Unter Null

Less Than Zero (1987), US
Laufzeit 98 Minuten, FSK 16, Drama

4.3 Kritiker
4 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.4 Community
81 Bewertungen
11 Kommentare
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von Marek Kanievska, mit Andrew McCarthy und Robert Downey Jr.

Clay, Blair und Julian sind Freunde und gehören zur Glitzerwelt Beverly Hills. Ihre Eltern sind mehr mit rauschenden Partys und der Vergrößerung ihres Bankkontos beschäftigt, als mit ihren Sprößlingen. Nach der High – School trennen sich ihre Wege und damit die Einstellung zum Leben. Clay versucht die Probleme der No-Future-Generation durch ein braves Studium an der Ostküste zu bekämpfen, während Blair und Julian einen anderen Weg wählen: Drogen. Als Clay die beiden wiedersieht, ist er schockiert – seine Freunde sind auf einem selbstzerstörerischen Trip ohne jede Hoffnung. Das beschließt Clay zu ändern…

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Kommentare (11) — Film: Unter Null

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Schlegel

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Bewertung4.5Uninteressant

Schade ums Buch. Erkenntnis: Auch Downey Jr. war mal 80er. Und Thomas Newman.

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PalimPalim

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Less than Zero ist wie ein Konglomerat der 80er. Wie kaum ein anderer Film bringt er sämtliche Entwicklungen des Jahrzehnts zusammen: Filmtechnik, Design, Lebensgefühl. Hervorragend gefilmt führt der Film alle Stilmittel zum Höhepunkt, die in den 80er Jahren Popularität erlangten. Seine Videoclipästhetik nutzt präzise kalkulierte Kamerafahrten, extravagante Bildkonzepte und schreckt auch nicht davor zurück Schwarz Weiss für Rückblenden einzusetzen. Die Szenen sind mit neonfarbigen, den artifiziellen Eindruck verstärkenden Licht ausgeleuchtet: allgemein treibt der Film den in den 80ern populären Einsatz von farbigen Lichtquellen ans ästhetische Limit. Jetzt könnte man eindeutig schreien: Style over Substance!
Aber das würde dem Film unrecht tun. Die beiden Ebenen, Inhalt und Ästhetik, finden hier perfekt zueinander. Die Protagonisten bewegen und verlieren sich in einer aufregenden, aber kalten Kunstwelt, die nur dazu dient den eigenen Hedonismus zu feiern. Ebenso hedonistisch agiert die Kamera, die ihre optischen Kabinettstücke selbstverliebt vorführt, aber sich dennoch nah genug an den Protagonisten befindet, um Empathie zu erzeugen.
Das kalkulierte, präzise und kalte Element der Kamera ist das emotionale Äquivalent zur neonfarbenen Lebenswelt der Clubs und der im Film beschriebenen hedonistischen Generation der 80er. Die gelackte 80s Filmoberfläche passt hervorragend zur Handlung.

Musikalisch wird überraschenderweise auf den zu erwartenden Syntie-Soundtrack verzichtet. Sogar Jimmy Hendrix ist zu hören. Der sphärische Soundtrack von Thomas Newman, der die emotionalsten Szenen begleitet, ist sowieso eine Klasse für sich.
Etwas sauer stößt dann doch das moralinsaure Ende auf. Kevin McCarthys Charakter wirkt manchmal wie ein lebender Anachronismus: Ein moralisch integrer Jugendlicher aus der 50er McCarthy Ära, der die verkommene 80s Generation in das goldene Zeitalter fester moralischer Konventionen zurückführen will. Sein Kleidungsstil und seine 50er Corvette untermauern diesen Eindruck. Die moralische Keule der konservativen Regan Ära bleibt leider spürbar, ist aber zugleich auch ehrlicher Ausdruck des Zeitgeistes. Die wohl extreme Entschärfung der Vorlage von Bret Easton Ellis stößt bei Kennern sauer auf, aber wenn man dies ausser acht lässt ist Unter Null immer noch ein starker Film mit großartigen Darstellern. Ein Film der kaum mehr 80s sein könnte.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

PalimPalim

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Ich hatte den Film völlig unbefangen gesehen ohne das Buch zu kennen. Sonst wäre ich wohl entsetzt gewesen. Ich werde mir das Buch auf jeden Fall mal vornehmen. Ich vermute Downeys Sucht ist nur Folge seines Method Actings. :)


SpiceWeasel

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Für mich eines der besten Bücher aller Zeiten! Kurz und knackig und teilweise extrem unangenehm zu lesen.

Oh ja, oder hat Method Acting mit "meth-acting" verwechselt! ;-)


Benni-THE-KING

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Bewertung2.0Ärgerlich

Wie kommt man eigentlich auf die Idee ein Buch zu verfilmen das man anscheinend gar nicht gelesen hat?
Kokain.

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Bronson

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Bewertung2.5Ärgerlich

Ich kenne die Vorlage leider nicht, allerdings kann die nur besser sein als diese lausige Easton Ellis-Verfilmung. McCarthys Versuche, emotional zu wirken, lösen bei mir höchstens Lachanfälle aus und Downey spackt als Drogenwrack durch den Streifen und sieht dabei aus wie ein trauriger und sehr nerviger Clown (wenn das die Absicht war: herzlichen Glückwunsch).
Insgesamt wirkt das alles zu aufgesetzt und erreicht handwerklich gerade mal TV Niveau.

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Klopper

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Bewertung2.5Ärgerlich

Als Film für sich genommen eine 08/15-Drogengeschichte auf Sat.1-FilmFilm-Niveau, als Buchverfilmung eine absolute Dreistigkeit! Ich bin schon fast versucht, von der schlechtesten Literaturadaption zu reden, die ich je gesehen habe! Warum so drastisch? Weil Bret Easton Ellis' wunderbar verstörender Roman voll grausamer Oberflächlichkeiten, bedeutungslosem (Homo- und Bi-)Sex, selbstverständlichem Drogenkonsum und erschütternden Szenen gen Ende zu einem glatt polierten Hollywood-Märchen gemacht wurde. Die Aussage des Buches wurde ins völlige Gegenteil gekehrt. Ist es im Roman noch jedem scheißegal, wie der andere krepiert, gibt es im Film verständnisvolle "Das stehen wie gemeinsam durch!"-Dialoge der übelsten Sorte. Soap-Opera reif wird Koks in den Abfluss gekippt und Papi umarmt den gefallen Sohn, so dass man vor lauter praktizierter Nächstenliebe kotzen muss! Ja, Liebe besiegt auch die schwerste Sucht und mit wahren Freunden übersteht man jede Krise! Das ist die Disney-Variante eines Drogenfilms. Mit Realität hat das aber nichts zu tun und irgendwie habe ich darauf gewartet, dass singende Tiere aus dem Wald hüpfen. Viel hat dazu auch nicht gefehlt. Sämtliche unangenehmen Szenen wurden aus dem Drehbuch entfernt. Sex gibt es nur brav in der Beziehung, Homosex schon gar nicht. Ein kalter Entzug besteht für den Regisseur aus ein paar Mal kotzen und einer durchschwitzten Nacht und in der härtesten Szene des Film stehen sich gar zwei Männer in Unterhosen gegenüber, was dann wohl Zwangsprostitution im Schwulenmilieu ausdrücken soll.
Hier hat der Weichspüler gewütet und aus einem düsteren Roman eine Episode Lindenstraße gemacht, die höchstens noch Oma Krawupke kurz irritiert von den Stricknadeln aufsehen lässt. Lest das Buch, vergesst den Film!

4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

Klopper

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Bret Easton Ellis hat einen schönen Weg gefunden, mit dem Film abzurechnen: In der literarischen Fortsetzung "Imperial Bedrooms" lästern die Protagonisten über die Verfilmung und Julian beklagt sich darüber, dass er im Film gestorben ist. ;-)


chs88

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das nenne ich mal originell, ab ich aber leider noch nicht gelesen. steht aber ganz oben auf meiner liste


FordFairlane

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Bewertung6.0Ganz gut

Ich hatte heute die Chance mir dieses Werk der späten 80er Jahre anzusehen und war sehr gespannt, doch leider wurde ich am Ende etwas enttäuscht. Der Film hat eine etwas zu lahme Story und bietet in diesem Bereich nicht viel neues. Den Roman kenne ich leider nicht darum habe ich kein Vergleich, aber was ich sagen kann ist das die Darsteller irgendwie nicht richtig miteinander harmonieren und auch nicht passen wollen. Das Ende des Filmes ist vorhersehbar gewesen aber gut gemacht, ein Film den man sich ansehen kann aber nicht muss!

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Mawazh

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Bewertung7.0Sehenswert

Das ist sicher nicht die beste Verfilmung eines Ellis-Romans, aber der gute Soundtrack und ein genialer Robert Downey Jr. machen den Film sehenswert. Der restliche Cast agiert leider schon fast amateurhaft (Gut...neben Downey Jr. sehen viele Schauspieler amateurhaft aus) und das Buchende wurde unnötigerweise umgeschrieben.
Der Film bekommt durch die Tatsache, dass Robert Downey Jr. wenige Jahre später mit fast den gleichen Problemen wie sein Filmcharakter Julian zu kämpfen hat, noch eine besondere Note.

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Bauglir

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Bewertung3.5Schwach

Wei daneben ist erst recht vorbei.
Dieser Film hat mit der Romanvorlage von Bret Easton Ellis bis auf Titel, Figurennamen und der Rahmenhandlung nichts mehr gemeinsam. Prinzipiell ist das nicht einmal ein Vorwurf, aber auch als Drogendrama funktioniert der Streifen nicht wirklich: Zumindest nicht bei jemandem, der "Requiem for a dream" kennt. Ein gut gemeinter Aufklärungsfilm könnte er vielleicht sein, wenn nur die Alltagswehwehchen der amerikanischen Upper-Class einem breiten Publikum zugänglich wären.

Es fehlt die Kälte, die Distanz, die Teilnahmslosigkeit und der Fatalismus des literarischen Vorbilds, und ohne diese Zutaten gibt die Geschichte nicht viel her: Drogen sind gefährlich und Liebe heilt alles. Dass man in ein Bret Easton Ellis Werk derartiges hineininterpretieren kann, dazu bedarf es einer geradezu überwältigenden Phantasie - dafür gibts dann halt zwei statt einem Stern.
Wer Ellis mag, sollte sich an "American Psycho" (mit einem genialen Christian Bale) halten, oder die aktuellere Highschool-Groteske "Die Regeln des Spiels" (wenn auch etwas zu langatmig geraten) ins Auge fassen: In diesen Porträts von egozentrischen Losern mit zuviel Geld wird Ellis wohl eher in seinem Sinne zitiert.

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spanky

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Ich liebe die 80er - mit allen Konsequenzen! In der exzellenten Milieustudie - aus dieser Zeit, über diese Zeit - trifft man auf einen unglaublich intensiven Robert Downey Jr. Er spielt den tragischen Antihelden Julian, einen freebasenden Yuppie-Loser, der nur noch von seinen engsten Freunden vor dem Abgrund gerettet werden kann. Irgendwie scheint Downey vielleicht zu intensiv für den Film recherchiert zu haben, den keine 10 Jahre später tritt er ja auch privat in die Rolle ein.

Das was dem Film im Gegensatz zum Buch an atmosphärischer Dichte fehlt, macht Musicproducer-Legende Rick Rubin mit seinem Hammersoundtrack wieder wett.
Oh, und das kurze Neon-Productplacement für die noch junge Burger-Kette "Johnny Rockets", einfach wunderbar...

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Herr Marcus

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Bewertung9.5Herausragend

Ganz großes 80er-Werk! Kalt und gelackt, so wie man es heute gerne mag. Und: Mann, waren die Bangles gut.

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ElGuapo

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Bewertung5.0Geht so

Für ein Drogendrama ist das alles zu gelackt. Soll wohl auch so sein, weil es eben nicht die Bahnhof-Zoo Szene ist. Ich fand den Film aber trotz Robert Downey jr. unglaubwürdig.

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