Gehhilfe und die Agententochter Claude Jade (für Hitchcock immerhin "Grace Kellys natürliche Tochter") werden in der Kurzfassung als supporting stars verkauft und "Topas" bleibt ein Fragment. Ganz zu schweigen von der Amerikanisierung Kusenovs und seiner Familie mit Puppenköpfen. Enttäuschend für ARTE-Zuschauer. Endlich mal 'ne genuine Fassung im TV oder auf europäischer DVD, um Hitchcocks Alterswerk neu und dem Meister angemessen bewerten zu können. 137 Minuten "Topas" oder nix.
8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
alanger 2010/02/23 01:54:24
Antwort löschenklasse!
Largen 2010/02/08 20:11:22
Kommentar löschenEin hochkomplexer Anti-Bond mit einem der schönsten Film-Tode (Karin Dor im violetten Kleid!). Als Kalter-Kriegs-Film eiskalt wie kein zweiter und zudem mit einem erstklassigen Ensemble.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
cannibal83 2009/05/16 16:35:41
Kommentar löschenRealistischer - aber leider auch nur mäßig unterhaltender Film. Hitchcock kann's besser!
Kommentar gefällt mir Antworten
Tyler_D 2009/04/20 00:51:51
Kommentar löschenWie Meister Hitchcock mit dem Fertigen von Porzellanrosen und der Handhabung von Keramikfiguren atemberaubende Spannung erzeugen kann, ist unerreicht. Und selbst ein fettiger Hamburger auf einem Blatt Papier sorgt für Thrill.
In "Topas" watscht Alfred Hitchcock alle Spionage-Helden in ihrer Lächerlichkeit (Frauenverachter James Bond, Brillenheini Harry Palmer) ab und besetzt deren französische Gaga-Kopie "OSS 117" für ein edles Spionagedrama um Franzosen im Schraubstock zwischen Washington und New York: Frederick Stafford. Was für ein Besetzungscoup! Ein steifer Antiheld zwischen angespannter Ehefrau (Dany Robin), fröhlicher Tochter (Claude Jade) und cleverem Schwiegersohn (Michel Subor). Ein weiterer Stockfisch (John Forsythe als CIA-Freund Mike) zerstört das Familienidyll und schickt den Helden nach Kuba.
Das etwas lange Kuba-Intermezzo, das dem Film jedoch mit dem hilfslosen Mord John Vernons an Karin Dor etwas tragische Romantik verleiht, ist nur eine Episode im eigentlichen Spiel um "Topas".
In Paris geht es dann endlich zur Sache: Stafford opfert fast seinen Schwiegersohn Francois (Hitchock wählte Godards einst auf den Index gesetzten "kleinen Soldaten" Michel Subor) und dann zitiert der Meister die "Nouvelle Vague" abermals mit dem Einsatz von Truffauts Muse Claude Jade, die sich in klassischer Manier an die Brust greift, wenn sie aus einem "Fenster in den Hof" schaut.
Einer der besten Agentenfilme. Und einer ohne Helden.
Ärgerlich allerdings der späte Sendeplatz um 0h15 :-(
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
Darbon 2011/11/04 23:23:27
Antwort löschenMag "Topas" auch, aber Stafford und Forsythe als Stockfische, das passt schon, zumal die ja in den CIA-Szenen im Schwarm rumstehen :-D
Lars will 2008/09/01 14:11:57
Kommentar löschenUnterschätzter Hitchcock, der vor allem in der Enttarnung der kubanischen Spionin Juanita und in der Angst der Agententochter Michèle um ihren tapferen Journalistengatten höchste Spannung erreicht. Die Episoden hätten locker für zwei Filme gereicht, sind aber durch das Hauptthema "Verrat" gelungen miteinander verbunden. Und optisch ein Genuss (die Flucht der sowjetischen Überläufer, Juanitas Tod, die gesamte Farbdramaturgie)
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Darbon 2008/05/03 13:04:59
Kommentar löschenEin selten ehrlicher Umgang mit den Agenten des Kalten Krieges und eher nix für Fans knalliger 007-Abenteuer. Hier gibt es keine Helden, keine Schufte, keine Titten, kein Kawumm. Wirklich rehabilitiert hat sich Alfred Hitchcocks unterschätztes Spätwerk erst 1999, als der 17 Minuten längere Director's Cut in die (Programm-)Kinos kam. Leider gibt es diesen auf DVD bisher nur im englischen Original.
In "Topas" werden Verantwortungen diplomatisch delegiert. Misstrauen, Erpressung, Verrat und Ehebruch sind die Themen, die nicht dem gängigen Agentenfilm entsprechen. Statt der üblichen Hitchcock-Stars gibt es neben dem beabsichtigt blassen Frederick Stafford eine Schar erlesener französischer Schauspieler (Claude Jade, Michel Piccoli, Philippe Noiret, Michel Subor, Dany Robin), Karin Dor als kubanische Revolutionärswitwe ("I love my Country") in ihrer besten Rolle und den überflüssigen John Forsythe als Andrés Auftraggeber Nordstrom.
Der reife Film funktioniert als unheilvolle Verflechtung von Individuum und Politik. Da ist die betrogene Agentenfrau Nicole (Dany Robin), die sich in den Armen des einstigen Résistance-Kameraden Jacques Granville (Michel Piccoli) tröstet. Der sieht Frankreich an die Amerikaner verkauft. Diese drohen einem russischen Überläufer nach waghalsiger Flucht, ihn und seine Familie vor der nächsten sowjetischen Botschaft auszusetzen, wenn er nicht zu Gegenleistungen bereit ist. Und Zentralfigur André Devereaux setzt immer wieder das Leben seiner zahlreichen Helfer aufs Spiel - nicht zuletzt das des tapferen Gatten (Michel Subor) seiner Tochter Michèle (Claude Jade), die sich bemüht, die fremdgehenden Eltern zu versöhnen. Darauf kann der zu Empathie unfähige Familienvater nur sagen: "She left me, I didn't leave her." Er sagt es zu jener Michèle, die zu Beginn - knapp nachdem Hitchcock sich bei einem witzigen Cameo abrupt aus einem Rollstuhl erhebt - begeistert schwärmt: "O, I love the Cubans. They are so wild!"
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