Up in the Air
Up in the Air (2009), US Laufzeit 110 Minuten, FSK 0, Drama, Komödie, Kinostart 04.02.2010
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225 Kommentare
Keine
von Jason Reitman, mit George Clooney und Vera Farmiga
Über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos für Ryan Bingham. 322 Tage im Jahr ist der passionierte Vielflieger in der Luft oder in Airport-Hotels, ununterbrochen unterwegs zu Firmen irgendwo in den USA. Dort übernimmt er die unliebsame Aufgabe, Mitarbeiter möglichst schmerzfrei über ihre Entlassung zu informieren. Ryan selbst hat nur ein Ziel: Er will der siebte Mensch werden, der als Frequent Flyer die sagenumwobene 10.000.000-Meilen-Schallmauer durchbricht. Doch dann lernt er auf einer seiner Reisen am Flughafen eine verwandte Seele kennen, die Geschäftsfrau Alex, die eine menschliche Seite in ihm weckt, die er längst vergessen glaubte. Gleichzeitig droht sein Berufsleben aus den perfekt organisierten Bahnen zu geraten, als die ehrgeizige junge Harvard Absolventin Natalie seinen Chef Craig davon überzeugen kann, in der Firma Modernisierungen durchzusetzen, die Ryan künftig an den Schreibtisch fesseln würden. Sein erfülltes Nomadenleben, in dem Statussymbole den Platz traditioneller Werte eingenommen haben, scheint komplett außer Kontrolle zu geraten: Wo soll ein Mann hin, der kein Zuhause hat?
Ryan Bingham (George Clooney), ein erfolgreicher Motivationslehrer im Business-Bereich, ist Vielflieger und sammelt dabei natürlich reichlich Bonusmeilen. Er wird oft von Firmen angeheuert, die Entlassungen ihrer Arbeiter nicht selbst vornehmen wollen. Bingham reist zu den Firmen und erledigt das Feuern elegant und freundlich, aber emotionslos. Einzig das Sammeln von Meilenpunkten ist für ihn aber zu einer wahren Passion geworden, denn er hat sich als Ziel gesetzt, die Zehn-Millionen-Grenze zu erreichen und der Meilenkönig zu werden. Alles ist für diesen Plan fest ausgetüftelt, seine Reiserouten sind bestens organisiert, um seinem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen.
Doch dann will plötzlich seine Firma das Reisebudget kürzen, jemand zapft sein Meilenkonto an und seine Kreditkarte wird gesperrt. Um seine unsicher gewordene Position in bei seinem Arbeitgeber zu verbessern, nimmt er die junge und ambitionierte Kollegin Natalie (Anna Kendrick ) mit auf Tour, um ihr die Feinheiten seines Berufs zu zeigen. Nebenbei trifft er auf seinen Reisen eine attraktive, unabhängige Frau, deren Lebensstil dem seinen in Nichts nachsteht.
Er muss sich entscheiden, ober er endlich eine engere Bindung zu einem Menschen eingehen will, sich auf Alex (Vera Farmiga) einlässt, oder weiter permanent auf Durchreise lebt. Sein vermeintliches “Lebenswerk” scheint in Gefahr… Doch diese Situation bietet ihm die Möglichkeit, über den wahren Sinn des Lebens zu reflektieren.
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Cast & Crew
- Genre
- Drama, Komödie, Liebesfilm
- Zeit
- 2000er Jahre
- Ort
- Denver, Flugzeug, Omaha, Vereinigte Staaten von Amerika
- Handlung
- Affäre, Angestellter, Arbeit, Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatz, Beruf, Bruder-Schwester Beziehung, Drogenmissbrauch, Einsamkeit, Entlassung aus dem Gefängnis, Fliegen, Foto, Hochzeit, Hotel, Hotelbar, Hotelzimmer, Junggeselle, Koffer, Lebenskrise, Lebenslüge, Lehrer-Schüler-Beziehung, Liebe, Liebeskummer, Liebespaar, Mann-Frau-Beziehung, Menschliches Zusammenleben, Mentor, One-Night-Stand, Passagier, Schwester, Schwimmbad, Sex, Single, Sinn des Lebens, Soziopath, Starke Frau, US-Amerikaner, Workaholic
- Stimmung
- Berührend, Geistreich, Traurig, Witzig
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Kritiken (39) — Film: Up in the Air
Anj S: Mann beisst Film
Kommentar löschen„Up in the Air“ rangiert passend zu seinem Titel auf den oberen Plätzen des Filmniveaus, was vor allem auch dem letzten Viertel zu verdanken ist. Die Tragikomödie schafft es, auch ohne große Katastrophen zu überraschen und ohne ein schnulzgetränktes Happy End auszukommen, und gleichzeitig zu befriedigen und nachdenklich zu stimmen. Da bleibt zum Ende hin nur noch zu sagen, dass man sich trotz der hohen Qualität von Jason Reitmans neustem Werk nicht zu sehr von der durch Ryan dargestellten Einpackmethode beeinflussen lassen sollte. Glatt gefaltet ist immer noch besser als gerollt. Probiert’s aus.
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Christian von mehrfilm.de: Mehrfilm.de
Kommentar löschenZu Beginn dieses Jahrtausends war noch alles in bester Ordnung. Die New-Economy-Blase war nicht geplatzt, das World Trade Center noch nicht in Schutt und Asche gelegt und von Finanzkrise weit und breit keine Spur. Als hätten Drehbuchautoren schon damals eine Vorahnung gehabt, von dem was da noch kommen könnte, kümmerten sich Hollywood-Filme wieder ein bisschen um, wie es Oliver Stone genannt hat, "die Auswüchse des Kapitalismus". Ein kleiner Junge führt in "The Kid" den erfolgreichen Imageberater Bruce Willis aus dem geschäftigen Treiben ins kindliche Ich zurück, und in "Family Man" entdeckt Nicolas Cage als Börsenmakler und so genannte "Zierde des Kapitalismus" durch ein Wunder die bescheideneren Freuden des mittelständischen Familienlebens in der Vorstadt.
Das sicherlich aufwändigste Projekt dieser Stoßrichtung in dieser Zeit handelt von einem schicksalhaften Ausstieg, der einem der ehemaligen Protagonisten des Yuppie-Films widerfährt…
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beetFreeQ: http://blog.freeqnet.de/
Kommentar löschen[...]Jason Reitman hatte 2007 mit Juno den Überraschungshit schlechthin gelandet, ein Film, der aus dem eher unscheinbaren Indiekino den Mainstream eroberte. Entsprechend groß waren die Erwartungen an den Nachfolger, der zwar mit George Clooney einen weit bekannteren Darsteller in der Hauptrolle bietet, aber insgesamt doch weiter dem Indie-Gedanken folgt. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Walter Kirn (deutscher Titel “Mr. Bingham sammelt Meilen”) drehte Reitman hiermit eine Tragikomödie, die sowohl Traditionen als auch moderne Lebenseinstellungen auf den Kopf stellt.[...]
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Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...
Kommentar löschenAuch wenn Clooney als Ryan Bingham nicht ganz so zynisch-witzig daherkommt wie einst Eckhart als Nick Naylor in "Thank You For Smoking", so ist doch "Up In The Air" Reitmans rundester Film. Was unter anderem daran liegt, dass sich die gesamte Produktion der doch eher gewollten Indie-Dramatik eines Films wie"Juno" und der over-the-top-Satire-Masche von "Thank You For Smoking" entzieht, und so schon beinahe bodenständig-realistisch daherkommt.
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Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenHätte nie und nimmer erwartet, dass UP IN THE AIR tatsächlich so schwerelos daherkommt. Zwar im doppelten Sinne, da es dem Film teilweise ein wenig an Konsequenz im Kontext zur Kommunikationskritik mangelt, dafür trifft Reitman bei den Figuren umso deutlicher ins schwarze. Ich glaube George Clooney hat nur sehr selten besser gespielt und Vera Farmiga sollte unbedingt häufiger zu sehen sein. Eigentlich ist es die Extra-Portion Würze, die hier aus konventionellem Hollywoodstoff eine leichte, dennoch einfühlsame Wolke macht. Mit Punktlandung in letzter Minute.
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Julio Sacchi: Das Manifest
Kommentar löschenEin wunderschön gedrehter, exzellent geschnittener und, das ist wohl das Wichtigste, sehr origineller Erzählfilm, der eine Figur entwickelt und sie sich dann selbst weiter entwickeln läßt. Die Chemie zwischen Vera Farmiga und Clooney macht ihre gemeinsamen Szenen unwiderstehlich, und das in einem Film, der ohnehin schon mit ausgesuchten Bildern und starken Nebendarstellern zu verzücken weiß. UP IN THE AIR ist aber vor allem Clooneys Film, weil er mit diesem Ryan Bingham den strahlenden Eckpunkten seiner Karriere - Doug Ross und Seth Gecko - einen weiteren hinzufügen kann. Es ist dies auch eine Rolle, die man "mutig" nennen kann; "mutig" eben anders als das, was man gemeinhin darunter versteht (falsche Zähne, Übergewicht, Glatze etc.), sondern "mutig" für Clooney selbst, da Ryan Bingham so viele Züge seines eigenen Lebens aufweist und für ihn so therapeutisch wie traumatisch sein könnte. Denn Jason Reitman macht am Ende den entscheidenden Schritt, der UP IN THE AIR so weit über das gegenwärtige Hollywood stellt; wenn sich zeigt, daß nicht jedem das vergönnt sein kann, was andere für erstrebenswert halten. Wenn Bingham eben doch die Dinge nur überfliegt. Wenn Sam Elliott kommt.
Einziges Manko ist die um die Ecke lauernde Sehnsucht nach erzkonservativen Idealen, die sich ausgerechnet in Anna Kendricks Rolle manifestieren. Aber das kann die Freude über diesen rührenden, anmutigen, komischen und so besonderen Film nicht trüben.
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der cineast Wed, 27 Jul 2011 15:57:59 -0000
Antwort löschenWunderbar.
arues Mon, 09 Apr 2012 04:22:38 -0000
Antwort löschenSehr schön!
Corsovilla: SchönerDenken
Kommentar löschenWie etabliert man als Regisseur seine Hauptfigur? Jason Reitman ist es ganz wunderbar gelungen: Er zeigt den Vielflieger Ryan Bingham (George Clooney), wie er effektiv und elegant die Sicherheitskontrollen absolviert, jeder Handgriff, jedes Platzieren des Gepäcks schnell und geschmeidig, das alles flott und pfiffig geschnitten. Seit der Einführung des Werbefachmanns Roger Thornhill (Cary Grant) in Hitchcocks “North by Northwest” wurde eine Hauptfigur nicht mehr so souverän präsentiert. Ein interessantes Drehbuch mit erinnerungswürdigen Zeilen wie „Ich bin die perfekte Frau, um die du dir keine Gedanken machen musst. Ich bin wie du, nur mit Vagina.“, sehr starke Darsteller und viele sehenswerte Details. Ein augenzwinkernder und dabei sehr ernster Film, eine Geschichte über Beziehungen und schwerelose Lebensentwürfe, über das Leben im Kapitalismus und das Gewicht des Lebens. Ein Klassiker, der einige Oscars verdient hätte. (Mehr im Podcast)
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenSo sehr Jason Reitmans grandios geschriebene und inszenierte tiefsinnige und reichlich hinterlistige Tragikomödie an manchen Stellen auch an Fruttero & Luccentinis grandiosen Roman Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz und dann wieder an Filme wie Die Reisen des Mr. Leary mit William Hurt in der Hauptrolle erinnert – mit seiner Mischung aus fein dosierter Gesellschaftskritik, treffender Gegenwartsbeschreibung der allzu realen wirtschaftlichen Krise und subtilem Humor ist dem Regisseur nach Filmen wie Thank You for Smoking und Juno endgültig der große Wurf gelungen. Geschickt verknüpft der Film verschiedene Ebenen miteinander; er funktioniert sowohl als Liebesgeschichte wie auch als treffsichere Parodie auf das moderne Business-Leben, ist dabei stets leicht und elegant und bietet dennoch genügend Anknüpfungspunkte, um einerseits prächtig zu amüsieren und andererseits angerührt zu werden von einer Geschichte, die vieles über unser modernes und gehetztes, allzu effizientes Leben verrät.
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Evie: www.inderzange.de
Kommentar löschenIn Zeiten der Weltwirtschaftskrise und der kulturellen Angst vor Problemen, bringt jetzt Jason Reitman bekannt durch “Juno” den Film “Up in the Air” raus. Das Drehbuch zum Film entstand schon 2002 und Reitman wollte diesen auch gleich drehen, doch kamen ihm seine 2 Projekte “Juno” und “Thank you for Smoking” zuvor. Und wie auch so viele bassiert auch der Film auf einer Romanvorlage. Walter Kirn schrieb 2001 den gleichnamigen Roman, und stand bis zu letzt eher skeptisch dem Projekt gegenüber, doch als er den Film sah war er begeistert. Mal sehen ob wir das auch sind…
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Kaltduscher: MoviezKult.de
Kommentar löschen[...]Jason Reitmans Film ist manchmal ein feinfühliges Drama, manchmal eine scharfzüngige Komödie, mal charmant, doch in der nächsten Szene schon wieder voller Zynismus.[...]
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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschen[...]Wie auch schon in „Thank You for Smoking“ nimmt sich Jason Reitman des sympathischen Arschlochs an; eine Rolle die George Clooney auf den Leib geschrieben ist. Hollywoods Charmeur gelingt in der Rolle des eloquenten Fieslings mit den freundlichen Augen eine eindrucksvolle Leistung. Wie er seine „Kunden“ abserviert, ohne dass diese wirklich merken, wie ihnen eigentlich mitgespielt wird, ist ganz großes Kino. Wenn „Up in the Air“ nun nicht in Gänze perfekt ist, dann liegt das auch an den Gesetzmäßigkeiten Hollywoods, die den Antihelden der Geschichte zwangsläufig in eine tiefe persönliche Krise führen müssen.[...]
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Ulrich Behrens
Kommentar löschenSt. Louis, Kansas, Tulsa, Wichita, Miama, Detroit, Milwaukee ... Reisen durch die USA, aber die einer ganz anderen Art als Urlaubsreisen. Der Reisende hat ein Ziel: 10 Millionen Flugmeilen zu sammeln. "That's the only point!" Er reist nicht aus Vergnügen, aber es bereitet ihm Vergnügen. Er ist einer jener smarten, charmanten und gut aussehenden Männer, die wahrscheinlich fast jede Frau haben könnten – aber er hat keine. Er hat eine Familie, zwei Schwestern, aber er hat sie auch nicht. Denn Familie, Eigenheim, Liebe – all das interessiert ihn nicht. Er schleppt ein Stück Pappe mit sich herum, das nicht ganz in seinen Trolley passt, darauf Bilder seiner jüngeren Schwester Julie und ihres Freundes Jim, die bald heiraten wollen. In jeder Stadt knipst er diese Pappe vor dem Hintergrund eines Hochhauses oder irgendwelcher Sehenswürdigkeiten und schickt sie seiner Schwester. Ryan Bingham (George Clooney) lebt zwischen Flughäfen, Hotels, Passkontrollen, Firmen, in denen er seine…
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Ines Walk: Filmpublizistin seit 1998
Kommentar löschenEin Film über die Wirtschafts- und Finanzkrise. Ein Film über Gewinnler und Verlierer. Ein Film über Lebenslügen, die sich ein jeder baut, um existieren zu können. Ein Film über Generationen, die ihre ganz eigenen Ideale haben. Ein Film über das individuelle Glück. Mit einem sehr guten George Clooney, der aber nichts weiter machen muss, als sich selbst zu spielen.
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Flibbo: Wie ist der Film?
Kommentar löschenSchon ganz am Anfang des Kinojahres kann man hier von einem der besten Filme 2010 sprechen. Die herausragende Qualität von „Up In The Air“ wird ganz einfach dadurch deutlich, dass der Film sich bei seiner Inszenierung überhaupt keiner Hilfsmittel bedienen muss, um die Gunst des Zuschauers zu erhaschen und von Anfang bis Ende interessant zu bleiben. Da ist nirgendwo etwas Spektakuläres. Da ist einfach nur das Drehbuch. Ein perfekt ausgearbeitetes Drehbuch, das auf fähige Darsteller zugeschnitten ist und mit tadelloser aber sich fast nie in den Vordergrund rückender Filmtechnik bebildert wird. [...]
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Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenReitman gelingt es nie das soziale Anliegen seines Filmes und dessen Hauptfigur in Einklang zu bringen. Clooney könnte auch einen vielreisenden Tupperware-Händler spielen, ohne dass sich seine Story verändern müsste. Die satirischen und gleichzeitig dokumentarischen Einblicke in das Amerika in der Krise haben nichts mit der Isolation des Vielfliegerberufs zu tun. Ryans Geschichte ist eine andere Geschichte. Sie wird praktisch nebenher erzählt. Im Gegensatz zur Figur der Praktikantin, die wirklich ihre eigene private Rezession überstehen muss.
Ryan soll natürlich geläutert werden. Seine gestellte Unabhängigkeit soll als Schwäche enttarnt werden. Das sind Erwartungshaltungen und hört man auf so manche Kritik hier (s. E. Knörer) dann könnte man denken, Reitman würde diese Erwartungen erfüllen.
ACHTUNG SPOILERGEFAHR!!!!
Stattdessen führt er uns hinters Licht, baut einen Love-Interest auf, der keiner ist bzw. der keiner sein will, nur um den Zuschauer am Ende brutal ins…
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Sonse Sun, 07 Feb 2010 00:23:04 -0000
Antwort löschenBin auch weiterhin skeptisch - und dass du mich hiermit nun massiv gespoilert hast, hilft sicher nicht. ;)
Kubrick_obscura Sun, 07 Feb 2010 00:29:46 -0000
Antwort löschenOh, das tut mir leid. Da denk ich immer garnicht dran und schreib drauf los. Ich habe jetzt vorsichtshalber einen Spoilerhinweis hinein editiert.
Sonse Sun, 07 Feb 2010 01:01:24 -0000
Antwort löschenSchon gut, das passiert eben manchmal. Jetzt ist die Warnung ja nicht zu übersehen. ;)
ChristiansFoyer Sun, 07 Feb 2010 14:52:06 -0000
Antwort löschenInteressante Interpretation des Schlusses, hab ich so noch nirgends gelesen und selbst auch nicht so wahrgenommen. Macht bei deinen Schlussfolgerungen der Andeutungen des Films aber durchaus Sinn
Sonse Wed, 17 Feb 2010 20:34:34 -0000
Antwort löschenHabe den Film mittlerweile gesehen und stimme dir zu was die Bingham-Story vs. Sozialkritik anbelangt. Das Ende habe ich jedoch keinesfalls so gesehen. *Spoiler* Wahrscheinlicher halte ich den Ausgang, der ihm im Laufe des Films von Natalie angeboten wird: "If I had that many miles, I'd just show up at the airport, look up at one of those big boards of destinations, pick a place and go." Genau das tut er am Ende.
Kubrick_obscura Thu, 18 Feb 2010 01:26:52 -0000
Antwort löschenWürde er dabei seinen Trolly so ruckartig loslassen?
Sonse Thu, 18 Feb 2010 15:55:48 -0000
Antwort löschenJa, würde er. Er lässt sein Gepäck (baggage) als "Ballast" los, als finaler Schritt seiner Läuterung.
Sonse Thu, 18 Feb 2010 16:18:56 -0000
Antwort löschenHabe eben mal ins Drehbuch gekuckt und da klingt mir das auch eher so wie ich es wahrgenommen habe, nach "Neubeginn":
"INT. OMAHA AIRPORT - DAY
Ryan walks through the automated door. He looks like he did in the opening of the film. Maybe even wearing the same clothes. Something is different though.
RYAN (V.O.)
Tonight, most people will be welcomed home by jumping dogs and squealing kids. Their spouses will ask about their day and tonight they'll sleep.
Ryan's stops and looks up at a GIANT BOARD OF DESTINANTIONS. An endless list of cities around the world. A menu of new lives departing every five minutes.
RYAN (V.O.)
The stars will wheel forth from their daytime hiding places, crowning their neighbourhood with lights.
We look back at Ryan. His eyes lock on one of the cities. We don't see which one. He makes a mental decision and turns in the direction of the gate. He lets go of his ROLL-AWAY.
RYAN (V.O.)
And one of those lights, slightly brighter than the rest, will be my wingtip, passing over, blessing them.
Ryan takes a step, but before his foot can land we...
CUT TO BLACK"
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Kubrick_obscura Fri, 19 Feb 2010 01:30:53 -0000
Antwort löschenWomöglich hast du recht und dein Drehbuchauszug bestätigt das, aber letztendlich zählt nur der fertige Film, der eindeutig ein mehrdeutiges Ende hat, was ich so interpretiert habe, wie ich es nun mal interpretiert habe. Meine Freundin sah das genauso. Ich bin also nicht allein. Aber deine Meinung ist auch eine Möglichkeit. ;)
Sonse Tue, 23 Feb 2010 20:43:52 -0000
Antwort löschenWollte dich auch nicht umstimmen, nur meine Interpretation belegen. ;)
Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage
Kommentar löschen[...] Einen Bonuspunkt gibt es für das überraschend klischeefreie Ende, das nicht den zwischenzeitlich stark zu befürchtenden Happy-End-08/15 Verlauf nimmt. [...] Reicht für insgesamt neun Punkte und damit zum bislang besten Film aus dem diesjährigen Oscar-Feld. [...]
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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film
Kommentar löschenAllerdings ist Jason Reitman, das hat man schon bei "Juno" gesehen, ein konservativer Regisseur, wenngleich ganz flott stets auf der Höhe der Zeit. [...] Zwei törichte Geschichten erzählt dann, von hier aus, der Romanvorlage Walter Kirns hinzugefügt, "Up in the Air". Töricht sind sie, weil sie den Blick auf jede tatsächliche Analyse verstellen und bei sehr simplen Weisheiten - allerdings punktgenau - landen. Die lauten, zum einen: Wahres Glück ist erstens nie sonderlich groß und findet sich zweitens dann einzig im Schoß der Familie. [...] Wirklich spannend ist "Up in the Air", ein in eigentlich jeder Hinsicht mediokrer Film, nur als Symptom. Soll heißen: Die Leute lieben ganz offensichtlich haargenau das Mediokre daran. [...] Er verkörpert eines nämlich in Vollendung: einen jede Konsequenz scheuenden Kuschelkonservatismus; rasch in die Knie gehende Gesellschaftskritik. Er tut zeitdiagnostisch, verkriecht sich in Wahrheit aber einfach unter der Decke. Analyse muss kalt sein, aber der Weg von "Up in the Air" geht nach innen, dahin, wo es so angenehm nestwarm mieft.
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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenEs fällt schwer Jason Reitman-Filme nicht irgendwie zu mögen. Sie sind so fluffig, süffig und von einer baiserartigen Leichtigkeit, die es schwer macht ihnen etwas übel zu nehmen. Zudem geben sie sich regelmäßig den Anschein irgendwie doch ein wichtiges Thema zu umkreisen. (...)
Doch natürlich ist die Auseinandersetzung mit den Folgen von Arbeitslosigkeit nur neckische Garnitur, denn letztlich wird eine klassische Geschichte von einem Mann erzählt, der es geschafft hat sich davon zu überzeugen, das er kein klassisches Familienleben braucht und der dann durch einige einschneidende Erlebnisse diese Sichtweise zu hinterfragen beginnt. Clooney learns to love.
In der Besetzung der Hauptrollen liegt dann auch die Stärke des Films, denn “Up in the Air” fliegt fast ausschließlich auf Clooneys-Charme und der Chemie die zwischen ihm und Vera Farmiga besteht, Anna Kendrick – die unerfahrene, selbstbewusste Kollegin die noch viel zu lernen hat, wird von den beiden fast wie eine Tochter…
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José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschenJason Reitmans Inszenierung sprüht nur so vor witzigen Einfällen, wobei er von der exzellenten Kameraarbeit Eric Steelbergs, der immer wieder geistreiche Einstellungen findet, von Dana E. Glaubermans beschwingtem Schnitt sowie von der atmosphärisch-dezenten Musik von Rolfe Kent hervorragend unterstützt wird. Mit ausgeprägter Liebe zum Detail wird so etwa veranschaulicht, wie Ryan seinen Rollenkoffer packt, oder auch wie er am Flughafen die richtige Schlange vor der Sicherheitskontrolle auswählt. Ein besonderer Coup des Regisseurs besteht indes darin, immer wieder schnellgeschnittene Sequenzen mit Laiendarstellern, die selbst vor kurzem aus ihrem Arbeitsverhältnis entlassen wurden, in die Handlung einzuflechten. Diese halbdokumentarischen Szenen, bei denen die Betroffenen vor der Kamera von ihrer Sorge um ihre Zukunft und um ihre Familie oder auch von Selbstmordgedanken sprechen, verleihen der Filmhandlung ungeheure Authentizität. Reitmans Satire auf die Globalisierung und auf ein Leben aus dem Rollenkoffer geißelt bei allem Humor eine Gesellschaft, die einen materialistischen, entmenschlichten Individualismus fördert: „In Gesellschaft lebt sich’s besser“, lautet denn auch Ryan Binghams Fazit. „Up in the Air“ plädiert auf witzige, aber eindringliche Weise für Werte wie Liebe, Familie und Solidarität.
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K. Zeckau : http://film-dienst.kim-info... K. Zeckau : http://film-dienst.kim-info...
Kommentar löschenRyan Bingham ein erstaunlich realer Protagonist: weiterhin enorm gut aussehend, vor allem aber eine Figur von großer Einsamkeit und echter Melancholie, die Clooney grandios meistert...voller Wortwitz, leicht, amüsant und doch tief schürfend, wobei es die Inszenierung im Verbund mit Kamera und Schnitt kongenial umsetzt. Der Film gerät dabei nie in Gefahr, sich in den verspiegelten Oberflächen seiner Settings zu verlieren, weil Reitman dieses Porträt eines oberflächlichen Mannes, der am Ende hinter der eigenen Fassade so etwas wie eine Ahnung vom eigenen Selbst entdeckt, komplett unsentimental und doch zugleich liebevoll skizziert.
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Alle Kritiken (39)
Kommentare (186) — Film: Up in the Air
bjorn.gellert Fri, 03 May 2013 23:37:54 -0000
Kommentar löschenEin Film, der mit George Clooney wirklich glänzen kann.
Er zeigt einen Mann, Tag für Tag, in einem Leben, welches er selbst nicht sicher ist, es so zu leben.
Clooney zeigt seine Leistung als Liebhaber, man gewinnt ihn als Zuschauer sehr schnell gern.
Toller Film beim Kerzenschein, mit einer Wendung, die man nicht erwartet und enttäuscht ist.
Mein Fazit: Ich schaue ihn sicher bald erneut!
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michael.grossl Sun, 28 Apr 2013 17:20:18 -0000
Kommentar löschenEs gibt Filme, für die braucht man die Ruhe der eigenen vier Wände. Im Kino konnte er mich nicht so richtig überzeugen, doch zu Hause wird er mit jedem Mal besser.
Er besitzt das perfekte Rezept; von allem etwas: tiefgründiger Humor, satirische Momente, Traurigkeit, Nachdenklichkeit und dennoch darf auch mal gelacht werden, wenn z.B. Clooney ins Wasser fällt.
Die überragende Anna Kendrick ist hierbei vollends das Salz in der Suppe als übermotiviertes Naivchen, die sich nichts sagen lassen will.
Irgendwie entspannt mich der Film total. War richtig schöööön!
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Rob Stark Thu, 14 Feb 2013 13:46:58 -0000
Kommentar löschenSehr langatmiger Film mit einer interessanten Story. Doch leider nicht mein Fall. Ich war zu oft gelangweilt...
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HimmelHoch Mon, 05 Nov 2012 11:33:12 -0000
Kommentar löschenEiner dieser Filme, die auf den zweiten Blick doch ganz anders sind, als auf den ersten.
Man glaubt, man setzt sich jetzt vor den Fernsehr und lässt 90 Minuten berieseln. Und während man sich berieseln lässt, merkt man, dass das vielleicht alles doch nicht so einfach ist. Auf den ersten Blick meint man, George Clooney als Mr Bingham ist gemäß seines Berufes ein Arschloch, auf den zweiten Blick (und auch erst gegen Ende des Filmes) merkt man, dass ja, er einen unangenehmen Job gerne macht, aber auch, dass er diesem Job, und vor allem den Menschen die es betrifft, doch den nötigen Respekt und vor allem auch Würde zeigt. Eine brilliante Anna Kendrick als Natalie Keener muss lernen, das viele Dinge nicht ganz so sind wie sie scheinen und manches doch gut so ist, wie es ist. Und natürlich eine hübsch anzusehende Vera Farmiga als Alex, die eine perfekte Show aufzieht und genau das ist, was sie nicht zu sein scheint.
Der Film ist einfach anzugucken, gut zu verstehen, nimmt den Zuschauer immer mit und schallt doch lange nach.
Sind Beziehung wirklich Ballast, oder machen sie das Leben wertvoller? Mr. Bingham und auch Natalie Keener lernen, das beides stimmt. Und vielleicht ist das auch gut so.
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Janus Winter Mon, 29 Oct 2012 23:36:27 -0000
Kommentar löschenPseudokritisch, pseudolebensweise und seicht. Aber für die einzig interessante Nebenfigur gibt es eine milde Punktvergabe.
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AbrahamCityRangers Wed, 17 Oct 2012 00:50:28 -0000
Kommentar löschenKonsens Kino triffts genau. Überschaubar...
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pfeffer Wed, 10 Oct 2012 14:34:55 -0000
Kommentar löschenKonsens-Kino. Flüssig und beiläufig erzählt. Ohne Längen und ohne allzuviele Höhen oder Tiefen. Handwerklich super, thematisch eher blöde. Eigentlich sogar mehr als das: konservativ in der schlechtest möglichen Bedeutung des Wortes. Und fies. Und zynisch. Und gefällig.
Lektion 1: Kapitalismus? Okay, gerne auch in seiner radikalsten Form, dann aber bitte die "menschliche Variante".
Lektion 2: Das wahre Glück liegt in der Bindung: Paarbeziehung: Familie.
Das wird hier zum xten Mal visualisiert und als leichte Kost ins Abendprogramm gestreut.
2 Dinge faszinieren mich sehr an diesem Film:
1. Die Erzählung des Grenzgängers, der aus diesem "Zwischen-den-Orten-sein" ein ganzes Lebensmodell zurechtbastelt. Und das nehme ich dem auch voll ab. Diese Geilheit, dieser Rausch des Interims.
2. Wie Jason Reitman es schafft, diese bizarre und schlimme Geschichte so leicht und süffisant zu erzählen. Große Leistung, auf ne gewisse Weise (wobei ich ihn - das hat Juno klar gezeigt - nicht als Aufklärer, sondern eher als Verschleierer beschreiben würde).
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spanky Wed, 10 Oct 2012 16:55:10 -0000
Antwort löschenGenau das mag ich an dem Film: das verschleidernd Leichtfüßige und die dahinter versteckte unterschwellige Tristesse. Der Zynismus und die Unmenschlichkeit müssen sein, weil es sonst nicht funktioniert. Ich empfinde das aber deswegen nicht als leichte Kost, sondern eher als magensäureproduzierendes Gemisch, was schwer zu schlucken ist.
pfeffer Thu, 11 Oct 2012 15:09:01 -0000
Antwort löschenOkay, verstehe, hab ich tatsächlich auch drüber nachgedacht. Wäre ja auch ne coole Geschichte: Ein Portrait des zeitgenössischen Henkers sozusagen. Dann gerne auch ohne erhobenen Zeigefingern und mit all den zugehörigen Ambivalenzen. Aber das Ganze kam bei mir dann doch irgendwie nicht in dieser Art und Weise an. Sondern eher als Style, als Beschönigung (und wie gesagt, das meine ich schon ernst: ich halte das für ebenso symptomatisch wie bemerkenswert, diese Art von Plot derart reibungslos in diese Art von Geschenkpapier eingewickelt zu bekommen).
nilswachter Sun, 30 Sep 2012 20:13:04 -0000
Kommentar löschenUP IN THE AIR lässt sich oberflächlich betrachtet als die Geschichte eines emotional unterkühlten Mannes mit einem moralisch streitbaren Job verstehen, der nach und nach erkennt, dass zwischenmenschliche Beziehungen eben nicht nur Balast, sondern auch Bereicherung beinhalten können. Anderseits stellt Reitmans Film auch ein zynischer Kommentar zum Kapitalismus dar, der eine Wirtschaft fördert und fordert, welche den Menschen zunehmend von seiner Arbeit entfremdet und Effizienz über jegliche Menschlichkeit stellt. Nur in einem solchen System ist es möglich, per Webcam Jobs zu kündigen, Entlassungen nach einem vorgefertigten Muster durchzuführen und Arbeiter mit einem Schulterzucken die Zukunft zerstören. Es muss alles schnell, billig und möglichst seelenlos geschehen. Nehmen nicht Maschinen die Arbeit von Menschen ein, werden eben jene zu den anderen umfunktioniert und arbeiten mechanisch, präzise und automatisch. Dabei geht das Zwischenmenschliche, die persönliche Bindung an den Beruf und der eigentliche Sinn einer Arbeit verloren.
Indem Reitman Bingham eine persönliche Entwicklung durchlaufen lässt, kritisiert er zugleich das ökonomische System, in welchem jener eingebunden und gefangen ist. Zwar wird der von Clooney mit angenehmer Zurückhaltung gespielte Charakter am Ende nicht ein völlig anderer Mensch sein. Doch seine Einstellung zum Leben und der Arbeit hat er vielleicht geändert - trotz einer bitteren Enttäuschung, die zugleich den Film angenehm erdet und nicht abheben lässt. UP IN THE AIR bietet kein happy end. Reitman ist sich der Macht des wirtschaftlichen Systems, welches unser Denken und Handeln mitbestimmt durchaus bewusst. Indem er jedoch die aufstrebende Uniabsolventin den Job kündigen lässt - per sms - und das von ihr neu eingeführte System für Kündigungen wieder überdenkt wird, macht der Regisseur und Drehbuchautor ein klares Statement gegen eine asoziale Wirtschaftsform, welche wie ein Krebsgeschwür, die sie erhaltende Gesellschaft zu zerstören droht.
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florian.burau Tue, 14 Aug 2012 10:54:22 -0000
Kommentar löschenMir gefiel der Film wirklich gut. Es ist kein Hochglaz-Kino im herkömmlichen Sinne, sondern erzählt eine einfache Geschichte von jemanden der ungewöhnlich ist. George Cloony spielt einen Menschen der in einer Parallelwelt lebt und arbeitet. Sein Leben ist portioniert und kontrolliert. Für andere Menschen ist diese Welt in der er lebt nur eine Flucht, für ihn ist sie alles. Er erlebt Glück und Enttäuschung und das wird einfach schön erzählt. Aber letzendlich bleibt er in seiner Welt.
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Mac_C_Tiro Sun, 12 Aug 2012 10:34:29 -0000
Kommentar löschenSeichte und leider völlig vorhersehbare Komödie in der George Clooney zur Überaschung aller mal wieder George Clooney spielt und die Logiklücken tatsächlich nur per Flug zu überbrücken sind... Halbwegs witzig und für einen Feierabend nach harter Arbeit ganz brauchbarer Abschalter für den Verstand.
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ProsperDune Fri, 13 Jul 2012 14:11:32 -0000
Kommentar löschenGeorge Clooney entwickelt sich, sobald er sich verliebt, vom bindungsunfähigen Arbeits- zum großzügigen Familienmenschen (zur Hälfte jedenfalls). Charakterentwicklung ohne besonderen Charakter. Dafür fällt das Ende ungewohnt aus und Schauspieler sowie Dialoge sind auch über dem Durchschnitt. Nicht himmlisch, aber immerhin noch "hoch in der Luft".
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Hptm. Juan Wed, 20 Jun 2012 15:04:44 -0000
Kommentar löschenEin klarer Atmosphäre-Film, der mir persönlich sehr gefallen hat. Wechselt spielend zwischen Freude und Trauer. Vera Farmiga und George Clooney harmonieren wunderbar und generell gefielen mir die schauspielerischen Leistungen sehr gut. Soundtrack und Kameraführung sind teilweise speziell aber passend. Jetzt evtl. Spoiler-Alarm: Das Ende hat mir nicht gefallen, weil ein Happy End durchaus gepasst hätte, aber naja ist halt Geschmackssache.
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Draupernaut Wed, 30 May 2012 11:42:46 -0000
Kommentar löschenEine Hymne auf das Zwischenmenschliche, die leider nur so vorbeiplätschert.
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dr_bogusz Sat, 26 May 2012 10:23:28 -0000
Kommentar löschenGute Schauspieler. Finde den Film aber insgesamt ein wenig lahm und vorhersehbar...
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rbets Sun, 27 May 2012 00:20:05 -0000
Antwort löschenEin Twist gehört in so einen Film mMn auch nicht...
TheNumber Sat, 26 May 2012 07:53:38 -0000
Kommentar löschenGeorge Clooney glänzt in der Rolle des unnahbaren umherreisenden Businessman. Die Handlung und die Dialoge sind gut geschrieben und der Film ist nie langweilig. Auch der Rest des Cast zeigt eine gute Leistung. Ein gelungener Film, kann man sich gerne geben...
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Surfer Rosa Fri, 25 May 2012 14:30:44 -0000
Kommentar löschenRoutiniert, fast tänzerisch entledigt sich Ryan Bingham seiner edlen Lederslipper, lässt sich von einem Metalldetektor scannen, nachdem er eine exklusive Kreditkarte, deren materielle Zusammensetzung er auf der Stelle zu bestimmen weiß, durch ein Lesegerät zieht. Nach einem weiteren Schnitt fällt er selig in einen Sessel der Business – Class . Bingham, beruflicher Entlasser, ist der anonymen Welt zwischen Flughafen, Flugzeug, Mietwagen und Hotel verfallen. Er versteht sie, schätzt sie und lebt in ihr - 322 Tage im Jahr, die Welt von oben, geordnet durch Zeitzonen, Meilen und Maisfelder.
Die Grundform „Up in the Airs“ kommt als das zynische Abbild einer entmenschlichten Arbeitswelt, stellvertretend für die Wirklichkeit daher. Symbolisch passt alles zusammen. Lässt sich die Unpersönlichkeit und Sterilität eines Flugzeuges, die Bingham als heimelig verleugnet und als sein eigentliches Heim empfindet, doch nur von den zu mechanischen Ritualen genormten Entlassungsgesprächen übertreffen. Binghams Monologe zeugen von Resignation und reichern seine mühselige Akzeptanz sarkastisch an – unterhaltsam und bissig, erst angestachelt von einer jungen Frau, dann gezähmt von einer reiferen Dame, die nur scheinbar auf der „Lost in Business Class“ – Welle mit schwimmt.
Charmant, dickfellig, eloquent und selbstironisch weckt Clooneys Verkörperung des modernen Henkers angenehme Erinnerungen an den Pressesprecher Nick Taylor aus „Thank You for Smoking“ (Regie ebenfalls Jason Reitman). Auch die Filme weisen gewisse Ähnlichkeiten auf. Neben dem politsch-sozialen Bezug, eigebettet in einer leichten Inszenierung, fallen die tragikomische, ironische Atmosphäre, gelegentlicher Geistesreichtum (in „Thank you for Smoking“ deutlich stärker) sowie die zeitweise offensive, immer versteckte, nie kopflose Satire ins Auge. Dem manchmal zu seichten Naturcharmeur George Clooney ist die immerlächelnde Rolle wie auf den mondänen Leib geschrieben. Der George lässt seine Zähne so inflationär erstrahlen, ob in Hollywoodfilmen oder auf Zeitschriftencovers, dass das Sympathie besiegelnde Lächeln genau die Unverbindlichkeit wiederspiegelt, für die die Ryan Binghams dieser Welt und ihre unnatürlichen Lebensräume stehen. Neben diesem so effektiven Phänomen weis Anna Kendrick als schlagfertige Zierde und solide Stichwortgeberin zu überzeugen und aufbegehren gegen Clooneys angeborenes Charisma, das allein die Rolle des Ryan Bingham auszufüllen in der Lage ist.
Das Bedürfnis nach Hause zu kommen hat Ryan nicht. Dennoch ist seine berufliche Funktion, die von der jungen Universitätsabsolventin Natalie Keener (Kendrick) in Frage gestellt wird, fest gekoppelt an das Verlangen nach dem Zustand der Geborgenheit, den das geregelte Nine to Five Arbeitsleben mit sich bringt - dieses Nest entreißt Ryan seinen Klienten , die nach einem Schlag mit der charmant harmlos garnierten Axt, weinend vor ihrem Henker stehen, der den Vollstrecker jedoch nur stellvertritt, den Befehl ausübend, die Klinge möglichst sanft zu führen und die Demütigung der Entlassung als Chance zu tarnen. Kruder Euphemismus. Outgesourcte Entlassungen - ein auswüchsiges Geschwür im Korpus einer zunehmend pervertierten Dienstleistungsgesellschaft.
Einer solch komplexen Thematik sieht sich „Up in the Air“ nicht gewachsen und inszeniert sich deshalb ab dem zweiten Drittel als Romanze, fügt dementsprechend wärmere Elemente hinzu und vernachlässigt die klugen Beobachtungen des Romans. Das mag den Film von anspruchsvollerem Ballast entschlacken, entwertet die Geschichte jedoch um sein großes Potential und das gewisse clevere Etwas. Ärgerlich. „Up in the Air“ erstarrt schließlich in leicht vermeidbarer Belanglosigkeit, findet keine erzählerische Linie, verliert sich in seinen Gegensätzen aus Liebe und Erwerb, verliert seine an sich originellen Figuren aus den Augen und letztlich völlig den Faden. Schade. Kaum ein Erzählstrang, kaum ein Charakter wird zufriedenstellend vollendet. Das weiche, massiv verdrehte Ende lässt dann die Frage aufkommen, ob der Film sich selbst bzw. Binghams manipulativ psychologischer Taktik auf den Leim geht oder die lächerliche Am-Ende-ist-doch-alles-gut-Keule Reitmanns purer Ernst ist.
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niceeddy Wed, 23 May 2012 21:04:46 -0000
Kommentar löschenNach zweiter Sichtung, diesmal im Original, erhöhe ich das Voting - ein richtig guter Film, der unter der hochglanzpolierten Oberfläche ein Wechselbad der Gefühle präsentiert, das noch lange nachwirkt.
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mj1978 Tue, 22 May 2012 17:10:45 -0000
Kommentar löschenEin guter gesellschaftskritischer Film... spiegelt einige Probleme unserer Gesellschaft wieder.... guter Cast..
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doctorgonzo Tue, 22 May 2012 14:47:23 -0000
Kommentar löschenDer Clooney Schorsch feuert neuerdings also Leute. Einer der Jobs, für die Rezession bezahlte Überstunden und aufgerundete Spesenabrechnungen bedeutet.
Irgendwo zwischen Gesellschaftssatire, Sozialdarwinismusstudie, Road(Air?)movie, Buddymovie und einem kleinen Beziehungsdrama jettet der ehemalige Onkel Doktor und jetztige Kassenmagnet Clooney also als Entlassungshure kreuz und quer durch die USA und übernimmt für führungsunfähige Chefs das Wegwerfen der Mitarbeiter.
Er ist gut in seinem Job, kommt viel rum und so stürzt ihm daheim nicht die Decke auf den Kopf.
Er ist recht offensichtlich glücklich in seiner gewählten Isolation.
Als er dann berufsbedingt einen weiblichen Emporkömmling mit auf die übliche Tour nehmen muss, damit diese die Realitäten des Jobs sieht, ist er erst genervt, aber dann...
Gut, auch mit einer gewissen Spoilergefahr, es ist wenigstens nicht das Klischee, an das man zuerst denkt, trotzdem bremst dieses Geeiere den beinahe vollkommenen Zynismus der Anfangsphase übermäßig stark aus.
Dem gegenüber steht ein fantastisch aufspielendes Ensemble, das sich kaum Schwächen leistet und bis in die kleinsten Nebenrollen auf den Punkt besetzt zu sein scheint. Nicht nur Clooney und Kendrick oder Farmiga. Auch Bateman, Galifianakis, Morton, Lynskey und McBride passen perfekt. Dazu machen mit J.K. Simmons und Sam Elliott zwei meiner Nebenrollenhelden in ihren Kurzauftritten richtig Laune.
Technisch macht der Film alles richtig. Die Bilder sind flüssig und zackig, aber ohne auf Biegen und Brechen eyecatcher sein zu wollen oder gar mit irgendwelchen Innovationen zu glänzen. Die Bodenständigkeit der Optik und Akustik unterstreicht nur die Intensität der Akteure und das freut den mündigen Zuschauer.
Ein Hauch mehr Zynismus und einen Schritt weiter abseits allzu ausgemergelter Klischees und es wäre noch viel mehr drin gewesen.
Aber auch so eine gekonnte Symbiose aus Herz, Witz und Biss.
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Uli Kunkel Thu, 31 May 2012 00:27:03 -0000
Antwort löschen"Ein Hauch mehr Zynismus und einen Schritt weiter abseits allzu ausgemergelter Klischees und es wäre noch viel mehr drin gewesen."
Schätze mal, Jason Reitman wollte es zu gunsten der Subtilität und Glaubwürdigkeit seiner Charaktere nicht überdrehen. Für mich war gerade die bittersüße Gratwanderung, die federleichte Ambivalenz eine der Stärken dieses Gesellschafts-, Beziehungsdramas und menschlichen Psychogramms.
Bei "Thank You For Smoking" und "Young Adult" hat er ja noch eine Kante Bissigkeit draufgelegt.
littledrummerboy01 Mon, 21 May 2012 20:28:14 -0000
Kommentar löschenDer Film ist eine echte Überraschung.
Also nicht, weil er so unbekannt wäre und ihn bisher noch keiner gelobt hätte... Nein, sondern weil er einfach verdammt gut ist. Die Geschichte ist witzig, romantisch, hat schöne satirische Spitzen und ist im Kern eigentlich todtraurig. Klingt alles nach schon mal gesehen? Die Geschichte ist noch mehr: Sie ist echt. Und damit meine ich nicht, dass sie nach einem realen Vorbild ist, wirklich passiert oder so, aber sie fühlt sich so an. Die Figuren sind so gut, dass sie auf dem Bildschirm zu leben anfangen, man vergisst ständig, dass man George Clooney sieht (was ja nicht so leicht zu vergessen ist), und beobachtet Ryan dabei, wie sein Leben an ihm vorbei fliegt (den konnte ich mir nicht verkneifen...). Am beeindruckendsten fand ich jedoch das Spiel von Anna Kendrick, die innerhalb von Sekunden zwischen professioneller Kälte, aufgesetzter Professionalität und Gefühlsausbrüchen hin und her schalten kann. Dass die Dialoge einfach brillant geschrieben sind, brauche ich glaube ich gar nicht mehr zu erwähnen, aber etwas besseres findet man selten, vor allem heutzutage. Und gerade diese Szenen auf der Hochzeit, oder dann, wenn die Kamera ganz nahe an die Figuren heran kommt, das sind die Momente, die von einer unglaublichen Menschlichkeit erfüllt sind, und die Reitmans Arbeit so gut werden lassen. Dazwischen wird mit meist unspektakulären, aber immer tollen und stilvollen Bildern gezuckert, und heraus kommt Kino wie es sein sollte: witzig, emotional mitreißend, mit tollen Charakteren und einer ihnen ebenbürtigen Story, die leicht und unterhaltend daher geschwebt kommt, aber lange nachwirkt.
Großartig, "herausragend".
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