Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben

Lung Boonmee Raluek Chat (2010), FR/DE/NL/ES/TH/GB
Laufzeit 113 Minuten, FSK 0, Komödie, Kinostart 30.09.2010

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7.3 Kritiker
17 Bewertungen
Skala 0 bis 10
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von Apichatpong Weerasethakul, mit Thanapat Saisaymar und Jenjira Pongpas

Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben erzählt die eigenwillige Geschichte der letzten Tage im Leben seiner Hauptfigur. Sterbenskrank hat sich Uncle Boonmee in eine ländliche Gegend im Nordosten Thailands zurückgezogen. Eines Tages, beim Abendessen mit seiner Familie, gesellt sich der Geist seiner verstorbenen Frau zu der Runde. Auch sein lange verschollener Sohn taucht plötzlich auf, allerdings in nicht-menschlicher Form. Es beginnt eine lange Unterhaltung, in der die vergangen Leben von Uncle Boonmee erkundet werden. Schließlich macht sich Uncle Boonmee zusammen mit seiner Familie auf eine Reise durch den Dschungel bis zu einer mysteriösen Höhle, dem Geburtsort seines ersten Lebens.

Das allgegenwärtige Thema von Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben, Transformation, spiegelt sich auch in der Machart des Films wieder, welche die klassische Formeinheit des Kinos auflöst. Denn Uncle Bonmee besteht aus sechs Filmrollen, von denen jede in einem anderen Stil aufgenommen wurde. Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben gewann 2010 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme. (TM)

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Kritiken (11) — Film: Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben

Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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8.5Ausgezeichnet

Inmitten eines Szenarios der vollkommenen Vereinnahmung der Realität durch das Mystische angesiedelt, schafft es das thailändische Regiewunderkind Weerasethakul ohne große Worte, einzig durch herausragend fotografierte Bilder und eines ebenso klug wie dezent eingesetzten Soundteppichs, viel über Kultur und Glaube seines Heimatlandes zu berichten, auf der anderen Seite aber auch eine berührende Geschichte über die großen Themen Leben, Tod und Einsamkeit zu erzählen. Wäre das Urteil, manche Filme könne man nicht gänzlich beschreiben, sondern müsse sie erfahren, nicht mittlerweile zur belanglosen Rezeptionsfloskel verkommen, für deren Einsatz man sich wenn schon nicht schämen, so wenigstens entschuldigen möchte (was hiermit geschehen ist): Das cinephile Bekenntnis BOONMEE wäre ein passender Kandidat für die Untermauerung dieser These.

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Billmaik

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Selten erscheint mir jene Floskel so angebracht wie hier, so abgedroschen sie im Regelfall auch klingen mag. Eine Entschuldigung ist demgemäß zwar achtbar, de facto allerdings absolut überflüssig :)


Werner Busch

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8.0Ausgezeichnet

Uncle Boonmee ist der zugänglichste Film des immer noch jungen Regisseurs. [...] Der Regisseur drohte zuvor endgültig einer dieser Filmemacher zu werden, die von der Kritik mit Lobeshymnen verprügelt werden, um nie ein Publikum zu finden. Uncle Boonmee könnte ein Wendepunkt für diese Entwicklung sein.

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Cosima Lutz: Die Welt Cosima Lutz: Die Welt

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9.0Herausragend

Der diesjährige Cannes-Gewinner "Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben" ist ein sehr sehenswerter Film. [...] Aber selbst das „Vorher“ und das „Später“ verlieren ihre Eindeutigkeit. Darin liegen der Humor und auch der Trost dieses wohl bislang zugänglichsten Films des Regisseurs. Von Bild zu Bild gibt es trotz der Gleichmut der Montage ein unwiderstehliches Fortschreiten der Geschichte, aber nicht auf ein Ende hin, sondern in alle Richtungen.

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Diemuth Schmidt: Radio Köln Diemuth Schmidt: Radio Köln

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8.5Ausgezeichnet

Diesen Film muss man als Kunstwerk auf sich wirken lassen, ohne die Logik zu suchen. Zeitebenen werden aufgehoben, und man folgt mehr Bewusstseinsströmen als einem Plot. Was hängen bleibt, ist, dass das Sterben hier erstaunlich friedlich und hoffnungsvoll dargestellt wird - irgendwie tröstlich.

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Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog

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9.5Herausragend

Was für ein Vergnügen, dieser Film! Apichatpong Weerasethakul [...] gibt uns das Staunen zurück, die Freude über das Seltsame, das Wunderbare, das liebevoll abgründige alles-ist-möglich. Das hat damit zu tun, dass uns seine thailändische Mythologie exotisch anhaucht. [...] Und ganz nebenbei ist Lung Boonmee raluek chat einer der friedlichsten, hoffnungs- und liebevollsten Filme über das Sterben, die ich je gesehen habe

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Andreas Busche: fluter, Der Freitag Andreas Busche: fluter, Der Freitag

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9.0Herausragend

Das Wunderbare an Apichatpong Weerasethakul ist [...] gar nicht mal so sehr sein Talent, sondern die Ernsthaftigkeit, mit der sich seine Filme auf ganz grundlegende (und oft vernachlässigte) Qualitäten des Kinos berufen. Das Vorurteil, dass "Uncle Boonmee" anstrengendes Arthouse-Kino sei, hat vor allem damit zu tun, dass viele das einfache Sehen geradezu verlernt haben. Im Prinzip richtet sich "Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben" auch gar nicht an ein cinephiles Publikum [...]. Ganz im Gegenteil genießt man Weerasethakuls Film am besten vollkommen unvoreingenommen, wie ein Kind, das von einem Geschichtenerzähler auf eine Reise mitgenommen wird.

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Esther Buss: Film-dienst Esther Buss: Film-dienst

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7.5Sehenswert

Weerasethakul erzählt in Bildern voller Intensität und geheimnisvoller Spannung von Tod und Reinkarnation, aber auch vom Kino und seiner Fähigkeit, andere Lebenswelten, Realitäten, Figuren zu entwerfen. [...]
Es ist eine bizarre Szenerie. Die Figuren wirken hölzern und sprechen mit monotoner, fast somnambuler Stimme, die Grillen zirpen im Hintergrund; zusammen erzeugt das eine merkwürdig hypnotische Stimmung, die mal voller Ernsthaftigkeit und Weisheit ist, mal ins Komische kippt. Weerasethakul spricht damit auch dem Kino, mit dem er aufgewachsen ist, eine „Liebeserklärung“ aus, den thailändischen Fernsehfilmen mit ihrem steifen Schauspiel und den schlecht gemachten Monstern.

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Harald Steinwender : BR Harald Steinwender : BR

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9.0Herausragend

Mit seinem sechsten Spielfilm gelingt dem Avantgarde-Regisseur Apichatpong Weerasethakul ein höchst unkonventioneller, märchenhafter Film. Jenseits der mythopoetischen Bildsprache ist "Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben" eine Parabel auf das gegenwärtige Thailand und seine zwischen Tradition und Moderne zerrissene Gesellschaft.[...]
Weerasethakuls Drama lebt von ruhigen, fast malerischen Bildern: Wasserdampf, der aus dem Dschungel aufsteigt; zwei Alte, die im Sonnenlicht ungerührt von den sie umfliegenden Bienen Honig aus Waben naschen; ein Wasserbüffel, der in der Nacht durch den Urwald streift – allesamt Bilder, die, begleitet von der fast musikalischen Geräuschkulisse, lange nach dem Kinobesuch nachwirken.

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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0.5Schmerzhaft

Mit UNCLE BOONMEE WHO CAN RECALL HIS PAST LIVES gewann der ungewöhnlichste Beitrag des Filmfestivals Cannes 2010 die Goldene Palme. Wir wissen nicht, was die Jury für Drogen genommen hat, als sie diesen Film auszeichnete. Wir wissen nur eins: sie sollten weniger davon nehmen! Dies ist der mit weitem Abstand langweiligste Film des Jahrzehnts. Wer auf weidende Wasserbüffel steht oder zu Waldmenschen mutierten Söhnen im Zeitlupentempo beim irrlichtern zuschaut, der ist hier genau richtig. Ich habe es jedenfalls nicht ausgehalten und bin...

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Kalle Somnitz: programmkino Kalle Somnitz: programmkino

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7.5Sehenswert

Bertrand Tavernier bezeichnete den Film als einen „hypnotic sleep“ und traf damit den Nagel auf den Kopf. Denn schon zu Beginn des Films, wenn die Kamera scheinbar endlos auf dem Wasserbüffel verweilt, läuft man Gefahr, einfach wegzudösen. Doch ein Problem ist das nicht unbedingt, denn der Film nimmt einen mit auf eine meditative Reise durch ein fernes Land und eine unbekannte Lebensphilosophie.

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P. Wellinski: Filmszene.de P. Wellinski: Filmszene.de

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8.0Ausgezeichnet

Man muss, um in das filmische Universum eines Weerasethakuls einzudringen, kein Thailand-Experte oder Fan von Video-Art sein. Seine Werke funktionieren auch auf einer wesentlich simpleren - man ist fast schon geneigt zu sagen: einer primitiveren - Ebene. Sie konzentrieren sich nämlich komplett darauf, uns in einen Alles-ist-möglich-Zustand zu versetzen. Damit gelingt es ihnen uns das Gefühl zu vermitteln, wir säßen gerade zum ersten Mal im Kino und wüssten nicht, welche Macht dieses Medium eigentlich hat.

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Kommentare (7) — Film: Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben

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DerDude_

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Bewertung10.0Herausragend

"Kino ist eine visuelle Kunst. Man darf die Hoheit darüber nicht kampflos den Massen überlassen. Uncle Boonmee ist ein Sieg für die Filmkunst."
- Daniel Kothenschulte

Das thailändische Werk "Uncle Boonmee errinert sich an seine früheren Leben" gehört zu der Sorte Film, welche sich rational nicht in Worte fassen lassen. Jeder Versuch den Film irgendwie zu beschreiben wird knallhart vor die Wand gefahren. Das liegt vor allem daran der Film sehr vielen anderen Filmen ähnlich und dann wieder unähnlich ist. So errinert er mich in seiner Inszenierung oft an die Filme von Terrence Malick aber dennoch verzichtet der Film auf große Bildgewalt. Von seinem Thema ist er Gaspar Noes "Enter the Void" ähnlich aber dennoch ist "Uncle Boonmee" viel einfacher und angenehmer zu schauen. Die langen wortlosen Einstellungen kamen mir oft wie Bela Tarr oder Michael Haneke vor aber irgendwie ist der dann wieder zu dynamisch für diese Filme. Quasi ein Potpourri aus so vielen Stilrichtungen und doch ganz anders.
Das der Film kein konventioneller Film ist ist trotzdem klar. Doch "Uncle Boonmee" verfolgt nicht nur einen künstlerischen Aspekt sodern unterhält zudem gut und ist nie anstrengent. Das resultiert warscheinlich darum das alle handelnden Personen unglaublich sympathisch sind, der Film immer wieder nette Humorstellen einbaut und auch der Umgang mit den Geistern ist sehr friedfertig. Dennoch erzeugt "Uncle Boonmee" dann wieder eine so magische, Trance ähnliche Atmosphäre die einen in den Bann zieht und einen stark fesselt.
Die Geschichte die erzählt wird, kann trotzdem nicht jedem gefalle. Man sollte vielleicht etwas künstlerische Offenheit mitbringen. Unter dieser Vorraussetzung ist "Uncle Boonmee" ein kleines großes Meisterwerk bei dem Mensch und Natur, Vergangenheit und Gegenwart. Leben und Tod miteinander verschmelzen und ein mysthisches Erlebnis formen.
Der wohl beste Film des vergangenen Kinojahres 2010 und erneut der Beweis das das Cannes Film Festival der Acadamy meilenweit vorraus ist. Wie sie es 1974 mit "Der Dialog", 1976 mit "Taxi Driver", 1979 mit "Apocalypse Now", 1991 mit "Barton Fink" , 1994 mit "Pulp Fiction", 2009 mit "Das weiße Band", dieser hier 2010 oder 2011 mit "The Tree of Life", zeigten.

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loveissuicide

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Bewertung1.0Ärgerlich

Spiritueller Mist, der höchst langweilig und zum Teil lächerlich ist. Für einen Hassfilm ist mir der Film aber viel zu egal.

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ElMagico

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein sehr stiller, sehr meditativer Film, der es aber seltsamerweise schafft einen behaglich fühlen zu lassen und den Zuschauer auf eine sehr zarte Weise unterhält.
Aber gleich vorweg: für europäische Augen ist "Uncle Boonmee" sehr ungewohnt, sehr statisch in seinem Aufbau und durchtränkt von kulturellen und religiösen Einflüssen, die auf uns doch sehr fremd wirken. So mutet diese ganz natürliche Akzeptanz der Geister Anfangs etwas seltsam an, aber schnell findet man sich in die Sprache und Optik des Films ein und schon nach kurzer Zeit badet man gerdazu darin.
Was mich aber primär an diesem Film so fesselte, mir dieses warme Gefühl vermittelte, ist Boonmee und seine Familie. Dies stille und liebevolle Art die sie in jedem Moment vermitteln, wie sie miteinander umgehen und wie sie alles mit Demut und gleichzeitig Respekt hinnehmen, hat mich doch sehr fasziniert.
Und obwohl hier alles leise und langsam ist, obwohl hier nicht viel passiert...man empfindet nie Langeweile. Man nimmt Teil an der kleinen Reise, versteht mehr und mehr was Regisseur Weerasethakul über die Zukunft, die Vergangheit und dem Kreislauf des Lebens sagen will. Oder auch nicht. Den Klarheit schafft er nur selten. Jeder könnte Boonmee sein. Jeder könnte Jeder sein. Verwirrend, aber ich sage es noch einmal: ein überraschend zugänglicher Film. Da es Weerasethakul nicht verpasst leisen Witz und auch durchaus bissige Dialoge in dieses ungwöhnliche Familiengeflecht einzubinden.
Was "Uncle Boonmee" letztendlich darstellt kann ich aber nicht sagen. Geisterfilm...Drama...Familiengeschichte...Esoterisches Gleichnis. Irgendwie das alles und doch auch nicht. Was ich sagen kann: er wirkt.

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Sigrun

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"Jeder könnte Boonmee sein." - Ja :)


ElMagico

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:)


spanky

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Bewertung6.0Ganz gut

Man muss kein Connaisseur sein, um zu merken, dass dies hier ein besonderer Film ist. Besonders in seiner Erzählstruktur und seiner Ignoranz der Zeit. Dadurch, aber vielleicht auch durch die einschläfernd-nasale Thai-Sprache schafft er ein völlig unwirkliches Gefühl von Sediertheit und Taumel. Vor allem aber Verwirrung.

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Tyler__Durden

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

In Uncle Boonmee, dem Film der wahrscheinlich die bisher größte filmische Errungenschaft des Thailänders zu sein scheint, erforscht Apichatpong nicht nur die vergangenen Leben und Ursprünge des Titel gebenden Charakters sondern auch seine eigenen stilistischen und inhaltlichen Merkmale die nun allesamt in fast schon perfektionierter Form hier ihre Vollendung finden. Ein geistiges Schattenspiel, bildlich sowie wörtlich welches das Leben als zyklisches Erneuern sieht. Vom Aufbau her ein dichtes Netz gewoben aus Selbstreferenz welches die Reinkarnations-Narration des Films in eine umfassende Karriere Nachuntersuchung einer Cineastischen Hoffnung und ihren spirituellen Ideologien verwandelt.

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der cineast

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:D


Pepilotta

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ich finde daran im Übrigen nichts verwerfliches. Kritiken werden fürs Publikum gemacht. Auszeichnungen können als positive Kritik ausgelegt werden. Die Filmschmieden werben nicht umsonst damit. Ob ich mir deshalb einen Film ansehen möchte, bei dem mich weder der Regisseur/Autor/sonstwas, noch das Thema interessiert, ist wieder eine andere Frage. Fände ich jetzt nicht so spannend, aber jedem wie er meint.


hnnng

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich hatte sehr wenig Schlaf in den letzten Tagen. Rammdösig und etwas zerstreut saß ich nun da, entschlossen aber, durchzuhalten – Pause drücken und morgen weitergucken, das geht im Kino nunmal nicht. Es dauerte keine zwanzig Minuten, da setzen die ersten Sekundenschlafschübe ein. „Verdammt!“ dachte ich, denn was gibt es frustrierenderes als während eines Filmes, den man wirklich gerne sehen möchte, einzuschlafen? [Zumal ich einmal in einem Anflug von überheblich-spöttischem Maulheldentum die These aufgestellt habe: „Es gibt zwei Arten von Menschen: Solche, die bei Filmen einschlafen und solche, die es nicht tun.“] Ganz weggeklappt bin ich dann letztlich nicht, wenngleich ich mich trotz (oder wegen) angestrengter Konzentration in einem dauerhaften Zustand traniger Umnebelung befand. Meine Nackenmuskulatur gab in den gesamten 113 Minuten des Films ihr Äußerstes um der Schwerkraft zu trotzen. Überraschenderweise muss ich rückblickend sagen: Das waren die denkbar besten Bedingungen, diesen Film anzusehen.
Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives kreist um die Schlagworte Animismus, Seelenwanderung und Mystik ohne dabei ins Esoterische abzudriften. Die eindrücklichsten Szenen sind somnambule Dschungelwanderungen, getaucht in blaustichiges, überweltliches Licht. Ein Wasserbüffel reißt sich von seiner Leine los und irrt durch das Dickicht, rotäugige Affenwesen huschen hinter den Bäumen entlang und eine mysteriöse Königin wird von einem Wels befriedigt. Was sich hier schon schleierhaft [ein passendes Wort] anhört potenziert sich nun mit meiner Halbschläfrigkeit und hebt den Film auf eine sprichwörtliche Traumebene, auf der sich seine schummrigen, surrealen Töne umso wirkungsvoller ausformulieren.
Nun, einen Tag später (und ausgeschlafen), bin nicht imstande wiederzugeben, was genau ich im Einzelnen gesehen habe, oder „worum es ging“. Im Gegenteil, ich merke jetzt noch deutlicher: Über Uncle Boonmee... zu schreiben fällt mir genauso schwer, wie der Versuch, den Traum von letzter Nacht zu rekonstruieren. Aber genau das macht mir den Film zu einer zutiefst Subjektiven, surrealistischen, kurz: neuen Seherfahrung.

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loveissuicide

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Wie können Animismus, Seelenwanderung und Mystik etwas anderes als Esoterik sein?


Pepilotta

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definiert Esoterik.


essence

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Scheint ein interessanter Film zu sein, mal vormerken.

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