Über uns das All

Über uns das All (2011), DE
Laufzeit 90 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 15.09.2011

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8.2 Kritiker
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.2 Community
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von Jan Schomburg, mit Sandra Hüller und Felix Schmidt-Knopp

Da lebt Martha also in einer glücklichen Beziehung. Hat ein Zuhause. Weiß, wo sie hingehört. Teilt Bett, teilt Tisch, hat Vertrauen. Kennt ihren Mann Paul in- wie auswendig. Und blickt sie nach vorn, dann sieht sie die Zukunft. Aber dann stehen plötzlich zwei Polizistinnen vor der Tür und auf einmal ist alles anders. Der Mann, mit dem Martha jahrelang gelebt hat: Ein Phantom. Marthas Leben, in dem nichts mehr ist, wie es war und nichts mehr war, wie es zu sein schien. Dann begegnet Martha Alexander, und eine kleine Geste reicht, dass ihre Sehnsucht sie Paul in Alexander entdecken lässt. Blickt sie nun nach vorn, dann sieht sie die Vergangenheit. Nun lebt Martha also in einer glücklichen Beziehung. Hat ein Zuhause. Weiß, wo sie hingehört. Teilt Bett, teilt Tisch. Hat Vertrauen. Aber kennt sie denn eigentlich den, den sie liebt? Oder liebt sie den, den sie kennt?

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Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Über uns das All

Carsten Happe: Schnitt Carsten Happe: Schnitt

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9.0Herausragend

In der kompakten Komposition von Über uns das All ist jedes Bild von elementarer Bedeutung, jede Nuance eines Stimmungsumschwungs präzise platziert. ... Im gesamten Kinojahr ist das Debüt von Jan Schomburg einer der bemerkenswertesten wie auch vielversprechendsten Beiträge überhaupt.

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Annekatrin Liebisch: Radio Köln Annekatrin Liebisch: Radio Köln

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7.5Sehenswert

Das Gefühl der Leere, das ein Drama dieser Art normalerweise hinterlässt, bleibt nach "Über uns das All" jedoch aus: Das preisgekrönte Kinodebüt füllt den frei gewordenen Raum mit Fragen auf.

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Josef Lederle: http://film-dienst.kim-info... Josef Lederle: http://film-dienst.kim-info...

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8.0Ausgezeichnet

„Über uns das All“ verfügt ... über ein enormes Kontroversen-Potenzial, das den grandiosen, minimalistisch konzentrierten Wurf weit über die Beziehungsthematik hinaus hebt.

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Daniel Sander: Spiegel Online Daniel Sander: Spiegel Online

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9.0Herausragend

Es gab lange keinen deutschen Film, schon gar nicht von einem Debütanten, der seinem Publikum so viel zutraut, ohne es zu Tode zu langweilen.

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Kommentare (6) — Film: Über uns das All

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Bewertung6.5Ganz gut

Phantastische Idee, interessanter Plot, sehr, sehr gutes Schauspiel aber das Ende hat alles zerstampft. Schade!

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Prestigeww

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Über uns das All ist zum einen unendlich tragisch, weil er die Austauschbarkeit von Menschen, die Unmöglichkeit jemanden wirklich zu kennen und die Illusion der Dauerhaftigkeit des Glücks beschreibt, andererseits ist er auch wieder optimistisch, weil es genau jene Mängel sind, die uns erlauben durch die Kraft der Verdrängung, der Oberflächlichkeit unserer Beziehungen und unserer Fähigkeit zur Selbstdefinition immer wieder anzuknüpfen und dort weiterzumachen, wo eigentlich ein Ende erreicht war. Der Film zeigt uns dieses Paradox: Kein Verlust ist so groß, als dass wir nicht irgendwie Ersatz finden könnten.

Diese süßsaure Pille vermittelt Über uns das All auch als solche: Zum einen sind die dramatischen Szenen wirklich mit so viel Ausruck gespielt, dass man sich am liebsten in seinen Kinosessel verkriechen möchte. Andererseits ist Über uns das All einer der wenig deutschen Dramen, die den Sinn des Comic Relief verstanden haben und wissen, dass gerade in einem solchen Film sehr viel Humor nötig ist, um nicht zum Emo-Porno auszuarten. Der Film will den Zuschauer nicht quälen, er will ihm eine teils schmerzhafte Weltsicht schonend beibringen und ist die meiste Zeit wirklich sehr unterhaltsam.

Noch dazu ist dieser Film so unglaublich clever konstruiert, volle Querverweise auf frühere und spätere Handlungsebenen, voller Anspielungen und wenn Alexander in seiner Vorlesung im Bezug auf die deutsche Revolution Hegels Geschichtsphilosphie zitiert, wonach bedeutende historische Konstellationen immer zwei Mal auftreten, dann redet er eben nicht nur über Weltgeschichte, sondern auch über die Struktur des eigenen Filmes. Soll heißen: Alles was in diesem Film gesagt wird, leistet auch einen Beitrag zum Film. Kein typischer deutscher Laberfilm, sondern ein kleines Kunstwerk, perfekt durchgeformt. Jaja, immer wenn ich glaube, der deutsche Film taugt nicht viel, dann kommt so ein wunderbares Gegenbeispiel. Immer dort wo ich es am wenigsten erwarte...

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Sigmund

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Der deutsche Film ist sehr viel besser als sein Ruf. Nur sind die Perlen immer schwieriger zu finden...


Mattes Teschabai

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Über uns das All wirkte auf mich wie eine Art Noir-Romanze, wie eine Mischung aus Blue Valentine und Melancholia. Die menschliche Welt wird mit den Mitteln der Beziehung erklärt. Die Figuren und ihre Abgründe werden schonungslos ausgeleuchtet. Es wird demonstriert, wie weit man sich von sich selbst entfernen kann, ohne aufzuwachen, und wie gefährlich das ist. Der Film schafft ein beträchtliches Maß an fiesestem Mindfuck ohne irgendwelche speziellen Mittel oder Effekte zu nutzen. Das (deutsche) menschliche Gehirn stellt schon genügend irrwitzige Chemie bereit, um einen schrägen Totentanz zu feiern. Sandra Hüller ist wirklich genau die Richtige für diese psychotische Kraft-Rolle. Mich hat der Film sehr geschockt. Er ist astrein inszeniert. Da ist auch ganz viel Gefühl für sinnliche Darstellung. Die Idee einen breiten Wiener-Akzent mit reinzubringen, fand ich super, oder die Betonung der Gesten und des Humors der Figuren . Der Film nimmt kein Blatt vor den Mund und schafft sich selbst ein stabiles filmisches Forum, um Themen anzusprechen, die sonst eher untergehen, weil sie dann doch ein wenig zu krass für den Kinosaal sind. Sex, Humor, Routine, Essen, Freunde - alles Betäubung, alles erarbeitete Virtualität, die wir brauchen, um uns nicht umzubringen? Wir leben einen Traum. Der Preis dafür ist, dass wir nachts nicht schlafen können und uns ganz seltsam leer fühlen. Der Film ist toll fotographiert und fließt flüssig: Ein meiner Meinung nach wirklich mutiges, handwerklich einwandfreies Regie-Debüt mit einmaligem Gefühl für deutsche Unheimlichkeiten. Das Beste ist eigentlich, dass Jan Schomburg meilenweit davon entfernt ist, pessimistisch oder fatalistisch zu sein.

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ovgucker

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Bewertung7.5Sehenswert

ganz fantastisch gespielt, leider gegen ende etwas unausgegorener plot.

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kurzkurzlang

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Bewertung9.0Herausragend

Wunderbarer Film. Hüller so gut wie nie. Und in der ersten Woche schon fast 10000 Zuschauer, wie mediabiz vermeldet. Aber Sigmund hat recht: Eigentlich sollten es mehr sein.

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Sigmund

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Hat fast schon 10.000? Nicht schlecht! Nur noch 500 mal so viel, und er überholt Kokowääh... :P


Sigmund

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ist der deutsche Film so schlecht, wie oft behauptet wird? Ich denke: nein. Die Perlen sind nur immer schwieriger zu finden.
ÜBER UNS DAS ALL ist zum Beispiel ein sehr feiner und verdammt kluger Film, dessen Thema obendrein fast jeden betrifft. Weil so viele Menschen aber am liebsten in der Herde blöken, wird es dieses ebenso brillante wie kurzweilige Drama über gewisse, moderne Beziehungsphänomene wahrscheinlich nicht einmal auf 10.000 Kinozuschauer bringen – trotz seiner unzweifelhaften Qualität! Und damit ist ÜUDA kein Einzelfall im deutschen Kino (siehe auch: DAS ROTE ZIMMER, PINGPONG, DIE UNERZOGENEN, BERGFEST, GEGENÜBER, DIE LIEBE DER KINDER und noch einige mehr).
Gute Filme gibt es immer wieder. Die Frage ist nur: Warum geht fast niemand rein?

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Sigmund

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Viele der allerbesten Filme sind nun mal alles andere als im herkömmlichen Sinne "gefällig". Traurig finde ich, dass die allermeisten Menschen darauf mit Desinteresse reagieren. Dass sie keine Neugier auf brillant beobachtete, wahrhaftige Geschichten haben, in denen sie eine Menge wesentliche Dinge über sich selbst und andere, über unsere innere wie äußere Natur lernen könnten. Stattdessen meidet man diese Art von Filmen, weil sie beispielsweise zu ehrlich sind um gewisse Standard-Sehnsüchte zu befriedigen. Und weil sie einen daran hindern, sich das Leben mit Simpelweltbildern à la Bildzeitung zu leicht zu machen.


minate

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Außerdem weil sie sich die Welt viel zu gern schönreden, weil es wiederrum einfacher ist und weil sie (bis jetzt, meiner Beobachtung nach) schlicht und einfach zu dumm sind. Ich wünschte dieser Eindruck wäre falsch. Denken und Hinterfragen ist doch viel anstrengender als vorgekautes vorverdautes zu konsumieren. Vorgebackene Tiefkühl-Mikrowellen-aufgewärmte Menschen eben.


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