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Up in the Air

Up in the Air (2009), US Laufzeit 110 Minuten, FSK 0, Drama, Komödie, Kinostart 04.02.2010


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7.7
Kritiker
70 Bewertungen
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7.0
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12421 Bewertungen
236 Kommentare
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von Jason Reitman, mit George Clooney und Vera Farmiga

George Clooney darf in Jason Reitmans Up in the Air den Job übernehmen, den niemand gern macht. Er darf die Angestellten fremder Firmen kündigen. Der Charmebolzen gibt sich wirklich Mühe, aber ein Zuckerschlecken ist das für keinen der Beteiligten..

Über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos für den erfolgreichen Motivationstrainer Ryan Bingham (George Clooney). 322 Tage im Jahr ist der passionierte Vielflieger in der Luft oder in Airport-Hotels, ununterbrochen unterwegs zu Firmen irgendwo in den USA. Dort übernimmt er die unliebsame Aufgabe, Mitarbeiter möglichst schmerzfrei über ihre Entlassung zu informieren. Ryan selbst hat nur ein Ziel: Er will der siebte Mensch werden, der als Frequent Flyer die sagenumwobene 10.000.000-Meilen-Schallmauer durchbricht. Doch dann lernt er auf einer seiner Reisen am Flughafen eine verwandte Seele kennen, die Geschäftsfrau Alex Goran (Vera Farmiga), die eine menschliche Seite in ihm weckt, die er längst vergessen glaubte. Gleichzeitig droht sein Berufsleben aus den perfekt organisierten Bahnen zu geraten, als die ehrgeizige junge Harvard-Absolventin Natalie Keener (Anna Kendrick) seinen Chef Craig (Jason Bateman) davon überzeugen kann, in der Firma Modernisierungen durchzusetzen, die Ryan künftig an den Schreibtisch fesseln würden. Sein erfülltes Nomadenleben, in dem Statussymbole den Platz traditioneller Werte eingenommen haben, scheint komplett außer Kontrolle zu geraten: Wo soll ein Mann hin, der kein Zuhause hat?

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Mehr Bilder (13) und Videos (7) zu Up in the Air


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Up in the Air
Genre
Drama, Komödie
Zeit
2000er Jahre
Ort
Denver, Flugzeug, Omaha, Vereinigte Staaten von Amerika
Handlung
Affäre, Angestellter, Arbeit, Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatz, Beruf, Bruder-Schwester Beziehung, Drogenmissbrauch, Einsamkeit, Entlassung aus dem Gefängnis, Fliegen, Foto, Hochzeit, Hotel, Hotelbar, Hotelzimmer, Junggeselle, Koffer, Lebenskrise, Lebenslüge, Lehrer-Schüler-Beziehung, Liebe, Liebeskummer, Liebespaar, Mann-Frau-Beziehung, Menschliches Zusammenleben, Mentor, One-Night-Stand, Passagier, Schwester, Schwimmbad, Sex, Single, Sinn des Lebens, Soziopath, Starke Frau, US-Amerikaner, Workaholic
Stimmung
Berührend, Geistreich, Traurig, Witzig
Zielgruppe
Frauenfilm
Verleiher
Paramount Pictures Germany
Produktionsfirma
Hard C, The Montecito Picture Company

Kritiken (41) — Film: Up in the Air

SoulReaver: CinemaForever, D3M

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8.0Ausgezeichnet

[...] „Up in the Air“ versinnbildlicht das Leben als eine Art Rucksack, der von Menschen mit belanglosen und existenziellen Utensilien wie Personen bestückt wird und im ersten Moment noch als Ballast abgestempelt werden muss, durch den sich die Riemen langsam in die Schultern schneiden. Wenn der Mensch sein Reiseziel aber erreichen möchte, wird er feststellen, dass er es ohne diesen Rucksack nicht schaffen wird, genauso wie er es nicht schaffen wird, vollkommen auf sich gestellt diesen Weg zu meistern. [...]

Kritik im Original 27 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

fabel

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I love ya! <3


Andy Dufresne

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" „Up in the Air“ versinnbildlich das Leben als eine Art Rucksack, der von Menschen mit belanglosen und existenziellen Utensilien wie Personen bestückt wird und im ersten Moment noch als Ballast abgestempelt werden muss, durch den sich die Riemen langsam in die Schultern schneiden. Wenn der Mensch sein Reiseziel aber erreichen möchte, wird er feststellen, dass er es ohne diesen Rucksack nicht schaffen wird, genauso wie er es nicht schaffen wird, vollkommen auf sich gestellt diesen Weg zu meistern."

Sehr schön Souli, überhaupt ein sehr, sehr guter Kommentar!


stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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9.0Herausragend

Er gilt als einer der begehrtesten Schauspieler dieser Welt: George Clooney. Doch während andere Superstars immer wieder nur die Rollen spielen, die ihre (vornehmlich weiblichen) Fans sehen wollen, gelingt es Clooney stets Rollen zu finden, die zum einen sein darstellerisches Talent beweisen und zum anderen auch eine andere Seite des gefragten Mr. Cool aufzeigen. In „Up in the Air“ spielt er mal wieder so überzeugend, dass die bösen Zungen, die behaupten er könne nur mit Schlafzimmerblick in die Kamera lächeln eines besseren belehrt werden. Neben dem sträflich untergegangen „Michael Clayton“ ist „Up in the Air“ einer der besten Filme mit George Clooney.

Dass Clooney (und die anderen Darsteller) so brillieren ist natürlich auch ein Verdienst von Regisseur Jason Reitman. Nach „Thank you for smoking“ und „Juno“ ist dies erst sein dritter Film, dabei schein es so als ob Jason Reitman bereits ein alter Hase ist, so sauber wie er hier inszeniert hat. Vielleicht liegt es ja an den Genen, schließlich schrieb Jasons Vater Ivan mit Filmen wie „Ghostbusters“ schon vor Jahren Kinogeschichte.

„Up in the Air“ die Geschichte eines scheinbar geordneten Lebens. Hauptfigur Ryan verbringt im Jahr 322 Tage auf Geschäftsreise und hat sich mit diesem Leben nicht nur arrangiert sondern auch ist mit ihm ziemlich zufrieden. Im Grund ist Ryan der Gegenentwurf zu Edward Nortons namenloser Rolle in „Fight Club“. Während bei David Finchers wüst-genialer Gesellschaftsabrechnung die Hauptfigur in den Wahnsinn abdriftet, weil sein Leben in langweilig geordneten Bahnen verläuft, so geben diese Bahnen Ryan Sicherheit. Wer kann es ihm verdenken, schließlich feuert Ryan im Auftrag anderer Mitarbeiter. Kein Wunder also, dass ihm die Monotonie der Inlandsflüge die nötige Sicher- und Zufriedenheit beschert.

Jason Reitman inszenierte diese Tragikkomödie mit einer wunderbaren, spielerischen Leichtigkeit. Neben nonchalanten Dialogen, überzeugenden Darstellern und einfachen aber eindringlichen Bildern brilliert der Film vor allem bei den Gesprächen die Ryan mit den Mitarbeitern führt. Viele dieser Mitarbeiter sind keine Schauspieler sondern Menschen die erst kürzlich ihren Job verloren haben. Böse Stimmen können jetzt schimpfen, dass der Film echte Schicksale instrumentalisiert, doch „Up in the Air“ bleibt immer respektvoll und überlässt die dramaturgisch wichtigen und entlarvenden Gespräche professionellen Darstellern. Wahrscheinlich wollte Jason Reitman mit den realen Figuren nur den bösen Kommentar zur alles fressenden, globalisierten Wirtschaft unterstreichen. Unerlässlich war diese Manifestierung nicht, stören tut sie allerdings auch keineswegs. In den heutigen Zeiten sind Stiche gegen den modernen Kapitalismus durchaus keine Seltenheit, aber so ergreifend und gleichzeitig so smart sieht man sie nicht oft.

„Up in the Air“ ist wirklich ein sehenswerter Film, doch trotz seiner Stärken hat der Film eine Schwäche die dem ihm viel von seiner aussagenden Kraft raubt. Der Wandel von Ryan geschieht doch sehr oberflächlich und im Gegensatz zum Rest des Films sehr trivial. Clooney spielt diese charakterliche Veränderung zwar überzeugend, im Gegensatz zu den Kündigungsgesprächen und Ryans Off-Kommentaren wirkt dieser Handlungsabschnitt aber recht mutlos und zu gewollt.

Wer jetzt glaubt „Up in the Air“ wäre ein nur ein weitere Film über einen „Selbstfindungstrip“ der irrt. Es findet eine Selbstfindung statt, doch Jason Reitman verankert die Figuren und die Handlung in der Realität und dort ist es nun mal nicht so einfach sein Leben neu zu ordnen. Dies beschert „Up in the Air“ eine zusätzliche, tragisch Note, die sich von Anfang an abzeichnet, die man aber nicht wahrhaben will, denn eigentlich wünscht man den sich für die Hauptfiguren nur das Beste. Sogar der hochnäsigen Natalie, die mit Ryan zur Probe auf Geschäftsreise geht. Newcomerin Anna Kendrick bekam für ihre Leistung einen MTV Movie Award. Wahrlich eine der Wenigen, die bei dieser Schmierentheaterveranstaltung ihren Preis verdient hat. Kendrick gibt der anmaßenden aber eigentlich doch ängstlichen Natalie ein grandioses Profil, dessen Ecken und Kanten durchaus auch Platz für Humor hat. Am Ende wird Natalie eine harte Lektion lernen, genau wie Ryan. „Up in the Air“ erzählt dies emotional aber ohne Pathos und genau deshalb ist Jason Reitmans Film letztlich so sehenswert.

40 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 9 Antworten

brainchild

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Ich merke gerade, dass meine Kritik verdammt redundant ist :)


Andy Dufresne

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Sehr schön Stu! Zum Abschluß des mit Abstand aufreibendsten und anstrengendsten und schönsten Wochenendes in meiner MP Zeit beschehrst du mir noch etwas von dem was ich hier am meisten liebe:Einen verdammt guten Kommentar zu einem Film! Danke Stu!


Anj S: Mann beisst Film

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8.0Ausgezeichnet

„Up in the Air“ rangiert passend zu seinem Titel auf den oberen Plätzen des Filmniveaus, was vor allem auch dem letzten Viertel zu verdanken ist. Die Tragikomödie schafft es, auch ohne große Katastrophen zu überraschen und ohne ein schnulzgetränktes Happy End auszukommen, und gleichzeitig zu befriedigen und nachdenklich zu stimmen. Da bleibt zum Ende hin nur noch zu sagen, dass man sich trotz der hohen Qualität von Jason Reitmans neustem Werk nicht zu sehr von der durch Ryan dargestellten Einpackmethode beeinflussen lassen sollte. Glatt gefaltet ist immer noch besser als gerollt. Probiert’s aus.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Christian von mehrfilm.de: Mehrfilm.de

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6.0Ganz gut

Zu Beginn dieses Jahrtausends war noch alles in bester Ordnung. Die New-Economy-Blase war nicht geplatzt, das World Trade Center noch nicht in Schutt und Asche gelegt und von Finanzkrise weit und breit keine Spur. Als hätten Drehbuchautoren schon damals eine Vorahnung gehabt, von dem was da noch kommen könnte, kümmerten sich Hollywood-Filme wieder ein bisschen um, wie es Oliver Stone genannt hat, "die Auswüchse des Kapitalismus". Ein kleiner Junge führt in "The Kid" den erfolgreichen Imageberater Bruce Willis aus dem geschäftigen Treiben ins kindliche Ich zurück, und in "Family Man" entdeckt Nicolas Cage als Börsenmakler und so genannte "Zierde des Kapitalismus" durch ein Wunder die bescheideneren Freuden des mittelständischen Familienlebens in der Vorstadt.

Das sicherlich aufwändigste Projekt dieser Stoßrichtung in dieser Zeit handelt von einem schicksalhaften Ausstieg, der einem der ehemaligen Protagonisten des Yuppie-Films widerfährt. In `Cast Away – Verschollen` strandet Tom Hanks nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel. Ein von der Kritik unverständlicherweise gehyptes Robert Zemecki Epos, das in vier Kapiteln unentschlossen zwischen Bildungsroman und Abenteuernovelle schwankt.

Nur vier Jahre später befindet sich die Welt im Krieg - auch um das versiegende Öl. Das „Digitale Zeitalter“ nimmt an Fahrt auf. Flughafen-Terminals sind inzwischen die Boxenstopps des zeitgenössischen Nomadentums. Riesige Wartesäle, die das Kino in früheren Jahren immer schon gerne mit Schicksalsschlägen, Romanzen oder langwierigen Nervenzusammenbrüchen aufzuheizen wusste. In Steven Spielbergs „The Terminal“ wuselt sich der knuffig naive Victor Navorski (Tom `Everybodies Darling` Hanks), angelehnt an das Schicksal des Iraners Merhan Nasserdie, gegen ein System, dass sich in der Gestalt des Flughafendirektors (Stanley Tucci) mit Paranoia vor Terrorangriffen verbarrikadiert und im Wahn um Wehrhaftigkeit seine ureigensten Prinzipien von Freiheit und individuellem Glücksversprechen verrät. Willkommen in der Bush-Ära.

In der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts ist der Finanzmarkt zusammengebrochen, im reichen Deutschland gibt es so viele Aussteiger und –wanderer wie noch nie. Der globale Kapitalismus ist heute sehr schnell unterwegs. So schnell, dass er nur noch von wenigen überforderten Managern überblickt und gelenkt werden kann. Auch hier findet Hollywood natürlich die passende Geschichte - und die passende Figur: Ryan Bingham, überzeugend verkörpert von George Clooney, ist die Verkörperung des globalen und flexiblen Kapitalismus.

Ryan Bingham ist die Schachfigur eines Drehbuchs, das den Zuschauern die alten Werte wie Bodenhaftung und Familiensinn wieder schmackhaft machen möchte. Zunächst als Überflieger unterwegs, der alles Ständische und Stehende hasst („Von 365 Tagen im Jahr bin ich nur 44 Tage in meinem Appartment – und ich hasse diese Tage“) hat der "Frequent Flyer" nur ein Ziel vor Augen: Das Sammeln von Bonusmeilen. Als überzeugter Junggeselle hat er den perfekten Job: Er übernimmt für Firmenchefs die Aufgabe, Mitarbeitern ihre Entlassung mitzuteilen. Wie viele andere Millionen Arbeitnehmer auf dieser globalisierten Welt hat er sich mit seinen Aufgaben arrangiert – schließlich kann er sich nach jedem erledigten Auftrag ins Flugzeug setzen und ein freier Mensch sein - über den Wolken, dort wo die Freiheit wohl grenzenlos ist.

Aber halt, das Drehbuch hat noch etwas anderes mit Ryan Bingham vor: Kurz vor den heiß ersehnten 10 Millionen Flugmeilen, wird dem smarten Vielflieger die junge Natalie Keener (Anna Kendrick) vor die Nase gesetzt. Mit einem neuen Konzept will die Summa-cum-laude-Absolventin aus Kostengründen Mitarbeiter und auch Bingham zu mehr Bodenhaftung zwingen. Wenig später an der Seite von Bingham, an der sie die Vorteile aber auch die Nachteile der fliegenden Freiheit am eigene Leibe erfährt, gelingt es der unerfahrenen Neu-Managerin jedoch nicht, den Vielflieger auf den Boden der Tatsachen zu zwingen, nicht im Beruflichen und auch nicht im Privaten.

Für diese Aufgabe hatte Drehbuchautor und Regisseur Jason Reitman (`Juno`) zuvor eine moderne Mischung aus Alekto und Nemesis – eine moderne Rachegöttin in Form eines weiblichen Pendants zum unsteten Geschäftsmann ins Spiel gebracht, die erfolgreiche Alex (überragend verkörpert durch die für diese Rolle mit dem Golden Globe nominierte Vera Farmiga). Sie ist vom aparten Bonusmeilen-Sammler zunächst so angetan, dass sie ihn zur Hochzeit seiner kleinbürgerlichen Schwester nach Wisconsin begleitet. Doch auch sie wird es nicht schaffen, den Überflieger an den Herd zu locken, denn, so viel darf man verraten, [Achtung Spoiler ----------- ]sie hat längst ihren Platz am Herd einer Familie gefunden - und bis dato die Freiheiten einer Businessfrau genossen – die Rache einer modernen Rachegöttin. [--------- Spoiler Ende]

Und die Moral von der Geschicht´? Zum Glück sind die Drehbuchautoren Sheldon Turner und Jason Reitman klug genug, dass sie ihre Schachfigur des modernen Kapitalismus nicht auf den Boden zurückholen oder gar in den Abgrund stürzen lassen. Ihre Kritik am System, getarnt als luftige Screwball-Comedy, ist viel zu leicht, als dass für den Zuschauer etwas Verstörendes zurückbleiben dürfe. Da hatten andere Regisseure in den zurückliegenden Jahren wesentlich mehr Mut bewiesen. Und wie alle großen Figuren in einem Zeitspiegelbild (Nicholas Cage in „Familiy Man“, Bruce Willis in „The Kid“ oder Tom Hanks in „Terminal“) darf natürlich auch George Clooney am Ende selbst entscheiden, wie es für ihn weitergeht.

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beetFreeQ: http://blog.freeqnet.de/

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8.5Ausgezeichnet

[...]Jason Reitman hatte 2007 mit Juno den Überraschungshit schlechthin gelandet, ein Film, der aus dem eher unscheinbaren Indiekino den Mainstream eroberte. Entsprechend groß waren die Erwartungen an den Nachfolger, der zwar mit George Clooney einen weit bekannteren Darsteller in der Hauptrolle bietet, aber insgesamt doch weiter dem Indie-Gedanken folgt. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Walter Kirn (deutscher Titel “Mr. Bingham sammelt Meilen”) drehte Reitman hiermit eine Tragikomödie, die sowohl Traditionen als auch moderne Lebenseinstellungen auf den Kopf stellt.[...]

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Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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8.0Ausgezeichnet

Auch wenn Clooney als Ryan Bingham nicht ganz so zynisch-witzig daherkommt wie einst Eckhart als Nick Naylor in "Thank You For Smoking", so ist doch "Up In The Air" Reitmans rundester Film. Was unter anderem daran liegt, dass sich die gesamte Produktion der doch eher gewollten Indie-Dramatik eines Films wie"Juno" und der over-the-top-Satire-Masche von "Thank You For Smoking" entzieht, und so schon beinahe bodenständig-realistisch daherkommt.

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Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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7.0Sehenswert

Hätte nie und nimmer erwartet, dass UP IN THE AIR tatsächlich so schwerelos daherkommt. Zwar im doppelten Sinne, da es dem Film teilweise ein wenig an Konsequenz im Kontext zur Kommunikationskritik mangelt, dafür trifft Reitman bei den Figuren umso deutlicher ins schwarze. Ich glaube George Clooney hat nur sehr selten besser gespielt und Vera Farmiga sollte unbedingt häufiger zu sehen sein. Eigentlich ist es die Extra-Portion Würze, die hier aus konventionellem Hollywoodstoff eine leichte, dennoch einfühlsame Wolke macht. Mit Punktlandung in letzter Minute.

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Julio Sacchi: Das Manifest

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8.0Ausgezeichnet

Ein wunderschön gedrehter, exzellent geschnittener und, das ist wohl das Wichtigste, sehr origineller Erzählfilm, der eine Figur entwickelt und sie sich dann selbst weiter entwickeln läßt. Die Chemie zwischen Vera Farmiga und Clooney macht ihre gemeinsamen Szenen unwiderstehlich, und das in einem Film, der ohnehin schon mit ausgesuchten Bildern und starken Nebendarstellern zu verzücken weiß. UP IN THE AIR ist aber vor allem Clooneys Film, weil er mit diesem Ryan Bingham den strahlenden Eckpunkten seiner Karriere - Doug Ross und Seth Gecko - einen weiteren hinzufügen kann. Es ist dies auch eine Rolle, die man "mutig" nennen kann; "mutig" eben anders als das, was man gemeinhin darunter versteht (falsche Zähne, Übergewicht, Glatze etc.), sondern "mutig" für Clooney selbst, da Ryan Bingham so viele Züge seines eigenen Lebens aufweist und für ihn so therapeutisch wie traumatisch sein könnte. Denn Jason Reitman macht am Ende den entscheidenden Schritt, der UP IN THE AIR so weit über das gegenwärtige Hollywood stellt; wenn sich zeigt, daß nicht jedem das vergönnt sein kann, was andere für erstrebenswert halten. Wenn Bingham eben doch die Dinge nur überfliegt. Wenn Sam Elliott kommt.

Einziges Manko ist die um die Ecke lauernde Sehnsucht nach erzkonservativen Idealen, die sich ausgerechnet in Anna Kendricks Rolle manifestieren. Aber das kann die Freude über diesen rührenden, anmutigen, komischen und so besonderen Film nicht trüben.

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der cineast

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Wunderbar.


arues

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Sehr schön!


Corsovilla: SchönerDenken

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8.5Ausgezeichnet

Wie etabliert man als Regisseur seine Hauptfigur? Jason Reitman ist es ganz wunderbar gelungen: Er zeigt den Vielflieger Ryan Bingham (George Clooney), wie er effektiv und elegant die Sicherheitskontrollen absolviert, jeder Handgriff, jedes Platzieren des Gepäcks schnell und geschmeidig, das alles flott und pfiffig geschnitten. Seit der Einführung des Werbefachmanns Roger Thornhill (Cary Grant) in Hitchcocks “North by Northwest” wurde eine Hauptfigur nicht mehr so souverän präsentiert. Ein interessantes Drehbuch mit erinnerungswürdigen Zeilen wie „Ich bin die perfekte Frau, um die du dir keine Gedanken machen musst. Ich bin wie du, nur mit Vagina.“, sehr starke Darsteller und viele sehenswerte Details. Ein augenzwinkernder und dabei sehr ernster Film, eine Geschichte über Beziehungen und schwerelose Lebensentwürfe, über das Leben im Kapitalismus und das Gewicht des Lebens. Ein Klassiker, der einige Oscars verdient hätte. (Mehr im Podcast)

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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9.0Herausragend

So sehr Jason Reitmans grandios geschriebene und inszenierte tiefsinnige und reichlich hinterlistige Tragikomödie an manchen Stellen auch an Fruttero & Luccentinis grandiosen Roman Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz und dann wieder an Filme wie Die Reisen des Mr. Leary mit William Hurt in der Hauptrolle erinnert – mit seiner Mischung aus fein dosierter Gesellschaftskritik, treffender Gegenwartsbeschreibung der allzu realen wirtschaftlichen Krise und subtilem Humor ist dem Regisseur nach Filmen wie Thank You for Smoking und Juno endgültig der große Wurf gelungen. Geschickt verknüpft der Film verschiedene Ebenen miteinander; er funktioniert sowohl als Liebesgeschichte wie auch als treffsichere Parodie auf das moderne Business-Leben, ist dabei stets leicht und elegant und bietet dennoch genügend Anknüpfungspunkte, um einerseits prächtig zu amüsieren und andererseits angerührt zu werden von einer Geschichte, die vieles über unser modernes und gehetztes, allzu effizientes Leben verrät.

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Evie: www.inderzange.de

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9.0Herausragend

In Zeiten der Weltwirtschaftskrise und der kulturellen Angst vor Problemen, bringt jetzt Jason Reitman bekannt durch “Juno” den Film “Up in the Air” raus. Das Drehbuch zum Film entstand schon 2002 und Reitman wollte diesen auch gleich drehen, doch kamen ihm seine 2 Projekte “Juno” und “Thank you for Smoking” zuvor. Und wie auch so viele bassiert auch der Film auf einer Romanvorlage. Walter Kirn schrieb 2001 den gleichnamigen Roman, und stand bis zu letzt eher skeptisch dem Projekt gegenüber, doch als er den Film sah war er begeistert. Mal sehen ob wir das auch sind…

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Kaltduscher: MoviezKult.de

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9.5Herausragend

[...]Jason Reitmans Film ist manchmal ein feinfühliges Drama, manchmal eine scharfzüngige Komödie, mal charmant, doch in der nächsten Szene schon wieder voller Zynismus.[...]

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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9.0Herausragend

[...]Wie auch schon in „Thank You for Smoking“ nimmt sich Jason Reitman des sympathischen Arschlochs an; eine Rolle die George Clooney auf den Leib geschrieben ist. Hollywoods Charmeur gelingt in der Rolle des eloquenten Fieslings mit den freundlichen Augen eine eindrucksvolle Leistung. Wie er seine „Kunden“ abserviert, ohne dass diese wirklich merken, wie ihnen eigentlich mitgespielt wird, ist ganz großes Kino. Wenn „Up in the Air“ nun nicht in Gänze perfekt ist, dann liegt das auch an den Gesetzmäßigkeiten Hollywoods, die den Antihelden der Geschichte zwangsläufig in eine tiefe persönliche Krise führen müssen.[...]

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Ulrich Behrens

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9.5Herausragend

St. Louis, Kansas, Tulsa, Wichita, Miama, Detroit, Milwaukee ... Reisen durch die USA, aber die einer ganz anderen Art als Urlaubsreisen. Der Reisende hat ein Ziel: 10 Millionen Flugmeilen zu sammeln. "That's the only point!" Er reist nicht aus Vergnügen, aber es bereitet ihm Vergnügen. Er ist einer jener smarten, charmanten und gut aussehenden Männer, die wahrscheinlich fast jede Frau haben könnten – aber er hat keine. Er hat eine Familie, zwei Schwestern, aber er hat sie auch nicht. Denn Familie, Eigenheim, Liebe – all das interessiert ihn nicht. Er schleppt ein Stück Pappe mit sich herum, das nicht ganz in seinen Trolley passt, darauf Bilder seiner jüngeren Schwester Julie und ihres Freundes Jim, die bald heiraten wollen. In jeder Stadt knipst er diese Pappe vor dem Hintergrund eines Hochhauses oder irgendwelcher Sehenswürdigkeiten und schickt sie seiner Schwester. Ryan Bingham (George Clooney) lebt zwischen Flughäfen, Hotels, Passkontrollen, Firmen, in denen er seine Arbeit verrichtet, und der Firma in Omaha, für die er arbeitet. Ryan lebt in der Luft, und nur bei seiner Arbeit hat er Bodenhaftung. Sie macht ihm Spaß, diese Arbeit.

"Up In The Air" ist weit davon entfernt, seinen Protagonisten ethisch zu verdammen. George Clooney spielt diesen Ryan als sympathischen Mann, der Unsympathisches tut. Aber die Rolle ist nicht als Feindbild angelegt. Reitman will seinen Protagonisten durchleuchten, er beobachtet ihn, etwa auch die eingespielten Verhaltensabläufe am Flughafen (wie er z.B. schneller als die anderen Passagiere durch die Sicherheitskontrollen kommt). Dabei lässt er Humorvolles nicht außen vor, etwa wenn Ryan das Angebot einer Stewardess, die ihm etwas zu trinken reichen will: "Do you want the can, Sir?" missversteht: "Do you want the cancer?" Auch in solchen Szenen zeigt sich die (zumindest über weite Strecken des Films) geradezu groteske und vollständige Involviertheit Ryans in "seine" Welt von Flugmeilen, Job und Bindungslosigkeit, in der er voll aufgeht.

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Ines Walk: film-zeit.de

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8.5Ausgezeichnet

Ein Film über die Wirtschafts- und Finanzkrise. Ein Film über Gewinnler und Verlierer. Ein Film über Lebenslügen, die sich ein jeder baut, um existieren zu können. Ein Film über Generationen, die ihre ganz eigenen Ideale haben. Ein Film über das individuelle Glück. Mit einem sehr guten George Clooney, der aber nichts weiter machen muss, als sich selbst zu spielen.

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Flibbo: Wie ist der Film?

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9.0Herausragend

Schon ganz am Anfang des Kinojahres kann man hier von einem der besten Filme 2010 sprechen. Die herausragende Qualität von „Up In The Air“ wird ganz einfach dadurch deutlich, dass der Film sich bei seiner Inszenierung überhaupt keiner Hilfsmittel bedienen muss, um die Gunst des Zuschauers zu erhaschen und von Anfang bis Ende interessant zu bleiben. Da ist nirgendwo etwas Spektakuläres. Da ist einfach nur das Drehbuch. Ein perfekt ausgearbeitetes Drehbuch, das auf fähige Darsteller zugeschnitten ist und mit tadelloser aber sich fast nie in den Vordergrund rückender Filmtechnik bebildert wird. [...]

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Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

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6.5Ganz gut

Reitman gelingt es nie das soziale Anliegen seines Filmes und dessen Hauptfigur in Einklang zu bringen. Clooney könnte auch einen vielreisenden Tupperware-Händler spielen, ohne dass sich seine Story verändern müsste. Die satirischen und gleichzeitig dokumentarischen Einblicke in das Amerika in der Krise haben nichts mit der Isolation des Vielfliegerberufs zu tun. Ryans Geschichte ist eine andere Geschichte. Sie wird praktisch nebenher erzählt. Im Gegensatz zur Figur der Praktikantin, die wirklich ihre eigene private Rezession überstehen muss.
Ryan soll natürlich geläutert werden. Seine gestellte Unabhängigkeit soll als Schwäche enttarnt werden. Das sind Erwartungshaltungen und hört man auf so manche Kritik hier (s. E. Knörer) dann könnte man denken, Reitman würde diese Erwartungen erfüllen.
ACHTUNG SPOILERGEFAHR!!!!
Stattdessen führt er uns hinters Licht, baut einen Love-Interest auf, der keiner ist bzw. der keiner sein will, nur um den Zuschauer am Ende brutal ins Maul zu spucken. Liebe findet man nicht so einfach und zum Glück weiß dieser Film das. Ich jedenfalls wurde am Ende ziemlich überrascht und genauso wie Ryan sitzt man dann da im Hotel, schaut aus dem Fenster und sieht dem Schnee beim Fallen zu. Die einzig logische Konsequenz: Selbstmord! Davor wurde Ryan nochmal in Erinnerung gerufen, wie man das denn macht, z.B. indem man von einer Brücke springt. Wie Ryan sich am Ende umbringt sieht man nicht. Seine letzten Worte und die verlorene Freude an der Vielfliegerei sind Beweise genug für ein Ende dieser ambivalenten Figur, diesem Punk der Lüfte.
SPOILERGEFAHR ENDE!!!
Es ist schade, dass Reitman seinen bisher besten Stoff, so unglücklich verfilmt hat. Die grandiose Verortung der Geschichte im "geschwächten" Amerika hat leider wenig mit der Hauptfigur zu tun. Zu dem leistet sich Reitman grobe Schnitzer bei den Nebenfiguren. Während die junge Praktikantin beeindruckt, hat mich die Geliebte Ryans eher genervt. Dennoch ist "Up in the Air" empfehlenswert, da Clooneys Figur eine wohltuende Erfrischung ist zu all den überstrapazierten Midlife-Crisis-Klischees. Zu dem ist es eine tragische Figur. Ohnehin greift der Begriff Komödie hier sowieso nicht. "Up in the Air" ist viel mehr.

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Kubrick_obscura

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Womöglich hast du recht und dein Drehbuchauszug bestätigt das, aber letztendlich zählt nur der fertige Film, der eindeutig ein mehrdeutiges Ende hat, was ich so interpretiert habe, wie ich es nun mal interpretiert habe. Meine Freundin sah das genauso. Ich bin also nicht allein. Aber deine Meinung ist auch eine Möglichkeit. ;)


Sonse

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Wollte dich auch nicht umstimmen, nur meine Interpretation belegen. ;)


Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

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9.0Herausragend

[...] Einen Bonuspunkt gibt es für das überraschend klischeefreie Ende, das nicht den zwischenzeitlich stark zu befürchtenden Happy-End-08/15 Verlauf nimmt. [...] Reicht für insgesamt neun Punkte und damit zum bislang besten Film aus dem diesjährigen Oscar-Feld. [...]

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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5.0Geht so

Allerdings ist Jason Reitman, das hat man schon bei "Juno" gesehen, ein konservativer Regisseur, wenngleich ganz flott stets auf der Höhe der Zeit. [...] Zwei törichte Geschichten erzählt dann, von hier aus, der Romanvorlage Walter Kirns hinzugefügt, "Up in the Air". Töricht sind sie, weil sie den Blick auf jede tatsächliche Analyse verstellen und bei sehr simplen Weisheiten - allerdings punktgenau - landen. Die lauten, zum einen: Wahres Glück ist erstens nie sonderlich groß und findet sich zweitens dann einzig im Schoß der Familie. [...] Wirklich spannend ist "Up in the Air", ein in eigentlich jeder Hinsicht mediokrer Film, nur als Symptom. Soll heißen: Die Leute lieben ganz offensichtlich haargenau das Mediokre daran. [...] Er verkörpert eines nämlich in Vollendung: einen jede Konsequenz scheuenden Kuschelkonservatismus; rasch in die Knie gehende Gesellschaftskritik. Er tut zeitdiagnostisch, verkriecht sich in Wahrheit aber einfach unter der Decke. Analyse muss kalt sein, aber der Weg von "Up in the Air" geht nach innen, dahin, wo es so angenehm nestwarm mieft.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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7.0Sehenswert

Es fällt schwer Jason Reitman-Filme nicht irgendwie zu mögen. Sie sind so fluffig, süffig und von einer baiserartigen Leichtigkeit, die es schwer macht ihnen etwas übel zu nehmen. Zudem geben sie sich regelmäßig den Anschein irgendwie doch ein wichtiges Thema zu umkreisen. (...)

Doch natürlich ist die Auseinandersetzung mit den Folgen von Arbeitslosigkeit nur neckische Garnitur, denn letztlich wird eine klassische Geschichte von einem Mann erzählt, der es geschafft hat sich davon zu überzeugen, das er kein klassisches Familienleben braucht und der dann durch einige einschneidende Erlebnisse diese Sichtweise zu hinterfragen beginnt. Clooney learns to love.

In der Besetzung der Hauptrollen liegt dann auch die Stärke des Films, denn “Up in the Air” fliegt fast ausschließlich auf Clooneys-Charme und der Chemie die zwischen ihm und Vera Farmiga besteht, Anna Kendrick – die unerfahrene, selbstbewusste Kollegin die noch viel zu lernen hat, wird von den beiden fast wie eine Tochter behandelt und verhindert so ein gequälte Dreiecksgeschichte.

Das der Film sehr ernste Themen nimmt und zu Staffage degradiert und dafür sogar noch echte Menschen instrumentalisiert, fällt vielleicht auch erst im Abgang auf, wenn man ein wenig über die doch etwas mutlose Simplizität der Story nachdenkt. Es ist Teil von Reitmans Erfolg (der sich auch in den Oscarnominierungen bemerkbar macht) das er es schafft diese Filme um trendige Themen zu drehen, die irgendwie als “edgy” wahrgenommen werden und doch in ihrem Kern so glatt, konsensfähig und brav sind, das sich wirklich niemand an ihnen stören mag.

Die Attitüde seiner Figuren mag mit dem Code des “Frechen” schäkern, ob nun in “Thank you for smoking” schwarze Witze gerissen werden, in “Juno” ein Backfisch unkorrekt kesse Reden schwingt oder Clooney in “Up in the Air” politisch unkorrektes über Flugpassagiere und menschliche Beziehungen sagt – am Ende ist der Status Quo gesichert. Die Spin Doktoren sind ja im Grunde ganz coole Hunde, die nur wissen wie man “das Spiel” richtig spielt. Juno wird zum Pin-Up-Girl der Pro-Life-Bewegung und George entdeckt, wie wichtig die klassischen familiären Werte sind und ist bereit endlich seßhaft zu werden.

Reitman fordert nicht heraus, serviert leckere Häppchen in einem Film der etwa soviel soziales Gewissen hat wie das Regenwaldsaufen von Günther Jauch.

Und dem kann man ja irgendwie auch nicht wirklich böse sein.

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Alle Kritiken (41)


Kommentare (195) — Film: Up in the Air


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Medardus

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Bewertung6.0Ganz gut

Nö, viel gewollt, viel Peoplepleasing und am Ende doch wieder nur alten Saft in neuen Tüten.

Langweilig und überbewertet.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

John-Bond

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Film der bewegt und zum Nachdenken anregt...

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Chev-Chelios

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Bewertung9.0Herausragend

Der Film ist eine tolle Mischung aus Komödie, der Leichtigkeit des ungebunden seins, der Brutalität des Lebens und der Liebe. So gab es Szenen in denen man herzhaft lachen konnte oder die einfach erheiternd waren, aber es gab auch Szenen die sehr bedrückend waren. Da war auf der einen Seite Ryan Bingham als Lebemann, seines Zeichens ungebunden, ohne jegliche Verantwortung anderen gegenüber, der die Leichtigkeit dieses Lebens genießt. Er fliegt durch die Welt, läßt sich in den Luxuslounges verwöhnen und genießt die kleinen Abenteuer die dieses Leben mit sich bringt. Auf der anderen Seite eben wieder dieser Ryan, der die Brutalität des Lebens in die Welt bringt und Mitarbeiter verschiedenster Unternehmen kündigte ohne eigene Gefühle zu zeigen. Für ihn ist es ein Job und er hat die Menschen die er heute kündigt morgen schon vergessen. Die Schicksale dieser Menschen interessieren ihn kein bisschen, genau so wie es die Realität des heutigen Lebens zeigt. Wie er seine „Kunden“ abserviert, ohne dass diese wirklich merken, wie ihnen eigentlich mitgespielt wird, ist ganz großes Kino. Aber eben dieser Ryan Bingham muss feststellen das die Welt nicht nur aus schwarz und weiß besteht, das es auch Liebe und Zuneigung gibt, die zunehmend von ihm Besitz ergreifen. Letztendlich holt ihn dann selbst die Realität des Lebens ein, als er feststellen muss das sich seine erhoffte Liebe als Luftblase erweist und er wieder einsam seine Runden zieht. George Clooney verkörpert den smarten Lebemann hervorragend und er bringt selbst in den Szenen der Brutalität des Lebens eine gewisse Sympathie rüber. Er ist definitiv die Idealbesetzung für den souveränen, vertrauenswürdigen aber auch aalglatten Geschäftstypen. Scheinbar spielend einfach hantiert er mit den ironischen und witzigen Szenen der Geschichte und entlockt dem Zuschauer damit häufig ein wahres Lachen. Aber auch Anna Kendrick als naive aber doch sehr clevere Rationalisierungsfachfrau überzeugt ebenso wie Vera Farmiga als Seelenverwandte von Ryan Bingham die ihn aus seiner kleinen, eigenen Welt herausreißt.

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WZRDOnTheMoon

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Bewertung7.0Sehenswert

"Up In The Air" bietet angenehm leise Unterhaltung mit einer brisanten, aber dennoch nicht verkrampft umgesetzten Thematik und einem hervorragenden George Clooney - ein vogelfreier Protagonist als Supervielflieger Ryan Bingham, der seinen emotionalen Selbstbetrug auch noch als Kündigungsfachkraft ausleben und in beinahe grotesken 'Rucksackvorträgen' zynisch und pseudomodern propagieren darf - stark!
Etwas mehr Tiefgründigkeit hätte dem Film jedoch nicht geschadet, denn trotz der absolut lobenswerten Ansätze kratzt er meist nur an der Oberfläche der sehr komplexen Themen, ohne den Zuschauer dabei wirklich zu bewegen. Die Probleme der Akteure in ihrem privaten und beruflichen Leben sind wunderbar nahtlos miteinander, zu einen gesellschaftskritischen Gesamtbild verknüpft und in sich stimmig. Leider verliert sich der Film im Mittelteil unnötigerweise in einigen beinahe schon kitschigen, langatmigen Szenen, was "Up In The Air" dessenungeachtet aber keinen großen Abbruch tut - alles in allem ein gelungenes Werk, das trotz allem leider recht viel Potenzial verschenkt.

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Ali34

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Bewertung7.0Sehenswert

In vieler Hinsicht ist das ein sehr toller Film. Nachdem man diesen Film gesehen hat, muss man wirklich nachdenken, was man mit seinem Leben anfangen will. Was einem das Leben überhaupt bringen wird. Ich hoffe das ich dann nicht im Flugzeug sitzen werde.

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Grimalkin

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Bewertung5.0Geht so

"Up in the Air" ist qualitativ ein in sämtlichen Bereichen äußerst durchschnittlicher Film. Mut- und belangloses Hollywoodkino, das mit seiner leicht-lockeren Art konservative Werte vermittelt.

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marius.martinez.5

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sehr guter Film über das sogenannte "Rucksackleben" mit einem sehr gutem George Clooney.

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sharingwithoutschere

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

VORSICHT SPOILER:
.
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Ein Film für Einzelgänger. Genau das richtige für mich.
Ich glaube durchschnitts-kompatible Menschen werden den Film stets ein, zwei Punkte weniger wertig besprechen. Tja, so ist das eben.
Und noch eine Runde...

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Gewitter.Kind

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Einfach ein richtig schöner Film mit toller Liebesgeschichte und überraschendem Ende, umgesetzt über den Wolken...

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Adrian Damon

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Bewertung5.0Geht so

Schade, ich dachte er muss am Ende sie feuern und dann kommt noch mal richtig Drama auf... so hat mir jetzt der Knackpunkt gefehlt.

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Audreyfan

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Bewertung7.0Sehenswert

"The stars will wheel forth from their daytime hiding places; and one of those lights, slightly brighter than the rest, will be my wingtip passing over."

"Up in the Air", das ist das Motto von Ryan Bingham. Sein Beruf ist es, Leute zu feuern und dafür reist er durch ganz Amerika von einer Stadt zur nächsten. Er hat sich frei gemacht von allen gesellschaftlichen Lastern. Er hat keine zwischenmenschlichen Beziehungen, kein eingerichtetes Haus, keine Kinder, keine Menschen, die er vermissen könnte und sein Gepäck passt in einen kleinen Koffer. Sein Zuhause ist der Flughafen. Sein Wohnzimmer das Flugzeug, das Einchecken der Guten-Morgen-Gruß und das geschäftige Hetzen der Menschen seine Beruhigungsmusik. Für andere ist es der Horror, lange zu fliegen. Für ihn ist es der Horror, lange auf dem Boden zu sein. Er fliegt und fliegt, sein Ziel sind die zehn Millionen Meilen und wenn er mal am Boden ist, feuert er halt professionell Menschen oder hält Vorträge über sein leichtes Gepäck. Ich denke sehr wenige von uns könnten sich so ein Leben vorstellen, vielleicht würden wir im wahren Leben sogar Mitleid mit so einem Menschen haben. Eine Qualität von diesem Film ist es aber, dass Reitman schafft, dass wir Sympathien für Ryan aufbauen. Sein Lebensstil und seine Philosophie kommt uns nicht wirklich absurd vor, vielleicht gibt es ja auch ganz viele von seiner Sorte. In vielen Momenten strahlt dieses ständige Fliegen sogar einen aufregenden, poetischen Reiz aus, vor allem bei den Sequenzen mit den toll gefilmten Vogelperspektiven von Landschaft, Städten und Wolken. Alles in allem ist "Up in the Air" toll gefilmt und fängt - soweit ich das aus meiner bescheidenen Erfahrung sagen kann - ziemlich gut den Flair des Flughafen und des Fliegens auf. Und so könnte das locker weitergehen, unterlegt mit einem ruhigen, angenehmen Soundtrack, wenn da nicht das alt bekannte Problem auftauchen würde: die Liebe. Oder zumindest die Frage nach der Liebe. Es wird nicht erklärt, warum Ryan sich gerade für so ein Leben begeistern kann und ehrlich gesagt bin ich froh, dass auf diesen psychologischen Ansatz verzichtet wird, das hätte dem Film sicher einiges geraubt. Es stellt sich nur die Frage, ob ein Mensch wirklich sein ganzes Leben ohne zwischenmenschliche Beziehungen leben kann, ohne Anker, ohne Ruheort, eben ohne Liebe. Zuerst ist die Geschäftsfrau Alex für Ryan nur eine kleine Nacht, die man gerne wiederholt, doch als die ehrgeizige, junge Natalie auftaucht mit all ihren romantisierten Idealen, Träumen und Hoffnungen, stellt er sich langsam die Frage, ob er dieses Leben noch lange weiter leben kann. Spätestens nach der Hochzeit seiner Schwester wächst in ihm der Wunsch, auf andere Menschen zu achten, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken und er fängt an, seine Lebenseinstellung anzuzweifeln. Doch immer noch schwebt er in den Wolken. Er verweilt zwar jetzt lieber auf dem Boden, doch innerlich ist er immer noch da ganz oben. Bis er schließlich unsanft landet. Die Frage ist jetzt nur: Wird er jemals wieder starten?
Man sollte in "Up in the Air" keine große Botschaft suchen. Der Film ist viel mehr eine Liebeserklärung an den eigenen Lebensstil, an das was man ist, an das was man leben will. Das Ganze unterlegt mit dem schon erwähnten angenehmen Soundtrack und den poetischen Bildern kreiert einen absolut sehenswerten Film, der ein schwebendes, gutes Gefühl hinterlässt.

http://planetofpictures.blogspot.com/2013/07/up-in-air-us-2009-jason-reitman_25.html

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natedb

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Stimme zu, empfand ihn aber nach dem ersten Sichten trotzdem als leicht überbewertet bei den ganzen Lobpreisungen von denen er seinerzeit überschüttet wurde.


alex023

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Tollen Blog hast du da.


uncut123

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

ich mag den echt gerne...er ist chillig aber auch so nachdenklich bei der frage was ist/sollte ein wichtig sein....nunja kann jeder für sich selber entscheiden...

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bjorn.gellert

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Film, der mit George Clooney wirklich glänzen kann.
Er zeigt einen Mann, Tag für Tag, in einem Leben, welches er selbst nicht sicher ist, es so zu leben.
Clooney zeigt seine Leistung als Liebhaber, man gewinnt ihn als Zuschauer sehr schnell gern.
Toller Film beim Kerzenschein, mit einer Wendung, die man nicht erwartet und enttäuscht ist.
Mein Fazit: Ich schaue ihn sicher bald erneut!

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michael.grossl

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Bewertung9.0Herausragend

Es gibt Filme, für die braucht man die Ruhe der eigenen vier Wände. Im Kino konnte er mich nicht so richtig überzeugen, doch zu Hause wird er mit jedem Mal besser.
Er besitzt das perfekte Rezept; von allem etwas: tiefgründiger Humor, satirische Momente, Traurigkeit, Nachdenklichkeit und dennoch darf auch mal gelacht werden, wenn z.B. Clooney ins Wasser fällt.
Die überragende Anna Kendrick ist hierbei vollends das Salz in der Suppe als übermotiviertes Naivchen, die sich nichts sagen lassen will.
Irgendwie entspannt mich der Film total. War richtig schöööön!

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Harvey Specter

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Bewertung4.0Uninteressant

Sehr langatmiger Film mit einer interessanten Story. Doch leider nicht mein Fall. Ich war zu oft gelangweilt...

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HimmelHoch

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einer dieser Filme, die auf den zweiten Blick doch ganz anders sind, als auf den ersten.
Man glaubt, man setzt sich jetzt vor den Fernsehr und lässt 90 Minuten berieseln. Und während man sich berieseln lässt, merkt man, dass das vielleicht alles doch nicht so einfach ist. Auf den ersten Blick meint man, George Clooney als Mr Bingham ist gemäß seines Berufes ein Arschloch, auf den zweiten Blick (und auch erst gegen Ende des Filmes) merkt man, dass ja, er einen unangenehmen Job gerne macht, aber auch, dass er diesem Job, und vor allem den Menschen die es betrifft, doch den nötigen Respekt und vor allem auch Würde zeigt. Eine brilliante Anna Kendrick als Natalie Keener muss lernen, das viele Dinge nicht ganz so sind wie sie scheinen und manches doch gut so ist, wie es ist. Und natürlich eine hübsch anzusehende Vera Farmiga als Alex, die eine perfekte Show aufzieht und genau das ist, was sie nicht zu sein scheint.
Der Film ist einfach anzugucken, gut zu verstehen, nimmt den Zuschauer immer mit und schallt doch lange nach.
Sind Beziehung wirklich Ballast, oder machen sie das Leben wertvoller? Mr. Bingham und auch Natalie Keener lernen, das beides stimmt. Und vielleicht ist das auch gut so.

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Janus Winter

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Bewertung5.5Geht so

Pseudokritisch, pseudolebensweise und seicht. Aber für die einzig interessante Nebenfigur gibt es eine milde Punktvergabe.

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AbrahamCityRangers

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Bewertung4.5Uninteressant

Konsens Kino triffts genau. Überschaubar...

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pfeffer

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Bewertung5.0Geht so

Konsens-Kino. Flüssig und beiläufig erzählt. Ohne Längen und ohne allzuviele Höhen oder Tiefen. Handwerklich super, thematisch eher blöde. Eigentlich sogar mehr als das: konservativ in der schlechtest möglichen Bedeutung des Wortes. Und fies. Und zynisch. Und gefällig.

Lektion 1: Kapitalismus? Okay, gerne auch in seiner radikalsten Form, dann aber bitte die "menschliche Variante".
Lektion 2: Das wahre Glück liegt in der Bindung: Paarbeziehung: Familie.

Das wird hier zum xten Mal visualisiert und als leichte Kost ins Abendprogramm gestreut.

2 Dinge faszinieren mich sehr an diesem Film:

1. Die Erzählung des Grenzgängers, der aus diesem "Zwischen-den-Orten-sein" ein ganzes Lebensmodell zurechtbastelt. Und das nehme ich dem auch voll ab. Diese Geilheit, dieser Rausch des Interims.

2. Wie Jason Reitman es schafft, diese bizarre und schlimme Geschichte so leicht und süffisant zu erzählen. Große Leistung, auf ne gewisse Weise (wobei ich ihn - das hat Juno klar gezeigt - nicht als Aufklärer, sondern eher als Verschleierer beschreiben würde).

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spanky

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Genau das mag ich an dem Film: das verschleidernd Leichtfüßige und die dahinter versteckte unterschwellige Tristesse. Der Zynismus und die Unmenschlichkeit müssen sein, weil es sonst nicht funktioniert. Ich empfinde das aber deswegen nicht als leichte Kost, sondern eher als magensäureproduzierendes Gemisch, was schwer zu schlucken ist.


pfeffer

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Okay, verstehe, hab ich tatsächlich auch drüber nachgedacht. Wäre ja auch ne coole Geschichte: Ein Portrait des zeitgenössischen Henkers sozusagen. Dann gerne auch ohne erhobenen Zeigefingern und mit all den zugehörigen Ambivalenzen. Aber das Ganze kam bei mir dann doch irgendwie nicht in dieser Art und Weise an. Sondern eher als Style, als Beschönigung (und wie gesagt, das meine ich schon ernst: ich halte das für ebenso symptomatisch wie bemerkenswert, diese Art von Plot derart reibungslos in diese Art von Geschenkpapier eingewickelt zu bekommen).


nilswachter

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

UP IN THE AIR lässt sich oberflächlich betrachtet als die Geschichte eines emotional unterkühlten Mannes mit einem moralisch streitbaren Job verstehen, der nach und nach erkennt, dass zwischenmenschliche Beziehungen eben nicht nur Balast, sondern auch Bereicherung beinhalten können. Anderseits stellt Reitmans Film auch ein zynischer Kommentar zum Kapitalismus dar, der eine Wirtschaft fördert und fordert, welche den Menschen zunehmend von seiner Arbeit entfremdet und Effizienz über jegliche Menschlichkeit stellt. Nur in einem solchen System ist es möglich, per Webcam Jobs zu kündigen, Entlassungen nach einem vorgefertigten Muster durchzuführen und Arbeiter mit einem Schulterzucken die Zukunft zerstören. Es muss alles schnell, billig und möglichst seelenlos geschehen. Nehmen nicht Maschinen die Arbeit von Menschen ein, werden eben jene zu den anderen umfunktioniert und arbeiten mechanisch, präzise und automatisch. Dabei geht das Zwischenmenschliche, die persönliche Bindung an den Beruf und der eigentliche Sinn einer Arbeit verloren.
Indem Reitman Bingham eine persönliche Entwicklung durchlaufen lässt, kritisiert er zugleich das ökonomische System, in welchem jener eingebunden und gefangen ist. Zwar wird der von Clooney mit angenehmer Zurückhaltung gespielte Charakter am Ende nicht ein völlig anderer Mensch sein. Doch seine Einstellung zum Leben und der Arbeit hat er vielleicht geändert - trotz einer bitteren Enttäuschung, die zugleich den Film angenehm erdet und nicht abheben lässt. UP IN THE AIR bietet kein happy end. Reitman ist sich der Macht des wirtschaftlichen Systems, welches unser Denken und Handeln mitbestimmt durchaus bewusst. Indem er jedoch die aufstrebende Uniabsolventin den Job kündigen lässt - per sms - und das von ihr neu eingeführte System für Kündigungen wieder überdenkt wird, macht der Regisseur und Drehbuchautor ein klares Statement gegen eine asoziale Wirtschaftsform, welche wie ein Krebsgeschwür, die sie erhaltende Gesellschaft zu zerstören droht.

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