Tsahal
Tsahal (1994), DE/FR Laufzeit 290 Minuten, Dokumentarfilm
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von Claude Lanzmann,
Nach “Shoah”, dem wohl bedeutendsten Beitrag zum Gedenken an das Undenkbare, und “Warum Israel”, einer neugierigen und heiteren Annäherung an die noch junge Nation Israel, folgt nun der letzte und kontroverseste Teil von Lanzmanns jüdischer Trilogie: “Tsahal”, ein Film über Israel und die israelische Armee (Tsava Haganah Leisrael = Tsahal, auch Tzahal oder Zahal = Armee zur Verteidigung Israels), entstanden zwischen 1991 und 1994. Wieder sucht sich der engagierte Publizist und epochale Dokumentarist den Zugang zu Geschichte und Gegenwart ausschließlich über die lebendige Stimme ihrer Protagonisten. Er befragt dabei vor allem israelische Militärs, aber auch Politiker, Palästinenser, Siedler und Schriftsteller aus der israelischen Friedensbewegung. Im Laufe der fünfstündigen Bestandsaufnahme entsteht das komplexe Panorama eines anhaltenden Ausnahmezustands vor dem Hintergrund karger Wüstenlandschaften, moderner Städte und geisterhafter Siedlungen in den besetzten Gebieten.





















Kommentare
Mimuschka Wed, 18 Jan 2012 20:23:10 -0000
Kommentar löschenin keinem anderen modernen industriestaat dieser erde steht das leben der bürger in so enger wechselbeziehung zum militär wie in israel. die stets und überall präsenten streitkräfte sowie die permanente bedrohungssituation prägen den alltag wie nirgendwo sonst. warum das so ist, wie es genau ist, was es für auswirkungen auf die psyche der menschen hat und warum es nicht anders geht, zeigt claude lanzmann mit seinem herausragenden dokumentationsstil, der ohne archivmaterial auskommt und den interviewten menschen viel raum zum sprechen lässt. erstmals für diesen film wurden exklusive rechte und freiheiten gewährt, die einen einzigartigen einblick in diesen stets vor vernichtung bedrohten staat ermöglichen. und gegen ende nimmt dann eine traurige gewissheit gestalt an: diese zur zeit modernste und effektivste militärmaschinerie der welt ist die einzige und letzte hürde vor einem jederzeit zum greifen nahen zweiten holocaust.
nachtrag:
wie schon lanzmanns vorgängerfilme unbedingt empfehlenswert für ein tieferes verständnis der "krisenregion nahost". gerade jetzt, in zeiten eines wieder erstarkenden antisemitismus / antizionismus ist es zwingend notwendig etwas basiswissen aufzufrischen. ich empfehle daher eine sichtung in der reihenfolge "shoah", "warum israel", "tsahal", mit der garantie danach die welt mit anderen augen zu sehen.
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