Up in the Air
Up in the Air (2009), US Laufzeit 110 Minuten, FSK 0, Drama, Komödie, Kinostart 04.02.2010
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220 Kommentare
Keine
von Jason Reitman, mit George Clooney und Vera Farmiga
Über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos für Ryan Bingham. 322 Tage im Jahr ist der passionierte Vielflieger in der Luft oder in Airport-Hotels, ununterbrochen unterwegs zu Firmen irgendwo in den USA. Dort übernimmt er die unliebsame Aufgabe, Mitarbeiter möglichst schmerzfrei über ihre Entlassung zu informieren. Ryan selbst hat nur ein Ziel: Er will der siebte Mensch werden, der als Frequent Flyer die sagenumwobene 10.000.000-Meilen-Schallmauer durchbricht. Doch dann lernt er auf einer seiner Reisen am Flughafen eine verwandte Seele kennen, die Geschäftsfrau Alex, die eine menschliche Seite in ihm weckt, die er längst vergessen glaubte. Gleichzeitig droht sein Berufsleben aus den perfekt organisierten Bahnen zu geraten, als die ehrgeizige junge Harvard Absolventin Natalie seinen Chef Craig davon überzeugen kann, in der Firma Modernisierungen durchzusetzen, die Ryan künftig an den Schreibtisch fesseln würden. Sein erfülltes Nomadenleben, in dem Statussymbole den Platz traditioneller Werte eingenommen haben, scheint komplett außer Kontrolle zu geraten: Wo soll ein Mann hin, der kein Zuhause hat?
Ryan Bingham (George Clooney), ein erfolgreicher Motivationslehrer im Business-Bereich, ist Vielflieger und sammelt dabei natürlich reichlich Bonusmeilen. Er wird oft von Firmen angeheuert, die Entlassungen ihrer Arbeiter nicht selbst vornehmen wollen. Bingham reist zu den Firmen und erledigt das Feuern elegant und freundlich, aber emotionslos. Einzig das Sammeln von Meilenpunkten ist für ihn aber zu einer wahren Passion geworden, denn er hat sich als Ziel gesetzt, die Zehn-Millionen-Grenze zu erreichen und der Meilenkönig zu werden. Alles ist für diesen Plan fest ausgetüftelt, seine Reiserouten sind bestens organisiert, um seinem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen.
Doch dann will plötzlich seine Firma das Reisebudget kürzen, jemand zapft sein Meilenkonto an und seine Kreditkarte wird gesperrt. Um seine unsicher gewordene Position in bei seinem Arbeitgeber zu verbessern, nimmt er die junge und ambitionierte Kollegin Natalie (Anna Kendrick ) mit auf Tour, um ihr die Feinheiten seines Berufs zu zeigen. Nebenbei trifft er auf seinen Reisen eine attraktive, unabhängige Frau, deren Lebensstil dem seinen in Nichts nachsteht.
Er muss sich entscheiden, ober er endlich eine engere Bindung zu einem Menschen eingehen will, sich auf Alex (Vera Farmiga) einlässt, oder weiter permanent auf Durchreise lebt. Sein vermeintliches “Lebenswerk” scheint in Gefahr… Doch diese Situation bietet ihm die Möglichkeit, über den wahren Sinn des Lebens zu reflektieren.
Mehr Bilder (14) und Videos (8) zu Up in the Air
Cast & Crew
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Jason Reitman
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George Clooney
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Ryan Bingham
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Vera Farmiga
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Anna Kendrick
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Natalie Keener
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Jason Bateman
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Craig Gregory
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Danny McBride
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Jim Miller
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Melanie Lynskey
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Julie Bingham
Regie
Schauspieler
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Amy Morton
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Kara Bingham
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Sam Elliott
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Maynard Finch
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Zach Galifianakis
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J.K. Simmons
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Chris Lowell
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Steve Eastin
-
Adam Rose
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Makeout Dave
-
Sheldon Turner
-
Jason Reitman
- Genre
- Liebesfilm, Komödie, Drama
- Zeit
- 2000er Jahre
- Ort
- Denver, Flugzeug, Omaha, Vereinigte Staaten von Amerika
- Handlung
- Affäre, Angestellter, Arbeit, Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatz, Beruf, Bruder-Schwester Beziehung, Drogenmissbrauch, Einsamkeit, Entlassung aus dem Gefängnis, Fitness-Training, Fliegen, Foto, Hochzeit, Hotel, Hotelbar, Hotelzimmer, Junggeselle, Koffer, Lebenskrise, Lebenslüge, Lehrer-Schüler-Beziehung, Liebe, Liebeskummer, Liebespaar, Mann-Frau-Beziehung, Menschliches Zusammenleben, Mentor, One-Night-Stand, Passagier, Schwester, Schwimmbad, Sex, Single, Sinn des Lebens, Soziopath, Starke Frau, US-Amerikaner, Workaholic
- Stimmung
- Berührend, Geistreich, Traurig, Witzig
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Up in the Air
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Kritiken (38) — Film: Up in the Air
Anj S: Mann beisst Film
Kommentar löschen„Up in the Air“ rangiert passend zu seinem Titel auf den oberen Plätzen des Filmniveaus, was vor allem auch dem letzten Viertel zu verdanken ist. Die Tragikomödie schafft es, auch ohne große Katastrophen zu überraschen und ohne ein schnulzgetränktes Happy End auszukommen, und gleichzeitig zu befriedigen und nachdenklich zu stimmen. Da bleibt zum Ende hin nur noch zu sagen, dass man sich trotz der hohen Qualität von Jason Reitmans neustem Werk nicht zu sehr von der durch Ryan dargestellten Einpackmethode beeinflussen lassen sollte. Glatt gefaltet ist immer noch besser als gerollt. Probiert’s aus.
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Christian von mehrfilm.de: Mehrfilm.de
Kommentar löschenZu Beginn dieses Jahrtausends war noch alles in bester Ordnung. Die New-Economy-Blase war nicht geplatzt, das World Trade Center noch nicht in Schutt und Asche gelegt und von Finanzkrise weit und breit keine Spur. Als hätten Drehbuchautoren schon damals eine Vorahnung gehabt, von dem was da noch kommen könnte, kümmerten sich Hollywood-Filme wieder ein bisschen um, wie es Oliver Stone genannt hat, "die Auswüchse des Kapitalismus". Ein kleiner Junge führt in "The Kid" den erfolgreichen Imageberater Bruce Willis aus dem geschäftigen Treiben ins kindliche Ich zurück, und in "Family Man" entdeckt Nicolas Cage als Börsenmakler und so genannte "Zierde des Kapitalismus" durch ein Wunder die bescheideneren Freuden des mittelständischen Familienlebens in der Vorstadt.
Das sicherlich aufwändigste Projekt dieser Stoßrichtung in dieser Zeit handelt von einem schicksalhaften Ausstieg, der einem der ehemaligen Protagonisten des Yuppie-Films…
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beetFreeQ: http://blog.freeqnet.de/
Kommentar löschen[...]Jason Reitman hatte 2007 mit Juno den Überraschungshit schlechthin gelandet, ein Film, der aus dem eher unscheinbaren Indiekino den Mainstream eroberte. Entsprechend groß waren die Erwartungen an den Nachfolger, der zwar mit George Clooney einen weit bekannteren Darsteller in der Hauptrolle bietet, aber insgesamt doch weiter dem Indie-Gedanken folgt. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Walter Kirn (deutscher Titel “Mr. Bingham sammelt Meilen”) drehte Reitman hiermit eine Tragikomödie, die sowohl Traditionen als auch moderne Lebenseinstellungen auf den Kopf stellt.[...]
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Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...
Kommentar löschenAuch wenn Clooney als Ryan Bingham nicht ganz so zynisch-witzig daherkommt wie einst Eckhart als Nick Naylor in "Thank You For Smoking", so ist doch "Up In The Air" Reitmans rundester Film. Was unter anderem daran liegt, dass sich die gesamte Produktion der doch eher gewollten Indie-Dramatik eines Films wie"Juno" und der over-the-top-Satire-Masche von "Thank You For Smoking" entzieht, und so schon beinahe bodenständig-realistisch daherkommt.
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Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenHätte nie und nimmer erwartet, dass UP IN THE AIR tatsächlich so schwerelos daherkommt. Zwar im doppelten Sinne, da es dem Film teilweise ein wenig an Konsequenz im Kontext zur Kommunikationskritik mangelt, dafür trifft Reitman bei den Figuren umso deutlicher ins schwarze. Ich glaube George Clooney hat nur sehr selten besser gespielt und Vera Farmiga sollte unbedingt häufiger zu sehen sein. Eigentlich ist es die Extra-Portion Würze, die hier aus konventionellem Hollywoodstoff eine leichte, dennoch einfühlsame Wolke macht. Mit Punktlandung in letzter Minute.
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Julio Sacchi: Das Manifest
Kommentar löschenEin wunderschön gedrehter, exzellent geschnittener und, das ist wohl das Wichtigste, sehr origineller Erzählfilm, der eine Figur entwickelt und sie sich dann selbst weiter entwickeln läßt. Die Chemie zwischen Vera Farmiga und Clooney macht ihre gemeinsamen Szenen unwiderstehlich, und das in einem Film, der ohnehin schon mit ausgesuchten Bildern und starken Nebendarstellern zu verzücken weiß. UP IN THE AIR ist aber vor allem Clooneys Film, weil er mit diesem Ryan Bingham den strahlenden Eckpunkten seiner Karriere - Doug Ross und Seth Gecko - einen weiteren hinzufügen kann. Es ist dies auch eine Rolle, die man "mutig" nennen kann; "mutig" eben anders als das, was man gemeinhin darunter versteht (falsche Zähne, Übergewicht, Glatze etc.), sondern "mutig" für Clooney selbst, da Ryan Bingham so viele Züge seines eigenen Lebens aufweist und für ihn so therapeutisch wie traumatisch sein könnte. Denn Jason Reitman macht am Ende den entscheidenden Schritt, der UP IN THE AIR so weit über das gegenwärtige Hollywood stellt; wenn sich zeigt, daß nicht jedem das vergönnt sein kann, was andere für erstrebenswert halten. Wenn Bingham eben doch die Dinge nur überfliegt. Wenn Sam Elliott kommt.
Einziges Manko ist die um die Ecke lauernde Sehnsucht nach erzkonservativen Idealen, die sich ausgerechnet in Anna Kendricks Rolle manifestieren. Aber das kann die Freude über diesen rührenden, anmutigen, komischen und so besonderen Film nicht trüben.
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der cineast 2011/07/27 17:57:59
Antwort löschenWunderbar.
arues 2012/04/09 06:22:38
Antwort löschenSehr schön!
Corsovilla: SchönerDenken
Kommentar löschenWie etabliert man als Regisseur seine Hauptfigur? Jason Reitman ist es ganz wunderbar gelungen: Er zeigt den Vielflieger Ryan Bingham (George Clooney), wie er effektiv und elegant die Sicherheitskontrollen absolviert, jeder Handgriff, jedes Platzieren des Gepäcks schnell und geschmeidig, das alles flott und pfiffig geschnitten. Seit der Einführung des Werbefachmanns Roger Thornhill (Cary Grant) in Hitchcocks “North by Northwest” wurde eine Hauptfigur nicht mehr so souverän präsentiert. Ein interessantes Drehbuch mit erinnerungswürdigen Zeilen wie „Ich bin die perfekte Frau, um die du dir keine Gedanken machen musst. Ich bin wie du, nur mit Vagina.“, sehr starke Darsteller und viele sehenswerte Details. Ein augenzwinkernder und dabei sehr ernster Film, eine Geschichte über Beziehungen und schwerelose Lebensentwürfe, über das Leben im Kapitalismus und das Gewicht des Lebens. Ein Klassiker, der einige Oscars verdient hätte. (Mehr im Podcast)
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenSo sehr Jason Reitmans grandios geschriebene und inszenierte tiefsinnige und reichlich hinterlistige Tragikomödie an manchen Stellen auch an Fruttero & Luccentinis grandiosen Roman Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz und dann wieder an Filme wie Die Reisen des Mr. Leary mit William Hurt in der Hauptrolle erinnert – mit seiner Mischung aus fein dosierter Gesellschaftskritik, treffender Gegenwartsbeschreibung der allzu realen wirtschaftlichen Krise und subtilem Humor ist dem Regisseur nach Filmen wie Thank You for Smoking und Juno endgültig der große Wurf gelungen. Geschickt verknüpft der Film verschiedene Ebenen miteinander; er funktioniert sowohl als Liebesgeschichte wie auch als treffsichere Parodie auf das moderne Business-Leben, ist dabei stets leicht und elegant und bietet dennoch genügend Anknüpfungspunkte, um einerseits prächtig zu amüsieren und andererseits angerührt zu werden von einer Geschichte, die vieles über unser modernes und gehetztes, allzu effizientes Leben verrät.
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Evie: www.inderzange.de
Kommentar löschenIn Zeiten der Weltwirtschaftskrise und der kulturellen Angst vor Problemen, bringt jetzt Jason Reitman bekannt durch “Juno” den Film “Up in the Air” raus. Das Drehbuch zum Film entstand schon 2002 und Reitman wollte diesen auch gleich drehen, doch kamen ihm seine 2 Projekte “Juno” und “Thank you for Smoking” zuvor. Und wie auch so viele bassiert auch der Film auf einer Romanvorlage. Walter Kirn schrieb 2001 den gleichnamigen Roman, und stand bis zu letzt eher skeptisch dem Projekt gegenüber, doch als er den Film sah war er begeistert. Mal sehen ob wir das auch sind…
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Kaltduscher: MoviezKult.de
Kommentar löschen[...]Jason Reitmans Film ist manchmal ein feinfühliges Drama, manchmal eine scharfzüngige Komödie, mal charmant, doch in der nächsten Szene schon wieder voller Zynismus.[...]
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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschen[...]Wie auch schon in „Thank You for Smoking“ nimmt sich Jason Reitman des sympathischen Arschlochs an; eine Rolle die George Clooney auf den Leib geschrieben ist. Hollywoods Charmeur gelingt in der Rolle des eloquenten Fieslings mit den freundlichen Augen eine eindrucksvolle Leistung. Wie er seine „Kunden“ abserviert, ohne dass diese wirklich merken, wie ihnen eigentlich mitgespielt wird, ist ganz großes Kino. Wenn „Up in the Air“ nun nicht in Gänze perfekt ist, dann liegt das auch an den Gesetzmäßigkeiten Hollywoods, die den Antihelden der Geschichte zwangsläufig in eine tiefe persönliche Krise führen müssen.[...]
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Ulrich Behrens
Kommentar löschenSt. Louis, Kansas, Tulsa, Wichita, Miama, Detroit, Milwaukee ... Reisen durch die USA, aber die einer ganz anderen Art als Urlaubsreisen. Der Reisende hat ein Ziel: 10 Millionen Flugmeilen zu sammeln. "That's the only point!" Er reist nicht aus Vergnügen, aber es bereitet ihm Vergnügen. Er ist einer jener smarten, charmanten und gut aussehenden Männer, die wahrscheinlich fast jede Frau haben könnten – aber er hat keine. Er hat eine Familie, zwei Schwestern, aber er hat sie auch nicht. Denn Familie, Eigenheim, Liebe – all das interessiert ihn nicht. Er schleppt ein Stück Pappe mit sich herum, das nicht ganz in seinen Trolley passt, darauf Bilder seiner jüngeren Schwester Julie und ihres Freundes Jim, die bald heiraten wollen. In jeder Stadt knipst er diese Pappe vor dem Hintergrund eines Hochhauses oder irgendwelcher Sehenswürdigkeiten und schickt sie seiner Schwester. Ryan Bingham (George Clooney) lebt zwischen Flughäfen, Hotels, Passkontrollen, Firmen, in denen…
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Ines Walk: Filmpublizistin seit 1998
Kommentar löschenEin Film über die Wirtschafts- und Finanzkrise. Ein Film über Gewinnler und Verlierer. Ein Film über Lebenslügen, die sich ein jeder baut, um existieren zu können. Ein Film über Generationen, die ihre ganz eigenen Ideale haben. Ein Film über das individuelle Glück. Mit einem sehr guten George Clooney, der aber nichts weiter machen muss, als sich selbst zu spielen.
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Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschenSchon ganz am Anfang des Kinojahres kann man hier von einem der besten Filme 2010 sprechen. Die herausragende Qualität von „Up In The Air“ wird ganz einfach dadurch deutlich, dass der Film sich bei seiner Inszenierung überhaupt keiner Hilfsmittel bedienen muss, um die Gunst des Zuschauers zu erhaschen und von Anfang bis Ende interessant zu bleiben. Da ist nirgendwo etwas Spektakuläres. Da ist einfach nur das Drehbuch. Ein perfekt ausgearbeitetes Drehbuch, das auf fähige Darsteller zugeschnitten ist und mit tadelloser aber sich fast nie in den Vordergrund rückender Filmtechnik bebildert wird. [...]
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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage
Kommentar löschen[...] Einen Bonuspunkt gibt es für das überraschend klischeefreie Ende, das nicht den zwischenzeitlich stark zu befürchtenden Happy-End-08/15 Verlauf nimmt. [...] Reicht für insgesamt neun Punkte und damit zum bislang besten Film aus dem diesjährigen Oscar-Feld. [...]
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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film
Kommentar löschenAllerdings ist Jason Reitman, das hat man schon bei "Juno" gesehen, ein konservativer Regisseur, wenngleich ganz flott stets auf der Höhe der Zeit. [...] Zwei törichte Geschichten erzählt dann, von hier aus, der Romanvorlage Walter Kirns hinzugefügt, "Up in the Air". Töricht sind sie, weil sie den Blick auf jede tatsächliche Analyse verstellen und bei sehr simplen Weisheiten - allerdings punktgenau - landen. Die lauten, zum einen: Wahres Glück ist erstens nie sonderlich groß und findet sich zweitens dann einzig im Schoß der Familie. [...] Wirklich spannend ist "Up in the Air", ein in eigentlich jeder Hinsicht mediokrer Film, nur als Symptom. Soll heißen: Die Leute lieben ganz offensichtlich haargenau das Mediokre daran. [...] Er verkörpert eines nämlich in Vollendung: einen jede Konsequenz scheuenden Kuschelkonservatismus; rasch in die Knie gehende Gesellschaftskritik. Er tut zeitdiagnostisch, verkriecht sich in Wahrheit aber einfach unter der Decke. Analyse muss kalt sein, aber der Weg von "Up in the Air" geht nach innen, dahin, wo es so angenehm nestwarm mieft.
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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenEs fällt schwer Jason Reitman-Filme nicht irgendwie zu mögen. Sie sind so fluffig, süffig und von einer baiserartigen Leichtigkeit, die es schwer macht ihnen etwas übel zu nehmen. Zudem geben sie sich regelmäßig den Anschein irgendwie doch ein wichtiges Thema zu umkreisen. (...)
Doch natürlich ist die Auseinandersetzung mit den Folgen von Arbeitslosigkeit nur neckische Garnitur, denn letztlich wird eine klassische Geschichte von einem Mann erzählt, der es geschafft hat sich davon zu überzeugen, das er kein klassisches Familienleben braucht und der dann durch einige einschneidende Erlebnisse diese Sichtweise zu hinterfragen beginnt. Clooney learns to love.
In der Besetzung der Hauptrollen liegt dann auch die Stärke des Films, denn “Up in the Air” fliegt fast ausschließlich auf Clooneys-Charme und der Chemie die zwischen ihm und Vera Farmiga besteht, Anna Kendrick – die unerfahrene, selbstbewusste Kollegin die noch viel zu lernen hat, wird von den beiden…
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José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschenJason Reitmans Inszenierung sprüht nur so vor witzigen Einfällen, wobei er von der exzellenten Kameraarbeit Eric Steelbergs, der immer wieder geistreiche Einstellungen findet, von Dana E. Glaubermans beschwingtem Schnitt sowie von der atmosphärisch-dezenten Musik von Rolfe Kent hervorragend unterstützt wird. Mit ausgeprägter Liebe zum Detail wird so etwa veranschaulicht, wie Ryan seinen Rollenkoffer packt, oder auch wie er am Flughafen die richtige Schlange vor der Sicherheitskontrolle auswählt. Ein besonderer Coup des Regisseurs besteht indes darin, immer wieder schnellgeschnittene Sequenzen mit Laiendarstellern, die selbst vor kurzem aus ihrem Arbeitsverhältnis entlassen wurden, in die Handlung einzuflechten. Diese halbdokumentarischen Szenen, bei denen die Betroffenen vor der Kamera von ihrer Sorge um ihre Zukunft und um ihre Familie oder auch von Selbstmordgedanken sprechen, verleihen der Filmhandlung ungeheure Authentizität. Reitmans Satire auf die Globalisierung und auf ein Leben aus dem Rollenkoffer geißelt bei allem Humor eine Gesellschaft, die einen materialistischen, entmenschlichten Individualismus fördert: „In Gesellschaft lebt sich’s besser“, lautet denn auch Ryan Binghams Fazit. „Up in the Air“ plädiert auf witzige, aber eindringliche Weise für Werte wie Liebe, Familie und Solidarität.
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K. Zeckau : http://film-dienst.kim-info... K. Zeckau : http://film-dienst.kim-info...
Kommentar löschenRyan Bingham ein erstaunlich realer Protagonist: weiterhin enorm gut aussehend, vor allem aber eine Figur von großer Einsamkeit und echter Melancholie, die Clooney grandios meistert...voller Wortwitz, leicht, amüsant und doch tief schürfend, wobei es die Inszenierung im Verbund mit Kamera und Schnitt kongenial umsetzt. Der Film gerät dabei nie in Gefahr, sich in den verspiegelten Oberflächen seiner Settings zu verlieren, weil Reitman dieses Porträt eines oberflächlichen Mannes, der am Ende hinter der eigenen Fassade so etwas wie eine Ahnung vom eigenen Selbst entdeckt, komplett unsentimental und doch zugleich liebevoll skizziert.
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Sascha Keilholz: critic.de
Kommentar löschenDie George-Clooney-Filme dieser Welt wollen uns immer darauf hinweisen, dass in ebensolcher etwas im Argen liegt. Ganz im Sinne Kevin Renicks wollen sie ein „statement“ abgeben. [...] In diese Reihe gehört nun auch Up in the Air, der so gerne wie ein Independent-Movie und wie ein Jason-Reitman-Film aussehen möchte, aber doch immer wohl kalkuliertes Starvehikel bleibt, das nach dem ganz breiten Publikum schielt und genau so weit unkorrekt ist, wie es noch genehm scheint.
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Alle Kritiken (38)
Kommentare (182) — Film: Up in the Air
Kommentar schreibenDraupernaut 2012/05/30 13:42:46
Kommentar löschenEine Hymne auf das Zwischenmenschliche, die leider nur so vorbeiplätschert.
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dr_bogusz 2012/05/26 12:23:28
Kommentar löschenGute Schauspieler. Finde den Film aber insgesamt ein wenig lahm und vorhersehbar...
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rbets 2012/05/27 02:20:05
Antwort löschenEin Twist gehört in so einen Film mMn auch nicht...
TheNumber 2012/05/26 09:53:38
Kommentar löschenGeorge Clooney glänzt in der Rolle des unnahbaren umherreisenden Businessman. Die Handlung und die Dialoge sind gut geschrieben und der Film ist nie langweilig. Auch der Rest des Cast zeigt eine gute Leistung. Ein gelungener Film, kann man sich gerne geben...
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Surfer Rosa 2012/05/25 16:30:44
Kommentar löschenRoutiniert, fast tänzerisch entledigt sich Ryan Bingham seiner edlen Lederslipper, lässt sich von einem Metalldetektor scannen, nachdem er eine exklusive Kreditkarte, deren materielle Zusammensetzung er auf der Stelle zu bestimmen weiß, durch ein Lesegerät zieht. Nach einem weiteren Schnitt fällt er selig in einen Sessel der Business – Class . Bingham, beruflicher Entlasser, ist der anonymen Welt zwischen Flughafen, Flugzeug, Mietwagen und Hotel verfallen. Er versteht sie, schätzt sie und lebt in ihr - 322 Tage im Jahr, die Welt von oben, geordnet durch Zeitzonen, Meilen und Maisfelder.
Die Grundform „Up in the Airs“ kommt als das zynische Abbild einer entmenschlichten Arbeitswelt, stellvertretend für die Wirklichkeit daher. Symbolisch passt alles zusammen. Lässt sich die Unpersönlichkeit und Sterilität eines Flugzeuges, die Bingham als heimelig verleugnet und als sein eigentliches Heim empfindet, doch nur von den zu mechanischen Ritualen genormten Entlassungsgesprächen übertreffen. Binghams Monologe zeugen von Resignation und reichern seine mühselige Akzeptanz sarkastisch an – unterhaltsam und bissig, erst angestachelt von einer jungen Frau, dann gezähmt von einer reiferen Dame, die nur scheinbar auf der „Lost in Business Class“ – Welle mit schwimmt.
Charmant, dickfellig, eloquent und selbstironisch weckt Clooneys Verkörperung des modernen Henkers angenehme Erinnerungen an den Pressesprecher Nick Taylor aus „Thank You for Smoking“ (Regie ebenfalls Jason Reitman). Auch die Filme weisen gewisse Ähnlichkeiten auf. Neben dem politsch-sozialen Bezug, eigebettet in einer leichten Inszenierung, fallen die tragikomische, ironische Atmosphäre, gelegentlicher Geistesreichtum (in „Thank you for Smoking“ deutlich stärker) sowie die zeitweise offensive, immer versteckte, nie kopflose Satire ins Auge. Dem manchmal zu seichten Naturcharmeur George Clooney ist die immerlächelnde Rolle wie auf den mondänen Leib geschrieben. Der George lässt seine Zähne so inflationär erstrahlen, ob in Hollywoodfilmen oder auf Zeitschriftencovers, dass das Sympathie besiegelnde Lächeln genau die Unverbindlichkeit wiederspiegelt, für die die Ryan Binghams dieser Welt und ihre unnatürlichen Lebensräume stehen. Neben diesem so effektiven Phänomen weis Anna Kendrick als schlagfertige Zierde und solide Stichwortgeberin zu überzeugen und aufbegehren gegen Clooneys angeborenes Charisma, das allein die Rolle des Ryan Bingham auszufüllen in der Lage ist.
Das Bedürfnis nach Hause zu kommen hat Ryan nicht. Dennoch ist seine berufliche Funktion, die von der jungen Universitätsabsolventin Natalie Keener (Kendrick) in Frage gestellt wird, fest gekoppelt an das Verlangen nach dem Zustand der Geborgenheit, den das geregelte Nine to Five Arbeitsleben mit sich bringt - dieses Nest entreißt Ryan seinen Klienten , die nach einem Schlag mit der charmant harmlos garnierten Axt, weinend vor ihrem Henker stehen, der den Vollstrecker jedoch nur stellvertritt, den Befehl ausübend, die Klinge möglichst sanft zu führen und die Demütigung der Entlassung als Chance zu tarnen. Kruder Euphemismus. Outgesourcte Entlassungen - ein auswüchsiges Geschwür im Korpus einer zunehmend pervertierten Dienstleistungsgesellschaft.
Einer solch komplexen Thematik sieht sich „Up in the Air“ nicht gewachsen und inszeniert sich deshalb ab dem zweiten Drittel als Romanze, fügt dementsprechend wärmere Elemente hinzu und vernachlässigt die klugen Beobachtungen des Romans. Das mag den Film von anspruchsvollerem Ballast entschlacken, entwertet die Geschichte jedoch um sein großes Potential und das gewisse clevere Etwas. Ärgerlich. „Up in the Air“ erstarrt schließlich in leicht vermeidbarer Belanglosigkeit, findet keine erzählerische Linie, verliert sich in seinen Gegensätzen aus Liebe und Erwerb, verliert seine an sich originellen Figuren aus den Augen und letztlich völlig den Faden. Schade. Kaum ein Erzählstrang, kaum ein Charakter wird zufriedenstellend vollendet. Das weiche, massiv verdrehte Ende lässt dann die Frage aufkommen, ob der Film sich selbst bzw. Binghams manipulativ psychologischer Taktik auf den Leim geht oder die lächerliche Am-Ende-ist-doch-alles-gut-Keule Reitmanns purer Ernst ist.
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niceeddy 2012/05/23 23:04:46
Kommentar löschenNach zweiter Sichtung, diesmal im Original, erhöhe ich das Voting - ein richtig guter Film, der unter der hochglanzpolierten Oberfläche ein Wechselbad der Gefühle präsentiert, das noch lange nachwirkt.
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mj1978 2012/05/22 19:10:45
Kommentar löschenEin guter gesellschaftskritischer Film... spiegelt einige Probleme unserer Gesellschaft wieder.... guter Cast..
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doctorgonzo 2012/05/22 16:47:23
Kommentar löschenDer Clooney Schorsch feuert neuerdings also Leute. Einer der Jobs, für die Rezession bezahlte Überstunden und aufgerundete Spesenabrechnungen bedeutet.
Irgendwo zwischen Gesellschaftssatire, Sozialdarwinismusstudie, Road(Air?)movie, Buddymovie und einem kleinen Beziehungsdrama jettet der ehemalige Onkel Doktor und jetztige Kassenmagnet Clooney also als Entlassungshure kreuz und quer durch die USA und übernimmt für führungsunfähige Chefs das Wegwerfen der Mitarbeiter.
Er ist gut in seinem Job, kommt viel rum und so stürzt ihm daheim nicht die Decke auf den Kopf.
Er ist recht offensichtlich glücklich in seiner gewählten Isolation.
Als er dann berufsbedingt einen weiblichen Emporkömmling mit auf die übliche Tour nehmen muss, damit diese die Realitäten des Jobs sieht, ist er erst genervt, aber dann...
Gut, auch mit einer gewissen Spoilergefahr, es ist wenigstens nicht das Klischee, an das man zuerst denkt, trotzdem bremst dieses Geeiere den beinahe vollkommenen Zynismus der Anfangsphase übermäßig stark aus.
Dem gegenüber steht ein fantastisch aufspielendes Ensemble, das sich kaum Schwächen leistet und bis in die kleinsten Nebenrollen auf den Punkt besetzt zu sein scheint. Nicht nur Clooney und Kendrick oder Farmiga. Auch Bateman, Galifianakis, Morton, Lynskey und McBride passen perfekt. Dazu machen mit J.K. Simmons und Sam Elliott zwei meiner Nebenrollenhelden in ihren Kurzauftritten richtig Laune.
Technisch macht der Film alles richtig. Die Bilder sind flüssig und zackig, aber ohne auf Biegen und Brechen eyecatcher sein zu wollen oder gar mit irgendwelchen Innovationen zu glänzen. Die Bodenständigkeit der Optik und Akustik unterstreicht nur die Intensität der Akteure und das freut den mündigen Zuschauer.
Ein Hauch mehr Zynismus und einen Schritt weiter abseits allzu ausgemergelter Klischees und es wäre noch viel mehr drin gewesen.
Aber auch so eine gekonnte Symbiose aus Herz, Witz und Biss.
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Uli Kunkel 2012/05/31 02:27:03
Antwort löschen"Ein Hauch mehr Zynismus und einen Schritt weiter abseits allzu ausgemergelter Klischees und es wäre noch viel mehr drin gewesen."
Schätze mal, Jason Reitman wollte es zu gunsten der Subtilität und Glaubwürdigkeit seiner Charaktere nicht überdrehen. Für mich war gerade die bittersüße Gratwanderung, die federleichte Ambivalenz eine der Stärken dieses Gesellschafts-, Beziehungsdramas und menschlichen Psychogramms.
Bei "Thank You For Smoking" und "Young Adult" hat er ja noch eine Kante Bissigkeit draufgelegt.
littledrummerboy01 2012/05/21 22:28:14
Kommentar löschenDer Film ist eine echte Überraschung.
Also nicht, weil er so unbekannt wäre und ihn bisher noch keiner gelobt hätte... Nein, sondern weil er einfach verdammt gut ist. Die Geschichte ist witzig, romantisch, hat schöne satirische Spitzen und ist im Kern eigentlich todtraurig. Klingt alles nach schon mal gesehen? Die Geschichte ist noch mehr: Sie ist echt. Und damit meine ich nicht, dass sie nach einem realen Vorbild ist, wirklich passiert oder so, aber sie fühlt sich so an. Die Figuren sind so gut, dass sie auf dem Bildschirm zu leben anfangen, man vergisst ständig, dass man George Clooney sieht (was ja nicht so leicht zu vergessen ist), und beobachtet Ryan dabei, wie sein Leben an ihm vorbei fliegt (den konnte ich mir nicht verkneifen...). Am beeindruckendsten fand ich jedoch das Spiel von Anna Kendrick, die innerhalb von Sekunden zwischen professioneller Kälte, aufgesetzter Professionalität und Gefühlsausbrüchen hin und her schalten kann. Dass die Dialoge einfach brillant geschrieben sind, brauche ich glaube ich gar nicht mehr zu erwähnen, aber etwas besseres findet man selten, vor allem heutzutage. Und gerade diese Szenen auf der Hochzeit, oder dann, wenn die Kamera ganz nahe an die Figuren heran kommt, das sind die Momente, die von einer unglaublichen Menschlichkeit erfüllt sind, und die Reitmans Arbeit so gut werden lassen. Dazwischen wird mit meist unspektakulären, aber immer tollen und stilvollen Bildern gezuckert, und heraus kommt Kino wie es sein sollte: witzig, emotional mitreißend, mit tollen Charakteren und einer ihnen ebenbürtigen Story, die leicht und unterhaltend daher geschwebt kommt, aber lange nachwirkt.
Großartig, "herausragend".
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Miike 2012/05/21 21:48:36
Kommentar löschenDIE positive Überraschung am Filmsonntag!!
Da ich schon etwas länger in einem Boykottstatus zu meinem Fernseher verweile was meine DVD/Blu Ray Sammlung angeht, ( da ich momentan kein neues Gerät kaufen kann) bin ich (freiwillig) auf die Berieselung durch unsere Fernsehlandschaft und der dort gezeigten Filme angewiesen. Nun ja ich hatte keine große Erwartung an das Werk von Reitman. Doch muss ich zugeben, dass ich äußerst positiv emotional berührt wurde, durch die grandiosen schauspielerischen Leistungen von Clooney, Farmiga und Kendrik. Eine wunderbare Darstellung von emotionaler Distanziertheit, von einer zur Selbstschutz aufgestellten meterdicken Betonwand. Eine teils lockere 110 minütige Reise, bei der ich sehr gerne eingecheckt habe. Reitman schafft es, durch einfache aber subtile Kniffe im Zusammenspiel mit einem groß aufspielendem Clooney einen scharfen Hauptcharakter zu zeichnen, dem man Anfangs nicht besonders viel Sympathie entgegenbringen kann. Dies ist im Zusammenhang mit seiner "Berufung" sicherlich auch nicht zu erwarten, allerdings mit kleinen Schritten, kann man seine Beweggründe mehr und mehr nachvollziehen. Ergänzt durch die tolle Leistung von Kendrick, als Firmenwelpe, reingeworfen ins Haifischbecken der harten Firmenrealität, die versucht mit neuen Ansätzen alte Strukturen aufzubrechen, die der pervesen Tätigkeit der Firma noch das Sahnehäubchen in Sachen Gefühlskälte aufsetzen. Alles in Allem ein toller Film über Träume, Zusammenhalt und Gefühl. Kann jeden nur einladen sich diesen Trip hoch am Himmel nicht entgehen zu lassen, also immer fleißig Meilen sammeln!
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loveissuicide 2012/05/21 18:34:45
Kommentar löschenRyan Bingham ist ein harter Knochen, der einen Job hat, der ebenso hart ist, wofür man aber menschliche Qualitäten wie Empathie und Ausstrahlung braucht. Beides hat er. Der Job ist kein angenehmer, aber weit weniger schlimm, als wenn es per Internet abgewickelt würde. Wenn man schon wen engagiert, der Leute rausschmeisst, dann sollte es doch von Angesicht zu Angesicht geschehen, das wahrt ein wenig die Würde.
In seinem Job kommt Bingham viel herum, das gefällt ihm, er hasst es, sesshaft zu bleiben, und er liebt es, Bonusflugmeilen zu sammeln. Die Unannehmlichkeiten im Job kann er relativ gut wegstecken, Gefühle baut er nur selten bis gar nicht auf.
Er referiert über Rucksäcke, gefüllt mit dem, was der Durchschnittsmensch als wichtig erachtet, was aber nur unnötiger Ballast ist, der einen nur daran hindert, selbstbestimmt und frei zu sein. Mit dieser Einstellung kann er vorzüglich leben, nur ist ihm nicht bewusst, dass es jeden mal ganz tief drinnen treffen kann, dass man immer ein wenig verletzbar bleibt (Beispiel: Achilles), und diese Unachtsamkeit wird ihn eines Tages unvermittelt treffen.
Ich fand den Film zum Teil sehr tiefgreifend; als Europäer ist mir diese Art der Kündigung fremd, das dürfte wohl nur in den USA so gemacht werden. Schauspielerisch sind Clooney und Farmiga wirklich eine gute Wahl, Anna Kendrick hat leider drehbuchtechnisch eine eher einfache Rolle des jungen Naivchens abbekommen, kann also nicht wirklich glänzen. Aber vor allem Clooney spiel hervorragend, sein innerer Wandel kommt echt gut rüber, ist nie aufgesetzt und wirkt authentisch, wobei: ganz abkaufen kann ich Ryan Bingham diesen Wandel nicht, solche Situationen sollte man in diesem Alter schon hin und wieder durchgemacht haben, vor allem, wenn man bedenkt, dass er auf seinen Reisen immer wieder Menschen begegnet, und nicht jede Begegnung wird nur oberflächlich sein.
Aber egal, dieser Makel ist verkraftbar.
Der Schluß ist mir dann aber ein wenig zu kitschig geworden. Dieses Prinzip "jeder Mensch kann nur mit einem anderen Menschen glücklich werden" mag zwar auf die Mehrheit der Menschheit zutreffen, aber es gibt sie dennoch, die einsamen Wölfe, die ganz gut bzw. besser allein zurecht kommen, und Niederlagen wie im Film werden dann eher als lehrreiche Erfahrungen angesehen. Und diese ländliche Idylle der Hochzeitsgesellschaft ist wirklich ganz schlimm!!^^
Insgesamt fand ich den Film aber sehr gut, er hat mich unterhalten, bewegt und zum Nachdenken angeregt.
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8martin 2012/05/21 13:20:49
Kommentar löschenWenn der Film nicht die Realität wiederspiegeln würde, könnte man ihn recht amüsant finden. Die Dialoge gehen flott von der Lippe und versprühen dabei jede Menge Witz und Geist. So aber erschreckt uns der Zynismus mit dem hier George Clooney und sein Azubi Natalie (Anna Kendrick) zur Sache gehen und Mitarbeitern verkünden „Sie sind gefeuert!“ Was den Unterhaltungswert angeht schwanken beide zwischen Herzlosigkeit und Mitgefühl, zwischen Professionalität und Menschlichkeit hin und her. Sie werden dabei fast zu Lyrikern, wenn sie Euphemismen verwenden wie ‘Wir übernehmen die Menschen in ihrem zerbrechlichsten Moment und überlassen sie den Wellen‘. In diesem Job lebt man aus dem Koffer und ist wie George sich nennt ‘der Mann mit dem leeren Rucksack‘. Eine Beziehung ist nicht möglich nur One-Night-Stands. So muss auch der Versuch mit Kollegin Vera Farmiga scheitern. Das überrascht keineswegs. Es gibt aber noch Raum für die Folgen der Kündigung, der Azubi kündigt selber und George hat Nostalgiegefühle an seine Schulzeit. Sein erfolgreicher Versuch seinen zukünftigen Schwager doch zur Hochzeit zu überreden wirkt etwas aufgesetzt und fungiert als Füllsel. Für George kann und darf es keinen Schluss geben und schon gar keinen glücklichen. Er geht einfach wieder in die Luft…
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vanilla 2012/05/21 11:10:00
Kommentar löschenÜberraschend gut. Hätte ich echt nicht erwartet. Aber der coole Clooney macht seine Sache hervorragend. Bemerkenswert wie gut man sich in die Charaktere reinversetzen kann. Die Entwicklung eines skrupellosen, egoistischen Mannes der scheinbar niemanden braucht, ausser seinen Job und immer einen lockeren Spruch parat hat, jedoch später bemerkt wie ein richtiger Partner an seiner Seite ihm gut tut. Das überraschende Ende, das ich hier natürlich nicht verraten möchte, gibt dem Ganzen noch die richtige Würze hinzu.
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Sheeeeep 2012/05/21 10:21:25
Kommentar löschenGefühlvoll, witzig und toll inszeniert: Jason Reitman beweist schon in seinen ersten Werken sein ungeheures Talent hinter der Kamera. Neben bitterböse (Thank You For Smoking), süß und nett (Juno) fügt er in 'Up In The Air' liebevoll und charmant zu seinen Facetten hinzu. Georg Clonney passt in die Hauptrolle des erst gefühlskalten Außendienstmitarbeiters einfach perfekt und liefert hier einer seiner besten Performances in seiner Karriere ab. Doch auch der restliche Cast ist mit tollem Fingerspitzengefühl gewählt worden steht dem Hauptakteur in nichts nach. Die Geschichte lädt zum Schmunzeln ein und bewegt den Zuschauer dennoch. Nachdem ich mich mit einem schönen Film (aber 08/15 Ende) im Kopf schon abgefunden hatte, wurden im Schluss noch tolle Wendungen eingebaut, die sich angenehm vom üblichen Standardbrei abheben und den Zuschauer positiv überrascht zurücklassen.
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kawummbaby 2012/05/21 16:31:27
Antwort löschenIch habe leider die letzten 15 Minuten verpasst. Kannst du mir kurz sagen, was nach dem "krieg den Schwager zum Heiraten!" noch passiert?
König_Lustig 2012/05/21 09:29:22
Kommentar löschenHier nur ein kurzer Kommentar von mir da meine Vorposter eigtl. im Detail alles oder vielles über diesen Film schon gesagt haben.
Up in the Air ist einer der wenigen Filme die ich von Anfang an mochte, sehr sympatische Akteure allen voran natürlich George Clooney, eine Story die etwas dünn, trotzdem aber fein und liebevoll ausgearbeitet ist, eine Kamera welche die Szenen gut einfängt und eine gewisse Statik hat, was aber sehr gut zu diesem Film auch passt. Der Soundtrack lädt zum chilln ein.
Sehr einprägsam waren für mich besonders die Flugszenen wo aus dem Flugzeug herraus der Boden und somit die Städte langsam und ruhig gefilmt wurden und dazu dann der jeweilige Städtename eingeblendet wurde, gepasst hat auch der jeweilige Soundtrack zu diesen Szenen wie auch zum gesamten Film...ja, so müssen Filme gemacht werden. Diese Art Filme müssen da sein dass ich mich bei zuschauen wohl fühle und genau das hat Up in the Air bei mir geschafft.
Dieser Film hebt sich auf jeden Fall von dem ganzen anderen Filmschund ab welcher in den letzten Jahren doch viel zu viel erschienen ist.
Er war bisher einzigartig...sowas gab es danach nicht mehr zu sehen !
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moviee 2012/05/21 01:55:54
Kommentar löschenTraumjob oder Albtraum? Der smarte Ryan Bingham führt ein Leben ganz nach seinen Wünschen. Er reist durch die ganze Welt, sammelt leidenschaftlich Flugmeilen und bietet Dutzenden von Angestellten die Möglichkeit sich beruflich neu zu orientieren. Unbeschönigt aber ist er der Überbringer schlechter Nachrichten und feuert gnadenlos täglich Dutzende Angestellte.
Gerade diese Antithese zwischen seinem unbeschwerten Lebensstil und seinem todernsten Job zeichnet "Up in the Air" so aus. Soll man diesen Kerl hassen? Immerhin ist er Profi-Rausschmeißer und feuert sowohl Familienväter als auch schwangere Frauen ohne auch nur ein einziges mal mit der Wimper zu zucken. Oder soll man diesen Kerl bewundern? Immerhin meistert er seinen Job grandios und legt die Fakten ohne unnötiges Pathos direkt auf den Tisch. Gewissensbisse würden ihn wohl auch innerlich zerstören. Einen Zorn auf die Hauptfigur zu hegen ist mit fortschreitender Dauer aber auch nahezu unmöglich, viel zu schnell erliegt man dessen Charme.
In einem Moment noch bitterböse, im nächsten dann wieder todtraurig. "Up in the Air" gelingt der permanente Umschwung von Satire zu Tragikomik zu jedem einzelnen Zeitpunkt exzellent. Neben einem superben George Clooney werten besonders die bis in die Nebenrollen brillanten Darsteller und das rasante Tempo den Film unheimlich auf. Ein exquisiter Score und wunderbar spritzige Dialogduelle runden Jason Reitmans Satire auf den 'Turbokapitalismus' zu einer teils skurrilen, teils nachdenklichen aber durchweg geistreichen Romanverfilmung ab.
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brainchild 2012/05/21 00:04:28
Kommentar löschen'Up in the Air' beginnt stark, endet sehr stark, verflacht dazwischen allerdings zugegebenermaßen ein wenig. Der Stoff gibt nämlich viel mehr her für eine Betonung der tragischen Elemente im Leben des Ryan Bingham (George Clooney), ein Mann, der Autos, Wohnungen und Beziehungen gleichermaßen als "Ballast" sieht. Dafür ist Jason Reitmans Regiestil aber zu locker, zu nonchalant, zu augenzwinkernd, wie auch immer man es nennen möchte. So kennt man ihn halt. Sein Drehbuch dagegen ist umso stärker - die Dialoge, aber auch Binghams Reden sprühen nur so vor Denkanstößen im Kleinen und im Großen. Einige Kameraeinstellungen sind ebenfalls sehr interessant. Nicht unerwähnt bleiben darf die brutale Aktualität - angesichts der Rezession -, mit der Binghams Job hier in Szene gesetzt wird. Dieser Mann verdient sein Geld damit, hart arbeitende Menschen in wirklich existenzielle Krisen zu stürzen. Und selbst dabei kann Clooney sich der Sympathien der Zuschauer stets sicher sein. Allein das rechtfertigt die Oscar-Nominierungen schon. Die zwangsläufige Läuterung wirkt allerdings doch sehr gewollt.
Trotz allem ein starkes Stück Film, dessen hiesige Klassifizierung als "Liebesfilm" den Punkt gleichzeitig völlig und überhaupt nicht trifft.
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König_Lustig 2012/05/21 09:18:25
Antwort löschenteilweise dito zu deinem Kommetar.
...und naja, die Läuterung wirkt ein wenig gewollt, sie wird jetzt nicht pathetisch dargestellt, hebt sich also nicht ab und rettet so evtl. noch den Film vor dem Sprung ins Wirklich Kitschig gehende.
brainchild 2012/05/21 13:19:12
Antwort löschenGerade eine solche doch eher unglaubwürdige Wendung birgt doch Kitsch-Gefahr. Das war aber ja glücklicherweise noch nicht das tatsächliche Ende des Films.
bonjovi84 2012/05/20 23:03:56
Kommentar löschengeorge hat zwar gut gespielt (keine charakterrolle, aber dennoch tiefsinniger als popcornkino), die story zieht sich jedoch zum einen über größere stellen, zum anderen ist sie vorhersehbar...
ich finde diesen film überbewertet. mehr als 5 punkte sind nicht drin
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Pümms 2012/05/20 22:31:36
Kommentar löschenIch kann mich den super hohen Bewertungen ebenfalls nicht anschließen. Ich fande es vorhersehbar, zeitweilen kitschig und die Botschaft war mir irgendwie zu fahd. "Okay"er Film, aber nichts besonderes / herausragendes.
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peterpit 2012/05/20 22:02:21
Kommentar löschenAaaaaaalso.. George gefällt mir als Schauspieler sehr gut. Smarter, cooler Typ, den er auch hier super verkörpert. Story auch ansprechend, da ich dieses Outsourcing-Konzept interessant finde. JEDOCH, finde ich es einfach nur schwachsinnig, das er bei einer Ansprache cancelled, nur weil er selbst nicht mehr davon überzeugt ist. Unglaubwürdig! Egal... das Ende gefällt mir umso besser, da ich Happy Ends HASSE!!!
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brainchild 2012/05/20 22:33:07
Antwort löschenSPOILER-ALARM!!!
stuforcedyou 2012/05/20 21:45:02
Kommentar löschenEr gilt als einer der begehrtesten Schauspieler dieser Welt: George Clooney. Doch während andere Superstars immer wieder nur die Rollen spielen, die ihre (vornehmlich weiblichen) Fans sehen wollen, gelingt es Clooney stets Rollen zu finden, die zum einen sein darstellerisches Talent beweisen und zum anderen auch eine andere Seite des gefragten Mr. Cool aufzeigen. In „Up in the Air“ spielt er mal wieder so überzeugend, dass die bösen Zungen, die behaupten er könne nur mit Schlafzimmerblick in die Kamera lächeln eines besseren belehrt werden. Neben dem sträflich untergegangen „Michael Clayton“ ist „Up in the Air“ einer der besten Filme mit George Clooney.
Dass Clooney (und die anderen Darsteller) so brillieren ist natürlich auch ein Verdienst von Regisseur Jason Reitman. Nach „Thank you for smoking“ und „Juno“ ist dies erst sein dritter Film, dabei schein es so als ob Jason Reitman bereits ein alter Hase ist, so sauber wie er hier inszeniert hat. Vielleicht liegt es ja an den Genen, schließlich schrieb Jasons Vater Ivan mit Filmen wie „Ghostbusters“ schon vor Jahren Kinogeschichte.
„Up in the Air“ die Geschichte eines scheinbar geordneten Lebens. Hauptfigur Ryan verbringt im Jahr 322 Tage auf Geschäftsreise und hat sich mit diesem Leben nicht nur arrangiert sondern auch ist mit ihm ziemlich zufrieden. Im Grund ist Ryan der Gegenentwurf zu Edward Nortons namenloser Rolle in „Fight Club“. Während bei David Finchers wüst-genialer Gesellschaftsabrechnung die Hauptfigur in den Wahnsinn abdriftet, weil sein Leben in langweilig geordneten Bahnen verläuft, so geben diese Bahnen Ryan Sicherheit. Wer kann es ihm verdenken, schließlich feuert Ryan im Auftrag anderer Mitarbeiter. Kein Wunder also, dass ihm die Monotonie der Inlandsflüge die nötige Sicher- und Zufriedenheit beschert.
Jason Reitman inszenierte diese Tragikkomödie mit einer wunderbaren, spielerischen Leichtigkeit. Neben nonchalanten Dialogen, überzeugenden Darstellern und einfachen aber eindringlichen Bildern brilliert der Film vor allem bei den Gesprächen die Ryan mit den Mitarbeitern führt. Viele dieser Mitarbeiter sind keine Schauspieler sondern Menschen die erst kürzlich ihren Job verloren haben. Böse Stimmen können jetzt schimpfen, dass der Film echte Schicksale instrumentalisiert, doch „Up in the Air“ bleibt immer respektvoll und überlässt die dramaturgisch wichtigen und entlarvenden Gespräche professionellen Darstellern. Wahrscheinlich wollte Jason Reitman mit den realen Figuren nur den bösen Kommentar zur alles fressenden, globalisierten Wirtschaft unterstreichen. Unerlässlich war diese Manifestierung nicht, stören tut sie allerdings auch keineswegs. In den heutigen Zeiten sind Stiche gegen den modernen Kapitalismus durchaus keine Seltenheit, aber so ergreifend und gleichzeitig so smart sieht man sie nicht oft.
„Up in the Air“ ist wirklich ein sehenswerter Film, doch trotz seiner Stärken hat der Film eine Schwäche die dem ihm viel von seiner aussagenden Kraft raubt. Der Wandel von Ryan geschieht doch sehr oberflächlich und im Gegensatz zum Rest des Films sehr trivial. Clooney spielt diese charakterliche Veränderung zwar überzeugend, im Gegensatz zu den Kündigungsgesprächen und Ryans Off-Kommentaren wirkt dieser Handlungsabschnitt aber recht mutlos und zu gewollt.
Wer jetzt glaubt „Up in the Air“ wäre ein nur ein weitere Film über einen „Selbstfindungstrip“ der irrt. Es findet eine Selbstfindung statt, doch Jason Reitman verankert die Figuren und die Handlung in der Realität und dort ist es nun mal nicht so einfach sein Leben neu zu ordnen. Dies beschert „Up in the Air“ eine zusätzliche, tragisch Note, die sich von Anfang an abzeichnet, die man aber nicht wahrhaben will, denn eigentlich wünscht man den sich für die Hauptfiguren nur das Beste. Sogar der hochnäsigen Natalie, die mit Ryan zur Probe auf Geschäftsreise geht. Newcomerin Anna Kendrick bekam für ihre Leistung einen MTV Movie Award. Wahrlich eine der Wenigen, die bei dieser Schmierentheaterveranstaltung ihren Preis verdient hat. Kendrick gibt der anmaßenden aber eigentlich doch ängstlichen Natalie ein grandioses Profil, dessen Ecken und Kanten durchaus auch Platz für Humor hat. Am Ende wird Natalie eine harte Lektion lernen, genau wie Ryan. „Up in the Air“ erzählt dies emotional aber ohne Pathos und genau deshalb ist Jason Reitmans Film letztlich so sehenswert.
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Edward Nigma 2012/05/20 22:21:56
Antwort löschenSpätestens mit diesem Film hat Sohnemann Reitman seinen Vater überholt!
FilmFreeza 2012/05/20 22:51:37
Antwort löschenJeder Kommentar in dem Michael Clayton positiv erwähnt wird ist super :) !
Kreaexo 2012/05/20 23:00:49
Antwort löschenstu, schon 'The Descendants' gesehen?
stuforcedyou 2012/05/20 23:04:56
Antwort löschen@Edward: Papa Reitman hat schon einiges an tollen Sachen (aber leider auch in letzter Zeit viel Bockmist) gemacht, aber sein Sohn macht schon irgendwie die reiferen Film
@FF: "Michael Clayton" spollte überall erwähnt werden :D
@Kreaexo: Nein, kommt noch
Kreaexo 2012/05/20 23:19:08
Antwort löschenStu, du wirst den Film mindestens genauso mögen wie Up in the Air oder Michael Clayton. Schöner Kommentar übrigens.
sweetForgiveness 2012/05/20 23:19:25
Antwort löschenWunderschön stu!
onyxxx11 2012/05/20 23:44:52
Antwort löschenWunderschöner stu!
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brainchild 2012/05/21 00:12:31
Antwort löschenIch merke gerade, dass meine Kritik verdammt redundant ist :)
Andy Dufresne 2012/05/21 01:14:28
Antwort löschenSehr schön Stu! Zum Abschluß des mit Abstand aufreibendsten und anstrengendsten und schönsten Wochenendes in meiner MP Zeit beschehrst du mir noch etwas von dem was ich hier am meisten liebe:Einen verdammt guten Kommentar zu einem Film! Danke Stu!