Töte mich - Kritik

CH/DE/FR 2012 Laufzeit 91 Minuten, FSK 12, Drama, Road Movie, Kinostart 05.07.2012

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Kritiken (5) — Film: Töte mich

Chuchaqui: Critic.de

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5.0Geht so

So ungern wir Fragen der Glaubwürdigkeit als entscheidendes Kriterium für die Qualität eines Films heranziehen wollen, ist es gerade Atefs betont reduzierte Inszenierung und ihre genaue Beobachtung von Einzelheiten, welche die wenig plausibel erscheinende Gesamthandlung zum Störfaktor werden lassen. Atef versucht stets, das sich wandelnde Verhältnis zwischen Adele und Timo nicht über Dialoge und direkte Handlungen auszudrücken, sondern durch Andeutungen, durch leichte Verschiebungen in Gestik und Mimik, durch die Anordnung der Figuren im Raum oder einfach über Veränderungen in der Landschaft. Es ist die Diskrepanz zwischen dieser Reduzierung der Form und der Überfrachtung des Inhalts, die in Adeles Satz zu Beginn und im Film überhaupt irritiert. Gerade die Betonung visueller Elemente entblößt in verstärktem Maße die Schwächen des Drehbuchs, und die Künstlichkeit der Ausgangssituation verdammt die Übung in Reduktion von vornherein zum Scheitern.

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José Garcia: Textezumfilm

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6.0Ganz gut

Die Konzentriertheit der Inszenierung auf knappe Dialoge, vor allem aber auf die Gesten und Blicke der Schauspieler und auf den Einfluss der von der Regisseurin selbst als „dritten Protagonisten“ bezeichneten Landschaft auf die Figuren wird von kleinen, aber die Haupthandlung störenden Episoden am Rande konterkariert.

Dank der anfänglichen kargen Inszenierung und der lakonischen Erzählweise gelingt Emily Atef dennoch ein verstörender Film über zwei Menschen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten, die aber nach und nach im Mangel an liebvoller Zuwendung ihre Gemeinsamkeit entdecken. Roeland Wiessneker verkörpert den abgehetzten Timo mit einer Mischung an vordergründiger roher Gewalt und innerer Zerbrechlichkeit. Maria Dragus, die dem Zuschauer aus Michael Hanekes „Das weiße Band“ bestens in Erinnerung geblieben ist, drückt die Abgeklärtheit, aber auch die tiefe Unsicherheit einer Heranwachsenden ausgezeichnet aus. Sie ergänzen sich darüber hinaus so, dass die Entwicklung aus der bloßen Zweckgemeinschaft zum von einer gegenseitigen Zuneigung getragenen Duo glaubwürdig wirkt. Trotz einer gewissen Künstlichkeit stellt sich „Töte mich“ als eine in einer schönen Landschaft angesiedelte Fahrt in die Seelen zweier verletzter Menschen heraus.

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Tim Slagman: spiegel online, fluter Tim Slagman: spiegel online, fluter

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3.5Schwach

So wenig, wie Roland Wiesnekker diesem schnaufenden, verletzten Grobian aber das nötige Charisma verleihen kann, um Interesse an seiner Figur zu wecken – so sehr verzetteln sich Adele und Timo letztlich in dieser unnötigen Nebenhandlung.

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Tamara Danicic: Bayern 3 Tamara Danicic: Bayern 3

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6.5Ganz gut

Wer seine Augen auch für Nuancen öffnet, kann in der Gestaltung der filmischen Räume ebenso wie im Spiel der beiden Hauptdarsteller einiges entdecken.

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Heidi Reutter: Radio Köln Heidi Reutter: Radio Köln

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3.0Schwach

Alles scheint hier vielmehr eine filmische Versuchsanordnung zu sein, eine blutleere Psycho-Studie, als ein bewegendes Drama, das Betroffenheit auslösen könnte. Da hilft auch das bemühte Spiel ihrer Hauptdarsteller nicht.

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