Über uns das All - Kritik

DE 2011 Laufzeit 90 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 15.09.2011

  • 7

    Sehr schicker deutscher Film, mit einer wie immer ausgezeichneten Sandra Hüller. Die Frau schnackt nicht lang, die machts einfach. Hossa.
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    • 8

      Richtig gut. Toll gespielt und klasse Geschichte. Ein Beweis das es tatsächlich auch (noch) gute deutsche Filme gibt.

      • 5 .5

        Hätte mir nach den guten Bewertungen mehr erwartet. Durchaus gut gespielt und Georg Friedrich gefällt mir aber für mich sagt der Film relativ wenig aus.

        • 8

          Schade, dass die These über die faschistoide Liebe im Hintergrundrauschen der Kneipe untergeht. Falls jemand das Zitat zusammenkriegt oder gar schriftlich hat: bitte melden! Was ich raushöre klingt nach Hegel. Das Fremde im Anderen wird zerstört, um eins zu werden. Großes Kino!

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          • 5 .5

            Der Film ist im Prinzip eine psychologische Studie, deren Experimental -und Improvisationscharakter gewöhnungsbedürftig ist, aber auch seinen Reiz hat.

            • 8 .5

              Wie schon andere festgestellt haben: So könnte echter deutscher Film aussehen: kein Primetimeburner, kein heldengehabe sondern feines intensives Kino. Schau ich mir glatt zwei Mal an um die Quoten zu schönen.

              Fazit: unbedingt ansehen ohne vorher herumgelesen zu haben.

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              • 5

                Selten so ein grauenhaft hingekünsteltes, pseudo Filmkunstwerk gesehen, wie dieses, aber „deutsch“ war es, ach ja. Nun. daher fehlte darin jegliche Ironie, jeglicher Witz, jeglicher nicht vorhersehbarer, schon durch die „spannungsreiche“ Geschichte angekündigter Höhepunkt. es wir geschauspielert (Zitat: „soll ich einmal etwas böses spielen“,..?) Kino in dem man alles weglässt und schon meint, nur dadurch würde sich Intellektualität, Gefühl, Spannung, Geist, Sinn, was auch immer, wie von selber ergeben, entstehen und in diese offen gelassenen Lücken fließen?
                Wie beschr... sind eigentlich die Juroren inzwischen, die „so etwas“ auch noch mit einem Filmpreis auszeichnen? Wo leben wir inzwischen, in einer komplett dekadenten Kultur, am Rand des Wahns, die sich selber preisgibt, spiegelt und die eigene szenische Unfähigkeit auch noch schwadronierend, in hohle pathetische Worte packen musste, in „tiefsinnigen“ Beschreibung zu diesem Film, ?
                Ach so ein „Happy end“ ist skurril und daher wieder zeitgemäß, die Protagonistin darf sich bauchfroh wieder gefunden haben, konnte ihre Bedenken auflösen, .. grauenhaft, grausam, eine Beleidigung für jeden fortgeschritteneren Filmkenner, .. brrrr
                (ja ich bin keiner aber alle, die diessn Film „aufrichtig“ und mitfühlend mögen, sich "angerührt" fühlten, sicherlich,..gähn ...)

                Gut diesen Film im "TV-Kanal a-plus-b irgendwo" gesehen zu haben, ..ich wäre sonst aus dem Kino gelaufen und hätte mir voll erfreut über die vermittelten Inhalte, die Straße vor dem Kino angeschaut, auf der sich das wirkliche Leben abspielt, bisweilen … ächz

                Ach ja, ich hatte es fast vergessen, um die freudigeren, bezirzten Fan Clubs des "deutschen Filmtreibens" ein wenig zu beruhigen, natürlich gabs auch kurze, gute Sequenzen im Film, etwa der Ausspruch jenes Protagonisten zum Geburtstag des Austriarchers:

                "Kummer sei lahm,
                Sorge sei blind,

                Es lebe das Geburtstagskind."

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                • 8

                  Das ist der deutsche Film, wie er sein sollte. Ein Film den man sehen sollte, ohne sich vorher zu sehr über die Handlung zu informieren. Nur dann trifft einen das Geschehene mit seiner vollen Wucht. Ich habe nicht viel erwartet und war nach den ersten 45 Minuten regelrecht erschüttert. Nach der Einführung der zweiten Hauptfigur gibt es aber zunächst einen kleinen Durchhänger und das Ende wirft mehr Fragen auf als es beantwortet. Ich mag offene Fragen und auch die Anspielungen auf Hegel und der Liebe gefallen mir gut, doch das Ende wirkt auf mich nicht ganz rund - hieraus hätte man mehr rausholen können. Trotzdem ist dieser Film jedem empfohlen, der immer noch behauptet der deutsche Film sei tot.

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                  • 9 .5

                    Kann man sein Leben konstruieren? Eine Liebesbeziehung?

                    Die glückliche Ehe von Martha und Paul hat etwas Verspieltes. Die beiden lieben es, in Rollen zu schlüpfen und spontanen Impulsen zu folgen. Bis das Spiel nicht mehr aufgeht.
                    Der plötzliche Selbstmord Pauls kommt aus heiterem Himmel. Die Nachforschungen Marthas ergeben, dass sie kaum etwas über Pauls Leben weiß. Er hatte sein Studium schon vor Jahren abgebrochen. Die Doktorarbeit, die Arzt-Stelle in Marseille und die gemeinsame Zukunft waren eine Lüge, eine Illusion, eine Sackgasse.
                    Jetzt wird der Film interessant: Statt Trauerarbeit wählt Martha einen anderen Weg. Mit Alexander, einer Zufallsbegegnung - Eine kleine Geste Alexanders erinnert sie an Paul -, will sie das bisherige Leben einfach fortsetzen. Nein, hier wird's nicht pathologisch nach dem Muster: Verdrängter Konflikt führt zu psychischer Störung und weiteren dramatischen Verwicklungen. Nein, Martha ist sich völlig bewusst, was sie tut. Sie ersetzt auch nicht einfach Paul durch Alexander, sondern macht Alexander ein Angebot mitzuspielen. Und Alexander kann sich frei entscheiden, ob er der sein will, den Martha in ihm sehen will. Das wäre eine Liebe ohne Naivität.
                    In einem Kneipengespräch geht es um die Frage, ob Liebe nicht faschistisch sei, weil sie auf dem Wunsch nach Assimilierung, nach Verschmelzung beruhe. Das führe dazu, dass man das Andere beim Anderen bekämpfen müsse. Martha bestreitet diese Sichtweise: Liebe sei das Gegenteil von Faschismus.
                    Das Aufregende an "Über uns das All" ist, dass Identität anders definiert wird als üblich und diese Definition auf ihre Lebenstauglichkeit geprüft wird. Um die Fragmentierung einer Persönlichkeit lebensecht werden zu lassen, braucht es allerdings ein Schauspielgenie wie Sandra Hüller, die Brüche bruchlos spielen kann.

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                    • 6 .5

                      Einer dieser Filme, für die man gerne GEZ-Gebühren zahlt.

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                      • 4

                        Hab ihn mir die Tage angeschaut, vor allem auch wegen der positiven Meinungen hier.
                        War aber enttäuscht. Der Anfang ist sehr vielversprechend, aber dann wird plötzlich nicht mehr so stark ins Detail gegangen, zu viele Fragen bleiben offen und es wird langweilig und vorhersehbar. Schade drum, da Sandra Hüller ihre Rolle recht gut und größtenteils glaubhaft rüber bringt.

                        • 6

                          Sandra Hüller liefert in "Über uns das All" wieder einmal eine glänzende Vorstellung ab und trägt den Film. Auf schauspielerisch hohem Niveau verkörpert sie eine Frau, deren Ehemann aus heiterem Himmel Selbstmord begannen hat. Sie erfährt schließlich, dass ihr gesamtes gemeinsames Leben auf einer Lüge aufgebaut war.
                          Leider folgt der Film nicht seiner am Anfang klaren Linie, sondern verrennt sich ab der Mitte in einer arg konstruierten Handlung, die die Glaubwürdigkeit der gesamten Geschichte unterminiert. Somit verkauft sich "Über uns das All" letztlich unter Wert.

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                          • Im Gegensatz zur hier oft vertretenen Meinung mag ich den deutschen Film sehr.
                            Gestern schien mir jedoch Sandra Hüller ihren Exorzismus noch nicht überstanden zu haben. Ihr schlecht gespieltes Gekreische ging mir dermaßen auf die Nerven, dass ich abschalten musste. Bislang 4 Punkte, da dies nicht ganz objektiv wäre, lass ich die Bewertung, bis ich irgendwann mehr Ruhe finde, das ganz durchzuziehen.

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                            • 8

                              Trauer hat viele Facetten und jeder Mensch reagiert anders. Der Umgang mit ihr und der Umwelt ist schwierig, teilweise auch tragisch. Dieser Film transportiert diese Botschaft sehr transparent, jedoch ist das Ende des Films sehr zerfahren und teils kitschig.

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                              • 6 .5

                                Phantastische Idee, interessanter Plot, sehr, sehr gutes Schauspiel aber das Ende hat alles zerstampft. Schade!

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                                • 8

                                  Über uns das All ist zum einen unendlich tragisch, weil er die Austauschbarkeit von Menschen, die Unmöglichkeit jemanden wirklich zu kennen und die Illusion der Dauerhaftigkeit des Glücks beschreibt, andererseits ist er auch wieder optimistisch, weil es genau jene Mängel sind, die uns erlauben durch die Kraft der Verdrängung, der Oberflächlichkeit unserer Beziehungen und unserer Fähigkeit zur Selbstdefinition immer wieder anzuknüpfen und dort weiterzumachen, wo eigentlich ein Ende erreicht war. Der Film zeigt uns dieses Paradox: Kein Verlust ist so groß, als dass wir nicht irgendwie Ersatz finden könnten.

                                  Diese süßsaure Pille vermittelt Über uns das All auch als solche: Zum einen sind die dramatischen Szenen wirklich mit so viel Ausruck gespielt, dass man sich am liebsten in seinen Kinosessel verkriechen möchte. Andererseits ist Über uns das All einer der wenig deutschen Dramen, die den Sinn des Comic Relief verstanden haben und wissen, dass gerade in einem solchen Film sehr viel Humor nötig ist, um nicht zum Emo-Porno auszuarten. Der Film will den Zuschauer nicht quälen, er will ihm eine teils schmerzhafte Weltsicht schonend beibringen und ist die meiste Zeit wirklich sehr unterhaltsam.

                                  Noch dazu ist dieser Film so unglaublich clever konstruiert, volle Querverweise auf frühere und spätere Handlungsebenen, voller Anspielungen und wenn Alexander in seiner Vorlesung im Bezug auf die deutsche Revolution Hegels Geschichtsphilosphie zitiert, wonach bedeutende historische Konstellationen immer zwei Mal auftreten, dann redet er eben nicht nur über Weltgeschichte, sondern auch über die Struktur des eigenen Filmes. Soll heißen: Alles was in diesem Film gesagt wird, leistet auch einen Beitrag zum Film. Kein typischer deutscher Laberfilm, sondern ein kleines Kunstwerk, perfekt durchgeformt. Jaja, immer wenn ich glaube, der deutsche Film taugt nicht viel, dann kommt so ein wunderbares Gegenbeispiel. Immer dort wo ich es am wenigsten erwarte...

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                                  • 8 .5

                                    Über uns das All wirkte auf mich wie eine Art Noir-Romanze, wie eine Mischung aus Blue Valentine und Melancholia. Die menschliche Welt wird mit den Mitteln der Beziehung erklärt. Die Figuren und ihre Abgründe werden schonungslos ausgeleuchtet. Es wird demonstriert, wie weit man sich von sich selbst entfernen kann, ohne aufzuwachen, und wie gefährlich das ist. Der Film schafft ein beträchtliches Maß an fiesestem Mindfuck ohne irgendwelche speziellen Mittel oder Effekte zu nutzen. Das (deutsche) menschliche Gehirn stellt schon genügend irrwitzige Chemie bereit, um einen schrägen Totentanz zu feiern. Sandra Hüller ist wirklich genau die Richtige für diese psychotische Kraft-Rolle. Mich hat der Film sehr geschockt. Er ist astrein inszeniert. Da ist auch ganz viel Gefühl für sinnliche Darstellung. Die Idee einen breiten Wiener-Akzent mit reinzubringen, fand ich super, oder die Betonung der Gesten und des Humors der Figuren . Der Film nimmt kein Blatt vor den Mund und schafft sich selbst ein stabiles filmisches Forum, um Themen anzusprechen, die sonst eher untergehen, weil sie dann doch ein wenig zu krass für den Kinosaal sind. Sex, Humor, Routine, Essen, Freunde - alles Betäubung, alles erarbeitete Virtualität, die wir brauchen, um uns nicht umzubringen? Wir leben einen Traum. Der Preis dafür ist, dass wir nachts nicht schlafen können und uns ganz seltsam leer fühlen. Der Film ist toll fotographiert und fließt flüssig: Ein meiner Meinung nach wirklich mutiges, handwerklich einwandfreies Regie-Debüt mit einmaligem Gefühl für deutsche Unheimlichkeiten. Das Beste ist eigentlich, dass Jan Schomburg meilenweit davon entfernt ist, pessimistisch oder fatalistisch zu sein.

                                    • 7 .5

                                      ganz fantastisch gespielt, leider gegen ende etwas unausgegorener plot.

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                                      • 9

                                        Wunderbarer Film. Hüller so gut wie nie. Und in der ersten Woche schon fast 10000 Zuschauer, wie mediabiz vermeldet. Aber Sigmund hat recht: Eigentlich sollten es mehr sein.

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                                        • 8

                                          Ist der deutsche Film so schlecht, wie oft behauptet wird? Ich denke: nein. Die Perlen sind nur immer schwieriger zu finden.
                                          ÜBER UNS DAS ALL ist zum Beispiel ein sehr feiner und verdammt kluger Film, dessen Thema obendrein fast jeden betrifft. Weil so viele Menschen aber am liebsten in der Herde blöken, wird es dieses ebenso brillante wie kurzweilige Drama über gewisse, moderne Beziehungsphänomene wahrscheinlich nicht einmal auf 10.000 Kinozuschauer bringen – trotz seiner unzweifelhaften Qualität! Und damit ist ÜUDA kein Einzelfall im deutschen Kino (siehe auch: DAS ROTE ZIMMER, PINGPONG, DIE UNERZOGENEN, BERGFEST, GEGENÜBER, DIE LIEBE DER KINDER und noch einige mehr).
                                          Gute Filme gibt es immer wieder. Die Frage ist nur: Warum geht fast niemand rein?

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                                          • 9

                                            In der kompakten Komposition von Über uns das All ist jedes Bild von elementarer Bedeutung, jede Nuance eines Stimmungsumschwungs präzise platziert. ... Im gesamten Kinojahr ist das Debüt von Jan Schomburg einer der bemerkenswertesten wie auch vielversprechendsten Beiträge überhaupt.

                                            • 7 .5

                                              Das Gefühl der Leere, das ein Drama dieser Art normalerweise hinterlässt, bleibt nach "Über uns das All" jedoch aus: Das preisgekrönte Kinodebüt füllt den frei gewordenen Raum mit Fragen auf.

                                              • 8

                                                „Über uns das All“ verfügt ... über ein enormes Kontroversen-Potenzial, das den grandiosen, minimalistisch konzentrierten Wurf weit über die Beziehungsthematik hinaus hebt.

                                                • 9

                                                  Es gab lange keinen deutschen Film, schon gar nicht von einem Debütanten, der seinem Publikum so viel zutraut, ohne es zu Tode zu langweilen.

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