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Urteil von Nürnberg
Judgment at Nuremberg (1961), US Laufzeit 186 Minuten, FSK 12, Drama, Historienfilm, Kinostart 14.12.1961
7.6
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Moviemaster:Movie
von Stanley Kramer, mit Spencer Tracy und Burt Lancaster
In einem der letzten Nürnberger Prozesse soll der amerikanische Richter Haywood (Spencer Tracy) über vier ranghohe Nazi-Jouristen urteilen. Drei von ihnen erklären sich für unschuldig. Der vierte, Ernst Janning (Burt Lancaster), schweigt. Sein Anwalt, der junge engagierte Hans Rolfe (Maximilian Schell) weckt Zweifel an der Schuld von Janning, der offenbar kein überzeugter Nazi war.
Maximilan Schell wurde für seine Darstellung in Urteil von Nürnberg (OT: Judgement at Nuremberg) mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
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Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Urteil von Nürnberg
- Genre
- Drama, Historienfilm, Sozialdrama
- Zeit
- 1940er Jahre, Zweiter Weltkrieg
- Ort
- Bayern, Deutschland, Jüdisches Ghetto, Nürnberg, Vereinigte Staaten von Amerika
- Handlung
- Adolf Hitler, Anklage, Antisemitismus, Beweis, Gaskammer, Genozid, Gerichtssaal, Gerichtsurteil, Gerichtsverhandlung, Hermann Göring, Judenverfolgung, Jurist, Jury, Jüdisches Ghetto, KZ-Häftling, Konzentrationslager, Kriegsverbrechen, Nationalsozialismus, Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Nazi, Nürnberger Prozesse, Recht und Gerechtigkeit, Richter, Staatsanwalt, Todesurteil, US-Armee, Verbrechen, Verteidigung, Zeuge
- Stimmung
- Berührend, Ernst
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Kritiken (1) — Film: Urteil von Nürnberg
Flibbo: Wie ist der Film?
Kommentar löschen[...] „Das Urteil von Nürnberg“ ist nicht so packend, dass die deutliche Überlänge vergessen wird, unterhält aber durchgehend mit emotionsgeladenen Mono- und Dialogen eines überzeugenden Schauspielerensembles und ist sehenswert, vor allem weil das wichtige Thema mit einer eleganten Objektivität angegangen wird, ohne oberflächlich zu sein, wo schließlich die pure Gerechtigkeit über jedem Patriotismus steht.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (18) — Film: Urteil von Nürnberg
Hoey-Lestrate Thu, 25 Apr 2013 11:32:14 -0000
Kommentar löschenNicht nur einer der besten, sondern auch einer der wichtigsten Filme aller Zeiten. Die perfekte Inszenierung und das Einsträuen von Fakten - die strafmilderung der Kriegsverbrecher aufgrund des einbruchs des kalten Krieges), die gesammte Aussage des Films und die Leistung der Schauspieler ist einfach nur großartig. Der Film sollte Pflichtprogramm für den Schulunterricht werden, hier habe ich mehr zu dem Thema gelernt, als im Geschichts- und Politikunterricht zusammen. Vor allem die Tatsache, dass man sich während des Films selbst fragt, wie denn die verurteilten Personen zu bestrafen sind und der Zuschauer sich selbst darüber Gedanken macht, zeugen von der Großartigkeit dieses ruhigen aber unglaublich spannenden Filmwerks.
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MrTrombone Sat, 09 Feb 2013 22:39:45 -0000
Kommentar löschenWas für ein beeindruckendes Werk der Filmgeschichte. Die lange Spielzeit hielt mich eine ganze Weile davon ab, Judgment at Nuremberg anzuschauen, doch nun endlich habe ich es geschafft und bin geradezu begeistert. Wie sehr ich mit Judge Dan Haywood (Spencer Tracy in seiner wohl größte Rolle) mitgefiebert habe auf der Suche nach der Wahrheit und zugleich bemüht, den Ruhepunkt einzunehmen, der mit aller Kraft den Prozess zusammenzuhalten versucht, während er unter dem ständigen Einwirken der inneren wie äußeren Kräfte auseinanderzubrechen droht. Hier gehören sowohl der leicht fanatische Colonel Tad Lawson (Richard Widmark in Höchstform) als auch Hans Rolfe (dargestellt vom Overactor Maximilian Schell) hervorgehoben, die beide starke Meinungen vertreten, aber auf ihre Art und Weise verständlich und nachvollziehbar von den Umständen gezeichnet sind. Burt Lancester als Dr. Ernst Janning blüht leider erst recht spät im Prozess auf, läutet dann aber mit einem starken aber simplen Monolog den letzten Akt (Finale) ein, was noch einiges an Schwung und Erkenntnis bei Prozessteilnehmern wie Zuschauern brachte.
In diesem Prozess gibt es kein Gut und Böse; die Suche nach der wahren Verantwortlichkeit gestaltet sich eindrucksvoll als aussichtsloses Unterfangen. Erwarten kann man eine Aufarbeitung der tatsächlichen Nürnberger Prozesse und ihre Kritiken, wie sie zwar fordernd, aber dem Durchschnittspublikum trotzdem noch verständlich näher gebracht werden konnte.
Besonders hervorheben möchte ich abschließend noch das Gespräch zwischen Haywood und seinen Angestellten im ersten Drittel des Films (kleiner Spoiler): Er - auf der Suche, die NS-Zeit besser zu verstehen - fragt nach dem Alltagsleben der zwei und bekommt lediglich Ausflüchte zu hören. Man merkt ihnen die Angst vor dem (eigentlich liebenswürdig nur ein Sandwich essenden) Amerikaner förmlich an; sie wüssten nichts und selbst wenn, hätten sie doch nichts tun können. Nie sieht man den Grund für Rolfes Handeln so deutlich wie hier. Wundervoll inszeniert.
Trotz des vielen Lobes ist nicht alles Gold: Einige der Nebenfiguren bleiben nur schwach beleuchtet und auch technisch bin ich kritisch, so beispielsweise kein Freund der Kameraführung. Das mindert die Qualität jedoch nicht allzu sehr; im Gesamteindruck ist Judgment at Nuremberg ein "ausgezeichneter" Film.
Fun Fact #23: Neben Werner Klemperer als teuflischen Emil Hahn taucht hier auch Howard Caine in einer kleinen Rolle auf, die später beide in Hogan's Heroes erneut in die Nazi-Rolle schlüpfen sollten.
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ThomasWzS Fri, 20 Jul 2012 09:04:49 -0000
Kommentar löschenEin Film für einen besonderen Abend, an dem man sich 3 Stunden Zeit nehmen will,
für ein Thema, was uns alle immer wieder berührt:
Menschlichkeit in einer pervertierten Gesellschaft.
Das war die Zeit während des 2.Weltkriegs ohne Zweifel.
Die Aufbereitung in einem Kriegsverbrecher-Prozess ist natürlich schon aufgrund der vielen Monologe harte Kost.
Mit der Geschichtstreue fange ich gar nicht an, denn der Film weiss einfach durch sehr einfühlsame Charakterzeichnungen zu berühren, ob das jemals "wirklich" so war, spielt für mich da keine grosse Rolle.
Die Frage die wir uns immer wieder selbst stellen können:
Wie hätte ich selber in so einer Situation gehandelt, wie hätte ich mir selbst treu bleiben können, wird in der Schluss-Szene zwischen Richter und Angeklagten grandios beantwortet.
Absolut herausragend!
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Lorion42 Mon, 09 Jul 2012 21:26:48 -0000
Kommentar löschenEin Film der großen schwertragenden Monologe. Er versucht vieles anzusprechen und schafft es durch ein Wechselspiel von Gerichtsszenen und Szenen auf der Straße halbwegs unterhaltsam zu bleiben. Doch kann man 3 Stunden lag nur Dialoge und Monologe zeigen? Die Antwort ist wohl Jein. Es ist unglaublich interessant zu sehen, wie verschiedene Menschentypen die Katastrophe verarbeiten und welche Aussage der Film wohl treffen wird. Ist das gesamte Deutsche Volk Schuld? Ist Hitler Schuld? Ist es Schuld der ganzen Welt? Und was soll das eigentlich sein: Schuld? Doch muss ich zugeben, dass die 3 Stunden ziemlich zäh ablaufen und nur funktionieren, wenn man sich wirklich auf die Geschichte einlassen möchte. Kein Film für jedermann, aber doch ein sehr wichtiges Werk.
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RoosterCogburn Wed, 16 May 2012 21:37:35 -0000
Kommentar löschenDas Urteil von Nürnberg
Von 1945 bis 1949 fanden die "Nürnberger Prozesse" gegen führende Mitglieder des Nazi-Regimes statt. Stanley Kramer nimmt sich den dritten der zwölf Prozesse zur Vorlage, um ein Gerichtsdrama zu erzählen, das sich inhaltlich an den sogenannten Juristenprozess anlehnt. Doch sämtliche dargestellten Figuren in diesem Film (Kläger, Angeklagte, Verteidiger, Zeugen usw.) sind fiktiv. Ob das damals aus Rücksicht so gemacht wurde, kann ich nicht beurteilen.
+++Spoiler AN+++
Aber immerhin hätte man hinsichtlich der Verurteilung bei der Wahrheit bleiben können. Im Gegensatz zum Film, in dem die Angeklagten lebenslange Haft bekommen, sind die realen Verbrecher glimpflicher davon gekommen. Zum Beispiel wurde Staatssekretär Rothenburger wegen Verbrechen gegen die Menscheheit zu 7 Jahre Zuchthaus verurteilt und war wieder auf freiem Fuß als dieser Film erschien. Wenige erhielten lebenslange Haft (wie Reichsanwalt Rothaug). Andere zwischen 5 und 10 Jahren oder Freispruch.
Außerdem erzählt der Film von VIER Angeklagten. Beim Juristenprozess waren es viermal so viel, also 16 Angeklagte. Es ist also offensichtlich, das der Film NICHT die tatsächlichen Verhandlungen wiederspiegeln will. Ihm geht es darum aufzuzeigen, wie schwierig es war, die richtigen Verantwortlichen zu Rechenschaft zu ziehen.
+++ Spoiler AUS+++
Drei Stunden lang zeigt ein überragendes Staraufgebot, teils übertrieben melodramatisch aber auch in teilweiser ausgezeichneter dramaturgischer Inszenierung, wie grosses Kino aussehen kann und es gleichzeitig überladen wird. Annerkennes- und sehenswert ist das Werk allemal. Gerade die schauspielerischen Leistungen von Tracy, Widmark und dem ausgezeichneten Maximilian Schell. Ebenso erwähnenswert ist der Auftritt von Montgomery Cliff ["Das ist meine Mutter von der Sie da sprechen"]. Warum die blasse Judy Garland immer so hervor gehoben wird, kann ich nicht nachvollziehen. Auch die Dietrich bleibt unter ihren Möglichkeiten und spielt hier eigentlich nur ihrem Image entsprechend. Kühl und distanziert. Dann ist doch noch Burt Lancaster. Leider erlaubt es ihm seine Rolle nur einmal zu glänzen. Und zwar als er sich von seiner Anklagebbank erhebt und erstmalig im Prozess spricht. Ansonsten bläst er Trübsal. Das macht er zwar fachmännisch und gekonnt, aber so können das andere auch. Nichts lobenswertes.
Trotz einiger Längen und unnützer Erzählungen in der Rahmenhandlung, ist ein starker Film entstanden, der vor allem den Zuschauer vor moralische Fragen stellt. Gerade im letzten Drittel gewinnt die Inszenierung an Fahrt. Was für den Film spricht. Denn trotz seiner schwerwiegenden Thematik und einem ansprechenden Starensemble, kann ich hier nicht von einem mitreissenden Meisterwerk sprechen.
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Hungerkünstler Sun, 18 Dec 2011 15:46:42 -0000
Kommentar löschenStanley Kramer hat als Produzent und Regisseur mit dem Film Urteil von Nürnberg ein bedeutendes Dokument zur deutschen Nachkriegsgeschichte geschaffen. Er hat vieles,in ihn vieles hineingearbeitet, was der Aufarbeitung bedurfte.. Der Holocaust ist mit dem gezeigten Film im Film angesprochen. Ebenso das Thema der vorzeitigen Freilassung der verurteilten Kriegsverbrechter (für die dann auch Adenauer sich einsezte!) im Zusammenhang mit dem aufbrechenden Ost-West-Konflikt.
Kernthema ist das dem Nürnberger Hauptkriegsverbecherprozess (neben anderen) nachfolgende Verfahren gegen ranghohe NS-Vertreter des Juristenstandes. Insoweit ist der Film halbdokumentarisch. An Hand des teilweise etwas überstrapazierten Plots, der ohne nähere Erklärung für später geborene in seiner Bedeutung vielleicht nur schwer zu durchschauen ist, werden schwerwiegende Fragen, auch moralischer Natur. erörtert, die in der Zeit nach 1945 die Menschen, Alliierte wie Deutsche, sehr umgetrieben haben und für die teilweise auch bis heute noch keine endgültigen Antworten zu finden waren: Wer war verantwortlich für die Untaten des dritten Reichs? Alle Deutschen , die ja nach 1933 eine Zeit lang in ihrer Mehrheit hinter Hitler standen -Theorie der "Kollektivschuld" - oder nur einzelne und welche? Vor allem : Wie stand es mit den Befehlsempfängern und , den zahhllosen Ausführenden der Erlasse und menschenrechtswidrigen Gesetze des dritten Reichs? Konnte man von diesen aus der Sicht der Zeit nach 1945 verlangen, dass Offizier,e, Beam,te oder Richter sich hätten widersetzen sollen auch wenn sie dadurch ihre Existenz und die ihrer Familie gefährdet hätten? Was war dem einzelnen von den Gräueltaten, die geschahen, bekannt? Was konnte der einzelne tun ohne sich oder seine Familie zu gefährden?. Und was war mit den bekannten Schriftstellern, Regissuren, Sportlern Dirigenten usw., die sich anpassten und mit ihrem Namen den Glanz der 3. Reichs erhöhten?
Der Film geht mit diesen Fragen erstaunlich behutsam und abwägend um. Er lässt auch der Stimmung der deutschen Bevölkerung in den Jahren nach 1945 Ausdruck verleihen. Zu diesem Zweck stellt der Film dar, dass der ameriokanische Richter mit den Deutschen, seinertUmgebung , das Gespräch sucht (was natürlich höchst unwahrscheinlich war). So erklärt ihm die Frau des Hausmeisters, dass Hitler ja immerhin die Autobahn gebaut und die Arbeitslosigkeit beseitigt habe (diese relativierenden Sprüche, auch zu wirklichen oder angeblichen Untaten der Kriegsgegner, hörte ich in tmeiner Schulzeit selber oft). Die Gespräche und Treffen des Richters mit der Offiziersgattin, deren Mann von den Amerikanern zum Tod verurteilt worden sei, erscheinen mir dramaturgisch etwas verunglückt (auch wenn man sich freut Marlene Dietrich mal wieder im Film zu sehen).
Exemplarisch wird im Film der Fall Katzenberger geschildert, (vgl. hierzu denn Eintrag bei Wikipedia und auch den Film von Josef Vilsmaier), der wegen angeblicher Rassenschande zum Tod verurteilt und hingerichtet wurde (ein Urteil, das selbst der berüchtigte Freisler als "kühn" bezeichnete, da die Todesstrafe allein für dieses Delikt auch nach der Gesetzeslage nicht zulässig war). Vorsitzender des verurteilenden Gerichts war Oswald Rothaug, der in der Tat zunächst zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt wurde, aber schon 1956 wieder freikam. Rothaug war im Film offensichtlich der Angeklage Emil Janning. Dass dieser fanatische NS-Richter wegen seiner Bluturteile später Reue gezeigt haben soll, wie der Film das darstwellt, ist offensichtlich unzutreffend. Das halte ich ebenfalls für ein Manko des Film, der sonst ja den Eindruck dokumentarischen Echtheit vermitten will. Meine ursprüngliche Spitzenbewertiung habe ich deshalb wieder etwas herabgestuft.
Insgesamt: Trotz gewisser dramaturgischer Unzulänglichkeiten ein wichtiger und mit Spitzendarstellern der Zeit um 1960 besetzter Streifen. Für die Verwendung im Geschichtsunterricht ist der Film prädestiniert.
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hoffman587 Sat, 12 Nov 2011 14:33:55 -0000
Kommentar löschenJudgement at Nuremberg
Es stellt sich jedem irgendwann einmal die Frage: Was ist Recht? Was ist Unrecht? Was ist Gerechtigkeit? Was heißt Moral? Und wann ist Recht Unrecht? "Das Urteil von Nürnberg" von Stanley Kramer aus dem Jahre 1961, beschäftigt sich größtenteils mit diesen Fragen, mit dem Hintergrund der von 1945 bis 1959 ausgeführten "Nürnberger Prozesse", die wahren Geschehnissen mit fiktiven bzw. frei erfundenen (z.B: Charaktere) vermischt.
Die Story beruht somit, anders gesagt, auf realen Ereignissen, die historischen Fakten sollten dazu ja bereits bekannt, der Film spezialisiert sich dabei auf den 1947 Juristenprozess, in jedem Fall eine durchaus spannende Umsetzung des Themas dabei, wobei man hier besonders eingeht auf den Bezug von Gerechtigkeit und Recht bzw. genauso gut Ungerechtigkeit, durchaus brisanter und interessanter Stoff: Das Jahr hierbei eins nach hinten verschoben: 1948 stehen 4 Juristen vor einem Militärgericht. Unter Leitung des US-Richters Haywood. Dort müssen sie sich für ihre Taten, das Recht für NS-Zwecke gebeugt zu haben, verantworten. Doch die Verteidigung wirft ein, dass diese nur dem geltenden Recht gefolgt wären, selbst nicht schuld wären und somit auch "nicht schuldig".
Das Darstellerensemble des Ganzen kann ich dabei nur als wahrhaft gigantisch beschreiben, auch wenn diese bzw. deren Ausmaße dann doch eher als Werbemittel diente, doch das ist eigentlich demzufolge auch, da der gesamte Cast zu glänzen weiß, ob ein brillanter Spencer Tracy als Richter Haywood, wie immer mehr als überzeugend und regelrecht beeindruckt gespielt. Genauso beeindruckend wie auch grandios Burt Lancaster als einer der vier angeklagten Juristen, Ernst Janning, zunächst sehr schweigsam und innerlich unbegreiflich, regelrecht tragisch. Zudem noch ein genialer bzw. junger Maximilian Schell als deutscher Verteidiger Hans Rolfe, der sich für seine Mandanten völlig in Zeug legt, doch auch hier verbirgt sich eine menschliche Tragik in sich, besonders in der zweiten Hälfte zeigt Schell dabei den vollen schauspielerischen Einsatz. Sein Gegenpart als Ankläger Tad Lawson der große Richard Widmark, der genauso bei der Sache ist, wie Schell. Lawson ein Mann, der hart durchgreift, zu jedem zugelassenen Mittel bereit, eben konsequent und ohne Gnade.
Und auch in den Nebenrollen gibt es große Stars zu bewundern wie einmal ein großartiger Montgomery Clift oder auch Judy Garland, die Beide wissen ihre Rollen glaubwürdig darzustellen. Und auch Marlene Dietrich gesellt sich zu ihnen und erbringt auch eine erstklassige bzw. typische Leistung. Besonders auch interessant auf der Besetzungliste den Namen William Shatner zu lesen in einer Nebenrolle als junger Captain Harrison Bryers, überraschend gut gespielt von ihm. Netter Zusatz. Aber alles in allem ein herausragender Cast, sowohl Spiel als auch Besetzung an sich.
Kramers Regie weiterhin auch ausgezeichnet, sein Werk zwar an sich lang, sogar sehr lang, doch schafft er es seine Geschichte dabei über die vollständige Laufzeit fesselnd zu verpacken, sodass keine (wirkliche) Sekunde irgendwie Langeweile entstehen kann, für mich jedenfalls. Bei seinem Werk konzentriert er sich wie bereits erwähnt auf die Frage der Gerechtigkeit. Zudem noch unvoreingenommen versucht verschiedene Sichten/Standpunkte zu schildern. Man bemerkt die Mühe, die Kramer in dieses Projekt steckte, erzählt sein Werk mutig und wie gesagt packend, insgesamt ein toller und sehr gelungen ausgetüftelter Aufbau von Dramaturgie und Spannung, wenn auch an sich mit Melodramatik ausgestattet. Besonders zum Ende hin immer stärker von der Inszenierung her.
Dazu noch eine exzellente Kamera, sauber gefilmte Bilder, starke Kamerafahrten und so doch stets packend, mit recht einfachen Mitteln, größtenteils alles nur in einem einzigen Gerichtssaal, doch zudem eben klasse gemacht, immer wieder neue Blickwinkel und außerdem werden die Akteure perfekt in Szene gesetzt. Auch hier alles sehr gut gehandhabt.
Zusätzlich noch ein hervorragendes Drehbuch, voll gefüllt mit einerseits großartigen bzw. kraftvollen Dialogen und andererseits interessant gezeichneten Charaktere, hintergründig und somit auch gleichzeit vielschichtig, über das Erkennen von Recht und das Unverständnis der eigenen Taten, wie gesagt interessante Aspekte in Hinsicht auf die Protagonisten. Jeder von ihnen hat am Ende mit etwas zu kämpfen, überall mag ein klein wenig Tragik vorhanden sein.
Das wird noch von einem recht gut dosierten und dramatisch eingesetzten bzw. passenden Score von Ernest Gold (Stammkomponist von Kramer) untermalt.
Letztlich möchte ich dann nur noch sagen, dass ich "Das Urteil von Nürnberg" für ein fesselndes und kraftvoll inszeniertes und ehrliches Meisterwerk der Gerichtsfilme ist, zudem noch ein interessantes Zeitdokument, angereichert mit einem phänomenalen Ensemble. Starker Film.
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JimiHendrix Sat, 12 Nov 2011 14:40:31 -0000
Antwort löschen...ohuu muss auch unbedingt noch geschaut werden
hoffman587 Sat, 12 Nov 2011 15:01:42 -0000
Antwort löschen@Jimi: Solltest du wohl machen, ist nur zu empfehlen, wie gesagt starker Film, sollte man bei der Sichtung aber "zeitgenössisch" betrachten.^^
JimiHendrix Sat, 12 Nov 2011 15:23:02 -0000
Antwort löschenis gebonkt ;)
Filmkenner77 Tue, 15 Nov 2011 15:51:50 -0000
Antwort löschenAuch zu empfehlen: "Nürnberg – Im Namen der Menschlichkeit" mit einem hervorragenden Brian Cox als Göring.
hoffman587 Tue, 15 Nov 2011 17:31:00 -0000
Antwort löschenDas ist aber eine Serie oder? So weit ich weiß, die sich mit dem Thema beschäftigt.
Filmkenner77 Wed, 16 Nov 2011 15:28:50 -0000
Antwort löschenNein, das war ein zweiteiliger TV-Film. Bei Wiki findest du eine kurze Beschreibung.
hoffman587 Wed, 16 Nov 2011 19:09:00 -0000
Antwort löschenKomisch, als hier ist es als Serie verzeichnet. Mh, immer diese ganzen Fehler hier.^^
shadowhunting Tue, 03 Jan 2012 16:22:16 -0000
Antwort löschenInteressantes Zeitdokument & authentischer Gerichtsfilm -> Das trifft's vorzüglich auf den Punkt!
Alle 10 Antworten zeigen
shadowhunting Tue, 03 Jan 2012 16:22:22 -0000
Antwort löschenInteressantes Zeitdokument & authentischer Gerichtsfilm -> Das trifft's vorzüglich auf den Punkt!
hoffman587 Tue, 03 Jan 2012 17:03:03 -0000
Antwort löschen@shadowhunting: Danke, freut mich zu hören. :)
cpt. chaos Thu, 14 Apr 2011 17:43:32 -0000
Kommentar löschen"Die Schwierigkeit war nicht das Töten, sondern die Leichen loszuwerden. Das war das Problem!"
Ohne Frage liefern die zahlreich vertretenen namhaften Darsteller allesamt einwandfreie Schauspielkunst ab.
Dennoch streckenweise sehr zäh und zudem wird für heutige Verhältnisse zu sehr an der Oberfläche gekratzt.
Sollte man trotzdem auf jeden Fall gesehen haben!
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Filmkenner77 Thu, 14 Apr 2011 18:25:37 -0000
Antwort löschenIch fand den Film stark. Man sollte nicht den Fehler machen, den Film nach heutigen Maßstäben zu beurteilen. Man muss ihn in gewisser Weise als Zeitdokument sehen. Für mich ein Klassiker auch dank der hervorragenden Darsteller. Allen voran Lancaster und Tracy.
cpt. chaos Fri, 15 Apr 2011 06:11:24 -0000
Antwort löschenDie historische Komponente habe ich schon mit einfließen lassen.
Aber darstellerisch wirklich mitunter sehr stark!
Darbon Thu, 28 Oct 2010 23:21:01 -0000
Kommentar löschenGerechtigkeit und Wahrheit gibt es in dieser bewusst larmoyanten Filmgurke nicht. Politisch unter aller Sau und ergreifend gespielt. Herausragend und voller Herzblut legen sich Monty Clift und Judy Garland, die damals noch nicht wussten, dass es das Braun-Buch gibt, ins Zeug. Mr. Hepburn thront darüber gelangweilt und die olle Horrormaske Magdalena von Losch durfte wieder Zubrot verdienen. Heute, wo viel zu spät der Mörderschutz im Auswärtigen Amt popularisiert wird, werden vom Staat BRD zum Massenmord verurteilte und dann in den Staatsdients übernommene oder in Luxusheime abgeschobene Altnazi-Massenmörder mit ganz viel Geld versorgt. Als Instrument im Kalten Krieg ein nettes Filmchen mit verblendeten Beteiligten, als Film und als Zeitdokument ein erbärmlicher und heute wirklich grauenhafter Witz.
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stalker Sun, 10 Oct 2010 00:44:08 -0000
Kommentar löschenDer Nürnberger Juristenprozess vom Kalten Kriege aus betrachtet, das kann man sich ansehen und ist gar nicht mal so unpassend für ne gemütliche Geschichtsstunde bei vorweihnachtlichem Gebäck und Heißgetränken, nur als Film taugts doch recht wenig, konnte nicht so recht mit den Angeklagten mitfiebern, nicht nur, weil ich bereits zu Beginn wusste, wie der Prozess ausgeht. Hätte ichs nicht gewusst, hätte ich gar nichts gewusst, ich wäre sprachlos und hätte geschrien, glaub ich.
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Brennegan Sun, 10 Oct 2010 12:18:33 -0000
Antwort löschenWenn du jetzt noch anfängst zu schreien, alanger, dann weißt du, was stalker damit meint ;)
Brennegan Sun, 10 Oct 2010 13:56:01 -0000
Antwort löschenUnd so lautet die Moral von der Geschicht, dass das Urteil von Nürnberg schmerzhaft ist ...
cruzha Tue, 05 Oct 2010 12:39:55 -0000
Kommentar löschenFantastisch inszeniertes Gerichtsdrama, von vorne bis hinten phänomenal gespielt und getragen von einem Maß an Spannung, dass die Überlänge vergessen lässt. Vielleicht der beste Film über den Zweiten Weltkrieg, weil anders als bei vielen anderen Kandidaten hier nciht Partei ergriffen wird. Es geht hier nur um eines: Gerechtigkeit. Dabei schlägt sich der Film zu keiner Zeit auf die Seite einer Partei, sondern bleibt stets objektiv. Etwas, was vielen späteren WWII-Streifen abhanden kam.
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Filmkenner77 Mon, 09 Aug 2010 13:59:09 -0000
Kommentar löschenEiner der besten Justiz-Filme aller Zeiten. Blendend gespielt und hervorragend inszeniertes Meisterwerk.
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Discostu Sun, 04 Jul 2010 19:19:08 -0000
Kommentar löschenDer vom Juristenprozess 1947 inspirierte Film ist Dank des ausgezeichneten Drehbuchs und der großartigen Schauspieler trotz Dialoglastigkeit und einer Länge von 3 Stunden überaus spannend und regt durch seine differenzierte Darstellung der Thematik zum Nachdenken an. Sehr zu empfehlen.
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Marie Krolock Sat, 05 Jun 2010 23:36:40 -0000
Kommentar löschenGrandioser Film mit einem nicht minder grandiosen Staraufgebot. Der Schell schreit mir zwischendurch zu sehr, vielleicht soll das seine "deutsche" Rolle unterstreichen, alle anderen zeichnen sich nämlich eher durch eine recht ruhige Sprechweise aus. Eindrucksvolles Zeitporträt.
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Andras Sun, 06 Jun 2010 00:39:30 -0000
Antwort löschenDer steht noch unausgepackt bei mir im DVD-Regal. Die 180 Minuten schrecken mich noch ein wenig ab ihn einfach mal zwischendurch zu schauen. Vielleicht ein Film für den man 1 Woche krankgeschrieben im Bett liegen muss und ihn dann genießen kann. ;- )
Marie Krolock Sun, 06 Jun 2010 00:41:04 -0000
Antwort löschenDann pack ihn aber mal flux aus! :D Er ist wirklich sehenswert. Die Überlänge merkt man nicht.
cannibal83 Fri, 08 May 2009 10:17:36 -0000
Kommentar löschenHier wird nahezu alles aufgearbeitet was für dieses Thema in Betracht kommt. Beeindruckend ist wie realistisch der Film sowohl mit der amerikanischen - als auch mit der deutschen Seite umgeht. "Das Urteil von Nürnberg" wirkt immer neutral bzw. hat immer nur ein Interesse: Die Gerechtigkeit!
Ansonsten muss ich sagen das trotz der Länge und der komplexen Story, man immer gespannt bleibt und auch die eher nüchterne Inszenierung tut dem keinen Abbruch.
Für mich der bisher beste Film zum Thema "Zweiter Weltkrieg", besonders weil man hier einfach sehr viele Facetten aufgezeigt bekommt.
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aikifreak Thu, 16 Apr 2009 14:33:20 -0000
Kommentar löschenHabe den Film gerade wieder auf englisch gesehen. Das Thema ist nach wie vor schwer verdaulich, trotzdem wichtig und der Film zieht die richtigen Schlüsse. Dramaturgisch ist der Streifen unglaublich spannend und die alten Haudegen spielen ihre Rollen praktisch perfekt.
Er gehört einfach zu den Filmen, die alle Jahre im DVD-Player landen. Ein Klassiker, der einem beim verstehen hilft, wie auch intellektuelle und aufgeklärte Persönlichkeiten einem Wahn folgen und wie selbstverleugnerisch Menschen denken können.
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davidpm Sat, 28 Mar 2009 20:24:06 -0000
Kommentar löschenEin zu diesem Thema umfassender und komplexer Film. Schauspielerisch und dramaturgisch sieht man grandiose Leistungen. Im Prinzip werden alle Facetten zum Thema aufgezeigt, ohne dass der Film je langweilig wird, im Gegenteil, er packt einen bis ztur letzten Minute. Und das, obwohl er zum großen Teil aus Plädoyers, Geständnissen und Zeugenbefragungen besteht und eine Laufzeit von fast drei Stunden hat.
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dAShEIKO Thu, 28 Jun 2007 11:44:03 -0000
Kommentar löschenschwere Kost.
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