Utopia
Utopia (1983), Laufzeit 198 Minuten, Drama
admin
edit
edit group memberships
sweep cache
-
Kritiker
0 Bewertungen
Skala 0 bis 10
0 Bewertungen
Skala 0 bis 10
-
Community
5 Bewertungen
3 Kommentare
5 Bewertungen
3 Kommentare
-
Deine Vorhersage
Deine Bewertung
Keine
Keine
mit Manfred Zapatka
Eine Milieu-Studie: Mehrere Frauen verdingen sich im Bordell eines sadistischen Zuhälters…
Cast & Crew
Trailer zum Film Utopia
Leider haben wir noch keinen Trailer.
Connect via Facebook
Teile deinen Filmgeschmack mit Freunden.
















Kommentare
Kommentar schreibenbaser 2011/12/04 12:17:25
Kommentar löschenEin Film, den ich nie wieder werde vergessen können.
In ausgewaschenen, teils in Kunstlicht gedrehten Bildern wird gezeigt, wie fünf Nutten von dem Zuhälter Heinz (großartig: Manfred Zapatka) in einer Gefangenschaft gehalten wird, die aber nur in den Köpfen der Frauen zu bestehen scheint. Als in einer Wahnsinnstat Renate, die Heinz am nächsten stehende Hure, auf ihn mit einer Schere einsticht und er infolge dessen stirbt (eine quälende, unglaublich beklemmende Szene), reden die Frauen zunächst über ein neues Leben, betreiben den "Club Arena" dann unter der Führung von Renate weiter, als wäre nichts geschehen.
Der Titel des Films rührt m.E. daher, dass die Frauen zwar unablässig über ihre Zukunft außerhalb des Prostituiertendaseins reden, tatsächlich aber unfähig zur Freiheit sind. Von der Thematik ähnelt er deshalb ein wenig Fassbinders "Martha" ist aber weitaus radikaler.
Die Abwesenheit jeglicher menschlicher Wärme, das immer in der Luft liegende Misstrauen aller gegen alle und die klaustrophobischen Bilder in fehlstichigen Farben machen das Anschauen des drei Stunden langen Films selbst für erfahrene Kinobesucher beinahe unerträglich.
"Utopia" hat viele großartig beobachtete Szenen: Wie das Kreuz der Halskette eines Freiers der Hure Rosi während des Akts immer wieder ins Gesicht schlägt oder wie Heinz von Renate ein eingeschenktes Glas Bier gebracht wird, in das diese zuvor gespuckt hat und Heinz instinktiv und dem überall in der Luft liegenden Argwohn folgend nicht zu dem Glas, sondern zu der daneben stehenden Bierflasche greift.
Ich halte "Utopia" für einen ganz wichtigen und für den vielleicht besten deutschen Nachkriegsfilm überhaupt. Allerdings werde ich ihn mir wegen seiner hoffnungslosen Grundstimmung die nächsten Jahre wohl nicht noch einmal anschauen.
Interessant: Hier gibt es ein Interview mit Saless und mit Zapatka: http://www.saless.de/pages/presse/utopia.php
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Homunculus 2010/07/24 19:23:25
Kommentar löschenSchlimm depremierendes, 3stündiges Bordell-Kammerspiel über die Schreckensherrschaft eines arg unterkühlt- tyrannischen Zuhälters,(mit M. Zapatka perfekt besetzt) der "seine Frauen" in jeder nur denkbaren Form demütigt und unterdrückt.Das Filmchen spart sich positive Elemente KOMPLETT auf und ist deswegen in einem Stück kaum zu ertragen.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
spanky 2009/09/04 18:17:39
Kommentar löschenDer Film ist etwas ganz Spezielles und gehört für mich zu den besten deutschsprachigen Produktionen überhaupt. Ich habe noch nie eine beklemmendere und verstörendere Geschichte auf der Leinwand gesehen. Einfach eine Meisterleistung des iranischen Regisseurs und Drehbuchautors Sohrab Shahid-Saless. Nicht zuletzt auch dem großartigen Spiel von Manfred Zapatka zu verdanken. Warum der Streifen 1983 nicht den Goldenen Bären eingesackt hat, ist mir ein Rätsel. Vielleicht ist er zu direkt. Emotional zu sehr "auf die Zwölf"...
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Sonse 2010/01/29 00:59:30
Antwort löschenJuhu! Endlich kennt noch jemand diesen Film! Ich habe den hier angelegt, obwohl ich mich kaum mehr an ihn erinnern kann. Ist schon so lange her und meine Erinnerung arg trübe, daher auch die verhaltene Bewertung meinerseits.
spanky 2010/01/29 09:43:54
Antwort löschenYo, ich gebe natürlich zu, dass 10 Punkte arg hoch gegriffen sind. Aber die geb ich vor allem deshalb, weil mich dieser Film aus den Angeln gehoben hat. Und mich erschüttern Filme nur ganze selten fundamental. Ich war zwar damals vielleicht maximal 15, als ich den gesehen hab, aber ich glaube, ich wäre heute noch fix und alle. Hoffentlich gibt's den bald mal auf DVD!