Tulpan

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2008

Tulpan - Poster
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Kritiker: 6.2 Community: - 6 Bewertungen

Kinostart: 03.12.2009, Laufzeit 103 Minuten.

Nach langer Zeit auf hoher See kehrt der Matrose Asa zurück in die kasachische Steppe, wo seine Schwester Samal und sein Schwager Ondas ihre Kinder großziehen und Schafe züchten. Da Asa ledig und die Nomadenfamilie nicht reich ist, muss er verheiratet werden. Doch in der Steppe gibt es nur noch ein heiratsfähiges Mädchen: Tulpan. Ondas und Asa nehmen die Verhandlungen auf. Asa erzählt von seinen Abenteuern m… Mehr

Cast
Tolepbergen Baisakalov, Ondas Besikbasov, Samal Esljamova, Askhat Kuchencherekov, Bereke Turganbayev Mehr
Regisseur
Sergei Dvortsevoy, Sergey Dvortsevoy
Autoren
Sergei Dvortsevoy, Sergey Dvortsevoy

Kritiker — Film: Tulpan

Christoph Huber: Die Presse Christoph Huber: Die Presse

7.5Sehenswert

Dvortsevoys sorgfältige minimalistische Konstruktion hält nicht immer die Balance zwischen quasidokumentarischer Kunst und kommerziellen Zugeständnissen samt absurder Komik. Der Traktorfahrer, der immer wieder zu „Rivers of Babylon“ von Boney M. durch die Steppe brettert, ist ein wenig dick aufgetragen, aber irgendwie trägt es genauso zur faszinierenden Kakofonie im Herzen des Films bei wie die blökenden Schafe und stotternden Maschinen.

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José Garcia: Textezumfilm

7.5Sehenswert

„Tulpan“ zeichnet sich durch die Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm aus. Bezeichnend für diesen Stil sind die langen Einstellungen ohne Schnitt. So beobachtet etwa die Kamera minutenlang Asas und Ondas’ Bemühungen, während eines Sandsturms die Schafherde zusammenzubringen. Obwohl hin und wieder durch die Einfügung langer Dokumentarsequenzen die Spielhandlung in den Hintergrund tritt, gelingt es Sergey Dvortsevoy, diese zwei Handlungselemente konsequent miteinander zu verschränken. Denn die im langsamen Rhythmus wiedergegebenen, dokumentarisch anmutenden Alltagszenen verkommen in keinem Moment zu Postkartenbildern mit touristischem Zweck. Sie stehen vielmehr im Dienst der Darstellung eines ursprünglichen Lebens in der Natur, in das freilich das moderne Lebensgefühl längst Einzug gehalten hat. Auch wenn die Kamera ein archaisches Leben in der Jurte, mit Kamelen, Ziegen- und Schafherden zeigt, ist die Sehnsucht nach der modernen Zivilisation im Film allgegenwärtig. Mag manchem Zuschauer die betont langsame Darstellung lauter Alltäglichkeiten zu ereignislos vorkommen, so kann der konsequente Stil des Regisseurs mit den wunderschönen Bildern als Gegenargument ins Feld geführt werden.

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

7.0Sehenswert

Eigentümlich ist die Art und Weise, in der Regisseur Sergej Dvortsevoy nicht nur seine Figuren, sondern auch uns, die wir ihnen zusehen, in die Steppe versetzt. "Tulpan" ist Dvortsevoys Spielfilmdebüt, zuvor aber hat er, ein geduldiger Mann, Dokumentarfilme in der Steppe gedreht. [...] Das eigentlich Aufregende an "Tulpan" aber ist, weil man das als Filmästhetik der Steppe niemals erwarten würde, die Kameraarbeit. Großartigerweise erweckt diese Kamera, die sehr genau zu wissen scheint, was sie tut, niemals den Eindruck einer bloßen herumwackelnden Dokumentarfilmsimulation. Mit großer Präzision schneidet sie unruhige Stücke aus dieser Welt in der Steppe.

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Alle Kritiken (4)


Kommentare

AugusteB

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Unglaublicher Film. Menschen, die in der Steppe leben und ein Mann auf Brautsuche. Eine kleine Geschichte mit großen Bildern erzählt. Die Schafe müssen gehütet werden und Sandstürme ziehen vorbei. Szenen von Familienzusammenleben und die Geburt eines Schafes. Beides hätte ich nie gedacht einmal so in einem Film zu sehen. Dokumentarischer Blick und doch ist es immer ein Spielfilm. Nicht die Kinder und sogar keines der Tiere scheinen je die Kamera zu beachten. Wie haben die das gemacht?

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