Utopia Ltd. - Kritik

DE 2011 Laufzeit 94 Minuten, FSK 6, Dokumentarfilm, Drama, Musikfilm, Kinostart 12.05.2011

  • 7

    Diese gute Doku zeigt drei Jungs aus Hamburg die den unmöglich gewordenen Traum des Rock'n'Roll leben wollen. Ich erinnere mich noch gut an den Hype um die Jungs von 1000Robota ("Hamburg brennt"). Mit 16 Jahren die erste Deutschlandtour,Festivalauftritte. Das volle Programm. Alle Feuilletons schrieben über diese aufstrebende junge Band.
    Nur kamen trotz diesem generierten Hype wenig Publikum, und auch wenige Plattenverkäufe des Debüts daher. Probleme mit dem Label inklusive, die der Band bei verschiedenen Textstellen reinreden. So tickt die Branche.
    Letzendlich sagen die Jungs z.B. ihre Teilnahme am Bundesvision Song Contest ab, das Interesse der Masse ebbt ab. Der Traum vom Rockstar in den 2000ern. Utopisch.

    • 7

      Sandra Trostels Dokumentation vermittelt in ihren besten Momenten einen exzellenten Eindruck davon, was junge Bands in unserer heutigen Medienlandschaft erwartet. Zugleich erinnert der Film nicht nur einmal an Rob Reiners Kult-Klassiker "This is Spinal Tap", wenn sich 1000 Robota mit leeren Hallen und lästigen Labels auseinandersetzen müssen. Wo Casting-Stars sich die Klinke in die Hand geben und Musik-Phänomene im Internet geboren werden, dauert der Kult nur noch einen Klick lang, und die Frage, die "Utopia Ltd." unterschwellig stellt, lautet: Ist da noch Platz für echten Punkrock?

      • "da waren tokotronic und wir??" tocotronic waren niemals wirklich groß, ausser für ein paar bebrillte studenten im umbruch ihrer spät pupertät.das war gemein..
        nagut aber dennoch,Die die da waren heissen nicht tokotronic sondern TON STEINe SCHERBEN ! und wo gibts noch so uhrdeutsche kids eigentlich,kenne diese gattung nur aus deutschen filmen wie krabat,nicht ausm echten leben..immerhin wirkts wirklich so als wollten sie wild sein,der musikalische eindruck ist nicht schlecht.aber tokotronic nene das darf man auch interessanten bands nicht durchgehen lassen..
        bewerte hier nur den trailer !

        • 9

          Hervorragende Konzertaufnahmen zeigen in Utopia Ltd., warum 1000 Robota überhaupt erst zum Gesprächsthema wurden: Eine Band voller angespannter Energie ist dort zu sehen [...]. Doch Sandra Trostels Film stellt solchen Bildern immer wieder auch geradezu anrührende Szenen aus dem bürgerlichen Leben ihrer Protagonisten gegenüber. [...]
          Anton Spielmann sagt noch immer große Sätze in Interviews, solche wie "Wir sind viel zu schlau, um dumm zu sein". Aber so unmittelbar, so ungeschützt und dadurch so großartig wie in Utopia Ltd. wird er sich wohl nie mehr präsentieren.

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          • 8 .5

            Regisseurin Sandra Trostel hatte den richtigen Instinkt. Sie hat den Film zu einem Zeitpunkt begonnen, als 1000 Robota noch ganz am Anfang standen und gemeinsam mit ihnen alle wichtigen Stadien ihrer Karriere beschritten. Utopia Ltd. ist damit das Porträt einer Verweigerung geworden und ein Lehrfilm für alle jungen Bands und Musiker, die noch nicht wissen, wie der Hase läuft.

            • 7 .5

              Naiv sein, Fehler machen, lernen, zugleich unbeirrt sein, auch störrisch. All das erzählt das Doku-Material, das erst durch Trostels Schnitt zur Geschichte von Utopia Ltd. wurde. Sie erzählt davon, eine künstlerische Dringlichkeit zu spüren, eine utopische Idee zu verfolgen.

              • 5 .5

                Utopia Ltd. zeigt sehr anschaulich, wie schwierig das vom Bedeutungsverfall physischer Tonträger gebeutelte Geschäft inzwischen ist. Die Entscheidung von 1000 Robota, nicht bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest mitzumachen, kann man in diesen Zeiten tatsächlich als Selbstsabotage sehen. Wie der Rückzieher der Band allerdings zum Beweis ihrer Integrität aufgebauscht wird, ist übertrieben und dient letztlich nur der Imagepflege.

                • 7 .5

                  Die beiden Filmemacherinnen sind der Band auf den Leib gerückt. Schließlich zeigt die Langzeitdokumentation auch die langwierigen Diskussionen mit den Label-Bossen, in denen die Band ihre künstlerische Autonomie gegen geschäftliche Interessen zu verteidigen versucht, ebenso wie die nicht minder nervtötende Suche nach dem richtigen Sound im Studio. Sie zeigt die ganze Langeweile und die Trostlosigkeit aus vollen Aschenbechern, leeren Bierflaschen und ewigem Leerlauf. In beeindruckenden Bildmontagen verschmelzen Aufnahmen ekstatischer Konzerte mit den Bildern biederer deutscher Landschaften, die beim Blick aus dem Bandbus vorbeihuschen. [...] Doch "Utopia Ltd." ist nicht so sehr das Porträt einer Rockband und auch nicht nur ein kenntnisreicher Blick hinter die Kulissen des Musikgeschäfts, sondern eine Bestandsaufnahme einer sterbenden Branche. Und viel mehr als das: ein schonungsloser Abgesang auf die Mythenmaschinerie Rock'n'Roll.

                  • 7

                    Aber dabei bleibt es nicht – die Rebellion ist nicht mehr nur dagegen. Das System ist durchschaut, fordert zum Spiel heraus. Hieraus resultiert ein selbstkritisches Hinterfragen der Protagonisten. Diese Brüche als selbstverständlich freizulegen ist ein Verdienst des Films. Selten war »Punk« mehr »Post«.

                    • 3 .5

                      Dokumentarfilm in Filmhochschulübungsmanier mit wackeligen, verpixelten 4x3-Bildern . Die drei pickeligen Protagonisten sind dermaßen nervig, dass man sie am liebsten gegen die Leinwand klatschen möchte. Hatte großes großes Mitleid mit den Mitarbeitern von tapete-records, die nicht die Möglichkeit hatten, aus dem Kino zu flüchten.

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