...und das Leben geht weiter

And the Band Played On (1993), US
Laufzeit 141 Minuten, FSK 12, Drama

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6.3 Kritiker
3 Bewertungen
Skala 0 bis 10
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4 Kommentare
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von Roger Spottiswoode, mit Matthew Modine und Alan Alda

Mit eisgrauen Augen blickt ein berühmter Broadway-Choreograph aus dem Hotelfenster. Er weiß, daß die Party vorbei ist. Er hat auf seiner Haut Verfärbungen, das sogenannte “Kaposi Sarkom”, entdeckt und sucht das erste und einzige amerikanische Ärzteteam auf, das sich mit einer tödlichen Immunschwächekrankheit befaßt: Don Francis und Mary Guinan, ein Virologenteam, sind einer Viruserkrankung auf der Spur, die als “Schwulenkrebs” durch die Medien geistert. Die Zahl der Todesopfer steigt dramatisch. Umfangreichere Forschungen sind gefordert, doch dazu fehlt das Geld und der politische Willen der Verantwortlichen. Es sind ja nur Schwule, die sterben.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: ...und das Leben geht weiter

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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8.0Ausgezeichnet

Der Film der Philadelphia hätte sein können: Statt glattgebügelter Sülze und Opernarien am Trop ein vielschichtiger, spannender und trotz allem sehr berührender Blick auf die Anfangszeit von HIV. Die hochkarätige Besetzung tritt dankenswerter Weise hinter ihren Rollen zurück und stellt sich in den Dienst der Story statt sich gegenseitig an die Wand zu spielen.

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Kommentare (3) — Film: ...und das Leben geht weiter

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RoosterCogburn

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Bewertung7.5Sehenswert

Dramatik. Beklemmende Zeitgeschichte. Herrausragende Besetzung. Absolut bis in die Nebenrollen exzellent besetzt. Eine ausgeklügelte und dramatische Story, die geschickt Fiktion und Tatsachen miteinander verwebt. Ein sehenswerter Film!

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mikkean

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Neben "Philadelphia" der wohl wichtigste Vorstoß Hollywoods zur AIDS-Thematik. Vollgepackt mit Starpower und einer niederschmetternden Menge an Realität. Mit "And the Band Played On" gelingt Roger Spottiswoode der heikle Drathseil-Akt, Fakt und Dramatik zu verbinden und das Aufkommen der AIDS-Epidemie packend aufzuarbeiten. Gemäß dem Untertitel der Buchvorlage von Randy Shilts geht es um People, Politics and the AIDS-Epidemic. Sehr genau zeichnet der Film den Kampf um das Forscherteam um den ambitionierten Epidemiologen Don Francis nach, der eine beunruhigende Fülle an aufkommenden Krankheits-Fällen in der Homosexuellen-Szene Amerikas untersucht, die sich schließlich auch auf "normale" Bürger ausbreitet. Die Gesundheits-Politik unter Kriegstreiber Reagan schweigt den Schulen-Krebs lieber tot und wird massiven Etat-Kürzungen unterzogen. Und als der Virus schließlich von einem französischen Team isoliert und bestimmt wird, geht es letztlich sogar nur die Frage, welcher Forscher sich dafür den Ruhm einfahren darf. Vorzeige-Sender HBO steht nicht umsonst für Qualität erster Güte, denn diese Chronik des ersten Jahrzehnts im Zeichen von AIDS und HIV ist eine bitteres und vor allem nachdenklich stimmendes Mahnmal menschlicher Ignoranz und Politik-Spielchen. Dabei aber niemals rein wissenschaftlich oder allzu platt verkitscht. Hier werden echte Menschen portraitiert und Stars wie Richard Gere, Phil Collins, Matthew Modine, Steve Martin oder Sir Ian McKellan geben diesen Figuren Gesicht und glaubhafte Kontur. Wo sich Jonathan Demme einerseits auf den Kampf eines Betroffenen um Würde und Gerechtigkeit in "Philadelphia" konzentrierte, vermengt Spottiswoode eine Fülle an Charakteren, deren Schicksal aber wiederum genauso ergreifend rüberkommt. Es erscheint mir dabei als hinderlich, diese beiden Filme direkt miteinander vergleichen zu wollen. Denn in "And the Band Played On" geht es mehr um die Gegenüberstellung der erschreckend unwilligen Politik und dem dramatischen Zustand der betroffenen Gesellschaft. Bis eine Erkrankung vom Boulevard-Thema unter Schwulen zur nationalen Bedrohung, auch durch Behörden und Regierung anerkannt wird, ist es langsamer und bitterer Weg, der viele Kämpfer auf der Strecke lässt. Wie gesagt, eine fesselnde Chronik, deren Bedeutung auch heute nicht zu gering eingeschätzt werden darf. Selbst als TV-Produktionen eine echte Meister-Leistung, die ganz ohne Pathos und Holzhammer-Tragik auskommt. Hier wird weniger auf die Tränendrüse als aufs Gewissen und den Sachverstand appelliert. Bravo und nächstes Mal bitte nicht mehr nur im Nachtprogramm verstecken.

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MarcH

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Bewertung9.0Herausragend

Kann mich meinem Vorschreiber voll uns ganz anschließen: Schade, dass so ein wichtiger Film am Welt-Aids-Tag im späten Abendprogramm "versteckt" wird. Es täte gut daran, solche Werke einer breiten Zuschauerzahl zur Verfügung zu stellen.

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