Unter den Brücken
Unter den Brücken (1945), DE Laufzeit 99 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 15.09.1950
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News zu Unter den Brücken
von Helmut Käutner, mit Hannelore Schroth und Carl Raddatz
Hendrik und Willy haben gemeinsam eine große Liebe. Sie heißt “Liese-Lotte” und ist ihr Schleppkahn. An einem späten Sommerabend, als die beiden Schiffer mit der “Liese-Lotte” in Potsdam festgemacht haben, sehen sie auf einer Brücke ein Mädchen, das sich scheinbar in den Fluss stürzen will. Hendrik und Willy eilen zu Hilfe, können jedoch nur einen Zehnmarkschein aus dem Wasser fischen: Die vermeintlich Lebensmüde ist nämlich gar nicht gesprungen. Als ehrliche Finder fahren die beiden ihr nach. Anna – so heißt das Mädchen – besteht darauf, in Ruhe gelassen zu werden, aber dann willigt sie doch zögernd ein, auf dem Kahn zu übernachten. Die Berlinerin muss einsehen, dass sie zu dieser späten Stunde in Potsdam kaum noch eine Unterkunft finden dürfte. Am nächsten Tag fährt Anna mit Hendrik und Willy auf der “Liese-Lotte” nach Berlin. Die beiden haben sich Hals über Kopf in das Mädchen verliebt und würden sie gern an Bord behalten. Aber nach einer ungeschickten Bemerkung von Willi verlässt Anna das Schiff. Hendrik hat es indessen verstanden, sich ihre Adresse zu beschaffen. Er sucht Anna auf. Es dauert nicht lange, da ist auch Willy bei ihr. Aus den Freunden sind Rivalen geworden, aber Willy glaubt, eine Lösung zu wissen: Wer Anna gewinnt, muss runter vom Kahn, damit dem anderen wenigstens die “Liese-Lotte” bleibt.
Cast & Crew
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Kritiken (1) — Film: Unter den Brücken
Ulrich Behrens
Kommentar löschen"Unter den Brücken" ist sowohl ein "Kriegs"film – im Sinne eines auf den Krieg und das NS-Regime bezogenen Films –, als auch ein Nachkriegsfilm – im Sinne eines auf das Leben nach dem Krieg bezogenen Streifens. Das Überwältigende dieser – relativ einfachen, alltäglichen – Geschichte ist eben dieser Bezug zu einem Alltag, den es im damaligen Deutschland schon jahrelang nicht mehr gab: Verfolgung, Vernichtung, Krieg, Denunziation, Mitläufertum, Angst und Existenzangst usw. bestimmten den Alltag in NS-Deutschland. Dem setzt Käutner (1908-1980) einen Alltag gegenüber, der eher an die besseren Tage der Weimarer Republik – deren es auch nicht gerade viele gab – erinnert.
Aber nicht nur das. Käutner postuliert aus der Geschichte heraus Werte, die dem NS-Terrorregime völlig fremd sind: Freundschaft, Liebe, Nachbarschaftshilfe, Kooperation auf freiwilliger Basis, ja Demokratie in den Beziehungen (die Art der Konfliktregelung z.B. zwischen Hendrik und Willy) usw. Diese…
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Andy Dufresne Tue, 14 Aug 2012 07:45:56 -0000
Antwort löschenTolle Kritik!
Kommentare (3) — Film: Unter den Brücken
kronenhummer Tue, 14 Aug 2012 17:08:24 -0000
Kommentar löschenZweifellos ein starkes Stück deutscher Filmgeschichte. „Unter den Brücken“ schafft es eindrucksvoll mit einfachen Mitteln eine einfache und doch so starke Geschichte zu erzählen. Starke Szenen und eine gelungene Erzählung runden den sehenswerten Film ab, dem man in keiner Situation anmerkt, dass hier der Weltkrieg in seiner Hochphase stand. Vielleicht macht genau dieses den Film so beeindruckend. Einzig die, gerade zu Beginn, schlechte Akustik, bei der von den Dialogen kaum etwas zu verstehen war, während die Hintergrundmusik sich sehr in den Vordergrund drängte, trübte das Filmvergnügen ein wenig.
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Cellmorbasg Tue, 14 Aug 2012 10:06:11 -0000
Kommentar löschenBerlin zu Wasser, mit seinen Flüssen und Kanälen, Schiffen und Häfen, grüner Natur und grauer Stadt. In dieser Welt wird die Geschichte zweier Männer der Schifffahrt und ihrer Liebe zu ihrem Kahn und einer Frau erzählt. Zart und gefühlvoll werden die Charaktere geschildert und trotzen den schwierigen Gegebenheiten eines unsteten Lebens auf dem Wasser. So finden sie zusammen in Freundschaft und Liebe und leben fortan im Gleichklang der Wellen, des knarrenden Ruders, dem Wind im Schilf. Der Enge der Kajüte entfliehen sie in der Freiheit auf dem Wasser.
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Andy Dufresne Tue, 14 Aug 2012 01:23:50 -0000
Kommentar löschen"Gruß aus einem anderen Deutschland"
Das schrieb 1945 ein schwedischer Kritiker, ein Kritiker der wohl DIE Kopie (nur eine, eine einzige Kopie überlebte den zweiten Weltkrieg, sie überlebte ihn in Schweden) sah, eine Kopie dieses 1944 in Deutschland, von Helmut Käutner (Regisseur von Münchhausen/ Große Freiheit Nr. 7/ Der Hauptmann von Köpenick und so, so vielen Filmen mehr...) gedrehten Filmes.
Gedreht im wohl schlimmsten Jahr dieses verheerendsten Krieges aller Zeiten,gedreht in dem Jahr in dem klar war/wurde, das die Großmanns Träume dieses (unseres) Volkes (völlig/völligst) ausgeträumt waren, im perverstiertendstem Sinne völlig ,völligst ad absurdum geführt wurden.
Auf widerlichste Art und Weise pervertierte Träume waren dies, welche zum schlimmsten (schlimmst vorstellbaren) geführt hatten und es (damals) nur noch eine Frage der Zeit war bis die Gräuel, die Folterungen, der Wahnsinn (endlich) ein Ende hätten...
In dieser, im wahrsten Sinne des Wortes, wahnsinnigen Zeit, drehte Käutner eine Film über Sympathie, einen Film über Solidarität, einen Film über das zutiefst menschliche, die Liebe.
Liebe nicht (nur) zwischen Mann und Frau, er drehte einen Film über Liebe an sich, über beschützende Liebe, über empathische Liebe, über das was Liebe im innersten ist: Selbstlos, aufopfernd und vor allem bedingungslos.
Er zeigt(e) das Liebe bedeutet zu geben und nicht zu nehmen,
anzunehmen, nicht zu erwarten und nicht (wirklich) zu hinterfragen.
Hingebungsvoll zu sein und eben nicht erwartend.
Wie die Sonne (einfach und schlicht) scheint, aus innerem Antrieb heraus scheint, zu sein: Scheinend aus sich selbst heraus, scheinend aus innerster, gegebener Intension heraus,aus innergegebender Kraft heraus , nicht weil jemand darum bittet, oder sie beschwört oder sie lobt oder ihr schmeichelt.
Scheinend aus sich selbst heraus , freiwillig großzügig (ohne Forderung).
Unter den Brücken ist ein Film der aus sich selbst heraus scheint, ein Film der wahrlich strahlt und was/wie er (aus)strahlt:
Menschlichkeit, Verantwortung, Empathie, schlicht:
Liebe deine Nächsten und dies nicht (nur) in biblischem Sinne, sondern ganz einfach aus notwendigstem Sinne (heraus).
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