Tuyas Hochzeit

Tuya de hun shi (2006), CN
Laufzeit 96 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 23.08.2007

8.1 Kritiker
4 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.2 Community
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von Quanan Wang, mit Nan Yu und Bater

Tuya ist die schöne und standhafte Ehefrau von Bater, einem Hirten, der beide Beine verlor, als er auf der Suche nach Wasser in den weiten Steppen der Inneren Mongolei unterwegs war. So muss Tuya nun allein für Bater und ihre zwei Kinder sorgen. Die harte Arbeit setzt ihr merklich zu, bis sie eines Tages krank wird. Angesichts der ernsten Lage beschließt das Paar, sich scheiden zu lassen, damit Tuya jemanden suchen kann, der ihr hilft, die Familie zu versorgen. Die Anwärter sind zahlreich, doch keiner möchte sich um Bater kümmern, so wie Tuya es fordert. Auf ihrer Suche nach einem neuen Ehemann begegnet die selbstbewusste und sturköpfige, aber ebenso sanfte und sensible Tuya Freiern, die reich aber unehrlich, liebenswert aber schüchtern sind… Schließlich trifft sie ihre Wahl und ihr neuer Mann lässt Bater in ein Pflegeheim in die Stadt überweisen. Doch Bater verzweifelt immer mehr an seiner Sehnsucht nach Tuya und den Kindern und zwingt Tuya abermals zum Handeln…

HandlungTuya und BaterEs ist kein einfaches Leben, das Tuya (Yu Nan) zusammen mit ihrem Mann Bater (Bater) und ihren zwei Kindern führt: Die mongolische Hirtenfamilie ist ständig auf der Suche nach Wasser für sich und ihre Schafherde und dabei immer wieder der rauhen Natur der mongolischen Steppe ausgesetzt. Tuya und Bater sind sich auch darüber bewusst, dass ihr Leben sich so fern vom politischen und gesellschaftlichen Leben der Städte abspielt, dass sie nicht mit einer Verbesserung ihrer Verhältnisse rechnen können. Auch die Tatsache, dass Tuyas alter Jugendfreund Senge ihnen Hilfe mit seinem neuen Laster anbietet, ändert nichts an dieser Situation.

Dennoch ist es ihre Heimat, und nachdem sich Bater beim Brunnen-Graben so schwer verletzt, dass er selbst keine körperlichen Arbeiten mehr leisten kann, übernimmt Tuya auch seinen Teil der Arbeit. Denn helfen lassen will sie sich nicht. Den Vorschlag von Freunden und Familie, sich doch von Bater scheiden zu lassen,…

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Kritiken (2) — Film: Tuyas Hochzeit

Fricki76: Asianfilmweb.de

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9.0Herausragend

Die junge und hübsche Tuya (Yu Nan) lebt mit ihrem Mann Bater und den beiden gemeinsamen Kindern als Nomadin in der mongolischen Wüste. Das Leben in der kargen und unwirtlichen Landschaft ist hart. Der weit entfernte Brunnen fordert mehrere lange Märsche täglich, um Wasser für die Schafherde zu holen, mit der Tuya ihre Familie ernährt. Ihr Mann Bater ist nach einem Unfall beim Bau eines eigenen Brunnens behindert und der Mann im Haus fehlt, denn die Kinder sind noch zu klein, um eine wirkliche Hilfe zu sein. So bleibt die ganze Last an Tuya hängen, deren Kräfte und Gesundheit leiden. Erst nach einem Zusammenbruch gibt Tuya dem Drängen ihrer Bekannten und Nachbarn nach und beschließt sich von Bater scheiden zu lassen, damit sie einen neuen Mann heiraten kann. Das ungewöhnliche daran: Tuyas Bedingung ist, dass Bater gemeinsam mit den Kindern weiterhin mit Tuyas neuem Mann unter einem Dach leben kann. Erwartungsgemäß ist es nicht so leicht, einen Mann zu finden, der sich darauf einlässt. Und der einzige der dennoch Interesse an Tuya hat, ist ihr Nachbar Sen´ge. Doch den verachtet Tuya als gutmütigen Trottel...

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Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten

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8.5Ausgezeichnet

Sehr menschliche Reaktionen, sanfter Humor und einige Dramatik flankieren den ruhigen Fluss des Filmes. Regisseur Wang Quan'an und der Stuttgarter Kameramann Lutz Reitemeier haben die Darsteller in die Steppe eingebettet, sie sind ein organischer Teil der Landschaft; zugleich wirken die Hirten immer verlorener, je weiter sie sich entfernen, je näher sie der Zivilisation kommen.

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Kommentare (5) — Film: Tuyas Hochzeit

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8martin

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Bewertung7.5Sehenswert

Die erste Einstellung ist die gleiche wie die letzte. Beim ersten Mal wird man neugierig, weil man noch nichts versteht, beim zweiten Mal bewegt einen Tuyas Gesicht, und man begreift, was in ihr vorgeht.
Der Film entführt uns in eine den Europäern völlig fremde Welt, auch wenn die deutsche Synchronisation sehr umgangsprachlich und modern klingt. Tuya lebt mit ihrem beim Brunnenbau verunglückten Mann, Bater; und zwei Kindern mit Kamel und vielen Schafen in der Steppe. Nur zum Nachbarn Sen’ge, der leicht “verrückt“ und unzuverlässig ist, hat sie Kontakt. Doch der läuft ständig seiner Ehefrau hinterher, die ihn immer wieder verlässt. Als Tuya Probleme mit der Wirbelsäule bekommt und nicht mehr arbeiten kann, beschließt sie in Absprache mit ihrem Noch-Ehemann, sich zu verheiraten. Einzige Bedingung ist, dass Bater bei Tuya bleiben kann.
Mehrere Freier tauchen auf und fast hätte es auch mit einem alten Klassenkameraden geklappt. Doch als Sen’ge tatsächlich den Brunnen gegraben hat und Tuya mitten in den Hochzeitsvorbereitungen mit einem anderen mit einem erneuten Heiratsantrag überrascht, werden wir mit Tuyas tränenüberströmten Gesicht allein gelassen – können uns unsere eigenen Gedanken machen.
Der Erkenntniszustand des Zuschauers steht optisch genau da, wo er am Anfang schon war – nur jetzt auf einer etwas höheren Stufe: weiser, gereifter, erfahrener.

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davidpm

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Bewertung10.0Herausragend

Leise, langsam und schön. Keine Sekunde langweilig.

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annaberlin

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Bewertung7.5Sehenswert

Der Film zeigt eine Region Chinas, die innere Mongolei, in all ihrer Schönheit. Tuyas Hochzeit nimmt uns mit auf eine Reise ins raue Hirtenleben , das sich durch körperliche Schufterei und Entbehrungen auszeichnet. Ein stiller Film, wunderschön fotografiert. Man fragt sich dennoch, wieso der Film die Berlinale gewann..vielleicht als Kontragewicht zum überfrachteten chinesischen Martial-Arts-Kino?

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denise

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Bewertung7.5Sehenswert

Schnörkellos, authentisch und berührend. Das Fehlen jeglicher romantisierender und verkitschender Elemente (z.B. des rauhen Lebens der Hirten oder der unwirtlichen Natur) macht diesen Film so besonders. Die Tatsache, dass bis auf die Hauptdarstellerin alle Laiendarsteller sind, trägt nur noch mehr dazu bei. Tolle Geschichte und klasse Darsteller!

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kasimon

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schöner Film. Wie eine Reise in die Mongolei.

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